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Der »titrte Machthunger.

Ihr Machthunger will Deutschlands Vernich­tung!^ Mit diesem Satze kennzeichnet unser Kaiser den Willen der Antwort, die die Feinde auf das Friedens­angebot gegeben haben. Aus Machthunger haben sie jahrelang auf diesen Krieg gerüstet. Aus Machthunger haben sie uns mit schier erdrückender Uebermacht Über­fällen. Ihr Machthunger will Deutschlands Vernich­tung. Es ist lautere, reine Wahrheit, die unser Kaiser damit ausspricht. Die Wahrheit verträgt sich nicht mit dem ungeheuren Machthunger, der die Feinde be­seelt. Da bleibt nur noch Raum für die Lüge. Frech und unersättlich wie ihr Hunger ist ihre Lüge. So frech, daß die Feinde alles leugnen, was sie sich selber zuvor bekannt haben.

Mehr als vier Jahrzehnte haben die Franzosen ihren Willen auf den Machthunger, auf die Eroberung Elsaß-Lothringens eingestellt. Ihr ganzes Sinnen und Trachten war auf den Rachefeldzug gegen Deutschland gerichtet, der ihre Macht erhöben sollte. In Wort und Schrift erzogen sie ihre Jugend zum Machthunger. Das gesamte Volk erfüllten sie mit dem Gedanken, Frank­reichs Macht auf Deutschlands Kosten zu vergrößen.

Machthunger hat das englische Weltreich ins Dasein gerufen und unablässig, weil nie zu sättigen, er­weitert. Der britische Machthunger hat mit Lug- und Trug. mit Geld und Blut Ländermassen zusammenge­rafft, die. hundertmal so groß wie die britischen In­seln, ein Fünftel der ganzen Erde, ein Viertel der Menschheit umfassen. Er ist zu gefräßig, um zu dul­den, daß auch andre Licht und Luft haben, um frei in der Welt zu leben und zu streben. Darum will er Deutschland vernichten, das sich durch ehrlichen Fleiß, durch redliche Arbeit einen Platz auch an der Sonnenseite, eine Stellung auf dem Weltmärkte erwor­ben hat. Nieder mit Deutschland! So hieß lange schon vor dem Kriege des britischen Machthungers

Losung.

Machthunger ist von jeher Rußlands Trretz- kraft. Aus dem ungestillten Verlangen, das sich be­reits seit Jahrhunderten Konstantinopel und die Dar­danellen zum Kriegsziel gesteckt hat, haben ihre Macht­haber nie ein Hehl gemacht. Auch jetzt nicht. Aber in der Lüge, daß sie diesen Krieg nicht gewollt haben, lassen sie sich von Engländern und Franzosen nicht über­

nicht über-

bieten.

Machthunger hat S e r b i en in den Kneg getrie­ben samt Montenegro. Ihnen folgte Italien, dessen Raubgier nicht genügte, was freiwillig ihr ge­boten wurde. Und zuletzt hat der Machthunger Ru­mänien jäh in den Abgrund gerissen.

Nicht Menschlichkeit, nicht Recht und Gesetz achtet der Feinde Machthuriger. Um Deutschland zu vernich­ten, hat er fast alle völkerrechtlichen Satzungen wie Fetzen Papier zerrissen, vergewaltigt er die am Kriege unbereiliaten kleinen Staaten. Von deren Schutze reden sie, um sie zu knechten. Auch Belgiens Neutralität hat ihr Machthunger gebrochen. Gewährleistet hatten sie diese. Verbürgt hatten sie sich, daß Belgien niemals am Kriege beteiligt werde. Insgeheim aber hatten sie mit Belgien planmäßig verabredet, daß im Kriegs­fall die belgische Armee mit gegen Deutschland ziehe.

Gegen solchen Machthunger hilft nur noch die Macht des aiften deutschen Schwertes. An dieses Schwertes Schärfe foll ihre Macht zuschanöen, ihr Hunger endlich gesättigt werden.

Brutale Arsumenie.

Brutalität" ist ein Fremdwort. In der deutschen Lprache haben wir dafür keinen erschöpfenden 9$«8fmt<? GAckttcherweise!

Brutal ist eine Behandlung von Gefangenen, die ihnen selbst den Trunk Wasser versagt, wie dies der Heeresbefehl des Generals de Bazelaire vom 12. März 1916 getan. Brutal ist ein Niedermetzeln Wehrloser, die

nach Vernichtung thres Schiffes im Hohlraum eines fremden Swifses entdeckt worden waren, wie solches von englischen Matrosen S. M. S.Baralong" geschah. Brutal sind die Absichten, eine ganze Nation dem Hun­ger zu überantworten, wie es Englands Wille war in der Anwendung einer Waffe, die keinen Mannesmut erfordert, nachdem die Waffen, mit denen der Träger zugleich das Leben einsetzt, versagten.

Anfang und Ende dieses Krieges stehen unter dem Zeichen der brutalen Argumentierung.

Daß Deutschland niedergezwungen werden mußte, war ein selbstisches Interesse der drei Hauptgegner England, Rußland und Frankreich. Einzeln konnte kei­ner dieser Feinde es wagen, mit dem unbequemen Volke anzubinden, das dem einen den Handel störte, dem an­deren die wilde Expansion und dem dritten denGloire- Rausch" verdarb. Nur ein gemeinsames Vorgehen, eine Koalition, sollte für den Erfolg bürgen, und diese Bürg­schaft wurde zum Argumente für das Recht.

Als einmal ein Müller und ein König über den Besitz einer Windmühle stritten, war nicht die Ueber­macht des preußischen Königs ausschlaggebend, son­dern das Recht auf Seiten des Müllers. Als aber drei Weltreiche, England, Rußland und Frankreich, über- eingekommen waren, einen allen dreien lästigen Nach­barn aus dem Wege zu räumen, zuzerschmettern", wie die bis zum Ueberdruß gehörte Formel lautet, glaub­ten sie, mit dem Rochenexempel der Zahlenüberlegen- Heit das Recht auf die Seite drücken zu können, in der Hoffnung, daß der Sieg die Vergewaltigung sanktio­nieren werde. Wahrlich, kein völlig neues, aber jedenfalls das brutalste aller Argumente, das man fin­den kann, um Rechte zu begründen!

Wer zweifelt heute in der Welt noch daran, daß diese Klugheit sich verrechnet hat, und wer im Reiche derer, denen ewige Werte noch etwas gelten, sollte sich nicht freuen, daß dieser Versuch in die Brüche ging, daß die moralischen Kräfte, die aus dem Bewußtsein einer gu­ten Sache quollen, in der Vaterlandsliebe, in den besten Instinkten, über die ein Volk gebietet, sich wieder ein­mal als unbesiegbar erwiesen haben?

Zu diesen besten Instinkten, über die eilt Volk ge­bietet, gehört unzweifelhaft die Friedensliebe. Sie hat Deutschland wahrlich in einer in der We^geschichte sel­tenen Stärke offenbart, indem es annähernd ein hal­bes Jahrhundert lang im Frieden mit den Nachbarn lebte, während andere Völker Kriege führten, obschon im Westen wie im Osten mehr als einmal sich genü­gend Gelegenheit geboten hatte, einPrävenire" zu spielen! Man denke nur an Rußlands Zustand nach dem japanischen Kriege!

Wir haben den Frieden vor dem Kriege geliebt und wir haben, im Vollgefühl selbstbewußter Kraft, als er­ste die Hand zum Frieden geboten. Schwäche zu nen­nen, was schließlich wahre Vernunft ist, bleibt wieder­um einem Gegner vorbehalten, dessen brutale Argu­mentierung auch in anderen Dingen wohl noch wenige Sterbliche angezweifelt haben.

Deutschland will die Unterhandlungen beginnen, bevor der Grad seiner Schwäche völlig an den Tag kommt und vor dem endgültigen Verlust seiner Wider­standskraft," heißt es in dem Tagesbefehl des russi­schen Oberbefehlshabers an Armee und Marine vom Weihnachtstag im Jahre des Heils 1916. Und abermals muß der Gegner in diesem Befehlendgültig zerschmet­tert" sein, ehe ihm der Friede aufgezwungen werden kann.

Demgegenüber muß man sich fast zweifelnd fragen: Sind wir es denn nicht, die an der Düna und dem Seretb stehen? , . .

' "^'^Nsi^ereveneral der Nordstaaten Ulisies Graut gegen das Ende des nordamerikanischen Sezessions- krieqes vor einer festen Stellung des Gegners lag und dieser naiv danach fragen ließ, was er eigentlich wolle, gab Grant, der nachmalige Präsident der Vereinig­ten Staaten, die Antwort: ..Wenn sie nicht wissen, wozu

ich hier bin, dann yaven sie solang« zu warten, BW sie es merken."

Das war kein brutales Argument, ist aber eines, dessen Beweiskraft zu allen Zeiten wirken wird.

Kolonialbesitz und Zriedenssicherung.

Einem in der Januar-Nummer derDeutschen Kolonialzeitung" unter dieser Ueberschrift veröffentlich­ten Aufsatz des sozialdemokratischen Reichstagsabgeord- neten Dr. Quessel entnehmen wir folgende interessante ^^Es"E Voraussicht dazu, um jetzt schon

zu erkennen, daß der Kampf, der europäischen Volks­wirtschaften um die in den Polenten und Neuländern erzeugten Rohstoffe nach dem Kriege noch schärfere For­men annehmen muß als vordem. An der Erweiterung der Rohstoff-ecke können nur diejenigen Völker arbei­ten, die über ausreichenden Kolonialbesitz verfügen und die wirtschaftliche Energien zur Entwicklung einer er­tragreichen Kolonialwirtschaft besitzen. Die letzteren sind im deutschen Volke reichlich vorhanden: was uns dage­gen fehlt, ist ein ausreichend großer, zusammenhängen­der Kolonialbesitz. Diesen in den Friedensverhandlun­gen zu erlanget!, ist eine der wichtigsten Aufgaben unse­rer Regierung.

In dem Streben nach einem ausreichenden deut­schen Kolonialbesitz fällt das Volksinteresse mit dem Menschheitsinteresse zusammen. Wenn unsere Feinde die Entfaltung unserer wirtschaftlichen Energien in ih­ren Besitzungen fürchten, so mögen sie uns Gelegenheit schaffen, sie in einem eigenen Kolonialreich zu unserem und der Menschheit Vorteil zu betätigen. Das ist der einzige Weg, auf dem die Widerstreitenden Interessen ausgeglichen werden können. Es ist aber auch der ein­zige, den Frieden Europas wahrhaft zu sichern. Wer die Grundlagen zu einer großen deutschen Kolonial­wirtschaft in Afrika zu gewinnen sucht, fördert die Welt- friedensidee mehr, als dies durch Millionen pazifisti­scher Traktate geschehen könnte.

Vergessen wir nicht, daß das Unbehagen und die Nervosität, die die Preisrevolution der letzten Jahr­zehnte bei allen Völkern, namentlich aber in England verbreitete, ihre Quelle darin hat, daß die Rohstoffpro- duktion der Kolonien und Neuländer mit dem zuneh­menden Bedarf der machtvoll anwachsenden Bevölke- rungs Europas nicht mehr Schritt zu halten vermochte. Lange Zeit trat diese Erscheinung deshalb weniger zu­tage. weil der Fortschritt der industriellen Technik es ermöglichte, aus einer bestimmten Rohstoffmenge öurtl; deren bessere Ausnutzung mehr fertige Fabrikate wie bisher zu gewinnen. Die Streckung der Rohstoffdecke durch die Fortschritte der Technik ist jedoch keine unbe­grenzte. Was auf diesem Wege getan werden konnte, der zunehmenden Rohstoffknappheit zu begegnen, war schon vor zehn Jahren in der Hauptsache geschehen. Nun blieb kein anderes Mittel übrig als vermehrte Produk­tion. Hierzu erwies sich jedoch die wirtschaftliche Ener­gie der großen Kolonialvölker als nicht ausreichend, weil es ihrem Stil des Lebens mehr entsprach, bei ex­tensiver monopolistischer Kolonialwirtschaft viel, als int freien Wettbewerb bei intensiver wenig zu verdienen. Die Bemühungen der Deutschen, die Kolonialwirtschaft durch neue Methoden intensiver zu gestalten, empfanden sie als einen frechen Eingriff auf ihre Zivilisation. So erhielt der Strom der Völkerzwietracht immer neuen Zufluß, bis er im August 1914 aus seinen Ufern trat und die mit junger Frieöenssaat bedeckten Felder ver­heerend überschwemmte. Wer diese Zusammenhänge begreift, kann nicht im Zweifel daran sein, daß Kalo- MUlarbeit MftMMMitist. Für die Sicherung des Friedens aber wollen wir mit heißem Herzen arbeiten. Die physische Basis für diese Friedensarbeit muß uns aber ein großes Kolonialreich in Afria geben, das wir wirtschaftlich und militärisch so stark auSbauen wol­len, daß an ihm alle Revanchegelüste unserer Feinde ohnmächtig zerschellen müssen.

Für das städtische Holz­magazin suchen wir einen

Aufseher.

der gleichzeitig die Holz­zerkleinerungsmaschinen be­dienen kann. Geeignete Kriegsbeschädigte oder Hilfs­dienstpflichtige wollen sich mit Lohnforderung alsbald bei dem Stadtsekretär melden.

H ers feld,

am 10. Februar 1917.

Der Magistrat.

Nach Prüfung eines dahingehenden Antrags der hiesigen Schreinermeister haben wir

die Preise für die durch den hiesigen Be- grabnisbesorger in Auftrag gegebenen Särge bis auf weiteres wie folgt anderweit festgesetzt:

1) für einen Sarg 1. Klasse mit Füßen und besonders reichen Beschlägen aus . . 91 Mk.

2) für einen desgleichen in der übligen Aus­

führung auf . . . . 77 Mk.

3) für einen Sarg 2. Klasse mit Beschlägen aus 50 Mk. Hersfeld, den 14. Februar 1914.

Der Magistrat

chlM u. Stücke

Pfeifen, Mützen

Tabak u. Cigarren

in grosser Auswahl.

Reparaturen, sowie neu Über­ziehen von Schirmen, schnell. B. Reinhard Dachs.

Uckeckhrling unter günstigenBedingungen zu Ostern gesucht.

Carl Grunewald

Vitalisstr. 3.

Für den hiesigen Polizei- und Feldschutzdienst werden geeignete

Hilfspersonen, eventuell Kriegsbeschädigte, gesucht. Tagesvergütung bis auf weiteres 3,50 Mark. Schriftliche Meldungen als­bald erbeten.

H e r s s e l d, den 12.-Februar 1917.

Der Magistrat

Fleischto

sollte an fleischlosen Tagen in keinem Haus­halt fehlen, ä Päckchen 50 Pfg. gibt ca. 45 Frikandellen.

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