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Ausschreitungen in Athen gegen die Ememesoldaten im Dezember geneigt, aber unter der Bedingung der so- fortigen Räumung aller griechischen Inseln von den Venizelisten.

Der Gesundheitszustand der deutschen Armee im zweiten Kriegsjahre.

Nach Beendigung des ersten Kriegsjahres konnten bereits sehr erfreuliche amtliche Feststellungen über den Gesundheitszustand der deutschen Heere veröffentlicht werden. Die Befürchtung lag nahe, daß sich im zweiten Kriegsjahre die lange Dauer der Kriegsstrapazen und Dämpfe, sowie eine vielleicht geringere Güte der Er- satzmaunschaften in einer Verschlechterung der Gesuud- Heilsverhälinisse bemerkbar machen würden. Glücklicher­weise ist dies nicht eingetreten,' im Gegenteil hat sich der allgemeine Gesundheitszustand des Feldheeres dank der noch immer verbesserten mtlitärärztlicheu Fürsorge wei­ter bedeutend gehoben.

Manchmal wird Sie Besorgnis laut, daß der lange, anstrengende Krieg die Feldtruppen doch nachhaltig in ihrer körperlichen und geistigen Kraft und Leistung ichä- digen müsse. Wenn dem so wäre, so würde sich das be­sonders durch Vermehrung der Lungen- und Nerven­krankheiten äußern. Statt dessen erfahren wir eine ge­radezu überraschende Abnahme dieser Krankheiten. Das ist für die Zukunft unseres ganzen Volkes von größ­tem Segen. Nicht geschwächte, anfällige, sondern an Leib und Seele gekräftigte, widerstandsfähige Männer werden aus dem Kriege heimkommen. Das Leben siegt über den Tod, der Krieg macht eher gesund als krank.

Die Mittel der Zerstörung sind in diesem Kriege immer zahlreicher und wirksamer geworden,- also hätte man auch in dieser Hinsicht von dem zweiten Kriegs­jahre eine Verschlechterung der Heilerfolge bei den Ver­wundeten erwarten können. Hingegen gelangen von letzteren, abzüglich der Gefallenen und ihren Wunden Erlegenen, rund 70 Prozent zur Front zurück,- bei nur 6,4 Prozent tritt DienslunbrauHbarkeit ein, und der Rcst verbleibt als garnison- und arbettsverwendungs- sähig beim Heere. Zum Schluß sei uoch mitgeteilt, daß die Zahl aller seit Kriegsbeginn erblindeten Heeresan- gehörigen jetzt rund 1250 beträgt.

Wenn Deutschland an der Jahreswende mit Dank­barkeit und Trauer all der Tapferen gedenkt, die für das Vaterland das Leben einseyten und dahingaben, so kann es andererseits auch ruhig und zuversichtlich in die Zukunft blicken,- für seine Verwundeten und Kran­ken wird mit stetig wachsendem Erfolge gesorgt, und die Gesundheit seiner Heere ist aus das beste behütet. Die amtlichen Zahlen enthüllen ein Geheimnis der deut­schen Nnbesiegbarkeit.

fitlegsnUedel

Des Kaisers Dank an die Bayern.

Der Kaiser hat dem königlich bayerischen General­leutnant Ritter von Kneußl das Eichenlaub zum Or­den Pour le Merite durch eiu Allerhöchstes Handschreiben verliehen, in dem es heißt: Ich verleihe Ihnen heute, zu dem Zeitpunkt, an dem Sie die ruhmreichen Schlacht­felder Rumäniens mit Ihrer königlich bayerischen 11. Snfanterie-Division zu neuem Wirken verlassen, das ichenlaub zu Meinem Orden Pour le Merite. Geben Sie der braven Division Meine hohe Anerkennung mit Meinem Gruß und besten Wünschen bekannt.

' Zurückgezogene Kriegsmaterialanfträge in Amerika?

Wie nunFrrft-WgK aus London gemeldet wird, zogen die Alliierten in Neuyork Aufträge für Kriegs­material im Werte von 100 Millionen Dollar zurück. (Wenn diese Nachricht zutrifft, so hängt sie wohl mit dem Bestreben Lloyd Georges zusammen, möglichst viel Kriegsmaterial im eigenen Lande herstellen zu lassen.)

Neue Friedenstagung in Norwegen.

In Norwegens Hauptstadt tagte laut ,,Tgl. Rdsch." eine neutrale Konferenz der Friedensvereine. In den Erörterungen wurden die Fragen der Entwickelung einer internationalen Rechtsordnung und eines Welt- schiedsgerichts eingehend besprochen.

Lloyd George wird reden.

DieCöln. Ztg." meldet aus Amsterdam: Lloyd George wird am Donnerstag in der Londoner City eine größere Rede halten. Man erwartet, daß er dabei wich­tige Erklärungen abgeben wird.

Holland kauft internierte U-Boote.

DieKöln. Ztg." meldet aus Amsterdam: Die nie­derländische Regierung hat sich mit der deutschen und mit der englischen Regierung wegen des Ankaufs je eines deutschen und englischen U-Bootes, die in nieder­ländischen Gewässern interniert sind, geeinigt.

Englische und französische Hilssvölker.

Die Schwierigkeiten der Rekrutenbeschaffung lassen in England das Verlangen nach Herbeiziehungfarbi­ger Engländer" immer mehr hervortreten. Die Fran­zosen haben viele Tausende schwarze Soldaten an die Front gebracht, weshalb sollte also England zögern, dasselbe zu tun? Man weist auf Nord-Nigeria hin, .was mehr als 700 000 Krieger gebe, die gern ihr friedliches Handwerk wieder mit dem Bajonett vertauschen wür­den. Nach sechsmonatlicher Ausbildung konnten 200 000 auf die deutschen Schützengräben losgelassen werden. Ferner wird vorgeschlagen, die sudanesischen Bataillone der argyptischen Armee gegen die deutsche Front zu schicken und sie durch Neger vom Nil zu ersetzen.

Ein alter Offizier meinte: Es sei nicht nur der Gipfel der Dummheit, wenn man Bedenken trage, alle farbigen Untertanen zu verwenden, sondern auch eine Beleidigung für sie, wenn man die von ihnen augebo- tenen Dienste zurückweise. Selbst die Farbigen auf der tiefsten Kulturstufe würden nicht eine so brutale Wild­heit an den Tag legen, wie die Deutschen. Es übersteige das Begriffsvermögen, warum, man so viel Rücksicht auf die Deutschen nehme, die niemals müde würden zu erklären, daß sie England gänzlich vernichten wollten. Wenn die englische Regierung Verstand, Mut und Voraussicht besitze, müsse sie den Befehl geben, farbige Soldaten während des Winters auszubilden, damit sie im Frühjahr am Krieg teilnehmen und dazu bettragen könnten die Hunnen zu vernichten.

aber diese farbigen und sonstigen Hilfstruppen aus denDorniniurns" und Kolonien stets in erster Linie ins Feuer geschickt werden, um dre teueren Leben der eigenen Landeskinder zu schonen, zeigen die Kampfe an der Somme. Die Australer z. B., die zum großen Teil aus jungen, kriegsunerfahreuen Soldaten bestan­den, mußten an dem Großkampftage des 5. November den deutschen Maschinengewehren entgegengehen, ob­wohl sie schon seit Ende Juni an allen Rommes (impfen beteiligt gewesen waren und mehrere Wochen im Brenn­punkte des Kampfes, bei Pvzlercs, gefochten hatten. Auch wenn sonst sich ernstere Kämpfe entwickeln, werden stets die Australier in erster Linie eingesetzt. Man berechnet ihre Verluste vom Juli bis September auf 35 OOO Mann. An einem eimigen Tage bei Frbmclles Storni M au­

ßerdem noch 5000 Mann. Nicht anders erging es den Kanadiern, die bei Upern fast ihren halben Bestand verloren und trotzdem im September und Oktober an der Somme stets in vorderster Linie standen. Eine ganze Brigade Südafrikaner würbe im Delville-Walde so gut wie aufgerieben. Dementsprechend ist auch die Stim­mung dieser überseeischen Truppen. Sie sprechen offen aus, daß die Werber sie glatt betrogen hätten, es sei ih­nen gesagt worden, sie würden in Aegypten kämpfen,' später seien sie auch für Gallipoli angeworben worden.

Dieselben Erscheinungen sieht man auch bei den Frauzoseu. An der Somme, bei dem Angriff auf Fort Douaumont, am St. Pierre-Vaast-Walde wurden in erster einte Senegalesen verwendet. Auch in anderer Beziehung erfreuen sich die farbigen Franzosen keiner besonderen Fürsorge. Den Soldaten aus Martinique hatte die französische Regierung feierlich versprochen, sie für die Dauer des Winters in ihre Heimat zu schicken, da die kalte Witterung ihnen schädlich ist. Aber dieses Versprechen wurde nicht gehalten. Man hat zwar die Kreolen auf Urlaub geschickt, aber für 7 Tage nach Paris. Zu Hunderten wurden sie täglich in die La­zarette gebracht, denn das Klima wird allmählich zu eisig.

Trotz aller Bemühungen der für Freiheit, Zivilisa­tion und Recht kämpfenden Engländer und Franzosen, diese Tatsachen zu verheimlichen, ist dieseBevorzugung" doch in den überseeischen Ländern bekannt geworden. Die Begeisterung, sich für den höheren Ruhm der Bcr- bandsmächte abschlachten zu lassen, ist stark geschwunden: die freiwillige Rekrutierung hat so gut wie keine Ergeb­nisse mehr, und für die Dienstpflicht ist dort kein Boden. Aber das edle Brüderpaar wird ja nicht um Mittel ver­legen sein, mit mehr oder weniger sanfter Gewalt seine Lücken auszufüllen.______ _________________(OKM.)

Politische Rundschau«

Eine Unterredung mit Batocki. Der Berliner Kor­respondent derAfrenposten" Professor Holtermann hatte lautB. 8.=^." eine längere Unterredung mit dem Präsidenten des Kriegsernahrungsamtes von Ba- tocki. Dieser sagte, es hätte sich gezeigt, daß die rumä­nischen Kornmengen weit größer sind als man gedacht habe. Ueber die VerhältNlsie in Oesterreich und Un­garn meinte Herr von Batoai: In Ungarn sind üoer- Haupt keinerlei Schwierigkeiten gewesen, da das Land mit Brotkorn reichlich ausgestattet ist. In Oesterreich wird die letzte Körnerernte sich vielleicht als erwas un­zureichend erweisen, es war schon eine Abkommen über die Ausfuhr von einigen hunderttausend Tonnen aus Deutschlaud getroffen, jetzt aber bekommt Oesterreich seinen Anteil der Kornvorräte in Rumänien, und eine Zufuhr aus Deutschland wird deshalb nicht notwendig sein.

Das Kriegserttührungsamt studiert die kommunale Kriegswirtschaft. Exzellenz v. Batocki beauftragte das Vorstandsmitglied des Kriegsernährungsamts Krüger und den Professor Skalweit, eine Anzahl Städte zu be­suchen, um die Entwicklung, Ergebnisse und Organi­sation der kommunalen Kriegswirtschaft zu studieren. Die Studienreise hat schon begonnen.

Der fnufzehugliedrige Hilfsausschutz des Reichstages wird Mitte nächster Woche zu einer oder mehreren Sit- zungen einberufen werden. Ob und wann der Haus­haltsausschutz zur Beratung der politischen Lage wieder zusammentreten wird, ist noch unbestimmt. Das Ple- ,num opr Februar Wieder versammeln.

Der Zeitungskniff des Verbandes mit angeblichen Antzernngen des Grafen Berustorff. Aus Berlin schreibt dieKölnische Zeitung": Einzelne Blätter nahmen den Zeitungskniff des Verbandes ernst, wonach der Bot­schafter Graf Berustorff in Washington einem Mitar­beiter einer amerikanischen Zeitung gegenüber weich- mütige friedenssehnsüchtige Redensarten geäußert ha­ben soll, die von derTimes" weitergegeben werden. Eigentlich sollten dieje Blätter sich selber sagen, daß ein Mann von dem Gewicht und der bemerkenswerten Geschicklichkeit des deutschen Botschafters in Washing­ton derartiges gar nicht gesagt haben kann.

Exzesieuz Ralocki bei te» Landfrauen.

Auf dem Kriegslehrgauge im Abgeordnetenhanse zu Berlin erschien am Dienstag vormittag der Präsident des KriegseruäbrungSamtes Exz. v. Batocki, um sich einmal persönlich an die deutschen Landfrauen zu wen­den, die wie man sagt jetzt außerordentlichver­ärgert" sein sollen, und zwar nicht zuletzt über die viel­fachen Verordnungen des Kriegsernahrungsamtes. Nach einer Einführung durch die Vorsitzende hielt Herr von Batocki eine oft recht humorvolle Ansprache, worin er n. a. folgendes austtihrte:

Sie werden sich ja darüber klar sein, daß Ihnen das Jahr noch vergrößerte Schwierigkeiten bringen wird. Die Arbeitskräfte sind noch weniger, Pferde givts even- falls weniger, die Einfuhr sinkt fast auf Sind, selbst der Boden leistet nach mangelhafter, mehrjähriger Bearoet- tung weniger. Der große und der kleine Aerger aber wächst mehr und mehr. Und dann kommt noch das Kriegsernährungsamt mit seinen Verordnungen vom grünen Tisch, die esaus Singst vor den begehrlichen Verbrauchern in der Großstadt" erlassen muß. (Gr. Heiterkeit.) Ich stehe in vielen Augen gar als Feind der landwirtschaftlichen Erzeugung da! (Gr. Heiterkeit.) Sie können mir aber glauben, daß ich wirklich alles daran setze, die landwirtschaftliche Erzeugung nach Kräf­ten zu fördern nnd Schwierigkeiten zu verhindern. Aber die Knappheit ist doch nun einmal so groß, daß wir nur bei richtiger Verteilung auskommen und hiermit sind eben jene unerfreulichen Eingriffe verbunden, die sich auch in Zukunft nicht vermeiden lassen werben, selbst wenn sie den Betrieb erschweren sollten. Man spricht jetzt so viel von der Verärgerung der Landwirtschaft. Na, Sie haben wohl auch schon Soldaten von der Somme und den Sümpfen von Pinsk gesprochen,- da ist auch von Freude nicht die Siebe, und man schimpft über schlechtes Wetter, den Schmutz, die feindliche Artillerie und natürlich auch über die Vorgesetzten. Es ist ja eine Erleichterung, sich mal gründlich so den Kummer vom Herzen schimpfen zu können. Auch ich vom Kriegs­amte kann Ihnen dieses Verfahren nur bestens empseh- len (gr. Heiterkeit), und freue mich, wenn Sie davon recht reichlich Gebrauch machen. (Stürm. Heiterkeit.) Die Engländer rechnen wieder einmalganz bestimmt" mit unserm Verhungern. Es ist richtig: unsere Kar- toffvlernte war eine Mißernte und war ein harter Schlag. Aber ich kann nach bestem Gewissen versichern, daß feine Gefahr besteht, nicht auszickonunen vor­ausgesetzt natürlich, daß jeder trotz der Erschwerung seine Pflicht tut. Und auch im übrigen können wir sagen: sie werden trotz ihres starken Gebisses aus Granit beißen nicht nur bei unseren Truppen, son­dern auch bei den Einnwhneru hinter der Front und nicht zuletzt bei den Frauen. An der Pflichttreue des ganzen Volkes werben die Pläne der Feinde zuschan- deu werdM<

Grötzer« Fleischportione« M Schwerarvelier7 '

Wie eine Berliner Nachrichtenstelle mittellt, schwe­ben gegenwärtig Erwägungen der maßgebenden Stellen über eine Anregung, den Schwerarbeitern in nächster Zeit eine größere Fleischration zuzubilligen.

Vermischtes«

Ein Warenbetrng in Höhe von 210 000 Mark ist gegen die Stadtgemeinde Neu-Kölln verübt worden. Der Vorsteher der Abteilung für Lebensmittelsachen erhielt von einem ihm geschäftlich bekannten österreichi­schen Soldaten Sch. ein Angebot von einem Waggon ge­räucherter Plockwurst aus Holland, das später noch auf einen Waggon geräncherten Specks ausgedehnt wurde. Der Magistratsbeamte kaufte beide Waggons, nachdem sich Sch. noch auf einen Oberleutnant H. und einen Kaufmann R. berufen hatte. Die Waggons sollten auf Milttärfrachtbrief laufen und zum Versand fertig auf dem Bahnhof Aachen stehen. Als sich die Ankunft ver­zögerte, fragte der Käufer in Aachen an, wo nichts von solchen Waggons bekannt war. Der Betrüger ist nach Erhalt des Kaufpreises von 210 000 Mark verschwunden.

Die Schaffung einer Heil- und Erholungsstätte für Turnerkrieger, wo gleichzeitig Hunderte demscher Tur­ner Erholung und Krchtigung finden können, wird in Turnerkreisen angestrebt und hierfür die nordfriesische Insel Röm bezw. das dort gelegene Nordseebad Lakolk vorgeschlagen. Die Mittel sollen durch eine freiwillige Kopfsteuer innerhalb der Vereine aufgebracht werden.

Ein wahres Lebeusmittelparadies, das in heutiger Zeit besonders Sehnsucht bei den Europäern auslöfen muß, ist die Provinz Anky in China. Dort kann man einen Fasan für einen Geldbetrag erstehen, der nach unserem Gelde 60 Pfennig ausmacht: ein Huhn kostet 50 Pfennig, Weizenmehl 2 Pfennig das Kilo und Kohle 4,10 Mark die Tonne.

Russische Stimmungsbilder.

Die Unzufriedenheit der russischeu Kleinbürger und Bauern.

Lauter denn je werden in Rußland die Kriegstrom­peten geblasen. So laut, daß man meinen sonnte, es fei die Absicht, etwas zu übertönen. Die Kriegstrom- peten derer, die aus eigennützigen Gründen, mögen sie auf Macht oder auf Geld gestellt sein, die Fortsetzung des Krieges wünschen, tönen so laut, daß das grollende Lfturren der übrigen Bevölkerung dabei nicht gehört werden kann. Die Unzufriedenheit der Kleinbürger und Bauern Rußlands mit dem Kriege ist, so schreibt die Berl. Morgenp.", über jeden Zweifel erhaben. Wenn die Regierung mit großen Worten von der glücklichen Lage spricht, in die Kleinbürger und Bauern durch den Kriegsgewintt und das Branntweinverbot gekommen gib, so behauptet sie Unwahres. Will man sich einen egrtff von der tatsächlichen Lage dieser beiden Stände, die 90 Prozent der russischen Bevölrerung umfassen, machen, so werfe man enwn Bcick in die rufinmen Provinzzeitungen. Hier seien zwei Beispiele gebracht:

Man muß sie sehen" so schreibt derSamaraer Bote", die furchtbare Not der Bauern, um das Un­geheuerliche des Vorwurss, es fehle ihnen an Kriegs- frendigleit, zu verstehen. Sie wissen nicht, woher die Mittel nehmen, um die ihnen nächststehenden Ver­wandten, die in den Schützengräben liegen, mit Nah- rnngLnckttetn fax

Und derWoroneschorr Telegraph" schreibt:Man sieht nur, daß der Bauer, der vor dem Kriege seinen Weizen für 1 Rubel verkaufte, jetzt dafür das Dreifache und Doppelte erhält. Aber man vergißt, daß der Rubel faum noch den vierten Teil wert ist, vergißt, daß keine Arme vorhanden sind, um das Feld zu bestellen, ver­gißt, daß das mühsam Geerntete verfault, weil keine Möglichkeit der Beförderung vorhanden ist."

Auch der russische Kleinbürgerstand trägt schwer am Kriege. Eine Lehrerin im Gouvernelnent Aitrachan schreibt wörtlich folgendes:Ich erliege diesen Qualen. Meine Nerven tragen diese Last nicht mehr. Es ist, als schlüge der Krieg mir mit dem ©ammer auf den Kopf. Kann es denn anders sein, wenn der Arbeitstag mor­gens um 6 Uhr aufäugt und abends um 11 Uhr aufhört? Bis 9 Uhr morgens bestelle ich meine Wirtfchaft, von 93 unterrichte ich, dann versuche ich, mir Lebensrnittel zu beschaffen, komme müde nach Hause und mache mir mein Mittag. Ilbends muß ich meine Hefte korrigieren. Ich wasche und plätte selbst. Kurz, ich muß alle diese Arbeiten selbst tun, weil ich infolge der Entwertung des Geldes mit meinem Verdienst nicht mehr auskomme. Ich trinke meinen Tee ohne Beigabe, trage Bastschuhe und laufe mit geflickter Bluse umher. Gott weiß, wann dieses Elend ein Ende haben wird."

Kommentar überflüssig.

Weitere Drahtnachrichten.

Unser Fortschreiten in der Dobrudscha.

Seit dem 1. Januar in Rumänien 14 486 Gefangene.

«=> Berlin, 10. Januar. (T. II.) Der Kriegsbe- richterstatter Nowack meldet derT. R." aus dem öster­reichisch-ungarischen Hauptquartier unter dem 9. Ja­nuar: Die vollständige Säuberung der Dobrudscha von den Russen bedeutet eine ganz neue strategische Lage. Das mächtige, nie zufricrende Hindernis der breiten unteren Donau trennt die beiden Parteien. Diese Lage bedeutet so viel, daß die dritte bulgarische Armee, die ihre Ausgabe hier vollständig gelöst hat, jetzt zum größ­ten Teil für anderweitige Zwecke verfügbar wirb. Un­ser Vordringen ist im restlosen Fortschreite«. Jetzt lie­gen nicht nur Galatz, sondern auch Reut sowie sie diese beiden bedeutenden Handelsstädte verbindende Straße und Bahn im Bereich unseres Arttlleriefencrs. Auch einer der wichtigsten Waffenplätze Rumäniens, das Marinearscual von Galatz, steht unter dem Feuer. Die verbündete Douauarmee steht am Screth-Ufer. Die Beute in Rumänien beträgt seit dem 1. Januar 14 486 Gefangene, 9 Geschütze und 80 Maschinengewehre.

Der russische Oberkommandiereude an der Dobrudscha- Front seines Postens enthoben.

o-»> Bndapeft, 10. Januar. (T. 1L) Eine Meldung desAz Est" aus dem KriegSprefsequartier besagt: Nach Gefangenenaussagen wurde der Ober kommandierende an der Dobrudscha-Front, General Sacharow seines Po- stens enthoben. Gleichzeitig wurden die demoralisierten rumänischen Truppen, die ihrer Artillerie entblößt waren, von der Gefechtslinie abgezogen. Zurzeit käm­pfen in Rumänien nur russische Armeekorps.

Gianzleistnng der JagdstaffelBölcke".

x Berlin, 10. Januar. (T. U.) Die Jagdstaffel Bölcke" hat lautKreuzstg." vom 2. September, dem ersten SiegeStag Hauptmann Bölckes an der Somme, bis zu Ende des Jahres 99 feindliche Flugzeuge abge- schossen, von denen Hauptmann Bölcke allein bis zum 27. Oktober 21 bewältigt hatte. Nach seinem Tode hat seine Staffel, trotz meist ungünstigem Wetter, noch nahe­zu 40 Engländer zu Fall gebracht, ein schöner Beweis vom LEbeL sciues Geistes m tonen MMM«.