Die Wirkung der Seesperre auf die Entente.
Aus dem großen Hauptquartier. ^
** Großes Hauptquartier, 23. Febr. (Amtl. WTB.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Bei Nebel ««- Rege« verlief der Tag in den meiste« Abschnitten ruhig? an einzelnen Stellen -er Ar- tois- und Sommefrovt, auch zwischen Maas und Mosel kam es zu räumlich begrenzten Gefechte« von Erkvrr- -nngsabteiluvge«. Mehrere Gefa«geue find eingebracht worden.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
front des Generalfeldm. Prinz Ecopold v. Bayern.
Bei Smorgon, westlich von L«ck sowie zwischen Zlota Lipa n«d Narajowka war das ArMlerie- und Minenwerferfeuer lebhafter als sonst.
Bei Zwyzy«, ösüich von Zloczow, drangen unsere Stotztrnpepn in die russische Stellung ein und kehrte« «ach Sprengung von vier Mine« st ollen mit 250 Gefangenen, dabei 3 Offiziere« und 2 Maschinengewehre« zurück.
Südöstlich von Brzezany war gleichfalls ein Er« kuuduvgsvorstoß erfolgt.
front des Generalobersten 6r$ber$og Joseph
Nichts Besonderes.
Heeresgruppe des Generalseldmarfch. v. flQadrenfen.
Unsere Sicheruugsposte« wiesen in der Serethuiede- ruug bei Corbul den Angriff mehrerer russischer Kom- pagnien ab.
(Da$edonifd>e front. ' _
- Nichts Neues.
Der Erste Generalquartiermeisterr Ludeudorff.
Englische Kriegführung.
Neue Auswüchse des Baralong-GeisteS.
Der „Köln. Zig." wird aus Berlin gemeldet: Stammte die Nachricht, daß die Engländer. neuttale Skiffe anzusttsten versuchen, vergütete. Lebensmittel an Bord zu nehmen, in der Hoffnung, das deutsche Uboote sich damit zu Grunde richten würden, nicht aus erm wandsfreier Quelle, so wäre man versucht, Ir den Glauben zu versagen? aber das ist nicht möglich,: Diese Versuche gehören in dasielbe Kapitel, wie die Ab- schlachtung wehrloser deutscher Kriegsgefangener und Verwundeter durch die Franzofen. . Es gibt eine gemeinsame Erklärung für beides: Die verweifelte Wut derer, die ihr Spiel verdorben sehen. Es ist, die See- lenstimmung, aus der heraus der ertappte Bmbrecher? um der Festnahme zu entgehen, Mord unb Totschlag verübt. In das gleiche Gebiet gehört auch die neueste Verschärfung der englischen Seesperre, die unerhörteste Vergewaltigung der neutralen Zufuhr, ein Gewaltakt, der alles übertrifft, was in einem Kriege gegen kleine ehrliche neutrale Staaten unternommen wurde. Die gesamte neutrale Schiffahrt, so weit sie an Deutschland grenzt, soll damit von der See vertrieben werden? jetzt gibt es keine Verbrechen mehr, durch die England die verlorene Sache des Verbandes nicht zu retten versucht hätte. Wirkungslos wie die früheren wird auch dieser Gewaltstreich sein.
Die Besatzung des schwedische« Seglers „Hamiltou" gelandet.
Nachdem zunächst über das Schicksal der Besatzung des versenkten schwedischen Segelschiffes „Hugo Ham,^ ton" Unsicherheit und demzufolge Aufregung bestand, traf gestern aus Lissabon ein Telegramm an das Aus- wärttge Amt ein, daß die gesamte Besatzung von einem norwegischen Dampser ausgenommen und wohlbehalten in Funchal gelandet worden sei.
Die schwedische Regierung hat wie gemeldet chren Geschäftsträger in Berlin beauftragt, gegen die Verfem kung des „Hugo Hamilton" nördlich von England durch deunche Unterseeboote unter Vorbehalt aller Entschädigungsansprüche Protest zu erheben.
Die Lelseninsel.
Eine Epnode aus den Kämpfen an der ostpreutzischen Grenze. Bon W. Kabel.
11) (Nachdruck verboten.)
Leutnant von Stetten, der mit seinem scharfen Glase das Gelände vor dem Walde absuchte, entdeckte nun auch wirklich hinter einer dicht am Ufer errichteten und mit Baumzweigen maskierten Verschanzung eine ganze Anzahl von gefällten Stämmen, die ohne Zweifel zur Herstellung eines großen Flotzes dienen sollten.
Die Erdschanze war, wie das nun lebhafter werdende Gewehrfeuer verriet, gleichfalls besetzt.
Schon hatte Stellen den Befehl gegeben, die Schanze mit den Maschinengewehren zu beschießen, als die Rüsten sich ihrer Artillerie zur Vertreibung des gefährlichen Motorbootes zu bedienen begannen.
Die erste Granate schlug fünfzig Meter vor der Gertrud ein und wühlte das Master zu einem wahren Wellenberge auf.
Stellen, der das wertvolle Fahrzeug nicht zwecklos der Gefahr der Vernichtung aussetzen wollte, ließ Günther Hartwich sofort den Motor auf volle Geschwtu- öigkeft stellen.
Trotzdem gelang es dem nächsten feindlichen Geschütz, ein Schrapnell ziemlich genau über dem Kreuzer zur Entladung zu bringen.
Die Bleigeschofle pfiffen der Besatzung nur so um die Ohren und durchschlugen auch an verschiedenen Stellen das Deck der Kajüte, das nur aus einem leicht gewöMen Holzrahmen mit Oelpappenbelag bestand. Verletzt wurde jedoch niemand.
Dafür gingen aber wieder die sechs folgenden Schüsse wett daneben.
Darm stellte die Artillerie ihr Feuer als nutzlos thu —
Der deutsche Wendvericht.
Berlin, 28. Februar, abends. (Amtlich. WTB.)
Bo« Westen vnd Osten sind besondere Ereignisse nicht gemeldet worden.
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Dom österr.-ungar. Generalstab.
Wien, 23. Februar. (WTB.) Amtlich wird ver- lautbart:
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen
Westlich der B«zerr«tü»-rrng scheiterte» A»« «Lheruugsversuche russischer Kompagnie«.
Heeresfront des Generalobersten Erzherzog Joseph.
Bei andauerndem Frost geringe Gefechtstätigkeit.
Heeresfront -es Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayer«.
An mehrere« Frontabschnitte« erhöhter Ge« schütz- und Mi«e«werferkampf
Die Tätigkeit unserer Jagdkommandos war auch gestern erfolgreich. Größere Unternehmungen dieser Art wurde« bei Brzezany und nordwestlich von Zalocze avsgeführt. An beiden Pnnkten verrichteten die Stoßtrupps gründliche Zerstörungsarbeit. Bei Zalocze wurden überdies 3 Offiziere und 250 Mann und zwei Maschinengewehre aus dem feindlichen Graben geholt.
Italienischer unb südöstlicher Kriegs« schavplatz.
Nichts zn melden.
Der St.llvertreter -es Chefs des Generalstabes, v. Hoefer, Feldmarschallentnant.
Von Der Front in Mazedonien.
Der Zusammenstoß deutscher und italienischer Truppe«.
Der italienischerseits befürchtete Zusammenstoß deutscher und italienischer Truppen ist in Mazedonien am 12. Februar erfolgt und hat die Italiener ihre Stellungen südlich der Höhe 1050 bei Paralovo gekostet. Mit Rücksicht auf die Stimmung in Italien, wo die Presse wiederholt Befürchtungen über eine Offensive im Tren- "gung äußerte, haben die Jta- it allen Mitteln zu verschlei-
tino unter deutscher Beteilig
liener diese Niederlage mit allen Mitteln zu verschleiern versucht. Der Orientbericht der Entente meldete am 15. die Wiedereroberung der verlorengeganaenen italienischen Stellungen. Den Sieges- und Jubelhymnen, die italienische Blätter daraufhin über die unvergleichliche
Tapferkeit ihrer Truppen anstimmten, muß entgegengehalten werden, daß die vermeintlich zurückeroberten Stellungen noch immer in deutscher Hand sind. Die Italiener unternahmen lediglich am Tage ihrer Wegnahme einen schwächlich durchgeführten und völlig feblgeschla- genen Gegenstoß. Seitdem ist kein neuer Gegenangriff erfolgt, nicht einmal der Versuch dazu. Inzwischen ist die Stellung deutscherseits planmäßig ausgebaut worden und die deutschen Patrouillen beherrschen nach wie
Neues aus Amerika.
Amerikanische Munitionsfabriken unter Schutz gestellt.
Aus Washington wird laut „B. T." gemeldet: Die Treffe bfürwortet einen sofortigen Schritt in der Krise mit Deutschland. Der Präsident und das Auswärtige AM bewahren jedoch Stillschweigen. Man beschuldigt die Deutschen, daß sie die Hungerkrawalle angestiftet hätten. Der Belagerungszustand ist für die Munitionsfabriken im ganzen Lande erklärt worden, da viele Komplotts zu Brandstiftungen entdeckt sein sollen.
Die „K. Z." meldet aus Amsterdam: Aus London wird Hiesigen Blättern gemeldet: Alle Berichte aus Amerika deuten darauf hin, daß in Washington die Hoffnung auf Erhaltung des Friedens abnehme. Man schiebe zedoch alle Verantwortung für den Krieg auf Deutschland.
Ei« amerikanisches Munitionsausfuhrverbot.
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Die Pariser Ausgabe des „Newyork Herald" meldet aus Washington: Der Senat nahm ein Gesetz an, nach dem künftig der PrWdent ermäi,' verbot gegen alle Munitionsschiffe an erlassen, deren Munitionsladung für Nationen bestimmt ist, die mit Ländern im Kriege liegen, mit denen die Vereinigten Staaten durch friedliche Beziehungen verknüpft sind.
Inzwischen war das Motorboot an dem Felsenei- land vorübergelaufen und strebte nach der Bucht am westlichen Ufer zu, um auch den Gutsgebäuden einen Besuch abzusMten.
Auch hier prasselte dem sich nähernden Fahrzeug ein Geschotzhagel entgegen.
Stetten erkannte durch sein Glas deutlich, daß die Russen zum Tell hinter der Parkmauer, zum Tell in frisch aufgeworfenen Schützengräben, die sich am Ufer entlang zogen, Stellung genommen hatten.
Jetzt traten aber, und mit gutem Erfolg, die Maschinengewehre des Bootes in Tätigkeit.
Etwa eine Viertelstunde dauerte dieses Feuergefecht, bei dem der Gegner recht beträchtliche Verluste hatte, sodaß er sich sehr bald hinter die Baulichkeiten zurückziehen mußte.
Leider war es dieses Mal aber auch auf deutscher Seite nicht ohne Verletzungen abgegangen. Einer der Leute an dem im Vordertell des Motorbootes aufgestellten Maschinengewehr hatte eine Kugel in den linken Oberarm bekommen, zum Glück nur eine Fleisch- wunde, die bald auszuheilen versprach.
Dann war aber auch die Gertrud selbst ein paar Mal an den ungeschützten Stellen durchlöchert worden. Einige dieser Geschotzeinschläge saßen dicht über der Wasserlinie und bewirkten, datz das Boot zieMsch viel Wasser saugte.
Trotzdem blieben die Beschädigungen, die sich leicht reparieren ließen, recht unbedeutend im Vergleich zu den erzielten Erfolgen? denn einmal hatte man den Gegner aus seinen Stellungen vertrieben, dann aber auch, was sehr wertvoll war, festgestellt, daß das Gut mit recht geringen Kräften belegt war. Leutnant von Stetten schätzte den Feind hier auf kaum eine halbe Kompagnie.
£irnt kehrte man nach der Insel zurück.
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England and die Seesperre.
Nahrungsmittelsorge« »er Brite«.
Ueber die Wirkung des Unterseebootkrieges auf die englische Nahrungsmittelversorgung erhalt der Amsterdamer Mitarbeiter der „Expretz-Korr." von einem aus England zurückgekehrten Gewährsmann ein anschauliches Bild: Die Ankündigung von der Aufnahme des verschärften Unterseebootkrieges rief anfangs in England wenig Beunruhigung hervor. Auch unter der ärmeren Bevölkerung zeigte sich größte Sorglosigkeit. Desto größer war die Panik, die den Mittelstand und die Handelskreise erfaßte, die sich mehr und mehr verstärkte, als die ersten Erfolge des Unterseebootkrieges eintraten. Ein starker Entrüstungssturm gegen die Unfähigkeit der englischen Admiralität setzte ein, well sie dieser neuen Bedrohung nicht gleich neue Abwehrmittel gegenüberstellen konnte. , ,, .
Mit dem Einsetzen des Unterseebootkrreges erwachte auch die Gewmngier der Nahrungsmitielhano- ler, die die Preise planmäßig von Tag zu Tag höher schraubten. Dies führte wiederum zur Unzufriedenheit unter der ärmeren Bevölkerungskiasse. Einbrüche in die Nahrungsmittelgeschäfte sind jetzt in London an, der Tagesordnnug. Jetzt erst wird bekannt, daß England lange nicht so viel Nahrungsmittel aufgestapelt hat, als es hätte tun sollen, um durchhalten zu können. M wirst der Regierung vor, daß sie dafür keine Vorsorge getroffen habe, obgleich sie genau wußte, daß der verschärfte Unterseebootkrieg nicht ausbleiben werde.
Kartoffeln sind nur noch gegen teure Preise zu.erhalten, und in London und anderen Großstädten leidet man unter Kohlenmangel. Fleisch wird immer teurer und nirgends ist die von der Regierung zugelassene Menge zu erlangen. Alle Welt versuche so viel wie möglich zu Hamstern, was von den Händlern weidlich ausgenutzt wird. In den ersten Tagen des nächsten Monats werden diese Schwierigkeiten noch größer werden, da dann die Militärbehörden den größten Tell für eigene Zwecke mit Beschlag belegen werden. — Diese Schilderung wird durch eine Meldung der „Tele- graphenunion" ergänzt, wonach in der letzten Zeit sämtliche Sendungen von überseeischem Gemüse und Obst auf den englischen Märkten ausgeblieben sind
Eine weitere Schilderung englischer Verhältniße gibt nach einer Stockholmer Meldung des „B. 8" ein aus England zurückgekehrter schwedischer Seemann, der eine Holzladung nach England gefahren hat, im „Svenska Dagbladet". Die Schwierigkeiten der Versorgung mit Lebensrnitteln sind bedeutend. Besonders ist Zucker nicht zu bekommen. Frisches Fleisch haben sie in drei Wochen einmal zu Gesicht bekommen. Die Hafenarbeiter sind lauter alte Leute. Der Dampfer fuhr in der deutscherseits zugelassenen Frist ab, traf mehrere deutsche Unterseeboote an, wurde durchsucht und erhielt die Erlaubnis zur Weiterfahrt.
Englauds Versuche, sich selbst z« versorgen.
daß er wichtige neue
Das holländische Nieuwe Bureau meldet aus Lou- don, daß man der angekündigte Rede Lloyd Georges mit großer Spannung, entgegensehe. Man erwartet, " „ „:^::„. _____: Vorschläge einbringen werde zur Förderung des Ackerbaues und zur Reorganisation ei-
schränkung der Einfuhr angekündigt wird.
Geringe Meldungen für den englischen Zivildienst.
Die „Times" sind laut „B. L.-A." unzufrieden, weil sich nur 60 000 Freiwillige für den englischen Zi- vtldienst meldeten, während die Regierung eine Million brauche, weil bei demselben Tempo und bei der jetzigen Methode Chamberlain lange Zeit brauchen würde, um sein Programm auszuführen. Die deutsche Art sei viel großzügiger und es sei deshalb viel besser, Zwangsmatzregeln ins Auge zu fasten.
Frankreichs Sorge um die Lebensmittelversorgung.
Der Senator Beranger betrachtet es laut „B. T." geradezu als eine Schicksalsfrage für Frankreich, daß Soldaten von der Front beurlaubt werden, um die Frühjahrsbestellung zu besorgen, weil Frankreich sonst vom Hungergespenst bedroht würde. Das beharrliche Schwergen der Regierung Über diese Lage sei durchaus nicht angebracht.
Lebensmittelschwierigkeiten in Amerikas
Ermahuuug zur Sparsamkeit.
Nach Meldungen aus Washington wird, einer Amsterdamer T. U.-Drahtung zufolge, die Lebensmittelfrage immer brennender. Alle Blätter besprechen in längeren Artikeln die mißliche Lage und die Lebens- Mttelunruhen. Die Schuld an den herrschenden Uebel-
Da es nach den russischen Vorbereitungen am östlichen Ufer außer Frage stand, daß der Feind früher oder später mit Hilfe eines größeren Floßes einen Angriff auf das Eiland versuchen würde, machte sich Nier- tens mit einigen Leuten sofort an die Arbeit, um die Panzerung der Gertrud zu verbessern, die Schutzlöcher in den Bootwänden zu verstopfen und auch den größten der Kähne, der sechs bis sieben Mann zu tragen vermochte, gletchsalls durch Aufnageln von Eisenplatten kugelsicher umzugestallen.
Diese Tätigkeit nahm den ganzen Vormittag in Anspruch.
Nachher war Mertens aber auch ordentlich stolz auf sein Werk. So besaß denn die deutsche Abteilung zwei gepanzerte Fahrzeuge, mit deren Hilfe es bei geschicktem Manöverieren wohl möglich sein mußte, sich den Feind eine ganze Zeit lang vom Halse zu halten.
Am Nachmittag mußte alles, was nicht gerade notwendig zur Besetzung der Beobachtungsposten gebraucht wurde, sich schlafen legen.
Stetten wollte seine Leute für die Äiacht recht frisch haben, da der Feind sicherlich nur die Zeit der Dunkelheit für einen Angriff benutzen würde.
Beim Anbruch der Dämmerung machte die Gertrud dann nochmals eine Erkundtgungsfahrt nach dem östlichen Ufer.
Gleichzeitig brachen auch die beiden Patrouillenboote auf, deren Mannschaften erhöhte Wachsamkeit streng einge schärft worden war.
Doch auch jetzt vermochte das Motorboot sich dem Ufer nur auf 700 Meter zu nähern. Die Russen waren offenbar sehr auf ihrer Hut und hatten, wie sich sofort zeigte, ihre Geschütze nunmehr hinter dem inzwischen bedeutend verstärkten Erdwalle in Stellung gebracht.