Na rechtes Wort int rechten Zeit.
Unter dieser Ueberschrift veröffentlichen die „Mün- chener Neuesten Nachrichten" eine Unterredung des Schriftstellers R. v. Prien mit dem banerischen Mun- sterpräsidenreu Grasen Hertling. In diesem Gespräch bat Graf Hertling folgende Eledanken zum Ausdruck gebracht:
Unsere Auffassung geht dahin, daß der Krieg jetzt unter allen Umständen und mit allen Mitteln zum Abschluß gebracht werden muß. Gcneralfeldmarschall von Hindenburg hat kürzlich erklärt, theoretisch könne der Krieg auf unbeschränkte Dauer fortgesetzt werden, da unsere Be- ^'se erbebuch geringer find als der Zuwachs von Mannschaften. Unsere Grenzmauern im Osten, Westen und Süden sieben unerschütterlich fest und unser wirtschaftliches Leben geht, wenn auch langsamer, als im Frieden, w doch zuverlässig und sicher seinen Gang weiter. Der Zweck unseres Krieges war die Verteidigung gegen die feindlichen Angriffe: diesen Zweck ha- beu wir vollständig erreicht und können jetzt unseren Berteidiguugszmtanö unbegrenzt lange aufrecht erhalten. Aber auch unsere Gegner können theoretisch den Krieg ins Endlose fortsesen: vorausgesetzt, daß sie die Zufuhr von Kriegsmaterial über See aufrecht erhalten können. Wenn wir also den Krieg ieyt endlich zum Abschluß bringen wollen, müssen wir diese Zmuhr abschneiden: das Mittel hierzu ist unsere Unterseeflotte.
Unser Friedensangebot wurde abgelehnt, weil die Regierungen unserer Gegner es nicht wagen, deren Völkern und Verbündeten einzugestehen, daß alle dte großen Berlorechnngen. mi welchen sie sie atm Kriege verleitet haben und im Kriege beisammen halten, nicht eingelöft werden können: daß das ganze Kriegsunter- nebmen gescheitert und die getäuschten Völker statt des versprochenen Gewinnes an Land und Geld jetzt den finanziellen Ruin und das wirtschaftliche Chaos vor Augen haben. Wir wünschen das Ende des Kampfes aus Schmerz über die Schrecken des Krieges, unsere Gegner wünschen die Fortsetzung aus Furcht vor dem Schrecken des Friedens. Wir haben beim Kriegsende keine Abrechnung zwischen unseren Völkern, unseren Regierungen und unseren Verbündeten zu fürchten: die Verteidigung unserer Länder ist gelungen und unerfüllbare Versprechungen, die uns zwingen würden, den Krieg fortzusetzen, gibt es bei uns nicht, ebenso wenig wie bei unseren Verbündeten. Es ist die Furcht vor der Abrechnung, mit ihreu Völkern und ihren Verbündeten. welche die Regierungen unserer Gegner dazu verleitet, den aussichtslosen Krieg fortzusetzen mit der leeren Hoffnung, daß doch noch irgend ein Zufall ihnen den Sieg geben könne. Der Krieg geht seinem Abschlüsse zu. Der Endkampf wird von ««erhörter Furchtbarkeit sein, aber er mun ansgekämpft werden. Unsere Feinde wollen es so, nicht wir. Wir willen, daß wir gut unsere Kraft vertrauen können und werde« die letzte Phase des Krieges dnrchkämpfen bis zum Ende und zum Sieg!
Seulschlantz und die Union.
Einige nüchterne Erwägungen zeigen, daß die Vereinigten Staaten heute weniger Grund als je haben, in die kriegerischen Verwicklungen des Kontinents ein- zugreifen. Die Hr"" —^" “- ”—------ ^-—-—
Me, welche die Vereinigten Staaten präsentierte allein den etwa vierten Teil der Gesamt- ^Nbett werden laNen köntzie^W würde McÄDstr MbWWAaWWWWWNWWM^iWurovL.
tun überaus gering und im smvllck aM dle für die Vereinigten Staaten möglichen Folgen recht bedenklich sein. Man könnte daran denken, daß die Vereinigten Staaten in der Lage sein würden, die Alliierten durch Entsendung von Trupveumassen zu unterstützen. Demgegenüber ist zu sagen, daß gerade das wirtschaftliche Wohl und SSepe der Vereinigten Staaten an dem Mensche nreich- tum hängt, und daß die Vereinigten Staaten m diesem wichtigsten Teile ihrer produktiven Kraft schon dadurch während des Krieges stark getroffen worden sind, das: sie große Mengen von englischen, russischen, italienischen usw. Wehrpflichtigen haben abgeben muffen, während die für die Vereinigten Staaten unentbehrliche jährliche Einwanderung im Kriege stark zurückgegangen ist. Dazu kommt, daß ein Heer von den Vereinigten Staaten aus unterhalten, ausgerüstet und verpflegt werden müßte. Nach allen im Kriege gemachten Erfahrungen würde eine derartige überseeische Expedition der Vereinigten Staaten ungeheuer viel Frachtraum beanspruchen, so daß die Schwierigkeiten auf diesem Gebiete sich für alle unsere Gegner durch diesen Mehrbedarf an Frachtraum noch erhöhen würden.
Auch bezüglich einer Unterstützung der Alliierten durch stärkeren Versand von Lebensmitteln und Rohstoffen liegen die Verhältnisse in den Vereinigten Staaten im Augenblick keineswegs günstig. Die schlechte
Staaten im Augenblick keineswegs günstig. Ernte, welche eine immer lebhaftere Agit,
Ernte, welche eine immer lebhaftere Agitation zur Beschränkung der Ausfuhr von Weizen hervorgerufen hat, steht einer stärkeren Lebensmittelversorgung der Entente durch die Vereinigten Staaten entgegen. Was die Kohlenausfuhr der Vereinigten Staaten angeht, so ist diese während des Krieges nicht unbeträchtlich ae- stiegen. Die Vereinigten Staaten haben vielfach den Ausfall oder Rückgang der englischen Kohlenausfuhr ersetzen müssen. Es ist kaum anzunehmen, daß die Vereinigten Staaten im Falle einer kriegerischen Verwicklung ihre Kohlenerzengung stärker steigern könnten als bisher.
Me diese Momente zeigen, wie wenig die Hilfe der Vereinigten Staaten für die Alliierten bedeuten würde,
selbst wenn man ganz davon absieht, daß eine kriegerische Verwicklung zwischen Deutschland und den Bereinigten Staaten für den amerikanischen Frachtraum Gefahren mit sich bringen würde, welche obne diese Ver- lung außerhalb des Sperrgebietes nicht bestehen.
Wenn man nun die Gefahr einer kriegerischen Verwicklung zwischen den Ver. Staaten und Deutschland häufig im Hinblick auf unsere weltwirtschaftliche und handelspolitische Zukunft besonders schwarz gemalt hat, so gilt es, gerade in diesem Augenblick, sich stärker an die nackten statistischen Tatsachen zu halten als an irgendwelche und zumeist übertriebene Vorstellungen von der Bedeutung des nordamerikanischen Wirtschafts- körvers für unsere Volkswirtschaft. Jm Fahre 1913 importierten wir aus den Ber. Staaten für 1711 Millionen Mark, d. h. 15,9 Prozent vom Werte der Einfuhr fiel auf die Ver. Staaten, welche bezüglich der Wareneinfuhr an erster Stelle im Deutschen Reiche standen. Demgegenüber repräsentierte unsere Aussuhr nach den Ver. Staaten 713 Millionen Mark, d. h. nur 7,1 Prozent des Wertes unserer Gewmtausfuhr. Aus diesen Ziffern ergibt sich, daß wir als Käufer amertka- nischer Ware für die Ver. Staaten eine viel größere Bedeutng hatten als diese als Käufer für unsere Waren. In der Tat standen wir in der Liste derjenigen Länder, nach welchen die Ver. Staaten ausführten, im Jahre 1913—14 mit 344,7 Millionen Dollar an zweiter
Stelle aller europäischen Länder. Unsere Einfuhr re-
Nun wird traut freMcy sagen müssen, daß d^ Bedeutung, welche die Handelsbeziehungen zweier Länder miteinander haben, von der Art der Waren abhängig ist, welche die betreffenden Länder einführen resp, aus- führen. In diesem Sinne könnte es sein, daß gerade die starke Einfuhr aus den Vereinigten Staaten ein Zeichen dafür wäre, daß wir die Ver. Staaten wirtschaftlich benötigen. Deshals gilt es, die Hauptwarenposten der Ein- und Ausfuhr einzeln durchzugehen. Allein für 461 Millionen Mark führten wir. Baumwolle aus den Ber. Staaten ein, für 294 Millionen Mark Kupfer, für 164 Millionen Mark Weizen, für 112 Millionen Mark Schweineschmalz, für 66 Millionen Mark Felle und für 53 Millionen Mark Erdöl. Dies waren die Hauptposten unserer Einfuhr. Es dürfte nun in einem Handelskriege nach dem Kriege für Amerika schwer sein, etwa einen differeuttellen, speziell gegen Deutschland gerichteten Ausfuhrzoll auf Baumwolle oder Kupfer zu legen, denn solche differeuttellen Ausfuhrzölle lassen sich technisch nicht durchführen. Die Ver. Staaten könnten im Frieden keine Kontrollorganisation schaffen, welche, wie im Kriege etwa der N. O. T. (Niederländische Nebersee-Trust), dafür garantieren würde, daß etwa nach Schweden, Norwegen oder Holland ausge- führte Baumwolle von dort nicht wieder nach Denttch- lanö weiter verfrachtet würde. Solche differentierten Ausfuhrzölle können vielmehr nur dann in der Handelspolitik Anwendung finden, wenn sich aus der Transportrichtung der betreffenden Ware ohne werteres ergibt, daß sie nur in ein bestimmtes Land auf einem bestimmten Wege gelangen samt. Amerika würde also mit einem Ausfuhrzoll auf Baumwolle oder Kupfer die ganze Welt gleichmäßig treffen und damit seine eigenen Exporteure zugunsten anderweitiger Konkurrenz schädigen. Was die amerikanische Merzen-, Schweineschmalz- und Erdöleinfuhr angeht, so könnten wir uns von derselben nach dem Kriege durch Ber- brauchsregelung und anderweitigen Bezug relativ unabhängig machen, ebenso würden wir auf die Einfuhr von Fellen verzichten können.
Betrachtet man demgegenüber das, was wir nach den Ber. Staaten ausführten, so handelt es sich in erster Linie um Chlorkalium, Abraumsalze, lTeersarv- stoffe und eine große Reihe anderer chemikalischer und vbarmazeutiscber Produkte. Sollte sich Amerika von diesen unabhängig zu machen suchen, so kann es dies nicht beim Kali. Ein Ausfuhrzoll auf Kali, für welches es keine anderweitige Konkurrenz gibt, würde die amerikanische Landwirtschaft empfindlich schädigen. Eine große Reihe anderer Produkte, welche Amerika von un^ bezieht, wie Kinderspielzeug. Glacehandschuhe, baumwollene Spitzenstoffe und Spitzen, Stahlwaren unk Maschinen, Strümpfe, Porzellane, elektrische Vorrichtungen usw., besteht aus Waren, welche die Ver. Staaten angesichts der hohen Löhne nicht so billig erzeugen können wie wir, deren Ausschluß vom amerikanischen Markte also nur auf Grund einer starken Belastung der amerikanischen Konsumenten vor sich gehen könnte. Demgegenüber könnten wir wiederum sehr nwM ohne die amerikanischen Nähmaschinen. Metallbearbeitungsmaschinen, Rechen- und Schreibmaschiner usw. auskommen, da wir in diesen Industriezweigen unsere Erzeugung ohne erhebliche Verteuerung ausdehnen können.
So haben wir also auch für die Zukunft von einer
en zu den
unfreundlichen Gestaltung unserer Beziehung! „ Ver. Staaten weniger zu befürchten als diese, meint sie einen ihrer wichtigsten und kaufkräftigsten Stunden
Fortsetzung des amtlichen Teils.
Bekanntmachung
über die B»rverleg««g der Stunde« während der Zeit vom 16. April bis 17. September 1917.
Bom 16. Februar 1917.
Der Bundesrat hat auf Grund des § 8 des Ge- setzes über die Ermächtigung des Bundesrats zu wirtschaftlichen Maßnahmen usw. vom 4. August 1914 (Reichs-Gesetzbl. S. 327) folgende Verordnung erlassen:
§ 1.
Für die im § 2 vorgesehene Zeitspanne ist die gesetzliche Zeit in Deutschland die mittlere Sonnenzeit des dreißigsten Längengrads östlich von Greenwich (Sommerzeit.)
§ 2.
Die Sommerzeit beginnt am 16. April 1917 vormittags 2 Uhr nach der gegenwärtigen Zeichrechnung und endet am 17. September 1917 Vormittags 8 Uhr im Sinne dieser Verordnung.
Die öffentlich angebrachten Uhren sind am 16. April 1917 Vormittags 5 Uhr auf 3 Uhr vorzustellen, am 17. September 1917 Vormittags 8 Uhr im Sinne dieser Verordnung auf 2 Uhr zuräckzustellen.
I 3-
Vom der am 17. September 1917 doppelt erscheinenden Stunde von 2 bis 3 Uhr Vormittags wird die erste Stunde als 2 A, 2 A 1 Min. usw. diS 2 A SS Min., die zweite als SB, 2B 1 Min. usw. bis SB 19 Min. bezeichnet.
Berlin, den 16. Februar 1917.
Der Stellvertreter des Reichskanzlers.
_________________Dr. Helfferich. ______________
In der Woche vom 19. bis 25. d. Mir. einschl. werden auf Abschnitt 1 der allgemeinen Lebensmittelkarte
100 Gramm Nudeln
verabfolgt. Die Nudeln sind in allen Lebensmittel-Ge- schästen zu haben. Auf andere Karten und früher ausgestellte Bescheinigungen dürfen Nudeln nicht mehr verabfolgt werden.
Her-feld, am 21. Februar 1917,
Der Magistrat — Bersorgnugsstelle.
Es kommen 96 Pfund der Stadt überwiesene
Schellfische
durch die Kaufmannsgeschäfte W. Strippet und Friedrich Weber zum Verkauf. Der PreiS beträgt 90 Pfg. für das Pfund.
Hersfelv, am 22. Febrnar 1916.
Der Magistrat.
Schirme u. sieche
Pfeifen, Mützen Tabak u. Cigarren in grosser Auswahl.
Reparaturen, sowie neu Überziehen von Schirmen, schnell.
B. Reinhard Dachs.
Emil Karting, Drechsler
Hersfeld, Klausstr.
RIIMeutt MIM
MMngereMcbaN, finale Nerrfel«.
Geschäfts-Betrieb:
Annahme ven Spareinlagen zu günstigen Bedingungen An- und Verkauf von Wertpapieren.
Einlösung von Zins- und Dividendenscheinen sowie gelösten Wertpapieren.
Handel in fremden Geldsorten.
Besorgung neuer Zins- und Dividendenscheinbegon
Diskontierung und Einzug von Wechseln.
Ausschreibung von Wechseln und Schocks auf In und Ausland.
Domizilieruag von Wechseln.
Eröffnung von laufenden Rechnungen.
Gewährung von Vorschüssen.
Beleihung von Wertpapieren,
Scheckverkehr. — Reise-Kreditbriefe
Zahlungsbefehle
»mpfichlt Ludwig Funk» Buchdruckerei.
Jllßserpilldtllllz
Das Jagdrecht an dem gemeinschaftlichen Jagdbezirk Hilmes soll neu verpachtet werden. Termin hierzu wird auf
$6nfao den 5. März
nachmittags 4 Ohr
in der Wohnung des Unterzeichneten anberaumt, woselbst die Bedingungen bis dahin offen liegen.
Die Gemarkung ist circa 1700 Acker groß.
ßilmee,
den 17. Februar 1917.
Der Zagdvorsteher: Rosenstock.
Jas Mit Mllschnlver „Wr«M" ist ohne Leifeukarte verkäuflich.
„Wäscher-Mädel" ist, obgleich fettlos, ein hervorragendes Waschmittel. Es schäumt kräftig, schobt die Wäsche, da es frei von Chlor, Säure und ätzenden Stoffen ist u. keinerlei Bodensatz bildet, der die Wäsche schädigt.
Zu haben bei Firma
Sopiit Rebn.
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