Gemeinsame Kampffront gegen Mussolmrs- Wahlvorschrägr.
Die Minister G i o l i t t i, S a I a n d r a und C r I a n d o besprachen sich am Dienstag mit den Vertretern der appop- tionellen Parteien über die gemeinsame Kampffront gegen die Wahlvorschläge. Orlando, Salandra und Gioluti wurden als Redner für die Verteidigung des oppositionellen Standpunktes in der Kammer bezeichnet. Es soll eine gemeinsame Tagesordnung über die Stellungnahme der Opposition in der Kammer vorgelegt werden. Man einigte sich dahin, bei der bevorstehenden Debatte die »moralische Frage" nicht anzuschneiden. ____
Oi- allgemeine „Abrüstung".
In der schwedischen Thronrede wurde eine baldig Reorganisation der PNHrmacht angekündigt. Es werde eine Vorlage hierüber dem Reichstage zugehen, und es sei zu hoffen, daß der neu^ew"hlte Reichstag nicht auseinandergehen werde, bevor diese Frage gelöst sei.
Gch?uß ker interalliierten i^inant*on°erenz.
D i e K o n fe r e n z d e r a l l I i i c r t e n F i n a n z minister ist nach Unterzeichnung des getroffenen Abkommens ge'chlossen worden. Kurz vor Beendigung der Sitzung ist Ministerpräsident Herriot im Sitzungssaals erschienen und hat eine kurze Ä n s p r a ch e an die Delegierten der alliierten Mächte gehalten.
Nach dem vorliegenden offiziellen Text des unterzeichneten 21 Kommens zwischen den Regierungen der interessierten Staaten Frankreich, England, Italien, Japan, Belgien, Brasilien, Griechenland, Portugal, Rumänien, Tsä;echoslowakei und Serbien wird bestimmt, daß für den Fall, daß die Reparations- kommiffion, die mit der Ausführung des getroffenen Abknn- mens beauftragt wird, sich über die Auslegung der Vertrags- beftimmungen, wofür Einstimmigkeit erforderlich ist, nicht einigen kann, ein schiedsgerichtliches Verfahren eintrete. Jede Meinungsverschiedenheit mit den Vereinigten Staaten soll durch einen Schiedsrichter geschlichtet werden, den die Regierung von Washington und die ReparationskommissioN einstimmig ernennen. Hinsichtlich der Kosten für die Repara- tionskommission und alle Organe des Dawesplanes ist bestimmt worden, daß für das erste Jahr unter dem Regime des Dawesplanes diese Kosten 9% Millionen Goldmark, für die folgenden Jahre jedoch nur 7% Millionen betragen dürfen. Von dem gesamten Betrage sollen höchstens 3 700 000 Goldmark jährlich für die Organe, die die Ausführung des Dawesplanes vorsieht, verwendet werden. Das Abkommen sieht ferner vor, daß alle Rechte und Verpflichtungen Deutsch- lands, die sich aus den Verträgen und allen noch geltenden Abkommen hinsichtlich der Reparationszahlungen ergeben, weiter bestehen bleiben.
Hm die Nachfolge Houghions.
In Maihin"ton wird die Frage der Nachfolge Houghtons, d - < :'" an s in Bn in, lebhaft be'prrchen.
Prupoent Corlidge tritt dafür ein, d^tz der Posten mit einem Wirtschaftler besetzt wuü, weil die zwischen Deutschland und Amerika zu erledigenden Fragen meist wirtschaftlicher Art Seien. Der frühere New-Zorker Bankier Hammond wird in liefern Zusamn^nhang als Kandidat genannt. Alte Namen .L-mm-m.rMch,b-e A,nbiHum<) It»i^rricht»i»»>, Kroi,> nicht, rsshil- in Betracht.
Line neue Niederlage der Spanier in Marokko.
Nach Meldungen aus Tanger (Marokko) sollen die Rif- leute den spanischen Truppen wieder eine Niederlage beigebracht haben. Die spanischen Stellungen bei El Mansoura und Zoco Telata sollen erobert und auch die wichtige Verkehrsstrecke zwischen Rigaia und dem Meerhafen Arzilla von den Angreifern besetzt sein. Die Spanier haben vier weitere Stellungen räumen müyen.
Der Londoner „Daily Telegraph" sagt, daß die Ankunft des Scheichs der Senusti, Ibn Saud, in Marokko eine neue Entwicklung bedeute, die sowohl für die arabische als auch islamitische Welt von weitgehender Bedeutung sei. Man müsse der Tatsache, daß der Exscheich während der letzten Jahre in Angora residiert habe, große Aufmerksamkeit widmen. In amtlichen italienischen Kreisen verfolgt man diese Vorgänge mit größter Aufmerksamkeit. Man glaubt, daß der Geheiß bestrebt sei, seine frühere Autorität unter seinem eigenen Volk
wiederherzustellen) um wieder einmal eine Auflehnung gegen die iOienffche Herrschaft in Tyrrhenien herbeizuführen.
Ruhe in Schanghai.
M^e Reuter aus Scl-anghai meldet, haben einige von den Truppen des Generals Tschangyuenming, des Militärgouver- neues von Sä-anghai, in den letzten beiden Tagen in beträchtlichem Maße bas Chinesenviertel und die benachbarten Dörfer ausgcplünbert. Jetzt sei indessen seine Armee im Fremdenviertel so gut wie interniert, und in Schanghai und Umgebung berrsche Ruhe. Marschall Tschangtsolin ■ sei im Laufe der Woche von Tienffin nach Mulden zurückgekehrt.
Die russisch-japanischen Verhandlungen.
Die japanischen Zeitungen melden, daß die Verhandlungen zwischen Karachan und Hoshizawa in Peking einen g ün- st i g e n Verlauf nehmen. Der Abschluß eines Vertrages, der die Anerkennung Sowsetcußlands uiw H^rudelsvertmgs- verhandlungen vorsieht, wird in Kürze erwartet.
Wiederaufnahme der Beziehungen zu Sowjei- rußlans?
Einer Meldung aus Washington zufolge wird in halb- amtlichen amerikanischen Kreisen erklärt, daß Präsident Coolidge die Absicht hat, eine besondere parlamentarische Kommission zur Prüfung der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zu Sowietrußland einzusetzen. Der Präsident macht dies jedoch von folgenden Bedingungen abhängig: Die Sowjetregierung verpflichtet sich, erstens die von der provisorischen Regierung Kerenski in den Vereinigten Staaten auf- genommene Anleihe von 250 Millionen Dollar nebst Zinsen zurückzuzahlen, zweitens die Schadenersatzansprüche der amerikanischen Bürger zu bewilligen, die auf Grund der Beschlagnahme amerikanischen Eigentums in Rußland gestellt werden, und drittens sich jeder Propaganda in Amerika zu enthalten. Nach Erfüllung der vorstehenden Bedingungen werden die Beziehungen vorbehaltlich einer endgültigen Regelung unverzüglich wieder ausgenommen.
Die Konferenz der baltischen Staaten.
Der Londoner „Daily Telegraph" schreibt zu der bevorstehenden^ onferenz der baltischen Staaten rst Helsingfors, der estländische Gesandte Kallas habe eine Unterredung mit Chamberlain gehabt. Der Berichterstatter erklärt, der wichtigste Punkt der baltischen Konferenz, nämlich der mögliche Abschluß eines Defensiv- bündnisses zwischen Finnland, Polen, Lettland und E st land, werde nicht auf dem offiziellen Programm stehen infolge des Argwohns und der Empfindlichkeit von Sowjetrußland. Diese Frage werde jedoch außerhalb des Konferenzzimmers erörtert werden. Es werde vielleicht als praktisch angesehen, den Abschluß zu verschieben, bis das Schicksal des Genfer Protokolls endgültig bekannt sei.
EnMch-Zgypiifche Vetha-b'una-n
über oen Sudan.
Die Londoner Presse berichtet, daß zwischen der britischen und der ägyptischen Regierung Verhandlungen über die Rückkehr der ägyptischen Armee nach dem Sudan im Gange seien.
am ".wniHiimuuwW^ internationalen Rechtes.
Das Völkerbundsekretariat teilt mit, daß die auf der römischen Ratstagung ernannten 16 Mitglieder des Ausschusses für die Kodifizierung bes'internatio = nalen Rechtes, darunter auch der deutsche Universitätsprofessor Walter Schücking und der Amerikaner Wickersham, ihre Ernennung angenommen haben. Später soll noch ein juristischer Sachverständiger für mohammedanisches Rech: ernannt werden, so daß, wie die Mitteilung des Völkerbunüsekretariats besagt, damit entsprechend dem Beschluß der letzten Bölkerbundversammlung der Ausschuß sich aus Sachverständigen zusammensetzt, die alle großen Kulturformen und die wichtigsten Rechtssysteme der Welt vertreten. Die Aufgabe des Ausschusses ist es, eine vorläufige Liste für internationale Rechtsfragen aufzustellen, deren Lösung auf dem Wege internationaler Vereinbarungen wünschenswert und möglich sei. Diese Liste soll dann allen Regierungen, auch den Nichtnritgliebern des Völkerbundes, zur Stellungnahme vorne legt mer^n.
Vor einer neuen Taktik der Sowjets,
Der Sonderberichterstatter des „Echo de Paris" meldet aus Stockholin, die Sowjetregierung habe kürzlich eine geheime Konferenz einberufen, an der die Volkskommissare, Mitglieder der politischen Bureaus, der Kommunistischen Partei sowie des Exekutivkomitees der dritten Internationale, ferner diplomatische Vertreter und Delegierte kommu- nistischer Parteien des Auslandes teilgenommen hätten. Auf der Konferenz sei die allgemeine Lage besprochen worden, die man im Augenblick für äußerst kritisch hält. Große Sorge bereitet den Sowjets die Unmöglichkeit, eine An l ei I) e im Auslande aufzuneh m en. Es füllt ihnen schwer, vor den ausländischen Gläubigern zu kapitulieren, ohne den Kommunismus bloßzustellen. Die Bildung a n t ib o l s ch e w i st i s ch e r B l o cks im Baltikum und im Balkan, für die man England verantwortlich macht, die Gärung in der Roten Armee wegen der Angriffe gegen Trotzki, die wachsende Opposition der Landbevölkerung und die Ohnmacht der S o w j e t v e r w a l t u n g in den ländlichen Bezirken haben die Sowjetregierung vor ein äußerst schwieriges Problem gestellt. Bei den Besprechungen wurde auch die Notwendigkeit hervorgehoben, Trotzki zum Nachgeben zu bewegen, sowie der Landbevölkerung weitgehende Zugeständnisse fiskalischer und administrativer Art zu machen. Einige Kommissare traten dafür ein, vorübergchend die Tätigkeit der dritten Internatoinale etwas einzuschränken und ein Kompromiß mit den „Kapitalmächten" anzustreben. Diese Vorschläge scheiterten an den von Si- nowjew und dem politischen Bureau vorgebrachten Argu- menten. Für die Propaganda sollen große Mittel zur Verfügung gestellt werden.
Polen trotzt gegen Danzig und den Völkerbund.
„5m Warschau fand unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Grabski eine Besprechung der Departementsdirektoren des Finanzministeriums statt, um über finanzielle . and wirtschaftliche Druckmaßnahmen zu beraten, die Danzig gegenüber angeivendet metben sollen, sofern es versuchen sollte, die Streitfrage „nicht auf* dem Wege des Rechts, sondern auf dem der Willkür" aus der Welt zu schaffen.
Mit Bezug auf die aus Danzig ein gelaufenen Nachrich- ten über die Forderung des Völkerbundskommissars zur Entfernung der polnischen Briefkästen, hat Minister Thu- gutt die Vertreter der polnischen Presse und das Präsidium des Ministerrats geladen und vor ihnen u. a. folgendes ausgeführt: „Wir sind von der völligen und unbedingten Recht- mäßigkeit unserer Verfügungen überzeugt, die sich nicht nur dem Buchstaben nach aus den getroffenen Abmachungen und Konventionen ergeben, sondern vor allen Dingen aus dem (freist des Versailler Vertrages, der Polen den Zutritt zum Meere einräumt. Wir werden mit einer der Gewalt gleichen Stärke der Abwehr antworten. Wir kennen keine so hohen Aemter, noch so große Nationen, denen wir gestatten könnten, uns rechtswidrig zu behandeln."
Amerikanischer Kredit für Siemens.
Das New-Yorker Handelsblatt „Commeree" melbet, daß
> dlungen der Firma Siemens über eine An-
< n 10—15 Millionen Dollars einen äußerst schnellen unv günstigen Verlauf nehmen, so daß die Auflegung der Anleihen wahrscheinlich in den nächsten zchn Tagen erfolgen kann.
Dr. Eckener nach Wien eingeladen. Der Führer des Z. R. III, Kapitän Dr. Eckener, hat sich auf Veranlassung des Ge, andten Dr. Pfeiffer bereit erklärt, in einigen Wochen nach Wien zu kommen, um zugunsten der Reichsdeutschen-Hilfe in Wien einen Vortrag über den Flug des Z. R. III nach Amerika zu halten.
Pacellis Nachfolger in München. Nach einer Meldung aus München wird als Nachfolger des päpstlichen Nuntius Pacelli auf dem Münchener Posten M ö n f i g n o r e V a - fallo genannt.
Der neue Präsident des Haager Schiedsgerichtshofes. Zum Präsidenten des Schiedsgerichtshofes im Haag für 1925 bis 1927 ist der schweizerische Rechtsgelchrte Max Huger gewählt worden.
Schillingwährung in Oesterreich. Ab 1. März wird im gesamten Bereich der Post-, Telegraphen- und Telephonverwaltung an Stelle der bisherigen Kronen- die Schilling- währung eingekührt.
Fürstin Morrow.
Roman von KarlMetsner.
19) iNachdruck verboten.)
„Ja, Las war nämlich der Name meines Großvaters, der sich auf der Flucht befand. Am nächsten Abend sandte mir mein greiser Bräutigam die Brautgeschenke, die in wertvollem, altem Familienschmuck bestanden, dessen Wert Kenner auf mindestens eine halbe Million Rubel schätzten. Unsere Verlobung wurde öffentlich bekannt gemacht und erregte ungeheures Aufsehen, obwohl man doch von ihr als von einer ausgemachten Sache schon lange gesprochen hatte. Sechs Wochen darauf war ich Fürstin Morrow, viel gefeiert und noch viel mehr beneidet. Die Leute zerbrachen sich die Köpfe über die wunderliche Heirat und stellten die tollsten Kombinationen auf. Die gesamte Aristokratie der Provinz war in hellem Aufruhr, der sich erst legte, als wir sie zu den Festen einluden, die mein Gatte in ungeheurer Pracht in seinem wundervollen Palaste gab.
Nicht ganz ein Jahr nach meiner Vermählung teilte mir mein Gatte mit, daß mein Großvater in Paris gestorben sei. Und wieder ein Jahr danach starben meine Eltern unerwartet rasch, kurz hintereinander. Mein Bruder wurde als Major zu einem der vornehmsten Garderegimenter versetzt. Dann erbat sich mein Gatte die Entlassung vom Dienst, die ihm vom Zaren in ehrenvollster Auszeichnung bewilligt wurde.
Wir bereisten nun Europa, Deutschland, Frankreich, Italien und wie die Staaten alle heißen mögen. Mein Gatte tat alles, was er mir an den Äugen absehrn konnte, um mich zu zerstreuen. Auf diese Weise lernte ich die große Welt kennen und den Schein vom Sein unterscheiden. Der alte Fürst selbst, der jeden Tag kränklicher und hinfälliger wurde, vermochte mir keine Unterhaltung zu bieten Unsere Ehe war im Grunde weiter nichts wie ein gutes Verhältnis zwischen Vater und Tochter, ich war eine Gattin ohne Gatten, die Krankenpilegerin meines Man-
Als er starb, wurde ich die Alleinerbin seines ungeheuren Vermögens. Ich zog mich während des Trauerjahrs auf eins der Schlösser in der Krim zurück, dann siedelte ich nach Petersburg über. Ich brauche Sie wohl nicht zu versichern, daß es an Bewerbungen um meine Hand — meist jedoch wohl um mein Vermögen — mir nicht gefehlt hat. Aber ich durchschaute alle diese Spekulationen und wies die Freier ab. Nur aus Liebe wollte ich geheiratet sein und mich verheiraten, ganz meiner Zuneigung folgend, da die Vermögensfrage für mich ja glücklicherweise keine Rolle spielte.
Sie haben nun meine Geschichte vernommen, Paul. Sie kennen jetzt auch mein Familiengeheimnis, das außer mir und meinem Bruder niemand weiß."
„Alexandra, ich weiß das unbegrenzte Vertrauen zu würdigen, das Sie mir entgegengebracht haben. Aber — Sie haben mich zum Mitwisser eines sehr gefährichen Geheimnisses gemacht."
„Wieso gefährlich? Für wen gefährlich?"
„Für Sie selbst, da Ihr Vermögen auf dem Spiele steht, wenn es bekannt wird — für mich, da ich leichtlich in den Verdacht kommen könnte, es schmachvoll verraten zu haben."
„O, wer denkt daran, Paul! Ich weiß es und bin zu fest davon überzeugt, daß Sie ein Mann von Ehre sind, der eher sein Leben lassen würde, als mich — unglücklich zu machen." , . .
„Und wenn — vielleicht lebt noch der geheimnisvolle Retter Ihres unglücklichen Großvaters. Schon Ihr Herr Bruder hielt ihn, wie Sie vorhin andeuteten, für berede nend. Vielleicht versucht er es noch einmal, aus diesem Geheimnis für sich Vorteile zu erzielen."
„Sie haben leider nicht unrecht — jener Mann lebt noch. Lesen Sie diesen Brief." ,
Alexandra reichte ihm ein Papier hin, das Sie aus der Tasche ihres Kleides zog. D"r Graf durch?l"g es mit wachsendem Erstaunen, das in D.' " tH' a 1.® 1 mener er las. Fürstin AkorrE PMöEM M iÄLU.
Meine Ahnung bestätigt sich, dachte sie mit Vefriedi- ■ gung. Dann lehnte sie sich in den Sessel zurück und spielte ' mit den Schleifen ihres Kleides.
„Peter Gatschef," rief plötzlich Lemuroff halblaut aus.
„Ja, so heißt der Mann, der damals meinen Großvater rettete und dafür damals bedeutende Summen erhielt, trotzdem aber, wie Sie sehen, fortfährt, mich weiter zu brandschatzen und den Erpresser zu spielen. Er ist ein fürchterlicher Feind, den ich stets im Auge behalten muß. Aber — was fehlt Ihnen, Graf? Sie werden ja so bleich ■ — Sie zittern.--"
„Sie haben vollkommen recht, Fürstin, diese schamlose ; Erpressung mit ihrem rechten Namen zu nennen. Eat- schef droht mit einer Denunziation, wenn Sie ihm die hohen Summen nicht auszahen. Das gefährliche Geheimnis, dessen Mitwisser er ist, bildet für ihn eine Einnahmequelle, die ihm ein behagliches Leben ermöglicht. Finden l Sie sich doch endlich mit ihm ein für allemal ab!"
„Das habe ich schon lange gewollt, aber er machte mir i Vorschläge, auf die ich nicht eingehen kann."
„Man kann viel, wenn man will! Bedenken Sie ! Ihren Bruder, der die Flucht unterstützte."
„Einmal habe ich mich geopfert, ein zweites Mal tue ; ich es nicht für dieselbe Sache, Graf."
„Wie? Verstehe ich recht, Fürstin?"
„Anscheinend. Er fordert die Schließung einer Ehe zwischen mir und seinem Sohne, den ich nicht einmal kenne."
„Wissen Sie, wo Peter Gatschef lebt?"
1 „Ueberall da, wo man ihn am wenigsten vermutet. I Jetzt befindet er sich hier in Petersburg. Erst dann will , der Erpresser abreisen, wie Sie eben gelesen haben, wenn , ich mich mit ihm verständigt habe. Können Sie sich meine j Lage denken, Gras? Ich habe nur die Wahl zwischen einer ' Ehe mit einem mir völlig unbekannten Abenteurer und völliger Verarmung oder der Schmach, die auf meinen B?" - f Ht, wenn der gewissenlose Mensch seine Drohung MMirtjlKl^. ., , ..... ■