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Die Ktiegsziele dee französischen Sozialisten

Die Zukunft Elsaß-Lothringens.

Qu sozialdemokratischen Kreisen Amsterdams ver- lautet, daß in der vorigen Woche in Paris eine vertrau­liche Sitzung des parlamentarischen Ausschusses der so- zialdemokratischen Fraktion der französischen Kammer staltfand, in der die Kriegsziele und Friedensbedinguu- gen Frankreichs im Anschluß an die Pläne der fran­zösischen Regierung besprochen wurden. Einstimmig soll beschlossen worden sein, der Forderung der französischen Regierung auf Rückgabe Elsatz-Lothringens nicht im Wege zu stehen. Vier Fünftel der Anwesenden waren jedoch der Meinung, daß Elsatz-Lothringen nicht wieder Frankreich einverleibt werden dürfe, da der seit 1870 in Frankreich genährte Revanchegedanke ganz einfach nach Deutschland verpflanzt und neue Kriegsgefahren heraufbeschwören würde. Man müsse der Regierung und der Bevölkerung Frankreichs das Verständnis für die Notwendigkeit, sich zu beherrschen, beibringen. Im Fall des Sieges der Entente müsse man daher aus El­satz-Lothringen einen neutralen Pufferstaat machen, der ohnehin zwischen beiden Staaten dringend notwendig sei. Dessen mineralische Schütze könnten dann dem Unternehmungsgeiste beider Staaten offen stehen.

Wilson will sein Friedenswerk fortsetzen.

Nach einer Meldung der TurinerStampa" wird Wilson das Friedenswerk energisch fortsetzen und in einer neuen Note, bereit Text unveröffentlicht bleiben soll, die Hilfe der europäischen und amerikanischen Neu­tralen eindringlich fordern, sowie die Gründe darlegen, welche ihn veranlaßt haben, eine Reform des See- kriegsrechts zu verlangen. Nach anderen italienischen Blättern scheine Wilson auch zu beabsichtigen, den Lie­feranten von Kriegsmaterial in Amerika SlmvcHmtgen zn geben, durch die die Lage des Vierverbandes emp­findlich berührt würde.

Interessante Bemerkung eines UMons-Diplomaten.

LautVoss. Zig." hat der Botschafter der Vereinig­ten Staaten von Nordamerika In Petersburg vor eini­gen Tagen anläßlich des Besuches in Moskau vor der dortigen russisch-amerikanischen Handelskammer einen Vortrag gehalten, in dem er mit Bezug auf die Be­schlüsse der Pariser Wirtschaftskonferenz, die eine Reihe von Punkten enthalte, die zweifellos gegen den Han­delsverkehr mit den neutralen Mächten gerichtet seien, u. a. sagte: Man darf nicht vergessen, daß unter diesen neutralen Mächten auch solche sind, die gerade die Ver­bündete« mit alle dem versehe» haben, was erst eine Fortsetzung des Krieges möglich gemacht hat. Ohne diese den Ententemächten gelieferten Kriegsmaterialien hätte die bisherige Kriegführung wahrscheinlich einen ganz andere« Verlauf genommen.

Wenn diese Bemerkungen tatsächlich gefallen sind, wird man sie gut im Gedächtnis behalten müssen.

Der Krieg zur See.

Ein Uvoot im Gefecht mit einem englische« Hilfskreuzer.

Aus Christiania wird gemeldet: Das Marinemini- -terium gibt bekannt: Ein norwegisches Motorfahrzeug rüte bei Hammerfest die 34 Mann starke Besatzung ei- kc8 deutschen Nbootes, das anf See gesunken war, an Sand. Da die Besatzung nach einem norwegischen Ha­sen auf einem neutralen Schiff gebracht wurde, ist sie gemäß den in ähnlichen Fällen erteilten früheren Ent- ^>ero«ngen- d^rechmt geGyr worven. ^MM«

Wie wir hierzu von zuständiger Stelle erfahren, hatte das Unterseeboot am 27. Januar abends in der Nähe von Hammerfest ein Gefecht mit einem englischen Hilfskreuzer. Die Besatzung des Bootes ist bis auf den Ingenieur Hermann gerettet.

Griechenland unter dem Druck der Mächte.

Die Durchführung der Entente-Forderungen.

Der griechische Minister des Aeutzern hat nach einer Havas-Meldung am Sonnabend dem französischen Ge- andleu zur Kenntnis gebracht, daß entsprechend den Forderungen der Entente vom 18. Januar General Kal- laris, der zur Zeit der Ereignisse ^ kommandierender General des ersten Armeekorps war, keines Kommandos enthoben worden ist. Ferner wurde dem Gesandten mitgeteilt, daß die Königliche Regierung umn König dazu ermächtigt worden ist, alle Bervlndnn- aen die man als schädlich für die Staatsinteresten bc- Uachte. aufzulöscn, und daß die königliche Regierung geumtz der übernommenen Verpflichtung am Freitag zur Auflösung des Reservistenverbandes geschritten ser.

Die Besatzung anf Korfn.

Der Kommandant der in Korfn garnisontereitben arieüsischen Division hat von der königlichen Regierung den Befehl erhalten, die Truppen nach Patras zu füh- ^ Auf der Insel werde nur eine Abteilung von 200 Mann verbleiben. Der Befehl über diese wird einem Ösfizier übertragen werden, dessen Loyalttat.gegenüber Sache der Entente sicher sei.

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g." zur Folge, daß be- welche Maisladungen

Kaiser Karl bei König Ferdinand.

Kaiser Karl hat auf der Rückreise von dem ^sand-

J MncS Besuch abge- ßattet! und bei dieser Gelegenheit den österreichisch-un­garischen Feldmarschallstab überreicht.

Maisladnngen für die Schweiz von England zurückgehalten.

Die völkerrechtswidrige Blockade Griechenlands durc^EngE hat L W A«« », daß ve-

die griechischen Dampfer, welche Maisladungen m-MesS in Gibraltar zurückgehalten worden fhS Die Schweiz hat diplomatische Verhand­lungen mit England eingeleitet.

Interniern« g kriegsgefangeuer Familienväter.

Nachdem die deutsche Regierung erklärt hat, bereit zu fein, hundert Tinzösische Kriegsgefangene die über 18 Monate in Gefangenschaft waren und Vater von

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chen auf den deutschen Vorschlag einzugehen, hat der schweizerische Bundesrat der Ausnahme der Gefange­nen zugestimmt.

England plant Einführung des Kartensystems.

DerRotterbamsche Courant" meldet aus London: Der Arbeiter-Abgeordnete Auberson, der zum Ausschuß zur Regelung der LebenSmittelpreise gehört, sagte in Leicester, er glaube, kein Gekeirmtis zn verraten, wenn er lultteilc, daß die englische Bevölkerung demnächst auf Rationen gesetzt werde «Nd zwar auf der» Wege

Line sranzöflflhe SprengWabr» zerstört.

Aus Lyoner Blättern geht hervor, daß die Sprc«g- stoffabrik in Masfy-Palaiseau, die hauptsächlich Muni­tion herstellte, völlig zertrümmert wurde. Von 390 Ar­beitern waren im Augenblick der Katastrophe nur 80 anwesend. Der Bahnhof der Pariser Ringbahn sowie benachbarte Häuser sind beschädigt. Der Ringbahnver­kehr mußte für einige Stunden eingestellt werden.

Eine Pariser Havas-Metdung sagt über die Raia- sücophe: In der Fäbrikstaöt Masiy bei Marie hat eine Melinitexplosion stattgesunden. Sonntag mittag ent­stand ein Brand in der Pulverfabrik Massy-Palaiseau. Das Feuer breitete sich schnell aus und erreichte die Lager, in denen recht bedeutende Vorräte von Spreng- ftoffen aufgehäuft waren. Der Direktor und das Per- wnal machten große Anstrengungen, um den Brand zu löschen und verließen das Gebäude erst im Augenblick der ersten Explosion, der bald daraus zwei oder drei weitere folgten. Die Zahl der Opfer ist nur gering. Drei Arbeiter wurden leicht verletzt und sieben getötet. Durch den heftigen Luftdruck wurde in einem recht wei­ten Umkreis an den Häusern Materialschaden an Dä­chern und Fenstern verursacht.

Anschlag gegen den Hofzug des Königs von Spanien.

Zwei der Täter festgenommen.

Madrider Zritmrgsmelöungen zufolge haben Ver­brecher versucht, den Hofzug des Königs bei Granada zum Entgleisen zu bringe». Es wurde jedoch ein Un­glück verhütet. Zwei Verhaftungen wurden vorgenom­men. Das Unterstaatssekretariat des Innern soll den Anschlagsversuch amtlich bestätigt haben. Lyoner Blätter melden über den Anschlag auf den König von Spanien, daß einer der Verhafteten wahrscheinlich Spa­nier sei. Er führe den Namen Rafael Duran. Der an­dere sei Portugiese und heiße Tinto.

Aus Genf berichtet derB. L.-A": Ueber den At- tentatsversnch auf den Eisenbahnzug des Königs Al- fons von Spanien wird aus Madrid noch gemeldet: Von den zwei Bleiklötzen, die gefunden wurden, lag einer quer über den Schienen, der andere war dazwi­schen geklemmt. Die Entdeckung erfolgte durch kontrol­lierende Zivilgardisten. Wäre der Zug entgleist, so hätten die Wagen an der stark abschüssigen gieße ver­nichtet werden müsse». Der verhaftete blutjunge Por­tugiese Tinto scheint als Aufpasser verwendet worden zu sein.

Ein dritter Verdächtiger verhaftet.

Die Madrider Blätter melden, daß die Polizei in­folge des Anschlags eine Person verhaftet und durch­sucht hat, die korrekt französisch und englisch sprach und einen Bries bei sich hatte, der in unentzifferbaren Aus­drücken gehalten ist.

Politische Rundschau.

Ueber Deutschlands Lage führte der nationallibe­rale Neichstagsabgeorönete Stresemann bei einer Kar- fersgeburtstagsfeier in Hamburg aus: Der Kaiser ist ein Mann des starken Vertrauens in das Volk. Das Vertrauen des Kaisers hat sich bewährt, das zeigen die Angusttage 1914, und das zeigen noch die jüngsten Tage, als nach der Ablehnung des Friedensangebotes serwort, und damit war Schluß der Dlskujston über den Friedensgedanken, wenn auch noch irgendwo sich jemand znm Wort gemeldet hat. Wir würden ein Bett­lervolk von Englands Gnaden werden, wenn wir jetzt nachgeben wollten. Wenn ein Feind in unserem Lause stände, so würde es niemand dort etnfallen zu sagen: Was deutsch ist, soll deittsch bleiben. Deutschland ist nicht imstande, die Kriegskosten zu bezahlen." Und wenn wir hundert Jahre daran zu tragen hätten, so würderr sie uns den letzten Pfennig abpressen. Auch England spürt die wirtschaftliche Not von Monat zu Monat mehr durch Deutschlands schärfste Waffen zur See. Die anfänglichen Schiffsversenkungen sind auf 500 000 Tonnen in den letzten Monaten gestiegen. Wie könnte diese Zahl wachsen, wenn auch die letzte Fessel fiele! Mit seinem Knochensinger wird das Gespenst des Hungers an Englands Tore klopfen. Der Zusam- menbruch droht, denn England fällt mit seiner Schiff- sahrt. Wir haben das Schwert, um England ins Herz zu treffen, und wir hoffen, daß unser Kaiser es gebrau­chen wird. t

Um Liebknechts Mandat. Die Sozialdeuwkratte des Reichstagswahlkreises Potsöam-Osthavelland hat jetzt beschlossen, dem Kandidaten der Minderheit, Ptehrtug, einen Kandidaten der Mehrheit in der Person des Vor­sitzenden der Wahlkreisorganisalion Emil Stahl gegen- überzustellen.

Die Neutralität der Schrveiz. Der Prasiderrt der Schweizer Republik, Schultheiß, äußerte zu einem Be­richterstatter desAz Est" auf die Frage, ob die Neu­tralität der Schweiz in Gefahr sei, u. a.: Ich bin über­zeugt, daß keiner unserer dtachbarn die neutrale Lage der Schrveiz außer acht lassen wird. Uebrigens wäre ,eS für eine kriegführende Partei fein vorteilhafter Versuch, durch die Schweiz ziehen zu looßen, denn sie dürfte neben den Geländeschwierigkeiten und den bis­herigen Feirrden sich der ganzen Schweiz gegenüber sehen.

der Garten am LewninOreet.

Eine lehrreiche Geschichte.

Lloyd George läßt in dem Garten von Downing- ftreet Nr. 10 ein Haus errichten, das baldigst einJn- wrmationsamt" beherbergen soll. Wer wird da wohl informiert und über was? Die Arbeit dieses Frage­spiels wird uns sehr erleichtert durch eineKurier-Sen- dnng", die unsere braven Blaujacken auf einem Dampfer beschlaguahmteu. Diese interessante Sendung bestand nämlich aus drei umfangreichen Schriftstücken, Deren eins für das Auswärtige Amt, das andere für Die Ad- mtralttät, das dritte für die Redaktion derTimes" uns DerDaily Mail" sowie für einzelne Privatpersonen, darunter den belgischen Gesandten in London, bestimmt waren. Im wesentlichen Informationen, wie sie zwei­fellos in Zukunft das Haus im Garten von Downing- jtreet süßen sollen. Da die umfangreichen Sendungen alle von einem einzigen Tage datiert waren, so ergibt sich daraus (wie auch aus anderen Anzeichen) die Regel­mäßigkeit dieses Informationsdienstes. Man kann an­nehmen, daß das Haus im Garten von Downinastreet eine Aikzahl von Zimmern aufweisen muß, wenn es all dies täglich hercinftntende Dtatertal in Den von den eng­lischen Zeitungen mit solcherRuhe" erwarteten künf­tigen Kriegsjahren aufspeichern soll.

Der englische Generalkonsul, der Sammler und Sender der beschlagnahmten Papierfülle, ist, das muß man ihm lassen, ein fleißiger Mann, und er hat offen- ! bar zahlreiche sprachkundige, wissenschaftlich gebildete SilkSkräkte, DU alles, was England .informieren"

könnte, an» deutschen Zeitungen zusammenfuchen, all» schneiden, mit kurzen Nottzen versehen. Der beschlag­nahmte englische Postsack hat sehr indiskret Wer Um­fang, Art und Ziel dieser Arbeit ansgeplaudert; bat den für uns schmeichelhaften Beweis erbracht, daß in Deutschland wirklich kein Wort, gleichviel wo, gedruckt werden kann, ohne daß englische KonsulatsbebörSen da­für sorgen, daß es in England bekannt werde, daß es zu Propagandazwecken abgedruckt, kommentiert, ein biß­chen gefälscht oder mißdeutet, jedenfalls aber dem eng­lischen Publikum mundgerecht vorgesetzt werde. Neben Aufsätzen über bestimmte Persönlichkeiten. Kritiken der Kriegsereignisse, Berichte von Neutralen, sind es haupt­sächlich die wirtschaftlichen Fragen, für die der englische Generalkonsul und sein emsiger Stab in England heißes Interesse voraussetzen. Ueber Brauereien und Bier- preiserhöbungen, über Zuckerverteilung und Kartoffel­höchstpreise, über den Roheisenverband und den Hopfen­markt, über Papierfabrikation und Geflügelfutter, über Sprotten und Senfbereitung finden sich zahlreiche Aus­schnitte.

Aus allen Enden Deutschlands sind die Notizchen hergeholt; und wo eine pessimistische oder auch nur eine außerhalb des Zusammenhanges 10 deutbare Wendung sich als vereinzelte kleine Entgleisung der Gesinnung oder des Stils sindet, da ist ein fröhliches Bleistiftzei­chen am Rande der Wink für die Arbeit derzu Jn- mierenden". ....

Die reiche und pfiffige Auswahl dieser Zeitungs­ausschnitte sollte uns in Deutschland zu denken geben. Mehr als der übrige Inhalt dieser umfangreichen Kon­sularsendung eines Tages. Die Sammel- und Klebe- arbeit des fleißigen englischen Generalkonsuls könnten wir etwas erleichtern und seinen gut auf Scherenarbeit dressierten Stab entlasten, wenn aus deutschen Zeitun­gen immer mehr die kleinen gedruckten Seufzer ver« Ichwänden. Voraussetzung aller Dinge, Reden und No­tizen muß doch sein: wir sind im Krieg. Wir haben ihn nicht gewollt; aber wir halten ihn das weiß der liebe Gott! siegreich durch. Und alles wehleidige Getue iiber ein vaar Einschränkungen und Entbehrungen muß augenblicks verstummen, wenn wir dellken, was unsere braven Truppen an Anstrengungen und Entbehrungen in Marsch. Grabenkrieg und offener Schlacht aushalten, und was sie, Strapazen, Gefahr und Tod nicht scheuend, dem von des Krieaes Schrecken unberührten Baterlande an Macht und Ansehen erobert haben. Und wenn dann einer, der zu Hause mal Eier und Butter vermißt, nicht durch den Blick ins Feld zu bewegen ist, seinen kleinen Aeraer von der Druckerschwärze fernzubalten, so denke er an die erbeuteten Postsäcke mit der listigen Scheren- arbeit des englischen Generalkonsuls. So denke er, daß Lloyd Georae im Garten Downinastreet Nr. 10 ein Haus baut für alles, was ihm Erfreuliches aus Deutsch­land herüberkommt!

Vermischtes.

Durch die Verhaftung der Berliner Schwiudteri«

Kupfer ist auch ein Geschäftsmann in Hannover bloß- gestellt worden. Belege und Schriftstücke bewiesen, daß ein Luferant in Hannover zu den höchster Ueberpretsen Der Frau K. Fle sch uns Feinkost deferte. Frau K. zalilie in den letzten neun Monaten an ein einziges Geschäft über 45,000 Mk. für Kleidungsstücke, Darumer Brcln'!leider für AM Mk., einen Pinkel für über 1400 Mk., Nachwelnden für 135 Mk. dis Stiles usw. Eme B.nmenh Mu re erhielt im ganzen 1DM Mk.

sich.aW über i^tHr Mk. Gute Geschäfte machten auch die Juweliere. Die Einleger waren, wie die Sichtung weiter ergibt, ver­schieden beteilrgt: einige, wie eine Gräfin Z., mit einer festen Verzinsung ihres Kapitals mit 12 v. H. Auch andere waren nur gm Gewinn, nicht aber an etwaigen Verlusten Beteiligt. Unter den kleinen Teilhabern fin­den sich auch eine Masseurin mit 13 000 Mark und eine Zimmervermietertn mit ebenfalls 13 000 Mark. Ein Pförtner hat 950 Mark eingelegt und bereits 500 Mark Gewinnanteil erhalten. Er hat jetzt eine Gesamtforde- rung von 2800 Mark angemeldet.

Von seiner Wirtin erschlagen. DieB. Z. am Mittag" meldet: In einem Hause im Norden Berlins wurde in der Nacyt zum Montag ein 84jähriger Post­sekretär ii. D. von seiner Wirtin, einer 64jährige» Schaffnerin erschlagen, weil er zur Erwärmung seines Zimmers Preßroyten aus der Küche holen wollte. Der Greis verblutete, ehe Hilfe zur Steile war, während Die Mörderin, die sich mehrere erhebliche Verletzungen beigebracht hatte als Gefangene nach der Charfte über» führt wurde.

Einschneidende Maßnahmen im Reiseverkehr. Wie dieBerl. Morgenp." meldet, stehen einschneidende Dtaß- nahmen für den gesamten Privatreiseverkehr bevor. Durch den Mangel an verfügbarem rollendem Material und Arbeitskräften veranlaßt und zur Ersparnis von Kohlen wll das Reisen von Privatpersonen auf das un­bedingte Mindestmaß beschränkt werden. Jeder Rei­sende hätte sich demnach in Zukunft vor Antritt der Fahrt über den Zweck und die Äkotwendigkeit seiner Retse auszuweisen, worauf ihm erst die Genehmigung zu er« teilen wäre. Bei der Beurteilung der Notwenöigkett haben rein private Interessen solchen öffentlicher oder wirtschaftlicher Natur zu weichen. Insbesondere dürfte die Verordnung sich auf Vergnügungsreisen beziehen. Sind) der Güterverkehr soll im Interesse der Kriegs­wirtschaft noch weiter eingeschränkt werden.

Kriegsgcwi«« Nentralcr. Dieser Tage finD in der dänischen Hauptstadt Die Steuererhebungen für das lau» sende Jahr abgeschlossen worden. Das Endergebnis trägt durchaus Den Stempel Der Durch den Krieg her­vor gerufenen Hochkonjuktnr. Höchst charafterlFthd) ist es besonders, daß Der große Steuerzuwachs in Den höch­sten Steuerklassen zu verzeichnen ist. So hat Kopen­hagen jetzt 161 Steuerzahler mit einem Einkommen von über 200000 Kronen gegen 42 im Vorjahre. 154 haben 100000 bis 200000 Kronen verdient gegen 77 im Vorjahre. 546 : 40000 bis 100000 Kronen gegen 339 und 1004 : 20000 bis 40000 Kronen gegen 786 int Jahre 1915. Der Ertrag aus diesen vier Steuerklassen ist von 66760300 Kronen auf 146690550 Kronen angewach» fett und zwar für die Klaffe von 200000 Kronen auf» wärtsallein von 14489500 auf 68870750 Kronen!"

Weitere Drahtnachrichten.

Die Behavdüms Naturalisierter in Englaud.

fest» London, 30. Januar. sWTB.)Daily Mail" berichtet: Der Staatszekretär des Innern hat vorberek- tende Maßnahmen getroffen, um alle naturalisierte« Ausländer, bet Denen Der begründete Verdacht besteht, daß sie zur Zeit De^ Krieges eine Gefahr für das Land sind, zu entnaturaltsieren. Die Untertanen verbündeter Länder werden davon ausgenommen werden.

Erdbeben in Kroatien.

«-^ Budapest, 29. Januar. In Agram ist heute vormittag ein zehn Sekunden andauerndes Erdbeben gespürt worden, das keinerlei Schaden aurichtete. Nur an einigen Häusern zeigten sich in den Decken Sprünge. Auch in der Umgegend wurde das Beben vernounneu.