Hersfelder Kreisblett
Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfeld
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Nr. 156
Montag den 31. Dezember
1923
^— ~ ®n Erlaß der Reichsregierung regelt die neue ® ienft 8 e i t b e r Beamten. Als Mindestarbeitszeit werden 54 S tu n, ben in der Woche festgesetzt.
— Nach Pariser Pressemeldungen befanden sich unter einem Etrofgefangenen-Transport nach der Strafkolonie Guyana drei Deutsche, dir von einem Kriegsgericht im Ruhrgebiet wegen Sabotage verurteilt worden waren.
— Die K o h I»n p r, i s« im unbesetzten G « b i e t sind oberm«!, erheblich herabgesetzt worden. -
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Rückblick auf das Jahr 1923.
Wieder liegt ein schwarzes Ungllicksjahr, diesmal ein Dreikanzlerjahr, hinter uns, unvergeßlich durch bie Ruhr- Niederlage und die furchtbaren Leiden, bie von den entmenschten Franzosen über eine fried. fertige, wehrlose Bevölkerung verhängt worden sind. Ehe dieses in der Weltgeschichte unerhörte Drain« begann, war das Anerbieten der Reichskanzler» Dr. 6 u n o, auf ein Menschenalter hinaus keinen Krieg ohne Volksabstimmung führen zu wollen, erfolgt; hatten sich die übrigen Ententemächte zur Beschickung der Pariser Konferenz mit positiven Vorschlägen verstanden; hatte der amerikanische Staatssekretär Hughes ein Sachverstanbigen-Gremium zur Unterstützung der deutschen Zahlungsfähigkeit angeregt. C» war vergebliche Mühe: dem Mann mit d-rr eisernen Sadisten- stirir, Poincare, der sich in napoleonischem Sinne al» Pacificateur de l’Europe aufspielen darf, war bie apathisch« Politi Bonar Laws nicht gewachsen. Di« Pariser Kon- ferenz wu ^ oincarä gesprengt; di« amirikanische Be- iahung verließ mP her Geste der Wide^v-llen» den europä- n+^ae^'^mr'ttnv'.-«^-c,^-ori. i'tiui'plwr. ,!7>!N77-u-imu—tut»“ s-her Verss^Vt Äorgespuki hatte, würde mit der Richr-
besetzuno Musige Wahrheit. Wenn dieser abscheuliche Frcucl" einm^feinen Geschichtsschreiber gefunden haben wird, wird «r über die mit Ermordungen, Ausplünderungen, Frauen- jchKdungen durch die schwarze afrikanische Bestie, franzö- stschen Schandurteilen (Schlageter, Krupp und Genossen) dar Motto aus der Historie von der Susanna setzen: ^E« wurden aus dem Volke (das angeblich an der Spitze der Zivilisation marschiert), Aelteste zu Richtern gesetzt, von denen der Herr gesagt hat: ihre Richter üben alle Bosheiten Noch ist kein Ende des Greuls abzusehen.
gewissenlosen Parteilichkeit berüchtigte fr justiz erinnert uns durch, das in Dilsseld daran, daß das verflossene Jahr nur dem Abschnitt darstellt und die Iustizmörder trauriges Handwerk treiben '
günstigung des verbrecherischen Separati nexion der Rheinlands durchzuführen.
Unterstützung fand es indirekt dux Putsche in Bochum, Dortmur zirken, und um es gleich vorweg zu nel haben mehrfach in Deutschland versucht, zu bekommen. Nicht nur durch gelegt im preußischen Landtag (Katz) und im sondern in verschiedenen Provinzstädten werbslosigkeit, wie in Dresden, Leipz Oberschlesien mit Hilfe blutiger Zusammen
Babylon." en ihrer Militär-
nach eine.', vor ihr die Bc-
Is die An-
tion auf den Zechen sich auf 85 200 Tonnen stellte, ist sie in der Woche vom 17. bis 22. Dezember auf 109 000 Tonnen gestiegen. Die Herstellung von Koks stieg ebenfalls, und zwar von 88 440 auf 48 000 Tonnen. Die Zahl der beschäftigten Arbeiter auf diesen Schachtanlagen stieg von 25 279 auf 26 967. In gleichem Umfange sank die 8 ahl der Erwerbslosen dieser EchachtMlMir, Hub jM, von 9076 auf 7061, *
Arbeitszeit und Goldlöhne auf den Zechen.
Wie die Kölnische Zeitung aus dem Ruhrgebtet berichtet, wurde am Donnerstag unter dem Vorsitz be» Reich«, und Staatskommissars Meblich in Essen zwischen den ?echenverbänden und den Ana«steII»«nvtö- än den über die Gehalts frage sGoldgrhälter) und über die Arbeitszeit verhandelt. Da die Angestellten- Vertreter mit den von den Arbeitgeberverbänden au»gefehten Goldgehültern nicht zufrieden waren, kam auch keine Einigung über die verlängerte Arbeitszeit zustande. Nun wird der Reichs, und Stqgtskoyl»iUc»r am 8. Januar in beiden Fällen einen .^.. . .
Schiedsspruch "^ ■ ‘
fällen. Ebenso haben die zwischen dem Fechenverband und den Bergarbeiterverbänden über die verlängerte Arbeitszeit in den Kokereien geführten Verhandlungen bisher zu keinem Ergebnis geführt. Durch Schiedsspruch vom 80. November war der Gesamtdurchschnittslohn eines Bergarbeiters auf 4,20 Mark für die Schicht festgesetzt worden. Dazu kam eine Teuerungszulage von 1,050 Milliarden, gleich 25 Prozent des Goldmarklühnes. Diese Teuerung», zulage wurde inzwischen von 25 Prozent auf 10 Prozent herabgesetzt, da viele Unternehmer erklärten, sie könnten n u, m i t M ii h e die Goldlöhne aufbringen, wenn in der nächsten Woche die Teuerungszulagen ganz wegfallen. Gegen diesen beabsichtigten Abbau wehren sich di, Bergarbeiter« verbände. .
Parteien auswirkte, spielte sich mit der Kanzlerschaft des Dr. Etresemann die kurze Episode der Großen Koalition ab. Nach Ausschiffung seiner sozialdemokratischen Minister war sein Schicksal bei der Abstimmung über ein neues Ermächtigungsgesetz besiegelt, und als dritter Kanzler dieses Jahre» trat der Zentrumsführer Marx in die Erscheinung, gestützt durch eine „wohlwollende" Neutralität bei Soztaldemokratie, deren rechter Flügel ihm ein Ennächti. gung»gefe| bewilligt« unter der Bedingung, daß die Koalition in Preußen unangetastet bliebe. Di« von Marx angetretene Erbschaft enthält einige unsichere Posten in dem paciei- zerrissenen Sachsen und einem Bayern, da» trotz Bewältigung be» HMerputsche» nicht zu innerer Ruh« gelangen kaum Auch ist bte Reichutstenbahnsvag« für da« bayerisch« Kabinett noch nicht befriedigend gelöst, unb die ganze mnerpolirische Si- tuockion ist noch nicht so geklärt, daß ohn« Luenahmezustand regiert werden könnte, namentlich nicht, was S a ch s « N be- trifft, wo sich bei jeder Regi-rungsb'kdu-na vermöge der Parteitonst«llation neue Schwierigkeiten ein stellen.
Am besten hat im verftsfsenen Iah« bk f 3 r f e i ab- geschnitten, btbew. ß« unter Leitung >s -^mn'chen wieder- gewählten Kemal-Dascha« in »lufan^ den Frieden von Edv«, zertrünnnerie und den größeren t»tt ch«r Förde- rungen durchsetzt«, während da» befiea»; Griechenland wiederum »an einer «daat»uu'wälzung beimgesacht wurde. Eine schuzerzlich« Erfahriurg mußt« das Duutlchtum im W.rmrlgebiet machen, indem der litauische Ehauvinis- mus »ach fra«A6bi^eiM MuNe: mit 'Maschinengewchren und Reikveitsckien gegen ba» r-eut-dx- <?km»nt "vrgrng unb sich in biefem Sherrot-aend deutschen: Land« fettfette, während im Sk«rg«ritt bie Feanzos«'-. durch Eingreifen de» Völkerbundes eine fühlbare Lektion »clüestev
Zu «-wäbnen sind noch die it. e v o l u t i o n i n ® u I. gari« n, die mit der Beseftmung der auf Alleinherrschaft fDtfuliettnbnt Mintsteepräside^en Stembulinett un' '^kiffq^K^WMuMrr; «.jM^ < ^^" ^-vi^l^_ . griechifch-itaftestsschen Zmi'chc tfalls von Zanina sowie Erst setzung einer Militärdiktatur in Spanien, die nach dem Rezept Mussolinis verlief. Graf Rivera, der neue Mann, darf stch be» ,wischen England, Frankreich und Spa- nien getroffene Tankerabkommen +* einen Teilerfolg buchen. Der Sultan bleibt zwar nominell Herr van Tanger, aber in bie wirkliche Herrschäst teilen, sich die drei Mächte zu je einem Drittel, und di« Spanien Wben in K-mfl-ktfSüen »mi chen England und Frankreich die D«ihl, auf weitste Seite sie sich fragen wollen. . _ „, s .
Ueberblicken wir die Entwicklung, bie nch in Deutichlano vollzogen hat, so ist sie keineswegs rosig zu nennen, aber auch ' nicht 'hoffnungslos. Außenpolitisch find mir, noch in bie Fesseln des Versailler Vertrages geschlagen, zur Passivität verurteilt, und Objekt, nicht Subjekt der Weltpolitik: aber e, machen sich innerpolitisch, ungeachtet her leibet untrfrenudien Ernährungsverhältnisse der großen Masse, doch A n z « ch.« einer leisen Besserung hWrWH, unk >o wollen wir icht verzagen, sondern den Aufbau und Ausbau von
*■ • - rtsetzen bis zu einem guten Ende. nd.
Reiferer Abbau -sr BBMK
Nur für das unbesetzte E-rbiet.
Neichskohlenverband und Großer Ausschuß des Reichs- kohlenrates berieten über die Möglichkeit eine« weiteren
Abbaues der Kohlen preise, die z kung ab 15. Oktober herabgesetzt «^seitdem höht worden waren. In der Erwart>M, dast.di baurevieren allmählich zur Durchführung gelal
ir- 61« Mrg- t r.
längerung derArbeitszeit bald die Fri« l e i st u n g zu erreichen gestattet und daß d :eisabbau oo« d _ Wirtschaftszweigen, insbes Reichdbahnver waltung mit ihr gemacht wird, beschlossen die Organeber Kohlen
stimmig.
on bei it. ein-
fisherabsetzung um tt®a 10 P o-Grubenpreise im unbesetzten etwa 125 bis 130 Prozent
chland in der Por
wobei die Goldmark
«11 e" an der Ruhr v
eren Be- MonMunisten Heft in die Hand Skandalszenen g (Remmele) steigende Er auken. Breslay
rHWWF naOGvEsna dsvsri esi
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regierung, um Herr der Lage zu bleiben, zur.Verhängn-' - • Ausnahmezustandes, über den noch 'einiges au sagen is
Wie der Eclair mitte äflinge nach der f r sie G uh«na aÄRnspo» ' finden sich angeblich d r ndler, ein GeschäftSm
greifen mußte.
Nach dem Scheitern der Pariser Emferenz ent»” ^Kakuum, und die leidige Reparationsfraae drolNe?
versumpfen. Um dies zu verhüten, Her Außenminister Lord Curzon den Reichskanz neuen Vorschlägen hervorzutreten. Dies ges gebot von 20+5+5 Goldmilliarden. Der diesen Schritt begleitende Notenwechsel war erfolglos und zog England in Mitleidenschaft. Poincare zeigte dem schwächlichen Bonar Law die Zähne, und als dieser seinen Platz Baldwin ein räumte, enttäuschte auch dieser durch seine abwartende Politik selbst seine konservative Gefolgschaft. Trotzdem war das Eis gebrochen. Die Stimmen in England mehrten sich, die nicht nur dort, sondern auch in Amerika aus volkswirtschaftlichen Gründen eine energische L ö s u n g des R e p a - rationsp^koblems forderten. Um sich nicht den Wind aus den Segeln nehmen zu lassen, schnitt Poincare selber die Frage wieder an- Es gelang ihm, amerikanische Sachverständige zu einer platonischen Mitwirkung in der Repara- tionskommission zu bewegen und nun, nachdem die englischen Neuwahlen die konservative Mehrheit aus dem Sattel gehoben haben, wird sich's herausstellen, ob der Diktator Europas seine angemaßte Rolle wird beibehalten können oder ob die neuen Besen in Downing Street besser als die alten kehren.
Ungefähr um dieselbe Zeit, als in England sich der Zug Nach links mit dem Wahlsiege der Arbeiter- und der liberaleu
kriegspreise und damit wesentlich unter das Weltmarktpretsniveau zurückgebracht werden. Die Preisherabsetzungen treten ab 2. Januar in Kraft. Für die Syndikate des besetzten Gebietes, wo die bekannten besonderen Verhältnis^ obwalten, geltende Beschlüsse nicht.
sind Freitag nachmittag 15 höfischen S t r « f f » 1» ■ istt Zvvrben. Unter ihnen rutsche, der ^«(tenieur n und der Prokurist einer h u h r g.e b i e t. Alle drev
großen ‘ Firma aus de
sind von einem «riegoL«ßicht wegen „La b o tage
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2lm Freitag tr ersten Male in Er man als feststeheiw der neuen Arbeitszeit« gesehene Mittagspausi wurde dann auch im D Werkstätten die neue,^
versuche, die vo noch weiter lin" waren, wurden
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Nachdem eine GesellAa Vergwerksamt jetzt das Mulungsrecht, dem Abbau der j ü n g st e n d e u t s fünde begonnen werden.
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om BrÄtwschweiger a! tett cha t, Metz-mit Steinkohlen-
Es handelt sich um die Entdeckn!'- großer Stein- loHlenlager bei Mackendorf-Döhren-Gras- leben im Braunschweigifchen. Die Steinkohle liegt unter
LWald- und Oedlandboden; das erste Mutungsfeld ist ____„_9,9 Quadratmeter groß, in der nordwestlichen Hälfte egensechs Kohlenflötze von einer Mächtigkeit von je ßO Zentimeter übereinander. Auch in der .ve i+en Hälfte wurde ein neues Steinkohlenlager gefunden; hier glaubt man, ein besonders großes Laacr anzutreffen. Die gefunbene Stein» ' - von großem Heizwert.
^Nähe der Kohlenfelder wurden auch große selber . entdeckt, deren■ Auel -re mit der Kohlen :ung vereinigt werden soll. Sugg ce-ill dige, behaupten, daß.das hier gefundsus Elleuerz dasjenege brsRührgebietxs weitübertreff«.
Haftbefehl gegen den Kroatenfüh'
Mit Rücksicht auf die angekündigte Rückkehr des Kroaten. M führers Raditfch würden die jugoslawischen Greu-bchörden angewiesen, den Bauernführer beim Betreten d«» Staatsgebiets zu verhaften. Bekanntlich hatte die
m Ruhr her ah au im Bergbau zu
Schon örnre mittag konnte daß die A-beite r sich mit
iden hatten; denn die oot- eingehalten. In der Ta! Rachmittpas in allen Betriebs- zeit innegehaiM. Sabotage- ,, freien Gewerkschaften und ton den enden Organisationen angekündigt
In der Wiederaufnah
keiner Stelle in S'.ene
a l I i n d u str i e in mit einer größeren r Arbeit erst n ach R e u fa h r zu rech- ein Hochofen der Gelsenkirchener Berg- ‘ Einige kleinere Eiiev- noch vorhandenen Roh-
nen, da erst . ..., WWDWW
werks-Akt.-Ges, angeblasen wird, mdustnen werden versuchen, mit de »raterialien die Arbeit wieder an ustehmen.
Die Kohlenförderung
ruf den Zechen im Gelfenkirchener P-'i-k hat nd’ : der vergangenen Woche erfreulich achc P ? m .0 in >er mit dem 16. Dezember abgc-au^nc.i Woche o.e Prcdut-