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Deutsche Reger im Heeresbericht.

3n den Tagesberichten 0er Obersten Heeresleitung, dieser sachlichen Kriegsgeschichte des neuesten und grötz- ten Heldentums, steht gleiwzeitig die Geschichte von der stolzen Entwicklung des deutschen Flugwesens in 30 Kriegsmonaten geschrieben. _

Die Nachrichten aus dem Jahre 1914 sind noch recht dürftig. Zum ersten Male erwähnt der Heeresvericht Flugzeuge im Oktober und meldet, MB zwei französische Apparate im Argonnen-WaG abgeschossen wurden. Die nächste Meisung vom 19. Siovemoer berichtet, daß ein feindliches Kampffrugzeug zrnn Absturz gelangte, zwei zur Landung gezwungen wurden. Im Dezember wird Sie Fneger-Photographie erwähnt, die französische Bat­terien hinter dem Deckmantel des Roten Kreuzes fest­stellt. sowie Bombenabwürfe auf Nancy; und damit schließt das Jahr 1914.

Das Jaor 1915 beginnt mit viel rerchbalttgeren Meldungen. Bourbenabwürfe auf Dünkirchen. Berdun, Calais, am 21. März aus Luftschiffen auf Paris weihen gemelder und zahlreiche feindliche Flugzeuge werden abgeschossen oder zur Landung gezwungen. Im Mai kümrnen Flugzeuge erfolgreich gegen englische Seestreit­kräfte,- am 26. Juni wird zum ersten Male das deutsche Flugwesen ausführlich im Heeresbericht erwähnt. Die Oberste Heeresleitung meldet, daß wir im Kampfe um die Vorherrschaft in der Lust sichtlich die Oberhand ge­wonnen haben,- das war während der grünen Kämpfe bei Arras. Im Juni trifft ein deutsches Flugzeug ein russisches U-Boot mit Bomben und bringt es zum Sin­ken. Der Verlust wird auch sväter von der russischen Regierung zugegeben.

Am 26. September wird zum ersten Male der un­vergeßliche Name Boelcke's im Heeresbericht genannt. Südlich Metz," heißt es, ,,lu achte der zu etnemProbe- flug aufgestiegene Leutnant Boelcke ein Hoisin-Flngzeug zum Absturz."

Anfang Oktober erscheint zum ersten Male die seit­dem üblich gewordene Monatsübersicht, aus der die Lustkampfüberlegenheit der deutschen Flieger uervor- geht. Der Verlust des Feindes beträgt 30 Flugzeuge gegen insgesamt 7 deutsche.

Am 11. Oktober wird Leutnant Jmmelmann er­wähnt:Nordwestlich von Liste zwang Lt. Jmmelmann einen englischen Kampidoppeldecker in 4000 Meter Hö­he nieder. Dieser Offizier hat damit innerhalb kurzer Zeit vier feindliche Flugzeuge zum Absturz gebracht."

Nun folgen die Namen und Mfchlußziffern der bei­den großen Flieger-Helden dicht hintereinander, bis am 13. Januar 1916 der Heeresbericht die Verleihung des Ordens Pour le Merite an beide gleichzeitia melden kann.

Der 1. März 1916 bringt eine interessante Meldung in der zum ersten Male der Kampf eines Flugzeuges mit einem Eisenbahnzug erwähnt wird:Ein von Lt. d. R. Kühl geführtes Flugzeug. Beobachter Lt. d. R. Haber, brächte einen militärischen Transportzug auf der Strecke BefanconJussey durch Bombenabwurf zum Halten und bekämpfte die ausgestiegene Trans­port-Mannschaft erfolgreich mit seinem Maschinen-Ge- wehr."

Erwähnenswert ist auch die Meldung vom 14. März, nach der Lt. Jmmelmann mit zwei englischen and Lt. Boelcke mit zwei französiischen Flugzeugen ih­ren 10. und 11. Geaner erledigten.

Inzwischen sind auch die Namen anderer hervor­ragender Flieger aufgetaucht, wie die der Lts. Leffers, von Althaus, Parschau, Berthold, Frankl, Söhnöorf, Wimaens, Mutzer und in der Türtsi der des HMms. Buooere.

Im Mai reißt sich infolge eines Sturmes eine große Anzahl französischer Fesselballons los, von de­nen wir über 15 Stück bergen konnten. Am 25. Juli kann gemeldet werden, daß ein deutsches U-Boot nörd­lich Zeebrügge ein englisches Flugzeug abaeschossen bat.

Die rasch gestiegene neverregermeu oer deutschen Flieger kommt am besten in den Monats-Zusammen- stellungen zum Ausdruck, in denen zur Abweur von- genberuchten dem Feind der eigene und der deutsche Verlust in unanfechtbarer Weise vorgerechnet wird. Die einstmals gemeldete Ziffer von 30 feindlichen Flugzeu­gen im September 1915 erscheint klein gegen die Sieges- ziffer vom Juli 1916, mit 81, vom August mit 78 femd- kichen Flugzeugen, bis im September 1916 der feind­liche Verlust auf insgesamt 127 Flugzeuge, davon 74 tatsächlich in unserem Besitz, Hinaufschnellt. Dagegen erscheint der eigene Verlust von insgesamt 21 Flugzeu­gen klein, so beklagenswert er an sich auch ist.

Nicht nur im Kampf der Flugzeuge gegen Flug­zeuge zeigt sich das deutsche Feld-F.ugwesen überlegen. Beovachtuugssliegcr, Artillerre- und Infanterie-Flie­ger tragen zu ihrem Teile durch treueste Pflichterfül­lung zum Standhalten gegen den feindlichen Ansturm bei. Zwei besonders erfolgreiche Tage hatten die deut­schen Bombcn-Geschwader, denen es ge.ang, das große und außerordentlich wichtige Munitions-Laaer von Cerisn an der Somme durch nächtlichen Bomben-An- griff Anfang November 1916 in Brand zu setzen, nach­dem ihnen schon wenige Wochen zuvor das ebenso wichtige Munitions-Lager von Audruitcq zum Opfer- gefallen war.

Ein Trauertag für das deutsche Flugwesen wird der 28. Oktober 1916, an dem Hptm. Boelcke, das Vor­bild deutscher Fliegertüchtigkeit, unbesiegt durch einen Unfall ums Leren kommt, nachdem er tags zuvor sei­nen 40. Gegner abgeschossen hatte. Außer ihm sind säum Obst. Jmmelmann, Lt. Wintgens, Lt. Mulzer, Lt. Parschau, Lt. Leffers, Oblt. Kirchmaier, Lt. Fahl- buscb, Lt. Rosencrantz, Lt. d. R. Reimann und Vfw. Kreß dahingegangen,- ihnen bleibt der unvergängliche Ruhm des Kriegshelden und Siegers, und ihre Lei- stunqen gelten der Fliegerwaffe als stolzestes nnb edel­stes Vorbild.

temäniens Bette.

Die WienerNeue Freie Presse" veröffentlicht laut Köln. Ztg." einen Bukarester Brief, der eine bemer­kenswerte Darstellung der Politik Brattanus und des rumänischen Zusammenbruchs enthält. Danach ist Vra- tianus Grundsatz gewesen: Rumänien kann nicht bis zum Kriegsende neutral bleiben, kann aber erst am Schlüsse an die Seite der stärkeren Partei in den Krieg eingreifen. Durch die chauvinistische Hetze, von deren SchlagwortSiebenbürgen" er eine Erschütterung sei­ner Volkstümlichkeit befürchtete, wurde er indessen zu militärischen Maßregeln gezwungen, die ihm die beab­sichtigte Wahl immer mehr unmöglich machten. Wäh­rend das Bündnis mit den Mittelmächten noch fort- dauerte, schloß er mit dem Verband jenes Bündnis, das er immer verleugnete. Darin verbürgte der Ver­band Rumänien den Besitz der Bukowina, Siebenbür­gens und des Banats für den Fall, daß Rumänien zu einem Zeitpunkte, den es selbst wählen sollte, gegen seine alten Verbündeten zu Felde zöge. Als Gegenlei­stung für dieses mehr als platonische Versprechen ver­pflichtete sich Bratianu dem Verbände zu wohlwollender Neutralität, schaß er nunmehr nur noch neutral blei­ben oder gegeu die Mittelmächte in den Krieg ziehen konnte.

Infolge von Briands Bedürfnis nach einem lär­menden diplomatischen Erfolge entschloß sich aber der Verband zu dem bekannten- ^rwMH-^trfrn^^ fort die ganze Haltlosigkeit der Politik Bratianus er­wies und erklärte Anfang Juli die getroffenen Ab­machungen für hinfällig, falls Rumänien nicht bis zum 28. August den Mittelmächten den Krieg erklärt hätte. Dabei wurde der Durchzuq russischer Truppen durch rumänisches Gebiet angedroht. Bratianu gab nach und begann Verhandlungen über ein Militärabkommen,

dessen Unwert er später so nteosrscyutenerirs rentiert lernen sollte. In ihm stellte er sich aus den Standpunkt, Rumänien sei eine militärische Großmacht, indem er Jliesens Lüge glaubte, Rumänien habe ein Heer von 800 000 gut ausgebildeteu und wohlgerüstekett Män­nern. Er forderte daher von den Russen nur ein Hilfs- korps von 50 000 bis 60 000 Mann zur Verteidigung der DobrudÄa unter. rumänischem Oberbefehl und vom Verband nur Kanonen, Gewehre, Munition und Kriegsbedarf, von England eine Milliarde Anleihe, wo- mit wahrscheinlich die Bestellungen in Frankreich und England bezahlt werden sollten, endlich die Aufgabe des Kriegsplanes der Alliierten (Defensive gegen Ungarn, Offensive gegen Bulgarien) und Annahme seines eige­nen umgekehrten Planes, weil Rumäniens Interessen auch int Operationsgebiet seines Heeres zum Ausdruck kommen müßten und Bulgarien sich nicht wehren würde. Rußlands Einwände behob Briand, der um jeden Preis Rumäniens Eingreifen als persönlichen Erfolg feiern wollte.

Die Freude sollte jedoch nicht lauge dauern. Kurz nach der Kriegserklärung erlitt das rumänische Heer die entscheidende Niederlage von Tutrakan, deren Folge der Verlust der Neu-Dobrndscha war. Darauf, forder­ten und erhielten die Rnssen den Oberbefehl über Die Südarmee: das Militärabxommen hatte den ersten Riß erhalten. Mit der Vermehrung und Steigermm Mr rumänischen Niederlagen wurden die Rufe der Reg-e- rung und des Königs nach russischer Hilfe immer drin­gender. Der König schickte dem Zaren ein demüt-g s Telegramm. Brattann an die verbündeten Regierungen eine Rundnote, worin er die Hoffnung ansdrückle, sie würden nicht znlassen, daß Rumänien vernichtet wurde. Bratianns Hochmut war gebrochen. Als jämmerlichLr Feigling ließ er sich von der Königin Mut zuspretzen. Rußland schickte zunächst Verstärkungen nach der Do- brudscha, dann, nach der Vertreibung der rumänischen Armee aus Siebenbürgecc, auch nach der Moldau, um rumänische Truppen für die Verteidigung der Walachei freizumachen, nach der Walachei aber nur auf Drängen Frankreichs zwei Divisionen zum' Schutze von Buka­rest. Mittlerweile ergriff die rumänif e Bevölkerung und auch die Minister eine allgemeine Unzniriedenhstl mit den Verbündeten, namentlich mit den Russen, deren Truppen in Rumänien wie im eroberten Lande hau­sten. Gegen den ungerechten Borwurf zu lar.g?amer und zu geringer Hilfe mußte die Regierungspreise auf Ersuchen Rußlands einschreiten und Take JoneMA ver­künden, RusXaud sei über die letale Erfüllung der Bundespflicht sogar weit hinausgcgangrn! Infolge der Steigerung seiner Leisinngen verlangte nun aber Ruß­land eine Aenderung des slbkorumeus mit Rumnueu und entsprechende Gegenleistungen. Die Abberufung des russischen Gesandten Pokleivski-KozieLe und seine Ersetzung durch einen von der Vergangenheit vW be­lasteten General erfolgte dann, weil Poklewski diese Forderungen nicht durchsetzen konnte. Nun griff Der allgemeine rumänische Unwille auch auf das Verhältnis zu Frankreich über. Man schimpfte weidlich auf Sar- rail und pfiff die in Bukarest berumbimunelnden ham- zösischen Flieger-offiziere aus. Dann traf die französisch'' Mililärmisston mit General Berthelvt an Der Spitze ei die gegenüber der Cligne der rumänischen Genera e und der heillosen Unordnung natürlich vertagst'. Du» durch sank Die Begeisternug für den Verband in Nu- mänien inner den Nullpunkt und machte allgemeiner Erbittw'nng Platz. Bon den Engländern sprach vn n kaum, da sie ihr Vorhandensein nur durch einige Jour- naüiten sübtbar hgtten.

Die Verbandsvertreter sind die Antwort nicht schul­dig geblieben. Die Franzosen fragten, wamm denn Rumänien Krieg führe und der englische Militärattachee brauchte in den Salons folgendes Bild: ein Menirb, her nicht schwinnnen könne, dürfe auch nicht ins Wasser springen, um einen andern, der schwimmen könne, zu retten, weil dabei beide zugrunde gingenl

Sie llckrMW«

für diese Woche werden nicht Sonnabend, sondern Freit«s, von 8 bis 1 Uhr vormittags, im Geschäfts­zimmer der Stadtkaffe aus­gezahlt.

Sonnabend ist die Stadt­kaffe ebenso wie die übrigen städtischen Geschäftszimmer geschlolse«.

Hersfeld, den 24. Januar 1917.

Der Magistrat.

Es wird wiederholt da­rauf Hingrwiesen, daß auf Grund des Orlsstatuts vom 28. März 1913 (§ 11)

das Bestreuen der Burgersteige mit Salz zur Befestigung von Schnee und Eis

verboten ist.

Hersfeld,

19. Januar 1917.

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Rm 17. Januar d. Js. starb in treuer Pflichterfüllung den Heldentod unser lieber Sohn, Bruder und Messe, der Student der Theologie und Philologie

Hans Hetzel

Leutnant der Reserve

im bayer. 7. Res.-Inf.-Regt. und Kompagnieführer, Inhaber des Eisernen Kreuzes II. u. I. Klasse und des Königlich- Bayerischen Militärverdienstordens 4. Klasse mit Schwertern.

Schenklengsfeld, 23. Januar 1917.

In tiefer Trauer:

Lehrer Hetzel und Frau Ludwig Hetzel, Gefreiter Familie Mohr, Gonrode Familie Hooss, Cassel Frau Pfarrer Riebold, Kassel.