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der Regierung die Gelegenheit erMt, sich zu äußern, und wird jeden Redner, der die Regierung verteidigt, auspfeifen.

Die Duma ist inzwischen auf Ende Februar ver­tagt worden.

Das Anwachsen der russischen Kriegskosten.

Der russische Finanzminister Bark äußerte Presse­vertretern gegenüber, daß er sich leider gezwungen sehe, für eine Milliarde Rnvel Paplergeld zu erwirken. Die Kriegskosten nähmen täglich an Mfang zu und er­reichten schon jetzt die Summe von 1300 000 000 bis 1500 000 000 Rubel monatlich.

Bratiauu geht nach Moskau.

Nach einer Petersburger Depesche in Lyoner Blät­tern begibt sich der in Kiew weilende rumänische 9Jlim= sterprästdent Bratiauu nach Moskau.

Vor «Mes tznlschetörmgeo.

Das Zusammenraffen der strategischen Kräfte.

Aus allen Heereslaqern unserer Feinde in Ost und West dringen einzelne Nachrichten zu uns, aus denen mau den Schluß ziehen kann, daß bei Engländern und Franzosen, bei Russen und Italienern ungeheure An­strengungen gemacht werden, alle Kräfte zu einem gro­ßen neuen Stoß zusammenzufassen. Die Tätigkeit hinter der Front ist in den letzten Tagen entschieoen bedeu­tungsvoller gewesen, als die Tätigkeit an den Fronten selbst, die sich nur auf vorbereitende und erkundende Maßnahmen erstreckte. Besonders im Westen deuten alle Nachrichten der englischen und französischen Blätter darauf hin, daß die französischen und englischen Maß- nahmen größeren Stiles bestimmt sind, um aufs neue irgendwo einen Hauptschlag zu führen. Die Generale Haig und Nivelle, denen die gesamte feindliche Front im Westen untersteht, bürsten nicht völlig grundlos die lange Reise nach London zu einer Konferenz mit Lloyd George gemacht haben. Auch die Umgruppierung der englischen und französischen Truppen deuten darauf hin, daß man in absehbarer Zeit mit neuen entscheidungs- vollen Kämpfen rechnen darf. Wie weit die Kämpfe bei Nuern und bei Serre, die in den jüngsten Tagen verzeichnet werden konnten, nur tastende Borfühler der vereinigten feindlichen Heeresleitungen sind oder als Vorläufer weit ausholender Maßnahmen gedemet werden können, steht noch dahin.

Ueberall, wo unsere Feinde anrennen werden, wer­den sie auf eiserne Widerstandskraft und auf einen durch ihre freche Note noch gesteigerten Kampfesmut unserer tapferen Truppen stoßen. Auch im Osten scheinen sich neue Maßnahmen vorzubereiten, welche einer Zusam- menfassung der Kräfte dienen. Vielleicht soll diesmal die- langersehnte und bisher so unzulänglich erfolgte Einheitlichkeit der Leitung" auch bei unseren Feinden durchgeführt werden. Nach der Konferenz von Rom wurde den Vertretern der feindlichen Presse erzählt, ö. die einheitliche Führung des Krieges jetzt noch stärker als früher gesichert sei. In der französischen Presse war von Tag zu Tag stärkeres Verlangen nach dieser Ein­heitlichkeit laut geworden, und die französischen Zei­tungen, die in ihrem verblendeten Haß sonst an den Deutschen kein gutes Haar lassen, stellten sogar unsere großartige Einheitlichkeit der Führung der englischen und französischen Heeresleitung als ein leuchtendes Bei­spiel dar. Darum soll auch Rußland sich allem Anschein nach an dem großen Werk der nahen Zukunft beteiligen. Wir hören, daß bis Petersburg hinauf ungeheure Trup- penverschiebungen vor sich gehen, und daß auf der gan­zen Linie hinter der Front eine emsige Tätigkeit ent­faltet wird, die sicher nicht ganz grundlos ist, besonders!

hinter der feindlichen Front atznahmen fest- aeftellt worden sind. Auch im Osten haben wir an meh­reren Stellen bereits allerlei Fühler, besonders auf der Front Riga-Smorgon feststellen können. Die Absicht unserer Feinde ist auch hier noch völlig im Dunkeln, da erst der beginnende Kampf selbst Aufklärung über ihr wirkliches Ziel bringen kann.

Die Feinde haben in ihrer Note unerhörte Erobe- runasziele v^r^t^. Sie haben damit bei allen ernst- bosten Menschen nur ein Lächeln erzeugt, da, wie em neutrales Blatt schreibt, derartige- Forderungen nur von einem Feinde erhoben werden könnten, der bereits als Sieger durch das Brandenburger Tor in Berlin einaezogen ist, nicht aber von Feinden, die auf allen Fronten aufs schwerste geschlagen sind Vielleicht hoffen unsere Feinde durch nachträgliche Heldentaten und Siege von ihren Erobernngszieleu den Fluch der Lächer­lichkeit zu nehmen,, der ihnen jetzt anhaftet. (OKM.)

kriemaiieriei.

Der Austausch der Internierten über 45 Jahre.

Nach englischen Blättern ist zwischen England und Deutschland ein Uebereinkommen getroffen worden, wo­nach alle internierten Bürger über 45 Jahren ausge- tauscht werden. In England befinden sich etwa 4000 solcher Bürger über 45 Jahren und in den Uebersee- koionien 3000; in Deutschland betragt die Anzahl inter­nierter englischer Bürger über 45 Jahren etwa 700.

Tagesbefehl des Königs von Rumänien.

Aus Jassy berichtet lautFrkf. Zig " dw Agence ssavas- Anläßlich des orthodoxen neuen Jahres richtete der rumänische König an die dlrmee einen Tagesbefehl, &Ä?«n^

daß Ihr Euch für die heimatliche Erde, für E>ne Kiiider, Eure Eltern, Eure Brüder und für die Grenzen des Landes schlagt! Durch einen Sieg werdet Ihr ihnen eine glückliche Zukunft verschaffen.

Zwang bei der englischen Kriegsanleihe.

Die englische Regierung wird, wie lautFrkf. Ztg. eine amtliche Mitteilung befaßt Äur ßn^ eines ct-pHs spy iier fiiaüaren Geldvorräte fair eilen. Ein jeder Besitzer von Geldvorräten, einerlei welcher Art und wie groß der Vorrat ist, muß sofort der Regierung darüber machen. , ,

DerPrinz Adalbert" in England versteigert.

Der schwerbeschädigte Dampfer der Hamburg- AmZka-Lint? Adalbert", 6°30 Bntttoregister- lonnen, wurde mit Mittwoch SU 6000 Pfund Sterling in England ausgeboten. Nach lebhaftem Biettampf, an dem sich lediglich französische Reeder ^etlichen, w das Schiff zu einem autzerordcntltKhohettPrcs 152 000 Pfund Sterling der Pariser Südatlantischen Dampfschiffahrtsgesellschaft zugesprochen.

Englische Landwirte protestieren.

Englische Landwirte beschlossen, d e Arbeit einzu- stellen, wenn die Einstellnna zum Kriegsdienst weiter niihalten soll. Der Ackerbanminister dränge den Land- Wirten völlig unbrauchbare Ersatzkrafie auf.

VHHrrlechtswitikige GesaWe»?»- behandimis in Irmkrei».

Am 4. Januar d. J. ist einem Vizefeldivebel eines Pionier-Batl., der im Juni 1910 bei Sonville, miö einem Gefreiten einer Res.-Ferufpr.-Abt., der im Ok­tober lvu> bei Thianmont gefanaenaenonMen war, die 8W aus f^ÄKi GesE^M^ asbmuik Bet

ihrer Berneymung haben diese beiden ü0eretnsNmmeno

u. a. folgendes ausgesagt: t m .

Dauernd mußten die deutschen Gefangenen in starkem Artilleriefeuer und trotz täglicher Verluste Straßen- und Bahnbauarbeiten ausführen, Material und Munition tragen, während die Franzosen sie von den Unterständen aus mit Karabinern bedrohten, wenn sie sich dem Feuerbereich entziehen wollten. Bei Ar­beitsverweigerung der Gefangenen war den deutschen Arbeitslrupvführern laut Befehl des Armee-Oder- Kommandos mit Erschießen gedroht worden.

Diese Feststellung ist sehr wichtig. Denn demnach stammt dieser Befehl von keinem geringeren als dem General Nivelle, der damals die 2. französische Armee bei Verdun befehligte, und der jetzt Oberkommandie- render der gesamten französischen Streitkräfte ist, die uns in Frankreich gegenüberstehen. Durch diese Tat­sache ist der Beweis erbracht, daß es sich nicht um ein­zelne Uebergriffe untergeordneter Stellen handelt, son­dern um eine ganz systematische Erniedrigung, Be­schimpfung und Schädigung der deutschen Kriegsgefan­genen an Gesundheil und Leben.

Untergebracht waren die Gefangenen beim Bahn­hof Balleycourt (unweit Verdun). Diese Stelle war stark dem deutschen Artilleriefeuer ausgefetzt. Eine Holzbaracke mußten sich die Leute selbst aufbauen. Als Verluste eintraten, verlangte der obengenannte V-ze- feldwebel die Verlegung nach einem anderen Ort. Als Antwort wurden weitere 50 Deutsche dorthin verlegt. Die Verluste stiegen auf 25 Mann (tot und verwundet) innerhalb zweier Monate. Für die Kranken wurde gar nicht gesorgt,- Arzneimittel und Verbandstoffe fehl­ten 3 Wochen gänzlich. Ebenso unmenschlich war die Behandlung im Lager Moyenville. Beschwerden hatten keinen Zweck. Im Verhältnis zu der zu leistenden Arbeit war die verabreichte Kost viel zu gering an Menge und Güte. Die Leute bekamen so wenig zu esseu, daß täglich einige vor Hunger und Schwäche ohn­mächtig wurden. Es stellte sich nachträglich heraus, daß aus den Verpflegungsbeständen gestohlen worden war. Einige Zeitlang gab es überhaupt kein Fleisch, dann jeden zweiten Tag abends Pferdefleisch. Einer der Kriegsgefangenen, der als Metzger in der Gefangenen- küchc beschäftigt war, erzählte, daß von den eingeliefer­ten Pferdekadauern oftmals erst große eitrige Stücke ausgeschnitten werden mußten. Die Kadaver kamen aus dem Pferdelazarett Moyenville.

Eines Tages wurde eine Anzahl Gefangene dazu kusebligt, deutsche und französtsche Tote zu begrüben. Nach ihrer Rückkehr erzählten die Gefangenen, die französischen Offiziere und Mannschaften hätten Mit Steinen dir Köpfe der deutschen toten Offiziere oder Soldaten beworfen.

Ein Soldat eines Grenadier-Regiments, der am 1. 7. 16 bei WalösÄloß Fay gefarmengenommen wurde und am 25. 10. aus dem Zeltlager nördlich Bahnhof Marcelcave entwich, berichtet über seine Erlebnisse:

Unmittelbar nach der Gefangennahme wurden etwa ein Drittel der gefangenen Deutschen zum 9iüct= transport verwundeter Franzosen in den Grüben ver- wendet. Selbst schwerverwundete Leute mit Bettr- schüssen waren gezwungen, ihren Weg zu Fuß zucück- zulegen. Ein fchwerverwunöeter Deutscher brach vor Erschöpfung zusammen. Hierauf sprengte einer der die (gefangenen bewachenden marokkanischen Reiter heran und schlug mit dem Stock auf den Verwundeten ein."

In den Lagern, in die die Gefangenen zusamwen- gebracht waren. wurden diejenigen, die sich krank me!-, beten, bestrait und häusca

Arrest verhängt, in einem notdürftig gedeckten Erdloch, oder in einer 75 Zentimeter hohen und etwa 2 Meter langen Wellblechbuöe,die wir Hundehütte nanu sn". ES gab aber auch andere Strafen: und zwarAuf und ab gehen" mit einem mit Sand gefüllten Rucksack, der 60 Pfund wog, und zwar vormittags von 7 bis 10 Uhr 30 Minuten, und nachmittags von 1 bis 5 Uhr 30 Minu­ten. Diese Strafe wurde je nach dem Vergehen bis zu sieben Tagen ausgedehnt.

Die Arbeit, die die Gefangenen dort verrichten mußten, war ausgesprochene Kriegsarbeit:Die Ar­beit bestand in Abladen aus dem Pionierpark, Um- laden auf den Bahnhöfen und Laden von Feldmunition in Kisten auf die Lastwagen. Als Anfang Juli den deutschen Gefangenen bei Wiencourt das Ausladen von Artilleriemunition befohlen wurde, weigerten sie sich, diese Arbeit zu verrichten. Darauf wurde dem aufsicht- führenden deutschen Unteroffizier der Revolver vor die Stirn gehalten, fvdatz er sich genötigt sah, das Ausladen dieser Arbeit trotzdem zu befehlen."

Estie solche Behandlung von Kriegsgefangenen auf Befebl und unter Duldung der höchsten französischen Truppenführer ist wohl der schwerste, bisher bekannt gewordene Völkerrechtsbruch während des Krieges und beweist die gemeine Gesinnung, die im französischen Heere steckt.

Vermischtes-

Hindenburg dankt den pommerschen Landwirten. Auf die Mitteilung der pommerschen Landwirtschafts- kammer von der Emlieseruug des 1000. Zentners Fett­ware zur pommerschen Hindenburgspende antivortete Feldmarschall von Hindenburg mit herzlichem Dank.

Was Frankreich bereits durch den Krieg verlor. Der Temps" veröffentlicht nach der Zusammenstellung eines Abgeordneten folgende Zahlen über die Geburten und Todesfälle in den nicht besetzten Gebieten Frankreichs: 1913 604 454 Geburten, 588 809 Todesfälle, 1914 594 222 Geburten, 647 549 Todesfälle, 1915 382 466 Geburten, 644 301 Todesfälle. Demnach ist die Zahl der Sterbe- falle in den beiden letzten Jahren gegen das Normal­jahr 1913 um je gegen 60 000 gestiegen, während die Zahl der Geburten 1911 um rund 10 000, 1915 um rund 226 000 zurückging. Das Heeresgebiet ist hier nicht einbegriffen.

Einen StifütttgszuWachs von 3,4 Millionen Mark hat die Teutsche Gesellschaft für Kaufmannserlroiungs- jjeitüe (Ferienheime für Handel und Industrie) tw vergangenen Jahre zu verzeichnen. Die Gcscllschast hielt kürzlich ihre Hauptversammlung ab. In Würdi­gung der durch den Anschluß den Angestellten eru-ach- senden Vorteile trat wiederum eme lehr große Anzahl bedeutender Firmen der Gesellschaft bet so daß dieie einen Stiftungszuwachs von rund 3,4 Millionen Mark verzeichnen kann. Auf Hessen-Ätafsau entfallen hiervon rund 170 000 Mark.

Ein blutiger Kampf mit einem entsprungenen Zucht­häusler bat sich in den Straßen von Eberswalde abge­spielt. Aus dem dortigen AmtsgerichiSaefängnis war in der Naclst zum Mittwoch.der Melker Pieper cutzprun- gen. der zur Verbüßung einer Strafe von sieben Jahren Zuchthuns demnächst der Strafanstalt angeführt werden sollte. Der Flüchtling hatte sich nach Tornow, einem Dorfe in der Nähe von Eberswalde begeben und aach- tigte in einem Stall, wo er am Morgen von dem cULen- tümer des Gehöftes entdeckt und bem Oeisvorsw: An­geführt wurde. Dieser ließ den EntDrunaeneu nrw zwei baudreste Mämrer na« Eberswalde brurgen. Dort

zog P. plötzlich unter seiner Kleidung eine Eisenstanal hervor und drang auf seine Begleiter ein, die er durch rouchtige Schläge erheblich verletzte. Einer der Männer hatte jedoch die Geistesgegenwart, seinen Revolver zu ziehen und einen Schutz auf Pieper abzugeben, der ge­rade flüchten wollte. Dieser wurde in den Kops ge­troffen und konnte nun mit Hilfe herbeigeeilter Polizei- beamten überwältigt werden.

Das Soldatentestameut ohne Unterschrift. Der Landsturmmann Otto B. errichtete im Felde ein Testa­ment, das mit den Worten begann:Ich, Otto B . . ., setze meine Frau ... als Universalerbin ein." Das Testament trug unter dem Text das DatumRußland, den . . ." und keine Unterschrift. Unter dem Datum stand lediglich die Beglaubigung des Kompagnieführers, daß das Kriegstestament von dem LandsturmmaNn Otto B . . . geschrieben sei. Das Testament wurde ange- fvchten,' alle Instanzen, auch das Kammergericht, haben es für formungültig und daher für nichtig erklärt. Das Kammergericht führte in seiner Entscheidung, derDeut­schen Juristenzeitung" zufolge, aus, daß nach den ge­setzlichen Bestimmungen auch bei privilegierten Mckt- tartesiamenten eine Unterschrift notwendig sei. Die Un­terschrift des 5kompagnieführers unter der Zusatzbeschei­nigung kommt^ demnach nicht in Betracht. Es ist not« wendig, daß die Schrift, die alsUnterschrift" angesehen werden soll, die Errlärung des letzten Willens räumlich abschließt, ihren Text deckt und gegen spätere Zusätze schützt. Hierin fehlte es im vorliegenden Fallt Die Namensangabe des Erblassers im Eingang der Erklä­rung des letzten Willens kann eine solche Unterschrift nicht ersetzen. Dieser Btangel eines wesentlichen Form- erfordernisses macht das Testament nichtig.

Die Lebensmitlelteuerung in England. In der vom englischen Handelsamt herausgeebenen Monatszeit­schriftLabour Gazette" wird im Dezemberheft 1916 über die Steigerung der Kleinhandelspreise der wich­tigsten Nahrungsmittel am 1. Dezember 1916 gegenüber 'der Zeit unmittelbar vor Kriegsausbruch berichtet, und es zeigt dabei, daß in letzter Zeit gerade die Lebens­mittel. welche für die Arbeiterschichten hauptsächlich in Betracht kommen, wie Kartoffeln, Brot, Mehl, Butter, Käse und Eier, besonders stark im Preise gestiegen sind. Am 1. Dezember 1916 waren in den größeren Städten mit mehr als 50 000 Einwohnern die Eier um 179 v. H., der Zucker um 173, Fische um 147, artoffeln um 130, Fleisch um 59121, Mehl um 81, Brot um 76, Butter und Käse um 68 und Milch um 55 v. H. teurer als am 1. Juli 1914, also als kurz vor dem Kriege. Im ganzen ergibt sich, daß die Preissteigerungen in England, was Brot, Mehl, Kartofseln, Milch und Zucker anbelangt, zum Teil wesentlich größer sind als bei uns. Gerade also für die Nahrungsmittel, die für die Hauptmasse der Bevölkerung als die unerläßlichsten in Frage kommen, sind in England also größere Ausgaben als in unserem ausgehungerten" Land erforderlich.

Amerikanisch. Die Neuyorker Handelskammer ver­öffentlicht eine Statistik über die Ennoicklung Neuyorks in den letzten Jahren. Danach haste Neuyork beim Jahreswechsel 191617 7% Millionen Einwohner. Einen Rekord weise die Bantätigkeit auf. Durchschnittlich werde in jeder Viertelstunde in Neuyork ein neues Haus hergestellt. Neuyork hat jetzt 38 000 Fabriken, 250 Theater, 103 Krankenhäuser, 553 Schulen und 198 Parks. Mit diesen Zahleic hat Neuyork London als größte Stadt der Welt überholt.

!Wet im Glabenlampf.

Der Gefreite Josef Reirnarrn aus Brestau, Reben- MDWe-^WM^ano w am 20. JUli 1916 als Meldegänger beiui Koutpagyiesuhrer. Gegen Tagesanbruch beginnt per Gegner uasc.e Gräben mit sa-wersten Minen und yiinUcue aller Kattber zu beschießen. Allmählich steigert sich die Beichietzung zum Trommelfeuer. Doch vom Feinde ist noch nichts zu sehen. Gegen 8 Uhr morgens ertönen plötzlich dumpfe Krache ganz in der Nähe un­seres Grareus. Der Gegner hatte sich im Schutze einer dichten Ilevelwaud nahe au unsere Gräben Herange- arreitet und in großen Trichtern festgesetzt, von wo aus er mit Handgranaten vorgeht. Mit dem lauten, alarmiereichen Rme:Der Fe. ist da!" springt Rei- manu auf und stürmt nur mit Handgranutecl bewaffnet an die Brustwehr. Schon an der nächsten Schulterwehr treten ihm Feinde entgegen. Doch er schafft sich Raum. Er drängt sie zurück und befreit Mehrere seiner Kame­raden aus den Urlterstanden, deren Ausgänge die Geg­ner mit Handgranaten versperren. Da der Gegner rechts und lints unseren ersten Graben überschritten hat, versucht er zunächst die noch standhattende und nach allen Seiten hin sich verteidigende kleine Graben- bet hung nieöerzutümpfcn. Wo es den Feinden gelingt, so nahe all den Graberi herauzukommen, daß ihre Hand­granaten diesen erreichen, ist es immer wieder Ret- maun, der sie mit wenigen Handgranaten unter großen Verlusten zurücklvirft. Bei dieser schweren Arbeit fängt Reimaml an zu schwitzen. Kurz entschlossen zieht er seinen Rock aus und arbeitete in Hemdsärmeln weiter. So oft auch der Feind ansttirmt: von rechts und links, über freies Gelände und von hinten im Laufgraben, blitzschnell verteidigt er sich überall hin, die eigenen Kameraden durch laute Zurufe ermunternd. Doch all. mählich gehen Handgranaten und Jnfanteriemunttion zu Ende. Die kleine Grabenbesatzung, die von Feinden seit 2 Stunden umringt ist, kann sich nur noch kurze Zeit halten. En schlossen zu fallen oder Anschluß an die Reserven in der zweiten Stellung zu gewinnen, tritt auf Befehl die kleine Besatzung den Durchbruch dorthin an. Au die Spitze des Truppes tritt wieder Reimann, der den Befehl hat, sich unbedingt einen Weg zu bahnen. Der Feind der im Laufgraben an mehreren Stellen schon Sandsackbarrikaden errichtet und Maschinenge­wehre eingebaut hat, setzt sich energisch zur Wehr. Mtt . Hurrarufen ivird angetreten; schnell sind alle Hinder­nisse und Stützpunkte von Reimann mit Handgranaten gesäubert und jubelnd verkündet er den Nachfolgenden die Ankunft bei den Kameraden in der Riegelstellung. Reimann ist im Besitze des Eisernen Kreuzes 2. Klasse.

Weisere Drahtnachrichten.

Der letzte französische Kriegskredit?

r-> Genf, 20. Januar. Laut Schweizer Blättern wird aus Paris gemeldet, daß im FinanzauSschUtz der französischeli Kammer ein neuer Kriegskredit voll 8 Milliarden Franken eingebracht wurde. Rivot sprach die Hoffnung aus, daß dieses der letzte Kredit dieses Krieges sein werde.

Amerikanische Rüstnngsfordcrnugen.

»-#> Haag, 20. Januar.Daily Expreß" meldet, Satz General Scott, der Chef des Generalstabes, vor der Eenatskommisston, die den bekannten ungünstigen Be- richt am 8. Januar erstattete, die Erklärung abgab, daß angesichts der Lehren des gegenwärtigen Krieges die Vereinigten Staaten eine stehende Armee von 1 500 000 Mann haben müssen imb 15 Millionen Mann an Re­serven, die innerhalb 90 Tage verfügbar (ein müßten.

' Das sei die größte jemals aufgesiellte RttsiunaSsorde- , muß. Wenn jährlich 750 000 Mann zu zwei?ädriger ' Dienstzeit einberufen würden, ließe es sich durchkühren.