Die Marine Im bevorstehenden Snllcheidungslampse.
( Aus dem großen Hauptquartiers
o-* Großes Hauptquartier, 15. Februar 1917. (Amtlich, WTB.) (Eingegangen 3,25 Mr nachmittags.),
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht
In letzter Zeit haben sich an der Front zwischen Armentieres und Arras zahlreiche Gefechte von A«f- rlärungsavteilnngen abgespielt. Der Gegner hat bei seinen häufigen, teils mit, teils ohne Feuervorverei- tuug augesetzten Unternehmungen beträchtliche Verluste gehabt. In unserer Hand gebliebene Gefangene brachten wertvolle Aufschlüsse, die durch die Ergebnisse vieler eigener, mit Geschick durch- geführter Erkuudungsvorstötze ergänzt worden sind. Gestern war zwischen Serie und Somme unter Einsatz vieler schwerer Geschütze der Artilleriekampf vornehmlich in den Abendstnnden stark. Jnfanterjean- griffe erfolgten nicht: es kamen in unserem wirksame» Reiter nur kleine Vorstöße gegen einige unserer vorgeschobene» Posten zustande, die befehlsgemäß auf unsere Hauptkampfstellung auswichen.
Bom Kanal bis z« den Bogese« begünstigte klare Lust die Fliegertätigkeit.
Die Gegner verlöre« gestern 7 Flugzeuge, von denen Lentuant von Nichthofen zwei (sein 20. ««d 21« Flugzeug im Luftkampfe) abschotz.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
front des 6eneralfetdm. Prinz Ceopold v. Bayern
Au der Bah« vo« Kowel nach Luck überfiel eine, ««serer Streifabteilungen eine russische Feldwache ««d brächte 41 Gefangene zurück.
Südwestlich davon bei Kifielin holten St«rm- trvpps 30 Russe« und 1 Maschinengewehr aus der feiudliche« Stellung.
Nördlich der Bahn vo« Zloczow «ach Tarnopol glückte ei« gut ««gelegtes mit Schneid durchgeführtes Unternehmen in vollem Umfang. Nach kurzer Setters pirkuug drangen Sturmtrupps etwa 100 Meter tief iu die russischen Linien ein, «ayme» die Besatznng von 6 OMziere« und 275 Mann gefangen und hielte« sich 5 Stunde» iv den feindliche» Gräben. Inzwischen gelang es den Minenren, die ausgedehnten Minengänge zu zerstören und unter «usere Stellung geführte geladene Stollen unschädlich zu mache«.
front des Generalobersten Erzherzog Joseph
Keine besonderen Ereignisse.
Heeresgruppe des GeneralseldmarTch. v. (BadtenTen.
A« der Putaa wurde ein russischer Posten aufgehoben, am Sereth der Vorstoß mehrerer Kompagnien zurückgewiese».
Der Hafen und militärisch wichtige Aulagen von Galatz wurden wirkungsvoll beschossen,
(Da|edonifd>e front.
Die Lage ist ««verändert.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
Der deutsche Abendbericht.
Berlin, 15. Februar, abends. (Amtlich. WTB.)
Zwischen Somme «ud A n c r e lebhafte ArtMerie- IStigkeit.
In der Campagne südlich von Ripout entwickelte« sich Jufanteriekämpfe, die für «us günstig verliefen.
Im Osten nichts Besonderes.
Bombenwürfe deutscher Marineflugzeuge
Berlin, 15. Februar. (Amtlich. WTB.) Unsere Mari«eflugze«ge belegten am 14. Februar morgens die Flugplätzebei Dünkirche« und Coxyde ausgiebig mit Bomben. Die Einschläge läge« gut. Ferner hat ein Wasserflugzeug die in den Downs lte- geudeu Handelsschiffe mit gutem Erfolg mit Bom- beu beworfen.
Die Felseninsel.
Eine Episode aus den Kämpfen an der ostpreußischen Grenze. Von W. Kabel.
41 (Nachdruck verboten.)
Ebenso stellte man für die Maschinengewehre geschützte Wände her, hinter denen die Bedienungsmannschaften vollkommen sicher waren.
Trotzdem man mit Feuereifer an der Armierung des Bootes geschasst hatte, waren doch drei Stunden vergangen, bis die Gertrud zum abermaligen Auslaufen fertig dailag.
Inzwischen Hatte Günther immer nach dem Vater, der doch morgens von der Bahnstation zurück sein wollte, ausgeschaut.
Jetzt aber wars bereits halb acht und von dem Erwarteten war noch keine Spur zu sehen.
Dafür kehrte eine der Patrouillen zurück, die in Richtung der Oberförsterei Nassawen vorgeschickt worden war.
Der Gefrette, der sie geführt hatte, brächte recht böse Kunde mit.
Das Forsthaus war bereits von einer starken russischen Dragonerabteilung besetzt, mit der die fünf Leute der Patrouille sich eine ganze Welle herumgeschossen hatten.
Auf des jungen Hartwichs Bitte sandte Leutnant von Stetten nun einen ganzen Trupp in derselben Stärke die Straße entlang, auf der der Gutsbesitzer zu- rückerwartet wurde.
Dann erst bestieg die Besatzung wieder den neu entstandenen „Panzerkreuzer^' und steuerte dem alten Kurs, dem Fischerhäuschen, zu.
Frellich — einen Nachteil, wenn auch einen geringen, hatte das Anbringen der vielen Eisenplatten doch tiMte^ taMßfc&¥Mtt .W W j.^ÄL^JÄ
Ein Marinebefehl des Kaisers.
An meine Marine!
In dem bevorstehenden Entscheidungs- kampfe fällt Meiner Marine die Aufgabe zu, das englische Kriegsmittel der Aushungerung, mit dem unser gehässigster nvd hartnäckigster Feind das deutsche Volk «iederzwiuge« will, gegen ihn und seine Verbündete« zu kehre« durch Bekämpfung ihres Seeverkehrs mit allen zu Gebote stehenden Mittel«. Hierbei werden die Unterseeboote i« erster Reihe stehen. Ich erwarte, daß diese in weiser Bor- aussicht technisch überlegen entwickelte, auf leistungsfähige und leistungsfreudige Werften gestützte Waffe im Zusammenwirken mit allen anderen Kampfmittel« der Marine vnd getragen von dem Geiste, der sie im ganze« Verlaufe des Krieges zu glänzende« Taten befähigt hat, den Kriegswillen «nserer Gegnerbreche« wird.
Großes Ha«ptq«artier, 1. Februar 1917.
(gez.) Wilhelm.
Dom österr.-ungar. Generalstab. ^
Wie«, 15. Februar. (WTB.) Amtlich wird ver- lautbart:
Oestlicher Kriegsschauplatz
Bei Focsani wiese» wir einige russische Kompagnien a b. An der Putna betätigte» sich unser«? Patrouille« mit Erfolg im Borgeläude.
Heeresfront des Generalobersten Erzherzog Joseph.
Südlich des Mestecanesci-T«n«els wurde ein russischer Vorstoß vereitelt.
Heeresfrout des Geueralfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.
Nördlich der Bah» Zloczow—Tarnopol und bei Swidniki in Wolhynien überfielen unsere Stoßtrupps die russische» Gräbe». Die Unternehmungen glückte«. Der Feind erlitt starke Einbuße an Mensche« vnd Kriegsgerät. Oestlich von Zloczow wurde« überdies 6 russische Offiziere und 275 Mann als Gefangene abgeführt.
Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes, o. Hoefer, Feldmarschalleutnant.
Ei« Handschreiben an Erzherzog Friedrich.
Aus dem Kriegspressequartier wird gemeldet: Der Kaiser erließ ein Handschreiben an den Feldmarschall Erzherzog Friedrich, in dem es heißt: Seitdem ich das Armeeoberkommando übernommen habe und insbesondere seitdem ich mich in dessen Standort aufhalte, sind der Betätigung in Ihrer Eigenschaft als mein Stellvertreter zu enge Grenzen gezogen. Dankbar Ihrer en als Armeeoberkommandant erworbenen Ver-
e gedenkend, enthebe ich Sie daher vom Posten meines Stellvertreters und stelle Sie zur Disposition meines Oberbefehls. Nicht eingeengt durch die täM chen Dienstpflichten, werden Sie in dieser Verwendung Ihrer Kriegserfahrung Ihre von mir Hochgeschätzte Tatkraft zum Wohle meiner Wehrmacht voll zur Geltung bringen.
Japanische Zusagen an die Union?
Die „Daily NewS" behaupten laut „B. L.-A.", daß in den letzten Tagen die Arbeiter der Vereinigten Staaten ohne Unterschied der Rassen sich um den Präsidenten geschart hätten. Von anderer Seite wird die Meldung verbreitet, daß die amerikauische Regierung von Japan Berstchernnge« besonders günstiger Art für den Fall empfange« habe, daß die Bereinigte« Staate« in einen Krieg verwickelt würde«.
Amerikanische Minister als Gegner einer Kriegserklärung.
Wie die „Stampa" laut „Dtsch. Tgztg." aus Paris erfährt, beabsichtigen zwei amerikanische Minister ihre Demission eiuzvreiche«, weil sie gegen die Kriegserklärung sind. In Amerika besteht eine große Friedensbewegung, an deren Spitze der sozialdemokratische Bürger- meister der Stadt Minneapolis steht, welcher die Arbeiter aufsordert, im Kriegsfalle die Waffenfolge zu verweigern. In allen Orten finde« Protestsitzu«ge« statt, in einigen Orten sind Unruhen ansgebrocheu.
ligkeit eingebüßt und lag auch infolge der Mehrbelastung tiefer im Wasser.
Immerhin waren diese kleinen Nachtelle nicht so bedeutend, daß sie die Idee der Panzerung des Fahrzeuges als verfehlt erscheinen ließen. Im Gegenteil! Wie wertvoll dieser Gedanke des Unteroffiziers gewesen war, sollte sich noch des öfteren zeigen.
Wieder saß jetzt Leutnant von Stetten vorn in der Spitze neben einem Maschinengewehr, das zweite war in der Kajüte aufgestellt worden, wo es je nach Bedarf sowohl nach Back- wie nach Bordseite feuern konnte, und beobachtete durch sein Fernglas die schllfgedeckten ärmlichen Häuser.
Immer näher kam das Boot.
Und dann rief der junge Offizier mll unterdrückter Sttmme den Seinigen zu:
„Achtung! Die Kerle stecken jetzt zum Teil in den Häusern, zum Teil hinter dem Grabenrand halb links. Gewehr 1 befeuert die Gebäude, das andere die Schützen in dem Graben."
Und zu Günther gewandt, dessen jugendliches Gesicht förmlich vor Eifer und Kampfesfreude glänzte, sagte er:
„Verlangsamen Sie etwas die Fahrt!"
Der nickte nur und tauchte wieder in den engen, benzinduftenden Maschinenraum unter.
Da schlugen auch schon die ersten Kugeln -es Feindes klatschend gegen die Bordwand, und die SchutzschUde -es im Vor-ertell aufgestellten Maschinengewehres.
„Der Panzer Hält," brüllte Mertens lachen-. Un- er zeigte auf eine starke Ausbuchtung, -ie -te auf eine über -en Boröran- hinausrageube Platte jetzt aufwieS.
Der Leutnant patzte scharf aus.
ZweiHun-ert Meter war ÜaS Koot.m>ch entfernt * jetzt hundertundfünfzig. '""
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der ungehemmte Tauchboollrleg.
88 000 Tonnen als Beute eines Ubootes.
Das Uboot, dessen bisheriger Erfolg am 9. Februar mit 16 000 Tonnen bekanntgegeben wurde, hat int ganzen 35 000 Brnttoregistertonue« versenkt.
Die Folgen des uneingeschränkten Ubootkrieges werden immer fühlbarer. Nach einem Bericht der „Neuen Zürcher Zeitung" aus dem Haag hat jede Lebensmittelzufuhr für England aus Holland und Skandinavien seit acht Tagen völlig aufgehört. In den letzten drei Tagen wurden, wie die „K. Z. aus Zürich erfahrt, 41 Schiffe mit 75 000 Tonnen versenkt.
Zur Versenkung des amerikanischen Dampfers „Lyman M. Lawzwca"
meldet die Agenzia Stefani aus Cagliari, 15. Februar: Der amerikanische Dampfer „Lyman M. Lawzwca", mit Gerätschaften beladen, begegnete in der Nacht zum 12. Februar auf der Höhe der sardinischen Küste einem feindlichen Unterseeboot, das den Dampfer in Brand schoß und versenkte. Die aus 10 Mann, darunter 8 Amerikanern, bestehende Besatzung landete in Cagliari.
Neue Versenkte.
Lloyds melden die englischen Dampfer „Cilicia" und »Seroa" seien versenkt, die Besatzungen gerettet worden. Reuter meldet, daß der englische Fischdampfer „King Alfred" von einem deutschen Uboot versenkt wurde. Neun Mann der Besatzung wurden gerettet, der Kapitän gefangen genommen.
Die Versuchsschiffe doch unterwegs.
, Die Nachricht, die amerikanischen Dampfer „Or- leans" und „Rochester" hätten die amerikanischen Gewässer noch nicht verlassen, ist laut „B. Z." dem „Temps" zufolge bisher nicht bestätigt worden. Nach einzelnen Pariser Blättern sind beide Dampfer tatsächlich unter* wegs.
Graf Bernstorffs Abreise.
Heimfahrt a«f dem „Fredertk 8*.
Aus Washington wird laut „Bl Mp." telegraphiert: Am Mittwoch 2 Uhr nachmittags verlieh der deutsche Botschafter Graf Berustorff den amertkaui- schen Bode«. Ein Spezialzug hat ihn von Washington mit seinem Gefolge nach Hoboken gebracht. Der Zug hielt ganz in der Nähe des Dampfers „Frederik Ein großes Polizeiaufgebot und drei Polizeidampser verhinderten jede Annäherung an das Schiff. Ein Torpedojäger hatte den „Freöerik 8" bis auf 15 Meilen von der Küste zu begleiten. Im Gefolge der deutschen Botschaft befanden sich nicht nur der deutsche Botschafter mit Gefolge, sondern eine große Anzahl von Persönlichkeiten, die mit der deutschen Propaganda in den Vereinigten Staaten betraut waren. Wie Havas meldet, stürzte sich im-Augenblick der Abreise ein 3ns dividium auf das Automobil, das den Grafen zur Landungsstelle brächte. Der Täter scheint geistesgestört zu sein. Er wurde verhaftet. Wie die „Boss. Ztg? mit» teilt, habe Graf Bernstorff in verschiedenen Interviews erklärt, er hoffe bestimmt, daß der deutsch-amerikanische Krieg vermieden werde.
Wie „Petit Parisien" laut „L.-A" aus WaWngton meldet, begab sich die Gattin des österreichisch-ungarischen BotHchafterS mr Bord des ^Fredertk W W # Heimreise Der Graf selbst bleibt noch in Washington.
Ausweis««g eines deutschen Zeitnngsvertreters.
Die Agentur Radio meldet laut „B. L.-A." aus Wa- Finyton: Der Washingtoner Korrespondent der „Köln. 31g. ist ausgewiesen worden, weil er die amtliche Funkstatton dazu benutzt hat, Pläne einer fremden Macht (Deutschland) zu unterstützen, mit der Amerika die diplomatischen Beziehungen abgebrochen habe.
Weniger amerikanische Munition.
Wirk««ge« der Nbootsperre.
Nach Neuyorker Berichten hat, wie der „Hamb. Korresp." aus Stockholm meldet, die Unterwassersperre Englands, Frankreichs und Italiens ganz ausierordent- lich auf die amerikanischen Geschoßzufuhren nach diesen Ländern eingewirkt. Vom 2. bis einschließlich 8. Februar wurden diese Zufuhren um durchschnittlich rund sechzig vom Hundert eingeschrünkt. Am 2. und 3. Februar hat nicht ein einziger Dampfer mit Geschoßladung amerikanische Häfen verlassen. Erst auf dringliche Vorstellungen Englands und Frankreichs setzten dann am 4. die ersten Verschiffungen in bescheidenem Umfange wieder ein. In Neuyork glaubt man, daß die verminderte« Geschotzzufuhreu sich fahr bald anf den europäischen Schlachtfelder« bemerkbar mache« dürfte«.
Und sofort setzte auch das nervenaufpeitschenö« Tack—tack—tack -er beiden Maschinengewehre ein. Ohn« Aufhören folgte etn Schutz dem andern.
Auch Leutnant von Stetten Hatte eine Waffe ergriffen und feuerte ruhig und sicher auf jeden feindlichen Kopf, -er drüben irgendwo auftauchte.
Die Wirkung dieser unerwarteten Kugelsaat zeigte sich sehr bald. Das gegnerische Feuer verstummte immer mehr. Nur noch in größeren Pausen knallte es von den Häusern, wo einige Schützen sich auf dem Dache eingenistet hatten.
Jetzt war Sie Gertrud dicht an der Anlegebrücke. Unteroffizier Mertens, der einen Bootshaken bereit gehalten hatte, suchte die Fischerkähne von ihren Ketten, mit denen sie an die Holzbrücke befestigt waren, loszu- reißen. Es gelang nicht.
Ohne die feindlichen Kugeln zu achten, arbeitete er mit aller Anspannung seiner Kräfte. Er stand jetzt hoch aufgerichtet auf dem breiten Bootsrand, zog unb zerrte mit dem Haken. Die Ketten hielten.
Nun begannen Sie Russen auch wieder lebhafter zu feuern. Ein Geschoß schlug ihm jetzt die Stange aus der Hand.
„Runter in die Deckung, Mertens!" rief Leutnant von Stellen dem Waghalsigen zu.
Und als der Unteroffizier nicht gleich gehorchte: ^Jch befehle es Ihnen!"
Da erst sprang Mertens hinter die schützerr-e BootS- wand zurück.
„Herr Leutnant habe» ganz recht," sagte er dann, sich den Schweiß von der Stirne wischend. „Die Kähne sind das Leben eines preußischen Unteroffiziers nicht wert,' ich weiß schon, wie wir den Dingern betont* men. Seit Tagen kein Tropfen Regen gefallen. Da muß das Holz hübsch verdorrt sein, soweit es nicht eben -^ '’M&mmi«;^ ^