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Stinnes «nd Bernhard.

6-< Paris. Ueber die dementierten Abmachungen zwi­schen Hugo Stinnes und Bernhardt wird neuerdings gemeldet, daß die Verhandlungen mit Stinnes von Bernhardt einzig ruw allein im Namen der von ihm vertretenen Interessenten betrieben worden seien. We­der von ihm noch von irgend sonst jemand seien jedoch Verhandlungen für die Rechnung der gesamten loth- ringischen Metallindustrie oder für die zusammenge­schlossene große Gruppe der Metallindustrie angeknüpft worden.

Keine Einladung Deutschlands in den Völkerbund.

01 Paris. Es sind Gerüchte im Umlauf, Deutschland solle veranlaßt werden, schleimigst um den Eintritt in den Völkerbund nachzusuchen. Diese sind entstanden, weil sich der ehemalige deutsche Botschafter Graf Bern- storff in Genf aufhält. Berichterstatter mit etwas Phan­tasie haben die Angelegenheit mit dem Völkerbund in Verbindung gebracht und so sind diese falschen Gerüchte entstanden.

Brockdorff-Rankau Botschafter in MGka«?

»-^ Berlin. lL. A.) Eine amtliche Meldung besagt, baß Graf Brockdorff-Rantzau den Botschaftcrposten in Mos­kau erhalten werde.

Erwciternng des Hamburger Hafens.

^Hambirrg. (D. A. Z.) In der Sitzung der Ham­burger Bürgerschaft bewilligte der Senat 357 220 000 Mark für Hafenerweiterungsbauten, und zwar sollen ». a. 124 220 000 Mark für die Erweiterungsbauten auf Roßneuhof und Waltershof Verwendung finden, 110 Millionen Mark für den Bau des Kaischuppens, 56 Mil­lionen sollen am Afrika-Kai für die Erweiterung der Gleisanlagen in der Ostseite des neuen Kohlenhafen, 9 Millionen für Vaggernugen im Amerika-Hafen verwen­det werden.

Die gestohlenen Goethereligien.

v^ Paris. (B. T.l Der „Temps" tritt in einem Artikel mit großer Entschiedenheit dafür ein, daß die Goethe- relicnlien sofort an das Frankfurter Goethe-Haus zu­rückgegeben werderr. Der Verkauf ist für den 18. Ok­tober angeordnet. Die Ehre Frankreichs dulde es nicht, haß Gipser Sponsor gib vollLiebe.

Noch kein Nachfolger für Dubois.

»-^Paris. (B. T.l Jonnart hat es trotz der dringen­den Bitte Poincarees abgelehnt, der Nachfolger Dubois' als Vorsitzender der Reparanonskommission zu werden.

Kein Rücktritt Bradbnrys?

»^ Paris. Die „Ere Nouvelle" verbreitet die aus an­geblich zuverlässiger Quelle stammende Nachricht, der Vertreter Großbritanniens im Wiederherstellungsaus- schuß, Braöbrrry, werde im Oktober seinen Posten ver­kästem Wenn das wahr ist, so würde das wohl mit den Verhandlungen in Verbindung stehen, die dieser Tage im Wiederherstellungsaussün.s; geführt wurden. Man aettrimtt immer mehr die Ueberzeugung, daß der Aus­schuß in der Angelegenheit des deutsch-belgischen Ub- konnnens keinen Beschluß gefaßt, sondern nur die Mit­teilungen des belgischen Vertreters de la Croix zur Kenntnis genommen hat, um eine imangenehme Aus- einanöerfetznng und eine noch unangenehmere Abstim­mung zu verhindern. Man sieht darin noch nicht klar. Bradbury selbst hat vor zwei Monaten erklärt, daß er tatsächlich die Absicht hätte, im November zurückzutreten, Laß er aber seiner Regierung versprochen habe, die Stellung im Wiederherstellungsausschuß beizubehalten und daß er im Augenblick keinen besonderen Grund zum Rücktritt sähe.

Vor einer KabinettSNMr.rlvitng?

Wie aus Berlin berichtet wird, ist für die nächste Woche eine Besprechung der Fraktionsmitglieder der vereinigten sozialistischen Parteien in Aussicht genom­men, bei der die Frage einer stärkeren Vertretung der nunmehr vereinigten Sozialdemokratie in der Regierung erörtert werden die Socialde­mokraten den Wunsch, das Reichswehrministerium durch einen Sozialisten zu besetzen. Ein Entgegenkommen an die bürgerlichen Parteien würde sich gegebenenfalls da­durch ermöglichen lassen, daß die Sozialdemokraten für die Neubesetzung des $Umiterium§ des Aeutzeren ein- treten würden. Diesen Posten würden sie, wie verlau­tet, einem Demokraten überlassen.

Wechsel in der Reparationskommiffton.

**■ Aus Paris wird gemeldet: Man erwartet, daß schon in einigen Tagen Jonnart als Nachfolger von Dubois als Vorsitzender der ReparationSkommission bestimmt wird. Auch die Remission Bradburps, des englischen Vertreters, die schon feit langer Zeit angekündigt war, scheint jetzt definitiv werden au wollen. Bradburn hat Las Datuur des 80. November als äußersten Termin für seinen Amtsanstritt aettellt.

k Wirkungen des Lehens. -

Roman von Hermann W. Walber.,

18) ... ^Nachdruck verboien.)

-• -Ein prEvoller Mensch, dieser Lange," hieß es wei- ier, in dem Briefe. „Das Symbol männlicher Kraft, kiu Mmrn von hervorragendem Geist, ein Charakter, der nicht mit Gold aufzuwiegen ist. Er wird ja wohl hei-Dir schon vorgefprochen haben, wenn nicht, dann iomnü er bestimmt noch. Du hast also Gelegenheit, z» prüfen, ob meine Beurteilung M überschwänglich ist, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Lange liebt unser Lind. Er hat unaufdringlich, aber beharrlich um sie geworben. Seine Persönlichkeit, sein vornehmes stil- ses.WesLU blieben auch nicht ohne Eindruck. Dann kam aber der-überraschend plötzliche Abschied dazwischen. Er reifte ab,Jxts Herz voller Hoffnungen. Ich habe es ihm Mgesehen/als wir uns auf dem Bahnhof trennten, wie schwer eSvihm wurde, von uns zu gehen, ohne fein Ziel erreicht zu haben, mrd daß er von "einem baldigen Wie- f£4^en die Erfüllung seiner Wünsche erwartet. Und item war Lange fort Herr von Redwitz, der schon im­mer sich eifrig bemüht hatte, JSnade vor den Augen des gnädigen Fräuleins,, zu finden, fand freies Feld. Er Setz alle Minen seiner äußerlich bestechenden Persön- EWeft springen. Bei Helene ward das Wort zur Wahr­heit: Aus den Augen, aus dem Sinn, nmt Redwitz krachte es in kurzer Zeit — meines Erachtens nur Dank geheimer hyprrottscher Kräfte, die er ausstrahlen läßt — fertig, alles, nxts vielleicht an Liebe, oder ich will sagen: Hinneigung in Helenens Seele für Herrn Lange vor­handen war, zu ersticken, zu töten, und ich — ich muß tatenlos zusehen, wie sich unser Kind blindlings ein- kaugen lässt.

„ So, lieber .Hassel, nun weißt Du, wie die Dinge hier Regen. Gebe Gott, daß meint Befürchtungen keine Wirk- Üchkeit werden!" — — —■

Frau Hassel überliess den Brief noch einmal, kou- ELLLE^ZM^W.WMS

Zum Wiederanfban in Nördfraukreich. x i^ Genf. (S. E.) „Petit Journal" meldet aus Lille: Die Gewerkschaften der Wiederansbaudepartements ha­ben in ihrer Bertreiertagung in Lille dem Wiederanf- bauabkommen mit Deutschland mit 14 gegen 13 Stim­men zugestimmt. Hinsichtlich der deutschen Arbeiter- tranSporte in das Wiederaufbaugebiet wurden eine Reihe Vorbehalte gemacht.

Die Reparationszahlungen für 1923.

o-r- Gcrif. (S. 6.) „Echo de Paris" meldet: Die Ga- rantiekommisslo« ist zum 9. Oktober nach Paris eiube- rufen worden, um die unterbrochenen Berhandlungeil mit Deutschland über die Garantien der Reichsfinanzen und dem Bankuviendruck Grttusetzen. Die neuen Ver­handlungen sind mit der Sicherstellung der Reparations- zaÄungen für 1923 beaMndet.

Max von Baden will demnächst Erinnerungen an seine Kanzlerschafi mit) an den Zusammenbruch ver- öfferttlichen. Er wenöet sich darin angeblich vor allem ljegen Ludendorss, „

Die Völkerbundsversammlung nahm die Resolutton her ersten Kommission zum Antrag Nansen über die Vermittlung ijnJDricnffottflift an.

Wilhelms L ErinnerWgeiW

Das Buch liegt immer noch nicht vor. Es werdeü nur von einigen Zeitungen Abschnitte aus ihm veröffenü licht. Während der Abschnitt, der non Bismarck han­delt, auf den Leser gut wirkt, kann man das von anderen Teilen nicht sagen. Enthüllungen kennt das Buch nicht. Die fordert auch der verständige Leser nicht, es fällt aber auf, daß trotz des Schicksals herber Schläge, die auf Wil» belm II. niedersansten, dieser auch heute noch all seine Maßnahmen zu rechtferttgen sucht. Dabei empfindet man es unangenehm, daß zwischen den Zeilen immer wieder gegen Bismarck geschrieben wird. So z. B. im Abschrtttt über Caprivi: „Der „mitzverstafidelie Bis­marck" Hai meine ganze Regierungszett hindur.h in Zi­taten, Wort und Schrift sowie durch passive Resistenz mrd gedankenlose Krittk meinen Anregungen und Zielen permanenten Widerstand geschaffen. Alles, was geschah, wurde von der sich dem Fürsten bereitwilligst zur Ver­fügung stellenden und sich oft noch bismärckischer als Bismarck selbst gebärdenden Presse schlechtgemacht, lä­cherlich gefunden und unterschiedslos in Grund und Bo­den kritisiert." '

Noch heute kann sich der frühere Kaiser auch nicht dar­über hirrwegsetzen, daß man in Deutschland den Erwerb Helgolands gegen Httlgabe von Sansibar und Witu in Ostafrika als zu teuer erkauft ansah. Sehr spitz sagt er hierzu: Wen» die Erwerbung Helgolands unter des Fürsten Bisnmrck Kanzlerschaft erfolgt wäre, dann wäre sie wahrscheinlich mit Jubel begrüßt worden. Unter Ca- privi setzte die Krittk ein. Es waren ja bloß der Usur­pator Caprivi, der sich erkühnte, auf des Fürsten Stuhl zu sitzen, und der „unberechenbare", „undankbare", „im­pulsive" junge Herr gewesen, die das gemacht hatten! Wenn Bismarck nur gewollt hätte, den „ollen Felsen" kwinte er alle Tage haben, aber die vielversprechenden afrikanischen Besitzungen den Engländern dafür preis- zugeben, so ungeschickt hätte er nie gehandelt und sich nie so übers Ohr hauerr lassen: so lautete es fast von allen Seiten. Des Fürsten Blätter stimmten laut in diese Krittk mit ein, allerdings sehr zum Kummer der Hansen.

Bei der Behandlung der sozialpolstischen Fragen betont der frühere Kaiser, er habe die Seele des Arbei­ters gewinnen wollen und heiß um sie gestritten. Eifrig schttdert er die Fürsorgematztrahmen privat-wohlWiger Art, die er in seiner Umgebung zur DurchMrung ge­bracht habe.

Die „Neue Züricher Zeitung" kommt zu dem schar­fen Urteil, der Kaiser habe int Gegensatz zum Kron­prinzen sein Buch offenbar meist selbst geschrieben, es es „sei eine Rede por

dem Spiegel, da der Kais

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Irrtum zugestehe, sondern diese immer seinen Mitar­beitern zur Last lege, betreffe es nun die Sozialpolitik oder die Nichterneuerung des russischen Vertrages, die Krügerdepesche, die Tangerfahrt, die preutz-fKe Wabl- reform. Andererseits schreibe er sich alle Erfolge zu. Ueber den Kriegsverlauf schweige er fast ganz und der Schluß entspreche den Darstellungen reaktionärer Blatter.

Die „Neue Züricher Zeitung" war während des Krieges das schärfste Hetzblatt gegen Deutschland im neutralen Auslande. Sie bat an Gehässigkeit gegen die Hbhenzollern, so scheint es, noch nichts verloren. Jeden­falls ist eures nicht zu vergessen: Geschichte zu schreiben ist schwer, doppelt schwer für den, welcher die Fäden der

Errstguisse selbst in den Händen g

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^Gardez!"

Helene Hassel sitzt mit von Redwitz bei einer Partie Schach im Spielzimmer, wohin sich das Jungvolk nach dem Mittagsmahl zurückgezogen hatte.

Sie ist heute nicht ganz auf der Höhe beim Spiel. Zu sehr spukt ihr noch die Unterhaltung auf dem Eis im Kopf herum.

■ Die weiße Dame — ihre Dame — befindet sich in argbedräugter Lage vor dem feindlichen Läufer und Springer.

•• «Gardez votre baute!" sagt ihr PaAner noch einmal.

Sie nickt nur, zum Zeichen, daß sie verstanden hat. Die Partie hatte anfangs einen für sie günstigen Ver­lauf genommen. Sie scheint jetzt eine entscheidend un- günsttge WenduNa nehmen zu wollen.

Sie rafft sich zusammen.

' Schaltet alle Gedanken, die nichts mit dem Spiel zu tun haben, aus.

Zu dumm, wenn sie unterliegeit würbet

Sie konzentriert sich restlos auf das Spiel. Und sie entdeckt einen Ausweg.

Redwitz ist etwas erstaunt über ihren Gegenzug. Sie läßt die Dame in Gefahr und schickt einen Bauer vor. Er überlebt die Konsequenzen ihres Zuges. Er nimmt die Dame. Darauf hat seine Partnerin nur gewartet. Es folgt Schlag auf Schlag. Er gerät mit seinem König in immer stärkere Bedrängnis. Schach! und nochmals: Schach! Seine Antworten sind ZwMigszüge. Es gibt keine Rettung für Schwarz mehr.

Da kippt von Redwig seinen KLMg. Schwarz ist besiegt.

„Eitte großartige NMMllacion, ote dem gnädigen FtÄuleiu so rasch niemand nachahmen wird. Aber ich darf wohl um Revanche bitten?"

„Jetzt nicht, Herr von Redwitz, ich muß Ihnen ge­stehen, die Partte hat mir Kopfschmerz bereitet. Am liebsten möchte ich eine Weile in den Park. Fräulein Karla!" wendet sie sich an die kleine Wiesemann, bü neben ihr sitzt und gekibttzt hat, Jchlkftcn Sie sich anA

WM uöer die not des MWu*. t »^ Aus München wird gemeldet: In einer vom Bür-. gerrai Mimcheu veraustalteten Massenversammlung in­dem Thomas-Brau sprach Forstrat Eschcrich über die ^Ä^^rÄ-^^-^^s und die damit verbundene neue bolschewistische Gef Die Tragödie des Uniergauges des Mittelstandes zeige sich zunächst bei unseren Rent- ttern und Pensionäre«. Eine andere Schicht, die den produktiv ausübenden Künstler, befinde sich ebenfalls in größter Not. Ebenso schlecht stehe es um die Klasse der Gelehrten und Schriftsteller. In gleicher Weise der Verelendung preisgegeben fei die Schicht des staatlichen Beamtenturus. Hier handle es sich um Millionen und! Abermillionen. Heute lebe fast das gesamte deutsche Bemntentnm von der Hand in den Mund. Der Beamte werde allmählich Proletarier. Diese Mitielstandsira^ Oödie läge natürlich in der Geldentwertung. Die Folge für den Mittelstand fei unausbleiblich eine Proletarr- sleritng, d. h. Eniwitrzelung von Besitz und Boden, von Sitte und Tradttron, von Familie und Kuliur. Mach könne sich keinen Begriff davon machen, welche Bedeu-i tung der Untergang des deutschen Mittelstandes für ims haben kann.: Der Mittelstand sei der Schützer unseren Unzen Kultur. Als Beispiel sei die Presse und ihre Notlage bekannt. Das Beispiel der Presse aber zeigs am deutlichsten, daß mit der Politik der kleinen Mittel Nicht geholfen werden könne. Unser gesamter Zustand müsse durch eine neue große Bewegung aufgegeben; werden, wenn die Arbeiterschaft an der Erfüllungspoli­tik festhatten wolle. Zuerst Brot, Sann Reparationech habe der Reichskanzler schon zwei- bis dreimal ausge- rufen. Dieser Ruf dürfe nicht eine Phrase bleiben. Mehr sei er aber bis jetzt nicht. Was nübe der Notschrei des deutschen Mittelstandes, wenn nicht im Reiche end­lich eine nationale Regierungsgewalt mit der Kampf­front gegen den Friedensvertrag von Versailles aufge- rufjtet werde. An den Reichskanzler richtete Escherich im Ausgang seiner Rede die Mahnung, dem deutschen Volke einen Außenminister zu geben, der seine Not ver­stehe, einen Mann, der begreife, daß der Feind nicht rechts, sondern draußen stehe. Die Ausführungen Esche- richs wurden wiederholt durch Rufe von Sozialisten unterbrochen. Schließlich mußten die Ruhestörer durch Schutzpolizei aus dem Saale entfernt werden. Nachdem Escherich unter starkem Beifall seine Rede geendet hatte, erhob sich die Zuhörermenge und stimmte das Deutsch­landlied am

PreuMscher Landtag,

' 2. Sitzung.

Die Bekämpfung der Tuberkulöse.

Der Preußische Landiag beschäfttgte sich mit dem Tu­berkulosegesetz. Danach ist jede Tuberkulose-ErkrankunZ innerhalb acht Tagen, bei Todesfällen innerhalb 24 Siunden mrtzuteilen. Zur Mitteilung verpflichiet ist der zugezogene Arzt, sonst der Haushaltungsvorstand, Der Minister für Bolkswohlfahrt Hirtsiefer wies dar­auf hin, daß der vorliegende Entwurf erst einen beschei­denen Anfang in der Bekämpfung der Tuberkulose mache. Die Vorlage wurde nach kurzer Debatte an den Bevölkerungsausschutz gewiesen. Der Antrag auf Flüs- stgmachung von drei Milliarden zur Durchführung des diesjährigen Wohnungsbauprogramms ging ohne Aus- sprgche an den Ausschuß für Wohnungswesen. Als sich dann bei der Wahl von acht Mitgliedern des Wahlprü- fungsgerichts die Beschlußunfüüigkeit des Hauses Her- ausstellte, mußte die Sitzung vertagt werden. Am Frei­tag stehen auf der Tagesordnung: Wohnungsbau, An­fragen und Anträge für die Lebensmittelteuerung.

Preußischer Staatsrat.

Preußische Staatsrat gab seine Zustimmung zm weiteren Beterttgung des Staaies am Bau des Kraftwer? kes im Weserquell- und Maingebiet mit 300 000 000 Mk. -..^^.^^.^^ her AMglerchSzuschläge für die prew

. - n vM"- ~ 8 und rnr Erwette

^mg des Stadtkreises Kiel, die für den Ausbau des neuen Freihafens nötig ist. Der Staatsrat nahm wei­ter von der Denkschrift über die Kleinbahnen Kenntnis. Gegen öre Ausführungsbestimmungen zum Gesetz über dre Bereitstellung von Staatsmitteln zur Bodenverbest serung, gegen die AusfÜhrungsbestimmungen zum Hel- golander Verwaltungsgesetz, gegen das neue Gerichts- kostengesetz und die neue Gebührenordnung für Notare, Rechtsanwalte und GerichisvottZeher wurden keine Ein- wenSungen erhoben. In der Freitagsitzung kommi die Siadteordnung zur Beratung. '

junge Leute nns entzückt von dem Geoanren, um cas „Essen etwas zu vertreten", von Redwitz fehlt natür­lich nicht, als sich die Gesellschaft nach dem parkühnlcchev - . Garten, der sich hinter dem Hotel Rauhwaldt erstreckt; f ausmacht. d1

Jetzt oder nies gehts ihm durch den Sinn. H k- Es dauert auch nicht lange, da hat er mit Helene « gegenüber den anderen einen Borsprung. Er steuert $ fett ihr immer einsameren Pfaden zu.

K • Der Garten ist teils durch die Natur, teils künstlich romantisch zerklüftet.

s Nach anfänglich harmlosem Gerede lenkt er das Ge­spräch auf den heutigen Vormittag zurück. Wieder schil­dert er ihr die Einsamkeit seines Lebens. Erzählt ihH daß er schon in früher Jugend die Mutter verloren habe, während der Vater vor sechs Jahren gestorben setz — daß er, in der Obhut von Verwandten großgezoge», nie rechte Liebe erfahren habe.

Bei diesem Punkte schlägt ihm zwar starr das Ge­wissen, und er wird sich — einen Augenblick lang — bei Größe der Lüge bewußt, die er soeben ausgesprochen hat’

Er keine Liebe erfahren?

Lebt in Berlin nicht jemand, deren Herzchen nichts jtftderes kennt als Liebe, Liebe und Liebe für ihn?

Und er denkt — aber nur einen Augenblick lang — mit Entsetzen daran, wie Grete Borchardt es wohl auf­nehmen mag, wenn er vor sie hintreten und ihr sagen wird: Wir müssen uns trennen!

Aber — Grete Borchardt kann seiner finanzielle» Klemme nicht abhelfen. Das kann nur die eine, die jetzt ^ so lieblich befangen neben ihm herschrettet, deren HerzU er aufgerührt hat. — Damit ist Grete auch schon erledigt, |

Und er richtet die entscheidende Frage an Helenes Hassel:

„Gnädiges Fräulein schnlden mir von Heute morgen;7 her noch eine Antwort. Darf ich sie mir jetzt erbitten? M Helene, wollen Sie nicht in mein trauriges Dasein et-h was Licht und Sonne bringen?" $

; Er erhält keine antwort. Es bedarf auch tetoen | J" WM8H«MMM V ..-^