Hidatur «knzuleiten. Sollten derartige Verhandlungen nicht rasch zu einem Ziele führen, so ist allerdings damit zu rechnen, daß am Mittwoch Dr. Iarres als Kandidat der rechtsstehenden Parteien proklamiert wird.
Dr. Simons,
der PrHidrnt des Reichsgerichts in Leipzig, früherer Reichs- außen minister, soll vom Reichstag zum stellvertretenden Reichspräsidenten ernannt werden.
Der Oeulschnationale Parteitag in Köln.
Der Deutschnationale Parteitag in Köln.
Der erste Parteitag der vier rheinischen Landesverbände der Deutschnationaien Partei wurde tut Tagungen der vereinigten Landesverbände, der Provinzial-, Landtags- und Gememdever- treter, der Kultur- und Frauenausschüsse eröffnet
Staatsminister a. D. Wallraf
eröffnete die Versammlung und wies darauf hin, daß gerade am Rhein der deutsche Gedanke lebendig sei, obwohl auf ihm die Lasten des Krieges besonders ruhten, eines Krieges, von dessen Schuld die Geschichte einst unser Volk und unseren Herrscher frei- sprechen werde. An die Spitze des Vaterlandes müsse jetzt ein Mann berufen werden, der hinwegschaue und hinweghandle über die Schranken einer einzelnen Partei. Weiter forderte der Redner gegertüber dem scheinbar zunehmenden konfessionellen Hader zur Duldsamkeit auf. Die beiden christlichen Konfessionen müßten dahin eifern, tüchtige und starke Männer zu erziehen. Für den in Berlin zurückgehaltenen Reichsinnenminister schiele und den gleichfalls verhinderten Grafen von Westarp sprach Reichstagsabgeordneter
von Lindeiner-Wildau.
<kr ging davon aus, welche Hoffnungen die rheinisch« Bevölkerung und das ganze deutsche Volk ant den zehnten Januar gesetzt haben,^wre Wnahlich es aber 'enttäuscht worden leid ' D i e R a u. m u n g b e r Kölner Zone fei dem Deutschen Volk im Vertrag von Versailles zugesagt worden. Die Beweise für die angeblichen deutschen Verfehlungen dürften, da sie uns so lange vorenthalten blieben, wohl kaum besonders stichhaltig sein. Eine Derkuppelugn der Räumungsfrage mit dem Sicherheitsproblem müsse an sich abgelehnt werden. Wenn trotzdem amtliche Stellen in einen Meinungsaustausch eingetreten seien, so muffe das als ein Ausdruck des ernsten Willens anerkannt werden, Europa endlich _einen dauernden und wirklichen Frieden zu schenken. Man muffe aber berücksichtigen, daß auf deutscher Seite ein Bedürfnis nach Sicherung vor Vergewaltigung berechtigt und verständlich sei. Alle beteiligten Staaten müßten paritätisch behandelt werden. Man bürfe aber nicht das Problem durch Einbeziehung nebensächlicher Fragen noch mehr komplizieren.^ Vor allem sei es nicht angängig, daß über das Schicksal der Länder an der Weichsel entschieden werde. Hier sei das Selbstbestimmungsrecht Deutschlands entschieden verletzt worden. Das deutsche Volk könne daher die heutige Regelung nicht als eine befriedigende Lösung des nationalen und völkischen Selbst- betzimmungsrechts anerkennen. Zum Schluß forderte der Redner
Der Fall Grünbaum.
SriMüralromaa von Ltjrtd v. Hanpei»,
16J (Nachdruck verboten.)
„Von Wem?* „Muß ich das sagen?" Scklüter lächelte verstehend. „Wenn Sie nicht wollen —* „Geschäftsgeheimnis, Sie verstehen —" „Ich verstehe vollkommen."
Der Ton ließ den Geldverleiher aushorchen, über Schlüters Miene war nur verbindlich.
„Etwas anderes — kannten Sie Dr. Schürlein schon früher? War er Ihr Hausarzt?"
„Das nüht, aber ich kannte ihn langes „Auch ein Kunde von Ihnen?" „Muß ich das sagen?"
„Es ist sogar sehr wichtig."
„Allerdings — hat sogar jetzt einen ziemlich hohen Wechsel laufen — ist auch ein armer Schlucker. Das Papier war morgen fällig — zwanzigtausend Emmchen, aber ich habe es gern prolongiert — hat mir ja das Leben gerettet."
„Sehr schön und freut mich für den Dottor. Sagen Sie einmal —, könnte Wächter wissen, daß Sie am Vormittag das Geld erhalten?"
„Nicht gut — hat es wohl erst am Abend gesehen."
„War niemand anders dabei, wie Sie die Zahlung erhielten, als die Leute oder der Mann, der es Ihnen gab?"
„Niemand — das heißt — Dr. Schürlein war gerade ba, wie die Herren gingen — wissen Sie — wegen seines
„Ach so, Sie prolongierten ihn dann?"
„Nee, da wollte ich noch nicht, im Gegentell, da habe ich ihm die Hölle eklig heiß gemacht und ihm mit dem Staatsanwalt gedroht — wissen Sie, dazu hatte ich das Recht, denn er hatte mir allerhand vorgeflunkert, aber das erkenne ich eben an, daß er mir trotzdem so gut und so schnell geholsen hat — ihm konnte es eigentlich nur angenehm sein, wenn ich abschnappte — wegen der Anzeige
oaß oie Main Des neuen Reichsprasibent-en nicht zur Parteifrage gemacht werde.
Dr. Hergt
Erklärte, daß die Nachricht über eine Einigung der Rechtsparteien hinsichtlich der Nominierung eines Kandidaten für die Reich s- p r äst denke n w n h I den Sntfadxn voraneile. Bisher habe sich die Bayerische Volkspartei. auf deren Alitwirkung man großen Wert lege, noch nicht entschieden, so daß eine Entsä>eidung noch bts Mitte nächster Woche auf sich warten lassen werde.
Landbund- und Handwerkstagung.
In Halle fand eine vom Landbund einberufene ne* meinfame Tagung von Vertretern des Landbundes und des oandwerkes statt. Als Vertreter des Handwerks sprach dackerobermeister Biener, M. d. R. Er wies die Wege, "e das Handwerk gehen müsse, um gemeinsam mit der 8anb= wirtschaft den wirtschaftlichen Wiederaufbau zu beschleunigen. Als Vertreter der Landwirtschaft sprach Herr v o n A l v e n s- l e b e n. An die Ausführungen der beiden Referenten schloß sich eine eingehende Diskussion, deren meiste Redner dem Handwerksstande angehörten. Zum Schluß der Tagung wurden gemeinsame vom Landbund und Handwerk ausgear- dietete Richtlinien, für ihre Zusammenarbeit einstimmig- angenommen. In diesen Richtlinien wird u. a. die Forderung des Genossenschaftswesens unter Anblehnung aller Bestrebungen, die auf eine Monopolisie- odersteuerlicheBevorzugung der Genossen- schafthinauslaufen, und gleichzeitig der Verzicht auf Ausdehnung der Genossenschaften auf allgemein «unerkannte Arbeitsgebiete des Handwerks verlangt. Aus wirtschafts- politischem Gebiet fordern die Richtlinien den Kampf gegen Sozialisierung und Kommunalisse- r^ng.
Das deutsche Eupen und Malmedy.
Ein Pariser Blatt bringt einen Artikel des belgischen Sozialistenführers Vandervelde über die Lage in Eupen und Malmedy. Es heißt darin: „Unsere neuen Brüder ähneln uns so wenig wie nur möglich. Abgesehen von einigen tausend Wallonen tragen die anderen den unverkennbaren Stempel einer preußischen Erziehung. Sie spreche« nur deutsch und üben ihre Sprache fleißig weiter. Im übrigen stehen sie dem Bischof von Köln näher als dem von Metz."
preußischer Untersuchungsausschuß
für Barmar-Kutisker.
_ Landtagsausschuß zur Untersuchung der Barmat- Kutisrer-Afsäre setzt seine Verhandlungen fort.
Staatssekretär von Möllendorss: Ich war 1919 Unter- staatssekretär im Reichswirtschaftsministerium. Barmat war in Begleitung des Abg. Wels beim Minister Wiffell erschienen, um erne Eurfuhrerlaubnis für Textilien zu erhalten. Die zuständigen Staatsiekretare wandten sich aus wirtschaftspolitischen Gründen gegen die Einfuhr von fertigen Textilien. Barmat machte geltend, deutschen Volke zu jener Zeit große Not an Kleidungs- uucken herrichte. Abg. Wels drückte ferne Verwunderung darüber aus, dass ein von einem holländischen Sozial- demokraten «»gebotenes Geschäft, das die Volksnot lin- dern^ sollte, an dem bursaukratischen Widerstände ^er Staatssekretäre und Referenten scheitern könnte. ^2 bemerk ausdrücklich, ö M Reich sw irt schai t smini st er Wisse!', ynysniemais von rrgendwelchen Ressentiments hat leiten lassen. Und auch dieser Geschäftsantrag Barmats ist nach der Unterredung in den ordentlichen Geschäftsgang gekommen. Ob irgend etwas aus dem ganzen Antrag geworden ist, weiß ich nicht.
Es wird die am Sonnabend abgebrochene Vernehmung des Zeugen Reg. Rat Weyermann fortgesetzt.
Zeuge Weyermann: Ich habe drei- bis viermal Julius Bar- mat persönlich gesehen und gesprochen, und er hat es allerdings bei diesen Gesprächen nicht unterlassen, seine Beziehungen zu den damals, führenden Herren der sozialistischen Partei zu erwähnen und fernen Einfluss gebührend ins Licht zu setzen. Auf Befragen des Vorsitzenden verliest der Zeuge einen Brief des damaligen Rotterdamer Vertreters für Deutschland Herrn Rom- mel vom 19. April 1920. Es geht aus dem Brief hervor, daß der Einfluß Barmats sich auch auf die deutsche Gesandtschaft und das A u s w ä r t i g e A, m t erstreckte. So sei Barmat einmal zwecks Einholung einer Information aus einem Bericht des Herrn von Reißwitz im Auswärtigen Amt gewesen, und zwar Ende 1919. Barmat war dort in Gegenwart Heilmanns und vom Minister Hermann Müller wurde Barmat die Einsichtnahme g e ft a 11 e t. Der Zeuge erklärt, diese T«t- «ache allein dürfte schon als Maßstab dafür gelten, wei-
— aber er hat gar nicht daran gedacht, sondern nur seine Pflicht als Arzt getan. Deshalb habe ich ihm auch gleich das Papier auf ein halbes Jahr verlängert — ohne Spesen — auf den lasse ich nichts mehr kommen," „Allerdings — ich verstehe —" „Wollen Sie sonst noch etwas?"
„Nun, daß Sie recht bald gesund werden, Herr Grünbaum, und Ihre Geschäfte wieder aufnehmen können."
Wieder der ironische Ton — aber Schlüter verbeugte sich und ging. Der Wucherer war ihm gräßlich.
An der Tür rief ihm Grünbaum nach: „Lassen Sie mir ja den Schurken nicht laufen."
„Sie haben ja vorläufig Ihr Geld."
„Allerdings — er hat mir sogar die fünftausend zurück- geschickt, die ich ihm geliehen — hat er wohl auch geklaut."
„Ich rate Ihnen, sprechen Sie vorläufig zu niemand über die Sache — je weniger an die Öffentlichkeit dringt, um so weniger werden die Spuren verwischt."
„Verstehe."
Dr. Schlüter fuhr zu dem Arzt. Je mehr er sich alles überlegte, um so mehr kam er zu dem Resultat, daß es gar nicht so unmöglich sei, daß Beate Düsing recht hätte. Schürlein wußte von dem Geld — er war in Not — eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft drohte ihm — er hatte Chloroform zur Verfügung — jedenfalls wollte er die Spur sorgsam verfolgen.
Der Arzt empfing ihn etwas nervös. Er war kein sympathischer Mensch — groß, hager — man sah ihm an, daß er sein Leben genossen hatte. Dr. Schlüter hatte sich natürlich bereits etwas orientiert — Kollege Heller hatte ihm vorgearbeitet — um die Glaubwürdigkeit der Schür- leinschen Belastungsaussage zu bewerten, war er bei dem dirigierenden Arzt des Krankenhauses gewesen, bei dem Schürlein, ehe er sich selbst alsArzt niederließ,Assistent war.
„Ein gewissermaßen genialer Mensch, mit allen Vorzügen und Nachteilen eines Genies. Brillanter Operateur — kann was — vorzügliche Diagnose, aber schrankenloser Charakter — spielt — kneipt Nächte durch, ist aber des Morgens stets auf dem Posten. Muß bald heiraten, dann wird er vielleicht solider. fonB reibt er seinen Körver
«>en wtnfiuB sonrnmt verm Auswärtigen mmt gehabt hat.
Geschäftsführer Pollwitz von der Reichsfettstelle wird dann- als Zeuge vernommen. Er gibt an, mit Barmat in geschäftlicher Verbindung gewesen zu sein und zwar auf Veranlassung des Reichswirtschaftsministeriums. Direktor Fritsche habe ihn ange- rufen und ihn auf Barmat hingewiesen und erklärt, das fei ein bedeutendes Haus, eine sehr grosse Sache. Als der Zeuge den Preis zu hoch fand, wurde ihm erwidert, darauf komme es weniger an, da man nicht per Kasse saufen konnte und bei Barmat sechs Monate Ziel habe. Die Reichsstelle wurde schließlich ganz Übergängen, man ging direkt zum Reichswirt- schaftsministerium.
Die Lage im Eisenbahnerstretk.
Im Bereich der Betriebsdirektion Ehemnitz hat sich in der Streiklage der Eisenbahner wenig geändert. Der Personen-, Gepäck- und Expreßgutoerkehr wird durch den Streik nicht gestört, und heute wird bei den Lhemnitzer Giiter- abfertigungen wieder die Annahme und Ausgabe der Güter in vollem Umfange erfolgen. Die Zahl der Streikenden be- trägt nach wie vor rund 700. Vereinzelt sind Belästigungen Arbeitswilliger durch Streikposten und Streikende erfolgt.
Die Lage in-Leipzig ist unverändert. Die Reichs- bahnverwaktung hat eine Verfügung erlassen, wonach den Beamten bekanntzugeben ist, daß für sie kein Streikrecht besteht, desgleichen für die im Arbeitsverhältnis stehenden Hilfsbeamten. Falls sie sich der Streikbewegung anschließen sollten, wird mit sofortiger Entlassung gedroht. _ Weiter wird bekanntgegeben, daß die Beamten aus den Ll'bfertigungsstel- len zum äußeren Dienst beordert werden. Die Streikenden gehen der Messezulage verlustig, und ihnen wird das Arbeits- verhältnis gekündigt. Beamte mit Lebensstellung werden, wenn sie sich dein Streik anschließen, vor ein Disziplinargericht gestellt, und für Beamte im Widerruf wird der Mder- ruf aufgehoben.
Es soll nunmehr seitens der Organisationen- versucht werden, auch die noch nicht in den Streik getretenen Güter- bEdenarbeiter in Berlin zur Teilnahme an der Bewegung zu veranlassen. Die Entscheidung über eine ev. Streikver- breiterung würde, voraussichtlich am Mittwoch fallen, nachdem dann die Zentralinstanzen der beteiligten Organisationen zu dieser Frage Stellung genommen haben. Für Berlin will man sich auch vor allem mit dem Verkeihrsbrmd in Verbindung setzen, um die Leistung von Streikarbeit 'durch dessen Mitglieder zu verhindern
Dsutscher Reichstag.
32. Sitzung, Montag, den 9. März 1925.
Am Regierungstische: Reichsinnenminister Schiele.
Präsident L ö b e eröffnet die Sitzung um 2 Uhr 20 Min.
Zu Mitgliedern des Wahlprüfungsgerichts wurden gewählt die Abgg. Dittmann (Soz.), Lohmann-Altona (Soz.), Dr. Spahn- Berlin (Ztr.), Dr. Kahl (D. Vp.). Eichhorn (Komm.), Brodauf (Dem.).
Vor Eintritt in die Tagesordnung erhebt Abg. Stöcker (Komm.) Einspruch gegen das Verbot kommunistischer Zeitungen wegen Beleidigung des verstorbenen Reichspräsidenten. In den letzten drei Tagen feien die kommunistischen Blätter in Hamburg, Jena, Gero, Gotha Breslau, Gleiwitz, Hannover, Lasse! und Bielefeld verboten warben. Im ganzen seien bereits elf kommunistische Zeitungen am Erscheinen verhindert worden. Der Redner verlangt, daß der Reichstag sofort dazu Stellung nimmt. Auch der Eisenbahnerstreik müsse sofort besprochen werden.
Da Widerspruch dagegen erhoben wird, daß die Verbote der kommunistischen Presse besprochen werden, ist diese Angelegenheit WWV^^^WMWWWWW^äter besprochen
Einstimmig wird darauf ohne Debatte dem Borschlage der Reichsregierung zugestimmt, die Neuwahl des Reichspräsidenten am 29. März und den eventuell notwendigen zweiten Wahlgang am 26. April 1925 vorzunehmen.
Auf bet Tagesordnung steht dann das
Gesetz über die Stellvertretung des Reichspräsidenten.
Es ist von allen Parteien, mit Ausnahme der Nationalsozialisten und Kommunisten, eingebracht, und besagt, daß zum Stellvertreter des verstorbenen Reichspräsidenten Ebert der Präsident des Reichsgerichts bis zum Amtsantritt des neuen Reichspräsidenten bestimmt wird. Die Vorschriften der Reichsverfassung über den Reichspräsidenten finden für die Dauer der Stellvertretung auf den Stellvertreter Anwendung. Der Stellvertreter bezieht für die Dauer der Stellvertretung des Reichspräsidenten das diesem zustehende Diensteinkommen einschließlich der Aufwandsgelder.
Die Kommunisten beantragen Wahl des Stellvertreters durch den Reichstag.
Abg. Henning (Natsoz.) hält den Reichskanzler für den richtigen Stellvertreter.
auf —I Sonst halte ich ihn für einen Ehrenmann, wem auch nicht immer vollkommen fair. Aber sein Zeugnis — wenn er es wohlüberlegt gibt — ist natürlich einwandfrei."
Dr. Schürlein kam dem Kommissar, der im Wartezimmer Platz genommen hatte, eilig entgegen.
„Bitte einzutreten. — Sie wünschen?"
„Zweierlei — zunächst eine ärztliche Konsultation — ich leide seit langer Zeit an schmerzhastem Rheumatismus — ich kann meinen linken Arm nicht mehr heben — ich möchte Sie bitten, mich zu untersuchen und mir ein Attest zu schreiben — ich wollte in ein Moorbad, oder was meinen Sie?"
„Freilich — ich bin eigentlich Chirurg —"
„Ich weiß, aber — Sie wissen — ach nein, ich habe es Ihnen ja noch gar nicht gesagt -- ich bin Kriminalkommissär und, wie Sie wissen, mit der Bearbeitung des Grün- baumschen Falles betraut — ich war eben bei Herrn Grünbaum, und da hat er Sie so sehr gelobt. — Sie haben ihm ja auch so schnell geholfen — und wie ich nun eben vorbei- komme —"
„Ich stehe natürlich gern zu Ihrer Verfügung."
Der Arzt untersuchte, und Dr. Schlüter verstand es trefflich, alle Anzeichen eines Nervenschmerzes vorzn- täuschen.
„Äußerlich ist der Arm ganz gesund — reine Nervenschmerzen, und wahrscheinlich nervöse Lähmungen."
„Wenn Sie die Güte hätten, mir das im Attest zu bestätigen."
„Gern."
Dr. Schürlein schrieb. —
Währenddessen schaute sich Schlüter im Zimmer um — eine einfache Einrichtung — man sah voß alles nocy neu war — vor dem Ofen stand ein Tisch mit Papieren.
— Der Kommissar markierte den Nervösen und nahm bald dies, bald das Papier in die Hand.
„Sie Glücklicher!"
(Fortsetzung folgt.)