Aus aller Welt.
Der Hochverratsprozeß gegen oberschlesische Kommunisten Im Hochverratsprozeß gegen die oberfchiefuchen Kommunister erklärte auf Fragen des Vorsitzenden der Angeklagte B e h r Laß er niemals im Besitz von Waffen gewesen sei. Auä der Angeklagte Schnurpfeil leugnet den Besitz vor Waffen. Er erklärte, am 27. Oktober 1923 sei er von den Zeugen Soika aufgefordert worden, bei der kommunistischer Jugend Unterricht 4m Maschinengewehr zu geben. Auf sein« Frage, ob denn auch genügend Maschinengewehre vorhander seien, sei er in einen Garten geführt worden, wo man ihn dann einen Hügel gezeigt habe, in dem Maschinengewehrteil, vergraben sein sollten. Er habe sich darauf sofort entfernt weil er mit der Sache nichts zu tun haben wollte. Am nächsten Tage sei seine Verhaftung erfolgt. Der nächste Angeklagte Sonnenberg war Unterkassierer in der Komma- m|u|d)en Partei. Sonst will er keine Funktion gehab haben. Bei seiner Verhaftung wurde ein Buchstobenrätse vorgesunden, bei dessen Entzifferung durch die Polizei fest gestellt wurde, daß es folgende Rundfragen enthielt: Hab« Sie Waffen und Munition? Wesel besitzen Sie an Ma- schinengewehren? Einen bei ihm Vorgefundenen Revolv« bezeichnet der Angeklagte als Andenken aus dem Krieg« Darauf wurde» die Verhandlungen auf Sonnabend vormittag vertagt.
Verurteilung eines Wucherers. Der Kaufmann Simor Rosenberg, der frühere Generaldirektor der Schuh- warenfabrik Romeo, der schon vor etwa zwei Jahren wegen
Preiswuchers zu 10 Monaten Gefängnis verurteilt und aus Deutschland ausgewiesen wurde, hat während einer kurzen illuseirthaltsbewilligung zum Besuche seiner angeblich er- krankten Frau sich neuerdings des Mietwuchers in drei ungeheuerlichen Fällen schuldig gemacht. Einen Fall beging er vom Gefängnis in Landsberg aus. Er ist unberechtigterwsise trotz der Ausweisung nach Stuttgart gekommen und dort vechaftet worden. Das Amtsgericht Münä)-en hat ihn jetzt zu sechs Wochen Gefängnis und 20 000 Mark Geldstrafe verurteilt.
Attentatsversuche gegen Den zweiten Präsidenten des österreichischen Nationalrates. Wie aus Wien gemeldet wird, wurde der zweite Präsident des Nattonalrates D r Ding- hofer heute von einem Unbekannten telephonisch ang-e- rufen, der sich als Freund des erschossenen Journalisten Bettauer vorstellte und dem Präsidenten ankündigte, es werde gegen ihn ein Anschlag verübt werden. Die Polizei hat daraufhin den Präsidenten Dinghofer unter besondere Bewachung gestellt.
Notlandung eines englischen Indien-Flugzenges. Ein rnglisches Flugzeug mit drei Mann Besatzung mußte bei Dürrmenz-Mühlacker auf der Strecke Karlsruhe—Pforzheim nne Notlandung vornehmen. Bei der amtlidjen Prüfung der Ausweispapiere der Flieger wurde fest gestellt, daß das Flugzeug von einem Flug aus Indien käm und am Freitag N Prag zum Weiterflug aufgestiegen war. Infolge des Sturmes war ein Weiterflug nicht möglich, so daß die Flieger beschlossen haben, den Apparat zu zerlegen und mit Der Bahn weitere mahren.
Ein Finanzskandal in Jugoslawien. Ein Belgrader Blatt beschäftigt sich mit der Aufhebung des Sequesters von den kroatischen Besitzungen des Fürsten Thurn und Taxis. Während die MinisterPribitschewitsch undL u kin itich in einer Erklärung alle Beschuldigungen zurückweisen, wonach durch diese Maßnahme die Interessen des Staates und der kroatischen Bevölkerung zugunsten eines Privatunter- nehmens geschädigt worden seien, behauptet das Blatt, daß für die Aufhebung des Sequesters dem Minister Lukinitsch und seinem Parteigenossen Dimowitsch eine Provision, von je zehn Millionen Dinar, dem Rechtsanwalt Dusan Popwitsch und der Presse der selbständigen Demokraten (Pribitschewitsch-Gruppe) je fünf Millionen Dinar ausgezahlt worden seien. In oppositionellen Kreisen wird Iustizminister Lukinitsch ferner beschuldigt, den Sequester auch über den Gütern des Grafen Esterhazy im Murgebiet aufgehoben zu haben. Dieser Besitz, der sich auf 8 000 Hektar Wald und 6 000 Hektar Ackerboden erstreckt, soll an die Agramer Firma Iankowitsch für 800 000 Dollar abgetreten worden sein.
Sturmvertseerumgen in Japan. 2-urcy einen orurm, ver in Westjapan wütete, wurden in Sakai zwei Flughallen und eine Anzahl Flugzeuge völlig zerstört.
Riesige Weizenmengen auf dem Chicagoer Markt. Nach Meldungen aus Chicago wurden an der vorigen Getreidebörse sofort nach Beginn des Handels unter ungeheurer Aufregung der Börsenbesucher riesige Mengen von Weizen an den Markt geworfen. Diele unerwartet großen Verkäufe bewirkten, daß der Weizenkurs auf 1,71 Dollar zurückging, was gegenüber dem gestrigen Schlußkurs von 1.81% einen Rückaann um mehr als 10 Gents bedeutet.
Amtliche BkkalllltlilllchilllgeL
Betanntmaitiungtn der Stadtbehörden
Hersfeld, den 5. März 1925.
An die Herren Bürgermeister des Kreises.
Ich nehme Veranlassung auf meine Verfügung vom vom 9. August 1923, A. I. 5149 — veröffentlicht im Kreisblatt Nr. 100 — die öffentliche Auslegung der Losholzverteilungsliste betreffend, zur genauesten Be- achtung hinzuweisen. (I. A. I. 1294.)
Der Vorsitzende des Kreisausschusses
I. V.: Groscurth, Kreisdeputierter.
Hersfeld, den 9. März 1925.
Die Ortspolizeibehörden des Kreises verweise ich auf die in Nr. 6 des Reg.-Amtsblatts von 1925 abgedruckte Polizeioerordnung des Herrn Regierungspräsidenten vom 26. Januar 1925, betreffend Abänderung der Polizeiverordnung über die Meldepflicht der Ausländer vom 19. 6. 1920 mit dem Ersuchen um genaue
Beachtung. Tgb. I. Nr. 2225.
Der Landrat I. V.: Funke.
Polizeiverordnung
Die Gtimmkarteien für den am 29 März 1925 stattfindenden ersten Wahlgang zur Wahl des Reiche prastdenten liegen vom 14. bis 23. d Alls. einschließlich zu jedermanns Einsicht im Rathaussaale offen.
Aus unsere Bekanntmachung in den hiesigen Zeitungen vom 9. d. Mts. nehmen wir Bezug und ersuchen erneut alle diejenigen Wahlberechtigten, die am 7. Dezember 1924 nicht wählen konnten, weil sie in die Wahlkartei nicht ausgenommen waren, und diejenigen, die am 8 Dezember 1924 bis zum Wahltage das 20. Lebensjahr erreichen, wegen Aufnahme in die Wahlkartei beim Wahlamt vorstellig zu werden.
Der Plan zu einer Gleserweiterung für den Gleisanschluß nach dem Gaswer (Friedloserstraße) liegt vom 17. ds. Mts. ab zwei Wochen lang zu jedermanns Einsicht beim Magistrat (Stadtbauamt Stift 10) während der Dienststunden offen.
Einwendungen sind innerhalb der oben genannten Frist von jedem Beteiligten im Umfange seines Jnteressrs beim Magistrat schriftlich anzubringen.
Der Magistrat.
Oberförsterei Friedewald verkauft am Freitag, den 20. Mär;, ab 9 Uhr vorm., in der Niemeier'schen Gastwirtschaft in Hönebach aus der
Försterei Eichhorst, Distrikt 127, 128, 130, 131, 178:
Buchen: rm 87 Nutzscheit II. Kl., 800 Scheit und Knüppel, 1400 Seifig III Kl.
Fichten: rm 40 Knüppel, 90 Reisig I., 1500 Reisig. III Kl.
Kiefern: rm 4 Knüppel.
Försterei Lingenbach, Distrikt 84 : 25 fm Nadelholzstämme II./IV. Kl.
Herr Geheimrat Historialgenieprofessor Mückedier den die Hassia-Kohlenvertriebs-Ges. m. b. H., Cassel, wie bekannt, beauftragt hatte, die Güte der Hassia-Briketts (zu haben in vielen guten Kohlenhandlungen) zu erforschen, ist in der gutenHoffnung, daß das pp/ Publikum in den letzten acht Tatzen seit Erscheinen seiner vorigen phänomenalen Entdeckung (siehe letztes Inserat) aufnahmefähig ist, um folgende epochale Entdeckung zu ertragen. Es ist wieder eine deutsche Höchstleistung, die uns bekannt gibt, daß die sogenannten Kanäle des Mars keine Kanäle oder dgl., sondern die Lagerplätze der Hassia-Briketts auf dem Mars sind.
Der Schreiber dieser Zeilen mußte vor der Wucht der Tatsache erst eine kleine Pause machen, um weiter mitteilen zu können, daß die Veränderungen der „Kanäle“ bedingt sind durch den fabelhaften Umsatz der Hassia-Briketts auf dem Mars <die zu haben sind in vielen guten Kohlenhandlungen)
betreffend Las Husfltegen der Haustauben während der Saatzeit.
Auf Grund der §§ 5, 6 und 7 der Verordnung über die Polizeiverwaltung in den neu erworbenen Landesteilen vom 20. September 1867 (G. S. S. 1529) und des Artilels III der Verordnung über Vermögens- strafen und -Bußen vom 6. Februar 1924 Reichsgesetzblatt S. 44) wird mit Zustimmung der Gemeindevertretung für den ©emeindebezirh heddersdorf folgende Polizeiverordnung erlassen:
Einziger Paragraph.
Wer während der Saatzeit vom 10. April bis zum 10. Mai und vom lu. September bis zum 20. Oktober seine Harstauben ins Feld fliegen läßt, wird mit einer Geldstrafe bis zu 150 Reichsmark oder mit entsprechender Haft bestraft.
Heddersdorf, den 10. Februar 1925.
Die Ortspolizeibehörde
Jäger.
Oeger mm „Roten Kreuz"
hat ihre Tätigkeit in der Stadt Hersseld wieder ausgenommen und 12 Unfallmeldestellen, die die Bezeichnung „Sanitätskolonne" führen, eingerichtet. Die Wohnungen der Mitglieder sind durch entsprechende Schilder kenntlich gemacht. Sie sind bereit, jeden Krankentransport sofort auszuführen. Ein Verzeichnis der Unfallmeldestellen befindet sich auf der Polizeiwache.
Wasserversorgung
Allmershausen
Kreis Hersfeld).
Die für die Herstellung des Wasserwerks nötigen Arbeiten und Lieserungen" sollen öffentlich vergeben werden und zwar:
Los 1) Herstellung der Tuellenfassung und des Hochbehälters von 70 ebm Inhalt.
Los 2) Verlegen von 1100 m Musfenrohren von 100 bis 66 mm (. W. einschl. Der' setzen von 14 Schiebern, 6 Hydranten und die Herstellung von 26 HauSan- schlustlettungen.
Die Verdingungsuntertagen können gegen post- und bestellgeldfreie Einsendung von 2,50 Mark für jedes Los vom Ingenieur Köhl, Fulda bezogen werden, woselbst die Projektunterlagen jederzeit eingesehen werden können.
Die Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, unter Verwendung der vorgeschriebenen Angebotsformulare und unter Anerkennung der Bedingungen
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Försterei HeeneS, Distr. 112 : u fm Ki - u. Fi.-Stämme 3. und 4 Kl.
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Die Jagd ist 320 ha groß, beginnt IVa km von Bahnhof Heringen und ebenfalls iVe km von Bahnhof Heimboldshausen und unmittelbar an der Haltestelle Lengers.
Die Bedingungen werden im Termin bekannt gegeben und liegen 14 Tage lang zu Jedermanns Einsicht imBür- germeisteramt offen.
Wölfershausen,
den 26. Februar 1925.
Der Zagdvorsteher Münzel, Bürgermeister.
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