Aus aller Welt.
Ein folgenschwerer Autounfall. In einem italienischen Orte bei Forli überfuhr ein Lastwagen, der gerade bei Unter= richrssuluß an einer Schule vorüberfuhr, zwei Schulkinder. Er kam ins Schleudern und stürzte in einen Graben, wobei er drei andere Kinder mit sich hinabriß. Zwei der Kinder starben augenblicklich, eins kurz darauf, eins dürfte kaum mit dem Leben davonkomnren, während das fünfte vielleicht gerettet wird.
Ein Requiem für Puccini. In Rom fand zum Gedächtnis P u c c i n i s in der Basilika Santa Maria degli Augen ein Requiem statt, an weläum der König, die Königin, die königliche Familie, das diplomatische Korps und die Senatoren und Mgeordneten teilnahmen. Abends wurde im Eollanzi-Theator eine Gedächtnisfeier verunstaltet mit der Aufführung der „Billi" aus dem Jahre 1884 und „Gianni Schicchi" aus dem Jahre 1919.
Der Flug nach dem Tschadsee. Die französischen Militärflieger, die eine Expedition nach dem Tschadsee unternehmen wollen und deren Abfahrt wegen des schlechten Wetters bereits mehrmals aufgeidmben werden mußte, sind nunmehr aufgestiegen, haben jedoch ihre erste Etappe, Perpignon, wegen des herrschenden Nebels nicht erreichen können und sind im Departemen t Aveyron (240 Kilometer von Paris) niedergegangen.
Großfeuer in den Badifcheu Anilmwerken. Im Oppauer Werk der Badischen Anilin- und Sodafabrik, und zwar in dem Gebäude, in dem sich die Oelreinigung befindet und in dem auch große Oelvorrate untergebracht sind, brach Großfeuer aus. Ueber die Entstehungsuriache wie auch über die Höhe des Schadens konnten bis jetzt noch keine näheren Angaben gemacht werden. Nach Annahme der Fabrikfeuer- wehr, die sofort tatkräftig ein griff, besteht keine Gefahr, daß das Feuer weiter um sich greift.
Abbruzzenwölfe. In einem Dorf bei Aoellino (Italien) in den Abruzzen haben sich wiederholt in der letzten Woche Wölfe eingestellt. Drei von ihnen wurden erlegt.
Der Mörder des Deutschen in Mexiko ergriffen. Der Mörder des Deutschen Hinzpeter ist im mexikanischen Gebirge ergriffen worden; ein großer Teil des Raubes wurde ihm abgenommen.
Ein Auto-Omnibus abgestürzt. Aus Madrid wird gemeldet: Ein dem Vorortverkehr dienender Autobus stürzte, nachdem er die Stadt durch das Segovia-Tor verlassen hatte, in den Manzanares. Verschiedene Papagiere wurden getötet und schwer verletzt.
Altes Strandgut. Die 1807 in der Nordsee unter- gegangene englische Fregatte „Defence" wird jetzt vom Meer teilweise wieder zurückgegeben. In der Nähe von Kopenhagen wurden Kanonenteile und Ueberrefte von mehreren Rettungsbooten angetrieben. Damals versanken mit dem Kriegsschiff 300 Matrosen.
Verheerende Feuersbrunst in Japan. Die Pariser Morgenblätter erfahren aus Tokio, daß in Osaka mehr als 300 Häuser eingeäschert worden sind. 50 Personen haben Brandwunden davongetragen, doch sind alle mit dem Leben davon- gekommen. Insgesamt sollen 1200 Personen obdachlos fein.
Ein eigenartiger schwerer Unglücksfall ereignete sich in * Bremen. Zwei kleine Mädchen von elf Jahren hatten sich einen Apfelfinenkistenstrick verschafft und sich je eines der
beiden Enden des Strickes um den Leib gebunden, um Pfcrd- eden zu spielen. Der zehnjährige Bruder des einen Mäd- neus riet ihnen, den Strick stramm über die Straße zu spannen. wenn ein Auto käme. Als nun. kurz darum ein Lastauto nahte, taten die Kinder, wie ihnen gesagt. Der Ehau - eur bewerte im Abenddunkel den Strick nicht, und so wur- HP die beiden Kinder gegen feinen Wagen geschleudert, etc erlitten schwere Verletzungen.
Der Schaden der Herner Katastrophe. Nach den nunmehrigen Feststellungen beträgt der Gesamtschaden der Herner Eisenbahnkatastrophe siebeneinhalb Millionen Mark.
Eisenbahnunglück in Frankreich. Ein schweres Eisen- bahnunglück hat sich in der Nähe von Dijon ereignet. Zwei Wagen erster und zweiter Klasse eines Schnellzuges stürzten in den Kanal. Vier Personen wurden getötet, drei schwer verletzt. Ein Vater, der seine Tochter vermißte, warf sich in den Fluß und ertrank. ' -
Kommunistendemonstrationen in Hannover. Die Kommunisten veranstalteten in Hannover eine Gedenkfeier für Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und Lenin. Etwa 800 Personen zogen mit roten Fahnen geschlossen durch die Straßen der Stadt. Iwan Katz hielt eine Ansprache. Als einige Gruppen versuchten, in den Bannkreis einzumarschie- cen. wurden sie von der Schutzpolizei angehalten und auf= gelöst. Am Gerichtsgefängnis entwickelte sich ein besonders lebhaftes Treiben, da die Demonstranten durch Zuruf die Gefangenen aushetzten. Am Regierungsgebäude und vor dem Oberpräsidium bildeten sich einige Gruppen, die gegen den Oberpräsidenten Noske demonstrierten. Die Schutzpolizei mußte verschiedentlich einichreiten. Auch kleinere Gruppen vom Reichsbanner Schwarzrotgold mußten von der Polizei mehrfach aufgefordert werden, bestimmte Plätze zu räumen.
Unfall des Bodenseedampfers „Dornbirn". Der österreichische Dampfer „Dornbirn" fuhr auf einen Felsen auf, der bis dahin unbekannt war und nicht als Untiefe galt. Sofort entstauben drei große Lecks. Es gelang, die Passagiere zu landen. Um ein Sinken zu vermeiden, fuhr das Schiff sofort nachher auf den Strand.
Schiffszusammenstöße. Beim Elbfeuerschiff 3 stieß der von New Pork kommende Hamburger Dampfer „Deutschland" mit dem nach Bombay ausgehenden Bremer Dampfer „Wildenfels" zusammen. Bei dem Zusammenstoß verlor die „Deutschland" Anker und Kette, während die.„Wildenfels" mit Wasser im Vorschiff und mit einer Bugbeschädigung in den Hafen zurückkehren mußte. — Gleichfalls beim Ekbfeuer- schiff 3 stießen der dänische Dampfer „Alf" und der englische Dampfer „Ehevington" zusammen. Beide Schiffe erlitten Beschädigungen. — Mit einer Holzladung treibend, stieß in der Nordsee der dänische Schoner „Albert Man" mit dem englischen Dampfer „Hotten" zusammen. Der Schoner mußte mit der Mannschaft an Bord von dem Hamburger Schlepper „Hermes" nach Euxhafen eingeschleppt werden.
Ein mysteriöser Leichenfund wurde in dem Dorfe Mecklenburg unweit Wismar (Mecklenburg-Schwerin) gemacht. An der Bahnstrecke von Schwerin nach Wismar grub die ► Schweriner Mordkommission in einem Acker, innerhalb des großen Dorfes, eine Leiche aus, die schon so stark in Verwesung übergegangen war, daß eine genaue Feststellung der Persönlichkeit der Leiche noch nicht möglich war. Es st an= zunehmen, daß sie schon längere Zeit in der Erde gelegen hat. Wegen dieses Leichenfundes schwirren die geheimnisvollsten Gerüchte durch die Luft, die leider deshalb nicht nachzu-
prijLii sind, weil die zuständige Staatsanwaltschaft und ganz besonders der Erste Staatsanwalt in Schwerin, bisher jede Auskunft über das Ergebnis der Ermittlungen verweigerte. Soviel scheint aber festzustehen. daß im Zusammenhang mit diesem Leichenfund die Verhaftung eines ^eitueiwillgen beim Pionier-Bataillon 3 in Kitstrin zu stehen scheint.
Gasangriff auf einen Irrsinnigen. In Paris schloß sich der 23jährige Briefträger Martin Falgaral in seiner Wohnung ein und eröffnete in einem plötzlichen Anfall von Tobsucht aus dem Fenster ein PistoleuichneUfeuer auf die Straßen. Auch die Polizisten, die über das Dach bei ihm eindringen wollten, empfing er mit Schüssen. Alan mußte schließlich mit Gaspatronen gegen ihn vergehen. AIs man dann die Tür einbrach, fand man den Irrsinnigen, durch die Gase erstickt, tot vor.
Die Hansbrillanten der Mecklenburger gestohlen. Wie aus Ludwigslust gemeldet wird, ist in der fürstlichen Pilla Gustave ein schwerer Diebstahl verübt worden. Der herzogliche Diener Hermann Tilse packte während der Abwesenheit der fürstlichen Familie den gesamten Brillantschmuck derselben, darunter den mit Brillanten besetzten Hausorden der Wendischen Krone mit Schleife, fünf Brillantbroschen, Armbänder mit Brillanten, Brillantohrringe, Busennadeln, ferner silberne Dosen, echte Tassen und Gläser, Tischwäsche usw. in einen Koffer und verschwand damit. Er Ekonnte verhaftet werden; einen Teil der Wertsachen trug er bei sich. Ebenso wurde ein Elektrotechniker verhaftet, der ihm verschiedene der gestohlenen Gegenstände abgekauft und sie seiner Braut in Warnemünde gesehenst hatte, darunter wertvolle Mokkatassen, Gläser und Wände.
Die Enträtselung der Todesstrahlen.
G r ü n d e l l M a t t h e w s hat die Welt bekanntlich mit einer ganz geheimnisvollen Erfindung überrascht: die Todesstrahlen. Einige wohlgelungene Experimente haben die Phantasie von allzu vielen unglaublich beflügelt und die „Todesstrahlen." zu einer der furchtbarsten Waffen umr- gedichtet. Wenn ihr starker Arm es will, stehen alle Maschinen still, wenigstens alle mit Zündfunken arbeitenden Benzin- und Benzolmotorenflotten stürzen wie verbrauchte Motten zu Boden. Heute ist man in der Lage festzustellen, daß Matthews bisher weiter nichts gelungen ist, als einen frei im Laboratorium ausgestellten Fahrradmotor aus etwa 20 Meter Entfernung mit diesen Strahlen zum Stillstand zu bringen. Bei einem Automobil ist ihm das schon nicht mehr gelungen, weil, wie er selber zugibt, die metallische Schutzhaube um den Motor seinen Strahlen den Weg verlegt. Ettenreich erklärt, wie „Die Räder" berichten, auf Grund dieser Tatsache die Erscheinung jetzt wie folgt: Bei einem Motor mit magnet- elektrischer Zündung bildet das Zündkabel zusammen mit den Motormassiv einen elektrischen Schwingungskreis. Wir wissen aus Erfahrung, daß dieser etwa auf eine Wellenlänge vor 10 Meter abgestimmt ist, was sich dadurch kundgibt, daß ein RundfunkempfänMr bei Einstellung auf 10 Meter Wellenlänge jedes vorbeifahrende Motorrad durch entsprechende laute Geräusche anzeigt. Wird also nun von einem Hochfrequenz, wellenfender eine Welle von etwa 10 Meter ausgestrahlt so werben in dem Schwingungskreis des Motors elektrisch! Spannungen ausgelöst, die zu einer Dauerentladung an bei Zündkerze führen, und so müssen natürlich Fehlzündungen in Massen auftreten, d. h. die Maschine kommt aus den Taft und bleibt schließlich stebe". .
Selasatmachuages der StadtbehörSrn
Gemäß den Beschlüffen der städtischen Körperschaften 11./18. Dezember 1924 , , . , ,
vom o ——— genehmigt durch den Herrn
16. Dezember 1924
Regierungspräsidenten unterm 15. Januar 1925 — A. IV. Nr. g975a — werden vom 1. Januar 1925 ab für den Rest^dssZRechnungsjahres 1924 erhoben:
1) 300% Zuschläge ^ur staatlichen Grundver- mögensstener;
2) je 500% Zuschläge zusden Steuergrundbeträgen als Vorauszahlung auf die Gewerbeertrag- und die Gewerbetapitalsteuer. •
Die Veranlagungs- und Heranziehungsbescheide betr. die Gewerbekapitalsteuer kommen in den nächsten Tagen zur Zustellung.
Die Schonfrist bezüglich der städtiscken Zuschläge zur Grundvermögenssteuer und dep "Gewerbesteuer-Vorauszahlungen wird für den laufenden Monat bis 3L B. Mls. verlängert.
Der Magistrat
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