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Freie Bahn für unsere Unterseeboote

Der Kanzler über den Uboolkrieg.

Die Anwendung unserer besten und schärfsten Waffe.

In der Mittwoch-Sitzung des Hauptausschusses des Reichstages nahm der Reichskanzler das Wort zu lan- aeren Ausführungen, in denen es u. a. heißt:

° Zum Kanwfe aufs Letzte sind wir herausgeforbert. Wir nahmen die Herausforderung an. Wir setzten alles ein und werden siegen. Durch diese Entwicklung der Dinge ist die Führung des Unterseebootskrieges in itzr letztes und akutes Stadinm gedrängt worden

Der Reichskanzler führte dann aus, weshalb er im März und im Mai vergangenen Jahres gegen den un­eingeschränkten Ubootkrieg gewesen sei und weshalb die Sraae auch im September nach dem übereinstimmenden rteil der politischen und militärischen Leitung nicht ^Br^fam^it diesem Zusammenhang auf seine frü­heren Aeußerungen zurück: Sobald ich in Ueberemstlm- mung mit der obersten Heeresleitung zu der Ueberzeu­gung komme, daß uns der rücksichtslose Ubootskrieg dem siegreichen Frieden nähert, dann wird der Uboots­krieg gemacht werden. Dieser Zeitpunkt, fuhr der Reichskanzler fort, ist jetzt gekommen, wo nur mit der größten Aussicht auf Erfolg das Unternehmen wage« können. Einen spätere» Zeitpunkt dürfen wir also nicht abwarteu.

Was hat sich geändert? Zunächst das Wichtigste: Die Zahl unserer Uboote hat sich gegen das vorige Srühahr sehr wesentlich erhöht. Damit ist eine feste rundlage für den Erfolg geschaffen. Dazu kommen die fchlechte Weltgetreideernte, die Kohlenfrage, die Zu­fuhr von Erzen für die Munttionsfabrikation tn Eng­land und von Holz für den Kohlenbergbau.

Noch gesteigert werden die Schwierigkeiten unserer Feinde auf diesen Gebieten durch die Zunahme der feindnchen Frachtraumnot. Hier hat die Zeit und hat der Kreuzerkrieq den entscheidenden Schlag vorbereitet. Dürfen wir also jetzt die vositiven Vorteile des unein­geschränkten Ubootskrieges sehr viel höher einschätzen als im vorigen Frühjahr, so sind gleichzeitig die Gefah­ren, die uns aus dem Ubootskriege erwachsen, seit jener Zeit gesunken. Feldmarschall Hindenburg hat mir, fuhr der Reichskanzler fort, vor wenigen Tagen die Lage wie folgt bezeichnet: _ ,

Unsere Front steht auf allen Seiten fest. Wrr haben überall die nötige« Reserve«. Die Stimmung der Trup­pen ist gut und zuversichtlich. Die militärische Gesamt- lage läßt es zu, alle Folge« auf uus zu nehmen, die der uneingeschränkte Ubootskrieg nach sich ziehe« könnte.

Admiralstab und Hochseeflotte sind der festen Ueber­zeugung, einer Ueberzeugung, die in den Erfahrungen des Uboot-Krenzerkrieges ihre praktische Stütze findet, daß England durch die Waffe zum Friede» gebracht werden wird.

Unsere Verbündete« stimmen unseren Ansichten zu. Oesterreich-Ungarn schließt sich unserm Vorgehen auch praktisch an.

Der Reichskanzler schloß: Niemand unter uns wird dem Ernst des Schrittes, den wir tun, die Augen ver­schließen. Daß es um unser Leben geht, weiß seit dem 4. August 1914 jeder, und durch die Ablehnung unseres Friedensaugebotes ist dies Wisse« blutig unterstrichen. Wenn wir uns jetzt zur Anwendung unserer besten und schärfsten Waffe entschlossen haben, so leitet uns. nichts der Not s8S'NMääs,--i'ö shMilKserö Fömoe zudenken. Der Erfolg steht in höherer Hand. Was Menschenkraft vermag, um ihn für unser Vaterland zu erzwingen, seien Sie sicher, meine Herre«, nichts dazu ist versäumt, alles dazu wird geschehe»!

Nach der Kanzlerrede machte der Staatssekretär des Reichsmarineamts Mitteilungen vom militärischen und marinetechnischen Standpunkt aus. Der Staatssekretär des Innern behandelte an der Hand ausführlicher stati- sttscher Angaben die wirtschaftliche Weltlage. Sodann machte der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Mit­teilungen über eine Reihe besonderer Fragem

*

Folge» der englische« Schiffsraumuot.

WieManchester Guardian" lautB. L.-A." aus London meldet, seien, um Schiffsraum zu sparen, dra­stische Maßnahmen zu erwarten. So sollen die gewal- ttgen Holzmengen, die zum Schützengrabenbau einge- Mhrt werden, durch Fällen von Bäumen an der Front selbst gewonnen werden. Die Rationierung der Le­bensmittel habe ihren hauptsächlichen Grund darin, daß man Schiffsraum sparen wolle.

Nach Meldung derDaily News" hat das englische ..._ inett in den letzten Tagen ernstlich erwogen, daß Großbritannien nicht auf einen wetteren Bau von Kriegsschiffen zugunsten von Handelsschiffen verzichten solle, um den Verlust durch Uboote auszugleichen.

Kabinett

d

Der reiche Mann.

Roman von Hans Alten bürg.

54) (Nachdruck verboten.)

Ich schrecke auch davor nicht zurück," erwiderte sie in entschlossenem Tone.Ich werde alle Hebel in Be­wegung setzen, um die Verbindung mit dem Baron zu­stande zu bringen."

Dein Haß gegen Hermann läßt Dich leider über­sehen, was wir von ihm zu befürchten haben," entgeg- nete Demmberg, und auch in dem Tone seiner Stimme verriet sich jetzt seine innere Erregung.Wir dürfen darüber nicht so leichtfertig hinweggehen, Therese, wir müssen dieser Gefahr ernst ins Auge schauen. Die Do­kumente können in jeder Stunde in den Besitz Her­manns kommen, und was dann geschehen wird, nun darauf kannst Du die Antwort selbst finden."

Muß ich denn immer und immer wieder auf dies Schreckgespenst hingewiesen werden?" rief die Kommer­zienrätin ärgerlich.Weshalb hast Du die Papiere da­mals nicht vernichtet?"

Weshalb? Weiß ich es selbst? Es war nicht meine Absicht, Hermann zu betrügen, ich wollte ihm später sein Vermögen auszahlen"

Höhnisches Lachen unterbrach ihn,- entrüstet sah er seine Frau an.

Das ist niemals Deine ernste Absicht gewesen," sagte sie.Wenn sie es war, weshalb hast Du nicht längst diesen edlen Vorsatz ausgesührt?"

Es ist noch nicht zu spät dazu. Wenn ich ihm Agna gebe."

So wird er sein Vermögen dazu fordern."

Das wird er nicht!"

»Wird er doch, er haßt uns, er würde augenblick­lich den Prozeß gegen Dich anhängig machen"

®egen den Vater seiner Braut?" sagte Demm­berg.Wenn er eS wollte, so würde Agna ihn davon

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Aus dem großen Hauptquartier. j

oe# Großes Hauptquartier, 31. Januar 1917. (Amt­lich. WTB.) (Eingegangen 3,10 Uhr nachmittags.)

Mestlicher

Starker Frost und sechtstätigkeit ein.

An der Lothringer

HrtegsfdiaiwtaR.

Schneefülle schränkten die Ge-

Grenze bei Leiutrey war vom

Mittag an der Artillertekampf stark. Abends griffen die Franzosen einen Teil unserer Stellungen an; sie wurden abgewiesen.

vestUcher KriegsschauPlatz.

front des Generalfeldm. prin? Ceopold v. Bayern

Auf dem Ostufer der Aa st ü r m t e n unsere Trup­pen eine russische Waldstellnng und wiesen in ihr meh­rere starke Gegenangriffe znriick. 14 Offiziere und über 900 Mann wurden gefangen, 15 Maschinengewehre er­beutet.

front des Generalobersten Gr?hcnog Joseph.

Nach heftigem Feuer griffen die Russen mehrmals die Stellungen südlich der Baleputna-Stratze an. Zwei starke Angriffe scheiterten» beim dritten An­sturm gelang es einer russischen Abteilung, in einen Stützpunkt einzvdringen.

Heeresgruppe des Generalsetdmarfch. v. Mackrenlen

Nahe der Donan gingen stärkere feindliche Auf­klärungsabteilungen vor; sie wurden von den osmaui- schen Posten zurückgetrieben.

SQa;edonifche front.

Deutsche Erkunder brachten von einer Streife Cernabogen mehrere Italiener gefangen ein.

Der Erste Generalqnartiermeister:

Lndendorff.

Der deutsche Mendbericht.

im

Berlin, 31. Januar, abends. (Amtlich. WTB.)

Bei Kälte und Schueefall an allen Fronten nur geringe Gefechtstätigkeit.

Kaiserlicher Dank für das Trsuegelöbms.

Der Reichsanzeiger veröffentlicht einen kaiserlichen Erlaß an den Reichskanzler vom 30. Januar, in dem der Kaiser allen denen wärmsten Tank sagt, die sich an seinem Geburtstage zu erneutem Treugelöbnis ge­drungen gefühlt haben. Der Erlaß schließt: Schwere Zeiten liegen noch vor nus. Aentzerste Kraftanspannnng fordert die Not des Vaterlandes von jedem Einzelnen. Aber fest und unerschütterlich steht das deutsche Volk, vom Kraftbemußtseiu und Siegeswillen erfüllt, im Felde und in der Heimat zur Verteidigung seiner gerechten Sache bis zum letzten Mann bereit, und mit Zuversicht setze ich dem Ansganq des blutigen Ringens um Sei« oder Nichtsein von Kaiser und Reich entgegen. Gott wird auch weiter bei uns sein und unseren Waffen den -^ ""^ . - ^ ' ' rfl""B,

Dom österr.-ungar. Generalftab.

Wie«, 31. Januar. (WTB.) Amtlich wird ver- lautbart:

Oeftlicher Kriegsschauplatz

Heeresgruppe des Generalfeldmarfdt v. madtenfen.

Die osmanischen Truppen wiesen zunächst der Se- rethmünd««g starke rnffische Erk«nd«nas- tr « ppen ab.

front des Generalobersten 6r?her?og Joseph.

Im Mesticanesti-Abschnitt nahmen die Russen ihre Angriffe wieder auf. Zwei ihrer Anstürme wurden restlos abgewiesen. Bei einem dritten ging uns ein Stützpunkt südlich der Balepntnastratze ver­loren. front des Generalfeldm. prin? Ceopold v. Bayern.

Südlich des Pripjet keine besonderen Ereignisse.

Italienischer «nd südöstlicher Kriegsschanplatz.

Unverändert.

Der Stellvertreter des Chefs des Generatstabes, v. H o e f e r, Feldmarschalleutnant.

zurückhalten, und Hermann Hat keinen rachsüchtigen Charakter."

Die Kommerzienrätin zuckte mit Geringschätzung die Achseln.

Ich kenne ihn besser," erwiderte sie,und ich werde niemals dulden, daß Agna seine Frau wird. Ich habe seinen Vater schon gehaßt, und dieser Haß ist auf den Sohn übergegangen. Tue, was Du willst, aber das sage ich Dir, wenn Du Agna diesem Menschen zur Braut gibst, dann bleibe ich keine Stunde mehr hier."

Der Kommerzienrat rang schwer nach Atem, sein Gesicht war fahl geworden, und seine Lippen zuckten krampfhaft.

Das wäre also das Ende!" sagte er mit bebender Stimme.Du hast mich zu dieser Unterschlagung ver­leitet, und nun die Folgen uns drohen, willst Du mich verlassen!"

Ich hätte Dich verleitet?"

Wenn Du mich damals nicht ermutigt hättest, würde ich es nicht gewagt haben, das Geld zu unter­schlagen."

Und wenn Du die Papiere damals vernichtet hüt- test, würde die Sache nie an den Tag gekommen sein."

Sie konnte auch auf anderem Wege an den Tag kommen, wir mußten stets darauf gefaßt sein."

Das hättest Du früher bedenken müssen," sagte die Kommerzienrätin mit herzloser Kälte,wenn die Neue jetzt zu spat kommt, so ist das Deine Schuld, ich habe aber keine Lust, mich demütigen zu lassen."

Der Bankier blickte seine Frau starr an. War sie denn nicht ebenso schuldig wie er? Und was berechtigte sie, nun die ganze Schuld auf ihn zu wälzen und ihm Borwürfe zu machen. Sie wäre eher verpflichtet gewe­sen, mit ihm darüber zu beraten, wie die drohende Ge­fahr abgewendet werden konnte.

Alle diese Borwürfe können das Geschehene nicht ungeschehen machen," tagte er,und wir dürfen nicht

Eine deutsche Note an Merika

w> Berli», 31. Januar. (WTB.) Der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika ist heute eine 1 Note übermittelt worden, in der es u. a. heißt:

Nachdem bei1 Versuch gut Verständigung von den Gegnern mit verschärfter Kampfansage beantwortet worden ist, muß die Kaiserliche Regierung, wenn sie in höherem Sinne der Menschheit dienen und an den eigenen Volksgenossen uid)t versündigen will, den ihr von neuem aufgedeungenen Kampf ums Daseiu ; nunmehr unter vollem Einsatz aller Was- f e n fortführen. Sie muß daher auch die Beschränkn»» gen fallen lassen, die sie sich bisher in der Verwendung ihrer Kampfmittel zur See auferlegt hat.

In einer der Note beigefügten Denkschrift meinen die Sperrgebiete «m Großbritannien, Frankreich und Italien herum und im östlichen Mittelmeer bezeichnet, in denen vom 1. Februar 1917 ab jedem Seeverkehr ohne weiteres mit allen Waffen entgegengetreten wer- ben wird. Neutrale Schiffe, die die Sperrge­biete befahren, tun dies auf eigene Gefahr. Wenn auch Vorsorge getroffen ist, daß neutrale Schiffe, die am 1. Februar auf der Fahrt nach Häfen der Sperrgebiete sind, während einer angemessenen Frist geschont wer- , den, so ist doch dringend auguraten, daß sie mit allen verfügbaren Mitteln gewarnt und umgeleitet werden. Neutrale Schiffe, die in Häfen der Sperrge­biete liegen, können mit gleicher Sicherheit die Sperr­gebiete noch verlassen, wenn sie vor dem 5. Februar auslaufen und den kürzesten Weg in freies Gebiet neh­men. Der Verkehr der regelmäßigen amerikani­schen Passagierdampfer kann unter genau be­zeichneten Bedingungen unbehelligt weitergehen.

Den Regierungen der anderen neutralen Staaten sind entsprechende Noten übermittelt worden.

Aus dem Inhalt der deutschen Note

seien noch folgende Stellen mitgeteilt: Die Freiheit her Meere als Vorbedingung für den freien Bestand und den friedlichen Verkehr der Völker hat ebenso wie die offene Tür für den Handel aller Nationen stets zu den leitendeil Grundsätzerr der deutschen Politik gehört. Was Belgien anbelangt, das den Gegenstand marmherzcFer Sympathien in den Vereinigten Staaten bildet, so hatte der Reichskanzler wenige Wochen zuvor ertlärt, daß eine Einverleibung Belgiens niemals in Deutschlands Absicht gelegen habe. Deutschland wollte in dem mit Belgien zu schließenden Frieden lediglich Vorsorge dafür treffen, daß dies Land, mit dem ^.e Kaiserliche Regierung in gu­ten nachbarlichen Verhältnissen zu leben wünscht, von den Gegnern nicht zur Förderung feindlicher Anschläge ansgerlutzt werden kann. An der Erobernngssucht der 1 Gegner, die den Frieden diktieren wollen, ist der Frie- densversuch der vier Verbündeten gescheitert. Unter dem Aushängeschild des Nationalitäteuprinzips haben sie als Kriegsziel enthüllt, Deutschland, Oesterreich-Un­garn, die Türkei und Bulgarien zu zerstückeln und zu entehren. Dem Versöhuuugswunsch stellen sie ihren Vernichtnaswillen entgegen. Sie wollen den Kampf bis aufs Aentzerste. So ist eine neue Sachlage entstauben, die auch Deutschland zu neuen Enäscülüssen zwingt. Seit 2% Jahren mißbraucht Eugland feine Flottenmacht zu dem frevelhaften Verfuch, Deutschland durch Hunger znr Unterwerfung zu zwingen. In brutaler _M1ßach- Wrte Mächtegruppe nicht nur -eu legitimen Handel ihrer Gegner, durch rücksichtslosen Druck nötigt sie auch neutralen «taaten, jede« ihr nicht genehmen Han- öe/sverkehr aufzugeben oder ben Handel nach ihren willkürlichen Vorschriften einzuschränken. Das ameri­kanische Volk kennt die Bemühungen, die unternommen worden sind, um England und seine Bundesgenossen zur Rückkehr zum. Völkerrecht und zur Achtiing vor dein Gesetz der Freiheit der Meere zu bewegen. Die eng­lische Regierung verharrt bet ihrem Aushuugerunqs- kneg, der zwar die Wehrkraft des Gegrrers nicht trifft, aber Frauen und Kinder, Kranke und Greise zwingt, um ihres Vaterlandes willen, schmerzliche, die Volks- kraft gefährdende Entbehrungen zu erdulden. So häuft britische Herrschsucht kaltherzig die Leide« der Welt, un­bekümmert um jedes Gebot der Menschlichkeit, unbe- kümmert selbst um die stumme Friedeussehnsucht bei öeu Völkern der eigenen Bundesgenossen. Jeder Tag, den das furchtbare Ringen andauert, bringt neue Ver­wüstungen, neue Not unb neuen Tod. Jeder Tag, um den der Krieg abgekürzt wird, erhält auf beibcit Seiten Xaufenben tapferer Kämpfer das Leben und ist eine Wohltat für die gepeinigte Menschheit.

*

, . Die Bahn ist frei; es gibt in unserer Kriegführung seine Schranken mehr. Unsere Feinde werden inne wer- ben, was für ein freventliches Spiel sie getrieben haben, als sie das hochherzige Friedensangebot Deutschlands

verkennen, daß die Sachlage eine sehr ernste ist. Ich meine, ®n müßtest nun einsehen, wie notwendig ein gütlicher Vergleich mit Hermann ist. Haben wir dieses Ziel erreicht, so sind unsere Hände wieder rein."

Aber wir halten dann in diesen Händen den Bet­telsack," erwiderte die Kommerzieuräiin mit beißender Ironie.

Der Kommerzienrat schüttelte den Kopf. Diesen Haß konnte er nicht begreifen.

Agna glaubt, wir hätten auf ihre Verbindung mit dem Baron verzichtet," fuhr die Kommerzienrätin fort man muß sie bei diesem Glauben lassen, bis der gün­stige Augenblick gekommen ist."

Der Bankier, der sich bereits der Türe genähert hatte, blieb stehen.

Und was gedenkst Du zu tun?"

Ich werde durch eine List zu erreichen suchen, daß sie den Ehevertrag unterzeichnet, dann ist sie gebunden."

Das wird Dir nicht gelingen."

Ich hoffe doch!"

Die stolze Frau würde wohl doch nicht ganz so sie* gesgewist gewesen sein, hätte sie in Ruhe die Folgen ihres selbstsüchtigen Handelns überlegt. Sie hätte sich selbst sagen müssen, daß Hermann den Kamps nicht aufgeben würde, daß er in Lena und dem Doktor zwei treue Bundesgenossen besaß, und daß ihm die treue Liebe Agnas gehörte.

Lena und der Doktor hatten den Plan der Kom- merztenrätin sofort durchschaut, als sie von dem Spa- ziergang zurückkehrten und Agnas Zeilen lasen, die sie hastig geschrieben hatte, ehe sie der Mutter gefolgt war

Das törichte, ahnungslose Kind!

Aber nun durften sie nicht länger zögern, Hermann das Geheimnis anzuvertrauen. Lena hatte ihm etm Rohrpostkarte geschrieben, daß er sofort nach der Tier, gartenstratze kommen sollte.

(Kortsstzuna folgt.)