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Englische Fragen ant Sorgen.

derPall Mau Gazette" vorn 21. Dezember malt der militärische Mitarbeiter des Blattes die für den Verbandgeradezu fürchterlichen" Folgen eines auf Grund der gegenwärtigen Kriegslage abzuschlic- genden Frieden aus: Vor den russischen Mlllwnen- beeren geschützt durch einen polnischen Pufferstaat, wird DeutsäUand zum unumschränkten Herren des Balkans und der Türkei und dadurch in die Lage versetzt, Aeanv- teu zu erobern, also die Lebensader des britischen Rei­ches zu durchschneiden. Durch die Beherrschung der Adria rverderl die Deutschen Italien zur Ohnmacht ver­urteilen. sodann werden sie sich der Levautebäsen und des Persischen Golfes bemächtigen und damit Englands Teevervindungen mit Ostasien und Australien abschnci- deu. Ferner werden sie Holland, Belgien und die Ka- ualkmte bis Boulogne beherrschen, sich also die prakti­sche Möglichkeit eines Einfalls in England sichern. Das von ihnen alsdann beherrschte Gebiet würde an Men- frtKH und Bodenschätzen reicher sein als England und die Bereinigten Staaten zusammengenommen, und während die Rivalen der Deutschen viele Jahre brau­chen werden, um ihre ruinierte Schiffahrt und Industrie wiederberzustellen, werden sie selbst mit ihrer unge- schwächten Handelsflotte und ihrer riesigen unversehr­ten Industrie ungesäumt an die Vorbereitungen eines neuen KriegeS gehen können.

Es bedarf also keines besonderen Beweises, daß ein Frieden auf Grund des gegenwärtigen Standes der Kriegskarte nach allen Richtungen hin ein deutscher Sieg wäre. Die Frage ist für Deutschland nur, ob es imstande ist, seine jetzigen Eroberungen zu halten, oder ob es besiegt werden kann. Letzteres ist zweifellos möglich, jedoch nur unter gewissen Voraussetzungen vor allem nur innerhalb eines gewissen Zeitraumes, heim wir haben keine Gewißheit darüber, ob die Ver- vandsmächte auf unbegrenzte Zeit zud^nmenhalten werden: theoretisch ist es jedenfalls möglich, daß die eine oder die andere Macht nicht mehr nutmachen wir oder kann.

Mit welchem Zeitraum wir hierbei noch rechne- Würfelt, kann niemand sagen: Lord Northcliffe un^ manche amerikanische Autoren schätzen die Dauer See Kvieges noch auf weitere vier Jahre, Oberst Feyle- rechnet mit einem bis 1918 dauernden Krieg, Brussilow dagegen glaubt oder glaubte an ein wahrscheinliche Ende im August 1917. Aber angesichts der Gefahr, da' eine der Verbandsmächte zusammenbricht, tut man durchaus gut daran, jeden Zeitraum möglichst kurz z' bemessen. Denn wie groß au* die Ueberleaenheit des Verbandes an der Westfront sein mag: einen Durch­bruch durch die deutsche Front bat sie ihm bisher nickst ermöglicht, man muß sich vielmehr fragen, ob nicht der Schlüssel zum Siege nach wie vor in der Erzwingung der Durchfahrt durch die Dardanellen liegt.

Keine Aasedriese ins Nb!

Wenn in Friedenszeiten eine Frau ihrem in der Ferne weilenden Gatten brieflich ihr Herz ausschüttet und ihm auch den in jedem Haushalt unausbleiblichen Aerger auftischt, so ist das, wenn es auch nicht gerade «chön und empfehlenswert ist, doch ihr autes Recht. Be-

Mtteu« uns «uge Frauen allerdings machen das mit sich ab: Verdruß über die Kinder, die Dienstboten, das Geschäft berichten sie nicht in Briefen an den Mann. Aber wie gesagt, in Friedenszeiten mag das hingehen: es ist dies Sache der Ehegatten unter sich und schadet nicht der Allgemeinheit.

Ganz anders liegt die Sache in der ernsten Kriegs­zeit, in der wir stehen. Harte Arbeit haben die Männer draußen zu leisten in ihrem rauhen Kriegshandwerk. Sie wird ihnen versüßt durch den Gedanken: ich tue Zies» -für «teilt bedrängtes Vaterland, für meine Lieben daheim, damit sie sicher und behütet in der Hei­mat wohnen und bleiben können. Eine der schönsten Stunden ist für unsere Krieger im Felde die Verteilung der Post. Sehnsüchtig erwartet, mit heimlichem Jubel be­grüßt werden die Briefe aus der Heimat. Aber was steht darin? Klagen, daß es keine oder nicht genügend Butter gibt, daß das Brot nicht reicht, die Kartoffeln knapp sind usw. Muß ein solches Klagelied über nicht zu ändernde Notstände, die der Krieg mit sich bringt, nicht geradezu lähmend auf die Stimmung des Kriegers im Schützengraben wirken?

Mehr Selbstsucht! Mehr Besonnenheit! Mehr Nachdenken über die Folgen eures Tuns, so möchte und muß man vielen Brietschreiberinnen zurufen. Die Entbehrungen und Beschränkungen sind für eine Haus­frau und Mutter das soll unumwunden zugegeben werden schwer, und es ist wahrlich nicht leicht, heute einen Haushalt zu führen. Aber die Verordnungen und Einschnürungen sind notwendig, und es ist -heilige Pflicht und Aufgabe der Daheimgebliebeuen, sie zu be­folgen und nicht sie mit Aufbietung jeder List zu um­gehen. Wozu aber dem Mann, Sohn oder Vater diese Schwierigkeiten des heimatlichen Lebens haarklein ins Feld schreiben? Oder gar ins Gefangenenlager in Fein­desland!

Eine Frau will und muß sich aussprechen. Oft ist ihr das Herz zum Brechen schwer. Aber nicht in Briefen an den Mann im Felde oder gar im Kriegsgefangenen­ager sollte dies geschehen, sondern man spreche sich im Familien- und Freundeskreise aus. Die Mutter, die 'chwester, eine gute Freundin, die Vereinsleiterin, der Großvater, der ältere daheimgebliebene Bruder, sie sind sie gewiesenen Persönlichkeiten, bet denen die einsame lriegerfrau ihr Herz ausschütten sollte. Dem fernen Nänne sollte sie in ihren Briefen Mut und Zuversicht arten und die wirtschaftlichen Nöte entweder ganz ver­zweigen oder mit gefaßten:, beherrschtem zufriedenem Finu kurz darüber berichten. Auch die Kinder veran- assen, daß sie fleißig an den Vater schreiben und das tute hervorheben, daß wir daheim besitzen. Kinöer- 'riefe ins Feld! Wir leben in einer schweren, aber auch in einer großen Zeit. Wie die Ereignisse unserer großen Zeit sich in den so empfänglichen Kinderseelen widerspie- geln, das ist Stärkung und Labsal für den Landsturm- mann im Unterstand.

Durchhalten" wollen und müssen wir. Dank der Tapferkeit unseres unvergleichlichen Heeres sind wir militärisch nicht zu besiegen. Sorgen wir dabeim- gebliebene dafür, und zwar jeder an seinem Teile, daß wir auch auf wirtschaftlichem Gebiete durchhalten. Schlucks herunter, was nicht zu ändern ist, ertrage ge­faßt und stark, was ertragen werden muß, aber mache deinem Manne das Herz nicht schwer und schreibe keine Klaaebriefe ins Feld!

Sie ArWe des Jodes. J

Als eins der eindrucksvollsten Kennzeichen des mo­dernen Kampfes bezeichnet Luigi Barzini imCorriere" die Dokumente, die er auf dem Kampfplatz zurücklätzt. Wo die Schlacht getobt hat, treibt der Wind die wir­belnden Flocken des Papierschnees über die zerstörten öden Stätten. Zwischen Trümmern und Toten brandet der Schaum weißer Papieisietzen. Er entgeht wohl zu­nächst dem Auge des Wanderers, der im Durcheinander der Schützengraben seinen Weg sucht. Inmitten der tra­gischen Zeichen der Zerstörung der Trümmer, der weg­geworfenen Waffen, der Blindgänger, des zerrissenen Drahtgestänges erscheinen diese Fehen so gering und bedeutungslos, daß man über sie hinwegsieht. Wenn aber der vorsichtig tastende Schritt des Wanderers auf­merksam auf den Boden nach den Punkten sucht, wo er seinen Fuß hinwegsetzen kann, ohne Gefahr zu lau­fen, eine Explosion hervorzurufen, so geschieht es wohl, daß das zu Boden gesenkte Auge auf den zerknüllten Blättern ein Wort wahrnimmt. Aufmerksam gemacht hebt er den Fetzen auf. Es ist eine Feldpostkarte, ein Dienstbefehl irgend eines Regiments oder ein Brief, den zn beenden der Tod den Schreiber hinderte. Neu­gierig sucht man weiter, und staunend kommt es einem zum Bewußtsein, daß sich ringsum von der Erde Stim­men erheben, Worte, Befehle, Gebete, Grüße, Enthül- lngen, Bekenntnisse und Schmähungen aufstehen. Und im Heulen des Windes, der über das Schlachtfeld fegt, glaubt man die Gedanken und Geheimnisse ferner Men­schen herauszuhören.

Tote, Verwundete, Gefangene, Flüchtlinge haben diesen Brieffragmenten, über die der Fuß achtlos hin- wegsch'reitet, die Spuren ihrer Aengste, ihrer Hoffnun­gen, ihres Grimms und ihres Elends aufgedrückt. Es ist das Archiv der Toten, das diese flatternden Papier­fetzen bilden. Die Schlacht, die mordent und zerflei­schend über die Gefilde schritt, hat über das Gelände in diesen winzigen Blättern Bruchstücke der Seelen der Kämpfer zerstreut. Aus der schreckhaften Einsamkeit der geräumten Linien steigt eine lebendige Beredsam­keit auf. Spricht die Unordnung und der Wirrwarr der Stellungen von dem, was die Menschen erlebt und erlitten haben, so erzählen alle diese vom Schmutz be­sudelten, von der Feuchtigkeit durchtränkten, vom Ver­wesungsgeruch durchwehten und gleich Briefen, die man bei Ertrunkenen findet verklebten Blätter von dem, was die Toten dachten, fühlten und sahen.

Jeder Brief ist eine interessante Aeußerung, auch wenn er unbedeutende Dinge ausspricht oder Gemein- plätze verbreitet. Alle Sprachen mischen sich hier zu einem Klagechor von unheimlicher Wucht und Größe. Wie psychologisch merkwürdig berührt beispielsweise das Schreiben, in dem der Briefschreiber erzählt, daß beim Anhören einer Händelschen Sonate, die ein Kamerad ihm vorspielte, das Bild der geliebten, in Feindesland weilenden Frau in ihm aufstieg und eine unstillbare Sehnsucht nach ihr in ihm auslöste.Ein fluchwürdi­ger Gedanke blitzte beim Auftauchen dieses Bildes gleichzeitig in meinem Gehirn auf," schreibt er,Gott verzeihe mir die Sünde, mir kam einen Augenblick der Gedanke, mich gefangen nehmen zu lassen, um in das Land, in dem die Geliebte lebt, zu kommen und nickst zu ruhen, bis ich sie wieder gefunden hätte."

wird nach startgehabter Eichung am Montag, den 8. ds. Mts. in Betrieb genommen. II. 1.

Hersfeld, am 6. Januar 1917.

Der Magistrat.

Krieger-Verein.

Monatliche

Versammlung

Montag, d. 8. Jan 1917 abends 8r/-r Uhr im Vereinslokal (Ww. Stein- weg, Hanfsack).

Um zahlreichen Besuch bittet

Der Vorstand

Es stehen bei mir ein frischer Transport ein-, zwei- u. dreijährige teils gut ein­gefahrene

BeW Fohlen

und mehrere

schwere Werde

zum Verkauf.

Freund, Fulda

Adalbertstraße 12.

Telephon 396.

Auf Beschluß der Versorgungsstelle findet der Butter­verkauf für die Zukunft nur bei folgenden Geschäften statt:

3. H. Otto, Sophie Rehn, E. Hirschberger, G. W. Schimmelpfeng, W. Hetz und Konsum- Verein.

Die Bezugsberechtigten werden ersucht, sich unter Vorlage der bisher gültigen Butterkarte in einem dieser Geschäfte nach ihrer Wahl in die dort aufliegenden Kundenlisten eintragen zu lassen. Die Bezugsberechtigten erhalten dann ihre Butter fürderhin stets bei dem von ihnen gewählten Geschäft, sofern nicht aus Verwaltungs­rücksichten ihre Zuweisung an ein anderes Geschäft er­folgen muß. Die Eintragung in die Kundenlisten muß erfolgen in der Zeit vom

^M in 8. Mm 1917, tis tinHI.

SMI« 10. Zum 1917.

Es wird ersucht, diese Frist genau einzuhalten.

Ueber den Zeitpunkt des Inkrafttretens der Neu­regelung ergeht noch nähere Bestimmung, es werden zunächst besondere Butterkarten ausgegeben.

Die oben nicht genannten Geschäfte sollen, soweit möglich, bei der Verteilung der übrigen Speisefette be­rücksichtigt werden. Hiermit finden die zahlreichen An­träge auf Zuweisung von Butter ihre Erledigung, eine besondere Nachricht auf die einzelnen Gesuche erfolgt nicht.

Hersfeld, den 6. Januar 1917.

In Mistral VnsorMMckt.

Zirka 100 Zentner

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zu kaufen gesucht.

Tuchfabrik A. Rechberg

MMeitt Mai-Bank,

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ist von Montag den 8. Januar bis vorläufig einschlWich 15. Januar im Betrieb.

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Die Direktion.

Sirllitt NrWtn.

Sonntag, den 7. Januar.

Vormittags Va 10 Uhr: Herr Superintendent Feyerabend. Nachmittags V26 Uhr : Herr Pfarrer Gonnermann.

Petersberg.

Vormittags V2IO Uhr Gottesdienst

Unterhann.

Vormittags 9 Uhr Gottesdienst.

Heenes.

Vormittags V2IO Uhr Gottesdienst.

Kalkobes

Vormittags 11 Uhr Gottesdienst.

Mittwoch, Abends 8 Uhr Kriegsbetstunde in der Stadtkirche.

Donnerstag Abends 8 Uhr Gottesdienst in der HoS- pitalskapelle.

Kathol. Gottesdienst.

Sonntag, den 7. Januar.

7 Uhr hl. Messe.

8 Uhr: hl. Messe.

»/JO Uhr: Amt u. Predigt. V23 Andacht Mütter-Verein. Werktags: 7 Uhr hl. Messe Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonnabend 5 u. 8 Uhr.

Sonntag ^7

Freitag Abend 8 Uhr Bitt- Andacht.

Gemeinschaftliche Hl. Com- munion des Mütter-Vereins.