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Reisfelder Tageblatt

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SmMATSgK8- Amtlicher Mnzeiger für den Kreis Hersfeld

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Nr. 191

Mittwoch, den 16. August

1928

kille konSoner Konteren; geWeifert

Reuter meldet aus London: Die Konferenz der al- Merten Minister war um %2 Uhr beendet. Von unter­richteter Seite wird mitgeteUt, es sei ungewiß, ob die Konferenz abgebrochen wird oder nicht. Das britische Kabinett trat nachmittags zusammen. Wie der Bericht- Katter von Havas dazu erfährt, scheint es «««mehr

;r zu sein, daß die Konferenz auseinander gehen werde, ohne einen gemeinsamen Beschlttß über das Mo­ratorium gefaßt zu habe«.

Eine weitere Meldung aus London besagt: Die Konferenz ist an der Reparationsfrage gescheitert. Die Vollkousereuz verhandelt jetzt über die Lage Oetter- Michs.

Keine Entscheidung über das Memorandum.

* Der Kriegslastenkommission wurde von der Repa- (rationstommiffion folgende Note überreicht:

Entgegen der in Ihrem Schreibe» vom 13. Juli d. SS. ausgesprochene» Erwartung steht stch die Kommis­sion nicht in der Lage, Ihnen vor dem 15. August ihre Entscheidung auf Ihr Memorandum vom 12. Juli mit- zuteilen. Sie wird Sie unverzüglich davon in Kennt­nis setzen und gleichzeitig Entscheidnng über die Frage

treffeu, welche bis zu die-

>ebe bleibe» soll.

John Braöbury.

geil Dubois.

Die Gegensätze unüberbrückbar.

; ** Aus Paris wird gemeldet: Die vorläufige Antwort der Reparationskommission auf das deutsche Stun- Sunasgesuch ist von der Kommission einstimmig gefaßt worden, d. v. auch der französische Delegierte Dubois hat ihr zugestinnnt. Poincaree hat also wenigstens vor­übergehend auf einen Widerstand in der Stundungs­frage verzichtet. Er beharrte aber in London nach Seit vier vorliegenden Nachrichten auf seinem Standpunkt:! Kein Moratorium ohne Garantie» i» dieser Frage und Verwaltung der staatlichen Bergwerke und Forstsu. Die Führer der fünf Delegationen haben am Montags in der Downinua Street von 11 Uhr vormittags bis 1.48 Uhr nachmittags ihre Besprechungen fortgesetzt. Als einzige neue Schattiernna erklären die französischen Blätter, daß das Problem sich ganz besonders dornig erwiesen habe und daß alle Ausführungen nur die Be- stätignng der unversöhnlichen Gegensätze zwischen Lon­don und Paris offenbart haben. Die Alliierten haben Mo in London einen amneinsamen Beschluß Wer das StunöunasgesuÄ bis zur Stunde noch nicht gefaßt, und Ls ist auch nicht der Abbruch der Konferenz erklärt orden. Die Vormittaasbesvrech

der Repa-

-dürfen..

Poiucaree über die Pfänder.

er einen

der einen Bruch vermeidet.

Frankreich geht eigene Wege.

^Ans London wird gemeldet: Montag nachmittag jtnt 5 Uhr Hat die letzte Sitzung der Konferenz stattge- fnnde«. Es wnrde nur «och über die Oesterreich zu be­willigende« Kredite gesprochen. Poincaree ist darauf bt sei« Hotel zurückgekehrt und hat sranzöstscheu Jour- »aliste« gegenüber erklärt, daß die französische Abord­nung Dienstag vormittag um 11 Uhr abreisen werde. Mittwoch werde in Paris wahrscheinlich ein Minister­rat zusammentrete«. Voranssichtlich werde auch die Kammer eiuberuse« und beschloßen werden, die franzö­sischen Vertreter aus dem WiederherstellnngsauZschutz zurückzuziehen. Vorher werde man in dem Ausschuß Mit Uuterstützuug der belgischen Vertreter gegen das beantragte Stundungsgesuch stimmen, wodurch dieser Mrtrag abgelehut werde« würde.

Poiucaree über den Ausgaug der Konferenz.

»!»Ministerpräsident Poiucaree hat Montaa nachmit'

tag, nachdem sich eine Einigung mit England als un­möglich erwiesen hatte, der Presse eine Rechtfertigung seines Standpunktes gegeben. Wie aus Paris gemel­det wird, betonte er, daß Deutschland eine Politik ver­folge, die es zur systematischen Zahlungsunfähigkeit führe. Er habe den Vorschlag Lloyd Georges, dem

cschlag in Wirklich­haben wir uns in

Völkerbund eine Entscheidung über die neuen von DeutschlMö zu verlangenden Garantien zu überlassen, Nicht annehmen können, da es unmöglich sei, diesen strittigen Punkt einem Schiedsgericht zu überlassen, in das, wie das EnalMd verlangt habe, demnächst auch Deutschland ausgenommen werden soll. In der deut­lichen Reichsbank lägen 1 Milliarde Goldmark. Man könne 150 Millionen von Deutschland bekommen, ohne dadurch die Entwertung der Mark weiterzutreiben. Auch mit einem ganz kurze» Moratorium, so führte Poincaree aus, konnte ich mich nicht einverstanden er- Käre«. Weil England für diesen Vorschlag in Wirklich­keit keine Sicherheit geboten habe, haben wir uns in sehr freundlicher Weise getrennt. Man hat mir gesagt, daß das Ergebnis der Londoner Konferenz einem Bruch der Enteute gleichkäme. Darauf habe ich erwidert, ich könne das nicht glanben und ich würde meinerseits al­les daran fetzen, diesen zu verhindern und nichts tun, wodurch ich die Interessen meines LaWes aufgeben würde. Der Bruch zwischen EnglaW und Frankreich L /wäre allerdings ein großes Unglück, aber die franzo- | fische Oeffentlichkeit könne sich mit sortwähreydeu neuen Kouzesstone« nicht einverstande» erklären. Ich habe ^ es vorgezogen, in meiner Stellung zu verharren und | inW dn Protokoll zu unterzeichnen, das auf diesen Weg

i Die Zahlung der fälligen Ansgleichsrate.

«-»-Wie aus dem Haag gemeldet wird, kam man in der Sitzung der Londoner Konferenz am Montag nachmit­tag zu dem Ergebnis, daß weitere Anleihen an Oester, reich unmöglich seien. Frankreich war bei der endgül­

tigen Beschlußfassung über das von Deutschland gestellte Slundungsgesuch isoliert. Die Schlußformel der Kon­ferenz läßt sich dahin zusammenfassen, daß man über- eingekommen sei, daß man nicht ewig werden könne, Die Sachverständigen-Kommission hat festgestellt und die Bollkonferenz hat Beschlossen, daß die Zahlung im Ausgleichsverfahren, die am 15. August fällig ist, in den nächsten vier Wochen zu zahlen wäre und daß dann Ein- zelverträqe mit Deutschland über das Ausgleichsver­fahren abgeschlossen werden sollen. Es verlautet, daß be­reits England und Italien solche Verhandlungen mit Deutschland begonnen hätten.

Der Abbruch der Londoner Konferenz.

^London. Infolge des Abbruches der Konferenz werden die französischen und italienischen Delegierten am Mittwoch London verlassen. Bevor die Konferenz am Montag nachmittag zusammenbrach, versuchte der italienische Außenminister Schanzer das äußerste, um die Meinungsverschiederrheiten zwischen Poincaree und Lloyd George zu Überdrücken. Der Vorschlag, die Kon­ferenz um 5 bis 6 Wochen zu vertagen, wurde von den britischen Vertretern vollkommen angenommen, aber die französischen Vertreter machten zur Bedingung, daß Deutschland während dieses Zeitraumes die fälligen Var-Reparationsraten bezahlen solle. Schanzer und Lloyd George waren anderer Ansicht, erklärten aber, sie seien bereit, zuzustimmen, daß die Reparattonskommis- fion darüber entscheide, daß Deutschland während dieses Zeitraumes bezahlen solle. Die Franzosen waren Sa­nnt einverstanden, worauf die Versammlung ihr Ende fand, Sn einer Schlußrede betonte Schanzer, daß die Reparationen nicht getrennt von den Kriegsschulden der Alliierten behandelt werden könnten. Die Reuter-Mel­dung schließt: Obwohl die Verhandlungen zu keinem Einverständnis geführt haben, haben sich die Beziehun­gen der Alliierten doch nicht verschlechtert, was sich aus der Tatsache ergibt^ Satz nach Abbruch der Konferenz Pomearee dre österreichische Fra^e mit den Alliierten besprach.

Die Zahlung der Ansgleichsrate.

«^-London. Der Sachverftändigen-Ausschuß der Kon­ferenz nahm am Montag nachmittag ein Gutachten an, wonach Deutschland die letzte Summe von 2 Millionen Pfund Sterling zur Bestreitung von Privatschulden an die Alliierten innerhalb vier Wochen bezahlen soll. Hier­nach soll dem Gutachten zufolge das Abkommen über die Zahlungen außer Kraft treten. Schließlich empfiehlt das Gutachten, daß die alliierten Regierungen für die von Deutschland

e-#> London. Poincaree erklärte am Montag abend vor den Vertretern der Presse: Ein Zahlungsaufschub sei nur ein Behelfsmittel, eine negative Lösung. Er stelle aber zugleich eine Vergünsttgung dar, die man Deutsch-- land gewähren würde, weshalb man produktive Pfänder verlangen müßte. Wenn DeutschlaW nicht bezahlen kann, so liege dies daran, daß es die Mark planmäßig entwertet hat. Poincaree hob hervor, daß in der Frage der Reichsbank und der Zölle ein Einvernehmen erzielt worden sei, dagegen über die eigentlichen Pfän­der, namentlich die Staatsbergwerke uW Domänen- gWallungen dieses Einvernehnien unmöglich gewesen

Lloyd George habe sich auf den Standpunkt gestellt, man diese Pfänder erst nehmen sollte, wenn eine

-sehlung Deutschlands vorliege, während er, Poin­caree, die Meinung vertrete, daß man Deutsch­land für seine früheren Verfehlungen nicht be­gnadigen dürfe. Meinungsverschiedenheiten bestünden auch über die Auslegung des Arttkels 248 (die Haftung des deutschen Staatsvermögens) und der §§ 17 und 18 des Friedensvertrages (wahrscheinlich Anlage 2 zu Ka­pitel 8 Zwangsmaßnahmen). Lloyd George habe vor­geschlagen, diese Arrgelegenheiten dem Völkerbünde zur Fällung des Schiedsspruches zu überweisen, was Frank­reich ablehnen müsse, da es nicht wolle, daß in dieser Frage gegebenenfalls Neutrale ein Urteil abgeben. Es sei besser, daß man sich ohne ein Ergebnis getrennt habe. Nunmehr müsse dke französische Regierung die Entschei­dungen treffen, die sie für notwenig halte. Er hoffe, daß es zu keinem Bruche im Verbände komme. Ein Bruch zwifchen England und Frankreich wäre ein großes Un­glück. Ein noch größeres Unglück aber wäre die gegen­seitige Abneigrmg der Völker. Anstatt Protokolle über ein angeblich hergestelltes Einvernehmen zu unterzeich­nen, sei es besser, daß hier jede Regierung ihre volle Handlungsfreiheit gewinne.

Deutschland soll gezwungen werden.

^London. Die Londoner Konferenz ist beendet. In der Schlußsitzung, die um 5 Uhr begann, wurde beschlos­sen, das Ersuchen Oesterreichs um Bewilligung von Vorschüssen dem Völkerbund zu üBerweisem Keine der anwesenden Regierungen zeigte sich geneigt, irgeirö- welche Vorschüsse zu gewähren. Sodann wurde beschlos­sen, Deutschland zu zwingerr, die Zahlung von zwei Millionen Pfund Sterling für das Ansgleichsverfahren am 15. zu entrichten. Damit ist der Fsolierungsaktion Frankreichs ein Ziel gesetzt. Ferner beschloß man, daß in Zukunft jedes Land in Steter Angelegenheit volle Haudlnngsfreiheit HWen solle und mit der deutschen Re­gierung Mein verhandeln könne. Die 13. Konferenz des Verbandes ist beendet. Sie erwies, daß in seinem Punkte ein Einvernehmen hergestellt werden konnte. Die französische Regierrmg wird eine mntlrche Mtttei- lnng über den Verlauf der Sponseren veröffentlichen.

Zahlung der 500 000 Pfund Sterling.

» Berlin.lL. A.) .Dienstag vormittag fand in der

^T^Eet eine ChefbespreDung statt, in der die ge- sanste Reparationsfrage beraten wurde. Besonders ein- gehend umrden die Ausgleichszahlungen besprochen, die bekanntlich am 15. August fällig sind. Bezüglich dieser AAlurigen wird von amtlicher Seite bewut, daß die^ 500 000 Pfund Sterling bezahlt werden, die seinerzeit angeboten worden sind, also nicht etwa die-zwei Millio- nen Pfund Sterling, die vertragsmäßig zu zahlen sind. Die ganze Summe könne nicht entrichtet werden, weil ne nicht zur Verfügung stehe. Es muß hervorgehoben! werden, daß die Zahlung von 500 000 Pfund Sterling nur unter den allergrößten Anstrengungen möglich ist. Die Chefbesprechung wurde beendet, ohne daß ein Be­schluß gefaßt worden war. DieuZtag abend 6 Uhr wird das Reichskabinett zusammentreten, um gleichfalls zu der Frage Stellung zu nehmen.

Der Ansklang in London.

6«* London. (B. Z.) Poincaree wird vor seiner Rück­reise nach Paris noch einen Kranz auf das Grab eines unbekannten englische» Soldaten in Westminster legen. Lloyd George soll sich bei Poincaree und Schanzer ent­schuldigt haben, daß er seine Gäste nicht an die Bahn bringen könne, da er in den ersten Morgenstunden be- reits London zu verlassen gedenke.

Die nächste Konferenz im November.

6* Berlin. (D. A. Z.) Es verlautet, daß Montag mor­gen die alliierten Ministerpräsidenten darüber einig, wurden, daß die nächste Konferenz im November in Brüssel stattfinden soll.

Ungewöhnliche Herzlichkeit*.

** Rotterdam. (S. C.) »Daily Telegraph* weidet, daß Lloyd George auch nach der Ablehnung seiner Vorschläge in keiner persönlichen Gegnerschaft mU Poincaree stehe. Nach der Montaassitzung sei die Hal­tung der beiden Minister von ungewöhnlicher Herzlich­keit gewesen. Poincaree habe gemeinsam das Frühstück stück mit Lloyd George eingenommen.

»^Rotterdam. (S. C.) DerCourant* meldet aus London: Nach der letzten Sitzung trafen sich Lloyd George und Poincaree nochmals am Quaihafen bei der Abreise des italienischen Boffchafters. Beide Minister­präsidenten unterhielten sich sehr freundlich miteinan­der. Die französische Delegation, die Dienstag srüh 11 Uhr nach Paris zurückreisen wollte, hat ihre Abreise auf Dienstag abend verschoben, da für Dienstag vormittag

«®e»f. CS. O Havas meldet: Der Präsident der Republik Hat den französische» Ministerrat für Mitt­woch 12 Uhr cittBerufcn, um über neue Maßnahme» ge­gen Deutschland Beschluß fassen zu lassen.

Kabinettsberatunge».

w Berlin. lS. C.) Die am Montag nachmittag S Uhr begonnene Sitzung des Reichskabinetts wurde um W Uhr abends auf Dienstag vormittag 11 Uhr vertagt, kür Dienstag mittag hat der ReichskMzler eine Anzahl^ der in Berlin sich auihEenöen Parlamentarier zu sich Sen zu einer Besprechung über die in London ge- ene neue Lage.

Die Ausweisnnge».

»-^Karlsruhe. '(S. C.) Die Reichsregierung hat den dadischen Behörden für die erste Unterstützung der Aus- aewiesenen zwei Millionen Mark zur Verfügung ge­sellt. Für Dienstag mittag ist ein zweiter Transport ron Ausgewiesenen angemeldet worden. Die Liste ent- rält 453 Namen.

Morgan stellt Bedürgnuge».

** ®enf. lS. C.) Havas meldet aus Neuyork: Mor- mn läßt in der Presse erklären, daß er vor Zusammen­tritt des Jnternattonalen Bankierausschusses Zuge- tündnisie der alliierten Mächte und auch Deutschlands iahen müßte. Havas nennt den für den 15. September jugegebenen Termin des Zusammentritts des interna­tionalen Bankierausschusses als verfrüht. _____

30 Mill. Deutsche jenseits der Neichsgreuzen!

- Auf der Tagung für das Deuffchtum im Ausland, erstattete der erste stellvertretende Vorsitzende, Konter! ctömiral a. D. SeeboSm-Berlin, den Geschäftsbericht »er in einem flammenden Appell an das gesamte Beut» ehe Volk ausklana: in ihm heißt es u. a.:Die AM jana August in Kulmbach (Bayern) zur 41. Sauptver-

eichsaren-

n ein

Landern richtet sich mit ungeheurer Wucht gegen öle deutschen Schulen, Vereine, Büchereien und Zeitungen, fie an erster Stelle dazu berufen sind, die heimische Spräche und Kultur zu erhalten und zu pflegen. 30 NEionen Deutscher jenseits der Reichsgrenzen lvr ihr Volkstum und die Erhaltung ihrer ful Süter; 30 Millionen Deutscher jenseits _"__ jen sind aber auch bereit, durch opferwillige Pionier- Migkeit dem Ansehen des friedlichen deutschen Volkes; seinem Rechte auf Wiederaufstieg erneut Geltung; M verschaffen. Deutsche im Reich, Angehörige aller/i Stände, industrielle, Handwerker, Kaufleute, Beamte,« flnaestellte, Arbeiter und Bauern, erkennt die Vedeu- Una des Auslandsdeutschtums für die eigene Zukunft! ( pelfi, daß der Verein für das Deutschtum im Auslande, »er, unpolitisch und von allen Parteien und Konfes- Ionen unabhängig, der Vermittler zwischen dem Aus- 4 ändsdentschtum nnö der Heimat ist, zu einem großen J Volksverein wird!" . _ #