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Russische Gesangenenbetzandiung.

Während die Engländer bisher Meister in der Mißhandlung deutscher Offiziere (Baralong-Cromp- ion-King Stephen-Fälle) und die Russen in der grau­samen Behandlung gefangener deutscher Soldaten zu sein schienen, liegt jetzt ein Beweis dafür vor, daß auch die Russen in der Behandlung gefangener Offiziere nicht viel mehr Anstand haben, als ihre großbrrtanni- schen Bundesgenossen.

Der Leutnant zur See Killinger, der als Ma­rineflieger im Osten tätig war, wurde im April 1915 bei einem Ausklärungsflug zusammen mit dem Ober­leutnant von Gorrissen von den Russen abgeschossen und stürzte mit der Maschine ins Wasser. Nach drei­stündigem Treiben in dem mit Eisschollen bedeckten Wasser wurden die beiden Offiziere von den Russen aufgefischt. Nachdem sie nach mehrstündiger Fahrt aus dem Wasser an Land gebracht waren, transportierte man die Deutschen in ihren nassen Kleidern auf offe­nen Leiterwagen im Schneegestöber nach Libau. Ihre Hände hatte man mit Telephon-Drähten auf den Rücken und die Füße kreuzweise ebenfalls mit solchen Drähten so gefesselt, daß ihr linker Fuß au der rech­ten Sprosse des Wagens und der rechte an der linken Sprosse befestigt wurde. Vor allem gab man ihnen auch keine Gelegenheit und Zeit, ihre Kleider zu trock­nen, und nur ein russischer Admiral erbarmte sich der Schiffbrüchigen und schelikte ihnen zusammen ein Un­terbeinkleid, das die beiden Offiziere abwechselnd tru­gen. Von Libau würben die beiden Seeoffiziere sofort über WUna nach Petersburg gebracht, nachdem ihnen von Libau ab immer wieder eröffnet worden war, daß sie als Räuber behandelt und gehängt werden würden. In Petersburg kamen die beiden Offiziere in Einzel­haft in eine Kerkerzelle in der berüchtigten Peter- und Paul-Festung. Hier wurde Killinger ebenso wie von Gorrissen 6 Wochen gefangen gehalten. Nur während der ersten 8 Tage durste er eine Stunde täglich in einem kleinen Gefangenenhofe an die frische Luft. Auf Killingers Protest gegen diese würdelose Behandlung eines kriegsgefangenen Offiziers gab ihm der beaus- sichtigende russische Offizier zu verstehen, daß Killin- gers Lage sich sofort verbessern würde, wenn er bei dem Verhör Aussagen Machen würde, die für die Rus­sen von Wert seien. Man versuchte also, durch Er­pressung einen Kriegsgefangenen zum Hochverrat zu zwingen. Nachdem die Russen endgültig eingesehen hatten, daß sie von einem deutschen Offizier auf die­sem Wege nichts erfahren konnten, würbe Leutnant Killinger nach Libau abtransportiert. Die Beglleit- mannschaften eröffneten ihm während der Reise, daß er zur Zwangsarbeit in den Bergwerken Sibiriens begnadigt" sei.

Die Behandlung in den verschiedenen Gefangenen­lager» spottete zum Teil jeder Beschreibung. In dem Gefangenenlager von Omsk waren die Offizrere zu 50 und 60 in einem Raum zusammengebracht. Es gab weder Matratzen noch Betten und alles wimmelte von Ungeziefer. Verschiedentlich trat Flcckfieber und Cho­lera auf, denen besonders unter den Mannschaften viele zum Opfer fielen. Für die insgesamt 300 Offi­ziere gab es nur eine Bedürfnisanstalt, die offen mit­ten auf dem Hofe lag und von welcher der Unrat nie­mals weggeschafft wurde. Das Gefangenen-Gehalt für Offiziere war auf 50 Rubel festgesetzt, von dem man sich selbst zu verpflegen hatte. Diese Summe würbe zum großen Teil von den Russen unterschlagen und

Nur mit Hilfe der Oesterreicher, die von den bluffen etwas menschlicher behandelt wurden, war es den Deutschen möglich, ihren Lebensunterhalt zu beschaf­fen. Für einen Teller Suppe mußte man z. B. '^ Rubel an den staatlich bestellten Kantinenwirt zahlen.

Die deutschen Offiziere wurden meistens nur in Biehwagen befördert und bis zu 30 in einem Wagen zusammengepfercht. Bei der Kälte des sibirischen Win­ters und der Länge des Transportes hatten die ve- dauernswertell Kriegsgefangenen Entsetzliches zu lei­den. Die Russen nahmen dabei selbst auf Verwun­dete und Kranke nicht die leiseste Rücksicht. Auch sie wurden, wie die Gesunden, in Viehwagen transpor­tiert und blieben tagelang ohne ärztliche Hilfe.

Lenttrant Killinger ist auf solchem Transport entflohen und nach einer abenteuerlichen Flucht über China und Amerika nach Deutschlarcd zurückgekehrt.

Kritische Tage in Rußland.

Wir dnrchleven furchtbare Stunden."

Die innerpolitische Lage in Rußland spitzt sich im­mer mehr zu. Aus den neuesten russischen Zeitungen sei lautKöln. Ztg." zu erkennen, daß selbst die po­litischen Kreise.Rußlands von dem plotzlrcyen Ruckirctt Trepows völlig überrascht wurden. Die Lage habe einen derartigen Zustand erreicht, daß jeder Tag das Schlimmste bringen könnte. In Duma- uud Recchs- rats-Kreisen wirb beut neuen Ministerpräsidenten Galizin entschiedenes Mißtrauen entgegeugebrachi. Den kommenden Tagen wirb mit bangen Ahnungen entgegengesehen. Das Schicksal Rußlands nimmt un­erschütterlich seinen Gang.

DieStampa" berichtet lautB. T." über eine neue Rede Miljukows, in der der Führer der Linken mit äußerster Besorgnis darauf hinwies, daß mit der Schuld der reaktionären Minister das Volk das Ver­trauen in den Sieg verloren habe, und mit den Wor­te« schloß:Wir durchleve« furchtbare Stuuden."

Lansings Rücktrittsabsicht bestätigt?

Nach demB. L.-A." bestätigt es sich Stockholmer Meldungen zufolge, daß Staatssekretär Lausina zutreten beabsichtigt. Als Nachfolger kommt der bis­herige erste Beamte des Staatsdepartements, Rat Polk, in Betracht. Kansings Rücktritt sei ein Ereignis, das die größte Aufmerksamkeit aller politischen Kreise ver­diene.

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Neue Friedeusuoteu Wilsous?

Evenilig World" erfährt aus dem Staatsdeparte­ment, daß Wilson am 29. Januar persönlich im Kon­greß erscheinen und seine neuen Noten an die Krieg­führenden der Billigung des Kongresses unterbreiten werde. Man dürfe deshalb mit dem Abgang der neuen Friedensuöien für die ersten ^ebruarnweheu rechnen. Wie andererseits laut ,,B. L.-A" berichtet wird, habe die Pryvaaauda des Senators Lodge gegen WilsonS Friedensaklion große Wirkung gehabt. Die Mehrheit des Senats wolle verlangen, daß jeder weitere Schritt WKsonS von der Znsttmmnng »es Senates abhängig

Friedensaklion große Wirk«., des Senats wolle verlangen, o WilsouS von der Zustimmung gemacht werden solle.

Ein lehrreicher Fall zum Kapitel Englische Blockade"!

Ein interessanter Brief ist in unsere Hände geraten. ^r^schreM ^rw eMlische Firma an eine Reederei in

Vtit lebhaftem Bedauern stellen wir fest, daß sie Ihrer Enttäuschung darüber Ausdruck geben, die Waren nicht erhalten zu können,' nachdem Sie sich zu­vor um Kunden bemüht haben. Auch wir sind hierüber enttäuscht, aber im Hinblick auf Ihre Bemerkungen ist der Schreiber dieses, der gestern in London war, selbst zu den Behörden gegangen und hat, nachdem er einen Tag lang sich mit der Sache beschäftigt hatte, schließlich die Ursache der ganzen Geschichte ermittelt. Die Be­hörden haben ihm nämlich mitgeteilt, daß Ihre Dam­pferX....." undA . . . . ." beide nach Deutschland Handel treiben, und die Behörden wollen die Zurück­haltung Ihrer Waren als eine Art von Hebel benutzen, um Sie zu veranlassen, Ihre Dampfer aus der deut­schen Fahrt zu nehmen und sie für die Alliierten zu ver­wenden. ..... Sollten Sie einen laufenden Kontrakt mit den Deutschen haben, so wäre dies eine andere Sache, und wir möchten annehmen, daß man Ihnen erlauben wird, jede derartige Vereinbarung einzuhalten,' aber was gewünscht wird, ist eine womöglich von Ihnen selbst zu gebende Zusicherung, daß Sie in Zukunft Ihren Schiffen die Fahrt nach deutschen Häfen nicht gestatten werden."

S o also sieht die Blockade aus, welche England angeblich mit Hilfe feiner Seeskreitkräfte ausübt! Fern davon, diese Blockade wirksam in militärischer Gewalt durchführen zu können wie ja gerade die Klage über die schwedischen Dampfer, die nach Deutschland fahren, zeigt, muß England versuchen, durch wirtschaftliche Daumenschrauben die Neutralen in die lückenhafte Blockade hineinzuzwingen, um sie vollständiger zu ma­chen. Wie die darauf gerichteten Maßnahmen die wirt­schaftliche Betätigung «nd die Freiheiten der Neutralen treffe«, ist Engla«d sehr gleichgültig. Denn England ereifert sich für die Rechte der Neutralen bekanntlich immer nur dann, wenn ihm aus diesen Rechten nicht selbst ein Nachteil erwachsen könnte.

Sriezsssierlei.

Unterbringung kranker Kriegsgefangener in Norwegen.

Blättermeldungen aus Chrkstiania zufolge sind in Norwegen alle Vorkehrungen getroffen, um kranke Kriegsgefangene aufzunehmen. Da Frankreich und England das norwegische Angebot abgelehnt haben, werden nur deutsche, österreichisch-ungarische und rus­sische Kriegsbeschädigte in Norwegen ausgenommen werden. (Wie wir erfahren, steht die endgiltige Zu­stimmung der russischen Regierung noch aus, dürfte aber in einigen Wochen eintreffen.

Streitigkeiten zwischen farbigen Arbeitern in einer französischen Munitionsfabrik.

Petit Parisien" meldet aus Bordeaux, in der Mu­nitionsfabrik zu Bad-Sens ereigneten sich in den letz­ten Tagen schwere Zwischenfälle. Die schwarzen und gelben Arbeiter teilten sich in zwei Kriegsparteien, die sich gegenseitig eine Schlacht lieferten, so daß Truppen eingreifen mußten. Es gab Tote und Verwundete.

Wie England rüstet.

In Holland wird gegenwärtig eine in holländischer Sprache geschriebene Broschüre des englischen Journa­listen Henry Davray verbreitet deren Zweck es zunächst ist, ein Bild von der Steigerung der englischen Kriegs­material-Erzeugung zu entwerfen. Der weitere Zweck der Broschüre ist offenbar, im neutralen Auslande die Ueberzeugung zu suggerieren, daß Eugland infolge seiner gewaltigen Anstrengungen der Endsieg gar nicht entgehen könne. Die Broschüre zählt die Leistungen Fabriken bestanden Prauuensysteme, um die Leistungen auf das höchste zu steigern.

Brandende Wogen «m Briand.

DerPetit Partsien" meldet: In der Kammer herrscht über die Ereignisse in Griechenland lebhafte Erregung. Einige sibneordnete haben geäußert, sie würden von der Regierung schnellstens genaue Erklä­rungen über die Lage in Griechen lalid verlangen. Herbe schreibt er wisse, daß seit einigen Tagen ei» sehr schlechter Wind gegen das Kabinett Briand in den Wüi-delgärrgen des Parlaments wehe. Mail werfe Briand Langmut gegen den Kömg Konstantin vor. Wenn aber die Regierung unter den gegenwärtige» ernsten Verhältnissen gestürzt würde, würde das reis nc» glücklichen Einfluß auf Armee und Land ansttben.

Politische Hundsdiau.

Der Besuch der Parlamentspräsidenten in Berlin. Die Präsidenten der österreichischen, ungarischen, tür­kischen und bulgarischen Volksvertretungen treffen am Freitag auf dem Anyalter-Bahnhof in Berlin ein, wo Reichs- und Staatsbehörden empfangen werden. Nach det am Sonnapend eine Rundfahrt durch Berlin, eine Besichtigung städtischer Einrichtungen und eine Begrü­ßung im Berliner Rathause statt, dem sich dann noch an­dere Empfänge anschlietzen werben.

Ueber die Ablehnung des Friedensvorscklages der Mittelmächte und ihre Folgen sprach in einer liberalen Versammlung in Rostock der fortschrittliche Reichstags­abgeordnete Kopsch. Er sagte u. a.: Einstimmig hat das deutsche Volk dem hochherzigen, aus tiefstem sittlichen Pflichtgefühl hervorgegangenen Friedensangebot seiner Regierung zugestimmt,' einmütig hat es in voller Ue- bereinstimmting mit den Worten des Kaisers an Heer und Marine nach der höhnenden und verletzenden Ab­lehnung unseres Friedensangebotes durch die Entente den entschlossenen Willen zur Fortführung des Kam­pfes bis zum endgültigen Siege bekundet. Im ruhigen festen Vertrauen auf die Reichsleituna und die verant- wortlicheu Männer im Heer und in der Marine wird die überwältigende Mehrheit des deutschen Volkes ge­wiß sein, daß zu Land und zur See alles geschieht, um die Feinde endgültig niööerzuringen und den Krieg durch einen für Deutschland ehrenvollen Frieden bald­möglichst zu beendigen.

Der provisorische polnische Staatsrat richtete an die Polen einen Aufruf, der mit den Worten schließt: Wir stellen fest, daß nur nicht eine beliebige politische Organisation find, die dieser oder jener Lösung dient, sondern daß wir das polnische Staatswesen vertreten, eine mit Regierungsbefugnissen ausgestattete Körper- schaft bilden, die alle Staatsbürger gleich behandeln, von allen auch gleiches Gehör für sich beanspruchen wird. Aller Söhne bedarf das Vaterland heute, kei­nem ist es gestattet, sich seinem Dienste zu entziehen.

Vermischtes.

Ihre Herrschaft z« vergiften versnchte in Harburg an der Elbe ein 16jtthriges Dienstmädchen, indem sie Salzsäure in den Kaffeeiopf goß. Glücklicherweise würbe der Vergistnngsversnck entdeckt, bevor der Kaffee getrunken war. Das Mädchen will die Tat voll­bracht haben, weil es von der Herrschaft schlecht behan- h- mul ür.

Dies«

Raubaufall auf eine» Baynpostwage«. Dieser Tage hatten Räuber mit vorgehaltenem Revolver aus dem Bahnhof Schoppinitz in Oberschlesien aus einem Bahnpostwagen eine Geldkiste mit 18 000 M. entwen. det. Die Kattowitzer Kriminalpoltzei hat jetzt sieben jugendliche Burschen als Täter verhaftet und in der Wohnung eines Schoppinitzer Schuhmachers 17 000 M. von dem gestohlenen Gelde im Schornstein versteckt auf- gefunden.

Drei Personen bei einem Brande ums Leben ge« kommen. Bei einem nächtlichen Wohnhausbrande in Königsfeld bei Seidenberg in Sachsen kamen die bei­den dreizehn- und sechsjährigen Töchter und die achr- zigchhlige Schwiegermutter des Wirrschaftsbefitzrrs Seibt ums Leben.

Petersburger Backvervot. Die Lebensmittelknapp­heit in der russischen Hauptstadt ist nachgerade so groß geworden, daß ein Verbot gegen die Herstellung jed­weder Art von Backwerk, von Pasteten, Torten und Kuchen, ergangen ist. Nur für die hohen Feiertage soll von der strengen Vorschrift abgesehen werden. Auch in Konditoreien, Restaurants und Kasseehäusern dürfen Backwaren nicht feilghalten oder serviert werden.

ekarte. Der Mün

Die allgemeine und gleiche Speise

ebener Magistrat hat lautB. L.-A.' _ . , .

einer einheitlichen Kriegsspeisekarte für alle Gastwirt-

" die Einführung

schasten ohne Unterschied beschlossen.

Ein großer Fletschschwindel wurde in Dortuucnd aufgeüeckt. Kürzlich war es gelungen, bei einem Wirte Brimmanu ein großes Fleiichlager zu entdecken. Dort waren Schweine, Ziegen uns Kälber in der Küche ge­schlachtet worden, die von da aus als blinde Ware ohne Karten den Weg ins Publikum fanden. Nun liegt, wie dieDortm. Ztg." schreibt, ein weiterer Fall vor. Auf die Anzeige eines guten Freundes hin wurde bei dem Metzgermeister August Hahne eine Haussuchung vorgenommen, die schlecht und recht ein ganzes Fleischlager zutage förderte, ferner eine ganze Menge Wurst und einige Tonnen gehacktes Fleisch, alles zusammen ein Flesichlager von annähernd 20 000 Mark. Das Fleisch wurde beschlagnahmt, mit vier vol­len Fuhren nach dem Schiachthofe gefahren und ge­langte von da an eine Reihe von Metzgern, um der Allgemeinheit zugeführt zu werden.

Schweres Eisenbahnunglück in Nor-frankreich. Der mangelnden Beleuchtung wird lautB. L.-A." ein schweres Eisenbahnunglück zwischen Le Havre und Paris zugeschrieben. Der Zusammenstoß erfolgte in der dritten Morgenstunde. Eine Angabe der Zahl der Toten, die unter den Trümmern von 17 Waggons eines Verwundetenzuges hervorgeholt wurden, ver- hinderre die Zensur. Man weiß nur, daß deren Mehr- zahl englische Offiziere und Ingenieure waren. Fünf mit Pferden vollbeladene Waggons wurden vollständig zermalmt.

Mißglückte tiakienische Siegesprophetie. Gerade vor einem ba ben Jahr, Mitte Juni 1916, orakelte einer der hervorragendsten Vertreter der italienischen Kriegspresse, FraneepoCaburi, imGiornale ü'Jtalia" Wenn die Klarinette Sarrails, wie der geistreiche Hervee sich in einem seiner jüngsten Artikel ausgedrückt hat, erklingen wird, werden auch die Rumänen auf das gegebene Signal zu ihren Instrumenten greifen und ein Drommerengeschmelter erschallen lassen, das die be­nachbarte Monarchie über den Haufen blasen wird." Der Verlauf der Ereignisse hatt erwiesen, daß der römi­sche Augur die Zeichen reichlich falsch gedeutet hat. Er hat sowohl die musikalischen Fähigkeiten desKlarinett-

damit trösten mag, daß das den Kollegen von der En- tentepreffe ebenso ergangen ist.

Weitere Drahtnachrichten.

Aufruhr unter der Bevölkerung in Iasiy.

«-*> Budapest, 18. Januar. (T. U.) Wie derAz Est" voll unterrichteter Seite in Wien erfährt, herrsch« in Jassy, dessen Bevölkerung jetzt auf eine Viertel Mil. Hon auwuchs, Aufruhr. Die Geschäfte werden geplün­dert und wohlhabende Leute auf der Straße ansgeranbl Wenn sie sich widersetzen, werde« sie auf offener Straß« niedergemacht mit den Worten:Ihr habt uns ins Un­glück gestürzt." Dem Senator Paltineanu, der Staats­sekretär im Kabinett Majoresc« war, worden auf of­fener Straße die Kleider vom Leibe gerissen. Einige Agitatoren, die auf den Hauptplätze« das Volk durch Reden zu beruhigen versuchten, wurden von dem Bolk und den Soldaten verprügelt. Sie liegen schwer ver­wundet in Odessa. Eiu ähnliches Schicksal erreichte den Präsidenten der rumänisch-russischen Liga. Die Regie, Hing ist machtlos und die Militärverwaltnng, die in den Hände« der Russen liegt, läßt das Bolk gewähren. Die Bevölkerung wird dem Hunger preisgegeben. Sie erhält von der russischen Militärvermaltvng nnr Mais­mehl zur Ernährnng.

Bom rumänischen Kriegsschauplatz.

Wien, 18. Januar. (T. Ua DieWien. Allg. Ztg." berichtet lautB. L.-A." aus Sofia: Bom tu» manischen Kriegsschauplatz wird gemeldet: Lebhafte Kämpfe finden statt in der Sereth-Niederurm, wo die Russen andauernd bemüht sind, durch Osseusivstöße nördlich von Focsani unserem ständigen Vornicken Einhalt zu gebieten. Eine Reibe kleiner Zusammen­stöße mit Jagdkommaudos der Armee des Generals von Strafft brachten für uns günstige Erfolge, indem die Rnsfe« überall snm schleunigen Rückzüge gezwun­gen wurden. Bei Funöeni haben die Russen starke Feldbefestigungen am rechten Sereth-U'er aufgewor­fen, die mit schwerer russischer Artillerie besetzt sind. Am Donaukuic in der Dobrudscha hat bulgarische und deutsche Artillerie das Douannfer zwischen Galatz und Reni unter Feuer genommen.

Eine Erwiderung des Bierbundes ans die Antwort des Bierverbandes an Wilson?

w> Budapest, 18. Januar. (T. U.)Az Est" er­fährt aus Sofia: Hiesige diplomatische Kreise glauben, daß die Mittelmächre die Antwortnote desVreroer- bandes an Wilson nicht unwidersprochen lasten wer­den. Die Richtigstellung der aRittelm.Wc wird die we­sentlichsten Punkte heransgreifen und den Völkern der Entente beweisen, dag für die Fort, etzung deS Blutvergießens anssclstietzlich die Machthaber bei »nie- ren Gegnern verantwortlich sind.

Ei» Flug über den Atlantik?

o-* Genf, 17. Januar. (T. II.) Nach einer Neu- yorker Kabeimeldung sind die schwedischen Flieger Hauptmann Sundstedt und Leutnant Ryegaerd in Neu- york eingetrossen, um angeblich im Auftrag Englands an LLLiuchcu, den AtluMchM Ozegn zu üvLxfltesr».