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Schmuggelskandal in Hultschin. Nach tschechischen Blat- lermeldungen wurde im Hultschiner Ländchen, dem nach dem Friedensvertraq an die Tschechoslowakei gefallenen Gebietsteil Lceußilch-Schlesiens, wegen Großschmuggels von Tabak und Spiritus nach Deutschland eine Anzahl exponierter tschechischer Persönlichkeiten verhaftet. Es Sanbelf sich u. a. um den Regierungskomnnpar einer Hult- schiner Genreinde, um einen Banddirektor, einen Großkauf- nenn und einen Bankverwaltungsrat. Im ganzen sind in He Angelegenheit dreißig Pers onen verwickelt. Em- «Ibetben über diese für die tschechische Verwaltung bezeich­nenden Vorgänge werden vorläufig ängstlich verschwiegen.

Tod eines Hundertzwanzigjährigen. In Djakovica ist, wie aus Sarajevo gemeldet wird, dieser Taqe der älteste Mann Jugoslawiens, und zweifellos auch der älteste Mann des gan- zen Südens, der Mohammedaner Iussuff Matsch«, aus dem Leben geschieden. Iuffuf hat ein Alter von 120 Jahren er­reicht. Er hat niemals Alkohol genossen, indem er sich strenge an die Glaubensvorschriften hielt; er hat aber auch, was be-, sonders merkwürdig ist, niemals geraucht. Dreimal war er verheiratet; sein jüngster Sohn zählt jetzt 77 Jahre. Der alte Iussuf hatte bis an seine letzten Tage ein tadelloses Auge.

Nie Rache der Zigeuner.

Vegenseitige Denunziation zweier Stämme.

Da» eigene Kind auf dem glühenden Ofen.

Wie der Montag" meldet, sind unter dem Verdachte, ihre achtjährige Tochter durch Mißhandlung systematisch zu Tode gemartert zu haben, der Zigeunerhauptmann Franz W e i tz und seine Frau verhaftet worden. Beide leug­nen die verbrecherische Tat. Sie sind aber durch Zeugenaus­sagen imb durch das Ergebnis der Leichenöffnung überführt worden. Vor einigen Tagen lief bei der Göttinger Staats­anwaltschaft die Meldung ein, daß die achtjährige Tochter des Führers eines Zigeunerstammes, die im dortigen Kranken­hause gestorben sei, systematisch von dem eigenen Vater, eben dem Stammeshauptmann Franz Weiß, und von seiner Frau zu Tode gequält worden sei. Das Kind war mehrere Tage vorher in das Krankenhaus eingeliefert und schließlich unter furchtbaren Qualen gestorben. Die Staatsanwaltschaft ord­nete die Sezierung der kleinen Leiche an. Die Obduktion er­gab, daß das Kind tatsächlich auf

geradezu bestialische Art gepeinigt

und mißhandelt worden war. Der ganze Körper war über Und über mit Brandwunden und Malen bedeckt. Daraufhin wurde nach den entmenschten Eltern gefahndet, und sie wurden in Berlin festgenommen; sie wurden unter

BSM Tilsit der ganzen Zigeunerhorde nach ibem Polizeipräsidium gebracht.' Hr-r leugneten die Beschul- idigten die ihnen zur Last gelegte Tat. Das Kind, so erklärten sie, sei in Göttingen aus Unvorsichtigkeit gegen den heißen Ofen gefallen und habe sich dabei die Brandwunden zuge- zogen. Es ist aber erwiesen, daß Weiß und seine Frau gerade diese Tochter, während sie zu ihren anderen Kindern sehr gut sind, mit unerklärlichem Haß verfolgt haben. Sie haben sich in ihrer Wut gegen das unschuldige Kind dazu treiben lassen, das arme Wurm nach scheußlichen Züchtigungen

aus einen glühenden Ofen zu werfen

und darauffestzuhalten. Erst als das Kind im Ster­ben lag, brachten sie es nach dem Göttinger Krankenhaus. Weiß und Frau, sowie der ganze Stamm sagten aus, daß diese Angaben auf einen RacheaktdesTollmann-Stam- mes zurückzuführen seien. Dieser Stamm, der vom Zigeuner- Hauptmann Tollmann geführt wird, lebt mit dem Weiß- Stamm inheftigerFehde. Weiß und seine Frau wur­den nun nach Göttingen transportiert und in das Unter- fuchungsgefängnis eingeliefert. Frau Weiß wurde allerdings wieder zu ihren vier kleinen Kindern entlassen. Der Weiß- Stamm hat nun aus Rache in Halle an der Saale, wo bet Tollmann-Stamm domiziliert, Anzeige gegen Toll­mann erstattet und ihn eines schweren Verbrechens beschul- digt. Daraufhin ist Tollmann gleichfalls verhaftet worden.

A»t!ichk WMlmchuM

Hersfeld, den 1. Februar 1924.

Nachstehend ve'öff. ntltche ich den vom Kreisaus» fchuß in feiner Sitzung vom 29 Januar d. Js be» schlossenenzweiten Nachtrag" zu den im Kretsblait Nr. 118 vom Jahie 1922 ve offentltctten Richtlinien über die Erhebung von Gebühren beim Kreismiet- eiuiguugsamt:

An Stille der tm § 1 des Nachtrags zu den Richt­linien für die Erhebung von Gebühren bet dem KretSmieteinigungsamt vom 5 Juli 1923 (Kretsblott Nr. 80) veröffentlichten Gebührensätze werden mit Wirkung vom 1. Februar 1924 ab nachstehend aufge­führten Gebührenbeträge erhoben.

Wenn der Wert des Streitgegenstandes

unter 150 Mk.

brhäut

1,50 Goldmark

über 150

Mk.

biS

200

Mk

beträgt

2-

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200

800

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4,

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800

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8,-

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15,-

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n

n

1600

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v

2100

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*

25,-

n

2100

v

2700

*

80,

//

n

2700

8600

n

40,-

//

Die weiteren Wertklassen

steigen

um je

1000 Mk

und die Gebühren um je 10 Mark I A. 1 a Nr. 56

Der Vorsitzende des Kreisausschusses. tKletsmieteinigungSamt^

J. V.: H a usch i t S t.

Heröfeld, den 4. Februar 1924.

An die Herren Bürgermeister des Streifes

Verschiedentlich sind Anfragen wegen der Höhe der Gebühren für die im Berwaltungszwangsverfahien einzuzrehenden Gemeindegelder gestellt worden. Ich sehe mich daher veranlagt, auf die Verordnung vom 16 Mat 1928, G S. S. 271 hinzuweisen Die Mahn­gebühr beträgt in der Regel 4°/o des schuldigen B - träges mindestens aber das Doppelte der Briefgebühr, für einen Fernbrief bis zu 20 Gramm; die PsändungS- gebühr 6%, mindestens aber das Sechsfache der Brief, gebühr. Daneben werden noch Schreibgebühren usw. berechnet. Näheres ergibt die genannte Verordnung.

Die Herren Bürgermeister ersuche ich, den Ge. meinderechnern die Verordnung zur Einsicht vorzu- legen und ihnen zur Pflicht zu machen, sich mit den Bestimmungen der Verordnungen eingehend vertraut zu machen. (I A. 1. Nr. 790)

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

J. V.: H a u j ch i l d t, steüv. Landrat.

Bekanntmachung.

Die zu monatlichen Umsatzsteuervorauszahlungen verpflichteten Gewerbetreibenden, die 1922 mehr als IV2 Million Mark Umsatz versteuert haben, sind auch zu monatlichen Vorauszahlungen auf die Einkommen und PerschaftSstener für 1924 verpflichtet.

Die Bordrucke für die Einkommensteuer- und Köiper- schaflssteuer-Voranmeldungen liegen auf Zimmer 6 des Finanzamts zum Abholen bereit.

Die Vorauszahlungen müssen bis spätestens 17. d. Mts. bei der Finanzkaffe gezahlt sein.

Die Vorauszahlungen für das Einkommen aus der Land- und Forstwirtschaft sind erstmalig rft bis zum 29 Februar zu leisten. Hierüber ergeht noch besondere Benachrichtigung.

Hersseld, den 9. Februar 1924.

___________ Finanzamt.

Vorschriftsmäßige Formulare zur Voranmeldung der Umsatz- steuer, sowie Einkommen- und Körperschaftssteuer, die allmonatlich dem Finanzamt eingereicht werden müssen, sind bei uns zu haben.

Ludwig Funks Buchdruckerei.

Äewill. Verstetzemg!

Freitag, den 15. Februar 1924,

vormittags 11 Uhr beginnend, verkaufe ich im Bolender'schen Saale öffentlich meist­bietend gegen Barzahlung:

1 gut erhaltene Plüschgarnitur (Sofa mit 2 Sessel), 1 Chaiselongue, 2 Sofas, Bettstellen mit und ohne Matratze, Kommode, Waschkommode, verschiedene Tische, Stühle, Blumentisch, Garderobeständer, Wäscheschrank, Kleiderschrank, Kinderftühlchen, Bilder und Bllderrahmen und dergl. _____

1 Kinderwagen, 1 Nähmaschine, 2 Grammophone mit Platten, 1 Zither, 1 Schreibmaschine (Ideal), Puppen­wagen, Kindersprelzeug, 1 Posten Noten.

1 Posten Bratenplatten (oval und vierteilig,) Bier­gläser, Likörgläser, Einweckgläser, Kochtöpfe und sonstiges Küchengeschirr, Kochkiste.

1 fast neuer Herd (klein, weiß emailliert), 1 Gas­herd, 1 Sitzbadewanne, 1 Bierservice, 1 Zentrifuge für Ziegenhalter, l Buttermaschine. Lampen für elektr. Licht und Gas.

Damen-Röcke, Kleider, Blusen, Mäntel, Jacken, Hüte und Damenschuhe. Ein großer Posten Frauen- Nöcke, Blusen usw. (Bauernkleidung). Herren-Anzüge und Mäntel und sonstige Gegenstände.

Die Sachen sind gebraucht aber gut erhalten.

Besichtigung ab 10 Uhr Vormittags.

Rnbr. Münster vereidigter Versteigerer.

Gebrauchen Sie r^ine Lelhblnde oder ein Biruchhand so wenden Sie sich vertrauensvoll an die Hersfelder Kunstglieder-Industrie

Carl Tietz, Hersfeld.

Bestellungen auf

RiMee hochkeimfähige Saat

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nehmen entgegen

RrmSW-ieRe-n

Samenhandlung.

Educo

Formulare zu

Au- und Abmelde­scheinen

stets vorrätig

L. Funks Buchöruckerei.

Vermittelung von

HWtikktn a tzlünobM ) Schandua,

Lebertran-Emuls'on für Schweine

gegen Lahmheit u. zur ] Hebung der Freßlust.

Zu haben

Mler-Drogerle ; Eduard Cohn

Brink 9 Filiale Breitenstr. 14

Allg. SrtstrMMiisse für die Landgemeinden des Kreises Hersseld in Hersseld.

Laut Mitteilung vom 6. d. Mts. weigern sich die Kassenärzte weiterhin für unsere Kasse nach vertraglichen Abmachungen zu arbeiten. Wir sind daher gezwungen, von dem § 370 der Reichsversicherungsordnung Gebrauch zu machen, das heißt, daß die Kasse vom Montag den 11, Februar 24 ab den kranken Mitgliedern statt der Arztkosten und der Kosten für Medikamente Vs des Grundlohnes ersetzt, ganz gleich, ob das Kassenmitglied den Arzt in Anspruch nimmt oder nicht. Von diesem Geld, welches mit dem Krankengeld gezahlt wird, ist evtl Arzt und Apotheke zu bestreiten.

Wir ersuchen unsere Mitglieder, die bisher gehabten Auslagen bis zum Donnerstag den 14. d. Mts von der Kasse anzufordern.

Hersseld, den 7. Februar 1924.

Der Kassenvorstand.

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Drucksachen liefert schnellstens Ludwig Funks < Buchöruckerei. >