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Hersfelöer Tageblatt
Hersfelöer Kreisblatt'
Amtlicher Anzeiger für den kreis Hersfeld
Nr. 166 Sonnabend, den 18. Juli 1925
Anzeigenpreis för die einspaltige Petitzelle 10 Pfg. für amtliche und auswärtige Anzeigen 15 Pfg., die Refelamezelle 50 Pfg. Bei Wiederholungen Dachkrft. + Für die Schriftleitung uerantworilldi Franz Funh In Bersfefd. + Fernsprecher Dr. S.
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Das Wichtigste.
-- Im Reichskabinett und dem Auswärtigen Aus- schuß des Reichstages fanden am Freitag Beratungen über die deutsche Antwort auf Brrands Sicher- Heitsnote statt. Der Auwärtige Ausschuß stimmte dem Grundgedanken der deutschen Antwortnote zu.
— Die Aufwertungsorganisationen hatten dem Reichspräsidenten vor seiner Zustimmung zum Aufwer- tungsgesetz eine Eingabe zugehen lassen, in der sie um Neuregelung der Aufwevtungssätze einkamen.
— Im englischen Kabinet't kam es anläßlich- des neuen englischen Flo ttenp ro gramms zu ernsten Konflikten.
höhle sich auf 315 000 Tonnen für 1922, 963 000 Tonnen für 1923 und 1174 000 Tonnen für 1924. Gegenwärtig jedoch bewegt sich! die Linie wieder abwärts.
Im vergangenen Rechnungsjahre betrug der Gesamt- z u w a ch s a n S ch i f f e n 617 851 Tonnen; für Motor- und Dampfschiffe war die Zahl 866 236 Tonnen, jedoch kam auf der anderen Seite ein Rückgang von 248 385 Tonnen an Segelschiffen in Betracht. Segler sind seit 1914 um 1718 000 Tonnen zurückgegangen, so daß der Anteil an Segelschiffen für die Welttonnage nur noch 3^ Prozent beträgt. Von der Welttonnage an Segelschiffen besitzen die Vereinigten Staaten mit 1105 000 Tonnen 48% Prozent vom Gesamt.
Seit dem Jahre 1891 hat die Tonnage für Dampfer und Motorschiffe um 48,5 Millionen Tonnen zugenommen, während 7,5 Millionen zurückgegan-
torfchiffe um 48,5 _____________ die Tonnage der Segelschiffe um
Die Handelsionnage der West
Mt dem Schluß des Rechnungsjahres am 30. Juni ist der Jahresbericht von Lloyds erschienen, der einen interessanten Ueberblick über den Stand der Handelsschiffahrt der Welt gibt. Wir ersehen daraus, daß die Zahl der Schiffe mit 100 und mehr Tonnen 32 916 mit insgesamt 64 64: Bruttotonnen beträgt, wovon bei Lloyds 15 774 mit 39 252 462 Tonnen registriert sind. In das Gefault sind auch die Schiffe einbegriffen, welche auf den amerikanischen Seen verkehren, deren Zahl sich seit 1900 um das Dreifache vergrößert hat und gegenwärtig 2 364 920 Tonnen beträgt. Englands überwiegende Stellung, die es vor bem Kriege gegenüber den anderen Schiffahrt treibenden Nationen eingenommen bat, ist ni cht mehr d wie sich aus den folgenden Fal' Stand für England und die M und 1925 am 30. Juni verzei
gen ist.
Die englischen Schiffsgesellschaften, die während des Krieges Schiffe verloren haben, mußten neben den Summen, die ihnen durch die Versicherungsgesellschaften als Ersatz gezahlt worden sind, noch 134 Millionen Pfund Sterling aufbringen, um neue Schiffe an Stelle der verlorenen zu bauen.
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i uiu;i ui v ^ i o i e gleiche, Zahlen ersehen läßt, welche den »™v „«. Welt in den Jahren 1900, 1913 .........—. Juni verzeichnen. Danach verfügten England u n d I r l a n d
Die Beratung der Antwortnote.
+ Berlin, 17. Juli. Wie bereits gemeldet, trat der Aus- wärtige Ausschutz des Reichstages zusammen, um nunmehr endgültig zu dem vom Kabinett vorgelegten Entwurf der Antwortnote auf die letzte Briand-Rote Stellung zu nehmen. Ebenso wurden mit den Ministerpräsidenten der Länder der Antwortentwurf beraten. Es wird angenommen, datz sich im Rahmen dieser Beratungen keine besonderm Differenzen ergeben, so daß damit gerechnet werden kann, daß die Antwortnote an diesem Sonnabend bereits nach Paris gesandt werden wird.
1900
1913
1925
während die Welttonnage
Schiffe 8 914 9 214 8 559
Tonnen 13 241 446 18 696 237 19 440 771
Uebereinstimmung zwischen Regierung und Regierungsparteien in der SicherheitSfrage.
❖ Berlin, 17. Juli. Reichskanzler Dr. Luther hatte
1925 betrug.
n
970 113
32 916 64 641418
die Vertreter der Regierungspartc'en zu einer Besprechen
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der Rote zw unterrichten. Zwischen R e
Der Zuwachs oder Abgang für die einzelnen Länder gegenüber dem Jahre 1914 wird durch die folgenden Fahlen ersichtlich. Es verfügte am 30. Juni d. I. über:
Großbritannien . Britische Dominien Bereinigte Staaten Oesterreich-Ungarn Belgien .... Dänenrark . . .
Bruttotonnen
19 274 000
2 230 000
11605 000
Der Unterschied gegen 1914 betrug Bruttotonnen +397 000 +823 000 +9 768 000
Oas Aufwertungsgesetz unterzeichnet.
£ Berlin, 17. Juli. Der Reichspräsident von Hinden-
bürg hat am kanzlers und angenommene zeichnet.
Donnerstag nach den Vortragen des Reichs- des Reichsjustizministers das vom Reichstag Gesetz über die Hypothekenaufwertung unter-
Der letzte Appell der Aufwertungsorganisationen.
Berlin, 17. Juli. Die Arbeitsgemeinschaft der Auf- wertungsorganisationen hat dem Reichspräsidenten von Hin- denburg einen Brief zugeleitet, in der sie darauf hinweist, daß das HypothekenaufwertungsMetz im Reichstag mit nur 230 von 428 Stimmen angsnommest worden fei. Diese geringe nominelle Mehrheit sei trügerisch, dadurch Fraktionszwang eine große Anzahl von illbgeordneten entgegen ehrlicher, anderer Ueberzeugung 'bestimmt worden fei, für das Gesetz zu stimmen. Der Inhalt des Gesetzes sei aber versassungsändernd und bedürfe zu seiner Rechtsgültigkeit Zweidrittel-Majorität des Reichstages, an der 55 Stimmen fehlten. Die Aufwertungsorganisationen erklären sich bereit, lieber drei Monate zur Herbeiführung eines unanfechtbaren Gesetzes auf den Beginn der Leistungen der Schuldner zu warten, als ein Gesetz verkündet zu sehen, welches alle Merkmale der Ver- fassungswidrigkeit in sich trage.
Annahme des Anletheablösungsgefetzes im Reichstag.
Berlin, 17. Juli. Im Reichstag wurde in namentlicher Schlußabstimmung das Anleiheablöfnngsgefetz mit 227 gegen 196 Stimmen bei zwei Enthaltungen angenommen.
Der amtliche Bericht über die Unterzeichnung des Aufwertungsgesetzes durch den Reichspräsidenten.
+ Berlin, 17. Juli. Amtlich wird gemeldet: Der Reichspräsident hat den gemeinsamen Bortrag des Reichskanzlers, des Reichsministers der Justiz und des Reichsministers der Finanzen über die vom Reichstag zur Regelung der Aufwer- hing beschlossenen Gesetze und die Frage einer etwaigen Aus-
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regierung |
und Regierungsparteien wurde völligeUeber- e i n st i m m u n g erzielt.
Demokraten und Sozialdemokraten beim Reichskanzler.
Berlin, 17. Süll Nach der Beratung d frage zwischen der Regierung und den Regt
der Sicherheits-
. „ „ . . „ „ egierungsparteien
wurden in gesonderter Besprechung bann noch die Sozial-
die neuen Gesetze gegenüber der dritten Steuernotverord» »ung zu Gunsten der Gläubiger enthalten. Sie wiesen ferner darauf hin, daß nach einmütiger Auffassung des Reichskabinetts eine Aussetzung der Verkündung der vom Reichstag beschlossenen Gesetze eine für Volkswirtschaft und Staatsfinanzen verhängnisvolle Lage schaffen, den inneren Frieden
Deutschland. , . . , Griechenland . . , . Holland ...... Italien......
Japan . . , . . ,
Norwegen . . . . .
Spanien
Schweden , . . , , Andere Länder . . .
Nichtbritische Tonnage Welttonnage . . .
538 000 1008 000 3 262 000 2 993 000
890 000 2 585 000 2 894 000 3 741 000
2 555 000 1120 000 1215 000
2 875 000
' i+197 000
'+240 000
+1344 000
—2 105 000
+70 000 +1114 000 +1466 000 +2 099 000
' +632 000
+237 000
+223 000 +818 000
. 39 511000 +15 874 000
. 58 785 000 +16 271000
Die Ziffer für die Bereinigten Staaten dürfte sich in absehbarer Zeit stark verringern; denn nmn schätzt in fach- ...... ” zwei Millionen Ton-
verstündtgen Kreisen, daß mindestens zw neu als nutzlos aufgegeben werden müsse
ICH.
Ein bedeutender Umschwung hat sich in den letzten Jahren in der Schiffahrt durch die Umstellung auf Oel- feuerung und Motorbetrieb vollzogen. Das ^Segelschiff ist
mehr und mehr von den Weltmeeren verschwunden. Stampfer, die nur für Kohlenbetrieb eingerichtet waren, sind aus beim Verkehr genommen worden, und an ihre Stelle sind Fahrzeuge getreten, deren Betrieb sich als wirtschaftlicher erwiesen hat. Der Unterschied zwischen 1914 und 1925 wird deutlich sichtbar, wenn man sich die folgende Aufstellung betrachtet. Der Prozentsatz der Gesamt-Brutto-Tonnage be-
trug für
Segelschiffe und seefahrende Barken Motorschiffe .».,,.,,» Oelkesselfeuerung .,,,,,, ^Kohlenfeuerung .,«,.,,
1914
8,06 0,45 2,65 88,84
100,00
1925
3,50
4,20
27,54
64,76
100,00
Mt dieser Umstellung steht die Antzerdienststel eg von Schiffen in innigem Zusammenhang. Ii
ben Jahren 1905 bis 1909 betr 120 003 Tonnen und die Höchst, schwankte der Abbruch zwischen Bon 1915 bis 1920 betrug der ! Tonnen, für 1921 aber stieg t
[ 251 900. Für 1910/1914 737 und 245 891 Sonnen, nesdürchschnitt nur 10 000 Zahl 6»f 77 500 und er-
bemotraten und die Demokraten vom Reichskanzler empfangen, die sich ihre Stellungnahme vorbehielten.
★
Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages trat Freitag vormittag zusammen, um die Aussprache über die Antwortnote auf die Note der französischen Regierung vom 16. Juni 1925 vorzunehmen. Hieran nahmen Reichskanzler Dr. Luther, Außenminister Dr. Stresemann, Reichsinnenminister Schiele, Reichswirtschaftsminister R e u h a u s, Reichsjustizminister Freuten, sowie sämt- liche Referenten des Auswärtigen Amtes und die Vertreter der Länder teil. Die Aussprache wurde eingeleitet mit ausführlichen Darlegungen des Reichskanzlers Dr. Luther und des Außenministers Dr. Stresemann.
Die Ere nouvelle nimmt Stellung zu der zu er- wartenden deutschen Antwortnote in der Sicherheitssrage und schreM:
Wir sind keine Feinde internationaler Konferenzen, weit davon entfernt. Aber wir glauben, daß Außenminister Briand sichsehr weise zeigt, wenn er darauf besteht, daß die Angelegenheit erst vor den Völkerbund gebracht wird. Das ist logisch. Die Erfahrung von Genua hat bewiesen, daß von diesen großen intereuropäischen Konferenzen nichts zu erwarten ist, wenn der Gegenstand der Beratungen nicht diirch Verträge präcisiert wurde und wenn die Ver'!)an0- lungen sich nicht im Rahmen eines streng festgelegten Protokolls entwickeln. Wenn wir uns morgen auf den Vorschlag der deutschen Regierung zu einer Versammlung dieser Art begeben, so wäre es sehr wahrscheinlich, daß dort alle Fragen miteinander verknüpft würden und daß man dort wirtschaftliche Probleme und die Revision der Ostgrenzen aufwerfen würde. In dem Falle, ber uns jetzt zugewiesen ist, wäre notwendig, mit Vorsicht vorzugchen und zur Kontroverse nur die reiflich durchdachten Ideen ju stellen. Wir wissen, daß das Wort Völkerbund den Stolz der alten deutschnationalen Parteien verletzt. Für sie heißt es: „nach Genf gehen" so- viÄ wie: „nach Eanossa gehen." Wir haben geglaubt, daß man derartigen Skrupel» nicht viel Bedeutung beilegen sollte. Die lichte Note des Ouai d'Orsaü) ist eins der wenigen Dokumente, die seit Jahren verfaßt wurden, in denen man einen wirklich pazifistischen Geist entdecken kann (?). Nie. mals hat ein Führer eine Sprache geführt, die so frei von Hochmut war (?). Deutschland hätte also ein Interesse daran, keinen Streit zu suchen, weder über eine Frage der Dok- trin, noch über einzelne Probleme wie z. V. die Mstinuing des Ruhrgebietes und die Räumung von Düsseldorf, Ruhr ort und Duisburg. Wir haben bewiesen, daß wir nicht befürchten, im Entgegenkommen zu weit zu gehen.
der Bevölkerung gefährden, und so den Gesamtinteressen zuwiderlaufen würde. Der Reichspräsident, der sich gemeinsam mit der Reichsrogierung dauernd bemüht hat, eine den Interessen der Gläubiger namentlich der Kleinrentner und der Kriegsopfer, möglichst Rechnung tragende Gestaltung der Aufwertung hevbeizuführen, konnte sich der Berechtigung der ihm vorgetragenen Gründe nicht verschließen. Der Reichs- Präsident hat sich dahin entschieden, von bem ihm nach der Reichsverfasfung zustehenden Rechte, die Verkündigung der Gesetze auszusetzen, keinen Gebrauch zu machen, und hat dem- gemäß die beiden Gesetze vollzogen unb ihre Verkündigung veranlaßt.
Der Gesetzentwurf über die Ablösung öffentlicher Anleihen vor dem Reichsrat.
+ Berlin, 17. Juli. Der Reichsrat beschäftigte sich mit dem vom Reichstag angenommenen Gesetzentwurf über die Ablösung öffentlicher Anleihen. Die Vertreter Bayerns, Sachsens und Württembergs gaben Erklärungen ab, daß sie gegen das Gesetz stimmen würden. Auch der preußische Ber- tröter wandte sich gegen die durch die Vorlage hervorgerufene Belastung der Länder und Gemeinden, sah aber von einem Einspruch ab und sprach die Hoffnung aus, baß Reichstag und Reichsregierung bei der Regelung des Finanzausgleichs die Folgerung ziehen und sich bereit zeigen werden, die Mehrbelastung durch entsprechende Verteilung der Einnahmen auszugleichen. Dieser Hoffnung schlössen sich alle übrigen Landesvertreter an. In der Abstimmung wurde die Vor- lag« mit 43 gegen 23 Stimmen ohne Einspruch zur Kenntnis genommen. Auch gegen den vom Reichstag angenommenen Gesetzentwurf über die Errichtung einer Rentenbank- Kredit-Anstalt erhob der Reichsrat keinen Einspruch.
Gegen das Aufwertungsgesetz.
$ Berlin, 17. Juli. Wie aus parlamentarischen Kreisen mitgeteilt wird, haben die d eut s ch na t io na l e n Ab- geordneten Dr. Steiniger, Sachs und Bogt bet der Schlußabstimmung über das Aufwertungsgesetz gegen d! e V v r l a g e gestimmt. Der illbgeordnete Bazille,der ebenfalls dagegen stimmen wollte, konnte wegen dienstlicher Behinderung an der 9 Abstimmung nicht teilnehmen.
Vesetzentwurf zur Aenderung des Reichsmirtengesetzes.
+ Berlin, 17. Juli. Die Regierungsparteien haben im Reichstag einen Gesetzentwurf zur Änderung des R e i ch s m i e t e n g e s e tz e s eingebracht, der die Erhebung