Hersfelder Tageblatt
Amtlicher Anzeiger
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zagen ISO Wut. Druck und Verlag von Ludwig Funks BuchdrruLrsj HxMtAEE Hs»sfÄd. Für die Rsdaktion verantwortlich Franz Funk in Hersfeld. "
für den Kreis Hersfeld
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Nr. 15
Sstziger Bezugspreis Dierteijährli±
1.80 (Dir.
Freitag, den 19. Januar
1917
Amtlicher Teil.
Zu IA le 17927.
Mitteilungen der Nohmaterialstelle des Laudwirschaftsministeriums
Vereinbarungen über Wertzahlen für Reinheit und Keimfähigkeit beim Handel mit Klee- und Grassamen.
Der gesamte Haushalt schließe ab mit 5 Milliarden 106 Millionen; eS gelang, ihn im Gleichgewicht zn halten. Ein neuer Kredit von 200 Millionen für die Wohlfahrtspflege der Gemeinden sei notwendig. Der Minister schloß, daß alle Entbehrungen und Einschränkungen ertragen werden müssen, damit ein un- barmherziger Feind unS nicht die Früchte unserer Arbeit raube. Der Sieg müsse unS bleiben! (Beifall.) Darauf vertagte das HauS die Beratung deS HanS- Halts auf Donnerstag.
In einer Sitzung der „Offiziellen Pretskommission für landwirtschaftliche Sämereien", die am „ Dezember 1916 im Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten stattgefunden hat, sind nachstehende Wertzahlen für Reinheit und Keimfähigkeit zu den bereits ' ' ' ......
Grassamen festgesetzt worden.
12
bekanntgegebenen Höchstpreisen für Klee- und
Stufe I Stufell Bis. III Stf.i V
Höchst- eink.aufS- Höchst- preis der
1. Serradella......
2. Rotklee, seidefrei, mitteleuropäisch .
3. Weißklee, seidefrei .
4. Schwedisch-Klee, seidefrei .
5. Gelbklee, enthülst, seidefrei
6. Jncarnatklee, seidefrei
7. Luzerne, seidefrei, überjährig asiatische..... europäische .
8. Wundklee......
V. Esparsette......
— EXAl. S^y^M» . . . .
11. Jtal. Raygras.....
12. Westerwoldisches RaygraS
13. Wiesenschwingel .
14. Ttmothe, seidefrei .
15. Knaulgras......
16. Schafschwingel.....
Reinheit
ler zum
preis an
Verbraucher
Keim- fähigkeit
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Höchst- preis der von Verkaufs- Händler Händlern " . ’ v^hm™®^ laut QH * Händler EP"'
90
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92
92
70
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70
80
55,— 190,- 156,— 166 —
78,— 90,-
braucher Einkauf
49,- 178,- 146,— 156,—
70,— 82,-
vom Auslande
44,— 170,— 138,— 148,—.
65,— 76,-
40,— 162,— 132 — 142,-
60,— 70,—
92
70
120 —
112,-
105,—
97,—
92
70
155,—
147,-
140,—
132,-
80
70
150,—
140,—
132,—
126,—
95
70
58.—
52.—
47,—
76
75
110,—
100,—
92,—
86,—
85
80
110,—
100,—
92,—
86,—
90
70
88,-
80,—
74,—
70,—
80
70
115,-
105,—
97,—
91,-
90
70
82,-
75,—
70,—
65,—
75
80
80,—
72 —
65,—
60,-
70
70
37,—
32,—
28,-
25,—
mitgerechuet.
ganz
Bei den Kleearten sind die harten Körner in den Keimzahlen „ _ „
Die Erfüllung der oben genannten Reinheitsziffern genügt nicht unbedingt, um den Begriff „Gute Qualität- zu erfüllen; es kommt hierzu auch auf die Art des Besatzes an, nnd e» muß auch, abgesehen von der Ziffer mäßige« Reinheit, die Ware der üandelsübticheu Anschauung von guter Qualität entsprechen.
*) Einschließlich 10 v. H. Schwedisch Klee. **) Einschließlich 10 v. H. Weißklee.
Berlin, den 28. Dezember 1916.
*
* *
HerSfeld, den 10. Januar 1917. Wird veröffentlicht.
Tgb. Nr. I. 218. Der Landrat. J. V.: v. Hedemann, Reg.-Affessor.
Hersfeld, den 13. Januar 1917.
Die Ortspolizeibehörden des Kreises mache ich erneut auf die Bestimmung in Ziffer 8 des Erlasses
des Königliche« KriegSministeriums vom 4. Oktober 1911 (abgedruckt auf G. 404 ff des Regierung» blatts 1911), die Nachprüfung der Einkomm
Amts-
nkommenSbe-
scheiuigungen der Empfängerinnen vo« Witwenbet- hilfe« und Kriegswttwengeld betreffend, aufmerksam. Tgb. No. I. 526. Der Landrat.
I. B.:
v. Hede man», Reg.-Assessor.
Bekanntmachung.
Unter Zustimmung deS Bevollmächtigten deS Reichskanzlers bestimmen wir: Die Preise der Faß- bohnen dürfen beim Absatz an die Verbraucher höchstens um 10 Pfg. für Vi kg. höher sein als die Fabrikationspreise.
Dieser Aufschlag von 10 Pfg. stellt eine Vergütung für die Unkosten deS Groß- und Kleinhandels sowie dessen Gewinn dar.
Die Höchstpreise, zn denen Faßbohnen hiernach im Kleinhandel abgesetzt werden dürfen, betragen für roh eingelegte Faßbohnen 88 Pfg. für daS V» kg., für abgebrühte Faßbohnen 43 Pfg. für daS V« kg.
Sind die von den Fabriken berechneten Preise geringer gewesen alS die Höchstpreise, s, find die Kleinhandelspreise entsprechend herabzusetzen.
Braunschweig, den 10. Januar 1817.
Gemüsekonserven-KriesSgesellschaft mit beschränkter Haftung.
Dr. Kanter.
* *
HerSfeld, am II. Januar 1917.
Wird veröffentlicht.
I. 611. Der Lanbrat.
J. B-:
v. Hedemann, Reg.-Affessor.
flbgeordnofenhaus.
Die erste Sitzung im neuen Jahre am Dienstag wurde mit einer Ansprache des Präsidenten Graf Schweri» eröffnet, in der er unter dem stürmischen Beifall deS HauseS die Note der Feinde an Amerika eine empörende Antwort auf daS Friedensangebot und die geführte Sprache eine unverschämte nannte, auf die unsere herrlichen Truppen und vor allem unsere braven U-Boote wohl bald mit genügender Deutlichkeit antworten würden. Die frevelhaft hochmütige Antwort der Feinde habe jedoch einen großen Vorteil für uns gebracht, nämlich den voller Klarheit über das Kriegsziel unserer Feinde. Die Neutralen und unser eigenes Volk wissen, daß eS sich um Sein oder Nichtsein handle. Die Vernichtung unserer Selbständigkeit sei des Pudels Kern bei den unverschämtesten aller Forderungen deS vierverbandeS.
Bus der Heimat.
* (Die Kri egS u nterst ützu n g für die pensionierten Beamten.) Nach dem Vorgänge Preußens wird auch im Reiche den bedürftigen Be- amten im Ruhestände und den bedürftigen Hinter- bltedenen der Beamten und Pensionäre im laufenden Rechnungsjahre eine einmalige außergewöhnlich» Kriegsunterstützung entsprechend der in Preuße» gezahlten gewährt werden.
* (Die Gebäude st euer in Hessen-Nassau.) Die Gesamtzahl der steuerpflichtigen Gebäude in Hessen-Nassau betrug im Jahre 1915 388193 mit einem jährlichen Gebäudesteuer-Nutzung»wert von 220 462 345 Mk. und einer jährlichen Gebäudesteuer von 8028196 Mk. Steuerfreie Gebäude waren demgegenüber 857 362 vorhanden sie befinden sich zu neun Zehnteln auf dem platten Lande. Der durchnittliche Gebäudesteuer-Nutzungswert stellte sich für Wohngebäude in den Städten auf 1516 Mk., für gewerbliche Gebäude auf 837 Mk., auf dem Lande für Wohgebäude auf 134 Mk. und für gewerbliche Gebäude auf 104 Mk., überhaupt für Wohngebäude 581 Mk. und für gewerbliche Gebäude 516 Mk. Hinzugefügt sei, daß im Jahre 1895 der NutzungSwert der steuerpflichtigen Wohngebäude überhaupt nur 346 Mk. und der aer» erblichen Gebäude nur 276 Mk. betrug.
* (Spätere Ausgabe von Gemüse- konserven) Die Gemüse-Konferven-KriegSgesell- schaft teilt mit, daß der Absatz von Gemüsekonserve» und Faßbohnen vor wie nach streng verboten ist. Die Freigabe des Absatzes wird erst in einigen Woche« erfolgen. Die Gemüsekonserven sollen für die ge- müskärmste Zeit aufgespart werde«. Gegenteilige Nachrichten sind irrig.
| Hersfeld, 18. Januar. An das Fernsprechnetz neu « n g e s ch l o s s e n: Res -Lazarett, Abt. Loutsenschule Heinstraße 2 Nr. 145.
Marburg, 17. Januar. Ein gefährlicher Hochstapler und Schwindler hat hier eine Gastrolle gegeben. Vor 10 Tagen kam der Mann der sich Berthold nannte feinen Papieren nach aus Cassel, hier an und fand im städtischen Elektrizitätswerk Anstellung. Auf Grund einer Bescheinigung als Angestellter der Stadt be» schwindelte er dann eine Anzahl hiesiger Geschäftsleute,- lieh sich von seiner Wirtin bares Geld, stahl außerdem einem Kollegen einen Mantel und verschwand, um jedenfalls in anderen Städten ähnliche Vorstellungen zu geben.
Göttingen, 15. Januar. Die für die Göttinger Fleischoersorgung f. Zt mit großen Hoffnungen in Elze eingerichtete Schwetnemästerei erweist sich jetzt infolge der Notwendigkett wegen Einschleppung von Seuchen den ganzen Bestand an gesunden Schweinen abzuschlachten, als ein großer Mißerfolg. Die Tiere sollen von einer Konservenfabrik zu Dauerware verarbeitet werden.
Biirgermeifteroersammlung.
Sonnabend den 20. Januar ll1^ im Hotel Stern. Der Vorsitzende des KreiSansschnsieS.
J. V.:
». Hrdemann, Reg.-Asfeffor.
Heute dürfe eS, gebe es kein FriedenSgerede bet unS; eS müsse weitergekämpft werden, bis die anderen um Frieden bitten. Wann daS sein werde, stehe in GotteS Hand. — Finanzminister Dr. Lentz« begründete sodann in längerer Rede den Staatshaushaltsplan für 1917. In den vergangenen Jahren wurde jedesmal die Hoffnung gehegt, daß der Haushaltsplan der letzte im Kriege sein werde. Leider habe diese Hoffnung immer getäuscht. Die Raubsucht unserer Feinde habe furchtbare AuSsichten für unser Land eröffnet, und an ihrem ernsten Wille«, sie zu verwirklichen, dürfe nicht gezweifelt werden. AVer unsere todesmutigen Truppen zu Wasser und zu Lande haben bewiesen, daß wir uns unter ihrem Schutz in sicherer Hut befinden. Zur Besprechung der Äeldverhältniffe übergehend betonte der Minister, daß der Fehlbetrag von 106 Millionen für 1915 durch die Steuerzuschläge gedeckt wurde und daß die abermalige Fehleinnahme ebenso Deckung finden werde. Der Verkehr der Eisenbahnen habe sich erfreulich entwickelt. Jedoch müsse während deS ganzen Krieges mit starkem Wagenmangel gerechnet werden. Der Haushaltsplan für 1917 vermeide fast alle Fremdwörter, soweit das möglich war. Der Minister dankte hierbei dem Deutschen Sprachverein für die dabei geleistete Hilfe. Die Gestaltung des Wirtschaftslebens lasse sich nicht voraussagen. Die neuen Reichssteuern werden ihren Einfluß auch auf die preußischen Steuern auSüben.
1917. In den »er, die Hoffnung geheg im Kriege sein w
Derjenige, welcher ®olb aufspeichert, anstatt eS der Reichsbank zu übergeben, schädigt unser Vaterland und wird von jedem anständigen Menschen verrachtet. Die wenigsten aber wissen, daß derjenige, welcher überflüssiger Weise Banknoten im Haus behält, auch nicht viel besser handelt, da die Reichsbank für jede im Umlauf befindliche Banknote einen der gesetzmäßigen Gelddeckung entsprechenden Goldbetrag in ihren Kellern verwahren muß.
Manche Leute treiben auch Hamsterei mit Kleingeld. Sie haben von dem sinnlosen Festhalten des Geldes nicht den allergeringsten Vorteil, den Kaufleuten und Farikanten aber fehlt es an Scheidemünzen zum Wechseln und zur Entlöhnung der Arbeiter.
Beha tct de halb Euer Geld nicht im Hanse, wo es Euch gerkohlen werben oder »erbten en kann! Bringt eS vielmehr zu einer Bank, einer Sparkasse oder einer Genossenschaft. Ihr bekommt dort Zinsen, während Euer Geld zu Hause zinslos liegt. Auf diese Weise habt Ihr Vorteil und Ihr erweist dem Vaterland einen großen Dienst.
Unsere heldenhaften Truppen setzen ihre Gesundheit und ihr Leben ein. um Euch zu schützen; traget auch Ihr zum Sieg bei, indein Ihr Euer Geld nicht, ehe Ihr es wirklich braucht, aus dem Verkehr zieht! Das gereicht Euch zum Nutzen und unserem Vaterlande zum Segen!