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Min des Amtsraumes oder der DieMstunden erfolgt. Es ist also den Brautleuten zu empfehlen, sich bei der Beantragung des Aufgebots bereits mit dem nötigen Geld zu versehen.

— Falsche NeichsSanknoie« zu 50 000 Mark. Von den in Schwarzdruck ausgeführten Reichsbanknoten zu 50 000 Mark mit dem Datunr des 19. 11. 22 ist eine Fälschung aufgetaucht, bei der das bei echten Noten auf der rech­ten Seite in das Papier eingrwrmte Wasserzeichen — Eichenlaub und Kreuzdorn darstellend — fehlt oder man­gelhaft nachgebildet und in der Durchsicht nicht oder nur schwach zu sehen ist. Die orangeroten, bei echten Noten in das Papier eingebetteten Fasern sind durch ähnlich getönte Druckstriche, die sich mit einer Nadel vom Papier nicht abheben lassen, vorgetäuscht. Vor Annahme dieser Nachahmung wird gewarnt und für die Prüfung empfoh­len, sich die Beschaffenheit der echten Noten genau ein- zuprägen. Für die Aufdeckung von Falschmünzerwerk­stätten und dahin führende Angaben zahlt die Reichs- bank nach wie vor hohe Belohnungen.

Eassel. Mehrere Personen wurden vor einigen Tagen von der Krimmalpolizei festgenommen, weil sie dem französischen Spionagebüro in Düsseldorf Nachrichten über angebliche rechtsradikale Organisationen und Ver­bände in Deutschland überbrachr hatten. Diese Nachrich­ten hatte ein gewisser Hansheinrich Brimmg, der unter dem falscherr Namen eines „Dr. Börner" seit längerer Seit in Wilhelmshausen bei Eassel woynte, nach dem Muster des Berliner Großfälschers Paul Slusbach frei erdichtet. Aus den zahlreichen aufgefundenen Schrttt- stückeu, die außerordentlich geschickt angefertigt und ge­fälscht waren, ging hervor, daß Brüning nicht nur dre Meldungen erfand, sondern auch den von ihm erfun­denen angeblichen geheimen Verbänden gefährlich klin­gende Namen gab, wie „Völkische Kampffront Groß- Deutschland", „Deutsche Wehrschaft", „Sturmabteilung Heymann", „Hauptgeschäftsstelle der Sturmabteilung u. a. m. Seine angeblichen Meldungen, die sich auf die Vorbereitungen eines Rechtsputsches bezogen, kamen aus München, Hamburg, Hannover und Berlin. Das den Franzosen in die Hände gespielte Material war ge­eignet, bei diesen den Eindruck zu erwecken, als wenn in Deutschland eifrig gegen Frankreich gerüstet würde und als ob Wafftn in großer Zahl vorhanden seien. Bei Brüning wurden etwa 40 falsche Stempel vorgefunden, die er zur Zeichnung feiner Schriftstücke verwendet hatte. Brüning war zuletzt angesiellter Mitarbeiter der in Hannover erscheinenden deutschvölkischen Kampfschrift „Der Sturm", dessen Geschäftsstelle Eassel er leitete. An dieser Stellung hatte er naturgemäß Zutritt zu zahlrei­chen rechtspolitischen Kreisen. Neben der politischen Spionage betrieb die Gesellschaft auch militärische Spio­nage. Mit Brüning wurden noch eine Elli Hagemann, ein Fritz Waßmuth und ein früherer Schutzpolizeibeam­ter aus Düsseldorf, namens Franz Wanderer, der haupt­sächlich die militärische Spionage betrieb, festgenommen.

— Die Polizeibehörden sind dieser Tage einem schwung­haften Handel mit gestohlenen und unterschlagenen Mi- litärwaffen auf die Spur gekommen. Der festgenom- meue Verkäufer gab an, ein gewisser Schmidt aus Hek- kershauseN zu sein und die Waffen von seinem Schwa­ger zu haben, der früher Ortswehrkommandant gewesen fei und die Waffen immer noch im Besitz habe. Ferner gab er an, daß sich im Besitz seines Schwagers noch mehr Gewehre befinden, die in dessen Hause versteckt seien.

- ‘ Die Polizei nahm den Mann in Polizeigewahrsam. Bei ftgMHMmitfMNM^C^^ -z WWWttt - tu einer Wurstkammer noch neun Gewehre vorgefunden. Auch bei zwei anderen Landwirten wurde je ein Gewehr vorgefunden. Sämtliche Waffen wurden beschlagnahmt und die Besitzer in Haft genommen.

Marburg. Das Brannkohlenflöz auf der Auelskuppe bei Hattenbach wird gegenwärtig abgebaut. Da die Kohle ziemlich hoch zu Tage allsteht, soll der Zlbbau durch Tagebau erfolgen.

Der jetzt ausliegende Staöthanshaltsvorauschlag für 1923 schließt in Einnahme und Ausgabe mit j 671890 000 Mark ab. Die Stadtverordnetenversamm­lung beschäftigte sich in zweitägigen Sitzungen mit ver­schiedenen wichtigen Fragen. U. a. bewilligte man wer­tere beträchtliche Mittel zum Neubau von sog. Prosesso- renhäusern und stimmte auch der unentgeltlichen Her­gabe des Geländes zum Neubau eines Finanzamtsge- bäudes zu. Auch die Bemühungen, Industrie nach Marburg zu schaffen, Meinen Erfolg zu haben. So soll in der Wandererarbeitsstätte am Südbahnhof eine Töp- fcriudustrie (Marburaer Dibberchef ins Leben gerufen werden. Die Unterbringung der Wanderer übernimmt die Stadt.

Eassel. Der hiesige Magistrat hat die Kohlenpreise ent­sprechend der Ermäßigung der Kohlensteuer und einer geringen Ermäßigung der Zechenpreise herabgesetzt.

— In ein Zigarrengeschäft in der Hohenzollernstraße wurde ein schwerer Einbruch verübt. Es wurden Zi­garren, Zigaretten, Wäsche und bares Geld im Werte von 5 Millionen geraubt. Des Diebstahls verdächtig ist ein junger Mann, der sich tags zuvor nach den örtlichen Verhältnissen im Lagen erkundigte.

Rotzrorf. Wegen Anmaßung eines öffentlichen Amtes hatte sich der 21jährige Maschinenschlosser Karl W. von hier vor der Strafkammer in Hanau zu verantworten, die ihn unter Einbeziehung einer früher gegen ihn er- kaunietr Strafe von 4 Monaten 2 Wochen, zu 5 Mo­naten Gefängnis verurteilte. Er spielte sich einem Ein­wohner in Hanau gegenüber als Kriminalbeamter auf, - folgte diesem unter dem Vorgeben, daß er sich eines Diebstahls verdächtig gemacht, in die Wohnung und ließ sich dort die Kleidung res von ihm verdüchttgken Mannes vorzeigen. Der Angeklagte stellte,die ganze Sache als einen Scherz seinerseits hin, während ger Belästigte die Sache als bitteren Ernst anffaßte.

Fulda. Der Stadtverordneten-Sitzungssaal war ge­legentlich der Stahtverorduelenversamnmnlg mit, zahl­reichen Zierbäuinen geschmückt, aus Anlaß des 25)06= Sägen Bestehens der Stadtverordueicurersanunlung nach dem Inkrafttreten der preußischen Städteordnung. Nach 1 HstÜndiger Beratung des Vertrages mit dem Fiskus betr. Errichtung einer Ausbauschnle in Fulda wurde be­schlossen. dem Vertrau zrczustimmeu, wenn auch Stadt und Kreis dadurch eine recht große finanzielle Belastung treffen wird. Somit ist die Errichtgnu einer Aufbau- schnle in Fulda gesichert.

Fnlda. Die Zufuhr zum letzten Schweinemarkt betrug 180 Ferkel und 5 Läufer Bei lebhaftem Handel wurden für Ferkel 100 000 bis 180 000 Mark, für Läufer 340 000 bis 400 000 Mark das Stück besohlt.

Fulda. Auf Bahnhof Lütter ereignete sich ein kleines Eisenbahnunglück. Von dem aus der Richtung Gersfeld kommenden Personenzug entgleisten aus noch unaufge- klärten Gründen plötzlich die Maschine und einiae Per­

sonenwagen. Glücklicherweise wurden Personen nicht verletzt, sondern kamen mit dem Schrecken davon. Auch der Sachschaden ist kein allzugrrßer. Von Fnlda wurde ein Ersatzzug nach Lütter entsandt, der die Reisenden dann nach hier brächte.

Hanau. Der im März 1921 vom hiesigen Schwurge­richt wegen Ermordung des Schlossermeisters und Me- chanikers Ludwig Schwarz von RüsselSheim zum Tode verurteilte, später zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigte frühere Lehramtskandidat Philipp Wolf von Eoden-Salmünster, der nach wie vor behauptet, am Tode des Schwarz unschuldig zu sein, betreibt feit seiner Ver­urteilung hartnäckig das Wiederaufnahmeverfahren. Ammer wieder benennt er Zeugen, die sein Alibi ttaeö« weisen und dadurch bekunden sollen, daß er unmöglich als Mörder des Schwarz in Frage kommen könne. Das hiesige Landgericht lehnte den Antrag zur Hörung dieser Zeugen ab/ Auf eine vom Rechtsbeistand des Verur­teilten, Rechtsanwalt Dr. Koref-Hanau, eingelegte Be­schwerde hat das Oberlandesgerickn Eassel setzt entferne« den, daß dem Antrag stattzugehen ist und die namhaft gemachten Zeugen zu hören sind.

Friedberg. An der Gemarkung Petterweil überraschte ein Aäger zwei mit Gewehren und Dolchen bewaffnet« Wilderer m»3 Nieder-Wöllftadt bezw. Klein-Kacben, Die Wilderer wurden erkannt, bei dem einen handelt es sich um den Klein-Karbener Stratzenwärter.

Frankfurt. Kurz vor Weihnachten v. As. erschlug der in Gießen geborene Gärtner Hans Appel auf dem Grundstück eines Dreschmc-fchinenbesitzers oev Arbeitet! Haller und beraubte ihn. Die Beobachtnngen des Appel durch Gerichtsärzte haben jetzt ergeben, daß der junge Mann als aeisteskravk anmsehen und für seine Tat nicht verantwortlich zu machen ist. Das Verfahren gegen ihn wurde infolgedessen eingestellt. Appel wird einer An­stalt zugesührt.

Gersfeld. Dieser Tage wurde die dem Segelflugzeug- bau Messerschmitt, Bamberg, gehörige Flngschule auf hei Wasferkuppe wieder eröffnet. Wolf Hirth hat die Lei­tung der Flugschtkie übernonimen. Vorläufig ist der Betrieb mit der alten Maschine Typ Harih-Ntesserschmiti S—10 anfgerrommen. Es werden aber in kurzer Zeit noch einige weitere Maschinen zu Schulzwecken in den Dienst gestellt werden.

Haua«. Ein wertvolles Pferd, das von einer Frank­furter Firrua in Schlächtern für mehrere Millionen Mark erworben war, und sich auf dem Transport an seinen Bestimmungsort befand, brach auf der Heller­brücke plötzlich znsamuien und mußte abgeschlachtet werden,

— Die Brieftasche mit 190000 Mark Anhalt gestohlen wurde einem Gastwirt, der von außerhalb hierher ge­kommen war, um auf dem Wochenniarkt ein Ferkel zu kaufen.

Dffenvach. Am Walde bei Bieber wurde der 24jährige Zlrbeiter Anton Redlinaer von einem Auto an gefahren und so schwer verletzt, daß er nach wenigen Minuten verstarb.

Frankfurt. Wegen der Schwierigkeiten durch die Be­satzung kounte der Wiesbadener Kommunnllandtaa im März nicht einberufen werden. Wie wir hören, soll bU Tagung jetzt an einem Ort des unbesetzten Gebietes stattfinden, vermutlich in Frankfurt a. M.

— Der Arbeitsmarkt hat in der abgelaufenen Wochc eine weitere Verschlechterona .erfahren. Es sind .7569 Arbeitsuchende gemeldet. Aus 100 offene Stellen kom­men 1235 Arbeitsuchende gegen 735 in der Vorwoche, 2946 Personen erhalten Erwerbslosen Unterstützung.

— Durch den Funkenanswurf eines vorüberfahrenden Güterzuges geriet die Tankamage auf dem Bahnhol Eschersheim in Brand. Das Feuer blieb durch das rasche Eingreifen des gesamten Bahnpersonals auf seinen HerZ beschränkt.

— An der abgelaufenen Woche bearbeitete die Wucher­polizei 60 Wucher- und SchleichhauHelSMe.

Grotz-Gerau. Hier erschoß ein junges Mädchen sei­nen Liebhaber und tötete sich dann selbst durch einen Revolverschuß. Das Mädchen stieg durch ein Fenster in öas Zimmer des jungen Mamles und ruallte ihn nach kurzem Wortwechsel einfach/ nieder.

Aus aller Welt.

Der Kälterückschlag. Die starke Herabsetzung der Luft­temperatur, die als Begleiterscheinung eines seit Tagen über Nordeuropa liegenden Hochdruckgebiets sich in Norddeutsch­land unangenehm bemerkbar macht und am Sonntag sogar Schneewolken brächte, hat sich auch im übrigen Deutsch­land ausgewirkt. Der scharfe Wind aus Ost und'Nordost hat in einigen Gegenden des Nachts das Thermometer unter den Nullpunkt gesenkt. Aus dem Riesengebirge, aus Thüringen und besonders aus Baden werden Schnee- fälle gemeldet. Im Schwarzwald liegt eine Neuschnee­decke bis 600 Meter Berghöhe.

Angebliche Paßverweigerung für „Dienstpflichtige". Gerüchte, die an der Wasserkante und in amerikanischen Häfen verbreitet sind, wollen wissen, daß deutschen Aus­wandern, aus Gründen militärischer Dienst- Pflicht von feiten deutscher Stellen die P ä s s e ver­weigert werden. Seibstoerständlich ist daran nicht das Gering st e wahr, vielmehr besteht gemäß Friedensver­trag und Verfassung für keinen deutschen Reichsangehörigen eine militärische Dienstpflicht, soweit sie nicht freiwillig durch ■ Eintritt in die Wehrmacht eingegangen wird, und daher auch weder Möglichkeit noch Veranlassung, aus diesem Grunde die Auswanderungserlaubnis zu versagen.

, Verkauf von Kolonialbriefmarken. Das Reichspostmini- Iterium eröffnet am 1. Mai bei der Versandstelle für Sammler- markn in Berlin SW, Postrechnungsamt, einen freihändigen Verkauf ungebrauchter Postwertzeichen der Karolinen mit der Schiffszeichnung ohne und mit Wasserzeichen (Briefmarken- Postkarten) zu festgesetzten Nettopreisen. Die Los- und Preis- siste weist eine große Zahl Verkaufslose mit vollständigen Sätzen für je ein Stück der Pfennig- und Markwerte dieser Kolonialmarken auf. Die näheren Bezugsbedingungen mit dem Los- und Preisverzeichnis können bei jeder"Postanstalt angesehen werden, auch werden sie auf Verlangen von der Postamtlichen Berwertungsstelle für Sammlermarken in Verlin W 66, Reichspostministerium, gebührenfrei zugesandt.

Eine abscheuliche Mordtat in Berlin. In einen Abgrund menschlicher Verworfenheit leuchtet die Aufklärung des im ■ Februar entdeckten Leichenfundes an der Mühlendammschleuse m B c r I i n hinein. Aus Angst vor Entdeckung einer straf- baren Handlung und aus schnöder Habgier hat eine Frau chren Geliebten nach 'wochenlanger Ueberredung unter Mit-

Wirkung von ihm reichlich eingeflößten Alkohols verleitet, eine 60jährige, von ihr wiederholt bestohlene Frau zu ermorden. Der ganze Fall erinnert in seinen Einzelheiten an die Er­mordung des Oberlehrers Dr. Hemberger vor Jahresfrist in Berlin, der auf Anstiftung feiner eigenen Frau von deren ihr in Liebeshörigkcit ergebenen Neffen ermordet wurde. Hier wie da wurde die Leiche zerstückelt und die einzelnen Teile fortgeschafft. In dem neuen Falle handelt es sich um die Er­mordung der 60 Jahre alten Portierfrau Bertha Räckling, die von dem in demselben Hause wohnenden 39 Jahre alten Arbeiter Theodor Just, einem Deutsch- Russen, unter Anstiftung und Mithilfe seiner Geliebten, der 36 Jahre alten Mathilde S t a b e r o ck, ermordet und be­raubt wurde.

Franclurs für Paketseudungen nach dem Saarrevier. Infolge Einführung einer Gebührenabrechnung über den Paketverkehr mit dem Saarrevier ist die Festsetzung der Ge­bühren für Pakete nach dem Saargebiet in Goldfrank er- forderlich geworden. Vom 1. April an betragen diese Ge­bühren für Pakete bis 1 Kilogramm 30 c, über 1 bis 5 Kilo­gramm 50 c, über 5 bis 10 Kilogramm 90 c, über 10 bis 15 Kilogramm 1 Frank 50 c, über 15 bis 20 Kilogramm 2 Frank. Für Sperrgutsendungen wird ein Zuschlag von 100 v. H. erhoben. Die Vetsicherungsgebühr wird nach Wie- deraufnahme des zurzeit ruhenden Wertpaketverkehrs 10 c für 1000 000 Mark der Wertangabe betragen, die Be> handlungsgebühr 10 c. Die sonstigen Vorschriften bleiben unverändert. Die Umrechnung der vorstehenden Goldfrank­beträge in Markwährung erfolgt nach dem jeweils für den Auslandsverkehr gültigen Gegenwert des Goldfrank.

Die Welferhütte von einer Lawine zerstört. Nach einer an den deutschen und österreichischen Alpenverein gelangten Mitteilung ist die W e l s e r h ü t t e in der Prielgr u p p e einer Lawine z u m Opfer gefallen. Die Hütte, die in einer Höhe von 1800 Meter stand, war von mehreren hundert Alpenvereinsmitgliedern in 500 freiwilligen Arbeits­tagen erbaut worden Trotz siebenfacher Veran­kerung ist die Hütte aus ihren Grundfesten gehoben, etwa 1000 Meter talabwärts getragen und vollständig zer- st ö r t worden.

Eine ganze Stadt in Norwegen niedergebrannt. Ein großer Teil des Städtchens Hemnes am Ranenfjord im Amt Nordland ist n i e b e r g e b r a n nt. Menschen sind nicht umgekommen.

Ein Reinfall eines amerikanischen Arztes. In den letzten Wochen meldeten die amerikanischen Zeitungen von einem jungen Mädchen, deren Körpertemperatur während 31 Tagen unausgesetzt4 3 Grad aufwies, ein Vor­kommnis, das die ganze medizinische Welt Amerikas be- schäfsigte. Der behandelnde Arzt stand diesem Phänomen hilflos gegenüber und setzte alle medizinischen Größen von dem Vorkommnis in Kenntnis. Endlich hat das Rätsel seine Lösung gefunden. Die junge Dame hotte sich den Spaß ge­macht/ die Kugel des Thermometers, die unter ihrer Achsel ruhte, einfach auf ein bei § e s G ummikissen weiter- zuschieben. '

Eingesandt.

(Unter dieser Rubrik veröffentlichen wir Zuschrtsterr auS dem selben ausgesprochenen Ansichten übernehmen wrr außer den preß- gesetzlichen keinerlei Verantwortung. Die SchrifUeitung).

Zur Zeit sind Bestrebungen im Gange, die B<-r- koppelung innerhalb der Gemarkung Hersfelds durch- zuführen. Unseres Wissens hat der Magistrat dem Landet- kulturamt gegenüber feine Bereitwilligkeit zur Durchführung der Verkoppelung erklärt. Nach den gesetzlichen Bestimm­ungen kann die Verkoppeluug nur dann durchgeführt werden, wenn die Besitzer von mindestens einviertel der

gesamten Fläche sich für die Verkoppelung aussprechen.

Nach Ansicht der unterzeichneten Vereine schließt zwar die Verkoppelung wesentliche Vorteile für den Be­sitzer in sich, sie ist aber mit Rücksicht auf die zur Zeit

entstehenden außerordentlich hohen Kosten nicht durch­

führbar. Die Verkoppelungskosten in den Landgemeinden

betrugen im Frieden pro Acker 40—60, in den Stadtge­meinden 50—70 Goldmark, im Durchschnitt also 60 Gold­

mark. In einzelnen Fällen waren die Zusammenlegungs­kosten noch wesentlich höher. Unter Zugrundelegung der Friedenspreise und unter besonderer Berücksichtigung der

besonders stark gestiegenen Materialpreise belaufen sich

die derzeitigen Zusammenlegungskosten auf mindesten-

300—350 000 Papiermark pro Acker. Bei einer weiteren

Geldentwertung würden sich die Kosten entsprechend er­

höhen. Grundstücksbesitzer mit einem Besitz von nur 2 Acker würden demnach aufzubringen haben 600—700 000 Mk.,

solche mit 5 Acker Besitz 1,5 bis „ 10 „ 3 „ „ 20 „ „ 6 „ „ o0 „ „ 16 „

„ 100 „ „ 30 „

Die Stadt einschl. Hospital und

1,75 Mill. Mk.

3,5 „ „

7 „ ,,

17,5 „ „

35 „ „

Sondersiechenhaus

ist mit einer Fläche von 236 ha beteiligt, die Kosten für

die Zusammenlegung dieser Fläche in Höhe von 285 bis 330 Millionen Mark müßten von den Gewerbetreibenden sowie denHaus- u. Grundbesitzern allein aufgebrachtwerden.

Die ungeheueren Verkoppelungskosten würden für viele Grundbesitzer, ganz besonders für die kleineren Be­sitzer, die an und für sich schon mit den größten finanziellen .Schwierigkeiten zu kämpfen haben, den vollständigen wirtschaftlichen Zusammenbruch herbeiführen. Auch von den mittleren und größeren Besitzern können die Kosten nicht getragen werden.

Das Kulturamt Hersfeld hat Termin zur Beschluß­fassung über das Verkoppelunzsverfahren aus Donnerstag den 19. d. Mts. vormittags 8V2 Uhr im Kursaal in Hersfeld anberaumt. Es ist Pflicht jedes Grundstücks­besitzers in diesem Termin zu erscheinen und gegen die Durchführung der Verkoppelung im jetzigen Zeitpunkt zu stimmen. Alle Grundstücksbesitzer, die den Termin nicht wahrnehmen, werden vom Kulturamt als für die Ver­koppelung stimmend angesehen.

Haus- und Grundbesitzer­verein Hersfeld.

Ortsbauernverein Hersfeld.