Sie Nederringung Englands.
Dr. Karl Peters, der kaiserliche Reichskommissar a. D., macht in einem Aufsatz „Die Niederringung Englands" in der „TB- Rösch." bemerkenswerte Ansführun- nen, denen wir folgendes entnehmen:
" Daß wir unter ihn "fänden das britische Reich ganz in Europa vernichten seltnen und es dennoch auf der Erde nicht geschlagen haben würden, ahnen zurzeit taum die genauesten Kenner Englands. Und doch könnte die britische Regierung im Notsall wohl ihre Residenz nach Manchester oder Liverpool, aber auch nach Käp'tadt oder Sidneu verlegen und brauchte deshalb immer noch nicht Frieden mit uns zu schließen. “U niüßeii nnv vor Altgen :a.Iren daß soll es nicht nur mit den 45 Millionen Einwohnern Großbritanniens, 'sondern mit einem StaatSweien von 450 Millionen See» Um au tun haben und daß die weitaus größere Mehrzahl dieser feindlichen Macht farbige Stamme sind. _ .
Bei der Größe des britischen Reiches ist aus eme allmähliche Abnutzung der militärischen Kräfte säum zu rechnen. Nur dürfte sich das Verhältnis der farbigen zu den weißen Elementen in der Armee nach und nach zu- anniten der ersteren verschieben. Ebenso würde voraussichtlich die Güte der Offiziere mit der Zeit nachlassen. Diese Veränderungen tarnen uns auch dadurch zugute, daß der farbige Bestandteil zum größten Teil aus den Tropen kommt, also zur Winterszeit in Europa vermgt.
Schwerer zu beurteilen ist die Möglichkeit einer wirtschaftlichen Abnutzung. Das britische Nationatver- mögen und der englische Kredit ist einstweilen überhaupt nicht abzuieheu. Bei der Beurteilung einer Abnutzung der finanziellen Kraft muß man aber im Auge behalten, daß das britische Reich die hauptsächlichsten Gold produzierenden Länder auf unserem Planeten beherrscht, und daß die befreundeten Länder für Kohlen und Munition fortwährend Gold nach London schicken müssen. Dazu kommt, daß das zweite Gold hervor- brmgeitde Land, Rußland mit seinen Bergwerken zurzeit ebenfalls mit in die Wagschale des britischen Reiches fäßt. , „
Nur einen geringen Prozentsatz der Ein- und Ausfuhr vermöaen wir zu versenken. Ich bin jedoch der Meinung, daß, wenn unsere Uboote in der Lage waren, 80 bis 60 vom Hundert der Zufuhren nach den, britischen Inseln zu vernichten, so würden die Arbeitermapen bald kriegsmüde werden und einen Druck auf'das gegenwärtige Kabinett ausüben können. Auf die füllende Kriegslust der City-Kreise dürfen wir dagegen praktisch keine allzu großen Hosfnungen setzen. Man tut in Deutschland so. als ob der „Wille zum Sieg" ausschließlich bei uns vorhanden wäre. Ich bin überzeugt, der „Wille zum Sieg" ist an der Themse. Seine und an der
Newa genau so groß wie an der Spree.
Unsere Luftwaffe müßte schonungsloser zur Anwendung kommen. Wenn es uns gelingen sollte, die Admiralität am St. James-Parc zu zerstören, von wo aus -jedes britische Kriegsschiff durch drahtlose Tele- graplne gelenkt wird, oder das Parlamentsgebäude an der Tbemse, so würde dies der Zerschmetterungslust der Engländer weit mehr Abbruch tun als ein Dutzend gewonnener Schlachten in Flandern! Unmittelbar militärisch kann aber England nur am Suezkanal und in den Nilländern niedergerungen werden. Dort befindet sich das Genick dieses Weltreiches, dort ist die Scheide zwischen seiner westlichen und östlichen Hälfte. Wenn ein solcher Vorstoß zum Lande der Pyramiden in Verbindung mit den Türken militärisch möglich ist, so wird
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auf die Knie -ringen.
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verblende!
Ein altes Wort sagt: Die Gott verderben will, verblendet er zuvor. So verblendet sind unsre Feinde, daß sie nicht den Weg zum Frieden, sondern den Weg ins Verderben wählen. Verblendet wollen sie das Verbrechen des Weltkrieges, das sie zu verantworten haben, nicht beenden, nachdem er für sie ohne Erfolg geblieben, darum sinn- und zwecklos, ein Wahnsinn ge
worden ist. Verblendet wollen sie da« wahnwitzige Blutvergießen fortführen, damit dafür die gerechte Sühne in schonungsloser Schwere über ihre Häupter stimme.
Generalfeldmarschall Moltke, unseres Hindenburg großer Vorgänger, hat schon vor einem Menschenalter in seiner vorletzten Reichstagsrede vom 14. Mai 1890, vom unseligen Verhängnis dieses Weltkrieges gespro- cheu und es in seiner furchtbaren Größe und Dauer vorausgesehen. „Es kann," so sagte er damals, „ein siebenjähriger Krieg werden, es kann ein dreißigjähriger Krieg werden." Aber, so rief er aus: „Webedem, der Europa in Brand steckt, der zuerst die Lunte in das Pulverfaß schleudert!"
So unentrinnbar haben sich die Brandstifter des Weltkrieges in ihre fluchwürdige Schuld verstrickt, so verblendet sind sie, daß sie sich der Rückkehr zum Frieden verschließen und dem Wehe, das Moltke bereits vor 26 Jahren über sie ausgesprochen hat, freien Lauf lassen, so mit ihrem Frevel ihre Strafe ins Angemessene vergrößernd.
Nur Verblendung hindert die Feinde, zu gestehen, daß sie sich mit ihrer Kriegsrechnung vom ersten bis zum letzten Posten gründlich verrechnet haben. Geblendet sehen sie nicht, daß ihre ganze Kriegführung zu Wasser wie zu Lande ein völliger Fehlschlag gewesen ist. In ihrer Verblendung vermögen sie nicht zu bekennen, daß alle ihre Hoffnungen, auch die letzten, die sie auf die Somme-Schlacht und auf Rumänien gesetzt hatten, als eitel, erwiesen sind. Verblendung hat sie der Einsicht beraubt, daß sie ihrem Hauptkriegsziel, Deutschlands Vernichtung, nicht um einen Schritt näher gekommen sind, mit jedem Kriegstage mehr aber weiter davon abrücken. Heillose Verblendung verbirgt ihnen die unverhüllbare Tatsache, daß der deutsche Boden vorn wüsten Grausen des entsetzlichen Krceges verschont bleibt.
Wären unsre Feinde nicht verblendet, so müßten sie sich doch endlich, nach 29 Kriegsmonaten, sagen, daß das deutsche Volk, das schon nach der Hälfte dieser Zeit dem Hunger rettungslos verfallen fein sollte, nicht verhungert, nicht verhungern kann. Wären sie nicht so verblendet, so müßten sie nun angesichts der Mißernte fast der ganzen Welt draußen die für sie selber immer ersichtlicher werdende Gefahr des Hungerus erblicken. „Das Hungergespenst", das unsere Feinde gegen uns aufrufen wollten, das werden sie nun selbst nicht los". Verblendet, lassen sie sich nicht belehren, daß das deutsche Volk in seiner Kriegskraft unerschöpflich ist, wie unser Kanzler sagte, „ein einziges, gewaltiges, festgeordnetes Heerlager, mit unerschöpflichen Hilfsmitteln". Verblendet, können sie die Kriegskarte nicht lesen, die überall dasselbe zeigt, daß nämlich unsere Heere in ihren Ländern stehen. Verblendet, übersehen sie gänzlich den Unterschied zwischen uns, den Siegern, und ihnen, den Besiegten,' den Unterschied, der immer größer wird, den Unterschied zwischen Siegern, die unaufhaltsam vorwärtsdringen, wie in Rumänien, und den Besiegten, die unfähig sind, die Sieger aus ihren Ländern wieder zurückzüdrängen. Nur weil sie verblendet sind, können sie sich der Wahrheit entziehen, die Hindenburg so ausgesprochen bat: „Mit fünfzehn Millionen Menschen Verlust Haben sie weder Deutschland zerschmettert noch den Krieg gewonnen, und werden jetzt ohne diese fünfzehn Millionen sicher nicht siegen. Unsre Verluste sind nicht leicht gewesen, aber sie bleiben in den Grenzen des Erträglichen. Wir werden mit unserm Menschenmaterial schon durch den Krieg kommen."
blendet, verkennen die Feinde unsern ehrlichen Willen zum Frieden, aber nicht minder anch unsern entschlossenen Willen zum Siege, den wir nach Hindenburgs Gelöbnis „mit äußerster Tatkraft weiter verfolgen" werden.
See- und Luftkrieg 1916.
Das vergangene Kriegsjahr brächte uns auf dem Gebiete des Seekrieges eine ungeahnte und nie für möglich gehaltene Entwickelung aller Waffen. Besonders das Uboot der deutschen Marine hat eine Leistungsfähig
keit gezeigt, die alle Erwartungen, welche man an diese Waffe geknüpft hatte, weit hinter sich ließ. Sowohl ißt Aktionsradius wie in der Kampfkraft hat es eine unseren Feinden bedrohliche Stärke erlangt. Durch die Vergrößerung des Rauminhaltes und der Maschinen sowie durch die Verbesserung aller Einrichtungen ist die Möglichkeit geschaffen worden, daß unsere Uboote zwei Monate lang unterwegs sein können, ohne auf Versorgung mit Lebensmitteln oder Brennmaterial angewiesen zu sein. So kam es, daß unsere Uboote auch in den entferntesten Gewässern plötzlich drohend erschienen und den überraschten Feind angriffen. Im Oktober dieses Jahres wurde die Welt mit der Mitteilung überrascht, das unsere Uboote bereits in die ameriranifdjeu Gewässern erschienen sind und dort ihre Tätigkeit zum Nutzen unseres Heeres und unseres Vaterlandes ausübten. Von dem Unternehmungsgeist unserer Uboots-Kommandanten zeugt die Tatsache, daß es gar nicht mehr als eine seltene Erscheinung betrachtet wird, wenn ein einziges Uboot mehr als 200 000 Tonnen feindlicher Schiffe versenkt. Die erfolgten Auszeichnun- aen mehrerer Uboots-Kommandanten durch den Orden „Pour le Merite" sind dafür beredtes Zeugnis.
Bei dieser erfolgreichen Tätigkeit, die sich in der Hauptsache gegen die allein auf den Seeverkehr angewiesene englische Insel richtet, war es nur eine Frage der Zeit, wann England diese scharfe Blockade am eigenen Leibe spüren und vor der Hungergefahr stehen müßte. Noch vor wenigen Monaten sprachen die englischen Staatsmänner in übermütigem höhnischen Tone, jetzt aber spricht aus jedem ihrer Worte Angst und Besorgnis, denn das Hungergespenft hat bereits drohend sein Haupt über England erhoben. So stellt sich diese Kleinarbeit unserer U-Boote für eine gewaltige und einheitliche Leistung dar, die auf den Verlauf des Krieges den erheblichsten Einfluß zu gewinnen berufen ist Unser U-Boot hat den Engländern die angebliche Beherrschung des Meeres entrissen. Neben dieser kriegerischen Tätigkeit gesellte sich iiodj im letzten Jahre eine gewaltige handelspolitische Tätigkeit unseres Handels- U-Vootes „Deutschland". Noch ist es in aller Erinnerung, mit welchem Erstaunen die erste Fahrt der „Deutschland" nach Amerika von der ganzen Welt ausgenommen wurde. Inzwischen hat sie bereits die zweite Fahrt zurückgelegt und ist glücklich anfangs Dezember in Bremen gelandet. Die Regelmäßigkeit der Fahrten hat bereits dazu geführt, daß die Einrichtung von Tauchbootbriefen nach Amerika getroffen werden konnte, durch die der englische Postraub mit größtem Erfolg bekämpft wird.
Das Jahr 1916 hat aber seine größte geschichtliche Bedeutung durch den Zusammenstoß der Hauptstrett- kräfte der deutschen und englischen Flotte erhalten. Zuw ersten Mal hat die deutsche Flotte Gelegenheit gehabt, der vielgerühmten und gewaltigen englischen Flotte gegenüberzustehen, die von der Welt als die Beherrscherin des Meeres angesehen wurde. Ohne Rücksicht auf den Größenunterschied stellte der deutsche Admiral die englische Flotte beim Skagerrak zum Kampfe. Von ewig denkwürdiger Bedeutung bleibt die Tatsache, daß die große englische Flotte von der viel kleineren deutschen entscheidend geschlagen wurde und unter ungeheuren Verlusten den Rückzug antreten mußte. Der Eindruck, den unser Sieg hervorrief, war in der ganzen Welt gewaltig. Seit den Wunden vom Skagerrak hat Englands Flotte es nicht wieder gewagt, den Schon der Häfen zu verlassen und sich erneut zum Kampf mit zu unterschätzender Riesenarbeit die deutsche Küste geschützt hat.
Der Luftkrieg im Jahre 1916 hat den gleichen Siegeslauf genommen, wie der Krieg zu Lande und zu Wasser. Noch immer sind unsere starren Luftkreuzer die unumschränkten Beherrscher der Lüfte und haben aus vielen Fahrten nach England Schrecken und Verderben gebracht. Unsere Flugzeuge haben bisher fast 500 feindliche Flugzeuge abgeschossen und selbst kaum den fünften Teil der feindlichen Verluste erlitten. Auch hier zeigt sich eine erfolgreiche Kleinarbeit, die zusammenge faßt zu einer großen Leistung wird.
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