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Ä ®<rMe SeSMWeS üMett E an Mst-tt r«ve« Tagen sehr erhebltch. Die Beute wuchs auf 21 Ma­schinengewehre und zwei Minenwerfer. Die Zahl der Gefangenen erhöhte sich auf 20 Offiziere, 2100 Mann,

Kohlen- und Lebensmittelnot in Frankreich.

Ein Manifest der Arbeiter.

Die Kohlennot in Paris dauert fort. Statt der täg­lich notwendigen 6000 Tonnen können nur 3000 ver­teilt werden. Es kam mehrfach zu neuen Kundgebun­gen, doch sind die Nachrichten darüber in der Presse außer 6eit Ueberschriften von der Zensur gestrichen. Lyoner Blätter melden aus Paris: Der allgemeine Ar- deiterverband in Frankreich fordert in einem Manifest an die Regierung, Parlament und Oeffentlichtkeit schnelle »nd wirksame Maßnahmen znr Bekämpfung der Le- Vensmittelnot, die durch die schlechte letzte Ernte, die Unbeständigkeit und die Saumseligkeit der Behörden sich zu äußerstem Ernst verschärft habe. Das Manifest fordert die Beschlagnahme und Bestellung unbebauter Ländereien sowie die Entlassung der zur territorialen Armee einberufenen landwirtschaftlichen Arbeiter.

Kriegsnöte der Neutralen.

DieNationaltidende" meldet aus Stockholm, daß im letzten Halbjahre die Kaffeezufuhren nach Schweden völlig eingestellt worden feien, da England unerbittlich jede für Schweden bestimmte Kaffeeladung beschlag­nahme.Politiken" meldet aus Christiania, sechs der größten Papierfabriken des Landes hätten bereits ihren Betrieb wegen Kohlenmangels eingestellt. Eine Ver­ordnung betreffend Einschränkung des Papierverbrau­ches der Zeitungen werde gemeldet.

In verschiedenen italienischen Städten sind laut V. Z." wegen der herrschenden Kohlennot und der steigendeil Lebensmitteltenerung Unruhen ausgebrochen.

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Vertranenstagesordnung für Briand.

Die französische Kammer nahm am Sonnabend mit 813 gegen 137 Stimmen eine Tagesordnung an, welche der Regierung das Vertrauen ausspricht. Lyoner Blätter berichten über die der Geheimsitzung folgende öffentliche fehr bewegte Kammersitzung, daß der Sozia­list Bon, der ständig unterbrochen wurde und schließlich unter ungeheurem Lärm die Tribüne verlassen mußte, forderte, daß die Verhandlungen der Geheimsitzungen schleunigst bekanntgegeben wurden, damit die Oeffent- lichkeit die Unentschlossenheit und Schwäche der Regie­rung kennen lerne. Auch ein anderer Redner tadelte Briands Politik der Untätigkeit.

Bratianus Ziele und Hoffnungen.

Er will an Rußlands Seite ausharren.

Sh einer Unterredung, welche der Petersburger Korrespondent eines Amsterdamer Blattes mit dem ru­mänischen Ministerpräsidenten Bratianu hatte, sagte dieser u. a.: Er lBratianu) sei nach Petersburg ge­kommen, um der Nation die Dankbarkeit des rumäni­schen Volkes für die Sympathien und das Wohlwollen zu bezeugen, welches ihnen der Zar bei den ungeheu­ren Prüfungen erwiesen habe, die Rumänien öurchzu- machen hatte. Rumäniens Kriegspolitik stimme mit der Rußlands vollkommen überein. Rumänien sei in die­sen Weltkonflikt eingetreten mit dem Bewußtsein, daß die Bundesgenossenschaft mit Rußland ihm ein weites Feld für die Entwicklung der Verbindungen mit dem «iWfc-titiiiü^ der

analen Bestrebungen eröffnen werde. Trotz vieler und schmerzlicher Prüfungen, die wir hinter uns und noch vor uns haben, stehe dieses für Rumänien fest und es sei entschlossen, bis zum Ende durchzuhalten, denn es würde frevelhaft sein, das Vertrauen schon auf hal­bem Wege zu verlieren, während sich die andere Hälfte des Weges schon unter ganz anderen Anzeichen eröffne. Es gereiche wm zur Freude, in Petersburg auf uner­schütterlichen Glauben in Bezug auf den Verlauf des Striegel zu stoßen. Die rumänische Armee werde von neuem für öen Kampf ausgerüstet werden. Der Augen­blick nähere sich, wo die rumänische Armee zusammen mit den russischen Truppen den Feind vertreiben und das ihrige zu dem gemeinsamen Siege beitragen werde, der Europa für einen dauerhaften Frieden sichere und Rumänien die Bedingungen für die freie Entwicklung seiner nationalen Kräfte erreichen ließe. Dieses Ziel könne nicht eher erreicht werden, bis es gelinge, das österreichische Problem und die österreichisch-ungarische Frage endgültig zu lösen. Auf eine Frage des Kor­respondenten über die Verluste Rumäniens an Mann­schaften und Vorräten antwortete Bratianu, daß die vom Feinde gemachte Beute die wirtschaftliche Lage in Deutschland nicht merklich beeinflussen könnte. Die ru­mänische Armee habe etwa ein Viertel ihres Effektto- bestandes an Toten und Verwundeten verloren.

In einer so verzweifelten Lage, wie sich Bratianu zurzeit befindet, kommt es auf etwas mehr oder we­niger bombastische Worte nicht an. Es mag dem rumä­nischen Ministerpräsidenten auch eine Wohltat sein, sich einmal den Kummer von der Seele reden zu können.

Kriegs allerlei.

Ein Franzose als Bewunderer des Kaisers.

Ein altangesessener Bürger von Laon äußerte einem deutschen Kriegsberichterstatter gegenüber bei der Kaisergeburtstagsfeier, er habe die Feier schon dreimal miterlebt und jedesmal erscheine es ihm, als ob die Deutschen ihren Kaiser immer höher verehrten. Es sei das Unglück Frankreichs, daß es nicht auch eine Kraft besitze, wie sie die Deutschen in der hohen Verehrung für ihren Kaiser bekundeten.

Kameruner in Las Palmas eingetroffen.

Temvs" meldet aus Madrid: Der spanische Dam­pferCatalonia" ist aus Fernando Po mit deutschen Soldaten aus Kamerun an Bord, die auf spanisches Gebiet übergetreten waren, in Las Palmas eingetroffen.

Heimkehr deutscher Kinder aus der Wolgagegend.

Einem Petersburger Telegramm, des Bureaus Nordsüd" zufolge bewilligten die russischen Militärbe­hörden aus die Bitte der deutschen barmherzigen Schwe­ster von Passow, die zurzeit die deutschen Kriegsgefan­genen in Rußland besucht, das Gesuch des Roten Kreu­zes, 18 deutschen Kindern in Astrachan, deren Eltern gestorben sind, die Rückkehr nach Deutschland zu ge­statten.

Ein indischer Hilferuf an Wilson.

Das Exekutiv-Komitee -er indischen Nationalpar­tei (Europäische Zentrale) hat au den Präsidenten der Vereinigten Staaten ein Telegramm gerichtet, das mit den Worten schließt: Wir hoffen ernstlich, daß Sie jetzt Ihrem eigenen Worte Wirkung verleihen und daß Sie Ihre mächtige Stimme für die leidenden Millionen Indiens erheben werden. Wir erklären, daß es ohne ein freies und unabhängiges Indien keinen dauernden Weltfrieden geben kann.

PWiWs MMKW

Die Ergebnisse der Einkommeusteuerveraulaguitg für 1916 sind im preußischen Finanzministerium ziffern­mäßig zusammengestellt. Das Durchschnittseinkommen -er physischen Personen rst von 2267 M. 1915 auf 2430 ./zt gestiegen. Die gesamte Einkommensteuer ist im zweiten Kriegsjahr im Vergleich zum letzten Friedensjahre um rund 168 Millionen Mark gestiegen. Gegenüber dem letzten Friedeusjahre ist für 1916 ein Einkommensteuer- Mehrbetrag von rund 120 Millionen Mark eingetreten.

Keine -auernde Beibehaltung des Getreidemono- Vvls. DieNordd. Allg. Zig." schreibt halbamtlich: Im Berl. Tagebl." befindet sich eine Notiz über Beschlüsse der Regierung, die eine dauernde Beibehaltung des Ge- treideuronopols betreffen sollen. Sie ist, wie alle in der letzten Zeit verbreiteten Gerüchte, von irgendwelchen Beschlüssen in Sachen der künftigen Reichsfinanzreform aus der Luft gegriffen

Ein Gnadenerlaß König Ludwigs. Der König von Bayern hat zum Geburtstage des Kaisers die von Mi- litärbefehlshabern verhängten Disziplinarstrafen und die von Militärgerichten verhängten Geld- und Frei- Hettsstrasen aus Gnade erlassen, soweit die Strafen noch nicht vollstreckt sind und sofern die auferlegten oder be­reits gemilderten Freiheitsstrafen sechs Monate nicht übersteigen.

General der Zufanterie Kronprinz Vilhelm.

Zu der Ernennung unseres Kronprinzen zum General der Infanterie, die am Geburtstage des Kaisers erfolgte, wird uns geschrieben:

Am 18. April 1896. brächte die Kaiserin ihre beiden ältesten Söhne gleichzeitig in öas Prinzenhaus zu Plön. Am 22. Februar 1900 legte der Kronprinz die Reife­prüfung ab. Aktiven Dienst als Leutnant tat er aber erst vom Tage seiner Großjährigkeit ab. Der Kaiser stellte ihn a la suite des Grenadierregiments Kronprinz (1. ostpreußisches) Nr. 1 in Königsberg und am 30. Mai 1900 trat er als Leutnant in die 2. Kompagnie im 1. Garderegiment ein. Am 1. September desselben Jahres wurde er zum Oberleutnant ernannt. Am 18. Septem­ber 1900 wurde er zum Hauptmann befördert. Schon vorher hatte er mehrfach Gelegenheit mit Kaiser Franz Josef zusammenzutreffen. Der greife Kaiser hatte es sich nicht nehmen lassen, zu der Feier seiner Großjährig- kestserklärung persönlich nach Berlin zu kommen. Da­raufhin stattete der Kronprinz am 14. April 1901 dem verbündeten Monarchen einen Dankbesuch ab.

Nach seiner Ernennung zum Hauptmann wurde er mit der Führung der 2. Kompagnie des 1. Garderegi­ments zu Fuß betraut. Auch der Kaiser war bekannt­lich Kompagniechef der 2. Kompagnie. Um auch die Reiterwaffe kennen zu lernen, wurde er dann als Ritt­meister zum Regiment Garde du Corps zur Dienst­leistung kommandiert. Am 22. Oktober 1905, am Ge­burtstage seiner Kaiserlichen Mutter, wurde er a la suite des Pasewalker Kürassierregiments Königin gestellt. Seine militärische Laufbahn erhielt den ersten Abschluß mit der Beförderung zum Major am 19. September 1907. In seiner Stellung als Major war der Kron­prinz zunächst Bataillonskommandeur im 1. Garderegi- ment zu Fuß und am 15. September 1911 wurde er Kommandeur des 1. Leibhusarenregiments zu Lang­fuhr. Der Kommandierende General des 17. Armee­korps war damals General der Kavallerie v. Mackensen, der siegreiche Heerführer in Rumänien. Am GebnriS- iw des Kaisers im Jahre iaiö wurde der Kronprinz zum Oberst ernannt. Er hatte also fast 6 Jahre die Stellung eines Majors inne, eine verhältnismäßig lange Zeit für einett Thronerben, die ausreichend er­scheint, um eine gediegene militärische Ausbildung des Kronprinzen zu ermöglichen.

Man weiß, daß er bei Ausbruch des Krieges die Generalsstreifen erhielt. Von seinen anderen Ehren- stellungen, die der Kronprinz heute nach Ntederlegung mancher Würden in feindlichen Heeren noch inne hat, seien folgende erwähnt: Der Kronprinz wird a la suite des 2. Gardelandwehrregiments und des 1. Seebatail­lons geführt. Am 2. September 1897 wurde er vom da­maligen Prinzregenten Luitpold von Bayern a la suite des 1. bayerischen Ulanenregiments Kaiser Wilhelm II., König von Preußen, gestellt. Am 7. September 1899 stellte ihn der König von Württemberg a la suite des Infanterieregiments Kaiser Wilhelm (2. Württ. Nr. 120). Am 6. April 1900 wurde er zum Inhaber des öster­reichischen 13. Husarenregiments ernannt. Im Juli 1915 wurde er als Generalleutnant a la suite des Säch­sischen Grenadierregiments Nr. 21, vom König von Sachsen unter Belassung a la suite des erstgenannten Regiments zum Chef des Husarenregiments Nr. 19 er­nannt. Dieses Neaiment trägt von jenem Tage den Namen 2. Kgl. Sächsisches Husarenregiment Nr. 19 Kronprinz Wilhelm des Deutschen Reiches und von VreMen. Bei Ausbruch des Krieges wurde er zum Generalleutnant und Führer einer Armee ernannt, und im Mai 1916 zum Chef des 2. Schlesischen Jäaerhatail- lons Nr. 6. (OKM.)

Vermischtes.

Die Hin-ettvttrgspen-e. Graf von Schiwerin-Löwitz hat in seiner Eigen ghast als Vorsitzender der Verwal­tungsstelle der .pmoenvurgspeude der deutschen Land- wirte an den Kaiser ein Telegramm gerichtet in dem es heißt: In der kurzen Zeit von etwa sechs Wochen bis heute sind nach den bei der Verwaltungsstelle der Hmdenvnrgspeuöe der deutschen Landwirte eingegange- neu Meldungen bereits mehr als 1^ Millionen Kilo­gramm Schmalz, Speck und Fleischwaren für die Rü­stungsarbeiter der deutschen Industrie gespendet wor- 6en. Ich bin der festen Zuversicht, daß die Opsersrendig- keit der deutschen Landwirtschaft in dem Bestreben nicht nachlasse« wird, den Rüstungsarbeitern das Aushalten in ihrer schweren Zeit zu, erleichtern. Der Kaiser ant­wortete: Die Vaterlandslre.be und Opferfreudigkeit der deutschen Landwirtschaft werden auch weiterhin bis zur siegreiche« Beendigung unseres Existenzkampfes nicht nacklassen in treuer Mitarbeit und Hilfe in den Nöten unserer Seit»

Seeheld Badewitz. Leutnant z. S. Badewitz, der rühmlich bekannte Führer des Prtsenschiffes »Narroro- dale", ist ein Pommer. Er ist in Stolp geboren, wo seine Mutter noch jetzt wohnt. Sein Vater war Tischlermei­ster. Reinhold Badewitz besuchte, nach derKolper Zeitung", anfangs die Bürger-Kuabcnschnle. Später erlernte er die Gärtnerei. Wer der Gärtnerberuf ent­sprach nicht seiner Neigung. Schon früh zog es ihn zur Marine, die ihn aber anfangs nicht nehmen nwlUc, weil er nicht das rechte Körpergewicht hatte. Mit 16 Jahren setzte er es dann durch, daß er Schiffsjunge wurde. Das ruhige Leben gefiel ihm nicht, Nachdem er Obermatrose geworden, ging er in die Hnrdels- marine, wo er es bis zum Kapitän brächte. Bei Aus­bruch des Krieges stellte er sich wieder in den Dienst der Kaiserlichen Marine. Seine schnelle Beförderung vom Obervlatroke zum Leutnant ist bekannt. Badewitz'

Muner harre rurzxrV me y-veuoe, oen Sohn, wenn auch nur auf ganz kurze Zeit, wiederzusehen. Damals war die schwierige und abenteuerliche Fahrt derAarrow- öale" noch militärisches Geheimnis, uno der Sohn konnte auf die überraschte Frage der Mutter, wo er herkomme, nur antworten:Aus der Wellt" Mehrere Tage darauf erschien dann die Nachricht von der Ein­bringung der PriseAarrowdale" in den Zeitungen. Und nun erst erhielt Frau Badewitz Kunde von dem Kriegsruhm ihres Sohnes.

Um ein Attest. Das Schwurgericht in Hamburg verhandelte gegen den Hausdiener Draheim wegen Mordes und versuchten Totschlags. Der Angeklagte hat am 18. Mai v. I. den praktischen Arzt Dr. Grum- precht in seiner Wohnung erschossen, weil dieser ihm ein verlangtes Attest nicht ausstellen wollte. Auch aus einen herbeigeellten Polizeibeamten gab er mehrere Schüsse ab. Der Beamte war erheblich verletzt worden. Die Geschworenen bejahten die Schuldfrage nach Mord in dem einen Fall, erkannten aber im zweiten Fall nur auf gefährliche Körperverletzung. Das Urteil lautete antragsgemäß auf Todesstrafe unü 5 Jahre Gefäng. nis.

Das Berliner Einheitsbrot. Der Berliner Magist­rat hat einstimmig beschlossen, dem Beschluß der Brot- karten-Gemeinschaft Grotz-Berlins auf Einführung des Einheitsbrotes und des Kuchenbackverbots für Bäcker beizutreten, und hat sich weiterhin einstimmig dahin entschieden, daß in der Brvrkaiäengemeinschaft Grotz- Berlins auf die Einführung der Kundenliste auch für Gebäck hingewirkt werden soll.

Der König der Eierhamster, so lesen wir im ster Lloyd", lebt nicht etwa in Deutschland oder in ei­nem der anderen kriegführenden Länder, sondern in den Vereinigten Staaten. Dort hat ein Mann mit Na­men James E. Werts sich auf die Bildung großer Eier­lager geworfen. Bisher hat er in feinem Hauptgeschäft in Chicago nicht weniger als 72 Millionen Eier ge­sammelt, die er zum Preise von ungefähr 40 Pfennig bis 1,20 Mark für das Dutzend gekauft hat und zu Be­ginn des Frühjahrs vor der neuen Eiersaison zu 8 bis 4 Mark für das Dutzend zu verkaufen gedenkt.

Bergarbeiter und Lebensmittelversorgung. Die vier Bergarbeiterverbände hatten das Kriegsernäh­rungsamt dringend um Beibehaltung der bisherigen Kartoffelratton ersucht. Das Kriegsernährungsamt ließ lautKöln. Ztg." die Vertreter der Bergarbeiterver- bände bitten, zu einer mündlichen Besprechung tm Kriegsernährungsamt sich einzufinden. Wie -ieBerg­arbeiterzeitung" berichtet, habell in dieser Besprechung die Führer der Verbände die Lage im RuhrgMet dar­gelegt und die Wünsche der Bergarbeiter in der Ernäh­rungsfrage vorgetragen. Amtlicherseits wurde erklärt, daß es nicht möglich sei, die Kartoffelratton zu erhöhen, weil man die Steckrüben nicht verderben lassen wolle. Man wolle auch erreichen, daß die Kartoffeln bis zur nächsten Ernte langen. In etwa sechs Wochen soll die Kartoffelration wieder, und zwar auf fünf Pfund, er­höht werden. Die Schwerarbeiter sollen mehr Fleisch erhalten, einheitlich in der Woche 500 Gramm, ebenso sollen an sie Wurstwaren zu gewöhnlichen Höchstprei­sen geliefert werden. Dann solle auch an die Fami- lienangehörigen Suppengemüse verabreicht werden. Das Kriegseruährungsamt will eine genaue Bekannt­machung über die in der Ernährungsfrage gemachten Zugeständnisse veröffentlichen.

Zum Schutze der Mieter sind in Oesterreich beson­dere Maßnahmen getroffen morden. Sie bestehen hin- WlUü Der Ueüum mw minieren Wohnungen in dem Verbot einer nicht gerechtfertigten Erhöhung des Miet. pretses und in Beschränkungen des Kündigungsrechtes des Vermieters. Andererseits werden die Vermieter als Hypothekenfchuldner durch das Verbot einer unzu­lässigen Erhöhung des Zinsfußes von auf den vermie­teten Liegenschaften lastenden Hypotheken geschützt. Ueber die Zulässigkeit einer Erhöhung des Zinsfußes der Hy­potheken entscheidet das Mietsamt, das in Städten und Landgemeinden mit mehr als 20 000 Einwohnern zu er­richten ist.___________

Weitere Drahtnachrichten.

Ein englischer Hilfskreuzer verloren.

«-^ London, 29. Januar. (WTB.) Amtlich wird gemeldet: Der HilfskreuzerLaurentic" (14 892 Ton­nen) ist am 25. Januar an der irischen Küste von einem dentschen Unterseeboot oder einer Mine versenkt worden. 12 Offiziere, 109 Mann sind gerettet.

19 Dampfer, darunter 14 englische, vermißt.

fe^ Amsterdam, 29. Januar. (T. U.) Aus London wird berichtet, daß nach Privatmeldungen von Lloyds im Monat Dezember noch 19 Dampfer als vermißt an­gegeben werden, über die bisher keine Dtitteilungen veröffentlicht wurden. 14 davon sind englisch.

Gewaltige Explosionen in Amerika.

^ Berlin, 29. Januar. (Privattelegr.) Wie der B. L.-A." meldet, explodierten im Staate New Jersey in einer Fabrik eine halbe Million Granaten. Der Schaden werde auf 85 Millionen Franken ge chatzt. Bei einer zweiten Explosion seien 200 Tonne« Explosivstoff in die Lnft geflogen.

Die deutsche Bereitschaft.

wf Genf, 29. Januar. lT. U.) Unter dem starken Eindruck der Erklärungen des Kriegsministers General von Stein in der imB. L.-A." veröffentlichten Unter­redung erörtern die Pariser Fachkritiker die Aussicht einer deutschen Offensive mit scharfer Betonung der Tatsache, daß die Mittelmächte an allen Fronten impo­nierende Kräfte mit unverändertem Schneid vorschicken.

Die neue Residenz des Königs von Rnmüute».

r^ Stockholm, 29. Januar. lT. u.)Rußkoje Slowo" zufolge ist es lautB. T." Bestimmt, daß der König von Rumänien mit seinem ganzen Hofe den Palast Potemkins zu Jekaterinoslaw in Südrutzland als Residenz für sein Exil gewählt hat. Regierung, Parlament und Ministerien werden teilweise nach Cherson, teilweise ebenfalls nach Jekaterinvslaw über­siedeln. Das vertagte rumänische Parlament soll nur in der alleräußersten Not einberufen werden.

Das heutige Bulgarien.

>£ Sofia, 29. Januar. lT. U.) ImMir" ist laut Dtsch. Tgztg. eine Verlautbarung erschienen, welche die Wficßt der bulgarischen Regierung über eine even­tuelle Herausgabe der von den Bulgaren besetzten Ge­biete nieheigiat. Das Blatt schreibt: Infolge der Hal­tung der Entente müssen wir Bulgaren alle Energie einsetzen, um das Land, welches wir mit unseren Waf­fen besetzt halten, nicht wieder zu verlieren. Wir schaff sen damit nicht ein unnatürliches Großbulgarien, son­dern weihen dadurch nur das erreichen, was wir not- ivendig brauchen, um existieren zu können. Nur ein Bulgarieu in seinen heutigen Grcuze« vermag den Friede» auf der Balkanhalbinsel in Zuknuft an ga­rantieren.