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Der MMenkWj Müden!.

Ueber den Brückenkopf Fundeni, den bedeutsamen Mittelpunkt der Schlacht am Sereth, wird uns ge; ben:

Fundeni bildet das Zentrum der großen Festungs- lmie Focsani-Galatz unb liegt ungefähr 85 Klm. von Focsani und nun Galatz entfernt. Der Brückenkopf 'tft in das Knie des Sereth links des Flusses eingebaut, während ihm gegenüber auf dem rechten Ufer der Brückenkopf Namvioasa südlich von Fundeni gelegen ist. Die befestigten Stellungen liegen hauptsächlich auf dem linken Ufer und umgeben in einem Bogen Fun- oeni im Osten. Bet Fundeni, südlich der Eimnünoung der Putna in den Sereth, macht der Sereth ein Knie und wendet sich von seinem bisher südlichen Lauf scharf gegen Osten, so daß der Brückenkopf in dem von diesen beiden Schenkeln gebildeten spitzen Winkel errichtet worden ist. Insgesamt befinden sich hier 5 permanente Anlagen, die sich von dem nach Osten gerichteten Schen­kel im Bogen an den nach Süden gerichteten Schenkel des Sereth-Winkels bis an die Mündungsstelle der Putna hinziehen. Sie decken somit das ganze Gelände, oas sich zwischen Fluß und Eisenbahnlinie befindet und ichntzen den Sereth-Uebergang gegen einen von Osten anörmgenden Feind.

. Wir erkennen auch hier wiederum, daß die ru­mänischen Befestigungen sich in der Hauptsache gegen Rußland richten. Allerdings befinden sich auch, wie schon aus dem Brückenkopf Namoloasa hervorgeht, auf dem rechten Sereth-Ufer an dieser Stelle befestigte An­lagen, die ursprünglich dazu dienen sollten, den Russen den Uebergang über den Sereth zu verwehren, wenn ihnen die Festungswerke von Fundeni in die Hände gefallen sein sollten. Durch die Gestaltung der Welt­lage ist die Bedeutung der Anlagen ins Gegenteil ver­kehrt worden. Allerdings ist nicht zu verkenneu, daß Fundeni auf dem jenseitigen Ufer des Flusses auch eine günstige Lage gegenüber einem von Westen und Süden andringenden Feind hat. Von Fundeni aus erstreckt sich nämlich auf dem östlichen Ufer des Sereth bis zu seiner Mündung in die Donau eine Hügelkette, durch die das östliche Ufer das westliche überhöht und beherrscht. Diese günstige natürliche Lage in Verbindung mit den künstlichen Befestigungswerken macht es auch erklärlich, daß der Kampf um Fundeni sich schon verhältnismäßig lange hingezogen hat. Auch die starken Kräfte, welche die Russen hier einsetzen, tragen dazu bei, daß der Kampf hier eine ungewöhnliche Heftigkeit annimmt. Handelt es sich doch um eine der wichtigsten Stellungen am Se- reth-Flusse, um die hier gerungen wird. (OKM.)

Der bulgarische Heereshericht

vom 12. Januar meldet: Mazedonische Front:

Zwischen dem Ochrida- und dem Prespasee machten die Bulgaren und die verbündeten Truppen Fortschritte. Von den übrigen Fronten außer schwachem Artillerie­feuer an einigen Punkten nichts von Bedeutung zu melden. Rumänische Front: Feindliche Moni­tore beschossen Tulcea. Feindliche Flieger warfen Bom­ben auf Tulcea und Jsaccea. In Tulcea wurden Frauen und Kinder getötet. Zahlreiche Häuser sind zer­stört. Vor Jsaccea vernichteten wir durch Mtitterle- fener einen feindlichen Zerstörer.

Ein neues Unternehmen gegen die Türkei?

Als eines der Ergebnisse des römischen Kriegsrates wird laut einer Wiener Meldung derK. Z." der Be­schluß ausgenommen, das Walkanuntcrnehrnen des Ver­bandes einzusteileu und nur noch Saloniki und Valona als Pfänder festzuhalten, dafür aber ein neues Unter­nehmen gegen die Türkei einzuleiten. Die Teilnahme britischer Admirale an dem Kriegsrüt bringt man mit dieser Absicht in Zusammenhang.

KoufereuzMitzklänge?

Starker Druck auf Italien. Kriegsmüdigkeit der Italiener.

Wie der Korrespondent derTelegraphen-Union" von einer aus Rom eingetroffenen Hochstehenden Per- sönlichkeit erfährt, habe der Kriegsrat mit einem schril­len Mitzton geendet. Die Weigerung Italiens, die weitgehenden englischen Forderungen zu erfüllen, habe den englischen Premierminister Lloyd George in Har­nisch gebracht, der ärgerlich erklärte, dann würde jeder Verbiindete künftig seine eigenen Interessen wahrneh­men müssen. Die Redewendung hatte natürlich eine Spitze gegen Italien, das Geld, Kohlen und Getreide von "England braucht. Um auf die italienische Regie­rung einen sofortigen Druck auszuüben, seien bereits mehrere Hucidert Waggons mit Kohlen von der En­tente an der sranzösiichen Grenze zurückgehalten wor­den. Lloyd George und Briand sollen übereingekom- men sein, daß die politische Oberleitung künftig Eng­land Anfällen solle, mährend Frankreich die militärische Oberleitung erhielt. Cadorna sollte sich der franzö­sischen Oberleitnug unterstellen, was er aber ablehme, gleichzeitig sein Rücktrittsgesuch ernreicherrd. Das ita- lieuische Kabinett war bereit, mit Cadorna zu gehen, jedoch legte der König entschtedenen Widerspruch ein. Indessen befindet sich das Ruckttrittsangebot noch im­mer in der Schwebe. Die allgemeine Stimmnng in Italien sei tatsächlich stark Megsmttde Mit allen mög­lichen Mitteln würde seitens des Kabinetts und der Presse versucht, die Kriegsbegetsterung wieder airzusa- chen. Jedoch vergebens, nur die am Kriege direkt jchul- digen oder durch den Krieg verdienenden Kreise seien noch für seine Fortsetzung.

Nach der Annahme des Ultimatums durch Griechenland,

Anläßlich der Annahme des Ultimatums der Eu- iente durch die Athener Siegierung veröftell licht die ganze französische Presse eine anscheinend offiziöse Note, in der erklärt wird, daß trotz der Aunahme das M,tz- traueu der Entente gegenüber Grcechenlaud nicht ge- schmutt-en sei, da die bisherige Halmng der Athener Regierung ben Rückschluß zulasse, daß die Fordernugeu der Alliierte» auch jetzt nicht so durchgeführt werden würde», wie die Entente es wünscht. Die Blätter lassen durchblicken, daß die helenische Regierung nach wie vor versuchen werde, Zeit zu gewilinen, um schließlich doch auf die Seite der Mittelmächte zu treten.

Die Antwort Griechenlaubs an die Entente.

Die Note der griechischen Regierung, die die An­nahme des Ultimatums der Entente ausdrückt, ist laut B. L.-A." dem italienischen Gesandten übergeben wor­den. Sie sagt, der Ueverstedelung der Truppen und des Materials sowie der Kontrolle für die Sicherheit des Heeres und der Einmischung der Entente in die grie­chische Verwaltung stimme sie zu. Sie erklärt sich be­reit, für die Ereignisse vom L Dezember Genugtuung zu leisten und spricht danach den Wunsch ans, daß die von der Regierung in Saloniki gefangen gehaltenen Personen in Freiheit gesetzt werden und daß die

Blockade a»Mx«.

Befltrchmngau der Schweiz.

DasBerner Tagblatt" schreibt lautB. L.-A.": Daß die französischen Truppenbestände an der West­grenze der Schweiz sehr stark mit schwarzen Soldaten durchsetzt sind, wird nicht recht im Einklang mit der Behauptung des französischen Botschafters stehen kön­nen, daß die auffallende Truppenkvnzentrativu an der Westgrenze der Schweiz lediglich mit der Beziehung von Erholungsauartieren in Zusammenhang gebracht werden dürfe. Außerdem hat, wie man erfährt, Gene­ral Foch sein Standquartier in Besancon aufgeschlagen.

FsiNdLichZr TrsmsPortdaMpfer Versenkt.

Amtlich wird mitgeteilt: Am 28. Dezember hat eines unserer Unterseeboote im englischen Kanal einen abge- blendeien, von Zerstörern begleiteten Transportdampfer von etwa 8869 Tonnen versenkt.

Daß das Schiff von Zerstörern begleitet war, erhöht die Leistung des Ubootes. Auch ein französischer 6900 Tonnen-Dampfer ist einem Uboot zum Opfer gefallen. Der in Ymuiden angekommene niederländische Dampfer Neptunns" meldet, daß er im Golfe von Biscaya dem Wrack des französischen DampfersOmnium" begegnete. Die Mannschaften hätten den Dampfer wahrscheinlich in den Booten verlassen. Der DampferOmnium" war im Jahre 1915 gebaut und maß ungefähr 6000 Tonnen.

Das italienische Marineamt bestätigt de» Untergang derRegina Margherita".

Das italienische Marineministerium gibt jetzt be­kannt, daß in der Nacht zum 11. Dezember das Linien­schiffRegina Margherita" unterwegs auf zwei Minen gestoßen und gesunken ist. Bon 945 Mann, die sich an Bord befunden hatten, seien die meisten in die Tiefe gerissen worden. Die Rettung der Ueberlebenden sei sehr schwierig gewesen, doch hätten deren immerhin 2/0 geborgen werden können. Der Kommandant des Schif­fes und vierzehn Offiziere seien unter den Vermißten. 4000 Schiffe im Dienste der englischen Marine.

Aus einem Festmahl in der City von London zu Ehren Jellicoes sprach dieser ausführlich von der Tä­tigkeit der englischen Flotte in der ganzen Welt und teilte mit, daß gegenwärtig rund 4000 Schiffe aller Klas­sen im Dienste der englischen Marine tätig seien.

Die farbigen Kultur stützen.

Nach zuverlässigen Ermittelungen und Berechnun­gen haben lautB. L.-A." unsere Feinde auf der West­front rund 500 000 Mann farbiger Truppen aufgebracht, auf der mazedonischen Front 1 bis 200 000 Mann, ins-

gesamt also 700 000 Mann. Dazu kommen von Frank­reich aufgestellte Truppenlörper 4 bis 500 000 Mann, auf die Engländer 200 00b Mann. Das sind Gesamt­zahlen, von denen für den augenblicklichen Mannschafts­bestand die großen Verluste abzurechnen wären. Bis zum Frühjahr 1916 standen in Frankreich rund 485 000 Mann farbiger Truppen.

zum Frühjä Mann farvi.

Das neue englische Kriegsbrot.

DerN. Rott. Conr." meldet aus London, daß die neuen einschränkenden LebensmittelbestimNrnngen jetzt erschienen seien. Danach müsse u. a. das neue Standard- brot entweder aus zu 81 Prozent ausgemahlenem Wei­zen hergestellt werden oder das Mehl müsse mit Hafer-, Mais-, Gersten- oder Reismehl vermischt werden. Der Zusatz von Zucker bei verschiedenen Artikeln müsse aus

Politische Rundschau.

Zur Kriegszielfrage äußerte sich nach öerKöln. Voltsztg." in einer in Geileukirchen (Rheinland) statt- gehavten Delegierteuverjammlung 6er Zemrumsabge- ordnete Bartscher. Er wandte sich entschieden gegen die immer wieder vorkommenden schädlichen Aeußerungen Sche.idemanns über die Friedensziele. Der Vierbund müsse alle seine Kanwfmittel restlos und mit allem Stadjörud einsetzen. Jetzt dürfen wir nicht mehr vorn Frieden reden, sondern den Frieden erzwingen, über den man mit uns nicht verhandeln will. Kein Staat solle es wagen, uns hindernd in den Arm zu fallen. DieFreisinnige Zeitung" habe recht, wenn sie als den besten Friedensvermittler den Papst vorschlage. Der aus dem Felde zurückgekehrte Reichstagsabgrordnete Sirupp erklärte, die Ablehnung des Friedensangebotes habe bet unseren Frouttruppen eine Stimmung ansge- löst, die man kurz als eiserne Entschlossenheit, nun erst recht alle Kräfte anzuspannen, ansprechen könne.

Mehrheit und Opposition in der sozialsemskrast- schen Partei. Der sozialdemokratische Reichstagsavge- ordnete Lensch fordert in einem längeren Aufsätze, den dieLeipz. Neuesten Nächr." veröffentlichen, die Tren­nung der foziaidemokratijchen Mehrheit von der sozial- demokratischen Opposition. Durch die Abhaltung einer besonderen Konferenz habe die Opposition, die sich zu unbefriedigten Helfershelfern der Kriegshetzer gemacht habe, den Rahmen der Parteieinheit endgültig gesprengt. Der Parteivorstand sei dadurch gezwungen, die Mitglie­der und Teilnehmer der Konferenz als der Parteizuge­hörigkeit verlustig zu erklären.

Lochkais der M Cromplo».

Die englische Admiralität hat den Mut gehabt, den Fall Crompton anzuzweifeln. Deshalb sei aüs dem Be­richt des tapferen Kommandanten vonU. 41" wieder­gegeben, daß das Boot von einem unter amerikanischer Flagge fahrenden Dampfer hinterlistig überfallen und versenkt wurde. Der Bericht stellt ausdrücklich fest:Der Dampfer führte während des ganzen Gefechtes die ame­rikanische Flagge weiter." Stach einer Darstellung des Unterganges unseresU. 41" führt der Bericht des Ober­leutnants Crompton aus:

Ich kam auf dem Wasser schwimmend wieder zu mir. Vom Dampfer,U. 41" oder der Besatzung war nichts zu setzen. Nachdem ich eine Zeit geschwommen war, passierte mich der Dampfer auf etwa 60 Meter. Ich rief und streckte die Sinne hoch. Als Antwort wurde ich verhöhnt, und die Besatzung spuckte nach mir. Da ich keine Schwimmweste hatte, zog ich mir, soweit es mög­lich war, die Sachen aus und schwamm weiter. Nach langer Zeit sah ich ein leeres Rettungsboot des Dam­pfersUrlürw": als ich hiueiugeklettert war, hörte ich in einiger Entfernung den Steuermann nach nur riAen und nahm ihu auf. Wir planten, uns erst auszurühen, dann Segel zu setzen itnb einen neutralen Dampfer zu suchen. Das Wetter war günstig. Wind etwa NW. 4, Seegang 34, zeitweise Hagel. Ich legte mich wegen des Blutverlustes hinten m das Boot, der Steuermann saß vorn. Nach einiger Zeit sahen wir den Dampfer integer. Wir stellten uns aufrecht hin unb winkten. Der Dampfer änderte Kurs und hielt mit hoher Fahrt auf uns zu. Bald bemerkten wir einen im Bug ausgestellten Mann, der den Kurs einwinkte und ab und zu mit der Faust drohte. Da der Dampfer nicht mit der Fahrt beruntergiua. konnten wir nicht mehr im Zweifel sein,

daß er uns rammen wMte. Auf Verabredung WEL«! wir, kurz vor dem Rammen in seine BWwelle und kamen so gut frei von der Schraube. Das Boot war ziemlich stark beschädigt, doch schwamm es noch auf den Luft­kästen. Als wrr wieder im Boot saßen, kam der Dam­pfer in einem großen Bogen mit gestoppter Machine in die Nähe. Wir bekamen nach einiger Zeit eine Leine und wurden dann an Bord genommen.

Außer den Offizieren desUrbino", die wir wieder- erkannten, trug niemand Uniform. Die Besatzung des Dampfers bestand nach Aussagen eines Obermaaten auS Royal Navy Reserve und trug einschließlich der Offiziere Zivilkleidung. Ich glaube, daß wir lediglich der An- weseriheit einer fremden Dampferbesatzung an Bord un­sere Rettung zu verdanken haben!"

Der Bericht schildert dann die üble Behandlung auf dem Dampfer und die nur in Einzelheiten anständigere Behandlung in England. Der Fall Crompton stellt sich also regelrecht als ein neues Baralong-Verbrechen dar.

Vermischtes.

Eine Regelung der Vierpreise. Wie derB. L.-A." erfährt, steht der Erlaß einer Bundesratsverordnung unmittelbar bevor, die eine Regelung der Bierpreise für das gesamte norddeutsche Brausteuergebiet bezweckt, und zwar ist ein Höchstpreis von 82 X für 100 Liter in Aus­sicht genommen. Dieser Preis versteht sich nur ab Fab- rikationsort oder franko Berschankstätte des Fabrika­tionsortes. Eine gesetzliche Regelung des Ausschank- preises in den Gastrvirtschaften ist wegen der großen Ver- chieöenartigkeit der Verhältnisse nicht vorgesehen, doch ollen die Gastwirte gehalten sein, vom 1. Februar d. J. ab den Literpreis des Kleinverkaufs durch Aushang in den Lokalen bekanntzugeben.

Ziegenvtilch am Kaiserhofe. Einen schönen Erfolg haben die Bestrebungen der Vereinigung ,LiegenMlch als Volksernährung" zu verzeichnen. Dte,e Vereinigung hat den Auftrag erhalten, für die Kaiserin Ziegen zur Milchnutzung zu beschaffen.

Vier Monate Gefängnis wegen Brotkartennnter« schlagnng. Das NachrichtenaM des Magistrats Berlin teilt mit, daß ein Berliner Einwohner durch rechtskräf­tiges Urteil der 3. Strafkammer des Königltchen Land­gerichts I wegen Unterschlagung von Brotkarten zu vier Monaten Gefängnis verurteilt worden ist.

Vier Kinder eingebrochen und ertrunken. In Bar- telshos bet Nienburg a. S. sind 6 Kinder der auf dem Gute bediensteten Familien Schulz und Schmidt, die sich auf dem Eise in den Lehmlöchern vor dem Hofe ver­gnügten, eingebrochen. Einem sofort aus Nienburg her­beigerufenen Arzt gelang es. 2 Kinder ins Leben au» rückzurufen, während die übrigen 2 Knaben und 2 Mädchen im Alter von 9 und 10 Jahre» bereits gestor­ben waren.

Vorsorge für öle «Wie Stete.

Landwirtschaftsminister Frhr. von Schorlemer hat an alle Kudwirtschastskammern einen Erlaß ergehe» lassen, in dem es heißt:

Der Ausfall der uächstjährigen Ernte gleich­viel ob sie in Kriegs- oder Friedenszest fällt ist eine Lebensfrage für das Vaterland. Alles kommt dar­auf an, die Bestellung der F e! d f r ü ch t e so vollkonr- men und so sorgfältig durchzuführen, wie es bei den *"-""-" -*-

Die Beschaffung von Arbeitskräften anlan- gend, ist die Arbeit in der Landwirtschaft allgemein als vatcrläudifcher Hilfsdienst anerkannt. Vor kurzem hat der Kriegsminister angeordnet, 6ny alle von Militär­behörden ausgeliehenen Pferde sofort zurückgezogen und auf ihre Dieirsttaugltchkeit untersucht werden sol­len. Alle nich.öiensttauglichen Pferde seien sofort aus- zurangieren und dem preußischen landwirtschaftlichen Ministerium zur Verteilung an die Landwirte abzuge- ben. Der seit geraumer Zeit vorbereitete Ankauf von 12 000 zweijährigen ausländischen Fohlen wird in den nächsten Tagen beginnen. Endlich werden zur Arbeit geeignete Zugochsen alsbald aus den Etappengebieten an das Inland abgeführt werden.

Wegen der Beschasfung von Saatgut von Hül- senfrüchten, Futtergewächsen und Gemüse, deren Arwau besonderer Förderung bedarf, sind Bestimmungen zur Regeluug des Verkehrs, hauptsächlich zur Verhülung übermäßiger Verteuerung, erlassen oder werden in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. Beziiglich der Schweinehaltung ist in erster Linie auf die Ver­wendung der Futterrübe an Stelle der Kartoffel zu verweisen. Es muß darauf hingewirkt werden, daß in den Landwirtschaftsbetrieben möglichst viele Trockenan­lagen eingerichtet werden, und daß alles den Sommer über verfügbar bleibende Grünfutter (Stoppelklee,- beublntter usw.), ferner Kartoffeln, soweit sie zur menschlichen Ernährung nicht brauchbar sind, durch Trockuuug haltbar gemacht werden.

Von den künstlichen D ü n a e m i t t e l n sind allein die Kalisalze in ausreichender Menge vorhanden. Der Kalidünger ist aber besonders geeignet zur Steigerung der Kartofselerträge. Die verfügbaren phosphorfäure- haltigen Düngemittel entsprechen nicht dem Bedars.

Weitere Drahtnachrichten.

Belagerungszustand über Jassy.

o-^ Wie», 13. Januar. (T. N.) DieZeit" meldet lautTtsch. Tgztg." aus Genf: Wie der Pariser Temps" berichtet, herrscht in Jassy der Belagerungs- zustaud. Der Straßenverkehr während der Nacht ist verboten und die Hotels uns Kaffeehäuser werden po­lizeilich überwacht.

Die Enteutepresse über die Note.

Rotterdam, 13. Januar. (T. II.) DerNicuwe Rotterd. Cour." meldet aus London: Die hiesige Presse legt allgemein eine große Genugtuung über die Ant­wort an die Vereinigte,c Staaten an den Tag. Es wirb keine Kritik geübt, weder über die Form und den In­halt der Note noch über die Aufstellung der Kriegsziele. Die Versicherung der Alliierte», daß sie nicht darauf hinzielen, das dentswe Volk zu vernichten, wird gün­stig ausgenommen. Bezüglich des Schweigens über die deutschen Kolonien wird keinerlei Beinerkung gemacht, w, Haag, 18. Januar. (T. U.) Aus Parts wird berichtet: Die französische,! Blätter erklären, daß die Antwort der Alliierten eyrlM frästia und in jeder Be­ziehung gänzlich unwiderlegbar ist und auf ehrliche Weise auseinandersetzt, wer für den Krieg verantwort­lich ist. Sie werde einen gewnltigen Eindruck aus die ganze Welt machen. Das Ziel der Entente fei es, den Völkern, deren Ideal darin besteht, daß a»f die schick­liche Zeit des Krieges eine Zeit des Friedens, der Ar­beit und der Gerechtigkeit folge, diese auch gebrach: lyMe,