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MstunMUMben vor Dem Stiege.

In denDtsch. Kriegsn." schreibt Wirkt. Geh. Obersinauzrat Dr. O. Schwarz über die Rüstungsaus- gabcn vor dem Kriege bei uns und bet den Feinden u. a.:

Ein Argument, welches «nsere Gegner, nament­lich die englische und französische Regierung und deren Presse, seit Kriegsbeginn den eigenen Völkern wie den Neutralen immer wieder einzuhämmern versuchen, um Deutschland die Rolle des Störenfrieds in Europa zu- zuweisen, ist die Behauptung, der deutsche Militaris­mus habe sich seit vielen Jahren daraus vorbereitet, über die Völker der Entente mit dem Ziele herzufalten, sich zunächst die Hegemonie in Europa und sodann in der ganzen Welt zu sichern.

Nun ist klar, daß, um Heere aufzustellen, auszu- rüsten, Schiffe und Festungen zu bauen, viel Geld er­forderlich ist. Und wenn wirklich der Deutsche Kaiser und das Deutsche Reich Welteroberungspiläne gehabt hätten, wie die Gegner sie ihnen andichten, so müßte das vor allem in dem Verhältnisse unserer Rüstungs­ausgaben gegenüber denen der genannten Großmächte Ausdruck finden.

Werfen wir deshalb einmal einen Blick auf die Rüstungsausgaben Deutschlands, Englands und Frank­reichs in den letzten 33 Jahren vor dem Weltkrieg, also von 1881 bis 1913. Da erhalten wir bet Einrechnung aller, auch der außerordentlichen Ausgaben folgende Ziffern wobei die Kosten des Burentrieges England nicht zugerechnet wurden für Heer und Flotte: Deutschland 30,2, England 35,4 und Frankreich 31,3. Rechnet man Heeres- und Flottenkosten zusammen, so marschiert hiernach an der Spitze England, dann folgt Frankreich und zuletzt Deutschland. Bereits zu Be­ginn der Vergleichsperiode (1881) hatten England und Frankreich zusammen nur 74 Millionen Menschen ei­ner deutschen Bevölkerung von 45 Millionen gegenüber- zustellen,' am Schluß derselben aber stand infolge des schnelleren Bevölkerungszuwachses in Deutschland ei­ner Bevölkerung Englands und Frankreichs von zu­sammen 86 Millionen eine deutsche Bevölkerung von bereits 67 Millionen gegenüber. Während also im Jahre 1913 die Bevölkerung der beiden Westmächte zu­sammen die unsere nur um 28 Prozent überstieg, über- trasen ihre gemeinsamen Rüstungskosten die unseren in der vorletzten (zehnjährigen) Periode um fast 130 Prozent, und auch in der letzten (dreijährigen) Periode noch um nicht weniger wie 78 Prozent. Es gehört also die ganze Unverfrorenheit und Lügenhaftigkeit unserer Gegner, die ganze Leichtgläubigkeit ihrer Völker und leider auch vieler Neutraler dazu, um Ziffern gegenüber, die eine so deutliche Sprache reden, derart ungeheurliche Legenden, wie die Kriegs- und Erobe­rungslust des deutschen Volkes, in die Welt zu setzen.

Weiter rechnet der Verfasser aus, daß in den Jah­ren 1881 bis 1911 die Rüstungslasten Deutschlands sich zwischen 34.7 und 36,7 Prozent des gesamten Staats­verwaltungsaufwands hielten, wogegen sie in England von den Jahren 1901, in welches der Burenkrieg fiel, sei dabei abgesehen zwischen 53,2 und 58.3 Pro­zent, in Frankreich zwischen 39,4 und 51,8 Prozent schwankten. . .

Es würde zu weit führen, auf ine Ziffern unserer anderen Hauptgegner, Rußlands und Italiens, sowie auf diejenigen unseres nächsten Bundesgenossen, Oester­reich-Ungarns, einzugehen. Nur soviel sei gesagt, daß auch Rußland in den 33 Jahren vor dem Krwge au ier sind die Kosten des Russisch-Japanischen Kvie- t mehr als wir sur mu- stungszwecke ausgegeben hat (32,9 Milliarden Mark), und daß den 12,7 Milliarden Mark Rüstungsausgaben Oesterreich-Ungarns in jenem Zeitraum 12,5 Milliar­den Mark des erheblich kleineren Nachbarstaates Jta- Ikn ^oftf)^ auch dem blödesten Auge offenbar machen, daß die Zentralmächte in den abge- lausenen drei Jahrzehnten im Verhältnis zu der Ent­wicklung ihrer Bevölkerungszahl wwie^, ihres Wohl­standes die Rüstungslast durchaus nicht überspannt ha­ben, ja, daß unsere Gegner, wenn man sie nach dem Maße ihrer Rüstungen vor dem Kriege Beurteilen wollte, mit viel größerem Rechte als das Deutsche Reich den NamenMilitärstaaten" verdienen würden.

Wir in Deutschland konnten zur Deckung der Kriegskosten in zweieinhalb Kriegsjahren der Spar- kraft unseres Volkes etwa 60 Milliarden Mark und da­mit den doppelten Betrag unserer 33jährigen Friedens­rüstung entnehmen. Da muß es doch leoermann em- leuchten, daß wir ohne Schaden für unsere kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung wahrscheinlick) aber zu unserem großen Nutzen in dieser schweren Prüfungs­zeit noch erheblich größere Betrage im Sneöen für Rüstungskosten hätten aufbringen können. Jedenfalls ist die Tatsache, daß im Jahre 1913 England an gemm- ten Staatssteuern 72,3 Mark, Z^ukreW 82,9 Mark oro Kovf erheben mußten, während Deutschland in Reichund Staaten mitzusammen 67,1 Mark per Kopf

pHt Skelett bafta, öaA mir unserem Q>olfe im Hinblick auf dessen wirtschaftliche Tragfähigkeit eine verhältnismäßig weit geringere RüstmiMast nuferle^ haben als unsere Gegner.Dennan^ haben wir die Franzosen langst überflügelt und sind wir den Engländern zumindest ziemlich nahe gekom­men, an Volkseinkommen standen wir letzterem bei Kriegsbeginn absolut wohl gleich, vermehrten das uns- rige aber in den drei bis fünf Jahren vor dem Kriege jährlich um sieben Prozent gegen eine des Volkseinkommens in England von nur drei Pro­zent. Sind das Folgen eines .ungezügelten.Militaris­mus" oder friedlicher wirtschaftlicher Arbeit?,

BtiegsanetleL

Einschränkungen im französischen Postdienst.

Pariser Blätter melden laut »Köln. Ztg daß in­folge Unrerdrückung einer größeren Anzahl von Zügen und der Einberufung von sechs TerritoricUklasien im Postdienst EinschränLngen und Aenderungen zu er­warten seien. Es sei möglich, daß die großen Stadtean Werktagen nur noch vier und an Sonntagen nur iwch eine Verteilung haben würden.

Die Ententegesandten in Kopenhagen durch einen Schwindler gerupft.

Aus ein plumpes Manöver eines Schwindlers, der sich als rumänischer Militärarzt etnsührt^ aus deutscher Gefangenschaft entflohen und infolgedes­sen völlig mittellos zu sein, sind lautB. L.-ck. die Ententegesandten in Kopenhagen ^eingefallen indem sie dem Schwindler bedeutende Geldmittel vorstreckten. Als die Polizei den Betrüger verhaften wollte, war er verschwunden.

Der neue Kurs in Rußland.

Die PetersburgerBirschewija Wjedonwsti" teilt mit, daß das russtscheMtnisterium des Innern eine wich- tige GesetzeSvorlage ausarbeitet, die eine durchgrei- sMte Relorrn des aw«» russische» Mgfermiasspstews

erfkrevi. MupM>ea SN BVkMS« m mw», Rk Re­gierungsgewalt gegenüber den fortschrittlichen Strö­mungen in Rußland zu stärken.

Die Neuyorker leiden Hunger.

Der Bürgermeister von Nenuyork empfing drei Frauenabordnungen aus verschiedenen Bezirken der «tadt. Die Frauen erklärten unter Tränen, daß ihre Kinder Hungers sterben. Die Preise für alle Lebens- mittel seien so hoch, daß sie nicht mehr bezahl verden könnten. Sie verlangten städtische Unterstützung.

Die holländische Zigarrenindustrie.

Infolge der Sperrung der deutschen Grenze und der von England und Frankreich gemachten Einfuhr­schwierigkeiten ist die holländische Zigarrenindustrie, die sich im Laufe des Krieges stark entwickelt hatte, in eine Mißliche Lage geraten. Es haben sich in den Fabriken enorme Vorräte angehäuft, was sich bereits in starken Preisschwankungen auf dem Jnlandsmarkte fühlbar macht.

Landwirtschaft und Znduslrie.

Von der Generalversammlung des Bundes der Landwirte.

Auf der Tagung des Bundes der Landwirte in Berlin sprach nach Begrützungsworten des Freiherrn von Wangenheim der Bundesvorsitzende Reichstags­und Landtagsabgeordneter Rösicke über das Thema unsere Ernährungsverhältnisse.

Der Bund der Landwirte kann für sich in Anspruch nehmen, daß der Krieg wirtschaftlich überhaupt möglich wurde. Wir müssen uns aber besser vorbereiten. Weil wir die Magazinierung der Vorräte, wie sie Graf Ka- nitz empfahl, nicht Vornahmen, deshalb gingen wir ohne Vorräte in den Krieg. In die wirtschaftliche Tä­tigkeit kann man nicht mit rauher Hand eingreifen, um dann etwas Unfertiges dafür zu setzen. Als man den Handel ausschaltete, nahm man das Räderwerk heraus, das seit Jahrhunderten gewohnt war, die Erzeugnisse an den Verbraucher zu bringen. Für die Produkte der Landwirtschaft sind Höchstpreise eingeführt, aber die Löhne läßt man ruhig weitersteigen. Wir müssen vor allem die Produktion fördern. Daß von der Steigerung der Preise der Munitionsfabriken auch die Produkte der Landwirtschaft beeinflußt werden, kann kein logisch denkender Mensch bezweifeln. Die Land­wirtschaft kann stolz darauf sein, daß sie die Bevölke­rung mit den wichtigsten Lebensmitteln versorgt. Un­verständlich ist, daß man jetzt daran denken will, die Viehpreise zu senken. Bei den Kriegs-Gesellschaften fragt man sich mit Recht: sind sie zum Verteilen da oder zum Verdienen. Wenn der Bureaukrat zum Kaufmann wird und umgekehrt, so gibt es einen schlech­ten Klang. Bei den Wucherpreisen für manche Leoens- mittel ist der Schuldige nicht nur der Bauer, der die hohen Preise nimmt, sondern auch der Städter, der aufs Land hinausgeht und den Bauern die hohen Preise an- bietet. Der Hehler ist hier oft schuldiger als der Steh­ler. Redner empfiehlt dann mit warmen Worten eine Verständigung zwischen Stadt un'd L.a.n.0. Der Zwiespalt der Meinungen über die Ubootfrage ist ja jetzt verschwunden. Wenn aber ein fauler Friede käme, dann würden wir einer Katastrophe ausgesetzt werden. Darum brauchen wir den Sieg und wollen ihn mit allen Krästen zu erringen suchen. Landrat

a. D. R ö t g e r sprach über

Deutschlands Industrie nach dem Kriege.

trotz der ungeheuren Schwierigkeiten ihre Ausgave glänzend erfüllt und damit den Beweis geliefert für die Richtigkeit der Bismarckschen Wirtschaftspolitik. Als Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit der deut­schen Industrie nach dem Kriege bezeichnete der Redner: Die Befreiung von all den Fesseln, die der Krieg ge­bracht hat, um dasFreie Spiel der Kräfte möglichst bald wieder zu feinem Rechte kommen zu lassen, ohne damit die Mitwirkung eines weise geleiteten Staates auszu- schallcn. Die schnellste Gesundung der finanziellen Grundlagen unserer Wirtschaft durch die unausweis- liche Forderung einer unsere direkten und indirekten Kriegskosten volldeckenden Kriegsentschädigung von un­serem leistungsfähigsten Gegner. Beibehaltung der tm Kriege glänzend bewährten Wirtschaftspolitik des letz­ten Menschenalters auf der Grundlage des Gleichge­wichts innerhalb unserer Gesamtwirtschaft. Auf diesen Grundlagen seien Industrie und Landwirtschaft befä­higt, an ihrem Teil uns gegen alle Wechfelsälle des Schicksals zu sichern.

Politische Rundschau.

Der Reichskanzler wird am Dienstag sprechen. Wie dasB.- T." hört, hat der Reichskanzler dem Reichstag mitteilen lassen, daß er bestimmt am kommenden Diens­tag, an dem die erste Lesung des Reichshaushalts im Plenum anfangen soll, zu Mitteilungen über die Kriegv- lage und die auswärtige Politik das Wort zu nehmen ge­denkt.

Die neue Kreditsorderung, durch deren Bewilli­gung, wie mitgeteilt, der Reichskanzler ermächtigt wer­den soll, weitere 15 Vtilliarden Mark im Wege des Kre­dits flüssig zu machen, ist die achte, die fett Kriegsaus­bruch erfolgt; die Summe der Kriegskredite wird durch ihre Bewilligung auf 79 Milliarden Mark armei­gen. Es wurden bewilligt: am 1-August 1914 5 Mil­liarden, am 2. Dezember 1914 5 Milliarden, am 20. März 1915 10 Milliarden, anr 20. August 1915 10 Mil­liarden, am 21. Dezember 1915 10 Milliarden, am 7. Juni 1916 12 Milliarden, am 27. Oktober 1916 12 Mil­liarden, ? März 1917 15 Milliarden. Durch feste Kriegsanleihen sind bisher in Deutschland bekanntlich rund 47 Milliarden Mark aufgebracht worden. Dre sechste Kriegsanleihe steht bevor, und jeder einzelne sollte schon jetzt seine Vorbereitungen treffen, um auch ihr zu einem großen Erfolge zu verhelfen.

Sozialdemokratie und Kriegskredi c. In einer am Donnerstag abgehaltenen Fraktionssitzung hat die so­zialdemokratische Reichstaasfraktion lautVorwärts" beschlossen, den Kriegskrediten ihre Zustimmung zu er­teilen und bei dieser Gelegenheit ihre Stellung durch Abgabe einer Erklärung zu prazisieren.

Das preußische Wohnungsgefeß in der Kommission angenommen. Die Wohnungsaesetzkommission des preu­ßischen Abgeordnetenhauses hat das Bürgschaftssiche­rungsgesetz auf das fttufzebnfache der jeweils vorhan­denen Sicherungssumme einstimmig und das Woh- nungsgesetz mit 14 gegen 1 Stimme angenommen.

fiatfofielanbaii und Karloffelpreise.

Ein möglichst umfangreicher Anbau von Früh­kartoffeln in allen Gegenden, die sich dazu eignen, ist in diesem Jahre ganz besonders geboten. Maßnah­men, um die Schwierigkeiten bei der Beschaffung des «ggtmites nach MNaliMM au betreu, sind eüiaeleitet.

Me tat vergangenen Jayre, werben me frühesten

Sorten, die in Mistbeeten, Treibhäusern und beson­deren gartenmäßigen Kulturen gezogen sind, von der öffentlichen Bewirtschaftung und zwar bis zum 30. Juni ausgenommen bleiben. Vom 1. Juli ab läßt sich bei der Lage der Vorräte die öffentliche Bewirtschaf­tung der Frühkartoffeln nicht vermeiden.

Im Monat Juli wird der Höchstpreis für Frührartoffeln nirgends unter 8 Mark für den Zent­ner festgesetzt werden. Um den großen Verschiedenhei­ten innerhalb der einzelnen Anbaugebiete in den Er­gebnissen und in der Reifezeit der Frühkartoffeln ge­recht zu werden, werden die Landes- und Provinzial- tartoffelstellen ermächtigt werden, je nach den Verhält­nissen in ihrem Amtsbereiche eine Erhöhung des Juli- preises bis höchstens auf den im Vorjahre vom Bun­desrat allgemein vorgesehenen Preis von 10 Mark vor- zunehmen und schon jetzt bekanntzugeben.

In gleicher Weise soll durch die Landes- und Pro- vinzialkartoffelstelle (mit Genehmigung der Reccys- kartoffelstelle) vom 1. August ab unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse der Abbau der Kartoffelpreise mit der Maßgabe vorgenommen werden, daß der Preis für Herbstkartoffeln, in der nächsten Zeit be­kanntgegeben werden wird, am 15. September erreicht wird. Der Abbau der Preise soll unter Hinzuziehung sachverständiger Ausschüsse, die sich aus Erzeugern Verbrauchern und Händlern zusammensetzen, erfolgen.

Vermischtes.

Der Schatz im Keller. Wohlverwahrt fand die Fami­lie eines kürzlich verstorbenen Einwohners in Verben a. ö. Aller in dem Keller des Hauses die Summe von 1500 Mark in einer Kassette. Die Angehörigen stellten nun fest, daß der Hausvater sie bei Beginn des Krieges von der Sparkasse abgehoben hatte, und gelegentlich er­wähnte er auch gesprächweise, daß im Notfall er sich einen sogenannten eisernen Bestand gesichert hat. Durch Zinsverlust hat der Allzuvorsichtige nun mindestens 150 M eingebüßt.

Holland hat Ueberflutz an Heringen. DieFrkft. Ztg." meldet aus dem Haag: In Holland droyt ein riesiger Vorrat holländischer Heringe zu verderben. Die Heringe dürfen nicht nach Deutschland, können aber nur schwer rrgendwo anders hingebracht werden, und in Holland selbst können sie nicht verbraucht werden. Der Vorrat belauft sich auf Zehntausende von Tonnen, und wenn die Regierung nicht schnellstens Dtittel er­greift, diesen Vorrat dem Konsum zuzuführen, so geht er verloren.

Der Krieg und die Nerven der Fran. Mit diesem Thema beschäftigte sich der Berliner Nervenarzt Dr. Albert Moll. Sie allgemeine Erregung bei Beginn des Krieges hat ihren Einfluß auf ine männliche wie aus die weibliche Bevölkerung ausgeübt, meint Moll. Ver­gleicht man jedoch KSe Geschlechter, so hat doch der Krieg weit mehr auf das weibliche Geschlecht repoluti- onterend gewirkt als auf das männliche. Der Wir­kungskreis der Frauen wurde plötzlich ein weiterer und zum Teil ein ganz anderer, darauf mußten sie sich erst allmählich einstellen. Neben der reinen Berufsarbeit muß auch die gewaltige Menge an jetzt geleisteter sozia­ler Franenarveit, wie die mannigfachen Ernährungs­schwierigkeiten und dergleichen berücksichtigt werden, will man den Kriegseinflutz auf die Nerven der Frau unter­suchen. Wenn man berücksichtigt, mit welcher Geduld und Ausdauer Frauen alle Mühsale des Krieges ertra­gen. vaoen, wie sie trotz gelegentlichen Zornausbruches geduldig die Schwierigkeiten der Ernährung und der Beschaffung der Nahrungsmittel ertragen haben, so wird die Frauenwelt aus dem Kriegserlebnis einen außerordentlichen Gewinn davontragen, nicht nur für die Lebenszeit, sondern auch einen Gewinn für die ge­samte Zukunft, der sich erst nach Jahrzehnten zeigen wird einander herfahren können, sollen sie da hinauf beför- und riesengroß wiegt gegenüber den verhältnismäßig geringen Schädigungen, die den Nerven der Frauen in dieser Zeit erwachsen sind.

Ein Stimmungsbild aus Paris. Der Pariser Kor­respondent derNeuen Zürcher Zeitung" entwirft laut Frkf. Ztg." folgendes Stimmungsbild von Paris im Februar 1917: Paris entspricht im harten Winter 1917 unter dem Regime eines unerbittlichen Blockadekrieges gar wenig dem traditionellen Bilde des Wohllebens und der Sorglosigkeit, das sich seine Verehrer von ihm zu machen pflegen. Trauer, Entbehrung und bange Zukunftssorge wohnen in den Quartieren der Armen wie der Reichen, freilich auch Vertrauen, Stolz und va­terländische Opferwilligkeit. Man fühlt, daß der Friede mit Riesenschritten naht und dieses Jahr das letzte der Prüfung sein wird, wahrscheinlich auch das härteste. Sie werden in den Kriegserinnerungen der Pariser sortleben, wie die Augusttage 1914, diese kalten, koh- lenlosen Wochen, wo man in den Prachtwohnungen der Reichen schlotterte wie in den Mietskasernen der Ar­men, wo elegante Leute mit dem Aschenkessel oder Koh- lensatz unter dem Arm über die Straße gingen und in den Wandelgängen der großen Oper auf die öffentliche Verteilung harrten.

Weitere Drahtnachrichten.

Echt englische Ansinnen an Holland.

Haag, 23. Februar. (WTB.) DerNieuwe Rotterdamsche Courant" vom 21. Februar abends schreibt unter der Ueberschrift:Noch weitere englische Ansinnen": England will uns zwingen, ihm unsere Landbauerzeugnisse im Betrage von vielen Millionen Gulden gegen Bezahlung in englischen Schatzscheinen zur Verfügung zu stellen. Holländischerseits aber wird in Zukunft Bezahlung in bar verlangt, die England nicht geben will. Eine zweite englische Zumutung besteht in der Forderung, daß wir unsere landwirtschaftlichen Er­zeugnisse und Margarine, also Banngut, auf niederlän­dischen Schiffen nach England transportieren.

Anszeichnnug Geheimrat Schmollers.

ei* Berlin, 23. Februar. Dem ordentlichen Pro­fessor an der hiesigen Universität, Wirkst Geh. Rat Dr. v. Schmoller, ist der Königliche Kronenorden L Klasse verliehen. i

Verstaatlichung der englischen Kohlengruve«.

»* London, 23. Februar. (WTB.) Eine Regie­rungsverordnung setzt als Tag für die Uebernahme alle, Kohlenbergwerke und gewisser Kanäle den ersten März fest.

Berhastnnge« in Irland.

es* London, 23. Februar. (WTB.) Reuter meldet: In Dublin und anderen irischen Orten wurden gestern unter dem Reichsverteidigungsgesetz 32 Personen ver­haftet, darunter eine Anzahl Ptünner, die nach dem letz­ten Aufstand interniert, später aber wieder freiaelasie« worden waren» *