Einzelbild herunterladen
 

Hersfelöer Tageblatt

Anzeigenpreis für die einspaltige Peiiizeiie oder deren Raum 2. Mark, für auswärts 4. Mark, die Reklamezeile 10.Mk. Bei Wiederholungen Nachlaß. + Für die Sdiriftleiiung nerantmorflidi Franz Funk in Bersfeld. + Fernlpredier Dr. 8.

: ^^^ ^^MAÄ| Erscheint Jeden Rodientag Der Bezugspreis befragt

: VLU»4 imonatlich für Bersfeld u. durch die Post bezogen

: f 120.00 (Dk., bei freier Zustellung ins Saus, Abholer

i f 118.00 fflk. * Druck und Verlag Don budmig Funks

i Amtlicher /lnzerger für den Krem yersfel- i ^^E'"^^' ^^

Nr. 154

Dienstag, den 4. Juli

1922

^^ Oherschrsflen gerSumL.Ei

te^ Au» Sonntag zog in die fünfte Zone, das find W Orte Benthen, Gleiwitz, HindenSurg, Ratibor, Beuthen- Land, Kattowitz-LanS, soweit diese Gebietsteile deutsch aeMeben sind, die Schupo ein. Am Montag findet in den Vormittagsstunden Flaggeuwechsel statt. Damit ist das gesamte Juonstriegebiet einschließlich Ratibors von der Fremherrschaft Befreit _ . . y Abtransport der Ententetruppe«. ' ^H «-»Aus Gleiwitz wird gemeldet: Ein Teil der franzN reit, englischen und italienischen Besatzungstruppe« im Laufe des Sonntagvormiitags verladen und ab- transportiert worden. ,...

Schwere Schietzerei in Gleiwitz. =

»» Aus Gleiwitz wird gemeldet: Als am Sonnabend in den Ätachmittagsstuude« die hiesige Apo durch die Be- sgtzuugstruppen entwaffnet werden sollte, kam es zu Schießereien mit den Franzosen, da die Franzosen die Apo-Uuiforme« auf dem Hofe der Schule, in der die Apo entwaffnet wurde, verbrannten. Hierbei wurden, soweit bisher fcstgestellt werden konnte, 10 französische Soldaten schwer verwundet und zwei französische Offi­ziere und ein Bursche getötet. Ueber Gleiwitz Stadt und Land ist der verschärfte Belagerungszustand ver­hängt worden. Die Lokale haben um 6 Uhr abends zu schließen. Der Verkehr auf den Straßen hat von 7 Uhr an zu unterbleiben.

Auch in anderen Orten werden die Ausrüstungen der Apo vernichtet. Es wird darüber gemeldet:

fc* Das seit einigen Tagen in Oppel« umgehende Ge­rücht, daß die französischen Truppen Materialien, Waf­fen und Automobile, die Eigentum der Apo sind, ver­nichten, bestätigt sich. Die Zerstörung wird In der Nähe der Kaserne durchgeführt. Der Platz ist streng abge- sperrt.

Das Schicksal der Strafgefaugenen.

k* Aus Oppelu wird gemeldet: Die interalliierte Ju­stizbehörde hat die Akten der noch zu erhebenden An­klagen geschlossen und dem Oberkommandierenden der Rheinlandarmee durch Kurier übersandt.

Fehlende deutsche LeLreu jajgaMMÄw»*^ r-^JlAKatköwitz "find die Kolksschulen geschlossen wor­den. Wann und in welcher Form sie wieder eröffnet werden sollen, ist noch völlig unbekannt und hängt ganz von den Dispositionen der Woiwodschaft ab. Wie die T. IX.* erfährt, haben sich von den deutschen Lehr­kräften im polnischen Oberschlesien nur etwa 100 zum Dienst bei den polnischen Schulbehörden gemeldet, so- Satz für den deutschen Unterricht noch etwa 600 Lehr­kräfte fehlen.

Techsws volles Geständnis.

Zu dem Verhör Techows. in dem dieser ein volles Geständnis über seine Täterschaft am Morde Dr. Ra- thenaus ab^egte, erfährt dasB. T." folgendes:

Als aus dem verstockten jungen Mann kein weite­res Geständnis herauszubekommen war, beschloß man, Techow seinem älteren Bruder und seiner Mutter ge- genüberzustellen. Die Gegenüberstellung erreichte ihren dramatischen Höhepunkt, als eS der Ntutter, die übrigens einen sympathischen Eindruck machr, durch vieles Zure­den und Bitten, doch der Wahrheit die Ehre zu geben, gelang, den entarteten Sohn mürbe zu machen... Er brach vollständig zusammen und legte unter Tranen und Schluchzen ein volles Geständnis ab. Techow erzählte nun, wie sich die Mordtat zugetragen hat. Er und seine Heiden Mittäter hatten vor der Abfahrt in einer Likör- stube, nahe bei der Garage an der Warnemttnder Straße, ein Zusammentreffen mit den beiden Garagenbesitzern Schütz und Diestel, wo noch einmal der lange Mordplan in allen Teilen durchgesprochen wurde.

Ueber die Tat selbst sagte Techow, daß er nach Ver- Übung der Tat durch die Wallvistraße gefahren sei. Dort /kitte der Wagen eine kleine Panne am Motor gehabt. Während er die Panne beseitigte, wechselten die Mittä­ter Fischer und Knauer die Kleidung und legten die Automäntel und Kappen ab. Diese Mäntel ließen sie dann später im Wagen liegen und diese müssen dann wohl von den Garagenbesitzern beseitigt worden sein. Am Abend hat er sich mit den beiden anderen Talern Fischer und Knauer in einer Likörstube in der Nahe des Zoo getroffen. Dort zechten alle drei den ganzen Abend. Dann trennten sie sich um die Polizeistunde und wünsch­ten sich alle drei gegenseitig eine glückliche Flucht.

Techow wollte dann zunächst nach dem Harz fahren, weil er glaubte, dort unter den Sommerfrischlern am besten untertauchen zu können. Er änderte dann wie­der seinen Fluchtplan und fuhr nach Halle. Nachdem er dort einen Taa geweilt hatte, fuhr er nach dem Gut seines Onkels, nach Wiesen bei Frankfurt a. d. Oder. Sein Onkel, Kommerzienrat Behrens, wunderte sich zu­nächst über den plötzlichen Besuch seines Neffen. Beide sprachen dann eingehend über den Mord an Dr. Nathe- nau. Techow überbrachte seinem Onkel die neuesten Nachrichten über die Verfolgung der Täter. Er erklärte, daß die Berliner Zeitungen zwar schreiben, daß man den Tätern auf der Spur sei. doch glaube er nicht daran. Diese seien sicherlich längst über alle Berge. Er ging dann zu Bett. Am nächsten Morgen stürzte der Onkel Techows in das Schlafzimmer seines Steffen und rief ihm zu:Dn bist einer der Mörder!" Techow wurde kreide­bleich und machte allerhand Ausreden. Kommerzienrat Behrens verständigte Sann sofort die Berliner Politische Polizei. Inzwischen legte der alte Herr seinem Neffen

ans Herz, TEtne Schuld selbst zu sühnen, bevor die Beam­ten einträfen. Dafür war Techow aber nicht zu haben. Kommerzienrat Behrens setzte ihn infolgedessen gefan­gen, bis die Berliner Kriminalbeamten in ihren Autos das Gut erreicht hatten und Techow verhaften konnten.

Ueber die Verhaftungen

in der Mordangelegenheit finden sich in Beniner Blät­tern noch einige interessante Einzelheiten. Danach scheint der angebliche sind. jur. Flesch, der den Strauß für Helfferich im Reichstage abgegeben hatte und nach­her nochmals verhaftet wurde, ein aanz eigenartiger »Herr" zu sein. Er ist, obwohl selbst Jude, ein auttse- untischer Agitator von seltenen Graden. Bei seiner Fest­nahme im Reichstage hat Flesch sich unglaublich feige be­nommen, gewent und gezittert, sowie beteuert, er sei ein guter Demokrat. Seine Angabe, er sei Offizier, ist sicht­lich Schwindel. Wie derVorwärts" mitzuteilen weiß, soll der in Berlin verhaftete Student Will» Günther, der an den Vorbereitungen zur Ermordnua Rathenaus be­teiligt war, Privatsekretär des Generals Ludendorff ge­wesen sein. Ferner soll er, wie das Blatt mitteilt, Mit­arbeiter an derDeutschen Tageszeitung" gewesen seht; Günther stehe auch im Verdacht, seine Hand bei der Er^ wrdnna Erzbergers im Spiel gehabt zu habe«. Die triefe, die Günther mit bekannten öeutschnatiomüen üirtciarößen gewechselt hat und deren Vorhandensein mdenziös ansgeschlachiet wurde, scheinen sehr harmlos it sein. Helfferich z. B. war voll Günther um einen Seihespruch für die Fahne des Deutschnationalen Ju- endbundes angegangen worden, welcher Bitte dieser nllsahrt hatte. Das ist alles! Wahrscheinlich klärt sich erBriefwechsel mit Ludendorff" ähnlich auf. Man urd verlangen müssen, daß. wenn von amtlichen Siel- :n Nachrichten dieser Art verbreitet werden, die tu ge- enwärtiqer Zeit Oel ins Feuer gießen müssen, dann uch der wirkliche Sachverhalt bekanntgegeben wird. Er- itzt sind die Gemüter wirklich ohnehin genügt

Neberführung Knauerts nach Berlin.

Wie dieT. 11* hört, findet die Ucberführung des n Düsseldorf verhafteten Jugen-eurs Knauert nach Berlin in den nächsten Tagen statt. Die bisherigen rachforschuugen haben ergebe«, daß. Knanert a« der Er-. .^._ ..«s, .,.-.->-«-, miNt »case«»«Wett hat; doch Bet seht der Verdacht, daß er die Attentäter begüllstigt hat.

Gedächtnisfeier für Rathe««« in Köl«.

«^ Aus Köln wird gemeldet: Anläßlich der Ermordung es N eichsaußemninisters Dr. Ratheuan fand am Sonn- cta vormittag auf Veranlassung der Ortsgruppe Köln er Dentsch-demokrattschen Partei eine Gedächtnisfeier latt, bei der Reichstagsabgeordneter Erkelenz das Le­en Dr. Rathenaus als Großindustrieller und Staats­mann einer eingehenden Betrachtung unterzog. Aus Einen Ausführungen zog der Redner den Schluß: Es ei die Pflicht aller deutschen Demokraten, mit allen frästen den Schutz der Republik zu gewährleisten.

Die UnaBOBngiflßn wm Rßgißrungsßinlritl ßerei

»»Berlin. (T. U.) Wie aus parlamentarische, Kreisen berichtet nürd, wurde in der Sitzung des Reichs ansfchuffes der Unabhängigen sozialdemokrattschen Pak tei auch die Frage des Eintritts der Unabhängigen in die Regierung besprochen. Dabei kam grundsätzlich Bai Einverständnis der Unabhängigen Partei z«m Aus­druck, in die Regierung einzntrete«, ohne an diesen Schritt besondere Forderungen zn knüpfen. Als einzig« Bedingung wurde anfgestellt, daß an den zwischen bei drei sozialdemokrattschmt Parteien vereinbarte« Forde­rungen für das Gesetz zum Schutze bet Republik nichts geändert werde.

»»Berlin. sF. G. A.) Der Reichsausschutz der Unab­hängigen hat am Montag tm Prinzip den Eintritt in die Regierung beschlossen. Diesem Beschluß vorausge- gangen ist eine Konferenz des Bezirksverbandes Berlin- Brandenburg der U. S. P. D., wobei dieser vorbehaltlos den Eintritt in die Regierung anempfahl, lediglich zr beut Zweck, um die Forderungen der Gewerkschaften nack dem Schutz der Republik durchzusetzen.

Ltstksradikale Vorstöße.

M- Essen. (S. C.) Am Sonntag fanden im Ruhr- revier 46 Bergarveiterversammlnngen statt. Sie nahmen größtenteils einen sehr stürmischen Verlauf. Ueberall wurde die sofortige Bildung von Polizei wehre« aus or­ganisierten Arbeiter« gefordert und die Aushebung der Reichswehr zum L August.

Der Marksturz.

»»Berlin. sF. G. A.l Der katastrophale Sturz der Mark scheint jedenfalls insofern eine günstige Wirkung im Auslande hervorzurufen. als man fid) der slotwen- Sigkeit einer sofortigen Hilfe dort bewußt wird. Tat­sächlich soll der Anleiheplan. der am Smmtag noch tot war, am Montag wieder aufgelebt sein. So sind die Besprechungen nach dieser Richtung hin wieder aufge- avmmen worden, zunächst in allgemeiner und vorberei­tender Form. Aber es ist keine leichte Möglichkeit, daß sie sich nun rasch fortspinnen, und daß der angeblich ge­faßte Beschluß der Bankierkonferenz, im Oktober sich wieder mit den Anleihebesprechungen zu beschäftigen, durch die Macht der Tatsache dahin obgeünderi wird, daß diese Bemühungen der internationalen Bankiers bereits sofort wieder einsetzen. Freilich werden sie Erfolge nur hann haben, wenn sich die Ueberzeugung durchsingt, daß Deutschland gerade durch die letzten Ereignisse vor einer ctenen Katastrophe stehe, d. h. wenn man dem Auslande die Sicherheit zu bieten vermag, daß der Bestand des

Kelches uttd die Fortführung des Wirtschaftslebens ge- nchert ist. Zu diesem Zweck wird die Erledigung der «och ausstehenden Gesetzentwürfe sinn Schutze der Re- dublik und zur Durchführung der Zwangsanleihe in Berbinduna mit den Steuergesetzen notwendig sein. Man wird dem Auslande die Garantie geben müssen, daß Deutschland nicht in das Chaos gerät, das man he, üirchtet, bisher aber noch zu bannen vermochte.

Die T8tigüei1 der Garantiekomitecs.

Wie dieT. II." erfährt, hat das Garantiekomitee, las seit einigen Wochen in Berlin weift, nunmehr vier llusschüue gebildet. Der erste beschäftigt sich mit den KeichseinuaHme«. In ihm fungiert als Vorsitzender ein Engländer: neben ihm noch ein Franzose und ein Ame­rikaner. Der 2. Ausschuß hat die Kontrolle über die Keichsausgabe« und steht unter dem Borsitz eines Bel- pers. Der 3. Ausschutz ist derjenige, der sich mit der ßapitalsslucht aus Deutschland und der RückfubrunL bereits geflüchteten Kapitals nach Deutschland befaßt. Sr steht unter der Führung des Präsidenten des Ga- rontietomitees, des Franzosen Monlclatr. Der 4. AuS- ichutz ist mit statistische« Arbeite« beschäftigt. Den Bor. kti führt ebenfalls ein Franzose. D« Arveiten dieses fiusschusses sind rein technischer Natur und wickeln sich glatt ab in unmittelbarem ZnsarWoeunsirken mit den Beamten des Statisttschen RetrhSaurteS.

In den übrigen drei AuSschüMen tob ebenfalls im Saufe der verflossenen Woche grnrrdsLtzliche Besprechuu» zen erfolgt. Bis jetzt haben sich He Bezchaodluuaeu auf »urchaus loyaler Basis glatt abgewickelt.

f ®ine nnfbtnifle ForSeru««. ^

Die französische UeberwachusaSvMMkMo« hat die Rerftoruna des größten Teils der früheren MunttionS» MstM Sckleitzheim bei Münche« geforhert. Die Km» inission weiß, daß diese Forderung KustoS ist ba tn dir» fern Gebäude seit längerer Zeit keine GurdStuncr ine&t mr Munitionsherstellung vorhanden ist und da sich « Am nichts anderes als Lagerhalle« befinde«, die «m »irrer Reihe industrieller Unteruehrmmsen wirtfchaUich irusgenutzt werden. _

^j^zMMMMMMMWAWMr«M»M«ss»ahe«cmS.

In auffallender Weise feiert beinahe die gesamte italienische Presse in ihren Leitartikeln WaSher Ra. ihenau. und der Rapallovertrag, der ihm Ktnerreit so viel Vorwürfe eintrug, scheint wie vergessen. Die Nit- iische Presse, und selbst der GiolitttscheRests bei Car» lino" schiebt Sie moralische Schuld an seiner Ermorduna dem französischen Imperialismus zu, der die deutsche Demokratie mißhandelt und mit Füßen getreten und sie auf diese Weise in den Augen des deutschen Volkes vollkommen diskreditiert habe. Das Hauptblatt der ka­tholischen Volkspartei, der ..Corrtcre d'Jtalia", unter­sucht in einemVerantwortung" überschriebenen Arti­kel die Frage der Schuld. Frankreich, das einen heiligen Schrecken vor der deutschen Reaktion habe, habe zwar in besonders schwierigen Fällen die Demokratie in Deutschland bisweilen unterstützt, in seiner allgemeinen Politik habe es aber alles getan, um der Reaktion die wirksamstn Waffen gegen die Männer der »Erfüllungs- politik" in die Hände zu -rücken.

7 - Bisher über 200 Verhaftungen. "^^

»-* Berlin. (S. C.) In der Verfolgung der Mörder Raft^naus und der Mitglieder der Geheimorganisattor £ hat die Zahl der Verhaftungen im Reiche bis Sonn­tag früh 200 überschritten. Da alle Verhafteten und Berlin übergeführt werden, so ist das Polizeigefängntt M klein, um alle Verhafteten nnterzubringen. Deshall sind Räume des Moabiter Untersuchungsgefängnisser vorübergehend der polittithen Polizei zur Verfüguna ge­stellt worden.

Neue Haussuchungen in Rechtskreisen.

* Berlin. (S. C.) Am Sonntag hat die Polizei mii ber Wiederaufnahme der Haussuchungen in den BüroS ber deutschnationalen Vereine und Organisattonen be« zonnen. Die neuen Haussuchungen erfolgten auf An- »rdnung des Oberreichsanwalts. Ueberall wurde zu> Beschlagnahme der Mitgliederlisten gestritten.

Berhaftunge« in der Erzberger-Mordaffäre. »»Karlsruhe. Nach Meldungen aus Freiburg sind am sonntag drei Personen in das Mrichtsaefängnis Offen- -urg eingeliefert worden. Die Verhaftungen sollen mit der neu aufgenommenen Spur nach den Mördern Erz< »ergers in Züsammengang stehen.

Regierung gegen Gewerkschaften.

»»München. (S. C.) Die Regierung warnt unter Berufung auf den Diensteid die Beamten vor einer keilnahme an der für Dienstag mittag von den drei sozialistischen Parteien proklamierten Arbeitsruhe. Be­rufte, die nicht zum Dienst erscheinen oder um 1 Uhr den Dienst verlassen haben Disziplinarstrafen und Dienstentlassung zu erwarten.

Gegenmaßnahmen der Berliner Arbeitgeber.

e-» Berlin. (S. C.) Gegen die neuen Massendemon- trationen der Arbeiterschaft am Dienstag, die sich nach der Ankündigung der Einberufer zu Straßenumzügen tuSgeftalten sollen, ist von der Berliner Handelskam- ner. der Gewerbekammer und den Großfirmen beim Polizeipräsidium Einspruch erhoben worden. Der Po­lizeipräsident hat dem Antrag, die Straßen für den Ge- chüftsverkehr freizulassen und die Umzüge zu verbieten, litt stattgegeben. Der Berliner Unternehmerverband wird Aussperrungen als Gegenmaßnahme gegen das dertragswidrige Verlassen der Arbeitsstätten vor Ar- »citsschluß uniernehmerr. Hierüber wird seit Sonntag singehend verhandelt, ohne daß bis Abgang dieses Be- sichts endgültige Beschlüsse gefaßt sind. __________