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Aus aller Welt.

5 Ein Lastzug von streikenden Speditionsarbeitern Über­fällen. In der Adalbertstraße in Berlin wurde ein Lastzug der Firma I a n k i e w i c z L C 0., auf den Kisten aufgeladen werden sollten, von streikenden Speditionsarbeitern, die ge­rade aus einer Versammlung kamen, überfallen. Eine Rotte von ungefähr 100 bis 150 Arbeitern ging auf die beiden Be­gleiter des Lastzuges los. Der Chauffeur entzog sich durch sofortiges schnelles Losfahren den Mißhandlungen der Leute, während fein Mitfahrer vom Anhängewagen von zwei Bur­schen erfaßt und mit Faustschlägen traktiert wurde. Leider versagte die Polizei.

ö" Sechs Mädchen durch Gas vergiftet. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich in der Wäschefabrik von Karstadt in Berlin. Durch eigene Unvorsichtigkeit gerieten sechs Mäd­chen in Gasdünste und wurden ohnmächtig. Das sofort be­nachrichtigte Rettungsamt erschien mit der alarmierten Feuerwehr und unternahm noch Versuche, die Mädchen mittels Sauerstoffs ins Leben zurückzurufen. Ueber das Ge­lingen ist noch nichts bekannt.

s' Großfeuer in Rheydt. In den Gebäuden der Sonst« türenfabrik Heck & Kämmerling in Rheydt (Rhein­land) entstand ein Großfeuer, das an den Vorräten reichlich Nahrung fand und die ganzen Gebäude niederlegte. Diele aufgespeicherte Konservenbüchsen entzündeten sich und schufen neuen Zündstoff. Die Nachbarfabrik und andere Gebäude sind geschützt. Der Feuerherd ist beschränkt, jedoch ist der Schaden recht bedeutend. Die Entstehungsursache ist bisher noch unbekannt.

i Wieder ein Zugzusammenstotz. Beim Einfahren in die Station Ampfing stieß ein aus M ü h l d 0 r f am Inn kommender Güterzug mit einem aus der Richtung Mün­chen kommenden Güterzug zusammen. Die Lokomotive ent­gleiste ebenfalls, wobei sich die Räder tief in den Sand gruben. Der von München kommende Personenzug mußte umgeleitet werden. Personen wurden nicht verletzt.

<5 Ein schweres Flugzeugunglück ereignete sich im Bereich der Stadt Lindau am Bodensee. Aus unaufgeklärter Ursache stürzte während eines Rundfluges das Flugzeug D 791 des Bodenjee-Aero-Lloyds bei der Thierfch-Brücke ab. Die Pro­peller wurden an der Brüstung der Brücke vernichtet, der

übrige Teil des Flugzeuges stürzte in den See. Von den

K Insassen des Flugzeuges wurden Hotelier F r u t h aus genz tödlich. Generalmajor Jordan aus Lindau und der Flugzeugführer schwer verletzt. Die beiden anderen In­sassen kamen mit leichteren Verletzungen davon.

3 Racheakt eines Museumsaufsehers. Ein Aufseher des Nationalmuseums in Neapel hat, um sich für eine ihm vom Direkte des dortigen Museums auferlegte Disziplinar­strafe zu rächen den berühmten farnesischenBecher, der aus einem einzigen Stück Onyx geschnitten ist, zer­schlagen. Dieser Becher ist eins der kostbarsten Meister­werke alter Kunst und hat wegen seines Materials nicht seinesgleichen auf der ganzen Welt. Die Direktion des Mu­seums hofft, die einzelnen Stücke des Bechers wieder zu­sammenfügen zu können.

es Tunneleinsturz in Amerika. In R i ch m o n d (Vir­ginia) stürzte ein Teil des C h e s a p e a k - O h i 0 - T u n - nels in dem Augenblick ein, als etwa 50 Arbeiter mit Aus- besterungsarbeiten im Innern des Tunnels beschäftigt waren. Ueber das Schicksal der Arbeiter ist bisher noch nichts be­kannt; man befürchtet jedoch, daß eine große Anzahl von ihnen dem Unglück zum Opfer gefallen ist.

Große Unterschlagung beim Städtischen

Wohlfahrtsamt Breslau.

Breslau. Eine bei zahlreichen Wohlfahrtsdirektoren und Bezirksvorstehern durchgeführte Revision hat ergeben, daß sich zahlreiche ehrenamtlich tätige Beamte der Stadt Breslau der Veruntreuung von Unterstützungsgeldern schuldig ge­macht haben. Die einzelnen Beträge erreichen teilweise eine Höhe bis zu 2000 Goldmark. Die Schuldigen waren als Ehrenbeamte der Stadt der Kontrolle nicht unterworfen. Sie haben das in sie gefetzte Vertrauen gröblich mißbraucht und sind sofort unter Anklage gestellt worden. Die Stadt Breslau gibt amtlich bekannt, daß diese Vorfälle ihr Veranlassung gewesen sind, eine Systemänderung durchzuführen, die eine Wiederholung ähnlicher Vorkommnisse ausschließt.

Große Unterschlagung auf dem Eisenbahnwerk

Brandenburg-West.

Brandenburg. Am Sonnabend früh wurden auf dem Eisenbahnwerk Brandenburg-West Revisionen der Lohn­

bücher vorgenommen, wobei man großangelegten Unter­schlagungen auf die Spur kam. Acht Angestellte sind daran beteiligt. Leibesvisitationen förderten bei den Angestellten Summen bis zu 1400 Mark zutage. Die Gelder der wöchentlichen Unterschlagungen betragen etwa 2 0 0 0 b i s 3 0 0 0 Mark. Die Verhafteten sind sämtlich geständig. Einzelne gaben Unterschlagungen bis zur Höhe von 10 000 Mark zu.

Mysteriöse Todesfälle in Graz.

Unter spiritistischer Beeinflussung.

Wien. Aus Graz wird gemeldet: Vor einigen Tagen versuchte der 22jährige Versicherungsbeamte Gollub in der Wohnung seiner Eltern sich zu erhängen. Der Fall gewinnt an Bedeutung, weil spiritistische Beeinflussung vorliegt. Im April 1923 wurde die Leiche eines jungen Grazers namens Wallner aus der Donau gezogen. Man nahm schon damals an, daß er das Opfer eines spritistischen Zirkels war, der im Waltentors bei Graz seine Sitzungen hatte. Außer Wallner besuchten auch Gollub und ein gewisser Czigerl die Sitzungen. Vor drei Jahren tauchte das Gerücht auf, ein Geist habe auf einer der Sitzungen den drei jungen Leuten ihren baldigen ^od vorausgesagt. Bald darauf wurde Wallner als Leiche aus der Donau gezogen. Vor vierzehn Tagen starb Czigerl nach einer Operation eines natürlichen Todes. Nach dem Begräbnis wurde Gollub immer schweigsamer. Seiner Mutter sagk er kurz nach dem Tode seines Freundes:Siehst du, letzt ist Czigerl auch gestorben. Nun komme ich an die Reihe, ich bin der Dritte." Dann erzählte er von der Sitzung und von der Todesprophezeiung. Jetzt hat auch er Selbstmord verübt.

Aushebung einer Falschmünzerwerkstatt.

Nürnberg. Die Krtminalpolizei entdeckte auf einem Gut in der Nähe von Rupprechtstegen bei Hersbruck (Bayern) eine vollkommen modern eingerichtete Falschmünzer­werkstätte mit Kraftanlage: Alle einschlägigen Maschinen waren vorhanden, ebenso verschiedene Stempel zur Anfertigung von Stücken zu 50-Rentenpfennig und 2- und 3-Mark. Es wurde festgestellt, daß der Gutsbesitzer mit seinem Kraftwagenführer und mit Hilfe weiterer Personen in wochenlanger Arbeit die Maschinen montiert und schon eine Menge 50-Pfennigstücke geprägt hatte. Die, Prägung der 3-MarkstUcke war nicht gelungen.

Lekmmtmachimsen der Stadtdehörden

Im Laufe dieser Woche soll eine öffentliche

mittels der neuen Turm-Sirenen stattfinden. Es _____ dies zur Vermeidung von Beunruhigung der Bevölkerung bekannt gegeben.

wird

Gleichzeitig wird darauf aufmerksam gemacht, daß allen Anordnungen der Absperrungsmannschaft unver­züglich Folg; geleistet werden muß.

Die Polizeiverwaltung.

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