Aus aller Well.
Der Empfang der deutschen Pilger durch Papst Plus XL Bei dem Empfang der deutschen Pilger sagte der Papst in feiner Ansprache, er heiße sie dreifach herzlich willkommen, weil sie von fern hergeeilt seien, um der Gnade des Heiligen Jahres teilhaftig zu werden. Er misse aus eigener Erfahrung, wie ernst es die Deutschen mit religiösen und katholischen Fragen im allgemeinen nähmen und erteile deswegen gern allen nach Rom gekommenen und in Deutschland Verbliebenen seinen apostolischen Segen.
Räuberischer Ueberfall auf einen Bauernhof. In einem Dorfe in der Nähe von Caltanisetta auf Sizilien versuchte eine Räuberbande einen Bauernhof zu stürmen und sich der Herde und des anderen Viehes zu bemächtigen. Es kam zu einem regelrechten Gefecht, bei dem die Räuber einen Toten und die Verteidiger zwei Tote hatten. Schließlich mußten die Räuber unter Zurücklaffung von zwei Pferden wieder abziehen.
Entdeckung einer kommunistischen Tscheka in Bulgarien. Die Nachforschungen der Behörden führten zur Entdeckung einer kommunistischen Tscheka, die in Sofia ihren Sitz hat und deren Todesurteile durch Terroristen vollstrecki mürben. Der Präsident der Tscheka sowie der Buchhändler Petko Napetoff, die geheime Beziehungen zu einer Organisation ausgewanderter Agvarkommunisten unterhielten, wurden verhaftet und legten ein umfassendes Geständnis ab. Die Ermittlungen werden fortgesetzt.
Der Gerichtshof in BurMs (Bulgarien) hat die Führer der Kommunijtenbande Iantscheff und Grudoff zum Tode und die anderen Mitglieder der Bande, die sich selbst ergeben haben, zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt.
Drohender Bäckerstreik in Wien. In Wien fand eine Versammlung der Angestellten sämtlicher broterzeugenden Betriebe statt, in der die Forderung nach einer zehnprozen- tigen Lohnerhöhung nochmals erwogen wurde. Es wurde beschlossen, den Droterzeugern ein Ultimatum zu überreichen; wird dieses nicht angenommen, so drohen die An. gestellten mit dem Streik.
Vier Feuerwehrleute bei einer Uebung getötet. Im Eisenwerk Ganzen (Schweiz) kam bei einer Feuerwehrübung mit neuem Feuerwehrmaterial eine Leiter mit der Starkstrom- leitung in Berührung. Vier Feuerwehrleute wurden sofort getötet. Ein fünfter Feuerwehrmann wurde leicht verletzt.
Eine Korruptionsaffäre in Polen. Die Warschauer Blätter berichten über eine große Korruptionsaffäre. Der Leiter der Wilnaer Eisenbahndirektion, Landsberg, gegen den seit einiger Zeit schwerwiegende Vorwürfe erhoben werden, machte einem Vertreter der Lodzer Presse gegenüber aufsehenerregende Mitteilungen über die Wirtschaft im Eisenbahnministerium. Landsberg erklärte: „Die Wirtschaft bei den polnischen Eisenbahnen ist eine einzige Reihe von Skandalen. Die Barmat - Affäre verblaßt im Vergleich mit den schmutzigen Geschäften^, die aus
Rosten des Staates im Eisenbahn mi n t st c - rium gemacht wurden. Vor dem Gericht werde ich mich auf einige Minister als Zeugen berufen, die unter Eid ausiagen werden, daß ich nur die Wahrheit spreche. Ich zweifle nicht daran, daß diese Zeugenaussagen sehr hohe Würdenträger, sogar einige Minister vors Gericht bringen werden."
Der Zeppelinflug nach den Bermudainseln. Presse und Sachverständige in Amerika sind mit dem Ergebnis des Feppelinfluges sehr zufrieden. Das Schiff mußte den ganzen Flug ohne Landung machen. Der Flug habe bewiesen, daß es bei jedem Wetter fliegen könne. Das Luftschiff landete glücklich um 11 Uhr abends in der Halle von Lakehurst, nachdem es eine Stunde über dem Flugplatz gekreuzt hatte. Kurz vor der Sichtung des Luftschiffes traf eine Radiobotschaft vom Schiff ein, die nach dem Weg fragte, da schlechtes Wetter die Erkundung schwer machte.
Rätselhaftes Verschwinden junger Mädchen. In der letzten Zeit sind in Budapest unter rätselhaften Uniständen mehrere junge Mädchen verschwunden. Die Tochter eines I Rechtsamwalts, Dilma SLettner, eine hervorragende Schönheit, wird feit einigen Tagen vermißt. Weiter sind die 16jährige Näherin Therese Landau und die 17jährige Rosa Littnumn, ebenfalls eine auffallende Schönheit, verschwunden. Sind} ein zwölfjähriger Schüler, Johann Karocskay, wird gesucht.
Ein entsetzliches Unglück ereignete sich in Schwanebeck im Kreise Osthavelland. Dort wurden zwei Landarbeiter von einer Granate zerrissen und einer verletzt. In Schwanebeck befand sich zur Kriegszeit ein riesiges Munitionslager, und es dürfte die Granate, die das Unglück verursachte, aus diesem Lager stammen. Die drei Arbeiter waren mit dem Streuen von Dünger auf einem Acker, der sich in der Nähe vom Mu- nitionsschuppen befindet, beschäftigt. Hierbei fanden sie eine lOH-Zentimeter-Schwefelgranate und ein Stahl stuck von einer anderen Granate. Mit diesem Stahlstück klopften sie nun auf die 10,5-Zentimeter-Granate los, wodurch sie zur Explosion gebracht wurde. Die Wirkung war entsetzlich: alle drei wurden von den Sprengstücken getroffen. Der Arbeiter Kraftschick war sofort tot, der Arbeiter Olischa erlitt so schwere Verlegungen, daß er sofort nach der Ueberführung in das Nauener Kreiskrankenhaus verstarb. Der dritte mit dem Namen Sudol kam mit weniger schweren Verletzungen davon und dürfte am Leben erhalten bleiben.
Johannes Gutenberg.
Der 24. Februar, Gutenbergs Todestag, läßt uns, die wir ein halbes Jahrtausend später noch von den Früchten feiner Erfindung zehren, deren Wichtigkeit ermessen. Heute können wir ohne Zeitung beinahe nicht leben. Für weniges Geld gelangen wir heute in den Besitz der wissenschaftlichen Werke, die zu erwerben in den Anfängen der Buchdrucker- kunst nur den Reichen möglich war.
Wenn auch Holland für seinen Landsmann Laurens
Ianszoon und' viele seiner Zeitgenossen den Ruhm der Erfindung geltend zu machen versucht haben, er bleibt für uns doch der Mann, benn das Wesentliche seiner Erfindung sind nicht die beweglichen Buchstaben, sondern die Technik seines Gießverfahrens, die man beinahe 400 Jahre beibehalten hat.
Trotz der Wichtigkeit seiner Erfindung auch für die damalige Zeit hat er wie viele Erfinder, die materiellen Früchte seiner Arbeit nicht geerntet. Als er anfing, seine Gedanken auszuführen, bedurfte er der geldlichen Unterstützung des Johann Fust, der ihn später in einen Prozeß verwickelte, bei dem Gutenbccg durch seine Schulden den Besitz der Druckerei verlor. Nachdem der Mainzer Erzbischof Adolf von Nassau ihm an seinem Hof in Eltville eine Pfründe verliehen hatte, konnte Gutenberg noch einmal mit der Einrichtung einer Druckerei beginnen. Als sein letzter Druck erschien 1460 „Das Katholikon des Johannes de Balis". Als Erstdrucke Gutenbergs galten lange Zeit „Die Donate", eine viel benutzte lateinische Schulfibel von 1450, doch hat man jetzt von 1448 einen astronomischen Kalender und von 1447 das Fragment eines deutschen Gedichts über das Weltgericht entdeckt.
Zu Ehren Gutenbergs sind verschiedene Denkmäler mit seiner Statue geschaffen worden. In ihrer Verschiedenheit der Auffassung drücken alle doch immer wieder des Mannes Selbstbewußtsein und das unbedingte Vertrauen zu seiner Erfindung aus. I. G.
Sport.
Reitturnier im Berliner Sportpalast. Der Abschluß des großen Reitturniers brächte den Höhepunkt. Im Championat der Iagdpferde einigten, sich die Richter auf Rech III als ersten Preisträger. In der Aktionsprüfung für Zuchtmaterial kam es zu einem Zweikampfe zwischen dem Geller Alary III und dem Pretener Marc Anton des Grafen Solms. Beide Pferde waren so bestechend in dieser Prüfung, daß die Richter zwei erste Preise vergeben mußten. Im Sieger-Ehrenpreis für Sieger und Placierte in Materialprüfungen errang die Siegespalme Magnat. Im Imperatorpreis, einer Reitprüfung der schweren Klasse, blieb Major Bürkner mit Imperator V Sieger. Magnat siegte dann wieder im St.-Georg-Sieger- preis. — Die A k t i o n s p r ü f u n g für M ehrsp ü n - n e r brächte sechs Viererzüge in die Bahn. — Im Championat der Reitpferde blieb Prinz Friedrich Sigismund von Preußen auf Christoph II Sieger, während den großen Preis der Ställe Freiherr v. Langen gewann. — Die Iagdfpringesi des Abends brachten folgende Sieger: Freiherr v. Lüttwitz auf Cyrano, Freiherr v. Lüddinghausen auf Prinz XI und Freiherr v. Langen auf Rauhreif.
Die Kämpfe um den deutschen Bundespokal fanden am Sonntag in Hamburg statt. Vor 24 000 Zuschauern siegte Norddeutschland über Süddeutschland mit 2:1. Die Überlegenheit Norddeutschlands machte sich zu Beginn des Kamufm sofort bemerkbar. Süddeutschland begann den Fehler, von Beginn an seine Verteidigung zu stark zu massieren. Auch wurden wiederholt Bälle vorbeigeschossen. Nach Hülb-eit verlor Norddeutschland feinen Sturmführer Hartmann.
Hersfeld, den 19. FebrUar 1925.
An die Ortspolizeibehörden des Kreises.
Sämtliche Desinfektionen im Kreise wird bis auf Weiteres der Kreisdesinfektor Mohr in Schenklengsfeld vornehmen, da der Desinfektor Halmel in Hersfeld erkrankt ist.
I. A. I. 1061. Der Landrat
von Harnack.
UniergW des AbevdlWder!
Dortrag
des Herrn Dr. Becker Cassel
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Sreitag, den 27. Februar, abends 8 Uhr
in der Aula des Gymnasiums.
Eintritt 1.— Mark — Schüler 50 Pfennig. Karten im Vorverkauf bei Westphal und Webert.
Es wird gebeten, von dem Vorverkauf recht viel Gebrauch zu machen, da sonst der Andrang an der Abendkasse den Beginn des Vortrages unnötig verzögert.
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Vierter Ausspracheabend 5
Mittwoch, den 25. Februar abends 8 Uhr im Zeichensaal des Lyzeums.
Fräulein Dr. Elisabeth von Harnack ■ aus Berlin spricht über: ■
„Arbeit und Feier im Leben des Schulkindes“.
Alle Persönlichkeiten, die beruflich im Er- ■ ziehungsleben stehen, aber auch alle Eltern schul- J Pflichtiger Kinder, werden zum Besuchsvortrag und 8 zur Beteiligung an der Aussprache freundlichst , eingeladen.
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