— Vartbolontaus, der Heilige des 24. August, ist wer und breit der (SnttelW Ehedem feierte man seines Gedenktag durch Ruhenlasien jeglicher Arbeit, jetzt boi man zumel zu tun. als daß man feiern könnte. Den- noÄ vermut der Landmann seinen Bartüolomäustac niemals, denn er ist gar zu entscheidend für vieles, das nocü bevorstebt. »Wie Bartbolomäus sich verhält. so ist JlÄ^11 bestellt" — wer wollte also nicht Obacht
^^ sur Wetter am Bartholomäustag herrscht! ^u^^ ^^^ der das noch siebende Getreide rasch Ä/ħ ^^ ^n Thüringen sagt man, Bartbel & ^H^^-' ^ die Kohlköpfe runden und füllen man zu Bartvolomäi auf mit der ^aS^^hinmI Bartbel nun tit die Beeren gebt und deshalb. Nicht verscheucht werden darf. ^n Obersteier- nark hält man mancherorts an der Sitte fest, zu Bar- Ubmai schweres Buttergebäck, namentlich an das Ge- Nde, zu verschenken, während man in Svanien in feier- ichen Prozessionen auf die Felder zieht.
§ Hersfeld. Boraussichtliche Witterung am Donnerstag, den 24. August: Zeitweise heiter, höchstens noch ganz vereinzelt leichter Regen.
§ Hersfeld. Der Einladung des hiesigen Jnnungs • ausschusses zu einem Familienausflug nach dem Tageberg hatten am Montag Nachmittag die hiesigen Handwerksmeister mit ihren Angehörigen und Lehrlingen ingroßer Anzahlentsprochen. Außerdem nahmen noch zahlreiche Gäste an der Veranstaltung töil. Mit Musik und Fahnen setzte sich kurz nach 1 Uhr der stattliche Zug von dem Turnplatz an der Hainstraße aus in Bewegung. Auf dem Tageberg angekommen begrüßte Herr Tapezierermeister W. Saal die Teilnehmer mit einer wohldurchdachten Ansprache. Vor allem wies der Redner auf die hohe Bedeutung des deutschen Handwerks hin, sowie auf die unbedingte Notwendigkeit eines viel engeren Zusammenschlusses aller Handwerksmeister. Das Verhältnis zwischen Meister und Lehrling, welches bei dem Handwerker ein ganz anderes wie in der Industrie ist, fand eingehende Betrachtung. Der Meister ist täglich mit seinem Lehrling persönlichzusammen und unterweist ihn selbst in der Erlernung seines Handwerks. Auch mit der Schule muß zusammen gearbeitet werden, um dem Handwerkerstand tüchtigen Nachwuchs heranzubilden. Mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf unser Vaterland schloß die Ansprache. Nachdem die Versammlung noch anschließend das Lied „Deutschland über alles" gesungen hatte, sprach Herr Lehrer L ö w e r, der Letter der gewerblichen Berufsschule, demRedner den Dank für seine Worte nus. Nunmehr entwickelte sich im Schatten der Bäume bei einem kühlen Trunke ein lebhaftes Treiben auf dem Platze. Die Jugend vergnügte sich mit Spiel und Tanz, undmancher an den Wettspielen teilnehmende Junge konnte sich einen Preis erringen. Der Ver- lauf des Nachmittags befriedigte die Teilnehmer auf das beste, und als gegen 8 Uhr der Heimweg angetreten werden mußte, trennte man sich nur ungern von dem schönen Tageberg. Nachdem der Zug unter den Klängen der Musikkapelle durch die Hauptstraßen der Stadt auf dem Marktplatz angekommen war, brächte Herr Kupferschmiedemeister Schüßler noch in einer kurzen Ansprache ein Hoch auf das deutsche Handwerk aus, worauf sich dann der Zug auflöste.
g? Cassel. Die Casseler Ortsgruppe des Zeniralver- Dandes der Invaliden und Witwen Deutschlands erläßt einen offenen Brief an die Landwirte, Kreisaus- schüsse und Bauernschaften der Provinz Hessen-Nassau mit der Bitte um Unterstützung bei der Belieferung mit Kartoffeln für die Aermsten der Armen in Cassel. In dem Briefe heit es, daß im Falle großer Schwierigkeiten bei der Belieferung mit billigen Kartoffeln der Aus- brUch von Seuchen infolge Unterernährung zu erwarten stehe. Die Invaliden und
«raeießt, der zur Beschaffung der Kartoffeln dienen soll. Mit Spareinlagen von 5 und 10 Mark haben sie sich ein kleines Kapital zusammengespart, das jetzt zum inkouf von Kartoffeln dienen soll. Die Invaliden wollen keinerlei Geschenk haben, bitten aber um billige Berechnung der Preise. fJm andern Fall würden viele dieser armen Leute, deren.Zahl auf 4000 berechnet wird, in das bitterste Elend, ja in Verzweiflung öGfTtcSdt werrett
— Der in der Mönchebergstratze wohnhafte Angestellte K., der in den 80er Jahren steht, !hat m emem AnM von geistiger Umnachtung durch Erhangen an der Woh- nunastürklinke seinem Leben em Ende gemacht.
= Die Rheinische Elektrizitäts-Aktien-Gesellschaft iRbeinelektra) kann nach Ablauf des letzten Geschaft»- Ws lJult 1922) auf 25 Jahre ihres Bestehens zurückblicken. Sie hat aus diesem Anlaß eine von Baurat Schöberl-Mannheim verfaßte 20 Seiten starke ^st- rchrift berausgegeben, die mit ihrem ganzen Inhalt.einen erfreulichen dokumentarischen Beweis für den zielbewußten Unternehmungsgeist liefert, welcher die Ge- lellscbait zu der heutigen Große führte. Das Unternehmen ist aus d'er früheren Firma Schustert L Co. Her- voraeaangen und hat seit den 90er Jahren den Schwer- vunU ihrer Tätigkeit auf die Gründung,.Finanzierung, Errichtung und den Betrieb von öffentlichen Elektrizr- tätswerken und Ueberlandzentralen gelegt. Anläßlich totes Jubiläums stellte die Firma den Betrag von acht istn'ttert mtarf zur Verfügung, der für Alters- und Sint^bliebenensürsorae der Angestellten für Woh- nungsbauten und für wissenschaftliche Zwecke verwen- öeMöCTben foIL ^^xAx^texamwer.. Im November d. Js finden die Neuwahlen der Mitglieder der Tier- ärztekammer für die Provinz Hessen-Nassau und den Freistaat Schaumbura-Lwve statt......
Hann.-Müuden. Aus dem Pvlizergefangms war vor einkten Tacten ein Untersuch«ngsgefavge«er ausge- bÄ, indem er nrit einem abgerissenen Eisen ein Loch in die Wand wühlte, durch da» er entschlüpfen konnte. rnnMe siib aber nur einige Tage seiner Freiheit erfreuen, denn jetzt wurde er wieder bet Nordhausen sest-
Os^fe I
genommen. . t
Göttinae« Relir Klein, der Semor der Gottrnger MEremaMer, feierte am 21. August das Miähriae Ju- biläum feiner Ernennung Aum ordentlichen Prosen or ^^Das^durch den Weggang des o. Professors Dr. Freiherr« von NiMm erlediate Ordinarmt der Aegyp- tologte an der Universität München U dem Göttmaer Ordinarius Geh. Rea.-3tat Prof. Dr. Kurt Serbe anae- boten worden. c , ,
Friedland. Ein junges Mädchen wurde bei Göttm- gen von einem Automobilisten nach dem WeM gefragt und sollte gerade ins A«to getragen werden, da es bei der Unterlsaltung durch irgend etwas betäubt worden
war, als Leute hinzu kamen, woraus das Auto schnell verschwand. Die Kriminalpolizei steht den Angaben des Mädchens freilich skeptisch gegenüber, aber immerhin dürfte auch Vorsicht am Platze sein.
Corbach. In der Nacht machten sich junge Leute ein „Vergnügen" daraus, Bänke, Ackergeräte usw. in der Stadt zu verschleppen. So baumelte am andern Morgen an einem Baugerüst in der Klosterstraße eine Bank, während den Eingang zum Gymnasium eine Ackeregge versperrte. Da die Beteiligten an dem nächtlichen „Spaziergang" von der Polizei festgestellt sind dürfte als „Andenken" bald ein Strafmandat überreicht werden.
Fulda. An der Dienstag vormittag hier beginnender Bischof-Konferenz werden teilnehmen: Kardinal Bert tram, Erzbischof von Breslau, Kardinal Schulze, Erz- bischof von Köln, Kardinal Faulhaber, Erzbischof von Müncherr, als Vertreter des bayerischen Episkopats Dr Bernewarser, Bischof von Trier, Dr. Berning, Bischo von Osnabrück, Dr. Pegoenberg, Bischof von Münster Dr. Ernst, Bischof von Hildesheim, Dr. Schleim, Vischo' von Meißen, Dr. Klein, Bischof von Paderborn, Dr. Bludan, Bischof von Ermland, Dr. Fritz, Bischof vor Freiburg i. Br., Dr. v. Kepler, Bischof von Rothen- bürg, Dr. Hugo, Bischof von Mainz, Dr. KUian, Mscho- von Limburg, Dr. Schmitt, Bischof von Fulda: außerdem Generalvikar Ditiert aus Mittelwalde in Schlesien für den preußischen Anteil (Glatz) des Erzbischofs Präs und erzbischöflicher Delegat Dr. Weimann für den preußischen Anteil des Erzbischofs von Posen-Gnesen.
Rhina (Kr. Hünfeld). Zur Nachtzeit brachen Diebe ein Manergefach an dem Laden des Kaufmanns Salo- mon Levi hier aus und entwendeten für mehrere tausend Mark Anzugstosfe. Von den Dieben fehlt noch jede Spur.
Hellingen. Dem Händler Leopold Krempel und dem Wandergewerberreibenden Ernst Schubert wurde wegen Unznverlässigkeit der Handel mit Butter und Eiern untersagt r ihnen wurde der Wandergewerbeschein ent-- zogen.
Weßlar. In Burbach bräunte« innerhalb drei Stunden vier Wohnhäuser und drei mit Erntevorräten gefüllte Scheunen nieder.
Marburg. Dieser Tage hat sich ein junger Studeni von außerhalb durch Erschießen vor seiner Abreise in die Heimat das Leben genommen. Als Ursache ist Ueberreizuna festgestellt worden. Er hat in den letzter Tagen ein hypochondrisches Wesen an den Tag gelegt
— Die Stadtverordneten genehmigten einstimmig eine Magistratsvorlage, die eine Million Mark als verzinsliche Vorschüsse zur Kartoffelbeschaffung und 500 006 Mark für Zuschüsse an die minderbemitttelte Bevölkerung vorsieht. Vorschläge auf Wiedereinführung der sjuckerzwangswirtschaft und -rationierung hinzuwirken, fanden mit den Stimmen der Rechten Annahme.
Limburg. Das Finanzamt verurteilte den Kaufmann Louis Nied in Hadamar wegen versuchter Steuerhinerziehungen in vier Fällen zu einer Geldstrafe von 176 916 Mark.
Hanau. Die Stadt Hanau hak das Wasierwerk der rüheren Pulverfabrik bei Hanau aus dem Besitze der Deutschen Werke A.-G. angekauft. Der Kaufpreis be- rägt 5% Millionen Mark. Man glaubt, daß das neue Wasserwerk den Bedarf der Stadt Hanau im wesent- ichen allein liefern wird.
Vermischtes.
Ei« gra«samer Postagent. Es gibt bekamfflich Leute, die gern renommieren. Einen argen Reinfall erlebte einmal eine Familie Mayer, die der lieben Bekanntschaft gegenüber so tun wollte, als befinde sie sich im Seebad, obwohl sie sich aus mathematischen Gründen sich derartiges gar nicht zu leisten vermochte und deshalb ruhig zu Hause geblieben war. Aber was tut man nicht alles, um sich Ansehen zu verschaffen'. Zu besagter Familie Mayer gehörte eineresoluteHa^- inutter. dip iuni£i^iüai^tunetL TtneS Kkänzchens war. Bei der letzten Zusammenkunft eines Kränzchens beschloß man eine Ferienvause, denn die Frau Assessor wollte zu ihren Eltern reisen, die Frau Doktor zu ihrer verheirateten Tochter, die Frau Apotheker plante mit ihrem Mann eine Kur in Heringsdorf usw. Natürlich konnte da Frau Mayer nicht zu Hause bleiben. „Und wir gehen ins Seebad X." behauptete sie keck und stolz und vornehm. „Und natürlich schreiben wir uns mal gegenseitig, wie es uns geht, was wir erleben ..." Die Sache war für Frau Mayer sehr einfach. Eines Tages erhielt von ihr der Postagent in Bad X. die freundliche Bitte, die dieser beiaelegten 6 Briefe von dort aus absenden zu wollen. Sie wußte nicht, daß derartige, auf eine Täuschung hinauslaufende Wünsche des Publikums unerfüllbar sind. Die Post weist allerorts derartige Ansinnen zurück. Aber der Postagent in X. war ein Pfiffikus, oder auch ein ganz schamloser, schadenfroher Mensch, wie mans nehmen will, er durchschaute den Kram, mißachtete die postalischen Vorschriften und schrieb auf alle sechs Briefe: „Dieser Brief wurde der Postagentur in X. von Frau Mayer in Berlin zugesandt mit der Bitte, ihn von hier aus abzusenden." Tann erevdierte er die Briefe an die Adressaten. So ein rachiaer Kerl! Beim nächsten Zusammentreffen kicherten die Kränzchendamen exklusive der Frau Mauer, sie frischweg immer aufs neue erzählte, wie — herrlich :s ihr in Bad X. gefallen habe!
Merkwürdiger Streikgrund. Jn einer Weberei bei Bradford ist eine Arbeiterin tätig, die durch ihr reiches, lockiges Haar allgemein auffiel. Die Vorsteherin der Abteilung, in der das junge Mädchen arbeitet, war nun der Ansicht, daß jene sich auffallender frisiere, als es sich schicke, und befahl ihr, das Haar einfacher aufzustek- ken. Mit diesem BefeV aber stach sie in ein Wespennest. Die Kolleginnen der Schönen ergriffen einstimmig Partei für sie und erklärten die Weisung als eine Einmischung in Privatangelegenheiten, die niemand etwas angingen. Um ihrer Auffassung größeren Nachdruck zu geben, traten sie insgesamt in den Streik. Die Vorsteherin mußte entlasten werden, worauf die Weberinnen triumphierend ihre Arbeit wieder aufnahmen.
Der beste Tavakersaß. Die Preise für Tabak sind so sehr gestiegen, daß sich gewiß mancher wie im Kriege nach einem „Ersatz" umsehen wird. Leider hat man mit den allerlei empfohlenen Ersatzkräutern fchlinime Erfahrungen gemacht, ganz besonders im Hinblick der gesundheitlichen Nachteile. Ein mitleidiger Apotheker offenbart jetzt sein bisher streng gehütetes Geheimnis zu Nutz und Frommen aller, die nach wirklich bekömmlichen Ersatzmitteln suchem Er hat alle möglichen Kräuter auf ihren Geschmack und ihre Wirkung ausvrobiert, aber keinen schöneren Ersatz gefunden als — die Blätter der Tomate! Er behauptet, diese hätten einen geradezu verführerischen Geruch und Geschmack, und obendrein erfordere ihre Genußfähigkeit nur ein einfaches Trocknen im Schatten. Bei solcher Enrpfehlung dürfte es sich wohl lohnen, die Sache einmal auszupro- bieren. .......... ...................1.
Ei« Postmarder. Einem geriebenen Gauner ist rZ' gelungen, die Leipziger Reichspoststelle um 57 000 Mark zu betrügen. An 19 Postämtern präsentierte er gefälschte Kreditbriefe über je 3000 Mark, worauf ihm überall der Betrag ausgezahlt wurde. Er fuhr im Auto vor und verschwand schleunigst auf die gleiche Weise. Der Betrug wurde erst nach Verlauf mehrerer Tage^ entdeckt. Der Fälscher hat das Manöver bereits in Berlin mit Erfolg durchgeführt, wo er bei 18 Postämtern 70 000 Mark erschwindelte.
Der Bliß im Munitiovswage«. Bet einer Nachtübung eines Bataillons bet Budapest schug der Blitz in einen Munitionswagen ein, wodurch drei Offiziere und zwei Ofstzierstellvertreter getötet wurden. Mehrere Lf- ffziere wurden erheblich verletzt.
Die Milliardärstochter auf dem Montmartre. Miß Mathilde Mc Cormick, die siebzehnjährige Enkeltochter John D. Rockesellers, die demnächst in der Schweiz mit dem von ihr als Gatten erwählten Mnfundvierzigjährt- gen Stallmeister Max Oser getraut werden wird, hat auf der Durchreise in Paris der Lust nicht widerstehen können, mit einer ihrer Bekannten ein Nachtlokal in Montmartre zu besuchen, das ihr als besonders sehenswert gerühmt worden war. Kaum hatte sie aber einen Blick auf die Bühne geworfen, als sie schamrot und sittlich entrüstet der Tür zueilte und mit ihrer Freundin das Lokal verließ. Letztere begab sich stehenden Fußes zur Polizeipräfektur, um sich im Namen von Rockefel- lers Enkeltochter über die Schamlosigkeit der Aufführung zu beschweren und Klage zu führen. Man entsandte auch sofort einen Polizeiiinjpektor an Ort und Stelle. Nach eingehender Besichtigung kehrte der Inspektor mit dem Bescheid zurück, daß nur das übertriebene Schamgefühl eines jungen Mädchens Anstoß an ei^ ner Vorstellung nehmen könne, die sich durchaus auf denk Niveau der in Montmartre üblichen künstlerischen Darbietungen halte.
Französisch verbeten. Ein bezeichnendes Streiflicht auf die Beliebtheit der Franzosen in Südamerika wirft der Brief eines Geschäftsfreundes aus Ecuador an die Firma Donner u. Lüders in Halberstadt. Die Firma! hatte dem südamerikanischen Hause ein Angebot gemacht, und zwar, auf Rat der vermittelnden Stelle, in französischer Sprache. Die Antwort darauf erfolgte deutsch und enthielt die dringende Aufforderung, entweder in spanischer, am besten aber in deutscher Sprache zu korrespondieren. Das Französische sei bereits seit November 1918 aus den Archiven der Firma ausgeschaltet. Jeder in Ecuador wundere sich, daß gerade aus Deutschland nach dort noch in französischem „Gefaksel" geschrieben werde. Die deutsche Geschäftswelt wird diese Mahnung hoffentlich beherzigen.
Verwickelte Verwandtschaft. In Philadelphia hat ein Mann Selbstmord begangen, weil er den Gedanken- nicht ertragen konnte, sein eigener Großvater zu sein. Die Sache kam so zuwege: Er oeiratete eine Witwe mit einer erwachsenen Tochter. Sem eigener Vater verliebte sich in diese Stieftochter und heiratete sie. Dadurch wurde der Vater der Schwiegersohn seines Sohnes und die Stieftochter seine Mutter. Die Frau des Sohnes genas darauf eines Knäbleius, das nun der Schwager des Vaters und der Oheim seines eigenen Vaters war. Die Frau des Vaters, also die Stieftochter des Sohnes, gebar auch einen Jungen, der daher der Bruder des Sohnes und auch sein Enkel war. Demenffp-rechend war die Frau des Sohnes seine Großmutter und er sowohl der Mann seiner Frau wie ihr Enkel, also auch sein eigener Enkel. Eine solche Venvandtichaft ist sicherlich ausreichend, „«n^ einen, verrückt.-« Machen...
Heiteres vom Tage. Dringende Bitte.' Ich habe am 29. September 1897 geheiratet. In den fünfundzwanzig Jahren unserer Ehe hat es zwischen meiner Frau und mir niemals den geringsten Streitpunkt gegeben. Ganz glücklich werden wir aber erst sein, wenn wir folgendes wissen: An genanntem Tage hatten wir
. ...x.u> pert anstoßenden kleinen S
Hotel Streit in Hamburg gemietet. Ich entsinne mich genau, ganz genau, daß ich vor dem Zubettgehen das elektrische Licht im Salon ausgeschaltet habe. Am anderen Morgen aber die Ueberraschung: das Licht im Salon bräunte! Nun behauptet meine Frau seit fünfundzwanzig Jahren immer wieder, ich müsse an dem Abend vergessen haben, das Licht auszudrehen. Das ist aber gänzlich ausgeschlossen! Wer hat mir damals den Streich gespielt? Er melde sich bitte! Heute kann er es ja gestehen. Und ich möchte meiner Frau zur silbernen Hochzeit gern die Ueberraschung bereiten, daß ich doch recht habe! (Recl. Universum.) — Ein guter Rat. Eine junge hübsckc Dame bat einmal Rubinstetn, ihm vorspielen zu dürfen. Sie wollte die Entscheidung über ihr Schicksal in seine Hand legen, und von seinem Urteil sollte es abhängen, ob sie sich weiter zur Pianistin ausbilden sollte oder nicht. Rubinstein hörte sich ihr Spiel an, und als sie mit dem recht mittelmäßigen Bor- trag fertia war, verharrte er in tiefem Stillschweigen. Da schlug die Schöne ihre großen Augen auf und fragte schüchtern: „Was soll ich nun also tun, Herr Rubin- stein?" Worauf der Meister nur das eine Wort sagte: „Heiraten!"
Müllerstreik in Berlin. In allen Betrieben der Berliner Mühlenindustrie find die Mühlenarbeiter in den Streik getreten. Die Ursachen des Ausstandes sind in Differenzen mit den Arbeitgebern über die Höhe der Lohnzulagen für August zu suchen. Die Zahl der Streikenden dürfte annähernd 500 betragen. In allen Berliner Mühlen ruht der Betrieb, doch ist nach einer vom Arbeitgeberverband gegebenen Darstellung die Mehlversorgung Berlins einstweilen nicht als gefährdet zu betrachten.
«-»Ein großer Brand hat die Eisenbahnwerkstätte in Bukarest zum größten Teil vernichtet. Hunderte von Arbeiter sind dadurch brotlos geworden. Sie sollen in anderen Staatsbetrieben urrtergebracht werden.
Heldentod einer Sechsjährigen. Das sechsjährige Töchterchen eines schwedischen Arbeiters, namens Will' blad aus Bärnamo, hat kürzlich ihren dreijährigen Bruder vom sicheren Tode gerettet. Der Kleine spielte auf den Eisenbahnschienen, als ein Zug heranbrauste. Ohne der Gefahr zu achten, riß das Mädchen den Bruder zurück, wurde aber selbst von der Maschine erfaßt und so schwer verletzt, daß es nicht mehr zu retten war.
Rimbaufall auf Gertrud Kappel. Frau Gertrud . Kappel wurde auf der Fahrt zu den Salzburger Festspielen, wo sie für die Donna Anna im „Don Juan" verpflichtet ist, in München das Opfer eines frechen Raubanfalls. Beim Warten auf die elektrische Bahn fühlte sie sich von einem Ehepaar beobachtet) als sie in den Wagen stieg, wurde sie von dem Manne bedrängt, und diesen Augenblick benutzte die Frau, um die Handtasche der Künstlerin zu öffnen und ihr 10 000 Mark und den Patz zu entwenden. Infolge der Aufregungen f war es Frau Kappel nicht möglich, in der ersten Auf-, j führung des „Don Juan" mitzuwirken. _