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l-er Tageblatt
heesfelöer Kreisblatt"
j Mmt!lcher Mnzeiger für den Kreis Hersfeld
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Nv« 92
Der deutsch-ruWche Vertrag.
Was den sachlichen Inhalt des Abkommens zwischen tietrußland und Delttschland betrifft, so enthält er
S, was die Interessen Dritter auch nur im geringverletzten konnte, ja auch die Behauptung, daß der kh-russischs Vertrag formell gegen die Canner Be- f sse, die doch die Grundlage der Genua-Konferenz formell verstoße, ist nach keiner Richtung hin stich- g, Daß Riltzland seinerseits auf Rechte verzichtet, ihm der Versailler Friedensverirag an die Hand mbt, obgleich es ihn garnicht mit verfaßt oder unter
St Pfeffer. Der deutsch-rnMiche Vertrag nimmt den Werten nämlich eines der schärfsten Druckmittel, über das die Entente bei der Auseinandersetzung mit Deutsch- Und und Rußland verfügte. Schon auf Grund des Konferenzprogramms war trotz aller sog. Glelchbe«ch- tiguna sowohl Deutschland als auch Rußland mehr O^ M als Subjekt der Verhandlungen, und schließlich
wäre es, man möge die Dinge dreyen uns wenoen wie K wm, letzten Endes doch wieder auf etm Bergewal- ag Hinausgekonmieu, die sich von den Diktatett von Versailles, Spaa, London, Paris und Cannes nicht um Haaresbreite unterschieden hätte. Das Diktat von GMua würde für die leidtragenden Staaten aber noch umm
md gerichteter a$mgc in vj^cnuu ums ^^»L^.>vv--1- hhv^o« v^r ganzen 4oeii Lagen würde, sodaß sich unsere Hauptgegner immer auf die Mitverantwortung ihrer Komplizen zu berufen vermöchten, während der Oberste Rat sich heute bei der Beleidigung seiner in der Vergangenheit liegenden Ge. «altsprüche ohne diese wertvolle Hilfe zu sehen gewohnt ist.
' Eines der beiden Länder Rußland und DeutschMnd toüte gegen das andere auSgespielt werden, damit Frankreich seine Milliarden wieder bekäme. Dazu Bie» U der bekannte.ParagraM 116 des Fri^ ne asunvuuvc. ^ivi^ «w». gewahrt den mapen ane Ansprüche auf Eiftschädigiing von deutscher Seite die ^e Wren AMEN in die Hand bekommen mu Leuftch- land nach Herzenslust zu knebeln und E tchrkaniercn. Diese rührende Fürsorge für Rutzand balle natürlich nicht den geringsten Sinn EM, fMÄEkikft'ft^l
drückender und in
fein, als ein gegen Deutschland und Rl Pakt in Genua die Unterschrift nahezu
8t der bekannte Paragraph 116 des Me Handhabe. Dieser Artikel gerval j. Ansprüche aus Enftchüdiw
Wib&riffiw®^1'’^ seiner aus zaristischer E Ss ,«ävm
SÄfeS^ Darüber natürlich ein
liebes Geschrei wie immer, wenn man erleben kcn rcics't sckmöde aus der Hand geschlagen wird. IN S^SSSSSSL außer Acht wird lasten können.
Der Wortlaut des Vertrages.
Dos deutsch-russische Abkommen hat folgenden Wortlaut: Die deutsche Regierung verlrewn Sur^ AeiLSmtnister Dr. R-fthertau, und die ruttische sozw IHtoe Föderattvrepubltk, vertreten durch goltsrommu für Tschitscherin, sind über nachsolgcnde Bcfttmmuugeu überetngekmmnen^^ Regierungen sind darü^r eimg, dass die AnsLinaw-ersetzunge« zwischen dent Demicheu Reiche und der russischen SowjettepubM über Frag i ms der Jett des Kriegszustandes zwischen Deutschland und Rußland auf solgeuder Grundlage,gere^lt lmrs n.
al Die deutsche Regierung und d-e Sowi revubM verzichten gegenseitig auf den Ersatz ihrer Kriegskvue.
- sowie auf seit Ersay der KrieMchäden, d. b. derjenig tzchäden, die ihnen und ihren Angehörigen im Knegs- Mete durch wilftärische Scafmafimen ^ aller im Feindlich voraenommemn ^eomsitstsneu KÄS£S.SÄf S Ä?ÄSÄ. Ui»ä MS anderen Teiles verursacht worden Mrd.
b? Die durch den Kriegszustand betroffenen öffen«- sich- «nd privat-rechtlichen Beziehnugen einMretzlich der Frage der Behandlung der in die Gewalt des anderen Teiles geratenen Handelsschiffe werden nach den ©rmtßWtt der Gegenseitigkeit geregelt roerden.
c) Deutschland und Rußland verzichten gegemen-g auf Erstattung der beiderseitigen A«fwe«dnngen für Kriegsgefangene. Ebenfalls verzichtet die beuiiche ^ - meruna auf Erstattung der von ihr für die in Deutschland internierten Angehörigen der Roten Armee g - |B” eSlÄ s,’Ä r"tt«mt«t°, E ! Deutschland gebrachten Heeresgutes.
Strt 2 Deutschland verzichtet auf die Ansprüche, die aus der bisherigen Auweudurm der 6>eie^ ,iiMiüöme» her Sowjetrepublik auf deutsche ■aei^i'? m aWige oder ihre Privatrechte, sowie auf die Rechte i des Deutschen Reiches aegeiMber RutzMiw, sowie am 1her Sowjetrepublik oder ihren Organen gegen ’i deutsche Reichsangehöric^ode^hre Privatrcchte geirost j rc neu Maßnahmen ergebetz- vorausgesetzt, daß die Re-
Donnerstag, den 20, April
giermrg der Sowjetrepublik auch ähnliche Ansprüche gegenüber dritten Staaten nicht befriedigt.
Art. 8. Die diplomatischen «nd konsularische« Be«
zichnvqe« des Deutschen Rei, blik werden sogleich wieder g fung der beiöersemge» Kon, Atkoromen geregelt werde».
Art. 4. Die beiden Regierungen sind ferner auch darüber einig, dass für die allgemeine Rechtsstellung der AngehörMn des einen Teiles wie auch des ande-
Grunbsatz der Met die Vorrechte und G jetrepudlik eurer a solchen Staat
(922
!s und der Sowjetrepu. sgenommerr. Die Zuias- n wird durch besondere
und Wirtschaftsbeziehungen der isibesKnstigrmg gelten soll. Der »egünstigung erstreckt sich nicht auf " '^russische Ems-
beiden
weist« den Wirt«
schaftlichen Bedürfnisse« der beiden Länder mit wohlwollendem Geiste rvechselseittg entgegenkommen. Bei einer grundsätzliche« Regelung dieser Frage auf internationaler Basis werden sie vorher in einen Gedankenaustausch eintreten. Die deutsche Regierung erklärt sich bereit, die ihr neuerdings Mitgeteilten, von Privatfirmen beabsichtigten Vereinbarungen nach Möglichkeit zu unterstützen und ihre Durchführurra zu erleichtern.
Art. 6. Die Artikel 1b bis 4 dieses Vertrages treten mit der Ratifikation, die übrigen Bestimmungen sofort in Kraft.
Ausgefertigt in doppelter Unterschrist in Rapallo am
Mvfpntch der «nietete»
Her teil der Alliierten und der Kleinen Etf-
tente traten Dienstag nachmittag 8 Uhr ^u einer Sitzung zusammen. Als Ergebnis dieser Srtzung wurde folgende Note -er deutschen Delegation zugestellt, m der sie von der weiteren Teilnahme an der Besprecht»«« der RttsscNfrage ausgeschlossen wird: Die unterzeichneten Mächte haben mit Ueberrafchung erfahren, dass besonders während des Studiums der Konferenzarbeiten Deuftchland, ohne die untreren hier vertretenen Staaten zu informieren, heimlich einen Bertrag mit der rufst» scheu Dowsetregierung abgeschlossB $aL®jeigag| tos eines arbeiten eine
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m«g der
«gangen darstellt, die Deutschland silichtet hat, als es die Wnladung der Konferenz annahm und als man Deutschland Gelegenheit gab, an allen Kommissiormen in gleicher Weise wie die anderen Mächte teilzunehmen. Während die Konferenz tagte und während Deutschland in der Kommission sitzt, die mit der Behandlung über den eirropüt- ■ scheu Frieden in Rußland auf der Grundlage der Bedingungen von Carmes beauftragt ist, haben die deutschen Vertreter in dieser Kommission hinter dem Rücken ihrer .trovegen im geheimen einen Vertrag mit Rußland über dieselben Fragen geschlossen, die sie in voller Jusaunnenarbeit mit den Vertretern der anderen Na- tionen behandeln sollten. Unter diese» Umständen de- trachien es die Unterzeichnete« als nicht recht und billig Mti Deutschland, nachdem es sich auf eigene Faust mit Rußland geeinigt hat, a« den BespreSnuge« der Bedingnnge« für eine Einigung zwischen den vertretene!? Ländern und Rußland teilnimmt. uns setzen deshalb voraus, daß die deutsche Delegatton dnrch ihr Erhalte« auf fernere Teilnahme a« der Bespvechuug der Bebingunge« für eine Vereinbarnng zwischenRnßiand nnd den verschiedenen auf der Konferenz vertretene» Ländern verrichtet hat.
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eftrzuhalten sich w
A«S eine yoluische Note.
^©cr polnische Außenminister Skirmnnt hatte eint Laere Unterredung mit Dr. Benesch über das deuM- russisme Abkommen. Wie es beißt, bereitet Polen eine Note vor, in der es gegen den deutsch-russischen Vertrag von Namllo vrotesttert, weil der Verlag vmr Be^aül-s in der Beziehung verletztTvnrdeals die Whig ««*» schädignngsforderung an Deutschlaud berührt werde.
Zustimmung der deuschen Presse.
Der ^Lokalanzeiger" bezeichnet den Abschluss deS deutsth-russischen Vertrages in Rapallo als eine Tat des Willens zu aktiver Politik, die bisher bei der deutschen Regierung in den letzten Jahren nur zu oft und zu schmerzlich vermißt worden sei.
Die .Germania" nimmt anr^daß dre Aufregung m Genua sich nach ruhiger sachlicher Prüfung des Vertrages legen werde, wenn man m den Eilten Kreise« erkennell wird, wie wnftg begrliudet ihre ^^h^mu daß der Vertrag eine Spitze gegen die Ententemächte enthalte Der Vertrag ist iftchts anderes als eine Abrechnung imchselseitiger materieller Berpflichtungeu.
^Die Voss fttg." schreibt. Deutschland hätte sederzeit die Möglichkeit 'gehabt, den B^trMs^n in Berlin zu swlielleu Daü er das nicht tat, nun. M erster Linie me Aufcib'fdt gegenüber der Konfcr^inGerma. Deuts^ land kam zur Konferenz vollkomnwn unvorbereitet ä'ēĮS“S S'ffÄSÄ aäKÄS L »»l2S faiffer Vertraues den Russen vorbehalten, ohne dass den Deutschen Gelegenheit geboten wu^ihrer» Stmid- Punkt dcM txoenbwch aux Geltmm Lü W1W 91^1
nichts anderes übrig, als die Berliner Verhaudluuge« in Genua wieder anfzunehmen, üm wenigstens ihre allerdrtnqeudstm Interessen zu wahrem Die deutsche Nkgieruua war überdies beim Abschluss des Vertrages üngsilich bemüht, die Verhandlungen der Alliierten mit Rußland hinsichtlich der SozialtsiernngSschädeu nicht zu prämdizierett.
Das „Verl. Tgbl." schreibt, wenn die ©emtefcr .Konferenz sich wegen dreses Vertrages rerschllige, dann werde sich darin zeigen, dass sie wert ist, ruftc-i-zugehen. verschlüge sich die Konferenz, so beweise daS nur, was mit Deutschland geschehen wäre, wen» es den Vertrag
Englische »nd französische Pressestimmen
Die «eu6<
Vertrages schll entstandene K die Lage auf an mrd hoffe, nerlei Einwir
«neu eschen enua
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der Genueser Konferenz nicht als ernstt daß das deutsch-riissische Abkomuren ket. _______ _______kung auf die Fortsetzung 'her jionferenz haben werde. In amtlichen Kreisen in London werde der deutsch-russische Vertrag nur insoweit als bedauerlich erklärt, als er Frankreich Grund zn Aergeruiö gebe. Von hoher diplomatischer Seite sei darauf htt-gewieien
mrr insoweit als bedauer-
Professor Keyues drahtet dem .Daily Expreß", das Sonderabkommen zwischen DentschlanS und Rnß a,!d Habs die Konferenzkreise aufgebracht. Dieses Beispiel sei für die Engländer sehr schwer nachzuabmen. Die gesamte Episode habe jedoch nachträglich die außerordentliche Torheit der englischen Friedensvorschlage gegenüber Rnßland klargestellt.
.Manchester Guardian" sagt in einem Leitartikel, der Abschluss des deuftch-russiMn Vertrages sei eine unvermeidliche Folge des Systems der Allfterte«, Deutschland zu isolieren und zu vernichten. Es sei angebracht und natürlich, daß Deutschland bei der Äcedev« Herstellung des russischen Wirtschaftslebens die Füh»um übernehme, OennSeuitfblaTC^ >*^^e'*^fme^Jnennen ^tn einem LeUartikel d« deutsch-russischen Vertrcm einen Mag für die Konfv- renz und eine vorsätzliche Beleidigung der Entcm»> Mächte, die die Konferenz einberufen haben Mrd aller anderen 8« der Konferenz geladenen Mächte. Der Vertrag bestärke das enge Einvernehmen »nd Zusammenwirken zwischen dem englischen und kran^sischen Volke, das die erste Bedinqrmg sei zur Sicherheit und Wiederherstellung Europas. Die .Times" geben der Hoffmum Ausdruck, daß die Ententemächte und besonders EM- land und Frankreich, die erste Gelegenheit ergretM werden, ihre Haupftordermkgen anzuzeigen und die Deutschen und die Bolschewisten zu lehren, datzman dur Alliierten nicht ungestraft trotzen und sie nicht verspät.
Bon der Pariser Presse schreibt die .Sumaintee^ das Abkounnerr bedeutet einen Sieg für DeutschlarH ole, aber auch
Das Abkmmnerr bedeutet einen Sieg für welches England in Sowietrutzland überhc einen Sieg für die Sowjetregierung., M nötig, die politischen und mti „ .. träges in Betracht zu ziehen. D n den Alliierten habe etwas komisches an sich _ - _ .
* -------- die sie sorgsam vorberettet hat.
iche des Herrn Barthou könne«
-etregierung. Man habe nur ina nztellen Klausel» des Der» ^en. Die Ueberraschurra Vet
ste Skiederlage kommen, ten, und die Wutausbrüi.
116 ^Das Journal* Alsace-Lorrain* schreibt: Die La« ist ernst für den zivilisierten Okzident. Frankreich müs»e
St Rolle übernehmen, und wie zur Stunde der Ge. im Jahre 1914 wenden sich die Blicke der befreu».
n mrd alliierten, m Genua versammelten Völker ihm zu. Dahin hat uns die brktisäse Konzessionspolltik ge- führt. Eine andere BerhaltungSlinie ist notwendig. Frankreich hat das Wort.
Sfoltening der deutschen Vertreter.
te* Berlin. (S. C.) Die letzten MÄdungen aus Genua konstatieren allgemein, daß durch die Veröffentlichung des deutsch-russischen Abkommens die Lage der deutschen Delegation in Genua sich erheblich verschlechtert hat, A^ gesehen von dem Ernst der Lage geben bre Nachrichte» ohne weiteres zu, daß seit -er Veröffentlichung des deutsch-russischen Vertrages sowohl die englischen wie auch die italienischen Delegierten sich konsequent von den Deutschen fernhalten, was Sie Franzosen schon seit
von den Berliner Regierungsstelle« sehr zurück-alte«- beurteilt. Mim hat jedoch den Eindruck, Lag man in den Berliner amtlichen Kreisen nicht von dem Vertrag lelbsst sondern vielmehr durch die Veröffentlichung im jetzigen Augenblick überrascht worden ist. . , , . • >
Die noch in Berlin anwesenden ReichsLagsmüglre- der werden erst am Mittwoch nachmittag im ReichstagS- gebäube zn einer Besprechung über die durch die Ber- öffentlichnng des deutsch-russischen Abkommens 6eMaf- fene Lage znsammentreten. Es werden eimde deutsche Sachverständige aus Genua erwartet. Man nimmt an, daß diese mit dem Schritt der deutschen Delegatton in Genua nicht einverstaude« sind.
Ratheuaus Rechtfertigung.
®enna. G. A.) Der deutsche Außenmi"Mer Dr Naihenan empstug am Mitttvoch vormittag die. üh- renden Vertreter der englischen und amerikannchcn Press» Wch gab ihnerr ein« ^arucUuuo über sie am-