Einzelbild herunterladen
 
  

I Mailänder Blätter melden aus Rom: Briand, Ly- autey, Thomas, Lloyd George, Lord Mtlner, General Robertson und der russische General Palazin werden am 5. Januar in Rom eintreffen.

Die Bierverbanösnote an Wilson, die inzwischen wohl fertiggestellt ist, soll nach einer Meldung aus italienischer Quelle in großen Umnnen die Bedingungen der Entente ausemanderfetzen, die die Räumung Belgiens, Serbiens, Rumamens, Monte­negros und Frankreichs fordern, ehe die. Friedenskon­ferenz überhaupt mörlich sei. Ferner verlange man die Rückgabe Elsatz-Lothringeus und die Umgestaltung der europäischen Karte auf Grundlage des Nationalitäten- Prinzips. Die Zentralmächte kennen, sourd gesagt, diese Bedingungen heute schon genau, aber auch die Neutralen sollen darüber ausgeklärt werden.

Der Friedeusgedauke wirb wachsen.

Aus Sofia wird den Blättern gemeldet: Eine lei­tende bulgarische Persönlichkeit äußerte sich:. Wenn die Entente weitere Opfer will, wird sie nach werteren Nie­derlagen, die unzweifelhaft sind, den Frieden teurer be- zahlen müssen als jetzt. Trotzdem wird der Friedens gedanke nicht erstickt werden, sondern unaufhaltsam wachsen und die Friedensaktion der Neutralen wird bald gute Früchte tragen. Durch die Ablehnung des Frie- oensantrages hat die Entente vor der ganzen Welt eine ungeheure Blutschuld auf sich geladen.

Englands schwacher Kunst

Die Interessengegensätze, welche zwischen der Nah- rungsmittelversorgung Englands einerseits und den mi­litärischen Ansprüchen an die Handelstonnage anderer­seits bestehen, treten immer deutlicher zutage. Sre bilden den Kernpuukt eines längeren Artikels der Zeitschrift The Siation" vom 16. Dezember, welcherdie Wahrheit Über die Nahrungsmittelknappheit" behandelt. -

Nachdem in dem Aussatz die uns bekannten Tat­sachen der wachsenden Schwierigkerten der englischen Ge- treideversorguna ausführlich behandelt worden sind, kommt der Berfasfer im zweiten Teile des Aufsatzes zu seinem eigentlichen Thema.Man darf ernstlich hoffen, fo schreibt der Verfasser,daß die neue Regierung m ihren politischen und militärischen Ataßnahmen sich be­wußt sein wird, daß es von überragender Wichtigkeit, keine neuen Maßnahmen zu ergreifen, welche noch weiter diejenige Menge von Schiffsraum bedrohen und ver­mindern würden, welche der Nahrungsmittelversorgung unserer Streitkräfte nrid unserer Zivilbevölkerung jetzt zur Verfügung steht." Obschon man Nicht annehmen dürfe, daß eine Steigerung der Transportmittel die Knappheit der tatsächlich zur Verfügung stehenden ein- zuführenden Nahrungsmittel ausgleichen könne, so müsse man doch, soweit es nur irgend möglich sei, den Handelsschiffen ermöglichen, aus allen Landern, nahen oder entfernten, Lebensmittel Herbelzuschaffen.Un,er Volk," so fährt der Verfafser fort,sollte sich der außer­ordentlichen Wichtigkeit dieser Erwägnngeu voll bewußt sein für den Fall, daß man an dasselbe mit weiteren Plänen zur Verstärkung unserer überseeischen militäri­schen Unternehmungen, in Saloniki oder anderswo, Yer- antreten würde." Man dürfe keinesfalls den Femöen Englands dadurch in die Hände arbeiten, daß man den für wirtschaftliche Zwecke zur Verfügung stehenden Frachtraum durch nnlitärifche Ansmilche weiter kurze. Denn die Feinde Englands," so schließt der Verfasser, würben zweifellos alle ihre Kräfte anspannen, um die miniadme Fuge w in^unu^ ^ lands zu treffen, nämlich den Frachtraum, welcher noch zur Verfügung stehe, um die überseeischen Nahrnngs- mittelvorrüte zur Versendung zu bringen, wovon Eng­lands nationale Existenz abhinge."

Selbst wenn man in Rechnung stellt, daß die ge­nannte Zeitschrift, um ihren Standpunkt möglichst ein­dringlich zu machen, die Nahrungsmittelversorgung Eng­lands in dunkleren Farben sMdert, als es sonst eng­lische Blätter tun, so bleibt doch die Tat,ache bestehen, daß weite Kreise Englands sich mehr und mehr der wirt­schaftlichen Gefährdung des Jnselreichs bewußt werden, eine Gefährdung, welche mit der Zeit auch die militä­rischen Pläne der englischen Regierung lahmen muß.

Die EntentenoLe für Griechenland unannehmbar.

Am Vorabend des Krieges?

Dem PariserJournal" wird aus Athen gemeldet: Die früheren Mi«isterpräside«ten u«d die Parteiführer w«rden vom König empfange«. Alle sind der Ansicht, daß die Note der Entente «»annehmbar sei.

Der MailänderCorriere della Sera" berichtet laut Köln Volksztg." aus Athem daß dst Erbitterung der griechischen Presse und des Publrkums gegen die neue Ententenote sttindlich zunehme. Der Volksgeist erlebe sich gegen das viel zu nachgiebige Minfftermm. Der Korrespondent ist überzeugt, daß Griechenland am Vor­abend des Krieges gegen den Vierverband steht.

Wetter wird berichtet, daß die Bevölkerung Athens auf dem Höhepunkt der Erbitternng wegen der von der Entente verhängten Blockade angelangt fei. Sie ver­lange jetzt von der Regierung eine ullimatumartlge Note an den Verband, in der die sofortige Emstellung der Blockade gefordert wird. . . , ,

Wenn sich die Nachrichten Wtätigen, daß Bet den Griechen der Gedanke erwogen wird, das Parlament einzuberufen und ihm den Plan einer Mobilisierung gegen die Entente vorzulegen, so hatte schließlich die Gewaltpolitik der sogenannten Schutzmachte das genaue Gegenteil dessen erreicht, was von Anfang an ihr Ziel war.

RriegsnHetleL

Englisch-norwegische Span««ng?

Infolge der Kohlenfrage gestaltet sich die Lage Nor­wegens gegenüber England immer ernster. Der Ton der norwegische,l Blätter gegen Englands Vorgehen ist bereits ein sehr scharfer.

Was allesVerteidigung" ist.

Die englische Abmiralttät verbreitet lautB. L.-A." eine Erklärung, worin sie den angebuch verteidigenden Charakter der bewaffneten Handelsschiffe betont. Die Bemannung eines Handelsschiffes ^e^ her das Recht, ihre Schiffe gegen einen Angriff. Besuch oder Durchsuchung seitens des Feindes zu verteidigen, wo­bei die Bemannung alle Mittel, die ihr zur Beifügung flehen, anwenden darf? Es darf nur nicht den Feind «nfsuchcri, um ihn anzugreifen. Letztere Aufgabe haben ^usschließlW Kriegsschiffe zu erfüllen.

Ein weiteres Todesurteil gegen eine Frau.

m enteil wiuntr. -ocimy vuvi Mein des zu verteidigen, wo­

bei die

kithelly, die bett Deutschen Auskunft über rupvenbestäude gab, ist zum Tode vernr- Wo, wird nicht gesagt,' SieNachricht kommt

Unter ausländischen Nachrichten meldet die Times: .Eine Frau Tithelln " ' französische Truppen.......... . .

eilt worden." Wo, wird nicht gesagt,' dieNachricht kommt WL ^MMp aus Sraukrech. Eine Bemerkung über

Militärische XodeiBurteile gegen Frauen macht das Blaü Bei dieser Gelegenheit nicht. Es handelt sich ja auch nicht um ein deutsches (Cavell), sondern um ein fran­zösisches Erkenntnis.

Die Brotkarte in Holland.

Wie das niederländische sozialistische BlattHet Volk" erfährt, wird Sie holländische Brotkarte für 400 Gramm täglich auf den Kopf jedes Einwohners über ein Jahr lauten. Leute, die schrvere Arbeit verrichten, erhalten Zusatzkarten.

Politische Rundschau.

Der Kanzler über den Frieden. Der Berliner Kor­respondent der WienerN. Fr. Pr." hatte Gelegenheit, den Reichskanzler von Bethmann Hoilweg auf einem Berliner Bahnhof au sprechen. Der Reichskanzler gab die Erlaubnis zur Veröffentlichung folgender Aeuße­rung: Wir haben im Verein mit unseren Bundesge- noffen das Unsere getan, um der Welt ein weiteres Blutvergießen alt ersparen. Wenn das neue Jahr uns dem Frieden nicht näher gebracht hat, so ist das die Schuld unserer Feinde. Wie bisher ist Entschlossen­heit und Siegeswille unsere Parole. Was noch kommen mag, kann nur dazu führen, daß wir und unsere Bun­desgenossen noch fester aneinanderrücken. Deutschland und Oesterreich-Ungarn haben in diesen Kriegsjahren in einem Erleben von ungeheurer Wucht Gelegenheit gehabt, zu erkennen, was sie einander sind, und für alle Zukunft sein werden. Unser Bündnis hat sich als eher­ner Fels erwiesen, an dem jeder Ansturm zerbricht. So wird es auch im neuen Jahre bleiben. Es weht ein jugenöfrischer Geist durch Oesterreich: er wird zu wei- teren Erfolgen und zum endlichen Siege führen.

Die Schuldigen am Weltkrieg. In einer Ver­sammlung in Cöln erklärte der sozialistische Reichstags- abgeordnete Dr. David zur Friedensbewegung: Deut­scherseits müsse mehr als bisher energisch das Ausland über die wahren Schuldigen der Kviegsentfachung auf­geklärt und auch darüber unterrichtet werden, daß Eng­land die Hauptschuld trage, weil in jenen kritischen Ta­gen der russischen Mobilisierung Rußland nicht losge- schlagen haben würde, wenn es nicht gewußt hätte, daß es außer Frankreich auch England in der Gefolgschaft habe. David hofft, daß, wenn die den feindlichen Völ­kern von ihren Regierungen in Aussicht gestellten Er­folge ausbleiben, die bererts jetzt einsetzenden Friedens- bestrebnngen anwachsen. Die Bereitwilligkeit der französischen Gewerkschaften an einer Friedenskonfe­renz teilzunehmen. falls die deutschen Gewerkschaften hierzu einladen, sei sehr zu begrüßen. Wenn durch die Verblendung der Feinde der Krieg weitertoben müsse, so würde jeder Deutsche seinen Mann stellen.

Lee Ausb«« der LebeAsmiWvecweklWg.

Liefernugsvertrüge der Gemeinden.

Die Kundgebung des Kriegsernährungsamts über die künftigen Wege der Lebensmittelversorgung hm be­reits eine DfeWe von Aeußerungen hervorgerufen. Auf- fallenöerweife ist in ihnen vielfach die Ansicht vertreten, als handelte es sich bet den neuen Anregungen nur eine Abkehr von dem bisherigen System. Dieser Auffassung steht, wie uran derPost" schreibt, die Tatsache entge­gen, daß das Kriegsernährungsamt ausdrücklich aus- spricht, es würde für die wichtigsten Lebensmittel, Brot­getreide, Fleisch, Kartoffeln, Butter und NührmittA

durch einen Ausbau der Organisation vervollkommnet werden. Auch andere Waren, wie Fische und Käse, sollen noch einer Gemeinbewirtschaftung unterworfen werden. Es handelt sich also keineswegs um eine Ab­kehr von dem bisherigen Prinzip, sondern lediglich um neue Wege der Verwertung von Lebensrnitteln, die sich der Bervirtschasinng durch Zeutralstellen entziehen. Da­zu gehören in erster Linie Gemüse, Kohl, Obst, Früh­kartoffeln und Geflügel.

Der geplante Uebergang zur Verforguug der Städte mit diesen Lebensrnitteln auf Grurrd von Lieferungs- verträgerr findet im allgemeinen volle Zilstiinmung. Jedoch befürchten anscheinend einige Gemeinden, es würde zwischen den städtischell Verwaltungen ein Wett- lauf anheben, um möglichst umfaugreiche Abschlüsse zu erzielen, wobei durch Preisitberbietungerr die wohlha­benderen Gemeinderl den ärmeren den Rang ablausen roürden. Eine solche Möglichkeit muß selbstverständlich ausgeschlossen fein; die Gefahr erscheint aber auch kei­neswegs sehr erheblich. Daß gervisse Höchstpreise, die heute die Versorgung der Städte außerordentlich er­schweren, wie diejenigen für Mohrrüben und Zwiebeln fallen müssen, ist selbstverständlich. Die Gemeinden müssen die Freiheit haben, Preise zu zahle«, zu denen sie auch wirkliä) Waren erhalten können. Aber hier­aus braucht noch kein Preisliberbteten zu entstehen, bei dem der wirtschaftlich Schwächere benachteiligt wiro. Denn keine Gewcinde wird bei den finanziellen Schwie­rigkeiten, die heute für alle gleichmäßig bestehen, Net- mmg haben, zu den Lebensmuteln Zuschüsse zu zahlen. Und ebensowenig wird eine Gemeinde ihrer Bevölke­rung anmuten können, wesentlich höhere Preise zu zah­len, als sie in anderen Städten gelten. Im übrigen ist in dem yiundfdireiben des Kriegsernährungsamts bereits von einer Beratungsstelle für die Gemeinden die Rede, deren wichtigste Aufgabe jedenfalls eine mög­lichst einheitliche Gestaltung der Preise für die Liese- rungsverträge sein wird. Es wird ferner für notwen­dig erklärt, daß alle örtlichen Anssnhrverbote, wo solche noch bestehen, ausgehoben werden, um die Erzeuger nicht in der Verwertung ihrer Produkte zit beschränken. Eine solche Maßregel ist eine selbstverständliche Vor­aussetzung für die Versorgung der Städte durch äte= ferungsverträge. Auch darf man ohne weiteres anneh- meit, daß die Tätigkeit mancher Kriegsgesellschasten eine Einschränkung erfahren wird, wie beispielsweise die der Reichs stelle für Gemüse und Obst, deren im vergange­nen Jahre angewaiidteS System mit einer freien Ber- forgung der Städte unter Mitwirkung des Handels un­vereinbar wäre.

Soll der neue Weg zu einem Ziel führen und uns in diesem Jahre zu besseren Verhältnisse« in der Le- benSmittelversorgung verhelfen, dann ist aber Eile ge­boten. Sehr wichtige grundlegende Fragen find noch zu lösen, ehe ein klares Programm ausgestellt werden kann. Noch vor dem Beginn der Frühjahrsbestellung müssen aber alle Vorarbeiten zum Abschluß gebracht sein, damit die Erzeuger ihren Anbau dem Bedarf der Gemeinden entsprechend einriästen sonnen.

Vermischtes«

Das Verschwinde« zweier Bonner Bürger beschäst rigt fortgesetzt die rheinischen PvlizeibehörSem ohne daß es bisher gelang, die beiden Fülle aufzuklüren. Die Angehörigen deS Kaufmanns Hilae^ der am 21. De­zember v. I. mit einem größeren Geldbetrag nach Gre- venÄotch gelockt wurde, wo töm ein Posten Leder zum

Verkauf ängeboten worden war, erhielten keine NaHt richt über den Verbleib des Herrn. Ein anderer Kauf­mann von Bonn war gleichfalls, mit reichlichen Geld­mitteln versehen, vor etwa 14 Tagen nach Grevenbroich gefahren, um dort ihm angebotenen billigen Speck zu erwerben. Auch er ist bisher nicht zurückgekehrt.

An hamsternde Stadtbewohner wendet sich ein energischer Aufruf des Landrats im Kreise Teltow. Es heißt darin: Niemand wird es verargt werden können, wenn er selbst erhebliche Kosten aufwendet, um sich von den noch nicht kontingentierten Lebensmuteln Vorräte zu beschaffen. Gewissenlos handeln aber diejenigen, die sich unter Umgehung der erlassenen Vorschriften zu un­erhörten Preisen und durch Hintertüren auch von den kontingentierten Lebensmuteln wie Fleisch, Eiern, Mehl mehr beschaffen, als sie u beanspruchen haben. Sie erschweren dadurch nicht nur die Kontrolle und die Verteilung, ihr eigennütziges Vorgehen bewirkt anch re­gelmäßig, daß andere, die ehrlicher sind und selbstloser empfinden, weniger erhalten, als ihnen zusteht oder gar leer ausgeyen. Manche Händler fördern leider dieses Verfahren, weil sie gutzahlende Kundschaft nicht verlie­ren wollen. Strafandrohungen helfen nicht viel, denn nur die wenigsten Verstöße werden bekannt. Helfen kann nur das Gefühl der Verantwortlichkeit, und an dies wende ich mich. Beweiset eure vaterländische Ge­sinnung nicht nur durch Worte, sondern durch die Tat. Die Zeit verlangt von jedem äußerste Einschränkung und Bescheidung. Erschweret die Arbeit der Behörden nicht durch übertriebene Sorge für eigenes Wohlleben! Denkt an die Entbehrungen der Millionen draußen an den Fronten! Jeder kann und soll sich mit seinen Ra­tionen begnügen!

Kampf auf einem fahrende« Kraftwagen. Mittwoch abend fuhr der 19jährige Chauffeur Kurt Garkow in Berlin auf einem mit 8 Personen besetzten Privarkrast- wagen, die Gertrandtenstratze in rasender Schnelligkeit entlang und entging an der Roßstratze dem Zusammen­stoß mit einem Wagen der Straßenbahn nur mit knap­per Not. Ein Schutzmann forderte ihn auf, zu halten und ,prang, als dies nicht geschah, auf den Wagentritt. Jetzt fuhr oer Bursche in scharfen Zickzacklinien weiter, in der Absicht, den Beamten vom Wagen zu schleudern. Dann verlangsamte er die GeschwmoigkeU des Wa­gens und packte plötzlich mit beiden Handen den Be­amten am Halse, um ihn vom Wagen zu stoßen. Gleich­zeitig schlug ein Fahrteilnehmer mit einem harten Ge­genstand auf den Schutzmann los. Erst durch die Dro­hung, er werde von seiner Schußwaffe Gebrauch machen gelang dem Schutzniarm die Festnahme des Wagenfüh­rers.

Zahlenkaöbalistik. Saifer Wilhelm ist 1859 gebo­ren und 1888 zur Regierung gelangt. Er ist 57 Jahre alt und hat 28 Jahre lang regiert. Rechnet man diese vier Zahlen aufammeit, w kommt 3832 heraus. Es scheint merkwürdig, daß die Summe der entsprechenden Tateil im Leben Kaiser Franz Josephs die gleiche Zahl ergibt, deren Hälfte die Jahreszahl 1916 ist. In Wirklichkeit ist aber diese ganze Zahlenkabbalistik, die immer wieder aufgewärmt wird, nichts als ein kleiner mathematischer Scherz,- denn jedermann kann sich aus­rechnen, daß das kleine Rechenexempel bei Einsetzung derselben Faktoren für jeden Monarchen, der heute re­giert oder seit Erschaffung bei Welt regiert hat, immer das entsprechende Resultat ergibt.

Heftige Erdbeben in Italien. In den Abruzzen er­eignete sich ein heftiges Erdbeben. Einige im Jahre 1915 zerstörten und dann wieder aufgebaulen Städte haben Schaden aelitteu. Einzelheiten fehlen noch. Ebenso stark war ein vier Sekunden dauerndes Erdbeben in den Pro­vinzen Aquilea, Chieti, Frofinone. Ileberall herrscht un­ter der Bevölkerung eine Panik. Nähere Einzelheiten werden von der Presse nicht bekanntgegeben.

Witze vom Tage. Protest.Die Damen sind alle ab­schreckend häßlich, die Sie mir vorschlagen!"Was wol­len S'I Hier istn Heiratsbureau, und keine Schönheits­konkurrenz!" Feines Kraut.Warum halten Sie denn Ihre Zigarre fortwährend in die Gasflamme, wenn Sie rauchen'?"Ja, sonst brennt sie nämlich nicht!" Der Schwerenöter. Barbierstochtcr (beim Einseifen):Wenn Sien Abonnement zu zwölf Nummern nehmen, haben Sie das Rasieren etwas billiger!" Alter Herr:Ja, ich reise leider heute ab! Aber trotzdem werde ich ein Abon­nement irefjmeit, liebes Kind .... seifen Sie mich zwölf- mal ein!" (Meggenöorfer Blätter)

Weitere Drahtnachrichten.

Noch eine englische Stimme über den Frieden.

s-s- Haag, 5. Januar. (T. U.) Die englische Wochen­schriftJnsttzman" bringt lautB. L.-A." einen bezeich­nenden Artikel, der einerseits Deutschlands Leistungen über alles Maß anerkennt, andererseits aber durch seine Schlußfolgerung die Friedensmöglichkeiten sehr pessimi­stisch beurteilt. Das Blatt sagt: Selbst wenn Deutsch­land bereit wäre, viel günstigere Bedingungen anzu- bieten, als man gegenwärtig vermuten kann, selbst wenn es Belgien und Frankreich räumen, Belgien schadlos halten, selbst wenn es Polen und die baltischen Provin­zen aufgebe, Elsaß-Lothringen zurückgebe und Oester- reich-Nngarn bewegen würde, Italiens Ansprüche zu er­füllen, selbst dann werde es keinem Zweifel unterliegen, daß Deutschland den Seien gewonnen hat, denn es ist dennoch der eigentliche Meister und Herr anf dem Fest­lande Europas. Die Kriegsziele der Alliierten müssen ein Sieg sein, der in Deutschland den Militarismus ver­nichtet und die Demokratie stärkt.

Auslösung des fozialdemokratifcheu Pressebüros.

w> Berlin, 5. Januar. (T. II.) Das sozialdemo­kratische Pressebüro, dessen Errichtung auf dem 1907 in Essen abgehaltenen sozialSemokratischen Parteitag be­schlossen wurde, stellt, ivte dasBerl. Tgbl." hört, am 1. April d. Js. den Betrieb ein, da es seit längerer Zeit mit erheblicher Unterbilanz arbeitet und der Parteivor- stand weitere Zuschüsse nicht bewilligen will.

Versenkt.

m London, 5. Januar. (T. 11.) LloydS Büro mel­det, daß der französische DampferLyon" versenkt wor­den ist. Die Bemannung ist gerettet.

Bändel und Verkehr*

Der preußische Handelsminister gegen z« hohe Kohlen-Kleinyandelspreise. Gegen die hohen Preise im Kohlenhandel richtet sich eine besondere Verfügung des preutzifchcn Hände:sministers an die RegierungSpräst» oenten. Die Erhöhung der Brennstoffpreise wolle man zu einer Steigerung der Handelspreise machen. Die Erhöhung des Erzeugerpreises um 1 Mark für die Tonne bedinge nur einen Aufschlag von 5 Pfennig für den Zentner. Größere Preissteigerungen sollen des­halb im Interesse der Verbraucher sorgfältig auf ihre mdtiidie Berechtigung nachgeprüft werden. Die PreiS- prüfuttgsstellen feien unverzüglich mit Nachdruck auf diese Aufgabe hinzuweisen. ES solle» auch frühere Preissteigerungen nachgeprüft und Uebertretungen un» uachstchtlich geahndet werden.