Das deutsche Rheinland.
Nach de „Köln. Ztg." hat eine von fast allen Par- teieu irr Godesberg a. Rh. stark besuchte Verjamminnig nach einem Bortrag des Reickstagsabgeordneten Pro-, esfor Moldendauer über die neuesten sranzösischnt Dro- fungen einstinunia eine Entschiietzn- g angenommen, in ,er das Treugelübde znm deutschen Bateccunde erneuert und der Hoffnung Ausdruck gegeben wurde, d-J jegliarer Parteihader nun verschwinden und alle Parteien in einer einzigen Kundgebung sich zusammenfinden wer- den. Wir halten fest am deutschen Reich! Deutschland, Deutschland über alles!
Trenekuudgedung der Rheinlande zum Reich.
Am 9. Dezember wird in Esten eine große Kuuvge- Vung stattfinden, die in der Abgabe einer Erklärung gipfeln soll, daß in der Forderung des Verbleibens der Rvemlande beim Deutschen Reiche und beim Einzelstaat der Westen des Reiches aus politischen, wirtschaftlichen und Attischen Gründen einmütig zusammensteht. Bei dieser Gelegenheit werden führende Persönlichkeiten des Wirtschaftslebens aus oem besetzten und unbesetzten- Gebiet und voraussichtlich auch Vertreter der Gewerkschaft! ten sprechen. Einberusen ist die Kundgebung vom Verein zur Wahrung der gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen in Rheinland und Westfalen (GW Düsseldorf), der zugleich im Namen von Handelskammern, Hand- werkskammern und wtrtschasiftchcn Verbänden im be- isetzten und unbesetzten Gebiet einladet.
Diplomatencmpfaug beim Reichskanzler.
»^Berlin. Nach halbamtlicher Mitteilung hat Reichskanzler Cuno den englischen, den italienischen und den spanischen Botschafter und den Volkskommissar des Airs- wärtigen der Sowjetrepublik Tschitscherin empfangen. Weiter nahm er den Besuch des amerikanischen Senators Mac Cornick sowie des englischen Rechtsgelehrieu Tom Barcelai entgegen.
«Kapitän Ehrhardt verhaftet.
»°A M ü n ch e n. sT. U.) Wie die „München-Angsbur.- ger Abendzeitung" erfährt, wurde der Aufenthalt des Kapitäns Ehrhardt in der Nähe von München ermittelt. Ehrhardt wurde daraufhin durch den Untersuchungsrichter des Reichsgerichts, der die Untersuchung wegen des Kapp-Unternehmens führt, verhaftet und nach Leipzig gebracht.
Versteigerung von „U-Dentschland".
•-*■ London. Das ehemalige Handels-Unterseeboot „Deutschland" ist auf einer Versteigerung für 2000 Pfund Sterling versauft worden.
Die rheinischen Verräter an der Arbeit.
> fe* Nachdem die Smeetsleute vor eininen Tagen in An- Hernach hinter verschlossenen Türen getagt hatten, wurde setzt in Trier von ihnen eine Versammlung der Vertrauensleute des Bezirks Trier einberufen. Um sich vor Störungen zu schützen, mußten die Teilnehmer Ausweise in vierfacher Aussertiguna vorzeigen und ein Stichwort abgeben. auch französische Krüninalpolizei wurde beobachtet. Etwa 60 Personen waren erschienen, denen Smeets einen Vortrag über den Stand der Dinge Atnö die nächsten Aufgaben der Separatisten hielt.
Der Streik in Ludwigshafeu.
j d^Nach einer Meldung aus Mannheim erweist sich der Streiö in Ludwigshafen immer mehr als eine kommn- »istische Kraftprobe, die sich nicht nur gegen die Direktion der Badischen Anilin und Sodafabrik richtet, sondern auch gegen die Gewerkschaften. Die Gewerkschaften geben sich alle Mühe, ihren Einfluß auf die Sirbetter wieder zurückzugewinnen. In der Menge tauchen auch Gäste russischer Prägung auf. Das Bürgermeisteramt jgibt amtlich bekannt: Nach einer Mitteilung der Dele- vierten der Rheinlandkommission und nach deren Vor- ße werden hierauf Arbeitgeber wie Arbeitnehmer auf» ftnerksam gemacht.
Die Gefaugeusetzung König Georgs.
c,t»S Paris. Nach einer Meldung einer Nachrichtenagentur wird bestätigt, daß Zönig Georg von Griechenland, sobald er erfahren hatte, daß Prinz Alexander vor ein Kriegsgericht gestellt werden sollte, feine Abdankung an- ßeboten hatte. Das revolutionäre Komitee hat sich ge- weiaert. den Könia abreisen zu lassen.
>».; Wie die griechischen Minister starben.
Lt NaH einem Telegramm des „Jntransigeant" aus Athen und die verurteilten Minister alle mutig gestor- Peu. Sie wurden gefragt, ob sie ihren letzten Willen viktrerLn wollten, gaben aber keine Antwort. Gunaris
i Wirrungen des Lebens.
- Roman von Hermann W. Walvcr. „
^j - Machdruck verboten.) i
M Kann er damit wirklich den Skandal verhindern^ fön Zufammenbruch ist unvermeidlich, denn durch die, ^rzögerung der Hochzeit kann er die Einlofungsier- htne seiner Schuldscheine nicht Inhalten--- — und -inem Bankerotteur wird Helene schwerlich an den Altar ^^Morgen ist der erste Wechsel sällig. In "vierzehn kagen wird Simon Steinach mit den anderen Forderun- ten an treten.
von Redwitz jagt wie besessen durch das Wohnzimmer.
Sein Blut ist heiß. Schweiß — Angstschweiß — tritt ihm aus den Poren. Die Rechte drückt er gegen die Stirn. Es ist ihm, als wollte ihm der Schadet ausem- ^^Gibt's^keine Rettung? Naht das Ende?. „
> / /ÄeuteHubsitzungl Im Spiel kann ich mir Web seicht den Wechselbetrag ergattern. , Ich habe w oft Glück gehabt — warum sollte es mir heute fern bleiben?^ Dann hätte ich wenigstens wieder für vierzehn
Tage Ruhe."
Er zählt seine Barschaft.
r Viertausend Mark rund! . _ „
" Das langt. Damit kann er ein Treffen am grünen Luch wagen!---- — . r ,
Während Redwitz sich für den Klub fertig machr, betritt Fritz Steinbach den Vorraum von Bankier Hafjels Privatkontor. Nachdem der Diener ibn gemeldet, wird er gleich vorgelaffen. —
„Ah, sich da, der Fritz! Na, du könntest dich auch häufiger Bei mir sehen lassen! Du machst dich ta so selten, und dabei weißt du doch, daß ich Sirohwitwer bin — von Weib und .Kind verlassen, — und mich greulich langweile miiunier." . , , ,
„Enischuldige, verehrter Onkel, — Ich habe w viel tu .tun" — ______________________.... ,.
war eben erst von einem Fieberanfall genesen. Er hatte nur eine Treppe heruuterzusteigen, mit an der Mauer an kommen, au der die Verurteilten ausgestellt wurden. Alle waren gut gekleidet und sehr bleich. Baliatzi wischte mit einem seidenen Taschentuch sein MvWkel ab und klemmte es ins Auge. Stratos sah bitter lächelnd die Soldaten an, die aus das Kommando warteten. Dann richtete er seinen Blick aus ein weißes Haus, das dem Richtplatz gerade gegenüber lag. Hier wohnte feine junge Frau, der seine letzten Gedanken gehörten. König Georg, der die Schüsse in seinem Hause hörte^ war tief betrübt. Er wußte, daß diese Aiisteigt für sein Land schwere Folgen haben müsse.
i Clemenceau ist nach de7 „D. A. Z." während'seiner Rede im Auditorium zu Chicago von den Zuhörern aus- gepftsien und lächerlich gemacht worden.
Der bisher,ge Reichskanzler Dr. Wirth hat sich mit Frau Gutmann, geb. Auerbach, der Stieftochter und Erbin des.Bankiers Hugo I. Herzfeld, verlobt.. !
SHutzsÄetzSeSgile im prenfu Candfag.
-188. Gißnna.
In der genieinsamen Beratung von Anträgen und Interpellationen der Dentschuationalen und der Kom-, MMlisten, die sich mit der Durchführung der republikanischen Schutzgesetze befchäfticten, begründet Abg. von Lindeiner-Wildau (du.) den Vorantrag, in dem verlangt wird, daß die Aushebung des jungdeutschen Ordens wieder rückgängig gemacht werde. Der Orden stehe auf dem Hoheit der Verfassung. Somit sei das Verbot unbe-i gründet und unberechtigt. Redner begründet dann die große Anfrage, die sich gegen das Verbot des deutsche» Schutz- und Trutzburides richtet. Die Beqründuna des Verbotes fei fadenscheinig und widerspreche den Ans- führungsbcstiuiniungen, die der Minister selbst herausgegeben habe.
Abg. Scholem (Komm.) begründet zwei große Anfragen und einen Uranirag seiner Partei, die Auflösung aller Seibstschußorgamsatiorren und Einschreiten gegen alle Beamten und Offiziere verlangen, die sich an den Hindenburg-Kundgebungen in Ostpreußen beteiligt Haben.
Minister Severing: Bei den jetzt aufgelösten Vereinen kann aber nicht das mehr oder weniger harmlose Firmenschild entscheidend sein, sondern die Tättgkeit der Vereine. Wenn die Miiglicder dort in engster Gemeinschaft mit illegal«: Organisaiionen mobile Regimenter ausgestellt haben, war die Regieruna zum Einschreiten gezwungen. Wenn Abg. Gdwlem von einem Feldzug gegen die Arbeiterschaft spricht, verwechselt er die Arbeiterschaft mit den Organen der kommunistischen Par- iei. Sachverständige aus konimunistischen Kreisen zur Wucherbekämpfung sind den Behörden zur Hilfeleistung willkommen. Konkrollausschüsse als kommunistifche Parteiorgane werden aber nicht geduldet. Alle Organisationen in Preußen, ganz gleich, ob es sich um bewaff- veie Arbeiterschaft oder um Selbstschutzorganisationen zum Schutze der Landwirtschaft und zur Durchführung des Lreserstreiks handelt, werden rücksichtslos aufgelöst werden.
. In der Besprechung tritt Abg. Rabold (Soz.) zunächst den deutschnaftonalen Anträgen entgegen. Der Rathenaumord habe klar bewiesen, daß der Deutschvölkische Schutz und Trutzbund das organisatorische Kernstück der deuisclmationalen Mörderzentrale sei.
Abg. Dr. Pinkerueil (D. Vp.) fordert ebenfalls Auf- bebung des Verbots des Jungdeutschen Ordens. Der Minister habe nicht den Beweis erbrachst daß das Ver- lwi des Ordens notwendig fest Wenn das Parlament nicht Recht spreche, erhoffe er das vom Staatsaerichtshof.
Schwering (Zentr.) hält eine Aufhebung des Verbots des Jungdeutschen Ordens angesichts der innerpolftischeia Verhältnisse nicht für möglich. Auch das
Ä? SS® '““' 606 «r im ^
(Komm.) verlangt ein ener- rÄÄ4ie-(c? des Ministers gegen die Polizeiprä- lassen^^' ^^' w,e der Stettiner, Wassenlager verschieben
. , Ko^Deunhausen (du.) oezeichner "Sie Antwort «^ nichtssagend. Vielleicht sei der Tag dem die republikanische Regierung wieder den JArtz der nationalen Kreise brauche, die sie schon einmal k-erausaehauen hätten.
Weiterberainna Freitag.
»Ja, ja--im wer», vmme mmmr ciw riaum yuty, Aber ichaoe. nichts, mein Junge, schadet nichts! Arbert bringt Segen. Uebrigens hat mir Lange kürzlich gesagt daß er mit dir sehr zufrieden ist, und aus gewissen Andeutungen konnte ich schließen, daß er noch Großes ruit dir vor hat, vorausgesetzt, daß du dem Zeitungsfach treu bleiben wirst."
»Weißt du, Onkel, daß gerade du mir das mitteilst bereitet mir besondere Freude und Genugtuung, denri erstens bist du es gewesen, der mir immer — früher — nur wenig Leistungsfähigkeit zutraute, und nun erfährst du das Gegenteil, — und zweitens: du warst es, der mm Lange empfahl, und nun Bin ich stolz darauf, zu hören daß ich deiner Empfehlung keine Schande zugefügt habe."
»Ich soll dich auch grüßen, Fritz, — von meiner Frar und Helene. Helene schreibt, sie würde dir persönlicj einen Kartengruß gesandt haben, aber sie setze sich dazu nicht veranlaßt, solange du selbst nichts von dir Hörer ließest. Sie muß dir schon einmal geschrieben haben —: und du hast wohl nicht geantwortet, was?"
„Ja, so ist es, Onkel, ich will das Versäumte heut« nachholen. Hast du gute Nachrichten von Tante uni Helene?"
„Glänzende Nachrichten! Lenchen scheint wieder völlig auf dem Damm zu sein. Wenn nur ihre Nerven auct nach ihrer Rückkehr standhaften!"
„Das klingt gerade, Onkel, als hättest du desweger Befürchtungen."
„Hab' ich auch, mein Junge. Und sie sind sehr ernste) Natur. Sie hängen mit Kurt von Redwitz zusammen."
Fritz Steinbach horcht auf. Da bringt ihn ja der Onkel selbst auf das Thema, das auch er anschneiden wollte
„Erlaube mir einmal eine Frage, Onkel, die ich dick aber bitte, nicht auf das Konto Neugierde züz setzen. Beo wandtschaftliches Interesse für Helenens Wohl ist Bit einzige Ursache. Was ist eigentlich zwischen Helene unt ihrem Verlobten vor gefallen? Ich habe schon am Tag« vor der Erkrankung Helenens — bei eurem Gesellschaftsabend — gemerkt, daß zwischen den Verlobten etwas nicht stimmte." _ .
Sie MMWmWKMMe ßde i
Der Verkehrsbeirat der Reschspostverwaltung hat einer wesentlichen Erhöhung der Post-, Postscheck-, Tele, . gramm- und FeriispreMebühren zugestimmt, die am 15. Dezember in Kraft treten soll. Eine weitere Er-i höhung in demselben Maße soll am 15. Januar erfolgend Dann wird die Gebühr für einen gewöhnlichen Brief, der nach dem 15. Dezember 25 Mark kosten soll, nicht weniger als 50 Mark betragen. Nach den vom 15. Dezember vorgesehenen Gebührensätzen sollen Ansichtskarten mit Grüßen usw. bis zu fünf Worten ebenso b« handelt werden wie gewöhnliche Postkarten und ungeteilte Drucksachen auch bis 2 Kilogramm gegen eine entsprechende Drucksachengebühr befördert werden. Es werden ab 15. Dezember u. a. folgende Sätze gelten:
Poststkarten: a) im Ortsverkehr 5 M., B) im Fernverkehr 15 M.
Briefe: a/im Ortsverkehr bis 20 Gramm 10 M., über 20—100 Gramm 15 M„ über 100—250 Gramm 25 M.,
b) im Fernverkehr bis 20 Gramnr 25 M., über 20 bis 100 Gramnr 35 M., über 100—250 Gramm 45 M., dienstliche Aktenbriefe von Behörden über 260 bis E00 Gramm 50 M.,
Drucksachen bis 25 Gramm 5 M., über 25—50 Gramm 10 M., über 50—100 Gramm 15 M., über 100 bis 250 Gramm 25 M., über 250—500 Gramm 35 M., über 500 Gramm bis 1 Kilo 45 M.,
Geschäftspapiere bis 250 Gramm 25 M., über 250 bis 500 Gramm 35 M., über 500 Gramm bis 1 Kilo &5 M.
Warenproben bis 250 Gramm 25 M., über 250 bis 500 Grannn 35 M.,
Mischsendungen (zusammengepackie Drucksachen, Geschästspapiere und Warenproben) bis 250 Gramm. 25 M., über 250—500 Gramm 35 M., über 500 Gramnr bis 1 Kilo 45 M.,
Gramnr
Päckchen 50 M., für Pakete Bis 5 Kilo irr der Nahzone 125
■ M., in der Fernzone 250 M., über 5—6 Kilo 150 bezw. 300 M., über 6—7 Kilo 175 bezw. 350 M., über 7—8 Kilo 200 bezw. 400 M., über 8—9 Kilo 225 bezw. 450 M., über 9—10 Kilo 250 bezw. 500 M., über 10—11 Kilo 310 bezw. 620 M., über 11 bis 12 Kilo 370 bezw. 740 M., über 12—13 Kilo 430 bezw. 860 M., über 13—14 Kilo 190 bezw. 980 M., über 14—15 Kilo 550 bezw. 1100 M., über 15—16 Kilo 610 bezw. 1220 M., über 16—17 Kilo, 570 bezw. 1340 M., über 17—18 Kilo 730 bezw. 1460 M., über 18—19 Kilo 790 bezw. 1580 M.. über 19—20 Kilo
850 bezw. 1700 M. _
Versichernngsgebühr für Wertpapiere und Wert-, Pakete für je 1000 M. der Wertangabe 20 M., mindestens1 für je 3000 M. der Wertangabe.
Postanweisungen bis 50 M. 12 M., über 50—200 M. 20 M., über 200—500 M. 30 M., über 500—1000 M. 10 M., über 1000—2000 M. 50 M., über 2000—5000 M. 50 M., über 5000—20 000 M. 80 M.
Postscheckgebuhren für eine Bareinzahlung mit Zählkarte bis 100 M. 6 M., über 100—200 M. 10 M., Wer 200-500 M. 15 M„ über 500-1000 M. 20 M., über 1000-2000 M. 25 M., über 2000-5000 M. 30 M., über 5000—20 000 M. 40 M., für jede weiteren 10 000 Mark oder einen Teil davon 20 M. mehr. Für bargeldlos beglichene Zahlkarten wird dieselbe Gebühr, im Höchstfälle jedoch eine Gebühr von WO M. für eine Zählkarte erhoben.
Der Verkehrsbeirat erklärte sich angesichts des auch bei diesen Sätzen noch verbleibenden Defizits, der Postverwaltung damit einverstanden, daß diese Sätze ab 15. Januar in demselben Maße weiter erhöht werden. Dagegen sprach sich der Verkehrsbeirat mit Mehrheit gegen die vorgeschlagenen neuen Fernsprechgebühren aus und erklärte sich nur damit -einverstanden, daß vom 1. Ja- —— -^ s^-. «t.»^s- t».X fficifiTSAgwMliiiMt <Mtf*pUI>- b-A —, bisherigen Zuschlages mit einem von 2000 Prozent be- 'rechnet werden.
Für das gewöhnliche Telegramm auf alle Entfernungen werden erhoben: 1. eine Grundgebühr von 40 Mark, 2. eine Wortgebühr von 20 M. für jedes Wort, bei Ortstelegrammen 20 M. Grundgebühr und 10 M. Wortgebühr.
Die Auslaudsgebühren sollen betragen: Briefe bis 20 Gramm 80 M., für jede weiteren 20 Gramm 40 Nst Postkarten 50 M. Drucksachen für je 50 Gramm 15 M.i Geschäftspapiere für je 50 Gramm 15 M., mindestens 80 M. Warenproben für je 50 Gramm 15 M., mindestens 30 M.
Die Gebührenvorlage geht nunmehr dem Reichsrat und dem besonderen Reichstagsansschusse zu.
„Was vorgefallen ist, davon habe ich, wenigstens wÄ die Einzelheiten aubelangt, selbst keine Ahnung. Nuj das eine weiß ich, daß eine ernstliche Verstimmung be, steht, die auf Seiten Helenens, wie ich glaube beobacht« zu haben und aus den Briefen meiner Frau schlictzer 1 zu können, Bereits zu einer merkwürdigen JnterMe- g losigkeit an der Beibehaltung des Verlöbnisses geführ- | hat. — Doch hör' mal, Frttz, deine Frage war so oebab | ten, daß sie die starke Vermutung in mir wachgmmer i hat, du hast noch ganz besondere Gründe zu ihr acban s und nicht nur aus verwandtschaftlichem Interesse gefragt."
„Dein Scharfsinn, Onkel, hat das Richtige getroffen Diese Gründe haben mich sogar heute zu dir geführt Aber zuvor eine Frage: Wie denkst du dir die weiten Gestaltung des Verlobungsverhältnisses?"
„Nun, es kommt nicht auf mich an, Fritz. Ich wi! Helenens bestes, und sie soll daher selbst entscheiden."
„Nein, Onkel, du mußt eingreifen, damit vermieden wird, daß Helene blindlings in ihr Unglück hineinrenni?
„Du siehst Gespenster, Fritz, und willst nun ändert Leute bange machen. Oder---Bist du vielleicht — 3 eifersüchtig auf Redwitz---?" J J
»Was das letztere aubelangt, so kann ich diesen Eich wurf schnell dadurch erledige», indem ich dir mitteile, das ich mich bereits anderweitig errgagiert habe. Uebrigens Onkel Karl, so dumm bin ich nicht, wie du mich feheinbat einschätzest. Wenn ich wirklich jemals Absichten auf He, leite gehabt hätte, würde ich nicht mit deren Verlautba, rung gewartet haben, fodaß ein anderer mir zuvorkom- men konnte. - Aber Scherz beiseite — und als Geben habe ich deinen Einwurf aufgefatzt. — Ich sehe auch nicht wie du meinst, Gespenster, sondern ich will dir nur ein n paar Tatsachen unterbreiten." n
Fritz Steinbach spricht ruhig ---erzählt dem ge, ' svaunt lauschenden älteren Mann von dem Zusammen- j treffen mit Beraeshoff----sagt ihm c.lles, was er von $ diesem über Herrn von Redwitz erfahren hat. Er beschö, Ü acht nichts--hält sich völlig frei von Uebertreibung, 8 wissend, daß die nackte, ungeschminkte Wahrheit schon von genügend tiefgehender Wirkung sein werde. , 3
. _ .(Fortsetzung folgt.) I *