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sein letztes Wort in der Stube,Gott fei Dank!" fein erstes draußen vor der Haustürs ....

Appelhannes faß unbeweglich am Tisch. Mit trotzigem Gleichmut sah er der Entwicklung des Schlußaktes entgegen; ein Gewitter mußte noch Kommen, ein schweres, sturmreiches. Egal. Seine Ohren waren den alltäglichen Donnerton gewöhnt. Aber daß es dieselbe Nacht noch einschlug, nämlich das Gewitter, etliche Schüsseln und auf dem Ösen trocknende Töpfe davon in Stücke gingen, wer hätte das gedacht? Appelhannes sah alle Hoffnung auf die Wiedererlangung feiner Herrscherwürde schwinden; ganz trüb flackerte fein bescheidenes Wünschen. Nur einen einzig stillen Trost zog er aus den Trümmern aller HoffnungsssligKeit: Diele Hunde sind des Hasen Tod. Morgen begann für ihn wieder das alte Spiel:Hannss hei on Hannss do, Hannss douet, nemmeh froo, dir lieben Leserin vielleicht zur Freude: beim Appelhannes blieben die Weibsleute in diesem Falls Sieger auf der ganzen Linie.Ocherrisielll"

Der alte Peter konnte sich über seine Blamage nicht so leicht Hinwegsetzen. Niemand hat es gerne, wenn ihm seines Lebens und Strebens bittere Wahrheiten einmal versehentlich an den Kops fliegen. Der alte Peter übte grausame Dache. Am nächsten Morgen kratzte sein Gänsekiel durch die Namen Fslepsehennsrsch Lhrisian und Appelhannese Därwel zwei dickmajsive, schwarze Striche, und am Dand malte sie zwei TotenKreuzchen, die waren Künftighin für Peter tote Leute ...

Der spajsige Nachbar Schorsch trug die Frsiergejchichte Haarklein ins Dorf, und trotzdem, daß heute schon mehr denn fünfzig Sommer darüberhin über Land gegangen sind, spricht man in Dornbujchholzhausen noch davon. Wenn diejungen- alfen Burschen vonschier dreißig "Jahre bist du alt" und mehr sich hier oder da ein Körbchen holen und dabei die uneigennützigsten, wohlgemeinten Bemühungen eines guten Freundes zu Schanden gehen, sagt man mit leisem Spott: es beim Appelhannes off der Frei gemäss l" . . .

Wmerkohorien im Lhattengau (15 n. Chr.) / Historische Skizze von U. Lange

Es war eine milde Sommernacht. Der Vollmond stand an dem wolksnumhangsnen Himmel und schaute nieder auf den mächtigen Nrwald, der von Sümpfen und Morästen durchzogen, sich zu beiden Seiten der Adrana, heute Eder genannt, ausdehnte. Zur rechten Seite des Flusses erhob sich der heilige Berg, von den Menschen mit Scheu betrachtet; denn dort war es nicht geheuer, und nur einmal im "Jahrs bestiegen Priester und weiss Frauen seinen Gipfel, um oben zu opfern. Sonst war er der Schauplatz nächt­licher Reigen, die die Lichtelben hier im Mondenschsine aufführten. Links von der Adrana lag der Kern des Lhattenlandss. Dort, wo der Arwald aufhörte, breiteten sich die alten sechs Dörfer der Lhatten aus und dort lag auch Mazehe, oder, wie es die Dömer nannten, Mattium. Hier standen die Hauptheiligtümer der beiden ersten der Götter, die Linde des Wodan und die Eiche des Donar. Dort, wo Eder und Schwalm sich vereinigen, stand in grauer Vor­zeit Agino, ein chattischer "Jungkrisger. Sinnend ruhte fein Blick auf den silbernen Fluten der Adrana. Es war eine prächtige Gestalt. Nachlässig lehnte sich sein kräftiger Körper auf den langen Speer, während das reiche, blonde Haar fessellos über die Schultern wallte. Am Arm hing der Schild an der Fessel. Er war ver­drießlicher Stimmung, denn statt an dem Gpfermahl teilnehmen zu können, mußte er hier Wache halten. Aktumer, der Fürst, hatte ihn auf dem Wonnemondding auf dem Wodansberg dazu bestimmt. Denn Siegfried, der Lheruskerhäuptling, hatte den Lhatten die Warnung zugehen lassen, die Dömer bereiteten einen Dachefeld- zug für die Schlacht im Teutoburger Walde vor, und jo mußte er hier Wachs halten, auf daß die anderen ungestört ihr Gpfer­mahl halten konnten.Was nur die Kolkraben haben!"" murmelte er und schaute aufmerksam auf die Scharen der schwarzen Boten Wodans, die unruhig hin- und Herflotterten. So stand Agino da, in sich versunken, bis er plötzlich mit jähem Duck ausfuhr. Was war das? Aus der Ferne tönte von Abend her verworrenes Geschrei. Nnd während er in die Nacht lauschte, wurde es ihm mit einem Male Klar. Die Dömer waren da und hatten alle die Lhatten, die auf der Deise zum Gpfermahl waren und in einiger Entfernung lagerten, Überfällen. Agino konnte ganz deutlich den Kampfruf der Lhatten, das gellendeSchurri", vernehmen, und die fremden Laute, die an sein Ohr drangen, waren sicher das Kriegsgeschrei der Kohorten. Noch überlegte er, was er tun solle, da kam der Lärm schon näher. Es war klar, die Lhatten flohen. In diesem Augenblick trat der Mond hinter den Wolken hervor und beleuchtete das Bild des Kampfes. Es war allerdings weniger Kampf zu nennen, was Agino sah. Die Lhatten waren von den übermächtigen Feinden geschlagen und befanden sich in wilder Flucht. Ein aufgelöstes Knäuel schreiender und blutender Menschen wälzte sich dem Flusse zu. Ohne weiteres warfen sich die ersten der fliehenden Lhatten in das reißende Wasser und ver­suchten, schwimmend das andere Nfer zu erreichen. Manchen von ihnen, durch das Laufen oder den Blutverlust erschöpft, verließen mitten im Wasser die Kräfte, und die Fluten rissen ihn hinweg. Dennoch erreichte die Mehrzahl das andere Nfer. Drüben aber hob noch einmal ein schreckliches Morden an. Wie die Wölfe stürzten sich die erbitterten Legionäre aus die, die sich nicht getrauten, durch die Adrana zu schwimmen. Anbarmherzig wurden alle erschlagen. Furchtbar wüteten die römischen Waffen unter den

Wehrlosen. Das war die Dache für die Varusschlacht. Weder Alter noch Geschlecht fand Schonung. Nnd nicht eher war der Blutdurst gesättigt, als bis sämtliche Lhatten nisdsrgshauen waren. Aber die zerfetzten Leiber der erschlagenen Feinde hinweg ver­suchten die Kohorten den Übergang über den Fluß zu erzwingen. Aber vergeblich, denn jetzt zeigte sich der Heldenmut Aginos. Zunächst hatte er die Seinen zum Stehen gebracht, auf daß sie nicht weiter flohen. Seine behende Gestalt schien überall zu sein. Mächtig hallte seine Stimme; mit Lob und Tadel feuerte er die Mutlosen an und entflammte ihren gesunkenen Mut. So gelang es den Lhatten, bis zum anderen Morgen die Angriffs der Dömer zurückzuweijen. Von dem hohen Nfer herab war es ihnen ein leichtes, die Dömer, die noch dazu im Wasser standen, niederzu­stoßen. Kaum hob Frau Hulda ihren schwarzen Mantel von der Erde, da erhielten die Dömer Zuzug. Der Neffe des Läsars selbst, der Feldherr Germanikus, erschien und übernahm sofort die Leitung. Mit sicherem Blick erkannte er sogleich die Nnmöglich- keit, das anders Nfer zu stürmen. So zog er seine Krieger zurück und ließ die Tormenta herbeijchaffen. Katapulte und Dallistsn taten ihre Dienste. Steine, Dalksn, Pfeile, steinerne Kugeln schleuderten die Wurfmaschinen hinüber, und notgedrungen mußten die Lhatten weichen. Unter dem Schutze ihrer Artillerie schlugen die Dömer eine Brücke über den Fluß, und kurze Seit später marschierte das Heer in das Lhattenland. "Jetzt lag es offen vor dem Heers des Germanikus.-----

Während dies hier geschah, feierte der übrige Teil des Lhattsn- volkes fein Gpferfest. Schon vor vielen Tagen waren die Dpfer- tiere herangeführt, Priester und wahrsagende Frauen hatten sich nach der Sammel- und Gerichtsstätte der freien Lhatten begeben. Für die Vollmondnacht war der Beginn des Festes festgesetzt. Ab­seits von dem Dingort lag die Gpferstätts. Uralte Linden, Eichen und Buchen kennzeichneten das Mal. Mit ernsten Gesichtern standen die Gpferbeschausr da. Ringsum herrschte eine heilige, geheimnisvolle Stille. "Jetzt erhob Libes, der greife Lhattenpriester, den Arm, und im selben Augenblick senkten sich die Messer in die Herzen der Opfer. Das Blut ward in bereitgehaltenen Gpfec- schalen aufgefangen, damit die weisen Frauen die Zukunft hieraus enträtselten, ebenso erriet man den Willen der Götter aus den Eingeweiden der Pferde. Die Schädel dieser Tiere hing man als WeihgeschenK für die Göttsr an den Bäumen auf und ließ sie dort bleichen. Anders Opfsrgaben waren Donaräxts und -Beile, die man in der Erde fand und für die Wurfgeschosse Donars hielt. Die Frauen erfüllten ihre Pflicht. Ihre Finger wühlten in Blut und Eingeweiden. Gespannt beobachteten die Priester die Gesichter der Frauen. Aber keine Miene verriet, was ihr, prophetisches Auge in der Zukunft erblickte. Eine andere legte die Dunen aus, Stäbchen aus Buchenholz geschnitten, indem sie sie in einem Tuche schüttelte und aus der Deihenfolge derBuchstaben"" das Schicksal des Volkes zu lesen suchte. Die Frauen traten zusammen, wechselten einige Worte, worauf die Älteste dem Häuptling den Befund aussprach. Der Inhalt war mit kurzen, dürren Worten folgender: Die Götter waren belsidigt, Strafe und Verderben würden über das Volk kommen. Keine Muskel zuckte in dem steinernen Gesicht Aktumers. Er winkte den Priestern und Frauen und schritt dann zu dem Mal, wo die freien Krieger des Spruches harrten. Laut

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