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Frankreich war immer die politische Hoffnung der Polen, aber Frankreich versagte, während Deutschland feet positive Arbeit in Polen und für Polen geleistet hat: Dies war der Gedankengang einer Reihe von Vor- trägen des Polen Nicolaje Brzeziekis im Athenee zu Genf. Der Redner betonte, wie groß die Hoffnungen gewesen seien, die man seinerzeit auf Napoleon I. ge­lebt hatte, daß diese aber, trotz der Errichtung des Groß- berzogtums Warschau, enttäuscht worden wären.

Eingehend besprach Brzezicki die dritte Teilung Po­lens 1815 und besonders das Verhältnis zu Rußland von dieser Zeit ab. Rußland hätte in keiner Weise die zugesagte Autonomie Kongreßpolens geachtet, und seit dem Aufstande der Polen 1880 1831 sei Polen der maß­losesten und entsetzlichsten Unterdrückung durch die auto- kratische Regierung und die reaktionäre Bureaukratie ausgesetzt gewesen. Da sei der Weltkrieg ausgebrochen! Kein Wunder, meinte der Redner, daß man trotz aller Leiden des Krieges erleichtert aufatmete, als endlich die Russen durch den Einmarsch der Deutschen im Jahre 1915 versieben wurden. Nachdem jede nationale Be- strebung seit fast 100 Jahren mit eiserner Faust erdrückt worden sei, hätten die Deutschen angefangen, Schulen einzinichten, den größeren Städten, Warschau an der Spitze, eine eigene Venvaltung gegeben und die pol­nische Sprache in Schule, Kirche und bei den Behörden wieder eingestihrt. Unbeschreiblich ici der Jubel ge­wesen, als die Proklamation der beiden Kaiser am 5. November bekauntqeaebeu wurde. Das WortFrei­heit und Unabhängigkeit" hätte einen ungeheuren Ein­druck in ganz Polen gemacht. Am 6. Dezember fei dann der Staatsrat eingerichtet worden, und somit sei Polen jetzt wieder ein selbständig freilich mit den Beschrän­kungen, welche sich aus der Kriegeslage ergäben re­gierter Staat.

Die russischen Versprechungen des Großfürsten Ni- kolrjewitsch, im Anfänge des Krieges seien nichts als leere Worte geblieben. In Wirklichkeit hätte sich eher das russische Regime 1914 noch grausamer gezeigt als vor dem Kriege. Das letzte Manifest der russischen Re­gierung. nach welchem abermals eine Autonomie unter russischem Zepter versprochen wurde, konnte demnach auch nicht den geringsten Eindruck machen. Irgendeine politische Gemeinschaft Polens mit Rußland sei für jeden denkenden Polen für alle Zeiten ein Unding. Frankreich habe auch im Weltkriege im entscheidenden Augenblicke trotz aller gegenseitigen Sympathien ver­sagt. Es hätte Polen seinem Verbündeten Rußland opfern müssen! Und heuie sei es so weit gekommen, daß die französischen Zeitungen von einer Selbständigkeit Polens gar nicht sprechen dürften.

HotftoitWetge in DeK-chland in elf er Seit

Der durch den gegenwärtigen Krieg bei uns her- vorgerufenen Notstandfürsorge läßt sich in der ganzen

Geschichte 5er Menschheit nichts Ähnliches o« DU Seite SRen, aber Anklänge daran finden wir doch auf vielen lästern unserer eigenen Geschichte, wenn mir sie bis ins Mittelalter zurückschlagen. Der Ruhm, auf dem Gebiete der Fürsorge in Zeiten eines allgemein fühl­baren Mangels zuerst wirksame Maßregeln ergriffen zu haben, um dem Entbehren die allzuscharfe Spitze av- zubrechen, gebührt wohl Karl dem Großen.

Er begnügte sich keineswegs damit, bet einer Hun­gersnot, die als eine Strafe Gottes für die Sünden der Menschheil ausgefatzt wurde, Fasten anzuordnen, sondern er griff auch mit Mitteln der weltlichen Ge­walt tatkräftig ein. Seine erste Sorge in Zeiten des Mangels war darauf gerichtet, das Getreide im Lande zmückzuHalten; um die Wende des Jahres 805 und 806 verbot er sogar von Diedenhofen die Ausfuhr jeglicher Nahrungsmittel. Schon früher hatte er unter dem Ein- druck der Hungersnot von 792793 auf der Frankfurter Synode für Getreide bestimmte Preise festgesetzt; die königlichen Güter aber sollten ihren Ueberfluß zu meö= rigereu verkaufen. Viel mehr versprach er sich jedoch unzweifelhaft für die Unterstützung der Notleidenden von der zwangsweise« privaten Fürsorge. Es war eine Art Notsteuer, die er im Jahre 780 jedem Bischof, jedem Slot jeder Aebtissin mit der Verpflichtung auf erlegte, eine bestimmte Summe für die Bedürftigen zu geben. Ein anderes Mal verordnete er, jeder Bischof, jeder Abt, jede Aebtissin solle bis zur nächsten Ernte vier Not­leidende ernähren; vermochten sie das nicht, so hätten sie wenigstens einen, zwei oder drei aufzunehmen. Armen, die durch die Not aus ihrem Hause vertrieben waren und heimatlos umherzogen, wurde durch das Kapitulare vom Jahre 802 derselbe königliche Schutz bewilligt, wie den Gesandten fremder Völker: Niemand durfte es wagen, sich an ihnen zu vergreisen oder sie zu Sklaven zu machen, sondern sie sollten sich niederlassen dürfen, wo sie wollten. Die Erhaltung des Getreidevor­rates im Lande bezweckte sein Verbot des Bierbrauens; bei Hungersnöten schonte er die Wehrpflichtigen der da­von heimgesuchten Gegenden, indem er das Aufgebot nur an diejenigen Gegenden erließ, die nicht darunter zu leiden hatten.

Persönlich ging der Kaiser mit gutem Beispiel vor­an, wenn es galt, dadurch zur Nachahmung anzuspor- neu. Seinen Hörigen erließ er ihre Abgaben, in der Art eines geistlichen Fürsten ernährte er viele Hungrige und verteilte eigenhändig Brot unter sie; 7800 Brote soll er einmal an einem einzigen Tage fortgegeben ha­ben. Täglich pflegte er einen Armen vollständig mit Kleidern zu versehen. Auf jedem seiner Güter ließ er 100 Armen Unterhalt gewähren, von seiner eigenen Ta­fel gab er soviel fort, daß davon täglich 113 Hungrige gespeist werden konnten. Den Bäckern befahl er, au Stelle der Brote, die sonst einen Denar kosteten, zwei halb so große Brote herzustellen, damit der arme Mann sich auch schon für einen Obol ein Brot kaufen könnte. Weiter befahl er, die Hälfte des Feldes statt mit Ge­

treide mit Erbsen und Bohnen zu Besteuert, dauM tal Volk auf diese Weise schneller Lebensmittel erhielte.

Von solcher vorsorglichen staatlichen oder persön­lichen Tätigkeit, wie Karl der Große sie entfaltete, um der durch Mangel hervorgerusenen Not soviel wie mög­lich zu steuern, findet sich in späteren Jahrhunderten nur noch sehr wenig. Nur noch von einem Kaiser hören wir, daß er sich überhaupt um das Elend des Volkes während einer Hungersnot gekümmert hat: es war Heinrich III., der in Speyer die Armen speiste. Die Kirche übernahm die ganze Wohlfahrtspflege; in seiner SchriftHungersnot im Mittelalter" hebt Fritz Cursch- mann rühmend die großartige Weise hervor, in der die kirchlichen Institute jener Zeit sich während jeder Hun­gersnot der zahllosen Armen und Heimatlosen annah- men und sie mit den größten Opfern zu unterhalten suchten. Vor den ungeheuren Aufgaben, die der Kirche aus solchen Veranlassungen zufielen, schreckte sie nte= sich selbst und der Verarmung übten die Klöster mit nie selbst und der Verarmung übten die Klöster mit nie ermüdender Hand das Werk der Nächstenliebe und Barmherzigkeit aus, wenn sie sich durch die Not der Zeit dazu berufen fühlten. Genügte das Geld, das man zur Verfügung hatte, nicht, so griff man die Kirchen- schätze an. Wir hören von einem westfälischen Kloster, das für solche Zwecke mit den heiligen Geräten auch seine Bücher verpfändete, und von dem Abt eines Augs- burger Klosters, daß er, um sein volles Teil zur Lin­derung des Elends beitragen zu können, es mit seinen eigenen Gütern ebenso machte. Bei der Notstandfür­sorge, die nicht selten ihre Mittel überstieg, verschulde­ten die Klöster zuweilen gang bedenklich.

Es kam nicht selten vor, daß Aebte durch ihre schran­kenlose Wohltätigkeit in Notstandjahreu die Vorrats­kammern gänzlich leerten, sodaß sie sich mit ihrer Um­gebung selbst dem größten Mangel ausgesetzt sahen. In Sankt Martin bei Doornik erklärten die Mönche eines Tages dem allzu freigebigen Abt, er möge weiter für das Heil der Seelen sorgen, die Sorge für die äußere Verwaltung und den materiellen Unterhalt des Klo­sters aber sollte er lieber kundigeren Händen überlassen. Es wurden dann drei Mönche gewählt, die in kürzester Zeit dem Kloster die Mittel zu dem Unterhalt wieder verschafften. In Neumünster verteilte der Priester Tbetmar in Vizelins Auftrage Nahrung an die Be­dürftigen, gab aber dabei so reichlich, daß er dadurch das Kloster selbst in Not zu bringen drohte und man vor ihm die Vorratskammern schließen mußte. Der fromme Mann wußte sich jedoch heimlich weiter Ein­gang in die Scheunen zu verschaffen und entnahm ih­nen nach wie vor Getreide. Die Sage erzählt, daß sich die Getreidekammern durch Gottes Gnade immer wie­der von selbst füllten.

Notstandfürsorge in Deutschland in alter Zeit ganz ohne Interesse wird die Gegenwart dieses kurze Kapitel aus der mittelalterlichen Geschichte unseres Volkes wohl nicht lesen.

In das Handelsregister B ist bei der unter Nr. 12 ein­getragenen Firma:

Benno Schilde, Ma­schinenfabrik und Appa­ratebau,Gesellschaft mit beschrankterHastu«g,zu Hersfeid"

Dem Kaufmann Wilhelm Horn und dem Jugenieur Adolf Boleg zu Hersfeld ist Gefamtprokura erteilt derart, daß beide zu­sammen oder in Gemein­schaft mit dem Betriebs- lefter Heinrich Schade in

Hersfeld berechtigt die Gesellschaft zu treten.

Hersfeld,

den 23. Januar

sind, ver-

1917.

Siaiil. AMgtrW.

Meter Nadel holz - Stämme sollen vor dem Einschlag im Wege der Submission ve;- MMMHW '

Kaufangebote sind ver­schlossen bis Dienstag, den

6. Febr., mittags 12 Uhr, an das Bürgermeisteramt zu Gittersdors einzusenden, woselbst auch die Beding­ungen eingesehen werden können.

Die Eröffnung der Ange­bote erfolgt Mittwoch, den

7. Febr., mittags 12. Uhr.

Gittersdorf,

den 30. Januar 1917.

Groll, Bürgermeister.

Nachdem nunmehr die Kartoffelaufnahme durchge­führt ist, wird darauf Hingewiese^, daß die Vorräte so bemessen sind, daß jeder mit der ihm Angewiesenen Menge bis zur neuen Ernte auskommen muß. Es wird daher dringend davor gewarnt, daß mit den Vorräten leicht­sinnig umgegangen und mehr als die für den Kopf der Bevölkerung zuständige Menge verbraucht wird. Nach den jetzt bestehenden Vorschriften steht auf den Kopf und Tag nicht mehr wie - »Pund zu, Schwer- und Schwerst- arbeiter erhalten für ihre Person eine Zulage von 11A Pfund für den Tag, Selbstversorger dürfen bis Ende Februar täglich IV2 Pfund auf den Kopf verbrauchen, von da ab nur 1 Pfund.

Mehr Darf unter keinen lllnftiindea verbraucht werden, da an einen Ersatz für leichtsinnig verschwendete Borräte nicht z» deuten ist.

Es wird daher dringlich empfohlen, die Kartoffeln mit Kohlrüben zu strecken, 2 Teile Kohlrüben auf 1 Teil Kartoffeln. Die «Kohlrüben werden sich aller Voraussicht nach nicht weit über April d. I. hinaus halten, eine vor­sichtige Wirtschaftsführung verlangt daher, daß jetzt vor­zugsweise die Kohlrüben verbraucht und an den Kartoffeln möglichst gespart wird. DaS heißt also tunlichst noch weniger als die zuständige Menge verbrauchen und den AuSfall durch Kohlrüben ersetzen, zumal die Gefahr vor- liegt, daß ein Teil der Kartoffeln im Laufe deS Frühjahrs noch schlecht wird.

Die Stadt wird demnächst Kohlrüben zum Verkauf bringen, die in Mengen von höchstens 3 Pfund auf den Kopf zu 5 Pfg. für daS Pfd. an minderbemittelte Ein­wohner verkauft werden. Späterhin werden voraussicht­lich aüch Zuweisungen an die Geschäfte erfolgen können.

Hersfeld, am 26. Januar 1917.

Der Magistrat Versorgungssteüe.

Herrin gegen Vmmng Bettelei.

im

Zu der am nächsten

Die Beerdigung (rolgeleiche) findet Mitt­woch nachmittag 3 Uhr statt.

Statt besonderer Anzeige

Heute nacht um 12^ Uhr verschied

nach langem schweren Leiden unsere

liebe Mutter, Schwiegermutter, Qross-

mutter und Tante,

Frau Witwe

Elise Zirkel

geb. Fischer

im 85. Lebensjahre.

Im Hamen der trauernden Hinterbliebenen:

Hermann Zirkel. Postsekretär.

Cassel, Hersfeld, Frankfurt a. M.

und Wilhelmshaven den 29. Januar 1917.

Die Kartoffelknappheit zwingt uns, der Ausbewahrung der Kartoffeln besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

Es wird besonders auf eine sachgemäße Lagerung der Kartoffeln hingewiesen. Vor allem dürfen die Kar­toffeln nicht hochaufgeschüttet gelagert werden, Sie müssen luftig lagern, am besten auf Lattenrosten und vor allem müssen die Vorräte ständig durchgesehen und faule Kar­toffeln ausgelesen werden, damit sie die andern nicht an­stecken. Wir bitten diese Ratschläge zu beachten, Leicht­sinn und Fehler würden nicht wieder gut gemacht werden können und sich bitter rächen.

Die Kartoffeln halten sich am besten bei einer Temperatur von 2 Grad über Null. Keinesfalls darf die Temperatur deS Raumes, in bem sie lagern, 8 Grad übersteigen, bei 3 Grad unter Null erfrieren die Kartoffeln.

Es wird in nächster Zeit eine Nachprüfung der Kartoffellager stattfinden; wir bitten tunlichst vorher für sachgemäße Lagerung zu sorgen.

HerSfeld, am 26. Januar 1917.

Äk Magistrat LersorWMck.

Am 17. Januar d. J. starb in treuer g, Vaterland

Felde der Ehre mein lieber Sohn, unser guter Bruder, Schwager und Onkel

Georg Mol

Inf. Leib-Rgt. 117. 12. Kompagnie.

In tiefer Trauer:

Peter Henkel, Vater.

Heinrich Henkel, Unteroffizier,

Bruder.

Familie V ZÜL

Werndi.

Gonnermann, Kalkobes. Schenklengsfeld, den 28. Januar 1917.

Freitag, den 2. t. Mir.

nachmittags 6 Uhr

Amtszimmer des Unterzeichneten stattsindenden

Eerreral-Bersammlimg

werden der Vorstand, die Helferschaft sowie die Mitglieder des Vereins ergebenst eingeladen.

Hersfeld, am 30. Januar 1917.

Der Vorsitzende

Feyerabend.

Tagesordnung.

1. Vorlage der Rechnung vom abgelaufenen Vereinsjahr.

2. Neuwahl deS Vorstandes.

3. Wahl von 2 Rechnungsprüfern.

4. Freie Anträge.

Makulatur

lalle ScitÄStn)

hat abzugeben.

L. Stints AllchdruSerei