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Aus aller Welt.

Im Streite mebergesiochen. In der NeujohrsimÄt wurde in Marzahn bei Pritzerbe einem Angehörigen des Wander» trairsportzirkus ^Henry" von einem Knecht mit einem Messer nach imkern Streit derart in den Unterleib gestoßen, daß die Eingeweide des Bedauernswerten heraustraten. Er wurde in das Krankenhaus nach Brandenburg a. d. Havel gebracht, wo er in lebensgefährlichem Zustande daniederliegt. An seinem Austommen wird gezweifelt. Der Niedergestocherre hat keiner­lei Schuld an dem Streite.

Der Sturm über England. Der Sturm, der über Eng» land tobt, ist der schlimmste seit den letzten 11 Tagen und weist eine Geschwindigkeit von 70 Meilen in der Stunde auf. Alle Flugze ugverbindüngen mit Paris, Brüssel und Köln sind eingestellt. Die Telephonverbindung Londons mit zahlreichen Provinzstädten ist unterbrochen. Die großen Dampferlinien halten ihren Dienst nur unter großen Ähwierigkeiten auf­recht. Der Sturm war an manchen Stellen mit starken Regen- Men verbunden, so daß der Spiegel der Themse innerhalb der letzten 24 Stunden um 8 Zoll gestiegen ist. An vcr- schiedenen Stellen der Küste sind die Deiche ernstlich be­schädigt. Nach den Aussagen der Wetterkundigen ist eine derartig lange Reihe von Stürmen seit dem November 1893 nicht dagewesen.

Auf Grund gestoßen. Das Dampffchiff Heinrich Hugo Stinnes 7 aus Hamburg ist bei Karmsund auf Grund gestoßen und erlitt großen Schaden. Mehrere Schleppboote versuchten vergebens, das Schiff flott zu machen.

Das Dampffchiff Katarina Dorothea Fritzen aus Emden, das sich mit Ballst auf der Reife nach Narvik befand, ist in der Nähe von Skudenes auf Grund gestoßen. Die Mann- fämft in Stärke von 26 Personen konnte an Land gebracht werden. Das Schiff wird wahrscheinlich wrack bleiben.

New York im Schneesturm. In New Park setzte ein

starker Schneesturiü ein, der mit einer Siundengcschwindigkeff von 60 Meilen dahinbrauste 6000 Mann mit Schneepflügen sind damit beschäftigt, die Hauptstraßen fteizumachen. Der Schnee liegt bereits über 10 Zentimeter hoch.

Die plündernde Leibwache. Nach einer Reuiermeldüng aus Schanghai hat die Leibwache des ehemaligen Militärgouver­neurs eine Anzahl von Seidenläden von Eingeborenen ge­plündert und verbrannt, weil sie keinen Sold erhielt. Der angerichtete Schaden wird auf eine halbe Million Dollar geschützt. Amerikanische Marinesoldaten sind gelandet.

Ein Baumwolldampfer in Brand geraten. Auf dem Dampfer Prince sind 2000 Ballen ägyptischer Baumwolle in einem Wert von 100 000 Pfund Sterling in Brand geraten. Als Brandursache nimmt man Selbstentzündung an.

Die Untersuchung im Münsterberger Massenmord. Aus Münsterberg wird gemeldet: Der Verdacht, daß Denke mit den Kleidern der Ermordeten Handel getrieben hat, verdichtet sich immer mehr. Verschiedene Aussagen von Münsterberger Einwohnern ergeben ferner, daß Denke wiederholt Ziegen­fleisch feilgeboten hat. Der wichtigste Fund in der Wohnung des Denke sind die Lsgitimcrtionspapiere von weiteren sieben Ermordeten. Es handelt sich danach um einen Schmied Max Heidenreich, geboren 29. 9. 1874 zu Breslau, Arbeiter Wilhelm Joseph Rathmann, geboren 15. 9. 1874 zu Franken- stein in Schlesien, einen gewissen Weiß (nähere Eingaben nicht vorhanden), einen Gärtner Hermann Kuchete, Konditor Iulius'Busch, Fleischer Robert Lorenz, einen gewissen Joseph Nierlich, Bergarbeiter Ferdinand Lazina, geboren 5. 8. 1874, und einen Schlosser Hermann Müller. Die Papierfragmente stammen aus allen Teilen Deutschlands. Ferner wurde auf einem Boden unter dem Schuppen, in welchem Denke das eingepökelte Fleisch verwahrte, eine etwa einen Meter hohe Tonne voll Menschenknochen aufgefunden.

In den Kanal gesprungen. In München sprangen der 28 Jahre alte Maschinenmeister Anton Christa und seine 26 Jahre alte Frau mit ihrem 3 Jahr» alten KW> iw Sieben-

-»k-nsmiides Liebespaar. AmGelünder desAussichts- f erhängte sich ein junges Sara Zl t Eltern des sechzehnjährigen Herrn Bräutiqmn den" weiteren Verkehr ihres Sohnes mit Dem vier­zehn Jahre alten Mädchen nicht zugeben wollten.

runn in den Mühlkanal. Zwanzig Minuten später wurden die drei bei der Krämer-Kunstmühle als Leichen, geborgen. Der Mann scheint nach vorgvsmrdeiieir Papieren keine Arbeit gefunden zu haben.

Die Hochwasserschäden am Rhein. Wie von unterrichte­ter Seite verlautet, belauft sich der Hochwasserschaden am Rhein auf 18 bis 20 Millionen Mark, wovon auf die Stadt Köln etwas mehr als zwei Millionen entfallen. Den Gesamt­schaden am Rhein und an den Nebenflüssen schätzen amtliche Kreise auf 23 bis 25 Millionen Mark. Am meisten gelitten hat der Regierungsbezirk Koblenz. Durch die Unterstirtzungs- moßnahmen der Regierung find bisher noch verhältnismäßig wenig Barmittel für die Geschädigten in Stadt und Land aufgebracht worden. So erhielt z. B. Köln bisher nur 120 000 Mark. Me Barentschädigungen konnten also hier nur in seltenen Fällen ein Zehntel des Schadens über­schreiten. Die bisherigen Auszahlungen sind jedoch nur als Abschlagszahlungen aufzufassen. Sobald weitere Mittel von der Regierung einlaufen, werden die Barentschädigungen automatisch echöht.

Ei« furchtbares Verbreche« in Lübeck. Auf dem Kirchplatz in Lübeck spielten Kinder, als plötzlich ein Mann zu ihnen trat, der die Kinder ausschalt und sich ein zehnjähriges Mäd­chen Herausgriff, um angeblich seinen Namen festzustellen. Die übrigen Kinder liefen davon. Der Mann schleppte das Kind in den Keller einer Lübecker Druckerei, wo er das Kind tötete und die Leiche in der Zentralheizung verbrannte. Der Täter ist ermittelt und festgenommen.

Amtliche towhn*p

Hersfeld, den 29. Dezember 1924.

Der Herr Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten hat durch Erlaß vom 2. Dezember ds. Js. I. Nr. 37813 auf Grund der Ziffer 28 der Ausführungs­anweisung vom 6. September 1923 (Min. Bl. der landw. Verw. 1923 Seite 814) zu der Verordnung über den Verkehr mit Vieh und Fleisch vom 13. Juli 1923 (Reichsgesetzblatt I. Seite 715) bestimmt, daß die Gültig­keit (Ziffer 6 Abs. 1 a a. O.) der für das Kalenderjahr 1924 ausgestellten Erlaubniskarten zum Handel mit Vieh und zum Ankauf von Vieh für den eigenen Ge­werbebetrieb unmittelbar beim Viehhalter (Haupt- und Nebenkarten) über den 31. Dezember 1924 hinaus bis auf weiteres verlängert wird.

Die Herren Bürgermeister des Kreises ersuche ich den in ihren Gemeinden wohnhaften Interessenten hier­von Kenntnis zu geben.

Hersfeld, den 29. Dezember 1924. An die Ortspolizeibehörden des Kreises.

In Verfolg meiner Verfügung vom 5. Februar 1912 Tgb. I. Nr. 1471 (Kreisblatt Nr. 20/12) erinnere ich daran, daß dem Kreisarzt hier am Schlüsse des Jahres das Verzeichnis über die in der Gemeinde wohnenden, außerhalb der Irrenanstalten in Privat­pflege lebenden Geisteskranken unter Benutzung des vorgeschriebenen Formulars zu übersenden ist.

Fehlanzeige ist nicht erforderlich.

Tgb. 1, Nr. 12409. Der Landrat.

I. V.: Funke.

Kirchensteuer für 1024.

Der Kirchenvorstand der evang. Gemeinde HersMd hat am 2. d. Mts. beschlossen, die Kirchensteuer für das Kirchensteuerjahr 1924 in der Weise zu ermäßigen, daß die Steuer für die Monate Oktober, November und De­zember 1924 nicht erhoben wird.

Es haben daher

1. die Lohnsteuerpflichtigen von der am 5. Januar d. Js. fälligen zweiten Rate des Jahresbetrages nur die Hälfte bis spätestens Ende Januar d. Js. an die Finanzkasse zu zahlen,

2. die Doranszahler unter Befreiung von der Steuerpflicht in den Monaten Oktober, November und Dezember 1924 die Kirchensteuer von 20 % an den in Betracht kommenden Terminen der Monate Januar, Februar und März d. Js. an die Finanzkasse zu entrichten.

Etwaige Steuerrückstände aus der Zeit vom 1. April bis 30. September 1924 sind alsbald an die Finanzkasse zu zahlen.

Der Kirchenvorstand

Feyerabend.

Durch Beschluß vom 18. Dezember 1924 ist die ver­witwete Frau Elise Becker geb. HarnischfegerinMengs- hausen wegen Verschwend­ung entmündigt worden.

Niederaula, d. 18. Dez. 1924.

Das Amtsgericht.

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