Hersfelder Kreisblatt
Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfeld
Erscheial Dienstag, Donnerstag und Gonnabeab. * Der Bezugspreis beträgt durch die Dost bezogen monatlich 75.— Mk.« für Sersfeld 60.— Mt., Abholer SS.— Mt. / / Anzeigenpreis für die einspaltige Detitzeile oder deren Raum 10.— Mt., für auswärts 12.— Mt., dieRetlamezeile 30— Mt. / / Druck und Verlag von Ludwig Fonts Buchdruckeret in Sersfeld, * Mitglied des Vereins Deutscher Zeitungs-Derleger. / / Für die Gchriftleitung verantwortlich Franz Funk in Sersfeld. / / Fernsprecher Nr. 8.
GonnabenS, den 25. November
1922
N ; Die neuen Männer. ' ^ Der neue Außenminister Dr. Freiherr von Roseu- verg, der im 48. Lebensjahre steht, war seit Dezember 4921 Gesandter in Kopenhagen, nachdem er das Reich feit 1920 in Wien vertreten hatte. Im Jahre 1905 war er Vizekonsul in Antwerpen, 1906 berief man ihn ins Auswärtige Amt zurück, wo er zunächst in der Rechts-, darauf irr der politischen Abteilung tätig war. Im Jahre 1907 wurde er Legationsrat, 1912 Vortragender Rat. Im Jahre 1917 erhielt er den Gesandtentitel.
Dr. Heinze war der letzte königlich sächsische Justiz- Minister, zeichnete sich in der Weimarer Nationalver- sammlung durch eifrige Mitarbeit an der Verfassung aus und übernahm im Kabinett Fehrenbach—Simons das Reichsjustizministerium. Ein Mann des Ausgleichs und des Entgegenkommens. Einer, der immer wieder betont hat, daß er unbedingt auf dem Boden der Verfassung stehe. Heinze hat bekanntlich m schwierigen Situationen im Gegensatz zu seiner Partei auch für das Kabinett Wirth gestimmt.
Rudolf Leser wurde am 13.11. 1858 in Coswig ge- voren. Er war lange Zeit Redakteur an der „Frankfurter Zeitung" und später an der „Ostseezeitung". Oeser ist Mitglied der demokratischen Lmrdtagsfraktron. Er gehörte bis April 1920 der preußischen Regierung als Minister für öffentliche Arbeiten an. Im Nov-m- ber 1920 wurde er als Kandidat für den Posten des preußischen Ministerpräsidenten genannt. Im Aprils 1921 wurde er mit den Stimmen des Zentrums, der Demokraten, der Mehrheitssozialisten und Unabhängigen zum Landeshauptmann der Provinz Sachsen gewählt.
Retchsschabminister Heinrich F Albert, geboren zu Magdeburg 1874, wurde 1895 Referendar, 1905 Regierungsrat, 1908 Geh. Regierungsrat, 1910 Vortragender Rat und 1912 Geheimer Oberregierungsrat. Während k^s Krieges war er 2% Jahre in Amerika für die Interessen des Deutschen Reiches tätig. 1919 trat er als Unterstaatssekretär in die Reichskanzlei ein, 1920 wurde rr Staatssekretär und Chef der Reichskanzlei. Seit seiner Versetzung in den einstweiligen Ruhestand nu ^ahre 1921 war er als Rechtsanwalt beim Landgericht I
wurde am 3. Februar 1869 zu Ludwigshöhe (Kreis Oppenheims als Sohn eines Bau- Mutarnehmers geboren, studierte zu Gießen, Leipzig,! chesta-ird; 121^.
LtacUpDifung. 1896 wurde er Amtsanwalt in st«- bach und später Amtsrichter in Bingen.. 1897 treuer als Hilfsarbeiter ins hessische FlnanzmiNisterium cin, wurde 1902 Ministerialrat und Vorsitzender öer AMel- Mna für Steuerwesen, 1908 stellvertretender Bevoll- BtiUr im Bundesrat und 1916 hessischer g« minister . 1919 wurde er für den 34. Wahlkreis (He,^U!
^ von der Deutschen Volkspartei in die Icationälvecstmm , lung gewählt und gelangte auch in den neuen Reichtum M Dr. Müller-Bonn stammt aus emer rhernc« ländlichen Handwerkerfamilie uno ist etwa 40 -o^ta
Ar studierte Nationalökonomie und war sodann einige Jahre beim Rheinischen Bauernperem W mbester für wirtschaftliche Fragen. ' Müller-Bonn war seit mehreren Jahren Genera der c^ast^ ivirtschaftskammer für die Rheinpror.r-z ^.«d hat hrer v,u c^vgx ron Schorlemer zusammengearbeitet, der ihn N' wÄ wen F^genbesonders heraiizog. Das ist um , in SuS^^ als Frhr. v. Schorlemer Präsident L'o Deutschen Landwirtschaftsrates ist und damir eine MFKM, die als die'wichtigste in der deutschen
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^^Unard^Hamm, bis zum Ausscheiden der Demokra- ons' de^ ^werischen Regierung dort vandelsmnu- iBfe L'ZSLLHstM
Ä&'WP « aÄÄ Ä o ^simw sierium ein wurde Ende Mai 1919 zum bäuerischen Staatsminister für Handel, Industrie und Gewerbe ernannt.
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Glückwunsch der Hamburger Handelskammer.
Die Handelskammer hat dem Reichskanzler Cuno anläßlich seiner Ernennung ein Glückwunschtelegramm gesandt.
Die Bayerische Volkspartei und Cuno.
Die Korrespondenz der Bayerischen Volkspartei schreibt zur Ernennung des neuen Reichskanzlers Cuno, daß die Bayerische Volkspartei dem neuen Reichskanzler mit aller Unvoreingenommenheit gegenüberstehe. Wenn sie auch zurzeit enge parlamentarische Bindungen ! aus guten Gründen ablehnen müßte, so werde sie doch Cuno mit allen Kräften bei seinen Arbeiten, insbesondere bei dem Versuch eines großen nationalen Rettungs- werkeL unterstützen.
. . Die Haltung der Sozialdemokraten.
m- Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat in ei- uer mehrstündigen Sitzung zu dem Kabinett Cunostel- lung genommen. Die Zusammensetzung die,es Kabinetts erregte allgemein großes Mißtrauen, sodaß es ganz ausgeschlossen ist, daß die Fraktion einem positiven Vertrauensvotum zustimmt. Die endgültige Beichlumapung über die Haltung der Fraktion gegenüber der neuen Regierung wird am Freitag erfolgen, nachdem die Regierungserklärung bekannt gegeben worden ist. ______
Die Vertrauensfrage für das Kabinett Cuno.
** Berlin. (B. T.) In den Wandelgängen des Reichstages ging es am Freitag außerordentlich lebhaft zu Bei den Erörterungen der parlamentarischen Kreise übel die Regierungserklärung beschäftigte man sich insbesondere mit der voraussichtlichen Haltung der Sozialdemo- kratie zu einem Vertrauensantrag. Dieser Antrag wird wahrscheinlich von der Deutschen Volkspartei eingebracht und voraussichtlich in der Form gestalten werden, daß darin gesagt wird, der Reichstag billigt die Erklärung der Regierung, daß sie ibre künftige Politik auf der Basis der letzten Reparationsnote fortfüören will. Einem so formulierten Antrag werden aller Wahrscheinlichkeit nach auch die Sozialdemokraten zustimmen. Jedenfatzs hat am Vormittag der Fraktionsvorstand der Sozialdemo- kratischen Partei einen derartigen Beschluß gefaßt. Die Fraktionssitzung selbst wird'erst während der nach der Rede des Kanzlers eintretenden zweistündigen Pause itattfinden.
Französische Pr-ssestimmen über Cuno.
„ZlouvKE' schreibt Lur Regierung Cuno: Wir hüben eine Regierung im-wST-we tiw ihrer nationalistischen Tendenz die deutsche Meinung nicht besser repräsentiert als eine Regierung mit sozialistischer Ten- ienz. Das ganze bleibt unbefriedigend. „Populair" Zertritt den Standpunkt, daß der französische National- Zock indirekt an der Bildung des Ministeriums Cuno nttgearbeitet habe. Jetzt werde er beunruhigt, denn er Bisse, daß die alliierten Freunde von Sinnes viel «r- itger geneigt seien als alle anderen, die leeren Kaste» Frankreichs mit Goldmark zu füllen, was auch der ,Temps" vor zwei Tagen klar ausgedrückt habe. _
ntuffollni Sefiondmil polncärm.
Mussolittt gewährte dem Sonderberichterstatter der „Platin" in Lausanne eine Unterredung, in der er erklärt Haben soll: Wir hätten den Krieg beenden müssen: die Franzosen in Berlin und wir in Wien und Pest Der Feind hätte an der Gurgel gepackt werden müssen Die Franzosen täuschen sich nicht darüber, daß Deutschland den festen Willen hat, ihnen nichts zu zahlen, außerdem bildet Deutschland eine Drohur'g für Frankreich und auch für Italien, denn Tirol ist nur ein geographischer Begriff. Ich sehe Eurozm vor einem Chaos. Der Osten ist von der bolschewistischen Torheit erfaßt, die sich auch Deutschlands, das nach Revanche dürstet, bemächtigt, denn der Bolschewismus und der Chauvinismus sind zwei aggressive Kräfte, die sich wunderbar zu verständigen wissen, wenn es gilt, Verträge, die hinderlich sind, zu beseitigen oder gesunde soziale Formeln durch eine ungeheuerliche Chimäre zu ersetzen. Ich glaube nicht an die Widerstandskraft Mitteleuropas, aber ich glaube an die Stärke und Tüchtigkeit unserer nOstlichen Zivilisation, rvenn alle ihre Kräfte sich vereinigen. Schließlich erklärte Mussolini, er sei für ein Abkommen mit Frankreich nach drei Seiten:
1. eilt enges Wirtschaftsabkommen mit Austausch von Naturprodukten und Arbeitskräften:
2. eine militärische Entente für jeden Fall;
3. ein politisches Einverständnis, durch das man sich verpflichtet, in allen europäischen Hauptstädten die gtcrche Haltung esuzunehmeu.
Ministerpräsident Musivlini verläßt Lausanne, um in Rom Bericht zu erstatten. In kürzester Zeit wird er dann nach Paris reisen, wo er mit dem französischen Ministerpräsidenten Poincaree über die Reparations- traßen konferieren wird. Mussolini, der sehr offenherzig- ist. verhehlt nicht, daß Italien, wenn es wolle, die En-! tonte aufs schwerste gefährden könne, wenn nicht alle italienischen Forderungen erfüllt würden. Nach diesen Er-! klärüttgen Stuf?clims scheint die Einigkeit unter Den drei Hauptmächten der Entente nicht ganz so aussichtsvoll zu sein, wie vorgetäuscbt wird.
Von recht zuverlässiger Sekte verlautet ^-5 Pökn- raree von Mussolini gegenüber Deutschmud widmete Zu- zeständnisio erzielt habe.
Die römischen Blätter bezweifeln die SHUMWeit he" Meldung daß die italienische Regierung, -mvm' ?ie -•*
Eutcuteblockade gegen die Türkei.
®erlmnölitnaen der Konferenz in Lausannes haben dre Brldung einer Einheitsfront der großen und kleineil Entente gegen die türkischen Forderungen, die der russische Vertreter Borowsky unterstützt, gezeitigt.
Die Brüsseler Konsereuz gesichert.
.-^ Die französisch-belgische Unterhaltung über dies Abhaltung der Brüsseler Konferenz hat zu einer völligen Einigung zwischen Frankreich und Belgien aeftthrt. Poincaree gab zu Ehren der beiden belgischen Minister Jaspar und Theunis ein Frühstück. Im Anschluß daran hat ein umfangreicher Meinungsaustausch über das Programm der Brüsseler Konferenz stattgefunden. Außer Poincaree und den Belgischen Ministern nahmen an dieser Aussprache der französische Finanzsachversrän-- dige Seydoux, der französische Delegierte im Garantiekomitee, Mauclere, und der Direktor der politischen Abteilung im Auswärtigen Amt, Peretti de la Rocca, teil. Ueber die vor der Konferenz geplante Zusammenkunft zwischen den alliierten Miliistern ist vorläufig noch keine endgültige Entscheidung getroffen worden. Sie soll entweder am 4. Dezember in Paris oder am 9. Dezember ht Brüssel stattfindem Ein Meinungsaustausch mit Rom oder London in dieser Angelegenheit ist eingeleitet worden.
PranwMißr Sieg in der EnWdigungsucÄ r^Nach einer Meldung der „Chicago Tribni c" aus London hat Sir John Bradbnry von der englischen Regierung den Auftrag erhalten, die Forderungen Frankreichs in der Entschädigungsfrage bis znr äußersten Möglichkeit zu unterstützen.
^ie Kohlen- und Holzlieferungeu.
»* Diö Reparafionskonwrission tritt am Freitag wieöev zusammen, um die auf ihrer Tagesordnung sichende« Fragen der deutschen Kohlen- und Hoiziiefermmcu wet= ter zu behandeln. Ueber diese Fragen sind die deutsche« Vertreter gehört worden, und es ist wahrscheinlich, daß eine Entscheidung schon in kürzester Zeit erfolgen n ird; Die Frage der Stabilisierung der Mark ist vorläufig vertagt worden, und die Verhandlungen darüber u>eG den erst wieder ausgenommen werden, meint eine offizielle Erklärung der deutschen Regierung Wer ihrtz Stellungnahme zu den letzten Vorschläge:^ des Ministeriums Wirth m stiegt. '
ISBgroientlge Siiterlorilerö'dgung. s^-Wie aus dem Reichsverkehrsministerium mitgeteA wird, haben die Ermittelungen in den letzten Tagen über voraussichtlichen Ausgaben der Reichsersenbahn im November und Dezember zu dem Entschluß gemhrt, zu den Gütert^Afe« am 1. Dezember eine Erhöhung von 150 Prozen^ruzutacte» zu l fett. Bei der E höhar-g! der Perfonciltarife am 1. Dezeuwer bleibt es be>. der be-' reits frühew, angekündigten Steigerung der Ft hrpreis^ um 100 Prozent.
Das Reichsöerkehrsministerium begründet die Er-i höhung der Gütertarife um 150 Prozent, die am U Dezeurber eintreten soll, wie folgt: Es war nötig, durch eine starke Tariffteigernna das Zurückbleiben der Eisen- bahntarise während des Monats November auszuglei- chem Bei der augeWlicklicheu wirtschaftlichen Lage muh die Reichsbahn int Interesse des Volksganzen jeder Preissteigerung eine Erhöhung der Gütertarife folgen lassen, um bei einer Stabilisierung der Mark oder beim Sinken der Konjuuktur aus der inneren Gesundung ihres Unternehmens heraW auch die rückläufige Bewegung der Preissenkung in ihren Gütertarifen tragen zuj Tonnen. Die Steigerung der Tarifsätze mag für manchen Teil der Wirtschaft im Augenblick Erschwerungen brin-, gen, doch eine Tarifpolitik auf weite Siclü sei aber fito die Erhaltung eines leistungsfähigen Verkehrsavpara-^ tes im Interesse der deutschen Volkswirtschaft sicherlich! richtig.
^Der Billionenetat der Reichsbahn.
Der Reichshaushattsplan für 192-3 wird in diesen Tagen dem Kabinett yorgelegt und dann veröffentlicht werde». Wie die „T. U." von qutunierrichtclcr Seite erfährt, hat sich der Gesamthaushalt der Reichseiseiwahn, der im Anfang des Jahres noch ton Milliarden und im Oktober 400 Milliarden betragen hat, inzwischen auf nahezu eine Billion erhöht. Eine der Hauptursac en ist die schwierige KvAenbeschaffung. Die ReicoSbatz ■ bat einen täglichen Kohlenbedarf von -to GOR-45 000 Tonnen. 16 Prozent der Gesamtausgaben des Etat- entfallen ans die Kohle. Infolge ungenügender Zuweisung inländischer Kohle ist die Reichsbahn gezwungen, ans^ tändische Kohle in großein Umfange zu beziehen. Für das laufende Rcchnmiasiahr entsteht der ReichSLaM, dadurch ein Mehraufwand von 58 Milliarden Mark ge« genüBer dem Preis itiTüubischer Kohle, ueber Sie Ev-; MärnkSmoaltchkeitens die eine teilweise Elektrisierung be# Reichsbahn bringen würde, wird mikgeieilt, daß z. B. !?nc Elektrisierung des bayrischen Eiseubahnnetze s eine Ersparnis von % Million Sonnen Steinkohle jahrlW litt Folge haben würde.
A^rntaPpla» gegen bett Mmänischs» König, e - Nach citier Meldung aus BlNärcst ist der r zische König nur durch einen Zufall eitlem Esten »ticutst eruaangcu. $>ei der Rückkehr von einer träte sein Zug infolge Mner- alsicktuch rm niumm Ünterwühlln t einer EfienbaGZrccke ei - let