Aus der Heimat
— Neuregelung der Krantenversichernng auf Sem Lande. Es wird uns geschrieben: Die vom Reichs- arreitsministerium angekündigte gesetzliche Neuregelung der Krankenversicherung auf dem Lande ist nicht, wie die Aerzteschast befürchten mußre, ohne Mitwirkung der ärztlichen Organisation erfolgt. Der Entwurf ist viel- uiehr der gesetzlichen Vertretung der Aerzte und Krankenkassen, dem Reichsausschuß, am 17. Januar zur Kenntnis gebracht worden. Gegen Einzelheiten der Verordnung haben die ärztlichen Vertreter Bedenken erhoben, mit Rücksicht darauf aber, daß die Regierung von einer Ausschaltung des Reichsausschusses Abstand genommen hat, die Aufhebung des vertraglosen Zustandes zugesagt. Die kassenärzt liehen Vereine werden den Krankenkassen mitteilen, daß ihre Mitglieder auf Grund des vom R. A. M. vertretenen Rechts standpunktes bereit sind. Sie ärztliche Tätigkeit nach Maßgabe der Bestimmungen der alten Verträge wieder aufzunehmen. Die Krankenkassen sind nunmehr nach der am 17. Januar erneut vertretenen Rechtsauffassung des R. A. M. verpflichtet, allen bisher bei ihnen zugelassenen Aerzten ihre Dienste nach den früheren Vertragsbedingungen zu vergüten, bis durch die Arbeit des Retchsausfchusses neue Verträge zustande gekommen sind. Sollten sich einzelne Kassenvorstände weigern, der Wiederaufnahme der früheren Beziehungen zuzustimmen, so handeln sie den gesetzlichen Bestimmungen und den Weisungen des Reichsarbeitsministeriums entgegen, hintertreiben die Beendigung des Kampfes und vereiteln die von der Aerzteschast angestrebte Zusammenarbeit im Reichsausschutz. Entstehen aus einer etwaigen ablehnenden Haltung einzelner Kassen neue örtliche Kämpfe so tragen die Krankenkassen die Verantwortung für die den Versicherten daraus entstehenden Folgen.
— Aufruf der preutz eschen 1-Dollar-Notaelöscheine. Wie der amtliech preußische Pressedienst mitteilt, sind in den letzten Tagen neue Fälschungen der Notaelöfcheine des Freistaates Preußen über 4,20 Goldmark gleich 1 Dollar aufaetaucht. Der preußische Finanzmmisier hat nunmehr durch eine amtliche Bekanntmachung die Not- aeldscheine über 4,20 Goldmark aleich 1 Dollar mit so- ifortiaer Wirkung zur Einlösung aufgerufen, lösuna geschieht binnen Monatsfrist. Die
Die gilt
lofuna aefüneht binuen Monatsfrist. Die Gültigkeit und öer Umlauf öes übriaen preußischen Notaelöes bleibt von diesem Ausruf unberührt.
konnte der
Casfel. Infolge Senkung des Mehlpreises
Brotpreis herabgesetzt werden, und zwar kostet ein 2000-Gramm-Brot anstatt 53 Pfennig 50 Pfennig. Der Brötcheuvreis bleibt unverändert, dagegen erhöht sich das Gewicht des Brötchens von 40 auf 42 Gramm.
— Von der Niederländischen Deutschen Vereinigung in Utrecht wurden dem hiesigen Wohlfahrtsamts 500 Gulden überwiesen zur Gewährung von Mittagessen an Bedürftige. Ein Vorstandsmitglied dieser Vereinigung, Rechtsanwalt Boenders aus Utrecht, weilte vor einigen Tagen in Cassel, um sich über die hiesigen Verhältnisse zu unterrichten.
RotenSura. M. Rothschild aus Chicago, der vor 40 Jahren als Rühriger Knabe mit seinen Eltern ausgewandert ist, hat 90 Bedürftige seiner Geburtsstadt mit Lebensmitteln bedacht: 1120 Pfö. Weizenmehl, 500 Pfö. Schmalz, 250 Pfö. Reis, 100 Pid. Kaffee, 250 Pfö. Zucker und 80 Büchsen Milch. Er hat schon reaelmützia seit Jahresfrist größere Beträge in Dollar gestiftet. Der israelitischen Gemeinde hat er eine U lerstütmna ae- sandt, durch die es ihr möglich wurde, die baufälliae Su- nagvae wieder herzustettsu. -^HteMM^M Hünfeld. Veün mNterhoM stürzte der 50jährige Landwirt Joh. Bock in Mugenschwarz so unglücklich in die Scheune, daß er alsbald verschied.
<£ Neumorschett. Diebe erbrachen den Keller und die Vorratsräume der Bahnhofswirtin Sch, und räuberten dort gründlich aus.
Der Zug nach öem Gü-em
In jenen Friedenszeiten, als das Wort Valuta noch zum Geheimwissen des Bankfachmannes gehörte, wurden um diese Zeit die ersten Erholungsfahrten nad) dem „sonnigen Süden" ängetreten. Ein Gang durch die Gärten von Lugano oder über den Tappeier Weg oberhalb Meran eröffnet zu einer Zeit, wo in der norddeutschen Ebene grauer Matsch oder schroffe Kälte herrschen, die Bilder der üppig knospenden Blütenpracht einer subalpinen Riviera. Die Aerzte senden daher jene Menschen, die sich zur Erholung einen Aufenthalt im Süden leisten können, mit Vorliebe im Februar nach den Stationen des Südens.
In diesem Jahre ist der Strom nach der Süd- sonne sehr lebhaft. Er hat schon im Januar kräftig eingesetzt. Mit der bewundernswerten Fixigkeit, mit der man sich heute an die grotesken Umstellungen aller Verhältnisse gewöhnt, haben wir uns in die valutarische Umgruppierung gesunden. Von einem elenden, verachteten Paviermark- Desperado ist man über Nacht zum (UelvalHarier empor- gestiegen, für den das Reifen in den Ländern romanisch^ . Zunge als ein überaus billiges Vergnügen er- scheint. Im Augenblick ist daher die Fahrt nach Italien als die große Mode im Reiseverkehr zu betrachten. Wenn die Währungsverhältnisse sich nicht wesentlich ändern, werden auch die eigentlichen Winterkurorte — nach Jahren zum erstenmal — wieder eine glänzende Saison erleben und der Deutsche, der zu einem seltenen Gast geworden war, wird eine gewohnte Erscheinung sein.
Frankfurt. Die Notbrücke über öm Mai« hat dem Eisgang matt staudgehalttn. Als die ersten treibenden starken Eisschollen sich heranSrünaten, stürzte öer vor öer Maininsel aeleaene Teil der Brücke zusammen, deren Holzpfeiler öem gewaltigen Druck nachaaben. Dann stellten sich Sie Eismasten, um sich erneut in Be- weguna zu setzen, und ein weiterer Brückenteil stürzte in den Main. Die Notbrücke wurde 1012 er iebtet; sie sollte etwa örei Jahre bis zur FertiaNellnna der neuen Brücke stehen. Glückliche weise sind Personen nicht zu Schaden aekommen. Die Brücke war, da eine Katastrophe leicht möaliÄ war, feit kurzem für den Verkehr gesperrt.
Göttingen. In die hiesige chirurgische Klinik wurde ein jüngerer Mann aus Einbeck eiuaeliefert, der von seinem zerbrochenen Zahnaebiß die Hälfte verschluckt hatte, die ihm im Satte Necken blieb. Die voraellou,- mene Operation war leider ersolalos: der Beöauerns- werte erstickte.
Hann.-MünSen. Hier wurde ein gefäh r Einbrecher festgeuommeu. Es handelt sich um den zurchen- räuber, der in Heilraenstadt und zahlreichen Orten des Eichsfeldes Kircheneinbrüche beging. Wertvolle Gegen- stände soll der Einbrecher an einen hiesigen Mfchäfts- ^ann veräußert nahm.
Schwerer Betriebsunfall bei Rathenow. Im Premnitzer Werk der Köln-Rottweiler-Aktien-Gesellschast bei Rathenow, das, im Kriege ursprünglich als Pulverfabrik gebaut, sich jetzt mit der Herstellung chemischer Produkte be- schäftigt, ereignete sich am Dienstag ein schwerer Unfall, der drei Menschen das Leben kostete. Durch ausströmende, giftige Gase in der Abteilung für Schwefelkohlenstoff erkrankte eine Reihe der in diesem Raume beschäftigten Arbeiter. Den Rettungsmannschaften, die gleich nach Bekanntwerden des Unfalls zur Stelle waren, gelang es, einen Teil der Bewußtlosen wieder ins Leben zurückzu- rufen. Drei Arbeiter dagegen, alles kinderreiche Familien- väter, waren bereits tot.
Das Automobil unter der Lokomotive. Auf einer Kreuzung der Bahnstrecke Waren—Karow wurde ein Automobil von der Lokomotive erfaßt und etwa 300 Meter vor dem Zuge hergeschoben. Erst als es dem Lokomotivführer gelang, den Zug zum Stehen zu bringen, konnten die Insassen des völlig zertrümmerten Wagens aus ihrer Lage befreit werden. Während der Führer des Autos unversehrt blieb, erlitt ein Passagier schwere Verletzungen.
50 Stück Großvieh verbrannt. Auf dem Gute D i e r s - darf bei Stralsund brach am Dienstag abend im Viehstall Feuer aus. Die nicht feuersichere Bauweise und insbesondere das Strohdach begünstigten die Ausbreitung des Feuers derart, daß der Stall in wenigen Minuten in seiner ganzen Ausdehnung ausbrannte. Es war nicht möglich, den kostbaren Viehbestand zu retten, so daß gegen 50 Stück Groß - und Jungvieh ein Opfer der Flam-nen und des Rauches wurden.
Ein Zusammenschluß der Vereine der Jäger und Schützen der alten deutschen Armee in Pommern und der Grenzmark wurde in Stargard vollzogen. Es wurde der Landesverband des deutschen Iagerbundes gegründet. Zum ersten Vorsitzenden des Landesverbandes Pommern-Grenzmark wurde Major a. D. v o n B ü n a u aus Sophienhof im Kreise Regenswalde gewählt.
Prinzessin Luise von Coburg und ihre Gläubiger. Am Dienstag begann in Brüssel vor der dritten Kammer des Gerichts ein Prozeß zwischen der Prinzessin Luise und ihren Gläubigern wegen eines Betrages von 4% Millionen, der ihr von der Erbfolge Leopolds II. zur Verfügung gestellt wurde, um ihre Gläubiger zu des- intereffieren. Ein Schiedsgerichtshof wurde seinerzeit beauftragt, die zu zahlende Summe zu prüfen und die Beträge zu verteilen. Der Spruch dieses Gerichtshofes wurde erst nach dem Waffenstillstand bekanntgegeben. Die Prinzessin erhebt jetzt Einspruch gegen den Beschluß und verlangt, daß die deutschen und österreichischen Gläubiger in Mark und Kronen zum augenblicklichen Werte bezahlt werden sollten, verden.
Der Fluch des Tutankhameu. Eine sensationelle Londoner Nachricht wird sicherlich viel zur Verbreitung des durch den Tod des Aegyptologen Lord Carnavon entstandenen TutankHamen-Aberglaubens beitragen. Bekanntlich starb der Lord kurz nach der Entdeckung der Königsgruft infolge eines Fliegenstichs. Und es entstand die Legende, daß
zu stören, ein Fluch raste. Nun hat der Tod auch den Röntgenspezialisten Archibald Douglas Neid ereilt, der, einer Einladung des Aegyptologen Carter
folgend, die kürzlich gest mit Röntgen strah
nndene Mumie des Pharao j I en hätte untersuchen sollen. Ar- chibald Reid ist plötzlich gestorben, bevor er noch die Untersuchung ausgeführt hat. Carter verfiel nämlich auf die Idee, die Mumie mit Röntgenstrahlen untersuchen zu lassen, um auf diesem Wege die gewünschte Auskunft über das Alter der Mumie zu erhalten. Der bekannteste Londoner Röntgen- spezialist Reid wurde beauftragt, diese komplizierte Arbeit zu übernehmen. Er sollte im Laufe des nächsten Monats nach Aegypten reisen, um dort den Versuch anzustellen.
Adels-Revision in Italien. Mussolini hat in Rom eine Kommission einberufen, die sich damit zu beschäftigen hat, eine Liste aller italienischen Adligen auszustellen. Jeder, der einen Adelstitel führt, ohne daß sein Name in der Liste enthalten ist, soll bestraft werden. Die Verordnung ist verständlich in Anbetracht dessen, daß sich in Italien eine große Anzahl von Leuten als Adlige ausgeben, die es tatsächlich gar nicht sind.
Aussperrungen auf den Hamburger Oelwerken. Am Dienstag wurde die Arbeiterschaft in der Mineralölindustrie Hamburgs ausgesperrt, da sie sich geweigert hatte, eine längere Arbeitszeit anzunehmen und in einen Lohnabbau zu willigen. Von dieser Maßregel werden sämtliche Oelwerke Groß -Hamburgs betroffen.
Reinhardts Ehefcheidungsprozeß. Wie das „Slovakifche Tagblatt" meldet, wurde im Ehescheidungsprozeß Max Reinhardts gegen feine Gattin, die Schauspielerin Elfe Heims, vom Preßburger Gerichtshof folgende einstweilige Verfügung erlassen: Frau Reinhardt erhält die Kinder während der Dauer des Prozesses, doch wird ihr aufgetragen, von Zeit zu Zeit eine Zusammenkunft der Kinder mit dem Vater zu ermöglichen. Die Alimente betragen für Frau und Kinder monatlich 4000 tschechische Kronen, rückwirkend vorn 1. August 1923.
Sport.
Die Europa-Meisterschaft im Eiskunstläufen für Herren in Davos endete mit einem glatten Erfolge der stark vertretenen österreichischen Kunstläufer, von denen Weltmeister Kachler vor dem österreichischen Meister Wrede den Vogel abschoß. Der deutsche Meister Rittberger vermochte den dritten Platz zu besetzen. Das internationale Schnelläufen wurde mit der 1500« und 10 VM-Meter-Streckc fortgesetzt und ergab auch im Gesamtergebnis den Sieg der f i n n l ä n d i s ch e n Konkurrenten. Müller und SEhr (Berlin) endeten auf dem 7. bzw. 8. Platz. Die Ergebnisse: Europameistersd)aft im Eiskunst- taufen: 1. Kachler (Wien) 353 Punkte, Platzziffer 5; 2. Wrede (Wien) 232,1 Punkte, Platzziffer 16; 3. Rittberger (Berlin) 331,35 Punkte, Platzziffer 18; 4. Preisecker (Wien) 329,85 Punkte, Platzziffer 20; 5. Page (London) 325,15 Punkte, Platzziffer 21; o. Franke (Berlin) 309,4 Punkte, Platzziffer 30. — Internationale Schnelläufen: Gesamtergebnis: 1. Thunberg (Finnland), Platz» riffer 6; 2, Skutnabb (Finnland), Platzziffer 8; 3. Wallenius (Finnland), Platzziffer 10; 4. Winger (Schweden), Platzziffer 17,5; 5. Boot (Holland).
Weitere Kartsffelprerssenkung. Die Verhandlungen der Berliner Wucherpolizei mit dem Kartoffelgroßhandel haben zu einem Wegfall de s>f ünsprozentigen Aufschlages geführt, üer ihm bisher i ' n der Berlustgefahr durch Frost zugebilligt war. Die Kartoffeln müssen erneut im Preise sinken.
Umstellung der s?ev; fprechgel ühren-Einziehung. Das Neichspostministevi^n hat beschlossen, den Fernsprechteilnehmern, die bisher eine Zahlungsaufforderung erhielten, sobald ihre Ge- bührcnschuld 10 M. überstieg, in Zukunft grundsätzlich einmal im Monat eine Abrechnung zugehen zu lassen. Teilnehmer, die vom Fernspreche ■ " " ' ' ' '
wöchentlich einmal bestimmt der Borst den einzelnen Te Dabei sind die wi der Umfang seines mehr als 100
in grossem U-u'^uee Gebrauch machen, können
eine angemessene Zahlung leisten. Im übrigen her der Feru'v-echstelle, bis zu welchem Betrag !ne> sn Gebühren gestundet werden dürfen. - - ' i Derhülmisse des Teilnehmers und f maßgebend. Beträge von M feiten in der Regel nicht gestundet
Berliner Börse vom Mittwoch.
Der Devisenmarkt der Berliner Börse bringt augenblicklich ebensowenig besondere Anregungen oder Ueberraschungen wie der Effektenmarkt. Das Hauptinteresse teilte sich in den letzten Tagen auf den französischen Frank und die dänische Krön#. Beide Valuten liegen jedoch wieder etwas ruhiger und eher eine Kleinigkeit gebessert. Der Wechsel London-Paris, der am Vortage mit 94 Fr. ca. bezahlt worden war, stellte sich auf 92,50 bis 93,12 Fr. London-Kopenhagen senkte sich von 26,60 auf 26,10 Kronen. Cable New Pork-Paris per Kasse stellte sich auf 22 per März auf 22,25. Cable-London 4,23%. Die übrigen ausländischen Zahlungsmittel erfuhren weder an den ausländischen noch am hiesigen Markt besondere Kursveränderungen. Der Bedarf hat sich hier ebenfalls nicht sonderlich verschoben, so daß auch die Zuteilungen dieselben blieben. Die deutsche Mark wurde in London mit 18,50 Billionen pro Pfund in Amsterdam mit 0,63 M. und in Zürich mit 1,35 Franken gehandelt. In Berlin blieb Auszahlung London 17,9 Billionen Mark, wobei 15 000 Pfund herau^- kamen und Holland 1527 Billionen Mark, wobei 80 000 Fl. an den Markt kamen.
Amtliche Devisen-Tlotferung.
Devisen
Vorkriegs- Parität
23. Januar
22. Januar
Geld
Brief
Geld
Brief
M.
3 n
M i l l - o
n e n Mark
Döllar
4.20
4189500
4210500
4189500
4210500
fingt Pfund
20.00
17855250
17944750
17915100
18004900
Hsll. Gulden
1.67
1566075
1573925
1566075
1573925
Dän. Krone
1.12
678300
681700
675806
679194
Schwed. Kr. ,
1.12
1092263
1097737
1097250
1102750
Italien. Lire
0.80
184288
185212
184288
185212
Schweiz. Fr.
0.80
729671
733329
731168
734832
Franz. Fr.
0.80
191769
192731
191021
191979
Belg. Fr. . .
0.80
173066
173934
175560
176440
Tschech. Kr. .
—
122443
128057
122692
123308
Span. Peseta
0.80
533663
686337
535159
687841
Effektenverkehr.
Die heutige Börse zeigte dasselbe Bild wie die lebten Tage. Zu Beginn war wiederum ein leichter Anlauf zur Festigkeit zu verspüren, der jedoch späterhin, als sich keine Gefolgschaft ein- stellte, wieder einer mäßigen Abschwächung Platz machte. Ein MjMpMifiwia^^ r entwickelte sich anfänglich in einigen
Der Markt der heimischen Anleihen zeigte wiederum behauptete Haltung. Hier wird übrigens von verschiedenen Seiten der Vorschlag gemacht, daß an Stelle der verschiedentlich geforderten Aufwertung die Regierung sich dazu entschließen sollte, die Staats- und Kommunalanleihen für eine Reihe von mehreren Jahren für vorläufig als notleidend zu erklären. Der offene Geldmarkt blieb wie bisher sehr flüssig. Für Tagesgeld wurde ein Satz von 1 pro Mills genannt. Auch die Bewegung am Devisenmarkt blieb auf den Effektenmark völlig einflußlos. Diel beachtet wurde die günstige Aufnahme des von dem Reichsbankpräsidenten der Reparationskommission vorgeschlagenen Projektes einer Goldnotenbank. Die Kursveränderungen waren zwar nicht erheblich, senkten sich jedoch späterhin etwas merklicher nach unten, und das Geschäft kam bereits im Laufe der ersten G«- schäftsstunde fast völlig zum Stillstand.
Inländische Anleihen wenig verändert.
Bankaktien zeichneten sich durch gute Haltung aus.
Berliner Produktenmarkt vom 23. Januar.
Amtlich festgesetzte Preise. Getreide und Oelsaaten per 1000 Kilogramm, sonst per 100 Kilogramm. In Goldmark der Goldanleihe oder in Rentenmark Weizen, märkischer 158—162, Roggen, märkischer 142—144, pommerscher 140—142, westpreußi- scher 140—142, Gerste, Sommergerste 165—172, Hafer, märkischer 114—H7„ pommerscher 100—108, Weizenmehl per 100 Kilogramm frei Berlin brutto inti. Sack (feinste Marken über Notiz) 25—27,50, Noggenmehl per 100 Kilogramm frei Berlin, brutto inkl. Sack 28 bis 25,50, Weizenkleie frei Berlin 8,20, Roggenkleie frei Berlin 7,40, Raps 280, Viktoria-Erbsen 38 -40, Kleine Speiseerbsen 20 bis 23, Futtererbsen 14—16, Peluschken 14—15, Ackerbohnen 12—16, Wicken 17—19, Lupinen, blaue 14—15, Lupinen, gelbe 16—18, Seradella 15—17, Rapskuchen 1l—11 25, Trockenschnitzel 8,50 bis 8,60, vollw. Zuckerschnitzel 18—20, Torfmelaffe 30/70 7,75—8, Kartoffelstöcken 18.
He» und Straf! (nichtamtlich). Großhandelspreise pro 50 Kilogramm ab märkischer Station für den Berliner Markt (sp Goldmark): drahtgepr. Roggen- und Weizenstroh 0,60—0,75, desgl. Haferstroh 0,50—0,65, bergt Gerstenstroh 0,50—0,60, Noggenlang- stroh 0,40—0,50, bindfodengepr. Roggen- und Weizenstroh 0,40 bis 0.50, Häcksel 1,10—1,30, Handelsübl, Heu 0,90—1,10, gutes Heu 1.20-1,40.
Berliner Tchlachtviehmarkt vom Mittwoch. Auftrish: 776 Rinder, 264 Bullen, 167 Ochsen, 845 Kühe und Färsen, 1610 Kälber, 725 Schafe, 1702 Schweine, — Ziegen, 1053 Memelschwein«. Preise: Ochsen: a) 40—45, b) 35—38, c) 30—33 d) 26. Bullen: a) 36—38, b) 32-35, es 26-30. Kühe und Färsen: a) und b) 86 bis 42. c) 33, d) 22-26. e) 15—20. Fresser: 26—80. Kälber; a) —, b) 85—90, c) 70—80, d) 50—60, c) 30—40. Schafe: a) 40 bis 42, b) 34—38, c) 25—30. Weidemastschafe: a) —, b) -?-. Schweine: a) —, b) 65—67, c) 63—65, d) 60—63, e) 57—60, f) bis 56. Sauen: 56—60. Ziegen: —.
Schweine- und Jcrkelrnarkt zu Berlin-Frirdrichs- felde. Auftrieb: Schweine 199 Stück, Ferkel 431 Stück. Verlauf des Marktes: Langsames Geschäft bei unveränderten Preisen. Es wurden gezahlt im Großhandel für Läuferschweine 7—8 Monate alt Stück 40 G0, 5 6 Morste alt Stück 25—35; Pölke 3—4 Renate alt Stück 18—22; F sei 3—13 WochrrWt Stück 10—15, 6 bis 8 Wach"' alt Stück 6—10. Läufer nach Gewicht —, Ferkel nach Gewich! —.