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GersMAer KreLsblatt"

^mtöch« Anzeiger für den kreis Hersfelö

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Mittwoch, den 7. Juni

193%

< Der kernpuE.

r^Der Korrespondent derMorningpost" in Paris schreibt seinem Blatte: Die schwierigste Frage des An- leihekomitees sei die, ob die Gesamtsumme der dänischen Schuld reduziert werden - könne. Der Korrespondent glaubt, daß Italien und England auf eine an sie bereits gelangte Anfrage bis znin Mittwoch eine wichtige Ant­wort geben werden, daß aber Frankreich und Belgien auf ihrem Runachgiebigen MaudpmrU verharren werden. Der Wiedergutmachurlgsausschutz habe keinerlei Voll­macht, die deutschen Schuld-zahlungen zu reduzieren, wohl aber könne er Deutschland ein Moratorium oder ein Teilmoralvrimn bis zum Jahre 1930 für die bis 1926 fälligen Zahlungen gewähren, und zwar mit einfacher Stimmenmehrheit. Der Korrespondent meint, angesichts der letzten Erklärungen Poincarces lasse sich eine Lö­sung nicht vornnssehen.

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»«-Der WiedcrgutmachnngsanSschuß sollte am Diens­tag eine Sitzung abhalten, um über die von dem An- leihekonritee gestellte Frage zu beraten:Ist Deutsch­land unbedingt an die am 21. Mai 1921 (Londoner Ulti­matum) sestgestellten Zahlungen gebunden? Da meh­rere Mitglieder des Wicderguwmchungsausschusses von Paris abwesend sind, mußte diese Sitzung vertagt wer­den.

Deutsche Sachliefernngen an Italien.

e.^ Nils Rom wird gemeldet: In den nächsten Tagen wird in einer noch nicht bestimmten Stadt eine Kon­ferenz zwischen italienischen und deutschen Delegierten stattsindeu, die sich mit den von Deutschland in natura zu leistenden Reparationszahluugen beschäftigen wird. Als Vertreter Italiens wird der bekannte Großindu­strielle Alberto Pirelli, als HaupiSelegierter Deutsch- lanös Dr. Kuntze vom Wicöeraufbauministerium be­zeichnet. Es sollen Vereinbarungen darüber getroffen werden, welche Waren Deutschland zu liefern hat.

Rukündignng einer neue« Pariser Note.

Die Neparationskommisston hatte der deutschen Re­gierung in ihrer Note angeküudicm daß sie ihr über die noch schwebende« Fragen weitere Mitteilungerr zugehen lassen wolle. Dies soll, wie aus Paris gemeldet wird, unmittelbar nach dem' Psingstfest g Uchem: N Dcr. Wo.rj-. dereüt'vrochendcrr pu-cc. - 'rMiüLiLit. «^ti^MMrerung wird darin indbefonbere ve- 7......um den 10.

in Berlin eifttreffen werde, um seine Arbeiten so­fort aufzünehmeu.

Der Beginn der FinanzksutroKe.

wSerli«. (S. C.) Nach einer Pariser Havas- Meldung ist am ersten Kfingfisciertage die amtliche Mitteilung der Reparakionsksmmiffion an Dentschland avgegangen, wpuach die alliierte Finanzkontrolle am 1.5. Juli anfgeÜLMmeu werde.

Schwindende Aussicht auf eine Anleihe.

o-i Genf. (S. C.) DerMatin" meldet: Morgan hat die Reife in die zerstörten Gebiete während der Pfingsi- tage abgelehnt, da er die Besprechungen mit Paris und London an beiden Tagen fortsetzen wollte. DerMa- tin" beurteilt die Aussicht der Anleihe seit einigen Ta­gen als wenig gut, da Morgan sich in der letzten Sitzung wenig optimistisch geäußert habe. U. a. habe er gesagt, daß er zwecklose Operationen nicht mitmache und daß Anleihe und Reparationen kaum zu trennen wären.

j«e= Rotterdam. (S. E.)Courant" meldet aus Paris Die Bankierkonferenz hat vor ihrer Vertagung eine Anfrage an die alliierten Mächte ergeben lassen. Die Anfrage betrifft eine schnelle Klärung der Hauptfrage, ob und welche Zugeständnisse Sie Alliierten h-nsichtlich ihrer finanziellen und militärischen Ansprüche an DentschLauS bewillige« wollen.Courant" meldet weiter; Dkorgän habe sich in der letzten Sitzung mit aller Entschiedenheit gegen eine zwecklose Deoatte er­klärt, soweit nicht die Grundbedingen der Anleihe ge­geben seien.

t-e Berlin. (F. G.) Das von der Reparationskom- miffion eingefeyte Anleihekommitee war in der vergan­genen Woche zu der Ueberzeugung gefommen, daß die Herabsetzung der deutschen Schuldverpflichtung eine der unerläßlichen Voraussetzungen zur Kreditoperatron großen Stils sei. Das Komitee hatte seine Beratungen neuerdings unterbrochen, um der Reparationskommis­sion Zcii zu lassen, sich zu dieser Frage zu äußern, die in folgender Form gestellt worden war: Ist Deuuch- land an die Halturig der Termine gebunden, die am 6. Mai 1921 festgesetzt worden sind? Zur Beratung bieicr Antwort hatte die Neparationskvmmissivn für Montag eine Sitzung anberaumt. Diese wurde sedoch abgesagt mit der Begründung, daß mehrere Mitglieder der Kom- mission von Paris abwesend seien. Ob unter diesen Umständen das Auleihekomitee am Dienstag seine Be­ratungen wieder auf nehmen wird, muß dahin gestellt bleiben.

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Wirths unverwüstlicher Optimismus.

o-»Berlin. Dr. Wirth, der sich in Freiburg i. Br. bei den fathoL Akademikern aufhielt, teilte in vertraultchen Kreisen mit, daß damit gerechnet werden könne, daß die Reparationsfräge im deutschen Sinne auf der Hanger Konferenz ihre Erledigung finden werde und daß bis zum Zusammentritt der Haager Konferenz dns Kre- b mbfommen mit Dentschlnud in einer alle Teile be­friedigenden Weise erledigt sein werde. Die deutsche Wirtschaft könne zuversichtlich Sem Zeitpunkt entgegen sehe«, der eine Verständigung mit Rußland bringe, auch

für den ScH, daß die Mark eine erhebliche Besserung erfahren sollte, was nach Durchführung der Kreditope- rRion zweifelsfrei fei. Beschäftigung für die gesamte deutsche Industrie werde genügend vorhanden sein, da der Wiederaufbau Rußlands, der Balkanstaaten und auch Polens so viel Arbeit erfordere, daß ein ganzes Jahrzehnt mit fleißiger Arbeit angefüllt sein würde.

Die außenpolitische Lage.

^ Berlin. (T. C.) Die außenpolitische Lage hat wäh­rend der Pfingstfeiertage merkbare Veränderungen nicht erfahren. Reparationsausschuß und Bankierkonferenz haben während der Pfingstfeiertage keine Sitzungen ab- gehaiten. Der Antrag Frankreichs an die Reparations- kommissimr, feine Rechte des Versailler Vertrages an das Morgansche Finanzkonntee preiszugeben, kommt nach einer Meldung schweizerischer Blätter erst Freitag zur Besprechung. In Berlin glaubt man, daß die Pari­ser Finanzkonferenz früher, als bisher angenommen wurde, und zwar in diesem Monat, zu Ende gehen werde.

Der Revistonsgedauke in England.

x London. Die englischen Zeitungen stellen in ihren Pfingübetrcuhtungen fest, daß der englische Standpunkt, den Lloyd George in Genua eingenommen hat und der in der öffentlichen Meinung Englands inzwischen eine wesentliche E gänzung und Verstärkung erfahren hat, dahin verankert werden müßte, daß eine Revision des Versailler Vertrages nach der Richtung nunmehr durch- gesührt werden niüsfe, daß die Leistungen unbedingt mit den Aufbringungsmöglichkeiten in Uebereinstimmung gebracht werden müßten. Deutschland sei, das habe die bisherige Regierung Dr. Wirth bewiesen, willig, Zahlun­gen zu leisten. Es sei auch bestrebt, Zahlungen pünkt­lich zu erfüllen, aber man dürfe dabei nicht vergessen, daß ein Land, das große Gebiete durch den Krieg verloren habe und das durch Sie Kriegsrüstungen gewissermaßen bis zum Weißbluten erschöpft sei, auch eine Grenze finde, über die es nicht mehr weiter könne. Mr die ganze europäische Zivilisation ist der Wiederaufbau Rußlands das bedeutendste Ereignis, und man könne sagen, ohne den Wiederaufbau Rußlands haben alle eu-

noch nicht einmal voll in Rechnung gestellt worden. Es wäre daher Wahnsinn, wenn man nach wie vor zuschen müßte, wie weiterhin der gesamte Handel Europas ver­nichtet und der Handel Asiens dem Amerikas ohne Ge­malt zur Beute fiele.

. Die alliierten Kriegsschulden.

^ Berlin. Die britische Regierung hat über die Ent- sendung einer Sonöergescmötschaft nach Washington zu Verhandlungen über die britische Schuld an die Ver­einigten Staaten nunmehr eine Kommission eingesetzt, die damit betraut worden ist, die Sckmlözinsen endgül­tig festzusetzen. Die Zusammensetzung der Kommission läßt erhoffen, daß England Amerika einen Borschlag machen wird, die Schuld der Kriegsstaaten unterein­ander aufzurechnen und die Grundlage dafür zu schaf­fen, daß eine allmähliche Abzahlung der Kriegsschuld möglich wird, ohne die laufende Wirtschaft und die Jah- resetats der englischen Regierung zu stören.

Ratifikation des Raubes Oberfchlesiens.

Wie aus Berlin gemeldet wird, sind Sie Ratifika- t-ousnrkunde« über das Genfer Abkommen zwischen Deutschland und Polen ausgetauscht worden.

Damit ist der Vorhang über den letzten Akt der Oberschlesien-TragöSie gefallen,- die letzten formellen Handlungen dieses Lünderranbs sind abgeschlossen, und noch den Beschlüssen desBölkerbundSrates^ sind nun innerhalb vier Wochen die geraubten Gebietsteile Ober- schlesiens an Polen abzutreten. Mit Wehmut und tiefer Trauer richten sich die Blicke unseres vergewaltigten Volkes nach Oberschlesien zu unseren Volksgenossen, deren Leidensweg noch nicht beendet ist, sondern denen die schwersten Prüfungen trotz aller Gewaltakte und scheußlichen Verbrechen, die schon bisher an ihnen ver­übt worden find, noch bevorstehen. Binnen Monatsfrist werden sie nun ganz der polnischen Willkür ausgeliefert sein, wie unsere Stammesbrüder in der Provinz Posen und in dem geraubten Teil Westpreußens. Aber der Gedanke an dieses große Unrecht, das brutaler Vernich- tungswille übermütiger Sieaerstaaten dem deutschen Volke zugefügt hat, darf in den 70 Millionen Seelen unseres Volkes nicht ersticken, sondern muß die Sehn­sucht dermaleinstiger Vereinigung in jedem deutschen Herzen zu einer mächtigen Flamme emporlodern lassen. Dann wird auch das Deutschtum in den entrissenen Grenzgebieten die Zeit der Trennung überwinden, dann wird das Gemeinschaftsgefühl aller Deutschen im Glau­ben an die Zukunft den Tag erwarten, an dem im Her­zen Europas das Größer-Deutichland mit Einschluß unserer Stammesgenosien jenseits der Alpen erstehen wird. Und der Tag, da dieser Sehnsucht die Erfülln > t Harrt, wird dann vielleicht näher sein, als viele heute glauben.

Ueber die Lage in Oberschlesien liegen folgende Mel­dungen vor:

Leichte Besserung der Lage.

Die Wirkung des Belagerungszustandes ist, wie aus Beuchen gemeldet wird, zufriedenstellerrd. Der Terror hat im allgemeinen nachgelassen. Ein neuer Anschlag

Wird nur aus Bebrek gemeldet, wo Band sie« in das Dt- rektionshaus in der Julienhütte eingedrungen sind. Die Bande wurde nach einem Feuergefecht vertrieben. Eng­länder sind noch in der Nacht in die Landgemeinden ab­gerückt und halten sie besetzt. Aus Rubnik und Sohrau wird Ruhe gemeldet. Die Gewerkschaften von Ratibor protestieren gegen den Terror. In Gleiwlh wurden von den im deutschen Ausschutz vereinigten Parteien und Gewerkschaften ein Ausruf zur Ruhe erlassen.

Der Terror in Oberschlesien.

»»Bresla«. (S. C.) Die Ruhe in Dberschlefic« herrscht nicht überall. In Gleiwitz, Beuche« und- «igshütte haben wieder schwere Bandeukämpse stauze- fuvden. In Gleiwitz hörte mau in der Nacht aus den Vorstädten Gewehrfeuer. Oestlich von Kattowitz haben die Polen aus acht Eisenbahnstationen die deutschen Ei­senbahner in der Nacht aus den Wohnungen geholt und über die polnische Grenze abtransportiert. Die Ver­schärfung der Lage wird auch in einer Information der interalliierten Kommission an die Presse im Belsge- rungsgebiet Angegeben, die die Ablieferung aller Waffen verlangt.

Deutsches Generalkonsulat iu Kattowitz.

h* Kattowitz. (B. T.) Die Vorbereitungen zur Errich­tung eines deutschen Generalkonsulats in Kattowitz werden getroffen. Das Reich hat bereits ein Haus­grundstück erworben, in dem das Generalkonsulat untergebracht werden soll. Es soll sofort nach der Uebergabe Ostoberschlesiens in Tätigkeit treten. Zum Generalkonsul in Kattowitz ist Generalkorflul Frank von der Reichsregierung ernannt worden. Frank war vor dem Kriege Konsul in Südamerika. Während des Krieges und in den letzten Jahren war er in der Abteilung Polen im auswärtigen Amt tätig.

Hilfe für Oberschlesten!

Der Reichspräsident Ebert erließ folgenden Aufruf: Wie schmerzlich für uns auch die Trennung von un­seren Brüdern und Schwestern im polnisch werdenden Oberschlesien ist, so erwächst uns doch in diesen Tagen die nächste Pflicht, mit der Wiederaufbau, ' 1 Teile Oberschlesiens zu beginnen, der jetzt I schen Vaterlands wieder vereinigt wird, JS£i Lüüer_Ä- Leit.mjL de^^OberfchlLsischeLilfsbuno ein wichtig.

arbeit in dem

mit dem deut«

ihrer deutschen und oberschlesischen Art feschalten können. Das deutsche Volk wird nie vergessen, daß di _________

fier in diesen schicksalsschweren Jahren standhaft un­treu für ihre Heimat eingetreten sind. Der Oberschlesifche Hilfsbund braucht noch Mithelfer, Freunde nud Gönner. Hier ist Gelegenheit, durch die Tat zu danken und zu helfen.

die Öberschle-

Putschplan der rheinischen Sonderbündler.

Wir haben schon vor einiger Zeit auf die frechen Machenschaften von hochverräterischen Kreisen und ihrer Hintermänner hingewiesen, die eine Abtrennung des Rheinlands von Preußen und dem Reich erstrebend denen auch die verwerflichsten Mittel recht sind, um ihr Ziel zu erreichen. Die Sonderbündler um Smeeis und Dorten verspüren jetzt Oberwasser, und lasten fest ihre Absichten deutliche durchblicken. Seit etwa 14 Tagen ist eine besonders lebhafte Tätigkeit der Sonderbündler zu beachten: besonders in Aachen und auch sonst am NieSer- rheia schwirrten Gerüchte, daß ein großer Putsch von feiten der Sonderbündler geplant sei. Die Tatsache, daß die Besatzungsbehöröe eine Kundgebung der Aachener Bürgerschaft gegen die rheinischen Sonderbündler ver­boten hat, spricht Bände. Auch derTäglichen Rund­schau" sind aus zuverlässiger Quelle Mitteilungen zu- gegangen, du besagen, daß die Smwerbündler mit ganz bestimmten Butfchplänen arbeiten, ote schon in aller­nächster Zeit, vielleicht schon in den nächsten Wochen, zur Ausführung kommen sollen.

Ausdehnung des HottentottenaufftaNdss.

In London eingelaufene Nachrichten aus Kapstadt bezeichnen die Lage der englischen Regierungstruppen im Südwesten des afrikanischen Mandatsgebietes von Deutsch-Südwestafrika als sehr ernst 500 aufständische Hottentotten konnten sich mit ihren Führern der Um­zingelung der Engländer entziehen und in Sicherheit bringen. Sie enfalten gegenwärtig unter den noch nicht am Aufstande beteiligten Eingeborenen eine lebhafte Pro­paganda, um sie zur Teilnahme an dem Kampfe gegen das britische Protektorat zu bewegen. Eine Abteuung berittener Polizei ist aus Kapstadt auf Booten den Oranje-Fluß hinaufgefähren, um den RegierungS. nip­pen Beistand zu leisten..

Die Erweiterun« des Rapallovertrages.

n* Berlin. (S. C.) Aus der russischen Sowjetgestinöt- schaft wurde am Montag mitgeteilt, daß eine Ernianng mit dem deutschen Auswärtigen Amt am Sonnabend erzielt worden sei über die Ausdehnung des Rapallo­vertrages aus alle Sowjetstaaten.

Wer hat in Nordfrankreich geplündert?

»^ Pariö. (L. A.) Der Bürgermeister der Stadt Paquv fordert eine Untersuchung gegen die während der deutschen Besetzung znrückgebliebcnen Einwohner, die den deutschen Truppen zngeschodcncn Plünderungen begingen.

Die Maßregelungen infolge des Eisenbahnerstreiks. »»Berlin. lT. U ) Ein Berliner Korrespondenzbüro veröffentlichte die Nachricht über angebliche Schritte der Gewerkschaftsspitzenverbände zur Difziplinarfrage. Da«