Mohnheim, die Matz vor ein Kleid genommen 4 Groschen, die Stücke zu einem faltigen Unterrocke zusammengenäht 6 Groschen, vor Seide 3 Groschen, Baumwolle cingenäht 3 Groschen. Dieses Kleid ordentlich abgegeben, bittet um Bezahlung dieser ehrlich-christlichen Rechnung vor Lichtmetz. Gotthilf Siebeiter, Schneider für den hoben Adel fowie vor die Bürgersleute zu Heidelberg. Also 20 Groschen für ein Kleid. Aber was war damals ein Groschen!
Für das Wachstum des Haares kann man empfehlen, abends vor dem Schlafengehen das Haar sorgfältig zu kämmen und zu bürsten. Tann flechtet man es lose. Morgens muß man es dann ebenfalls sorgfältig bürsten. Dadurch wird der Haarboden angeregt und das Haar kann besser gedeihen. Luft und Licht sind für das Haar ebenfalls von Vorteil. Auch sollte man das Haar nicht mit allzuviel Nadeln, Kämmen und Spangen beschweren: denn dies würde für die Kopfnerven schädlich sein und bei Frauen, die an Kopfschmerzen leiden, das Uebel vergrößern.
ZerrtUcke Ratschläge.
Die Sonne als Arzt. Man kann es verstehen, daß manche Naturvölker die Sonne als vornehmste Gottheit verehren. Man ahnte eben schon lange, welche außerordentliche Bedeutung sie für alles Leben auf der Erde hat. Ganz abgesehen von der Notwendigkeit des Lichtes an sich braucht man ja nur darauf hinzuweisen, daß sich die grünen Pflanzen nur mit Hilfe der Sonnenenergie ernähren können, daß aber alles tierische und menschliche Leben letztlich von Pflanzen abhängt. Auch die Heilwirkungen des Sonnenlichts hat man schon lange geahnt, aber erst in den letzten Jahrzehnten ist sie zur „Licht- tberapie" ausgebaut worden, und heute sind „Sonnenbäder" tn aller Munde. — Durch Einwirkung des Sonnenlkchts auf den nackten Körper wird der Stoffwechsel angeregt, die Zahl der roten Blutkörperchen ver-
l hm und die Widerstandskraft wird erhöht. Gleichzeitig bräunt sich die Haut, wodurch auch sie widerstandsfähiger wird. Neben solchen Allgemein-Wirkungen gibt es auch lokale: vor allem werden tuberkulöse Herde günstig beeinflußt (Dr. Rolliers Klinik in Leysin). Es sind die verschiedenen Strahlen des Sonnenlichts, die dabei wirken, von denen die roten am tiefsten in die Haut eindringen: vor allem aber die ultravioletten. Sie regen bei vorsichtiger Bestrahlung das Zellenleben an, bei starker wirken sie abtötend. Besonders wichtig ist ihr Einfluß auf Vazillen, wohl mögen sie auch diese töten, aber sie regen auch die Zellen an, Gegengifte gegen die Bakterien zu bilden. — Man hat auch eine „künstliche Höhensonne" gebaut, aber sie kann die Sonne nicht voll ersetzen. Diese ist wahrlich ein Arzt, und zwar einer, der kein Honorar fordert.
Gegen Magen- und Darmgeschwüre empfiehlt Dr. Schacht vor allem Honig. Man gibt dem Erkrankten täglich ein bis zwei Eßlöffel reinen Bienenhonig, ohne Brot. Gut ist es, ihn früh auf nüchternen Magen und abends spät vor dem Schlafengehen zu nehmen.
Gegen Appetitlosigkeit. Man trinke mittags und abends je % Stunde vor den Mahlzeiten ein Gläschen Wermutwein. Dieser wirkt anregend auf die Magentätigkeit. Auch Wermuttropfen, 10—15 genommen, sind sehr gut und helfen wieder auf. 1 Tasse Wermuttee, vor dem Schlafengehen getrunken, leistet vortreffliche Dienste bei Magenschwäche.
Wer an Sommersprosien leidet, vermeide kaltes Waschen während des Tages. Sollte das Gesicht eine Staubschicht tragen, so reibe man mit einem weichen Gesichtsleder die Haut sorgsam ab, und gebrauche vor dem »tn= ausgehen in die heiße Sonne eine stets bereit gehaltene Zitronenscheibe, mit der die von Sommersprossen behafteten Stellen gründlich einzureiben sind.
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Blätterlose Pflanze«. Auf der Insel Madagaskar, die Deutschland an Flächeninhalt noch übertrifft, gibt es eine Pflanze die einen sehr merkwürdigen Anblick gewährt. Sie kommt sowohl als Schlingpflanze vor, wie als kleines Gesträuch und auch als Baum, besitzt aber keinerlei Blätter. Die Bäume bestehen aus einem dickbauchigen, saftreichen Stamme mit wenig aber eigenar- tia aufgeschwollenen Zweigen, die nur mit Dornen besetzt sind. Wahrlich, eine seltsame Vegetation, wie sie
freilich bei der Seltenheit der Regenfälle auf der Insel wohl erklärlich erscheint. Die Pfanzen, von denen man übrigens gegen 20 Arten kennt, sammeln im Stamm das erreichbare Wasser auf und sind haushälterisch genug den Vorrat nicht an Blätterwerk zu verschwenden. Wohl aber möchten sie sich zu Zeiten klmüssen, und so bringen sie gelegentlich ganz hübsche Strahlenblüten hervor, die einen starken, angenehmen, rosenartigen Duft verbreiten.
Winks fürs Haus.
Die Anwendung von Petroleum zur Wäsche ist dann angezeigt, wenn es sich um rasche Reinigung sehr schmutziger Stoffe handelt. Schmutz ist immer fettiger Natur, und Petroleum wirkt lösend auf Fett. Mau gebraucht es deshalb am besten beim Einweichen schon, indem man auf 1 Eimer — 10 Liter — Seifenbrühe einen Eßlöffel voll Petroleum untermischt. Während des späteren Wa- schens verschwindet das Pe-troleum und es bleibt nicht der geringste Geruch zurück.
Eiserne Herdeinfassungen glänzen wie Silber, meint man sie täglich mit feinem Schmirgelpapier abreibt.
Rhabarberkompott. Rhabarber wird geschält, in Stücke zerschnitten und in halb Wasser, halb Weißwein und Zucker weich geschmort. Sehr angenehm schmeckt das Rhabarberkompott, wenn man den Saft mit wenig Kartoffelmehl verdickt und mit Eigelb abrührt. Delikat wird es aber geradezu, wenn man einige Apfelsinenschalen mit kocht. Das Schälen des Rhabarbers ist übrigens durchaus nicht nötig. Die Schale kocht sich ebenso meid) wie alles andere, enthält zudem die meisten Säuren und Salze, die man nicht verloren gehen lassen fönte.
, Spinat, ein billiges nud gesundes Gemüse! Es ist merkwürdig, daß der Spinat, der gegenwärtig überall in großen Massen und zu billigen Preisen auf den Markt kommt, von unseren Hausfrauen noch viel zu wenig gewürdigt wird, obwohl gerade der Spinat zu unseren wichtigsten und wohlschmeckendsten Speisegemüfen gehört. Der relativ hohe Eiweißgehalt, vor allem aber auch der hohe Eisengehalt des Spinats spielt in gesundheitlicher Beziehung eine große Rolle. Nach der Nahrungsmittel-Tabelle von Schall-Heisler enthält Spinat in 100 Gramm frischer Substanz 60 Milligr. Eisenoxyd. Der Spinat ist daher ein für Bleichsüchtige und Blutarme besonders wichtiges Nahrungsmittel. Dazu kommt noch, daß der Spinat sehr reich an den zur Gesunderhaltung des menschlichen Körpers äußerst wichtigen Vitaminen ist und daß er auch als das bekömmlichste Gemüse gilt, das selbst für schwache Verdauungsorgane empfohlen werden kann.
Spargel in Rahm. Nachdem man 1 Ps^nd Spargel in große Stücke geschnitten und wie gewöhnlich iu Salzwasser weichgekocht hat, läßt man ein Stück frische Butter in einer Kasserolle hellgelb werden, gießt % Liter Rahm an, tut den Spargel in die Soße, würzt mit Salz, weißerü Pfeffer und Muskatnuß, kocht den Spargel einmal darin auf und gibt ihn zu Tisch.
Bilderrätsel.
Auflösung in nächster Nummer.