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werdet zu Stahl!

Werbet &u Stahl! So klingt es aus des Kaisers Erlaß, der des Krieges Fortgang rünoet. Werdet zu Stahl oo der Frevel der Femoel Zu dem unermetzu- cheu Frevel, aus yteiü uuo Rache, aus Machtgier und Eroberungs-uft den ruanosesten aller Kriege geschmie­det und entfesselt zu Hallen, gesellen die Feinde den neuen in inner Große eoenfaus iticht zu ermessenden Frevel, die Friedenshand, die hochherziger, ritterlicher Wille des Siegers geomen hat, zuruckzugoßen und das Blutvergießen unabsehbar zu verlängern. Der Ver­antwortung für solche Frevel gehen sie durch Verstel­lung, Heuche.ei und Lüge aus dem Wege. Der gerech- teu Empörung darüber gibt unser Kaiser den Aus­druck: Werdet zu Stahl!

Stahl ist das Sinnbild des harten, festen Willens, der naht zu brechen ist, das Zeichen der Ausdauer, die durchhält, bis die feindliche Pracht durchstoßen und zer- llrochen ist. Höhnend und schimpfend weisen die Feinde den Frieden von sich. Nun soll der Stahl sie zum Frie­den zwingen.

Zu Stahl werden, heißt bis zum Siege kämpfen, der zum Frieden führen muß. Zum Frieden, um den zuvor die Feinde nicht mehr ange.anan werden. Zum Frieden, der, wie unser Kaiser sagt, dem Vater­lande eine glückliche Zukunft sichert.

Werdet zu Stahl! Das besagt, daß es jetzt nur noch eine einzige Lösung gibt, die Losung: Sieg! Sieg ist der einzige Gedanke, das Gesetz unseres Lebens, Arbeitens, Schaffens und Handelns draußen wie da­heim. Nur noch siegen will der Stahlharte, der Stahl-

e. Er ist so hart, so fest, daß er von Verstän- ng nichts mehr wissen mag, daß er nur noch den Zwang der Waffen kennt und unerbittlich walten läßt, läßt.

Werdet zu Stahl! Nur die stählerne Entschlossen­heit gilt, die den letzten Heller, den letzten Arm. den letzten Tropfen Blut für den Sieg einsetzt. Recht ist und Pflicht nur die eherne Entschiedenheit, die nicht wankt noch weicht, bis unser siegender Stahl die letz­ten Entscheidungen auf den Schlachtfeldern errungen hat.

Werdet zu Stahl! Nur der Stahl hat das Wort. Nur das Schwert hat zu sprechen. So lange, bis sie duüben schweigen, bis ihr Lügengefauche verstummt, so daß unser Stahl alle in sein Siegesgebot vollstrecken kann.

Werdet zu Stahl! Bannt darum aus den Her­zen die Friedensgedanken! Weg mit allem Friede-s- gerede! Weg mit der Friedenssehnsucht! Wir hegten sie ja alle. Unser Kaiser voran. Ehrlichsten Sinnes wollte er Frieden. Aber die Feinde wollten und wol­len den Krieg. Nun sollen sie ihn ganz haben, bis zum Ende. Bis zu ihrer Erschöpfung. Bis sie am Bo­den liegen und um Frieden flehen.

Werdet zu Stahl! Auf zum Siege! Durch Sieg zu dem Frieden, der nur noch' des stählernen Sieges Ziel und Preis ist.

Norwegen und Nr AboyLkrieg,

Wer trägt die Schuld an der Versenkung norwegischer Schiffe?

Aus Anlaß der zahlreichen Torpedierungen von norwegischen Schiffen in der letzten Zeit, bei denen an­geblich zwölf norwegische Menschenleben verloren ge- gangen sind, schreibt die verbandsfreundliche Zeitung Socialdemokraten" M G^ in einem aufsehen­erregenden Artikel:Wer hat die Schuld?": Man brauche sich nicht zu wundern, daß jedesmal, wenn von Torpedierungeu norwegischer Schiffe ohne Warnung mit Verlust von Menschenleben berichtet werde, die Entrüstung auftodere. Anderseits betrachte das nor­wegische Volk jetzt die Torpedierungen ruhiger, weil man sich frage, wo die eigentliche Schuld liege. Zweifel­los gingen viele norwegische Schiffe in der Frachtfahrt zwischen den Verbandsländern mit Lebensrnitteln und Kricgsgerät zugrunde, selbst jetzt, obwohl England den norwegischen Schiffen und ganz Norwegen Kohlen ver­weigere. Dann fährt das Blatt fort: Daß die Deutschen diese Schiffe torpedieren, ist zwar empörend, besonders wenn Menschenleben dabei verloren gehen, aber trog- dem: ist nicht eine Stimme irr einem von uns, die fragt: Können wir etwas anderes erwarten? Kön­nen wir erwarten, daß deutsche Uboote ruhig daliegen und zusehen, daß ihre Feinde durch neutrale Schiffe mit dem einen oder andern versorgt werden, wenn sie das verhindern können? Wir denken, daß es nur eine Antwort darauf geben kann. Man kommt dann zu der andern Frage: Wie groß oder klein ist die Schuld der norwegischen Reeder, die ihre Schiffe in diese gefähr­liche Fahrt einsetzen und norwegisches Leben m:d nor- wegisches Eigentum der Gefahr aussetzen? Vielleicht kann man auch fragen, was die norwegische Regierung getan hat, um norwegische Schiffe zu hindern, Bann- warenfahrten nach den kriegführenden Landen zu un­ternehmen. Englische Behörden haben norwegische Schiffe gezwungen und zwingen sie weiter, nach Frank­reich und Italien zu fahren: andernfalls verweigern sie ihnen die Kohlen. Außerdem meldet ein Privatte- legramm anAftenposten", daß England Frankreich «entralc Tonnage zur Kohlende örderung versprochen habe. Welche neutrale Tonnage ist dies? Es kann sich nur um die norwegische Handeln. Aber was hat die norwegische Regierung dagegen getan? Norwegen hat in seiner großen Handelsflotte einen bedeutungsvollen wirtschaftlichen Machtfaktor, der durch Schalsenteig- nung oder andere Maßregeln der Verfügung der Kriegführenden oder der Vernichtung hatte entzogen werden können. Es ist zu befürchten, daß auch hierin die Regierung ihrer Aufgabe nicht gewachsen ist.

(Norwegische Schiffe sind bisher nicht ohne War­nung versenkt worden. Wenn solche Gerüchte aufka- men, so ist jedesmal später sestgestellt worden, daß sie auf Minen gelaufen oder nach Warnung verwirkt wor­den sind.)

grlegsnllerleb

Englische Levensmittelsorgen.

Die englische LebenSmittelfrage beginnt sich bc- denklich zuzuspitzen. England braucht russisches Ge- treide und in Saatkartoffeln besieht große Knappheit.

Englische Werber in Amerika.

In mehreren amerikanischen Industriestädten wur­den englische Werbebüros entdeckt, in denen Techniker, Mgenieure usw. für die Waffenfabriken der Entente angeworben werden.

England braucht immer mehr Nckrnten.

Das englische Lokalverwaltungsamt teilte durch Rundschreiben an die Gerichtshöfe mit, daß alle für den Front- und Garnisondienst tauglichen notwendigen Männer spätestens am 81. März zum Militärdienst tliincäOtttÄ weichen Müllen»

Englische Flieger über Bagdad.

Amtlich wird aus London gemeldet: Unsere Flug­zeuge haben am 20. Januar 005 Kilo Bomben auf und rund um die türkische Munitionsfabrik in der Zitadelle von Bagdad abgeworfen.

Betrunkene Tommies.

Wie derMalin" aus Hüzebrouck erführt, haben die englischen Militärbehörden, da die Trunksucht bei den englischen Truppen in Frankreich zunimmt, den Ver­kauf und Vertrieb von Alkohol im gesamten Bereich des Heeres und der Gebiete, die der englischen Ver­waltung unterstehen, vom 15. Januar an untersagt.

Mißbrauch des roten Kreuzes dur^ die Engländer.

Bei Likovan an der Straße SalonikiOrtjak be­finden sich englische Munitionsdepois. Wie Flieger der Heeresgruppe von Below sestgestellt und durch photo- graphische Aufnahmen im Bude seugehacten haben, ma- chen dort die Engländer den Versuch, durch einen Miß­brauch des Zeichens der Genfer Konvention über den wirtlichen Charakter dieser Munitionsdepois hinweg- zutäuschen. Ein mächtiges weißes Tuch ist daneben ausgebreitet, das in seiner Mitte das Rote Kreuz zeigt. Dabei befinden sich nicht einmal in der näheren voer weiteren Umgebung irgendwelche Anlagen, die den Ge­brauch des Roten Kreuzes rechtfertigen könnten. Große Bretterstapel, die längs der Straße aufgeschichtet liegen, sind keine Lazarette! Und die Munitionsdepois selbst sind es erst recht nicht! Die Engländer werden sich nicht'beklagen können, wenn die deutschen Flieger ihre Roten-Kreuz-Depots eines Tages mit Bomben belegen, und diese Depots alsdann mit ihrem Inhalt, der ein Munitionsinhalt, kein Lazarettinhalt ist, in die Luft fliegen.

Kohlenwucher in Paris.

In Paris sind gerichtliche Untersuchungen gegen einige Großhändler int Zuge, die Kohle, die sie zu 175 Franks für die Tonne gekauft, zu 15 Krauls für den Sack von 50 Kilo, also mr 300 Franks für die Tonne im Kleinhandel verlaust haben. Eine ganze Reihe von kleinen Kohlenhändlern und Fuhrleuten trieben es noch ärger, denn sie verlangten und erhielten für einen Sack Kohle von 50 Kilo zwanzig Franks gleich 16 Mk.

PoliHüte Rundschau.

Die Durchführung des Hilfsdienstes. Der Chef des Kriegsamtes, Generalleutnant Groner, entarte in eurer Sitzung des Ausschusses zur Durchführung des Hisisöiensrgecktzes, nach MogUcheeit solle oahm gestreut werben, daß den fhedaniienen uno Hitssoieunprnch- tigen, die außerhalb ihres Wohnortes veschästrgt sind, außer dem Lohn eine Familtenzulage gewahrt werde. Für die Ernährung der Schwerarbeiter geschehe alles, was möglich sei. Wenn hier und da Stoceungen ein= träten, so seien die Ursachen wesentlich die jetzt im Winter erschwerten Transportverhältnisse. Die Ver­handlungen des AuSuhuges und die Aeußernn en der Vertreter des Kriegsamtes festigten in den Teitneh- mdrn die Ueberzeugung, daß die Durchführung des Kriegshilfsdienstgefetzes im allgemeinen glatt vor sich geht und daß beionüers der Zweck, die Steigerung der Erzeugung in der Kriegswirtschaft, erreicht wird.

Dentschland pack an" DieKöln. Ztg." sagt am Schlüsse eines diese Ueberschrift tragenden Artikels, nachdem die feindlichen Forderungen auf ziemlich alles, was wir besitzen, gekennzeichnet sind: Ein vorzeitiger Friedensschluß ohne eine rechte Kriegsentscheidung käme für unser Volk einer Niederlage gleich. Der ent­scheidende Krieg rouroe m wenig Jahren nach rurzer Friedenspause geführt werden müssen. Wollte unser Volk die Anleihezinsen decken, die Kriegsinvaliden, -Witwen und -Waisen versorgen und die Schuld amor­tisieren, um für einen komnrenden Krieg entsprechend zu rüsten, so würden jährlich nach oberflächlicher Berech­nung 15 Milliarden erforderlich sein, womit eine un­erträgliche Steuerlast verbunden wäre. Darum gilt es durchhalten und den Siegespreis erringen.

Dänemarks absolut durchgeftthrte Neutralitätspo­litik. In dem offiziellen Bericht über die geheime Sitzung des dänischen Reichstages wird gesagt, daß die Beziehiingcn Dänemarks zu allen fremden Staaten die bestmiglichsten sind. Der ententefreundliche Stockhol­merTagens Nrheter" bemerkt dazu, andere Staa.en haben Grund, Dänemark um diese Stellung zu benei­den. Gegen eine Regierung, die mit so viel Glück trotz aller Schwieric A'en ihre Sientralität Bewahrt, kann tatsächlich keine nasse Opposition bezüglich der äußeren Polsiil aufkommen. Interessant ist, daß die deutsch­feindlicheNya Dagligt Allehanöa" die Gelegenheit be­nutzt, die dänische Regierung zu der absolut korrekt durchgeführten Neutralitätspolitik zu beglückwünschen.

MMWe ALmeUchWeile«.

Die zahlreichen allmählich hier einlanfenden amt­lichen und privaten Berichte über die Behandtung der deutschen Zivilinternierten in RuMlinien laßen mit er­schreckender Deutlichkeit erkennen, mit welcher Nieder­tracht diese armen Leute systematisch mißhandelt und gequält worden sind. War man anfänglich vielle.cht versucht, an die Ausschreitungen einzelner roher Men­schen zu glauben, so muß jetzt festgestellt werden, daß umgekehrt die wenigen Fälle, in denen eine menschen­würdige Behandlung siattgefunden hat, die Ausnaome bilden. Die unglücklichen Internierten wurden, tute wir imB. L.-A." lesen, mit Zuchthäuslern auf eine Stufe gestellt, zum Teil direkt nn Zuchthaus unterge­bracht. Die Latrinenvervältnisse spotteten jeder,Be- fchreibuna. Krankheit infolge der unglaublichen sani­tären Verhältnisse und allgemeine Verlausulig waren an der Tagesordnung. Die Befördernng von ein ein Ort zum anderen fand in vorher nicht gereinigten Vieh­wagen statt. Offiziere haben vhile jegliche Provokation die Gefangenen mit Faustschtägen traktiert. Ein armer .Tenfel, der krank war und nicht zum Appell erscheinen sonnte, wurde mit Gewalt hervcigeschleppt und, da er zu schwach war, um zu gehen oder zu stellen, auf eine Echievkarre gelegt, auf der er mehrere Stunden, den Unbilden der Witterung ansgesetzt, liegen bleiben mußte. Am nächsten Tage war er tot. Gleich ihm und in allen Jnternierten-Lagern zahlreiche, namentlich ältere und unbemittelte Personenverendet , wie einer der vernommenen Zeugen sich ausdrückt, und in einem Winkel verscharrt worden.

Es ist ein Glück gewesen, daß der rasche «legeszug unserer verbündeten Heere es den Rumänen unmög­lich machte, alle ihre Opfer mit nach Norden zu schleppen, und daß ein großer Teil der Internierten befreit wer­den konnte und jetzt in guter Pflege sich erholt. Aber man muß sich immer wieder an die Stirn saßen, wenn man liest, wie die verantwortlichen rumüniscl>e!l SiaatS- leiter die Welt mit tönenden Phrasen glauben machen zn können vermeinen, daß auch Rumänien 'für den Sieg der Kultiir und der Menschlichkeit gegen das deutsche Barbarentnm zu den Waffen gegriffen habe. Sind es doch unzweiselhaft gerade die führenden Leute wie Bratianu und Take Jonescu, die durch die genus- ieuMe AuivetlMuua der Leidenschaften des Pöbels ine

Schuld nicht nur am Unglück ihres Landes, fonder» auch an dieser Scheußlichkeiten tragen. Daß die breit« Masse der rumänischen Bevölkerung daran keinen An­teil hat, das dürfte ihr Verhalten nach der Besetzung der Walachei durch unsere Truppen beweisen.

Vermischtes.

Der Kaiser und der Gymnasiast. Aus Kaltenkirchen wird derKöln. Ztg." gemeldet: Der 18jährige Sohn des evangelischen Pfarrers Heesen in Niederdorf, der die höhere Schule in Geldern besuchte, hatte vor meh. reren Atonaten ohne Wissen seiner Eltern einen Bries an den Kaiser gerichtet, worin er darüber klagte, daß er täglich zweimal, bei Wind und Wetter im Dunkeln, den Weg nach einem Bahnhof machen müsse, um die Schule zu besuchen. Der Kaiser möge ihm doch ein rus­sisches Bentepferd senden. Tatsächlich hat am Weih­nachtstage ein Soldat dem Knaben und den überrasch­ten Eltern ein russisches Pferd überbracht. Der Kaiser hatte befohlen, daß das Pferd zum Christfest überwiesen werden solle.

tRjäyriges Dienstjubilänm des Overkircheurats- prasidenten Boigts. Dem Präsidenten des Evangeli­schen Lverkircheurats, Wirkt. Geh. Rates Dr. Boigts, ist zu seinem 50jährigen Dienstjubiläum u. a. folgenoer drahtlicher Glückwunich des Kaisers zugegangen:Zu Ihrem heutigen 50jährigen Diensijuotiäum Meinen wärmsten Glückwunsch. In dankbarer Anerkennung Ihrer Mir, dem Vaterlande und der evangelischen Krrckie geleisteten treuen Dienste und als Zeichen Mei­nes Wohlwollens habe Ich Ihnen Mein Bildnis ver­liehen, welches Ihnen heute zugehen wird. Gott segne auch fernerhin Ihr verdienstvolles Wirken.

Infolge Eisgangs gesunken. Vermutlich infolge starten Eisganges sank am Montag unter der großen Hamburger Elvorücke ein Schlepper, der zwei Schuten hinter sich Herzog. Von der Besatzung retteten sich zwei durch Abspringen auf Eisschollen, drei sind ertrunken. Der Dampfer liegt fest.

Der Riesenschwiudcl der Frau Kupfer. Die Ange­legenheit der Frau Pteta Kupfer in Berlin wächst sich zu einem Rieienschwindel aus, der in feinen Einzel­heiten lebhaft an den Fall der Frau Humbert in Paris erinnert. Die Berliner Kriminalpolizei ist gegenwär­tig mit Vernehinungen einzelner der geschädgiten Per­sönlichkeiten Beschäftigt, deren Zahl fast stündlich wächst. Sie setzt sich aus den Kreisen der Handelswelt, der In­dustrie, des Piicitäls uno. zusammen. Frau Kupfer wußte mit großem Geschick nur reiche Leute um sich zu vermmmeln, denen sie dann, wie unabsichtlich, von ihren Geschästen erzählte. Frau Kupfer hatte zuletzt über­haupt kaum notwendig, für ihre geschäftlichen Ange­legenheiten Propaganda zu machen. Die Leute kamen zu ihr nach der Bülowstraße und besuchten sie in ihrer Privatwohnung Kaiserdamm 14, um ihre Beteiligungs- vorschläge mit erheblichem Kapital zu überreichen, die die Kuofer natürlich nicht zurückwies. Bezeichnend hierfür ist folgender Vorgang: Als schon die Kriminal- beamien in der Wohnung der Kupfer waren, um dort eine Durchsuchung vorzunehmen, erschien noch eine Dame die ihr eine Beteiligung von 300 000 Mark an- bot. Der ganze Geschäftsbetrieb der Kupfer bestand da­rin, daß sie mit gefälschten Stempeln und Druckformu­laren arbeitete.

Drohende Hochwasferkatastrophe an der Seine. Die Seine ist wieder derart gestiegen, daß man eine Wasser- katastrophe ähnlich wie im Jahre 1910 befürchtet, wo der ganze rechte Stahlseil von Paris unter Wasser stand.

Die Londoner EpPioftotts-Kataftr»PS-r-K>WW met- dct aus London: Wie verlautet, sind weitere 21 Opfer der Explosion im viertel von London ihren Verlet­zungen' erlegen. Die Gesamtzahl der Toten beträgt da­mit mehr als 50. In den Krankenhäusern liegen 112 Verletzte. 265 Personen wurden leichter verletzt.

Von einem schneidige« deutschen Husarenstück be­richtet dieKriegszettung der 7. Armee": Leutnant Horn von den Grimmaischen Husaren ritt auf Erkundung mit neun Kameraden. Sie sollten das Lager von Chalons untersuchen, ob es vom Feinde besetzt sei. Oft genug von französischen Patronillen angeschossen, gingen die Grimmaer schließlich doch bei ihrem Ziel in gute Tek- kung und spähten über den weiten Lagerplatz nach den wenigen feindlichen Reitern aus, die dort arglos sich tummelten. Da kommt ein Flieger durch die Lüfte. Offenbar will er landen.Kinder, kommt, den Vogel fangen wir uns!" Ein jubelndes Nicken, ein Angalop­pieren. Da, weit drüben landet er jetzt, setzt auf den Boden auf, der Apparat rollt noch ein wenig dahin. Und ganz nahe halten drei feindliche Kürassierschwadro- nen. Ein paar von den Lanzenreitern halten auf den Fliegern zu. Da rast Leutnant Horn mit seinen Ge­treuen heran. Die Kürassiere stutzen. Der Flieger springt vom Sitz und läuft auf die Schwadron zu. Leut­nant Horit und Unteroffizier Schlivp, ein paar Husa­ren verleaen ihm blitzschnell den Weg. Husar Moser und der Gefreite Walz haben ihn zuerst beim Kragen, und der Unteroffizier hebt den sehr verdutzten Herrn auf sein Pferd hinter sich. Der Leutnant läßt noch flugs den Avparat ausräumen. Da setzten sich nun auch ein paar Dutzend Kürassiere in Galopp.Nun aber raus!" ruft Leutnant Horn und preicht mit seinen Husaren, dem gefangenen feindlichen Flieger und dessen sicherlich höchst wertvollen Papieren aus dem Lager von ChalonS hinaus. Ohne Verluste.

Weitere Drahtnachrichten

Ein französischer Millionenbetrüger verhaftet.

den be-

r-c Lugano, 23. Januar. (Privattelegr.) In Pa­ris wurde lautB. T." wegen Betrugs in Höhe von drei Millionen der Bankier Gemaltere stmeemt ver­haftet, derselbe, der schon vor einem Jahrzehnt Fürsten Hohenlohe-Oeüringen um 10 Millionen schwindelt hatte. Auch gegen den Präsidenten des Per- waltunasrates des Bankhauses simeoni in Italien, Fürst Broglie, der als Patriot in ganz Italien im In- teresse der Entente Konzerte und Ausstellungen ver- anstaltete, wurde ein Haftbefehl erlaffen.

Eintritt der Warschauer Stndenteuschaft in »aS polnische Heer.

>^ Posen, 23. Januar. lPrivattelegr.) Wie die PosenerGazeta Narodowa" lautB. T. aus War­schau berichtet, sei die Warschauer Studentenschaft der Universität wie des Politcchmkums geschlossen dem neugebildeten polnischen Heere bcigetrcteu.

Eisenbahnunglück auf Bahnhof Weimar.

Weimar, 23. Januar., Amtlich wird miigeteilt: Gestern vormittag 5 Uhr 4o Mm. in der D-Zug 203 Frankfurt-Berlin am Bahnhof Weimar vermutlich durch Ueberfabren des Block-Signals Ulla auf de« Eck« aricr-tm 6PS3 anlgefahren. Von beiden Zügen sind mehrere Wagen entgleist und beschädigt. ^ret EiM- bahnveamte sind tot, einer verletzt. Um 9,30 Uhr vor­mittags wurde der eingleisige Betrieb ävettnarErfurt eingerichtet. Die Untersuchung ist einaelestet.