Reuter meldet aus Wafhiugton, daß di« Regte« g uichi. l-süLftchtige, die deittsch«» Handeisschiffe in .......'litauischen Mfcu zu heschlagrrchme«, da das eine KriegshaudruKg fein würde. Die Dampfer „Priuz Eitel Friedrich", „KronpÄnz Wilhelm", „%iwam" und ii.Kronprinzefsttt Eeetlie" stünden vereits unter Aufsicht der Regierung. Von amtlicher Seite werde erklärt, daß die Maßregel der Behörden von Panama zweifellos zeitweiliger Natur und nur in der Absicht getroffen sei, zu verhindern, daß die Schiffe in die Luft ße» Mengt und dabei der Kanal gefährdet würde.
Reuter meldet aus Manila (Philippinen): Die Zollbeamten, die die hier liegenden deutschen Dampfer untersuchten, fanden, daß die Maschinen von «errn Dampfern zerstört waren und bei den übrigen Schis» seit die Feuer unter den leeren Kesseln bräunten. — Der Korrespondent des „Daily Chronicle" in Neuyork drahtet, man habe versucht, den Dampfer „Kronprinzessin Cecilie" unbrauchbar zu machen. Die Besatzung wurde nach dem Einwarrderungsbüro gebracht. 200 Polizeibeamte bewachen jetzt das Schiff. Bei der Unter« etng des österreichisch Frachtdampfers „Himalaja" man, daß die Maschinen teilweise zerstört waren. Es verlautet, daß auch der Dampfer „Vaterland" in Hovoken veschädigt sei.
Das Ende des „Geyer."
Zu der Nachricht, daß das deutsche Kanonenboot „Getzer", das in Honolulu interniert war, von der Besatzung in Brand gesteckt wurde, heißt es im „Berl. Tagebl.": Der kleine Kreuzer „Geyer" war bet Kriegsausbruch aus der Reise von der ostafrikanischen Station nach der Südsee unterwegs. Das Schiff hat das denkbarste geleistet, um die feindliche Schiffahrt in der Südsee zu schädigen.
Russische Stimmen zum Tauchdootkrieg.
Zu der von Deutschland angekündigten.Verschärfung des Ubootskrieges schreibt die Petersburger „Nv- woje Wremja" u. a.: Die Frage erfordert keiue rangen diplomatischen Erwägungen, sondern kann dadurch ge= löst werden, daß die Haudelsschifte genügend Bewaffnet werden. Zwei Schnellfeuergeschütze sind wirksamer als alle VMerrechtsbrüche, begleitet von Tausenden von Noten. Bezüglich Deutschlands Haltung gegenüber dem Lazarettschiff schlägt das Blatt vor, auf diesen Schicke» verwundete ober unverwitubete feindliche Gefangene unterzubringew. Einen zweiten Artikel schließt das Blatt mit den Worten: Die vffentriche Meit.una Rußlands ist einstimmig in der Vermutung, daß die Neutralen sich nicht durch den Schein rein formeller Ausflüchte täuschen lasten werden, womit die Deutschen versuchen, ihr neues Attentat auf die Zivilisation zu verbergen. Die „Birshewija Wjedomostt" sagt: Die augeküuüigte Seesperre wird Deutschland noch mehr bloßstellen und iso- Itereu als bisher. „Rietsch" führt aus: Deutichland trennt sich mit diesem Schritt von der ganzen Welt und stellt die Neutralen mit seinen Feinden gleich in dem einzigen Gefühl unbezwingbaren Hasses?
Die französischen Blätter jubel« über Wilson. । Nach Meldungen aus Parts bringen die Blätter über den Abbruch der Beziehungen zwischen Amerika und Deutschland große Freudenartikel und feiern Wilson mit schmeichelnder Anerkennung. U. a. schreibt der „Temps": Wir sind jetzt- vielleicht an einem für die WWMMaeichicyte entschewenüL« Punkte angeiangr. Es »t nunmehr an den Neutralen, ihren Weg zu wählen. Wilson fühlt, daß die Ehre Amerikas auf dem Spiele steht und macht dem Schwanken ein Ende. Die anderen Neutralen warten noch^, aber ihre Haltung gegenüber Deutschlands kann nicht anders sein, als die Amerikas. „Journal de Debats" und „Liberte" warnen allerdings vor übertriebenen Erwartungen. Das erstgenannte Blatt sagt: Wir dürfen nicht glauben, daß eine 8ntervention Amerikas, selbst moralische, das Ende der eindlichkeiten stark erschüttern kann. Die „Liberte" bemerkt: Die öffentliche Meinung dürfe sich nicht übertriebenen Meinungen hingeben. Der Abbruch der diplomatischen Beziehungen sei noch kein Krieg. Indes glaubt das Blatt, daß Amerikas Stellungnahme eine moralische Unterstützung und Hllfe der Entente auf wtrtschafllt- chem Gebiet bringen werde.
Ententevordereitrmg für die Offensive.
Eine russische Polizeiarmee.
Aus bestimmten russischen Frontberichterr geht laut „Nationalztg." hervor, daß die russischen Borbereituu- gen für die neue große russische Offensive hinter der Front sich bereits ihrem Abschluß nähern. Gegenwärtig wird aus zahlreichen Kosakenformationen eine Po- lizeiarmee gebildet, deren Aufgabe darin besteht, hinter der russischen Front Polizeidienste zu leisten. Diese Polizeiarmee wird mit Maschinengewehren, zmu Teil sogar mit leichter Artillerie ausgerüstet. Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß diese Poltzetarmee hauptsächlich die Aufgabe hat, sturmunlusttge Regimenter vorwärts zu peitschen, Meutereien im Heere zu unterdrücken und Desertionen von der Front, sowie „rttckläufige" Bewegungen nf^--" * “‘ hindern. Allgemein ist die t.......y „ die kommende Offensive die blutigste des ganzen Krieges werden wird. „ ,
Nivelle besichtigt die italienische Front.
Mailänder Blätter melden, daß General Nivelle dieser Tage die italienische Front vesnchte «nd Besprechungen mit Cadorna hatte. Die Blätter betonen die Bedeutung der direkten Fühlungnahme der beiden Ge- nerale und glauben, daß die Zusammenkunft die Konferenz in Rom in militärischer Hinsicht wertvoll er«
lssischer Armeeteile zu Annahme verbreitet,
ver
büß
nerale und glauben, daß die Zusammenkunft ferenz in Rom in militärischer Hinsicht we gänzen werbe.
Kriegsallerlei.
Gedrückte Stimmung tu Italien.
Nach zuverlässigen Berichten hat die Erklärung der Unterwasserblockade in Italien ganz außervrdeut- 11(6 gewirkt. Der moralische Eindruck ist umso tiefer, als Italien bereits jetzt an unerträglicher Kohlennot leidet. In Neapel kam eS zu kriegsfeindlichen Demonstrationen, die aber durch Karatunteri niedergehalten wurden. Die Stimmung im ganzen Sande ist sehr gedrückt.
Heimvernfung der amerikanischen Kriegsflotte?
HavaS meldet aus Paris: Man meldet dem „Jour- nai aus London, daß nach einer Meldung aus Washing- ton die amerikanische Kriegsflotte aus den Antillen zurückberufen wurde, um im Atlantischen Ozean zu kreuzen.
Amerika soll schleunigst Tauchboote Bauen.
HavaS meldet laut „B. Z." über London aus Neu- »ork: Senator Peinter braOe im Senat eine Bill über ««Jolo^oen Bau von 80 Kitstentanchboote« und 20 »ochs0-»ranchbovten ein,
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ARLvbWrMMUVM vL8 r»rrAz»UN»k«N, und wnme, nach langem Schlaf erwacht, alle seine Glie-
Ueber diesen Gegenstand sprach Wtrkl. Geheimer Admiralitätsrat Dr. Paul Fetisch im Verein junger Kaufleute in Berlin. Wenn wir auch noch nicht nahen, wann der Krieg beendet sein wird, so muß sich doch der Kaufmannsstano auf den Frieden vorpereiten. Unsere Valuta im Auslande hat sich durch den Krieg verschlechtert und wird auch unmittelbar nach Beendigung desselben nicht sofort den früheren Wert erhalten. Auch der Aufbau des Personals wird sich künftig anders gestalten als bisher, da die Altersklassen von 18 bis 45 Jahren durch den Heldentod, Kriegsverletzungen oder verminderte Erwerbsfähigkeit gelichtet werden. Eine Neuorientierung wird auch bezüglich der Frauenarbeit stattfinden müssen, da viele, Familien ihres Ernährers beraubt sind und daher auf die Arbeit der Frauen angewiesen sein werden. Andererseits muß dafür gesorgt
gewiesen sein werden. Andererseits muß dafür gesorgt werden, daß vor allem die heimkehrenden Krieger genügende Erwerbsmöglichkeiten vorfinden. Endlich tritt auch eine Verschiebung der Besitzverhältnisse, insbesondere des Groß- und Bauernbesitzes ein. Außerdem sind viele an Kriegslieferungen beteiligte Kaufleute zu Vermögen gekommen. Auf alle diese Dinge muß sich der Kaufmann rechtzeitig einstellen. Nach dem Kriege wird es zweifellos zu einem Wirtschaftskriege kommen. Die ausländische Konkurrenz wird sich bemühen, Deutschland dir Weltwirtschaft streitig zu machen. Die alten Grundgesetze des Kaufmannsstandes, die Regelung des Verkehrs durch Angebot und Nachfrage und die Tai-
ir ir
land dir Weltwirtschaft Grundgesetze des Kauft
Verkehrs durch Augeb_______ __________ ...___ sache, daß die Länder gegenseitig auf Ein- und Ausfub der Heimerzeugnisse angewiesen sind, wird jedoch fein bald das nötige Gleichgewicht auf dem Weltmärkte herstellen. Australien stellt z. B. jährlich für 400 Millionen Mark Wolle her, und da es selbst diese Mengen nicht verbrauchen kann, ist es auf die Ausfuhr seiner Erzeugnisse angewiesen. Das alte Wirtschaftssystem wird tm allgemeinen beibehalten werden, natürlich mit einzelnen Veränderungen. So werden in verschiedenen Erzeugnissen Morwpole geschaffen werden, um für den Staat Einnahmen Herzmetten. Das ist notwendig, da der Mehrbedarf an öffentlichen Mitteln nach dem Kriege schon jetzt auf sechs Milliarden jährlich geschätzt wird. Durch Verbindung mit Oesterreich-Ungarn und dem Balkan werden nach dem Kriege schon jetzt dem Kaufmanne neue Absatzmöglichkeiten erschlossen werden. Da gilt es, dafür zu sorgen, daß der kaufmännische Nachwuchs beizeiten die Bedürfnisse dieser Länder und ihre Sprachen kennen lernt. Der Kaufmann muß danach trachten, sich auch der Allgemeinheit nutzbar zu machen. Die deutschen Gesandten im Auslande müssen Fühlung mit dem deutschen Kaufmanne nehmen, um ihn zum „Gehilfen der Diplomatie" zu erziehen.
Politische Rundschau.
Alle Kräfte sind an den Kampf zu setzen. Im „Berl. Lok.-Anz." äußerte sich Strkgsmuiifier von Stein folgendermaßen. Es g.bt reinen Frieden arme die Waf- femmiweidunü. Darauf muß fim ein jeder etnricg.eit dort draußen im Felde und hier in der Heimat. Alles was wir uitrcb geistige und lieoliche Arbeit unserer Väter ererbt und durch eigene Tätigreit hinzugevracht ya- ben, alles, was deutsch ist, bildet den Einsatz. Es geht um die deutsche Arbeit auf allen Gebieten. Mag jemand reich ober arm, vornehm oder gering, weise oder etgen nennt. Wir/musien alle zufammenstehen zu einem Ziel. Dieses Ziel ist der Sieg. Was nutzen die besten Vorbereitungen für die Zeit nacy dem Kriege, wenn wir vorher vernichtet find! Daher sind alle Kräfte an den Kampf zu setzen und die Gedanken an den Frieden ihm nachzustellerr.
Helsferich über den U-Liootkbicg. Staatssekretär Heljserich sprach sich einem norwegischen Berichterstatter gegenüber u. a. wie folgt aus: Sie können überzeugt fein, daß Schwierigkeiten Ihres Landes inner unserem U-Bootkrteg gering sein werden im Vergleich zu denjenigen, die Ihnen durch England verursacht sind. Wir wissen, daß dte Kchleufrage für Sie im Vordergrund steht uno meiden Ihnen aushelfen, so viel wir können. Was den U-Bootkrieg betrifft, so gibt es für uns kein Zurück.
Der Zentralvorstand der nationalliLerale» Partei trat am Sonntag im Reichstagsgebäude zu einer zahlreich besuchten S.tzmrg zusammen. In dem Bericht über die Lage kam der Einst der Stunde zum Ausdruck, der durch die Erklärung des unbeschräutten U-Boot-Krie- geS geschaffen ist und der durch die Nachricht vom Ab- bruch der Beziehungen zwischen den Vereinigten Staa- ten und Deunch and noch besonders besiegelt wurde. In allen Reden trat neben der Entschlossenheit, der neuen Lage mit aller Kraft gerecht zu werden, dte Zuversicht hervor, daß Deutschland gegen eine Welt von Feinden Sieger bleiben werde. In Bezug auf die Krieassiele wurden die alten Gesichtspunkte erneut betont. Besonders hervorgehoben wurde die weltgeschichtliche Auf- aadl die Deutschland durch die Zuruckgewinnung der ivsamlander und der baltischen Stammesgenossin zu erfüllen habe. Gerechte Würdigung fanden anch die unvergänglichen Verdienste des Großadmirals v. Tir- pitz um die U-Boot-Waffe. Au den Kaiser wurde ein Hulöigungstelbgramm abgesandt.
Vermischtes-
120 000 Mark veruntreut. Wie der „Fränkische Kurier" meldet, hat sich durch eine Untersuchung herausgestellt, daß der am 13. November vorigen Jahres verstorbene Prokurist Michael Stegmauu Kirchen- und Sparkassengelder in der Höhe von mehr als 120 000 Mark veruntreut hat.
28 Grad Kälte im Riesengebirge. Wie der „B. L.-A." meldet, sind in Hirschberg im Riesenaebirge in der Nacht zum Montag 28 Grad Kälte gemessen worden.
Die fleischlosen Tage bleiben bestehen. Der „In- teressenverband" Berlin hatte in einer Eingabe an das Krtegscrnührungsanü Aufhebung der fleischlosen Tage gefordert, die bei der jetzigen knappen Zuteilung des Fleisches zwecklos und eine Erschwerung des Gastwirtsberufes seien. Das K. E. A. steht dieser Forderung ablehnend gegenüber und begründet das u. a. damit, daß der Minderbemittelte aus der Aufhebung der Beschränkung den Eindruck gewinnen könnte, daß nur den Bemittelten die Versorgung erleichtert würde.
Durch Schreck geheilt. Eine neue merkwürdige „Schreckheilung" wird aus Apolda berichtet. Im dortigen Vereinslazarett ist in der Nacht nach Kaisers Geburtstag der Wehrmann Max Komvter von einem schweren Nervenleiden an allen Gliedmaßen geheilt worden. Er phantasierte nachts, er müsse den Kaiser aus schlverer Gefahr retten, sprang auf und lief gegen den noch vorhandenen WeihnachtSbaum Infolge des
der wieder voll bewegen und sogleich seine Estern in Apolon ausskichen.
Der „Priem" als Lebensretter. Wie der heimatliche Kautabak einem -eurschen Soldaten an der West» front das Säten rettete, ist dem Briefe eines LandwirlS aus dem Do.se Klink zu entnehmen, der bei einem Marine-Infanterie-Regiment kämpft. Er schreibt an ieinen Bruder: „Ich Hase eine Schrapnellkuael in die Seite bekommen. Die Kugel ist durch den Rock in der Westentasche auf dem Tabak abgeprallt, ich hatte eine volle Dose in die Westentasche gesteckt. Sonst märe die Kugel nur in den Bauch gegangen. Der Kautabak, den Du wir gesandt hast, hat mir das Leben ge* rctlei."
Ein weiblicher Ränder in Männerkleidung. Mit dem Raubanfall einer Frau, die sich als Mann verkleidet hatte, beschäftigte sich das Schwurgericist Graudenz, das gegen die 25 Jahre alte Ehefrau Antonie Kowalskr verhandelte. Eines Tages zog die Angeklagte die Stiefeln und den Militärmantel ihres im Felde stehenden Mannes au. Ueber den Kopf stülpte sie einen Kopfschützer und setzte dann eine Militärmütze auf. Um sich weiter unlenWllich zu machen, setzte sie sich noch eine Brille auf. Sb maskiert begab sich die Angeklagte in die Wohnung des Ehepaares Scheffler, das mit ihr im gleichen Hause wohnte. In der Schefflerschen Wohnung war nur die 72 Jahre alte Mutter anwesend. Die alte Frau geriet in keinen kleinen Schrecken, als ihr der ver- meintstche Mann mit einem Messer vor dem Gesicht Her- umsuchkelte. Dann suchte der Räuber die Wohnung durch und machte gute Beute. Ein Jahr Gefängnis bildet die Strafe für die freche Räubertat.
ZGtzeiigraren-Gedanken.
Bon F. Schrönghamer-Heimdal lLeutn. i. $.).
Wie oft denke ich an die Worte eines WebrmannS aus meinem Buge, wie er mir in einer Raststunde in einer Scanne m Premont fugte. Wir tarnen aus tage« lungern, miwerem Granatfeuer, harren große Verluste, luw nun war eure tieine, rurze Rast, viS wir wieder gerufen wurvem Das Hwz iiuiid zwischen üoerstarroe- ner und kommender Ge.ahr, in einer leisen, fast Hofs- nuugsrosen Seyn,acht nach der Heimm. Wir teuren ein Stücr Brot, Mwarzes schmauyartes Soiüatenbrot,
und einen SMuct Wüster. UuveLgetztich bleibt mir der Hiugeuwia, acs der kuuinüeyiuiiunt den teeren Krug zu Boo^n fteute, unnergetztity hafren mir die Worts in der stete, öte er nach eurer Welle heiimvebmüttgen HiunltNlNs ye^au-oMle: „Ja) bin tetn Feigling uns tuscht niGr leicht was, Sie ivisseu's" — o, ich wußte es!
„uno weuu's sein muß, soU's sein. Liegt nichts S'ran. Aber ij e i m weim rch noch komm', das Glück wenn ich noch hao' — und wenn ich sonst nichts mehr hao' als täglich ein Stück Schwarzbrot, einen Krug voll Wasser, eaie Schütte Sttoy zum Schtafen — mein Leben rang luill ico Gott auf oen Ku-en danfen."
Wie öer Diann dies sagte, dachte ich der vielen, die jetzt noch in warmen Wirtshäusern oder in -er eigenen Wohnung dayeim sitzen und jammern, daß sie sich das oder jenes versagen müssen. Ich dachte an die einstigen Sektgelage, au mitternächtige Biersitzungen, Kaffeekränzchen r rch dachte an den Luxus des Lebens, weiche Polster, Ueppigkeiten. Hier ein inbrünstiges! ^M^z^*— xv«
eine
Mißmut, Hast, UeberreiztHeit, unfrohes Wesen, eine stete unbestimmte, unbefriedigte Sehnsucht nach irgend etwas, nach einem Mehr des ermttdenden Genusses.
Jetzt erkennen wir die vergangene Torheit, und wir sehnen uns in eine schönere, bessere Zukunft! Unü mancher sinnt: Wie gut wird's werden, wenn wir wieder heimkommen.
„Heim! Da ist's wieder — das, was wir nicht mehr hatten. Heimat, Heiurweh, Einfachheit, Ruhe, Licht.
Eine Hast war's, ein Tasten im Dunkeln, ein Verlangen nach Mehr, ein gegenseitiges Ueberbieten — Reklame, Konkurrenz, alles um des lieben Luxus willen. Darum die Feindschaft, das EMfremden zwischen Mensch und Mensch.
Und jetzt sind wir alle Brüder — draußen in den Schützengraben. Da liegt ein Landwehrmann — wer wertz, daß er „dahe-m" Smatsanwalt ist, Daneben ein anderer — wer weiß, daß er daheim ein Holzhauer — und nebenbei ein wenig Wildschütz ist? Jetzt sind sie Brüder — „Du" und „Du" — „Kamerad? Und wieder fallen mir die Worte des Wehrmanns ein „— und wenn ich sonst nichts habe als täglich ein Stück Brot, einen Krug voll Wasser, eine Schütte Stroh — so will ich Gott mein Leben lang auf den Knien danken."
Das ist's: Im Wirbel des Erwerbs, im Verlangen nach Luxus haben wir den Blick für die wahren Werte des Lebens verloren. Der Krieg zeigt sie uns wieder.
In den Jahren des Aufwärtsschrettens, des Wohlstandes haben wir unsere Wesensart vergessen. Indem wir herrschen wollten und genießen, werden wir unsere eigenen Sklaven. Jetzt ist der Krieg da und na« menwies Leid, jetzt sehen wir wieder ins Lichte.
Da liegt ein Weg, den wir gehen müssen. Wir sehen ihn unbestimmt vorgezeichnet, wir alle haben das Gefühl, daß es anders, besser werden muß. Fremdheit muß weichen, gemeinsame Not muß uns znsammen- schweitzen, Brüder und Schwestern müssen wir sein. Der gute Wille ist da. Und wo ein Wille, da ist auch ein Weg.
Jeder fange bei sich selbst an. Erst eine ernste Gewissenserforschung: Was habe ich an mir und meinem Volke gesündigt? Wie kann ich es gut machen? Jeder und jede frage sich so, offen und unerschrocken!
Und dann muß es kommen: ein stilles, versiebendes Leuchten wird in den Augen sein, Ruhe und Kraft im Herzen, Wille und Härte gegen sich selbst im Hirn — und freudigfiebernde Hände werden sich zusammen- finden zu der großen Zukunftsarbett.
Weitere Drahtnachrichten.
Ein schwedischer Ministerrat.
*^ Stockholm, 6. Februar. (WTB.) Der König der gestern morgen aus Kopenhagen zurückgekehrt ist hat sofort einen Ministerrat abgehalten.
Besondere Maßnahmen Amerikas.
** Washington, 5. Februar. (WTB.) Reuter meldet: Die Senatskommission bat siebzehn Gesetzentwürfe angenommen, die die öefämmnng von Rentra- litäisverletzmtgen erleichtern sollen. Präsident Wilson hat auf die rmdfe Erledigung dieser Gesetze gedrungen. Auf Schriftfälschungen und falsche Erklärungen zu dem Zwecke, sich in den Besitz eines falschen Passes zu setzen, wird eine Gefängnisstrafe von fünf Jahre» gesetzt. Brandstiftung, Zerstörung von Maschinen oder das Legen von Bomben auf arucrikanischen Schiffen wird mit sey» Jahren Gefüngnts bestraft.