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öen für jeden angeworbenen Bürger 5 Dollars zuge­sprochen. In allen Gemeinden werden die dienstfähigen amerikanischen Bürger durch Maueranschlag zur An- meldung aufgefordert, alle politischen Gesellschaften er­hielten Propagandaschriften zum gleichen Zweck. Mit dem jüngsten Besuche Wilsons im Washingtoner Ma­rineamt wird eine Geheimkonferenz aller amerikanischen Marineantoritäten in Zusammenhang gebracht, der die umfassende Aufgabe gestellt war, Vorkehrungen für die Ausrüstung der amerikanischen Seemacht zu treffen.

o" ?enL^ottetProgres" zufolge hat man lautB.

im Washingtoner Auswärtigen Amt den eidaenössi- Wen Gesandten Ritterer ersucht, in Berlin dahin vor- werden, daß die Vereinigten Staaten keinerlei Beleidigungen amerikanischer Bürger von deutscher Seite dulden werden.

Englands schwerste Zeit.

' Henderson wird kleinlaut.

Der englische Minister Henderson sagte in einer Rede in Manchester: Wir haben das Gefühl, daß unser grobes Volk und seine tapferen Verbündeten in den nächsten Monaten auf eine Probe gestellt sein werden wie nie zuvor, seit die erste Schlacht in diesem Kriege geschlagen wurde. Ich teile dies Gefühl voll und ganz. Der Minister erklärte, daß er noch nie so festes Ver­trauen gehabt habe, daß die Alliierten ihre Feinde be­siegen wurden. Die Befehlshaber der im Felde stehen­den Armeen würden bitter enttäuscht sein, wenn sie im kommenden Sommer dem Feinde nicht einen Schlag versetzt haben, der mit den anderen bekannten Faktoren zu einem Endsiege führte, wie die Alliierten ihn wünschten.

Kann England -urchhalten?

Die Lebensfrage für England, so bemerkt laut Köln. Ztg."Daily Chroniele", ist jetzt: Können wir durchhalten, bis die Uboot-Gefahr auf die eine oder an­dere Weise beseitigt worden ist? Die Bevölkerung macht sich den Ernst der Lage, der wir entgegengehen, nicht klar. Der Krieg wird in den nächsten drei Mo­naten gewonnen oder verloren sein. Was an den ver­schiedenen Fronten vorgeht, ist kein entscheidender Fak­tor, aber wir können das Wagnis laufen, knapp an Le­bensmitteln zu werden oder an Mitteln, die Armee und Mannschaften mit Munition und anderem zu ver­sorgen. Die Krise ist zu einer Jahreszeit gekommen, wo die Lebensmittelerzeugung am niedrigsten ist; es wird mehrere Monate dauern, bis Nennenswertes ge­wachsen ist. Die einzigen Möglichkeiten sind, mit un­seren gegenwärtigen Hilfsquellen von Vorräten Haus- zuhalten und zu sparen.

Sriezsakerlei.

Englische Warnung vor einemUeberrennen«.

Lord Derby hat in Boston eine Rede gehalten und gesagt: Ich glaube, daß Deutschland eine gigantische Anstrengung machen wird, um die Oberhand zu gewin­nen. Der kritische Zeitpunkt des Kampfes wird in den nächsten Monaten kommen. Es werden erfolgreiche Monate sein, aber es wird kein Ueberrennen geben.

neue k. «. k. Flotteukommaudo.

____Neue Freie Presse" meldet, 'WW b»-^ serige Stellvertreter des Chefs der Marinesektion, Vize- rdmiral Kailer von Kaltenfeld zum Chef der Marine- lektion ernannt werden und Vizeadmiral Njegovan zum Flottenkommandant ausersehen sein.

Italien in der Fliegerei im Hintertreffen.

DerMailänderCorriere della Sera" macht in höchst besorgtem Tone auf die Wichtigkeit der neuen deutschen Flugzeugkonstruktionen aufmerksam und pricht die Befürchtung aus, daß die gänzlich veralteten italienischen Systeme sich bald als völlig unzulänglich erweisen könnten.

Ueber 80 Milliarden französische Krieskosten.

Wie Pariser Blätter melden, betragen die seit Kriegsausbruch geforderten Kredite über, 80.3 Milliar­den Fr., von denen 58.5 Milliarden rein militärische Ausgaben sind. Die monatlichen Kreditforderungen betragen im Durchschnitt für 1914 1340 Millionen, 1915 1909 Millionen, 1916: 2697 Millionen, für das erste Viertel des Jahres 1917: 2998, für das zweite Viertel 3191 Millionen. In dem Bericht betont Finanzmini­ster Ribot, daß die größten Schwierigkeiten aus den un­geheuren Einkäufen im Auslande herrühren.

Gewaltiger Umfan^^r Erplosionskatastrophe in

Die KopenhagenerNationaltidende" meldet aus Bergen: Ein Reffender, der aus Petersburg hier ein- traf, berichtet, er habe sich während des letzten großen Explosionsunglücks in Archangelsk aufgehalten, das weit furchtbarer gewesen sei, als in den Telegrammen mitgeteilt wurde. Die Explosion fand im Krcegsba- fen statt, während ein Dampfer Munition auslud. Sie sei von so schrecklicher Gewalt gewesen, daß alle leben­den Wesen im Umkreis von einem Kilometer getötet oder verwundet wurde«. Der Schaden werde auf 50 Millionen Rubel veranschlagt.

Ei«e finnische Verschwörung entdeckt.

Einer schwedische« Meldung atrs -Haparanda zu­folge ist in Finnland eine große polffffche Verschwö­rung entdeckt worden. Es sind bereits über hundert Personen in die Angelegenheit verwickelt.

Amerikas Kriegsgeschäfte.

DieReilway Age Gazette" rechnet aus, daß im vergangenen Jahre 5893 Lokomotiven in den Vereinig­ten Staaten bestellt worden sind,,wovon 2998 für aus­ländische Rechnung waren. Die Verschiffungen von Eisenerz aus den Bergwerken der Vereinigten Staaten betrugen im Jahre 1916 etwa 75,5 Millionen Tonnen gegen 55,49 Millionen Tonnen im Jahre 1915, das ist eine Zunahme von 34 Prozent. Der Erlös betrug 178,93 Millionen Dollar oder 77,65 Millionen mehr als im Jahre 1915.

Der neue Reichshaushalt

Die neuen Kriegssteuer«.

DieNorddsch. Allg. Ztg." veröffentlicht einen Ueberblick über die Entwürfe vom Reichshaushalt für das Rechnungsjahr 1917. Den Mitteilungen ist zu ent­nehmen: Die Kriegsverhältnisse machen, wie im Vor­jahr, eine zuverlässige Veranschlagung der Einnahmen und Ausgaben des Rechnungsjahres 1917 unmöglich. Es lind deshalb, wie im Etat M ISIS, im ««aemeim

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die Ansätze des letzten yrteöenSetats ilbsenvurm»« wo«, den, wobei diejenigen Ergänzungen und Aenderungen berücksichtigt sind, welche durch Zeitablauf und durch an­dere in ihrer Wirkung feststehende Tatsachen bedingt werden. Die wesentlichste dieser Aenderungen betrifft die ordentlichen Ausgaben für die R e i ch s s ch u l d, insbesondere für deren Verzinsung und Tilgung, die, entsprechend dem Verfahren im Etat für 1916, mit dem tatsächlich erforderlichen Betrag in Höhe von rund 3 566 Mark erscheinen. Zur Herstellung des Gleichgewichts im ordentlichen Etat für das Rechnungsjahr 1917 rei­chen die Einnahmen aus den bisherigen Kriegssteuern nicht aus. Der zur Deckung fehlende Betrag von 1250 Millionen Mark soll durch neue Kriegssteuern aufgebracht werden. Es sind in Aussicht genommen eine Kohlenabgabe vom Werte der geförderten Kohle, die Erhebung eines Zuschlages zur außerordentlichen Kriegsabgabe und eine Besteuerung des Personen- und Güterverkehrs auf Eisenbahnen, Wasserstraßen, Klein­bahnen usw.

Was die einzelnen Einnahmeposten anbelaugt, so ist bei den Zöllen gegenüber dem Vorjahr ein Mehr­betrag von 41 Millionen (insgesamt 753,030,000 Mark) vorgesehen, bei der Tabaksteuer ein Mehrbetrag non 2,2 Millionen. Der Ertrag des Kriegsaufschlages ist auf 87 Millionen berechnet. Bei den Reichsstempelabgaben ist bei den Frachturkunden ein Mehrbetrag von 65 660 000 Mark eingesetzt. Außerdem erscheinen die Reichsstem- pelabgaben von Warenumsätzen mit 225 000 000 Mark, die Besitz st euer mit 90 Millionen Mark, die Reichs- abaaben von Post- und Telegraphengebühren mit 225 Millionen Mark. Die Erträge aus K r i e g s st e u e r n sind mit 1250 000 000 Mark eingesetzt (gegen das Vor­jahr 770 000 000 Mark mehr).

Die fortdauernden Ausgaben erscheinen erhöht beim Reichsamt des Innern um 17 993 737 Mark, bei der Reichsschuld um 1264 657 943 Mark, bet der Reichs­post- und Telegraphenverwaltung um etwas über 7 Millionen Mark, bet der Reichseisenbahnverwaltung um rund 4% Millionen Mark. Die einmaligen Aus­gaben erhöhen sich bei der allgemeinen Finanzverwal­tung um rund 24% Millionen Mark.

Der ordentliche Etat balanciert mit 4 941876 060 Mark (gegen das Vorjahr mehr 1 282 614121 Mark). Im außerordentlichen Etat bleiben durch Anleihen auf- zubringen 7 275,764 Mark.

Politische Rundschau.

Kein Rücktritt des preußischen Laudwirtschaftsmi- nifters. Verschiedene Berliner Blätter brachten die Nachricht, daß der Landwirtschaftsminister Frhr. von Schorlemer sein Portefeuille zur Verfügung gestellt habe. Das Worffbüro kann dazu mitteilen, daß die für den Landwirffchaftsminister nach der Berufung des preußischen Staatskommissars für die Volksernäyrnng sich aufdrängende Frage seines Verbleibens im Amte durch Allerhöchste Entschließung im bejahenden Sinne entschieden ist.

Die Reform des preußische« Wahlrechts. DieNord­deutsche Allg. Ztg." schreibt: Gegenüber den immer wie­der in einzelnen Zeitungen veröffentlichten Nachrichten über eine künftige Reform des preußifaKH Wahlrechts stellen wir ausdrücklich fest, daß teilte Stelle in der Lage ist oder sein kann, zutreffenoe yiadjridßen zu verbreiten. Wir verweisen auf die vom Minister des Innern wieder­holt im Preußischen AbgeordnerenhaUie abgegebenen Erklärungen, bei denen es fein Bewenden haben muß.

Der Zwist iuueryatb der Sozialsemotratie. Der MMMWWWMMMWWMMM^MWMW^MM» eine Erklärung, nach der ,-Zugehörigkeit zur Arbeits­gemeinschaft" die Parteimitgliedschaft ausschließe. Der Beschluß ist deshalb besonders aufsehenerregend, weil der Stettiner sozialöemokratische Reichstagsabgeord- nete Vogtherr zur Arbeitsgemeinschaft zählt.

Eine Antwort der deutschen Gewerkschaften a« die amerikanischen Arbeiter. Auf eine an den Vorsitzenden der Generalkommission der Gewerkschaften Deutichmnds, Legten, gelangte Aufforderung amerikanischer Arbeiter, anf die deutsche Regierung einznwirken, daß ein yritm mit den Vereinigten Staaten vermieden werde, ist eine Antwort Legiens nach Amerika gegangen, in der es heißt: Eine Einwirkung meinerseits auf die Regierung ist nur erfolgversprechend, meint Amerika England zur Einstellung des völkerrechtswidrigen Aushungerungs­krieges veranlaßt. Ich appelliere an die amerikanische Arbeiterschaft, sich nicht als Werkzeug der Kriegshetzer gebrauchen zu lassen und nicht durch Befahren der Kriegszone den Krieg zu erweitern.

Barbareien unserer FeinSe.

Rumänische Grausamkeit-« gegen deutsche Zivilpersonen.

Wie in den anderen Ländern des Verbandes bei Kriegsausbruch, so wurden auch in Rumänien, als es in den Krieg eintrat, zahlreiche deutsche Zivilpersonen jedes Geschlechts, Alters und Standes interniert und einer gewalttätigen Behandlung unterworfen. Kurz vor dem Einmarsch der deutschen Truppen in Bukarest wurden die in dem dortigen Staatsgefängnis Inter­nierten wieder aus freien Fuß gesetzt. Ueber die Be- Handluug dieser ergibt sich nach Aussage einwandfreier Zeugen folgendes Bild:

Man sperrte die Fei (genommenen meistens in die Gefangenenzellen, wo sie auf bloßem Zementboden lie­gen mußten. In einem größeren Raum, der zur Not etwa 150 Personen Platz geboten hatte, waren 258 Per­sonen zusammengepfercht. Andere Räume waren so niedrig, daß man nur gebückt darin stehen konnte, an Schlafgelegenheit war nicht zu denken. Einzelnen wur­den ohne Grund schwere eiserne Hand- und Fußfesseln angelegt. Auch andre Mißhandlungen aller §lrt waren an der Tagesordnung. Das Essen bestand in unge­waschenen und ungeschälten Kartoffeln nebst einigen Krautblättern: auf Krankheit und Alter wurde dabei nicht die geringste Rücksicht genommen. Es befanden sich unter den Internierten Personen von mehr als SO Jahren. Die Gefangenen waren meist über und über ; mit Ungeziefer bedeckt. Erst als die deutschen Trup- ; pen näherrückten, wusch man ne mit Benzin und des- ; infizierte ihre Kleider: während dieser Zeit mußten sie im Freien unbekleidet sitzen, bis die Kleider wieder zur Stelle waren. Mindestens 163 Internierte st d infolge der grausamen Behandlung gestorben. Die Leichen wur­den auf den Hof hinansaeworfen, wo sie tagelang lag'« und mit entsetzlichem Gestank die Lust verpesteten, bis sie schließlich zu zwei bis drei in Kisten gestopft und auf Ochsenwagen fortgeschafft wurden.

Varmisesttes.

Heizung der Eisenbahnzüge. Es ist ang-ordnet morden, daß in erster Linie die Fernzöge zu heizen sind. Im Notfälle muß, wenn dies nicht zu umgehen ist, von der Heizung der Personenzüge im Nahverkehr abgesehen werbe»

Das Grammophon über alle«. Ein vtelSeschäfNgker Arzt, der im Osten Berlins wohnt, wurde, wie dieVoss. Ztg." erzählt, in der Ausübung seiner Praxis durch die Kleinen der eine Treppe höher wohnenden kinderreichen Familie andauernd gestört. Ein erschwerender Um­stand: das Sprechzimmer des Arztes lag genau unter dem Kinderzimmer, das offenbar durch reinen Teppich geschützt war. Alle freundlichen Ermahnungen blieben fruchtlos. Schließlicy gingen der Arzt und seine Frau selbst hinauf. Eine junge, blonde Frau öffnete ihnen; alle Kinder hatten sich um sie versammelt. Ein kurzer Wortwechsel, und der Arzt erbot sich, für das Kinder- zimmer einen Tepipch zu stiften.Ach, Gott!" erwiderte die junge Frau,wenn sie schon so freundlich sein wollen, uns etwas zu schenken:wir wünschen uns so sehr ein Grammophon . . .1"

Aus Lioyd Georges dunklen Anfänge«. Im Stock­holmerAftonbladet" veröffentlicht ein längere Zeit in England ansässig gewesener Schwede einigeJntima" über den Aufstieg des englischen Premierministers, dem folgende Einzelheiten entnommen seien. Lloyd George kam in jungen Jahren als Schreiberlehrling zu einem Advokaten, und da dieser ihn ganzsmart" fand, verhalf er dazu, daß er ein wenig Jura studieren konnte. Als die Gesundheit des Mannes nicht mehr zum besten war, machte er Lloyd George zu seinem Gefchäftsteilhaber, schloß einen Vertrag mit ihm und überließ ihm den halben Gewinnanteil unter der Bedingung, daß er die Praxis aufrechtzuerhalten habe, bis der Sohn des Ad­vokaten feine Studien abgeschlossen hätte und das Ge­schäft übernehmen könnte. Der Advokat starb indes­sen, ehe sein Sohn soweit war, und so bekam Lloyd Ge­orge das ganze Geschäft in die Hand. ES dauerte nicht lange, bis er sämtliche Klienten nach seinerPrivat- praxis" hinübergezogen hatte, worauf er sich nicht mehr verpflichtet fühlte, der Witwe und dem Sohne seines früheren Brotherrn und Wohltäters auch nur einen geringsten Gewinnanteil herauszubezahlen. Das wa­ren die Anfänge von Lloyd Georges Karriere, dessen Grundsatz im übrigen laut seiner religiösen Ueberzeu­gungAuge um Auge, Zahn um Zahn" heißt. Seinen vornehmen" Grundsätzen ist der jetzige englische Pre­mierminister Zeit seines Lebens treu geblieben, mierminffter zeit seines Lebens treu geblieben.

Zeitgemäße Einladungskarten. Ein Kopenhagener Buchdrucker, dem die zum Schema gewordene Fassung der modernen Einladungskarten gar zu langweilig vor- kam, hat kürzlich eine rteine Ausstellung Veranstalter, in der er seine Reformvorschlage auf diesem Gebiete zur Kenntnis der Allgemeinheit brächte. Besonders eigen­artig mutet u. a. der Wortlaut der von ihmkomponier­ten" Einladungskarten an:Herr N. N. gibt sich hier- mit die Ehre, Herrn L. zu einem bescheidenen Mittag­essen in Verbindung mit ein wenig Kartenspiel zu bitten. Kein Frack. Keine Reden werden gehalten. Es sind außerdem eingeladen die Herren. ... ", worauf bis Namen säuttliGer übrigen Gäste folgen.Aus diesen Angaben", so bemerkt ein dänisches Blatt hierzu,geht ja genau hervor, was den Eingeladenen bevorsteht nur das Dienn fehlt. Was das betrifft, so kann man es jedoch nach der Vorschrift einer anderen Karte hal­ten, auf der zu lesen steht: Das Manuskript der Spei­senfolge ist im Vorzimmer einznsehem Sofern Ihnen die Speisenfolge nicht znsagt, können Sie wieder gehen, wenn es Ihnen lieber ist!"

leisere HMgranalenköinpfer.

Sieben Tage lang lag schon das heftigste Trommel­feuer auf den -«ennwen-^riE- -ene ^uuwmM UlM«. vüuftanmg zerstört, die Grauen eingeebnet. Stündlich wurde der Zugriff der Engländer erwartet. Dieser setz­te in der Früoe oes 1. Juli 1916 ein. In Massen stürm­ten die Et-gcander gegen die Gräben vor. Infolge ihrer llcPeimaajt war es innen gerungen, in einige Graben­stücke einzudrmgcn. Der Kriegsfreiwillige Vizefeld­webel Kläger aus Heidenheim, süürer der Handgrana- tentrupps, erranrite sofort den Ernst der Lage. Er setzte serbststanoiq zum Gegenangriff an, links gedeckt durch Leutnant D., der aufrecht mit Handgranaten auf dem hinteren Grabenauftvurf vorging, und rechts gedeckt durch Reservist Alfons Mater aus Guttind. So vorge- hcno, säuberte Kluger Schulterwehr auf Schulterwehr bis zu dem am Huten Flügel der Kompagnie befindli­chen deutiweu Maschinengewehr-Stand, wo er die Mannschaften eines nach dem zwetten Graben gerich- tc-en englischen Diaschinengewehrs mit zwei Handgra­naten erledigte, während Reservist Maier aus dem Glaben fpraigenö, mit einer Handgranate sechs Eng­länder außer Gefecht setzte, welche das deutsche Maschi­nengewehr schon in ein Granatloch in unserem Draht­hindernis geschleppt hatten.

Am Morgen des 3. Juli war Kläger Offizier vom Grabend.mist Beim Einsetzen des Trommelfeuers be- gab er sich sofort an den gefährdeten äußersten linken Flügel der Kompagnie und stand mit dem Posten im Trommelfeuer, bis eine Granate beide verschüttete. Kläger begab sich am Fuß verwundet in einen Unter­stand und stellte sofort einen neuen Posten aus. In dernselben slugenblick stürmten die Engländer in dich­ten Kolonnen in den ersten Graben und warfen Hand- ßranaten in den Unterstand. Unbeirrt davon beobachte­te Kläger, wie die Engländer ein Maschinengewehr in der Nähe des Unterstandet einbauten. Er ging aus dem Unterstand heraus mit Handgranaten gegen das Ma­schinengewehr vor und tötete die Bedienung. Nachdem er sich Luft geschafft, machte er sich weiter an die Säu­berung des Grabens und traf dabei mit der Abteilung des Btzefeldwebels Schumacher, welcher den Gegenan­griff durchgeführt hatte, zusammen. Gemeinsam tänipf5 ten sie dann bis zur endgüldigen Säuberung des ersten Grabens. . s «SS

Weisere Drahtnachrichten,

Die Petersburger Polizei und die Munitionsarbeiter.

o-* Stockholm, 19. Februar. (T. U.) Auf Grund einer Anzeige derSchwarzen Hand" veranstaltete laut B. T." die Petersburger Polizei eine Razzia auf die Delegierten der Kriegsmdustrie-Zentrale. Diese Arbei­terführer waren beschuldigt, in allen Fabriken des Rei­ches, die Kriegsmaterial erzeugen, eine Verschwörung vorbereitet zu haben. Polizei umstellte die einzelnen Versammlungs- und Sekretariatslokale der Organisa­tion, die etwa 80 000 Mitglieder umfaßt und nahm eine große Zahl von Verhaftungen vor. Als es in der Ar­beiterschaft bekannt wurde, daß ihren Führern der Pro­zeß gemacht iverden soll, kam es zu Streikausschreitun- gen, welche die Herstellung von Munition im Reiche zu gefährden drohten. Um die Sache schnell aus der Welt zu schaffen, wurde fcßneMidi ein Bericht ausgegeben, in den: es hieß, daß die Delegierten der Munitionsar­beiter irrigerweise verhaftet seien, saß sie sich nichts zu schulden hatten kommen lassen und daß die Arbeiter eine Ergebenüeitsaöresse an den Zaren gesandt haben. Erst nach diesem seltsamen Schritt beruhigte sich die Arbeiter- WÄt. _ - -