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Hersfelöer Tageblatt

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Nr. 87

Mittwoch, den 12. April

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Eröffnung der WeMouferenz.

Im altberühmten Palazzo Reale in Genua Versam­melten sich Montag nachmittag schon von 1 Uhr an Sie eingeladenen Delegierten, Pressevertreter und Nota-eln »ur Eröffnung einer Konferenz, wie sie von folcher Be­deutung seit dem Wiener Kongreß kaum abgehalten Wurde. Militär war aufgeboten und in der Nähe des Palazzo Reale aufgestellt. Nachdem die Vertreter vcr- Medener Staaten ihre Plätze eingenourmen hatten, kam Reichskanzler Dr. Wirth mit den deutschen Delegierten, danach der italienische Minister des Aeutzern Schanzer, dann, Punkt 3 Uhr, Lloyd George, und als letzte die Russen, Tschitscherin mit seiner Begleitung.

Die Sitzung wurde 3 Uhr 10 von de Facta eröffnet, der die Erschienenen begrüßte und auf die große Bedeu­tung der Konferenz hinwies. Die Ansprache wurde ins Englische und Französische übersetzt und dann ein Tele­gramm des Königs Viktor Emanuel und eins von Poin-- xaree verlesen.

Lloyd George sprach darauf in kurzen Worten seinen Dank aus und schlug vor, de Facta zum Präsidenten zu Wählen. Nach ihm nahm Barthou das Wort, der die Kan- didatur von Facta guthietz und erklärte, daß Italien durch die Einberufung auch die Verantwortung für die Konferenz auf sich genommen habe. de Facta wurde dar- SUf zum Präsidenten gewählt.

Die Reden der Delegierte«.

w AlS erster Redner sprach der Führer der italienischen Delegation, de Facta. Er hob die Möglichkeit und die große Wichtigkeit der europäisechn Rekonstruktion her­vor. Er wies darauf hin, daß es auf dieser Konferenz nicht Sieger und Besiegte, sondern nur Völker gebe. Italien habe mit Zentral- und Osteuropa immer in leb­haftem Handelsverkehr gestanden und wünsche die Wie­derherstellung dieser Beziehungen. de Facta betonte wer­ter, daß alle dietenigen Staaten, die der Einladung nach Genua Folge leisteten, damit auch das in Cannes auf- gestellte Programm angenommen hätten. Weiter sagte He Facta, daß die Länder in Mittel- und Osteuropa, be- Wnders Rußland, das seine wicht: -e Funktion rm euro­päischen Wirtschaftsleben wieder haben müsse, nicht larr- gcr mehr aus dem Umkreis der europäischen Wirtschaft ausgeschaltet bleiben dürfen. Wie durch die Washrngto- ner Konferenz die grauen Wolken des Stillen Ozeans verschwunden seien, so hoffe er, daß m Genua Verständ­nis voll für den Weltfrieden gearbeitet werde, ItgUM^ sei bereit, in

^^ ^erbSe und Begünstigungen entstanden seien. In finanzieller Hinsicht sei Italien geneigt, mit den anderen Staaten alle Lösungen zu prüfen, um den allgemeinen Zustand der staatlichen Finanzen zn ver­bessern, den Geldumlauf emzuschranken und dre Wech­selkurse anszugleichen.

Nun erhob sich unter allgemeiner Aufmerksamkeit Lloyd George. Er begann seine Rede um 3 Uhr 50 Mi­nuten und sprach 25 Minuten. Auch er sagte, auf dieser Konferenz unterscheide man nicht zwischen Siegern und Besiegten, Monarchien, Republiken und Sowjets. Ane Nationen, ohne Unterschied, müßte« an dem Wiederauf­bau der europäischen Wirtschaft arbeiten. Aus der Rede des Ministerpräsidenten klang der aufrichtige Wunsch, zur Rekonstruktion Europas beizutragen. Er forderte die anwesenden Delegierten auf, ihn in dieser Arbeit zu Unterstützen. Die Rede wurde laut applaudiert.

Nach Lloyd George sprach Barthou.. Er führte aus: Ich bringe dieser Konferenz, aus der eme Neuorientie­rung der Welt hervorgehen kann, die überlegte Stimme und die loyale Mitarbeit Frankreichs entgegen. Als Lloyd George in CaNnes die Initiative ergriff, die Kon­ferenz einzuberufen, wurde die ^"lttmWung Frankreichs sofort gegeben, und wenn Frankreich seitdem einen nütz­lich angewandten Zeitaufschub forderte, so geschah dies in der Absicht, um durch eine vollkommene Vorbereitung die Resultate zu erzielen, auf welche Frankreich das Ver­trauen und seine ganze Hoffnung setzt. Die Welt leidet an ihrer Gesundheit, an ihrer SicherSe t an ihrer Stetig­keit und sie fordert, daß eine methodische und wirkmme Aktion ihr endlich das wiedergebe, dessen sie bedarf. Nur das Vertrauen, das stete Vertrauen kann die Welt ret­ten Europa ist mit Ruinee bedeckt. Europa, um nicht zu sagen die ganze Welt, ist eine wirtschaftliche Einheit, die de? Krieg gelähmt hat. Der Friede und die Arbeit sind das Programm und die Tagesordnung Frankreichs.

Nach Barthou sprachen Vertreter Japans und der Sklt3iC^ das Wort Reichskanzler Dr.. Wirth, der u. ai auf die schwere Verantwortung binwies, die die deutsche Reichsregierung auf sich genommen hatte, bei der jetzigen Lage Deutschlands,und seines Volkes das Schwergewicht der politischen Tätigkeit vielleicht auf Wochen hinaus zu verlegen. Noch schwerer würde aber die Verantwortung für ein Fernbleiben gewesen fern. Die deutsche Reichsregternnn sei bereit, an den der Kon­ferenz gestellten Aufgaben mitzuwirken.in der Hoffnung, daß auch die anderen Verhandlunasmamte in dem glei­chen Geiste mitarbeiten werden, der getragen sein mühe von der Bereitschaft, das Mißtrauen zu beseitigen das $fen vielen Jähren die Weltatmospbare trübe, und wenn »nötig, für das Wohl des Ganzen auch Opfer zu brin- i aen und auf lang vertretene Interessen zu verzichten. ® Net den Beratungen dieser Konferenz müßten die Wirt­schaftler und Finanzleute ein maßgebendes Wort haben, ^ie europäischen Staaten mühten zu dem System des , «nbebtndM zurückkeSren und den Wirt- i schaftZverkehr von allen fesseln freimachen. Die Hilfe, die den einzelnen Wirtschaften gewahrt werden solle und j aemabrt werden müsse, könne nur so gewahrt werden.

daß sie der politische« und wirtschaftlichen Selbftbestim- Sder Völker keine« Abbruch tue. Die Rede des

Kanzlers wurde mit lebhaftem Beifall aufae- nommen.

Tschitscherin. erklärt insbesondere, daß Rußland bere;t sei, auf rede politische Äuslandspropaganda zu verzichten, feine Grenzen zu öffne« und durch die Ge­währung von Konzessionen einer planmäßigen Ausbeu­tung seiner Bodenschätze den Weg z« bereiten. Er schlug ferner vor, die Satzungen des Versailler Völker­bundes zu revidiere» und alle bisher von diesem aus- geschtosieucn Völker hinzuzuziehen. Endlich regte Tschitscherin ruteruativnale Koufereuze« der offizielle« Arbeiterorganisationen, au.

Hierauf bemängelte Bartho«, daß Tschitscherin ent­gegen den Plänen von Cannes die Genueser Konferenz als Anfang vieler Konferenzen bezeichnet habe. Bar­thou betonte ferner, Satz Frankreich sich auf eine Dis- kussion der von Tschitscherin angeschnittenen Frage der Abrüstung nicht einlassen könne.

Zwischen Tschitscherin und Barthou suchte Lloyd George zu vermitteln. Er erklärte, die Konferenz wurde als ein Fehlschl-m zu bezeichue« fein, weint sie nicht die Lösung der Abrüstungsfrage mit sich brächte. Aber vorläufig sei es für dieses heikle Thema noch zu früh. Mau müßte sich erst näher kennen lernen, de Facta wußte hiernach Tschitscherin und Barthou zu be­stimmen, nicht mehr das Wort zu nehmen.

Am Dienschg um 10h Uhr werden in der Fort­setzung der Verhandlungen die kleinen Staaten grnv- venwetse durch je einen Redner zu Worte kommen.

Der @inbrut& der ersten Sitzung.

»»Zürich. (S. C.) DerTagesanzeiger" meldet aus Genua: Der erste Tag der Weltkonferenz ist programm­mäßig verlaufen. Die angekündigte Sensation der gro­ßen Rede des englischen Premierministers ist ausgebtie- ben, was die Erwartuugeu auf einen wirklichen Orfol« der Kottferevz merklich herabgesetzt hat. Die Rede des deutschen Reichskanzlers Dr. Wtrch war reichlich lang, wirkte aber trotzdem durch das reichliche Tatsachenma­terial, das vorgebracht werden konnte. Immerhin litt der Eindruck der Rede dadurch, daß der Wortlaut nach­her ins Italienische, Französische und Englische über­setzt werden mußte. Es konnte konstatiert werden, daß der Beifall, den die Rede des Reichskanzlers Dr. Wirth fand, nicht geringer war, als der nach der Rede lischen PremiernrjnMe-^-^^u^jiMMWMWWWWWW juwUa|^|M|- Knuten dauernde Begrüßung zwischen dem deutschen Reichskanzler und Sem englischen Premierminister, die unmittelbar vor der Eröffnung der Weltkonferenz stattfand

Ungünstige Stimmnng gegen Frankreich.

** Genua. (L. A.) Der Zwischenfall am Montag, bei dem sich Barchon so außerordentlich Ungeschickt expo- «ierte, hat bei den Engländern und Amerikanern., wie auch bet den Italienern die gleiche Stimmung wie in Washington erregt. Auch die Neutralen rücken von der Haltung Frankreichs sehr entschieden ab. Man konnte aus Gesprächen in den Vormittaqsstundcn am Dienstag feftftcKen, daß Barthou für Frankreich eine politische Schlacht verloren hat. Die Kabelberichte der hiesige« amerikanischen Pressevertreter sind von einer Schärfe gegen Frankreich, die nicht mehr zn übertreffen ist.

Lloyd George optimistisch.

»»Genua. Lloyd Georgs erklärte in einer Unterhal­tung, daß er mindestens drei Wochen in Genua bleiben werde. Daraus wird geschlosseu, daß er keinen vorzei- tigen Abbruch der Besprechungen voraussieht. Das geht auch daraus hervor, daß er in einer Unterredung erklärte, er werde von sich aus alles vermeiden was zu irgendwelchen Ueberraschunacn auf der 5konferenz füh­ren könnte. Trotzdem hat Lloyd George die Absicht, an dem von ihm vorgeschlaaencn ursprünglichen Pro­gramm festzuhalten. Er ist fest davon überzeugt, daß die Konferenz mit einem vollen Erfolg enden werde. Aus seinen zuversichtlichen Zleußerungen geht hervor, daß sich die Konferenzteilnehmer sehr wahrscheinlich sei­nen Wünschen fügen werden, was auch schon daraus ersichtlich wird, daß SÄanzer, der italienische Außen­minister. die Annahme des Programms Lloyd Georges als Verhandlungsbasis vvrfchlug. In enalischen Krei­sen bemerkt man, daß dieses den ersten großen Erfolg Lloyd Georges auf der Konferenz bedeuten würde.

Die zweite Sitzung.

»»Genua. lT. U.) Die Sit una am Dienstag im Pa- lazzo Regle wurde vom Präsiden!en de Factg um 10t< Uhr eröffnet, der sofort dem Ministerpräsidenten Dr. Benesch das Wort erteilte.

Das Sitznugsprogramm.

»»Zürich. (S. C.j Wie dieNeue Züricher Zeitung" aus Genua meldet, dürfte die Aussprache über b:c große Rede des englischen Premierministers am Montag in der Eröffnungssitzlnrg der Weltkonferenz die beiden fol­genden Tage tDienstag mtd Mittwochs in Anspruch neh­men. Am Freitag und an den beiden Ostertagen finden feine Sitzungen statt. Die Hauptarbeit wird in den Kom­missionen geleistet, die nach dem Vorfchlaa der italieni­schen Delegation bereits nach zehn Tagen ihren Bericht erstatten sollen. Da die italienische Kammer am 2. Mai wieder Zusammentritt und die Anwesenheit der n-n eni- schen Minister erforderlich machi. ist mit dem Abschluß der Konferenz spätestens am 30. April zu rechnen.

Der Maulkorb.

o» Genf. lS. C.i DerTemps" meldet aus Genua, daß vor Zusammentritt der Weltkonferenz die russische und deuische Delegation von den Delegaftonen der auf der Konferenz vertretenen fünf Hauptmächte erneut darauf aufmerksam gemacht worden mtö. Satz Erörterungen über die Friedeusfrage und über sonstige auf dem Programm

»er Koufereuz nicht vorgesehene« Frage« «icht -«UM sind. DemPetst Paristen" zufolge steht nulnnchr fes» daß die fünf Eierten Hauptmächte auch während frei Konferenz in Genua ihre Sonderberatungen fortsetzeK werden.

Die fi«a«zielle Wiederhersielln««.

»»Rotterda«« (S. C.) Die LondonerTimes" mel den aus Genua, daß die schweizerftchen Delegierten an der Konferenz von Genua den Wunsch anSaesprocher haben. Satz Sie Frage der finanzielle« Wiedorherstellu« öer in Not geratenen Staaten auch noch nach der Ge, nueser Konferenz unter Hinzuziehulm der Vertretet neutraler Staaten beraten werden solle. Der Antrack der schweizerischen Delegation soll in den Sonbersitzuu« gen der fünf alliierten Hauptmächte besprochen werdend

, Das Aufgebot in Genua.

» Zürich. lS. C.) DieNeue Züricher Zeitung" n det aus Genua, daß die amtliche Fremdeitliste am Soi tag 1720 Namen von Delegierten, Hilfsarbeitern i technischem Personal aufwies.

Hetze desMatiu".

*m Parts. <F. G. A.» DerMattn" schreibt: Dtq deutsche Regieruna hofft also, die gegenwärtige Lage dw zu zu bcmltzen, die Konferenz vml Genua zu zwinge^ sich mit der Reparationsfrage zu beschäftigen. Die Re^ puratjonskonnnission hat das Manöver entdeckt. Du- bois hatte mit Pottwaree eine Unterredung, der auch der Fiuanzmintster beiwohnte. Es fcheirrt, datz zwei Bc< schlüsse gefaßt worden sind: 1. der Reparattonskommts- sion die zu verhängenden Sankttonen zu übertragen un» 2. wieder zu den früheren ZaHluNgsetats zu übertragcit und da Deuttchlaud die Bedtnarrngerr für die Gewäh­rung eines Moratoriums nicht annehuien will.

Britische Wirtschaftssachverständige für Genua.

»^ Londou. (D. A. K) Wie dieTimes" berichte^, hat Lloyd George den Vorsitzenden der Bereinigte«- britischen Handelskammer und den Präsidenten des bri­tischen Industriellen-Verbandes einacladen, nach Ge­nua zu summen.

Zurückhaltung -er amerikanischen Presie.

»»Nenyork. <F. Z.j Die Zeitungen sind in ihrey Kommentaren über den Beginn der Genueser Konferen» abwartend. Einige erhossen eine Wendung, die ML Beteiligung M'Elsaä a,r c^unjU , ' nr. .mn-ermß®-

Die anspruchsvolle Sowfeidcleqatiou.

»»Genua. Die Konferenz erlebte noch vor ihrer Ev» Öffnung den ersten russischen Zwischenfall. Die ruffi« sehen Delegierten und die mit ihr untergebrgchten übri­gen Räteabordnungen sind mit ihrer Unterkunft ««zu» friedeu. Sie erklären, daß ihre Villa in Santa Mar- airita sehr ungünstig gelegen fei. In den letzten Ta­gen haben sich starke Störungen im Verkehr mit der Moskguer Zentrale bemerkbar gemacht, die trotz der eifrigsten Bemühungen der italienischen Telegraphen- verwaltung bisher nicht beseitigt werden konnten. In­folgedessen hat der fortgesetzte Meinungsaustausch mit Moskau sehr stark gelitten. Darüber besteht bei de» Russen eine begreifliche Erregung, sodaß die Abordnung von der italienischen Regierung eine geeignete Unter­kunft verlangen will. Wahrscheinlich werden die Rus­sen beanspruchen, in Genua selbst untergebracht zu werden. Den Nullen liegt vor aßem daran, den direk­ten Draht nach Berlin zu hemtüen, da von Berlin eine direkte Verbindung nach Moskau eingerichtet ist.

Die Kommissionen.

** Genua. (T. U.) Zu den von der Konferenz bereit­gebildeten vier Kommissionen soll am Dienstag noch eine politische Uuterkommisfion hinzukommen. Die Na­men der Mitglieder dieser Kommission sind noch nicht bekannt. Sie^wird aus 11 Delegierten bestehen, unter denen sich auch Deutsche und gluffen befinden.

Reise Lenins nach Genua.

»» Paris. Nach einer Meldung desMattn" aus Genua soll $fchitfd)crfn bestätigt haben, daß Lenin sich in einer Woche nach Genua begehen werde.

Der belgische Kriegsminister i« Paris.

-»»Paris. Der belgische Kriegsminister ist in PariS angekornmen, um sich mit Marschall Foch über die An- geiegenhett des erschossenen Leutnants Grafs zu unter­halten, die der Botsäwftcrkonferenz unterbreitet worden ist. Man will die Schutzmaßnahnwn für die belgische« Truppen prüfen, die den nicht besetzten Korridor z« durchschreiten haben, um nach dem besetzten Duisburs zu gelangen.

BieRnlmorlaui die KslraraiionsiiolL

Die in Paris übergebeue Antwort der deutschen Rv- gierung an die Nepargtlouskomunssion hat folgende« Wortlaut:

Die deutsche Regieruna beehrt sich, den Empfang der Ents heidung der Revarationskomnufsion vom 21. März und des Schreibens an den Reichskanzler vom gleichen Tage zu bestätigen. Seit dem 14. Dezember 1921, als die deutsche Regierung ein Stnndrmgsgcsuch an die Repa- xaiionofoimuiniüH richtete, ist eine über alle Erwartungen hinan »gehende Vcrfchärsuug der firkanziellen Schwrerig- feiten Dentschlands ehtgetreten. De - Dollarkurs an der Berliner Börse, der sich durchschnittlich im Januar um 180, im Februar um 200 bewegt hatte, ist infolge der De- kadenzghluugen im März zunächst aNnrählich weiter ge­stiegen und hat dann unter dem Eindruck der Entschei­dung der Repararionskommission den Stand von 300 dauernd überschritten. Gleichzeitig mit dieser Zeruö- rurtg der äußeren Kaufkrasi der Mark ist auch ihre in­nere Kauffraft weiter gesunken. Dies führte zu einer großen wirtschaftlichen und sozialen Bedrängnis. Die Teuerung ist von Woche z« Woche fortgeschriticu und be-