Einzelbild herunterladen
 
  

, Vital von Jngolstavt:Man wtrv vier vortrefflich verpflegt, besser sogar, als ht den französischen Militär' Hospitälern Alles ist besser organisiert und funktioniert sehr gut. . . Ich muß sagen, man ist hier nicht schlecht aufgehoben."

Souslieutnant Feyret vom 220. R. I. R.:Ich bin glücklich, zu wissen, daß Frankreich und Deutsch­land heute Feinde aber wie ich hoffe, nur vorüber­gehend jedes sich gegenüber den verwundeten oder gefangenen Angehörigen des anderen Landes guther­zig, taktvoll und human verhält und so der Welt das Beispiel der Zivilisation mitten im Kriege gibt."

Lieutenant Andrieux vom 92. J. N. nach der An­kunft im Lager von Fürstenfeldbruck bei München: Ich wünsche, daß die in Frankreich befindlichen deut­schen Verwundeten so behandelt werden, wie man uns

Vier behandelt." .

Uebrigens sprechen die Franzoien uch cn gleicher Weise lobend nicht nur über die Behandlung im Lager und im Lazarett, sondern auch über die Behandlung bei der Gefangennahme, auf dem Schlachtfeld und wah­rend des Transportes, aus. So schreibt Capitaine Martert awn 22. Kot. Jnf.-Reg.:Ich bin es der Wahrheit schuldig, auszusprechen, daß uns die lsvlda- ten mir denen wir vorher gekämpft hatten, mit vollen- detem Benehmen empfangen haben. Der mich in Ia- mvigne bewackende Posten gab mir, während ich. auf einem Ambulänzmagen sitzend, über die Wechselfatle des Krieges nachdachte, ohne daß ich ihn darum bat, die Hälfte seines Büchsenfleisches. Ein Ariillericun- teroffizier gab mir Weißbrot. Ein verwundeter Artrl- lerieofftzier ließ mich zu sich rufen, um mich ein wenig Rotwein trinken zu lassen. Die Tatsache, daß ich, wenn auch unvollkommen, deutsch spreche, öffnete mir alle Herzen, die ich trotz allem für schlicht und gut halte. Wie oft in diesen paar Tagen habe ich es sagen hören: England und Rußland sind an all dem Unglück schuld. Welch' Schade, daß Frankreich und Deutschland sich nicht besser kennen gelernt haben. Wie viel Unglück wäre vermieden worden!" Ich glaube, daß diese Worte aufrichtig waren. . . . Ich wiederhole es, der Em­pfang durch die Soldaten und ihre Offiziere ist überall von vollendeter Höflichkeit gewesen."

Und über die Behandlung auf dem Transport, Sergeant Ervein vom 155. J. R.:Die deutschen Sol­daten bedeckten uns mit ihren großen Mänteln, damit wir nicht frieren sollten. Roch einen anderen Fall von Gutherzigkeit dieser Soldaten will ich anführen, ins­besondere waren es da ihrer zweie, die auf alle mögliche Weise bestrebt waren, uns vor Uebelständen zu bewah­ren und uns die Länge des Transportes vergessen zu lassen. Alles was ihnen selbst gegeben wurde, das teil­ten sie mit uns." _ . , ,

Mit der Aussage deutscher Gefangener, daß sie nach der Gefangennahme hinter der Front und int Artillerie­feuer ihrer eigenen Kameraden zu militärischen Arbei­ten gezwungen worden sind, muß man schließlich die Aussage eines französischen Gefangenen, eines Sous- Ostisiers vom 96. I. R. vergleichen:Wir waren zu­nächst tibrzeugt, daß wir erschossen werden würden. Unsere Ueberzeugung verstärkte sich, als man uns hin­ter der Mauer einer abseits gelegenen Ferme in einer Reihe aufstellen ließ. Aber nach einer Viertelstunde verließen wir diesen Platz wieder und verstanden nun, daß uns die Boches dorthin gestellt hatten, um uns vor den Kugeln zu schützen."

WUsons Botschaft in englischer AMaUung.

Dem Grundgedanke;! der Botschaft des Präsidenten Wilson znsammensasseuö, sagt die offiziös benutzte Lon­donerWestminster Gazette":Wir nehmen an, P'' sident Wilson hat einen praktischeren Zweck im Au als nur an seinen Senat eine Botschaft zu richten. L

ua

sident Wilson hat einen praktischeren Zweck im Auge, als nur an seinen Senat eine Botschaft zu richten. Wir möchten Wilson nahelegen, daß der praktischste nächste Schritt wäre, wenn er es weiß zu sagen, was die deut­schen Bedingungen sind, oder, wenn er es nicht weiß, die Deutschen dazu zu bringen, sie zu enthüllen. Wir werden dann den Wert der jetzt ganz unbestimmten äb- straten Worte und Fragen begreifen und entdecken können, ob der vorgeschlageneFriede ohne Steg" ein Friede ist, der unsere notwendigen Ziele unerfüllt läßt. Bis zur notwendigen Aufklärung dieser Dinge werden wir gut tun, nicht laut zu schreien, bevor wir verletzt sind. Die Ideale, die Wilson vor Augen führt, sind soweit entfernt von dem preußischen Militarismus, daß ihre Verwirklichung notwendigerweise die Vernichtung der deutschen Tyrannei mit sich bringt. Offen heraus ge­sagt, wir wissen nicht, was er mitFreiheit der Meere" meint. Aber in jeder anderen Weise sind seine Ziele unsere Ziele, seine Ideale unsere Ideale. Kein Mensch, der an diesen Zielen und Idealen beteiligt ist, kann un­interessiert sein an den Bedingungen des Friedens, kein Frieden kann sie nach unserer Meinung sichern. Er muß die Niederlage unserer Feinde in sich schließen."

Krlegsakerlel.

Schwere Grubenkataftrophe in Japan.

Basel, 25. Januar. DerDaily Mail" zufolge hat sich lautB. L.-A." im Minenbrunnen von Ayama, der wichtigsten Kohlengrube von Fuschun (Japan) eine ErRvsivu ereignet. Bon 1118 Männern, die sich in der Tiefe befanden, werden 1000 vermißt.

Die neueMöwe".

Die neueMöwe" soll, wie dasB. T." aus Rot­terdam meldet, laut einer Depesche aus Rio de Jaueiro Vmeta" heißen. In den Entertteumöern war einer Genfer Meldung zufolge das Gerüchr verbreitet, daß das deutsche Kaperschiff in den südammckanischen Ge­wässern von einem englischer: Kreuzer versenkt worden sei. Zur großen Enttanschnug des Publikums in Pa­ris und London ist aber eine amtliche Bestätigung, daß das Schiff unschädlich gemacht sei, ansgeblieoen.

Scharfe Kritik gegen Amerikas Munitionsfabriken.

Daily Telegraph" meldet aus Reuyork: Marine- sekretär Daniels hat eine sehr ungünstige Krltck über die in Amerika hergestellte Mun twu geübt. Ve' einer Prüfung von 14zölligen Geschossen aus den Werleu der Bethlehem Steel Company cutzpralleu nur 8,8 Prozent den Anforderungen, von denen der Crueible Steel Cy. 37,7 und von der Mldvale Cy. 73 Prozent. Von den Fabrikanten sagte Damels, sie stellten den Gewinn über den Patriotismus.

Politische Rundschau.

Mit dem Abschluß des Ausgleiches zwischen Oester­reich und Ungarn ist, wie dieV. Zta. schreibt, die Vor­bedingung für die geplanten wirtschaftlichen Verhand­lungen zwischen Oesterreich-Ungarn und Deutschland in weiterer Folge für die mitteleuropäischen Abmachungen erfüllt. Für die innere Politik Oesterreich-Ulmarns be­deutet das Zustandekommen des Ausgleiches den Fort­fall einer der Streitfragen, an denen sich der Kampf der Parteien immer wieder entfachte.

Mit den Maßnahmen zur Lebensmittelversorgung geht Herr von Oldenburg-Ianuschan in seiner rempe- miwM MM, DU M Ü» > ML" MUM»

wen, wieder einmal scharf ins Gericht. Er sagt u. au Die deutsche Landwirtschaft soll das deutsche Volk vor Rot bewahren, und sie kann es, wenn man sie nicht ver­gewaltigt, sondern ihrer Struktur Rechnung trägt. Produktionszwang ist Unsinn, die gleichmäßige Vertei­lung der Lebensrnittel undurchführbar. Statt daß die brennende Frage, wie schasse ich dem von der Außen­welt abgeschnittenen deutschen Volke Brot, Zucker, Kar­toffeln und Schweine die Richtschnur aller Erwägun- geu ist, beschäftigen sich die maßgebenden Pcrföulichkei- ten seit Kriegsbeginn mit der Quadratur des Zirkels, mit dem undurchführbaren Gedanken, 60 Millionen Menschen gleichmäßig mtö billig von einer Zentralstelle ans zu ernähren. Ich glaube, daß das deutsche Volk den als Retter aus großer Not betrachten würde, der ihm nicht Nahrungsmit el zu einem willkürlich gegrif­fenen Preise auf dem Papier verabfolgt, sondern in Wirklichkeit zu einem solchen, zu dem sie sich herstellen lassen. Uebrigens bin ich der Ansicht, daß, wenn die Intelligenz des Handels und der Produktion sich freier entwickeln konnte, bei besserer Volksernährung ein hö­herer Preisstand derselben kaum eintreten würde. Werden alle Lebensrnittel beschlagnahmt und aus dem freien Markte herausgezogen, so ist es natürlich, daß die paar noch übrigbleibenden märchenhafte Preise er­halten, die beim freien Verkehr aller Lebensrnittel nicht eintreten würden. Arbeitskräfte, Stickstoffdünger und lohnende Preise können und werden' allein helfen.

In einer Unterredung Scheidemanns mit einem amerikanischen Journalisten sagte lautVorwärts" Scheidemann auf die Frage, ob er glaube, daß es eine starke Friedensbewegung in England und Frankreich gebe: Die Arbeiter aller Länder sehnen eine Staats­kunst herbei, die der Kriegsmaschine, die mit Volldampf vorangeht, Halt gebietet. Wenn sie zu lange aus sich warten lasse, dann werde eines Tages der Sozialismus aller Länder seine Solidarität wieder entdecken und dann werde der Krieg vorüber sein.

Die lvm% in den MreimZZm AMen.

Einem der Köln. Ztg. zur Verfügung gestellten Privatbrief aus New-Aort vom 7. Dezember 1916 ent­nehmen wir folgende Schilderung der in den Vereinig- ten Staaten herrschenden Teurung:

Wir hier in den angeblich neutralen U. s. sind selbst kriegsmüde. Das bezieht sich auch auf die, die bis­her in der Kriegsindustrie schweres Geld verdient ha­ben. Viece Fabriken haben ihre Kriegsrontrarte erfüllt, und wenn es auch noch nicht an Bestellungen fehlt,so gibt es doch schon Beispiele, die auf den baldigen Zu- fammenbruch dieser bluttriefenden Prosperität schlie­ßen lassen. Hin und wieder hört man, daß diese oder jene Fabrik einige hundert Arbeiter entlassen oder die Gehälter ihrer Leute herabgesetzt hat.

Obendrein erleben wir hier ging. Teurung, die schwer auf dem Volk lastet. Nahrungsmittel sind durch die Riesenausfuhr nach England doppelt im Preise ge­stiegen, und schon werden in den Kongreßsitzungen ernste Debatten über ein Ausfuhrverbot oder irgendei­ne zweckmäßige Maßregel zum Schutz des Volks ge­führt. Kartoffeln sind fast unerschwinglich im Preise! geworden. Für fünf Cents erhält die Hausfrau vier oder fünf Stück, das sind nach dem heutigen Kurs unge­fähr fünf Pfennige für eine Kartoffel. Eier waren so rapid im Preis gestiegen, daß die New-Uorker Haus­frauen einen großen Boykott veränstakteten, der retzt ren für weniger Geld auf den Markt zu bringen. Ein Laib 'bot, der früher fünf Cents koltue, ist um einen Cent gestiegen und um ein Viertel verkleinert worden. Zucker ist uuverschäm: teuer. Fleisch kostet schweres Geld, die Restaurants haben ihre Preise erhöht und in den ^rülsitücksräumen muß man für ein VunerorR jetzt sieben statt fünf Cents bezahlen.

Auf der Ostseite Reuuorks, wo das arme Em- waudervolk aus Italien, Griecheulaud, die Juden aus Poleu und Rußland in riesigen, schmutzigen Mietkaser­nen nolnen, herrscht bitteres Elend. Die sliegenden Straßenhündler sind mit ihren Karren, auf denen sie Nahrungsmittel umhersahreu, veruhw,enden. Der kler- ne Mann verliert Hab und Gnt, der Arbecter hungert wenn er nicht zur Kriegsindustrie gehört, und die Kin­der müssen mit knurrendem Magen in die «auue gehen. Sie finden auch zu Hause feine Gemütlichkeit: denn dre Kohlenpreise sind durch Spekulationen mächtig in die Höhe geschossen. Tatsache ist, daß in diesem Stadtteil ein Hering gevierteilt und zu Vierteln verkauft wird, weil das arme Volk nicht mehr das Geld für einen ganzen erschwingen kann. Brot wird nach -schnitten verkauft und Salzgurken werden in Hälften und vier­tel Stücken vertrieben.

Dabei sind einstweilen gar keine Aussichten auf eine Besserung vorhanden. Es fehlt nicht an guten , Vor­schlägen, aber bei der amerikanischen Schlamperei und der neuen politischen Stärke der Landwirte, die letzt hohe Preise für ihre Erzeugnisse erhalten, steht es in dieser Hinsicht sehr schlecht. Obendrein rechnet man mit einem Ende des Kieges. Was dann hier kommen wird, wenn die Kriegsindustrie zusammenbricht, hun- derttausende Arbeiter auf die Straße geworfen werden, der Finanzkrach, herbeiaesührt durch die alliierte Pem- perei, die Munirionskönige wieder zu Schustern, Schmieden und Schneidern macht, was sie früher wa­ren, das waat sich hier noch kein Mensch anszudenken. Obendrein ist das Volk durch guten Verdienst ver­wöhnt worden und die drohende Unzusriedelcheit wird schwer werden. ____________________________________

Vermischtes-

Beraubung von Güterwagen. In Betzdorf im Siegkreis wurde eine Diebesbande entdeckt, dieseit Monaten in den Nachtstunden Güterrvagen geöffnet und beraubt hatte. Die Haitssuchungen brachten groye Mengen Leder, Speck, Seife, Tabak, Zigarren und Wolle zutage. ES wurden über 20 Personen, zum gro­ßen Teil Etsenbaknarbeiter, verhaftet.

Ein großer Schwindel in Brot- und Warenmarken ist in Dortmund getrieben worden. Angestellte der Druckerei, in welcher die Marken hergestellt mürben, haben große Mengen derselben geitohlen und sie nicht nur selbst verbraucht, sondern einen schwunghaften Handel damit getrieben. Für 10 Mark gab es ganxe Bündel Karten aller ©attmtgeH. Ein Maschinenmei­ster der Druckerei ist verhaftet worden. Die Stadt ist durch das Vorkommnis stark geschädigt.

v Ueber den Millionenschwindel der Frau M-ta Kupfer in Berlin wird noch berichtet, daß für 830 000 Mark Guthaben der Frau Kupfer bei verichiedeueu Banken ermittelt mürben. Auf einzelne Einlagen sind außerordentlich hohe Gewinne ausbezahlt worden. Sie hatte ihren Geldgebern zikletzt vorgeschwindelt, daß die ZcntraleitkkaufsgeseNschaft ihr die Erlaubnis zur Ein­fuhr großer Wareumengcu erteilt habe. Bet ihrem Schwager in Gaffel sollten sich die aroßen, ihr gehört- atm 8aa« w» Äu&hW&m Er Art» ata durch Mit

Z. s. G. ihr geliefert worden wären, befinden. DaZ führte bei näherer Nachforschung zur Aufdeckung ttaa ganzen Schwindels.

Das Sacharinwasser. In verschiedenen Münchner Kaffeehäusern zeitigte das Verbot des Verabreichens von Zucker eine neue Erscheinung. An Stelle der zwei Kannen, aus denen bisher die Kassiererinnen die Mi­schung vornahmen, sind nunmehr drei getreten. Die eine enthält den Kaffee, die zrveite die Milch voraus­gesetzt, daß es solche gibt und die dritte Sachartn- wasjer, also Wasser, in dem Sacharin aufgelöst ist. Das Wasser soll dem Süßstoff den Beigeschmack nehmen. UeterbteS wird dadurch wohl Sacharin ge'part. Viel­leicht findet diese Methode auch anderwärts Nachah­mung. Aus etwas mehr oder weniger Jföarer kommst» ja jetzt noch nicht an!

Eisenbahnkatastrophe in Japan, ötach einer Mel­dung derAssociated Preß" aus Tokw sind bei Avmvri an der japanischen Nordküste zwei Züge in voller Fahrt zttsantnletlgestoßen. Ein Personenzug fuhr einem Transportzug in die Flanke. 130 Soldaten wurden auf der Stelle getötet, viele andere wurden schwer verletzt.

Was Amerika am Krieg verdient. Seit Beginn des Krieges bis Ende 1916 sind in den Vereinigten Staaten neue Unternehmungen mit einem Kapital von annähernd 4 Milliarden Mark gegründet worden, da­von entfalten allein 525 Millionen Mark auf Kriegsma- terialsabrikcn, während in der chemischen und Farb­stoff-Industrie 77a und in Schiffahrtsgesellschaften über 400 Millionen Mark neu investiert worden sind.

Nur das Leben! Eine schwedische Provinzzeitung bringt in einem Lokalbericht über einen Raubmord an einem reichen Bürger der betreffenden Stadt folgende eigenartige Anschauung zum Ausdruck:Glücklicher­weise hatte L. am Tage vor dem Verbrechen fein ge­samtes Bargeld der Bank überwiesen, so daß ihm nichts als das Leben geraubt werden konnte."

Kleiderhamster.

Was alles auf Bezugsscheine verlangt wird.

Ueber allerlei betrübende Erfahrungen schreibt die R.erchsbekleiöungsstelle in der neuesten Nummer ihrer Uihiteilung":

Wenn man die Hamster in chrer offenen und noch mehr in ihrer geheimen Tätigkeit beobachtet, wie sie aus scolerchwegen sich alle möglichen Waren zu gewinnen trabten, so löst das bei jenem Menschen mit halbwegs ausgeprägten Rechtsempsindungen zum mindesten Wi- derwrllen aus. So kleinlich wie jene handelt ein Ge- scolecht von Zwergen, nicht aber ein Volk, das die un­geheuersten .uämpse der Weltgeschichte zu bestehen hat."

Es gibt jetzt neben den Lebensmittel-Hamstern die sehr unerfreulich verbreitete Rebeugattung der Kleider- und Lchuh-Hamster, und wie von ihnen die Verord- nungcn der Reichsbetleidungsstelle aufgejatzt werden, davon gegen dieMitteilungen" eine Probe, die beweist, daß derLuxus" ein voltswtrtschastlich offenbar nur sehr schwer zu erfassender Begriff ist.

Trauer lache 11 werden beantragt, weilein Ableben erwartet wild" oderTodesfälle eintreten können". Die Drensimädchen einer Hanptmannsfrau sollen durch­aus ichtvarze Servierkleider tragen, obwohl sie Hans- klerder genügend besitzen. Für die Kinder eines Staatsanwalts werden Nebersthlaglaken und Stepp­decken beantragt, weiles hübscher aussieht." Bei ei- ^f' ^' üenumaoeben mit Handichu- servieren. Eine Kaufmannssrau besitzt mehrere gute Hauskteider, will aber weiteren Stoff kaufen ^A Ls^öe so gut gefällt". Ein Rentmeister, bei dem 12 Oberhemden und 36 Taschentücher festas- und* unbedingt weitere Oberhemden und 1 Dutzend Taschentücher, da er sonst nicht leben könne. Em Amtsrichter, bei dem noch reMich gute WmHe atis den Jahren 1903 und 1908 vorvandeic ist ^ 'ich im Badezimmer ein Bckt aufnellen will. Für die Ausstattung einer Rentlerstochter werden 24 Ttzö. Hemden, 24 Dtzb. Bein- kleider, 24 Dyö. Nachthemden, 2 Dtzö. Untertaillen usw verlangt. Die Frau emes Maurermeisters besitzt einen Pluschmautel, 1 Sammetmantel, 1 Reisepelz und 8

miß aber unbedingt noch ein Winterjacken, fleid haben. Eine Rentcere, bei der bereits an Man- L vnd Kostümen 9 Stück ermittelt wurden, bean­tragt ein werteres Kostüm usw."

Dw Reichsbekleidungsstelle meint dazu: Was soll sagen, die von den meisten in Deutscklland gewiß beliebig ver- können? Es ist tief bedauerlich, daß in Häufig zu wenig Verständnis für die Metzlichen Verordnungen und die Maßnahmen zur Ä Borrate herrscht. Gegen den Strom

^Hr anschwimmen wollen. Ueber den kleinlichen Egoisten, der immer nur an sich selbst deukt' hinweg geht der Aicklichtslose Vormarsch unseres

Weitere Drahtnachrichten.

Die Aufnahme des TorpedobootesV 69" in Holland.

4» Amniden, 24. Januar. (T. U.) Der heftige Kauouenoonner, den man in der vorvergangenen Nachi und auch am gestrigen frühen Morgen von See her hören konnte, ist verstummt. Viele Angehörige der deut, ichen Kolonie in Amsterdam sind nach Ammden geeilt, um. die deutschen Matrosen mit allem Notwendigen zu ver,eheu und sie z« ihrer kühnen Tat zu beglückwünschen. Einer der schwerverwundeten Matrosen, die bekanntlich tm Roten Kreuz-Gebäude ausgenommen wurden, ist let« der heute seinen erlittenen Verletzungen erlegen. Dib übrigen Verwundeten befinden sich mit einer einzigen Ausnahme nicht mehr in Lebensgefahr. Tte Bestattung der gefallenen Offiziere und Mannichaften vom Torpedo­bootV 69" wird vermutlich am Freitag mit militäri­schen Ehren vor sich gehen. Ueber die Frage der guter« nieruug oder FreUasiung des Bootes und seiner Be- satzung ist amtlich noch nichts bekannt gegeben worden. 14 der verwundeten Matrosen wurden heute nach Am- sterdam ins dortige Militärlazarett gebracht. Einer der Verwundeten, besten Zustand einen Transport nicht 51t« ließ, mußte vorläufig noch im Roten Kreuz-Lazarett zu Nmuideri verbleiben.

Safanow kat»gestellt?

4*:- Stockholm, 25. Januar. (T. U.) Auf Grund eines amtlichen Dementts der Petersburger Tetegrs- phen-Agenticr, das der Rentermeldurig über die Ernen, nung Sasanows zum Botschafter in London gilt, stellt lautB. L.-A." die Presse fest, diese Ernennung sei sehr unwahrscheinlich. Dahingegen dürfte Safanow, wenn er nicht ernannt würde, nach England gehen, da in die­sem Falle seine politische Laufbahn als endgültig abge­schlossen betrachtet wird. Die Meldung von der Ernen­nung SasanoivS wurde vom britischen Botschafter in Petersburg, Buchenau, Initiiert Diese britische Presse- mache sollte der Erfüllung von Bllchenau» Wünsch««