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Hersfelder Kreisblatt

Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfeld

Erscheint Dienstag, Donnerstag und Sonnabend. Der Berugspreis beträgt durch die Dost bezogen monatlich 120. Mt., für Hersfeld 100. Mt., Abholer 90. Mt. / / Ameigea- Preis für die einspaltige Detitreile oder deren Raum 15. Mt., für auswärts 20. Mt., die Reklamezeile 40. Mt. / / Druck und Verlag Don Ludwig Funks Buchdruckerei in Hersfeld.

Mitglied des Vereins Deutscher Zeitungs-Derleger. / / Für die Schriftleitung verantwortlich Franz Funk in Hersfeld. / / Fernsprecher Nr. 8.

Nr. 259

Donnerstag, den 7. Dezember

1922

Deutschland kapuk?

Das sind die Verzweiflungsschreie, die uns in die Ohren gellen, daß Deutschland kaput gehe, weil der Wert der Mark in dauerndem Abstieg begriffen ist, da das Ausland zur Mark das Vertrauen verloren habe. So schreibt z. B. Arthur Seiler, der scharfsinnige Politiker von echt sozialer Gesinnung kürzlich in der Frankfurter Zeitung.

Sollte da nicht sein und der meisten Verzweifelten Denken allzu großkapitalistisch-industriell, allzu handels- und börsenmatzig eingestellt sein und die wirtschaftliche Lage durch diese Einseitigkeit fälschen?

Warum muß Deutschland kaput gehen? Wie kann, ein Volk auf diese Weise kaput gehen, in dem 6a Millio­nen Hände sich fleißig regen, das eine landwirtschaftliche Urproduktion hat, die jetzt schon fast das ganze deutsche Volk ernähren kann, und die es in Zukunft ganz tun können wird, wenn man die Bodenbebauung zum Haupt- thema der nationalen Fürsorgepolitik macht: das eine Industrie hat, die in der Hauptsache die gewerblichen Be­dürfnisse befriedigt: das Kapital genug besitzt, um den, wirtschaftlichen Apparat in Gang zu halten: das Tech-- niker, Gelehrte, Chemiker und Praktiker in Fülle hat/ um die einschlägige Mitarbeit zu bewältigen.

Ja so kommt der Einwand die Rohstoffe! Ge-- Witz müssen wir die einführen, doch in welchem Um­fange? Die Einfuhr übersteigt nicht ein Viertel des Ge- samtbedarfs. Man sehe doch klar! Unsere Einfuhr be­ziffert sich auf 103/ Milliarden. was wir aber auf dem inneren Markt selbst erzeugen und umsetzen, beträgt im Minimum 120 bis 140 Milliarden Mark. Sollte nun! das Viertel des notwendigen Einfuhrbedarfs uns finan-- zielt versklaven oder gar kaput machen? Das ist doch! Torheit!

Bei Rußland liegen die Dinge ganz anders, da zu einer verwüstenden Mißernte der Kapitalmangel kommt, der seine Industrie still legt. Und Oesterreich hat reine Landwirtschaft, sodatz es für feine direkte Lebenserhal­tung aufs Ausland angewiesen Ht

Wenn es trotzdem so aussiebt, als müßten wir zu- sammenbrechen, so liegt die Erklärung in der Tatsache, daß die internationalen Ausgleichsorgane nicht richtig funktionieren. , _ ,

Wie kommt denn die Welt dazu, unsere Mark auf den tausendsten Teil ihres Wertes sestzusetzen? Wer macht denn das? DieWelt" hat gar keine Veranlas­sung zu dieser Maßregel. Es ist ein Schwindel, daß die Welt kein Vertrauen zu uns habe, finanziell gesprochen. Wäre es so, dann müßte sie den Verkehr mit Deutschland überhaupt aufgeben. Das tut sie aber nicht. Sie hat Vertrauen, aber nur bis zu einem Tausendstel unseres Markwertes. Daraus ergibt sich klar, daß es sich um einen Svekulationsstandpunkt handelt, bei dem wir bluten sollen. . . s

; ,vii; <tR denn das die Entente? Sind's unsere Feinde, O nem! Das sind ein paar hundert Märmer, die an den Börsen von Neunork, London, Paris, Amsterdam usw. den Wertstand diktieren, nach dem fragwürdigen Gesetz von Angebot und Nachfrage. Diesen paar hundert Männern folgen Frank­reich, England, die Alliierten.

Wenn man die Berliner Verhandlungen mit ihren Vorschlägen verfolgt hat, so hieß es immer, daß die be- trefsenden Regierungen mit denBankiers" von Lon­don, Neunork usw. in Verbindung treten wollten, um die nötigen Maßnahmen durchzuführen. Die Bankier-- der Welt sind es also, die die internationalen wirtschaft­lichen Regelungen tresfeu, nicht die Regierungen selbst. Und diese internationalen Ausgleichsorgane, verkörpert in der Börse, funktionieren eben nicht richtig.

Fern sei es hierbei, aus den Abweg des Antisemitis- mus zu geraten. Wer Verstand und Äugen braucht, er- kennt mit absoluter Klarheit, daß die Börie der natür­liche Ausdruck des Ueberkapitälismus ist, der ganz na­turgemäß aus der zunehmenden Industrialisierung der Welt entsteht. Börseumaun und Bvrsenbet.rleb sind Er­scheinungen des überkapitalistischen und indu^irmlisti- schen Prinzips, womit Konfession und Raste nichts zu tuu^^l die Börse das Wirtschaftsthermometer, das den Stand der Dinge richtig anzeigt? Man sollte nach dem Einfluß der Börse wirklich glauben, daß sie der gei­stige Beherrscher des Wirtschaftslebens ist sein Regu- lotor und sein Organisator. Und doch Mün dreier An­spruch mit größter Energie abgewiesen werden. .Die in­ternationale Börse hat nicht einen Stws von wertblicken- dem volkswirtschaftlichen Verstand. Sonst müßte sie -wissen, daß die deutsche Produktion mit ihrem lcistnngs- fähigen Ackerland, mit ihrer Migeu Industrie, mit ihren fleißigen Händen und fruchtbaren Köpfen von vornherein Vertrauen in sich schließt. Sie müßte Witzen, wenn sie wirklich die wirtschaftliche Seele fein will, wenn sie Urteil und ein wenig genialen Blick tn Anspruch nehmen will, daß trotz Versailles und der Reparationen in Deutschland alle Voraussetzungen für wirtschaftlichen Wiederaufbau vorhanden sind und müßte deshalb den Finanzapparat für Deutschland einstellen.

Die Börse ist aber kein solches Institut: sie ist viel­mehr ein Tummelplatz der Spekulation. Es sind nicht Geister einer überlegenen Wirtschaftspolitik, sondern Leute niederen Grades, die an ihr arbeiten.

<wenn daher eine internationale Finanzaktion Druischland helfen soll, so müssen die Regierungen der Börse das Recht nehmen, Urteile üBer den moralischen Mild Wirtschaitswert der Völker abzugehen. Denn * wenn heute die Mark blödsinniger Weise ein Tanseud- 4 siel ihres Wertes hat, so verdankt sie das dem Urteile 1&® der unfähigen Börse. Aus diesen Tatsachen er- ^bellt daß die verantwortlichen MrtschMsmänner der

Staaten der Börse ihre Herrschaft über das Wirtschafts­leben abnehmen müssen. Sie muß wieder zu dem ge- macht werden, was sie von Hause aus war: eine Die­nerin des Wirtschaftsavvarates: denn als Herrin und Leiterin hat sie sich gänzlich untauglich erwiesen.

Wenn heute Amerika, England, Frankreich usw. er­klären. daß sie Vertrauen zu Deutschlands wirtschaftli- ^er Kraft besäßen, wie es fa fftr den unbefangenen Blick in der Tat liegt, und daß sie das deutsche Geld in den wirtschaftlichen Wert wieder einietzten. der durch die Ge­samtsumme der deutschen Arbeitskraft Bestimmt wird, dann wäre die Sache gemacht. Beraten sich aber die Staaten weiterhin mit ihren Bankiers und Börsenmäu- nern und schaffen den milchen Thermometer nicht ab, dann ist die Erneuerungsartzeit in ihrer Wurzel ge­lähmt. Heute sind Börse und Handel statt Dienerinnen Herrinnen der Produktion und das hat sich so furchtbar gerächt, daß wider alle Vernunft und Verstand, wider alle Tatsächlichkeit die Mark auf den tausendsten Teil ihre?' Wertes herabaedrückt ist.

Da? lenkt aber die Blicke weiter auf die grundlegen­den Fehler auch unserer maßgebenden Kreise. Sie alle sind wie gebannt von der Ansicht, daß die eigentliche volkswirtschaftliche Pflege der Industrie und dem Han­del zu gelten habe. Sie sehen nur nach den Fabrikschorn- Jtcjnen und Industrieaktien. Dort so glauben sie, lie­gen die Wurzeln unseres volkswirischaftlichen Wohler­gehens. Darum kreisen die Gedanken unserer Staats­männer, Professoren, Wirtschaftstheoretiker und Jour­nalisten um Fabrik und Börsenaktiem Der Absatz an Fertigkeitserzeugnissen nach außen ist ihnen der sprin- gende Punkt. Ist das so?

Man mache sich doch zunächst einmal klar, daß der Zeitpunkt, wo diese Ausfuhr aufhört, in dem Tempo näher rückt, als das Ausland sich durch Errichtung eige­ner Industrien unabhängig macht. In der Zeit des all­gemeinen Verkehrs, der Telegraphie, der Zeitungen, der Kapitalsbildung des über die Welt rollenden Geldes, der Möglichkeit leichtester Aneignung internationaler tech­nischer und wissenMaftlicher Bildung muß doch die Fik­tion aufhören, daß zwei oder drei Völker ein industriel­les Uebergewicht haben und die übrige Welt mit Jndu- strieprobukten versorgen würden. In fünf Jahrzehn­ten werden alle Kulturvölker ihre eigene Industrie be­sitzen.

Deshalb werden sich alle Völker zur Autarkie beken­nen müssen, d. h. zur grundsätzlicheu Erzeugung ihres eigenen Bedarses, so weit das möglich ist. Die verhäng­nisvolle Denkart, daß das fehlende Getreide ia durch den Handel eingestihrt werden könne denn dazu sei in der Handel da hat es verschuldet, daß trotz aller Reden für die Vermehrung der Nahrungsproduktion so;

lange und soweit das eigene Land in der Lage ist tene Handelswaren zu ergänzen.

Deshalb muß es als die wichtigste Aufgabe betrachtet werden, die Gesamtproduktion endlich unter den Gesichts­punkt der Nahrungsproduktion zu stellen, unsere Volks-, Wirtschaft von der arotzkapitalistlsch-industrialistrschen,, börsenhasten Suggestion zu Befreien und Sinn und Sera' für die eingeborene Natur der Dinge zu eröffnen.

Soll es zu dieser Hilfe aus eigener Kraft kommen/ so wäre allerdings eine Aterupause nötig. Aber auch diese könnte aus eigener Kraft geschafft werden. Wenn unser Volk seinen Gesamtvorrat an Gold und Edelstei- nen dem Vaterland zur Verstiguug stellte, so kounte es für mindestens ein Jahr seine nötigen Rohstmle und Nahrungsmittel bezahleru Aber glaubt fenmnö im Ernst an die Berwirklichuna eines folck,en Vorschlages? Man schimpft lieber auf Regierung, Kanzler und Politik und geaeu den Milliardeu-Stiunes nunen Borse, Banken, Industrie und Handel kein WöriHen zu sagen. Da» alles bringt Gewinn, und hier liegt der Hase im Pfeffer.

Biß llirmWiche Goldfordßrung.

w Wie demLok. Anz." ungeteilt wird, besteht inner­halb der Reichsregiernng und auch der bayerischen me- gicrnna kein Zweifel darüber, daß die Goldfordernng der Botschafterkonferenz in Höhe von einer Million Goldn-ark nicht aufgebracht werden kann, auch mcht dnrch das Reich. Daß die Städte Pafsan und Jngolstadt oder etwa der bayerische Staat eine derartige Summe bezah­len könnte, ist natürlich von vornherein ansgeschlossen. DemLok. Anz." znfolge nimmt man an, daß sich auch eine Einignng zwischen der Reichsregiernng und der bayerischen Regierung darüber erzielen lassen wird daß in der ablehnenden Note das Bedauern des bayerischen Nkinisterpräsidenten zum Ausdruck kommt.

Flammender Protest des bayerischen Landtages.

Im bayerischen Lmldtag gab Präsident KönigSbauex eine Erklärung ab zu den Gewaltmatznahmen der En­tente gegenüber den Städten Jngolstadt und Pafsan, in der er namens des bayerischer! Landtages scharnte Ver- wabrnng gegen die Forderungen der Botichafterkonfe- renz einlegt, die die neue erpresserische Methode darpel- len mit der der Weg zum Raube deutschen Eigentum^ in den besetzten Gebieten freigemacht werden soll. Da^ Vorgehen der Botschasterkonferenz ziele offenbar darauf ab Zwiespalt zwischen Bauern und dem Reiche und zwi­schen Bayern und der Pfalz zu fiten, um den lange ge­hegten Plan der Ausbeutung und der Besitzergreifung deutscher Länder verwirklichen zu können. Der Land­tag habe zu der bayerischen StaatSregierung das Ver­trauen, daß sie den Weg gehen werde, auf dem Sie i n ttitö die Würde des deutschen Namens gewahrt und ine standhafte Treue der wackeren Pfälzer vergolten werde.

Die niini|ißrOß|prß$ungen in Berlin.

"Der bayerische Ministerpräsident von Knilling hatte zwei Einzelbesprechungen mit dem Reichskanzler Dr. Enno. Darauf begann dann die offizielle Beiprechung zwischc« der Reichsregiernng und den nach Berlin ge­ladenen Ministerpräsidenten der Länder. Bei dieser Ge­legenheit wurde auch die Note vom 30. November be­sprochen. Eine Entscheidnng wurde nicht gefällt, son­dern die Entscheidung darüber liegt dem Reichskabinett ob. Auch vom Reichspräsidenten wurde der bayerische Ministerpräsident Dr. von Knilling empfangen.

Das Präsidium der vereinigten vaterländischen Ver­bände Bayerns hat an den Ministerpräsidenten Dr. von Knilling vor dessen Abreise nach Berlin eine Anfrage des Inhalts gerichtet, ob die bayerische Staatsregierung gemäß dem bei Eröffnung des Landtages bekundeten Standpunkt die Absicht habe, Bei der neuen Reichsregie­rung ehestens dahin zu wirken, daß die sogenannten re­publikanischen Schutzgesetze als Ausnahmegesetze auch im Sinne der Weimarer Verfassung aufgehoben werden.

Der »ene französische Botschafter bei Eberk fe* Halbamtlich wird aus Berlin gemeldet: Der Reichs­präsident hat den neuernannten französischen außeror­dentlichen und bevollmächtigten Botschafter de Man Serie zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschret^ bens empfangen, wobei die üblichen Begrüßungsansprm chen gehalten wurden. Aus der Ansprache des Botschaft ters sind folgende Worte hervorzuheben: Alle meine Be­mühungen werden darauf gerichtet sein, inmitten des deutschen Volkes den Beweis für den aufrichtiges Wunsch meiner Regierung zu erbringen, daß zwischen Frankreich und Deutschland im Rahmen des Friedens Vertrages Sie Beziehungen wieder hergestellt und enti wickelt werden, die für das Einvernehmen und den Fort­schritt dieser neuen Welt unerläßlich sind. Für die Evt füllung dieser hohen Aufgabe bringe ich die unerschüt­terliche Absicht mit, die Rechte meines Landes zu wah» ren und die Deutschlands zu achten.

Der Reichspräsident erwiderte darauf u. a.: MU Genugtuung nehme ich Sie Wünsche entgegen, Sie Sio Deutschland und mir ausgesprochen haben. Seien Si^ versichert, daß die Reichsregiernng alles tun wird, waH in ihren Kräften steht, um Ihre hohe Aufgabe zu er-, leichtern. Ihre Worte verbürgen mir, daß Sie aufriK, tig bemüht fein werden, an der Beruhigung der Geister mitzuarbeiten, die unsere beiden Länder so dringend not tut Indem Sie die ihnen neuen Verhältnisse des deut- schen Volkes unmittelbar auf sich wirken lassen werden, werden Sie Gelegenheit finden, mit Ihrer reichen diplo- inatischen Erfahrung dem Frieden zu dienen.

Belgien an Frankreichs Seile.

k*Sm belgischen Ministerrat ist die Wiedergutma- chungsfrage besprochen worden. Nach dem Bericht des Etorle belge" hat die Regierung sich entschlossen, nur unter sicheren Garantien in ein Moratorium für Deutsch- lau- einzuwilligen. In dieser Beziehung gehe Belgien mit Frankreich einig. Auch glaubt das Blatt, mitteilerr zu können, daß, wenn keine Löstmq gefunden werde und Frankreich sich dazu entschließen sollte, das Ruhrgebiet in besetzen, Belgien vorschlagen werde, diese Besetzung wn den Alliierten gemeinsam vornehmen zu lassen.

Das französische Programm für London.

Das englifcf)e Kabinett hat nunmehr die offizielle Zusage des italienischen und des belgischen Minister­präsidenten für die Teilnahme an den Londoner Be- fprechnngen erhalten. Nach dem PariserTimes"-Kor- respondenten steht die srauzösiiche Regierung auf dem Standpunkt, daß von der Brüsseler Konferenz wenig zu erwarten fei, wenn bei den Londoner Verhandlungen picht eine Einigung über folgende Punkte erzielt wer­den kann: 1, Endgültige Festsetzung der Höhe der deut­schen Schuld, 2. ZahlnngSrncthode, 3. Vericilung der Zahlungen unter die Alliierten, 4. Lignidation der ge- icnseitigen alliierten Schnlden, 8. Wiederherstellung der deutschen Finanzlage unter alliierter Kontrolle, 6. A«f-s bringung einer internationalen Anleihe, 7. Maßregel«, für den Fall einer dentschen Nichterfüllung.

Neue Teueruugsaktion.

Eine Abordnung der Gewerkschaften, die im Reichs­finanzministerium um die umgehende Einleitung neuer Verhandlungen betreffs der Gehälter der Staalooeam- teu und Löhne der Staatsarbeiter bat, wurde vom Ver- treter des Ministers zugesagt, daß spätestens in der näch­sten Woche eine Besprechung in die Wege geleitet wer­den soll.

Die Frage einer internationalen Anleihe.

** Paris.Daily Mail" behauptet, daß angeblich neue Vorschläge Deutschlands wegen einer internationalen Anleihe zur Ablosuug der WieSerherstclluugSzahlungen von Frankreich würden unbedingt abgelehnt werden. Der deutsche Plan bestünde darin, daß eine große Anleiye in Goldn-ark, hauptsächlich bei amerikai'ischen Finanz-ers, aufgebracht werden solle. Alles würden sie dadurch ver­wenden um die Mark zum Kurse von 800 Papiermark­für eine Goldmark zu stabilisieren. Die Anleihe würde zum größten Teile zu llteonraUvuSzahlungcu verwendet, werden, doch müßte das Londoner Ultimatum vom 5. Mai 1921 in allen seinen Bestimmungen besonders auch mit der Erhebung einer AusfnlmaM fallen gelassen wer- - den. In Frankreich wird erklärt, daß diese Bedingung1 absurd sei. Diese Anleihe würde nicht dazu cn,- Deutschland zu helfen, sondern den internationalen Mark-! spekulanten zu ihrem Gelde «t verhelfen.