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Der DafeiusLampf der Presse.

Die

Teuerungswelle, die besonders in den letzten Sonaten das Zeitungsgewerbe erfaßte, ist noch nicht ab- :bnet und droht, wenn es nicht noch in zwölfter Stunde gelingt, den wirtschaftlichen Zerstörungsprozeß im Zei- -Mlgsgewerbe aufzuhalten, zu einer Katastrophe für das Zeitungswesen, namentlich für die Provinz- und Het- matpresse, zu werden Als am 1. Januar der Preis deS Druckpapiers von 3,40 Mark im November auf über 7 Mark gesteigert worden war, glaubte man allgemein, daß diese Erhöhung genügen würde, um die unersättliche Krovitgier der Papierfabriken zu befriedigen. Diese Hoffnung hat sich aber leider nicht erfüllt. Neue Tene- rungen sind im Anzüge. Der Papierpreis soll aber­mals erhöht werden Der- Verband deutscher Druck- oapierfabriken gibt bekannt, daß am 1. Februar eine «eue Papterpreiserhöhnnq eintreten müsse, mit Nück- tzcht auf die Preiserhöhung für Frachten, Zellstoff und -Holzstoff. Er beziffert den -Aufschlag auf 50 Mark pro

100 Klgr.. der aber noch erhöht werden müßte wegen der neuen Verteuerung der Kohlen. Das ist eine neue Be- Slastung der Presse, die umso schwerer zu tragen ist, alS auch alle anderen Maiertalien im Preise anziehen und auch die Löhne und Gehälter wieder steigen. Zn der ko­lossalen Verteuerung der Frachtsätze sür den Eisenbahn­transport kommt noch, daß heute keine Doppellab ungen, sondern nur noch Teillieferungen in Frachtgutsendun- gen von den Fabriken erfolgen. Der ^teitungZoerleger muß sich heute täglich fragen, wo das hinaus soll. Nach dem letzten Postzeitungskatalog haben nicht weniger als 90 Zeitungen bereits ihr Erscheinen eingestellt,- alles fast kleinere Zeitungen, die den Zeitverhültnissen zum Opfer gefallen sind, und unzählig groß ist die Zahl der Zeitungsverleger, die nicht mehr wissen, wie sie ihren Betrieb aufrecht erhalten sollen, die schon so entmutigt und. daß sie verzweifelt Wich mit jahrelanger Mühe und antet großen Opfern aufgebauten Zeiinngsverlag aus- aeben möchten. Es ist eine Krisis eingetreten, wie sie Wlimmer für die Presse noch nicht bestanden hat. Es geht augenblicklich wirklich um das Ganze. Bereits eine große Reihe von Betriebsräten ist in der Erkenntnis der Gefahren, die dem deutschen Volke, der deutschen Kultur und der Politik drohen, in dem Kampf der Zeitungs- verleger um ihre Existenz au deren Seite getreten und hat von der Regierung den Schutz der Preise gefordert, der sich in erster Linie dahin erstrecken muß, daß die schwindelnde Höhe des Drirckvapierpreikes, die durch Nichts gerechtfertigt ist, abgebaut wird. Alle matzMben- ven Faktoren müssen sich darüber klar werden. tvelche f eheuren ideellen und materiellen Werte auf dem ele stehen, wenn die deutsche Presse und besonders Provinzpresse dem' Druck der wirtschaftlichen Ber- nisse erliegt und ausländisches Kapital Einfluß auf öffentliche Meinung gewinnt. Möge daher die Regie- g nicht verkennen, daß es ihre heiligste vaterländische cht ist, im Interesse des deutschen Volkes die deutsche sse vor dem völligen Zusammenbruch zu schützen, und ic jeder Leser und rede Leserin bedenken, daß die gäbe einer Zeitung gleichbedeutend ist mit der Zer- ung von Arbeit und hohen kulturellen, vaterläudi- a und materiellen Werten. Es gilt für die Presse, Et nur Lebensarbeit zu verteidigen, sondern auch die tatst zu sicherm. — Aus dieser Notlage heraus hat Verein Deutscher Zeitungsverleger, Kreis Mittel- tschland, beschlossen, auch die Postbezieher, die be- 8 das laufende Vierteljahr bezahlt haben, zu ersu- den für Februar und März erhöhten Preis zu zah- Daß ebenso auch diejenigen Bezieher, die monat- den Bezugspreis entrichten, ihre Zahlung erhöhen müssen, ist eine bedauerliche, aber in den Verhältnißen begründete unabänderliche Notwendigkeit.

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— Der TenernugJzufchlag für ReiÄsbe«Wte ist vom 1, Januar an bekanntlich für Bezüge unter 10660 Mark guf 40 Proz., sonst auf "20 Proz. erhöht woröerr. Zur Aus­führung hat der Reichsminister der Finanzen eine ein- «eHende ÄErfügung erlassen Alle planmäßigen Bearn- teil mit rvenigen Ausnahmen in den erste» Dienstalters- Susen der Besoldungsgruppe AI erhalten, wenn deren tienffemfyiimien den Betrag von 10 000 Mark nicht er­reicht, eine Erhöhung ihrer jährlichen Gesarntbezüge um Jono Mark. Die außerplanmäßigen Beamten erhalten einen meitereit TeueruNgSzuschlag von 80 bis 98 Pro­zent von 2iM» Mark. Dieselbe Erhöhung wird den An- gestellten der R-eicksverwaltuilg. der Rekchsorgantsatio- »en und Eingestellten und Pflegepersonal der Reichs- kr-ankenanstalten zuteil. Für Krankenschwestern beträgt der Zuschlag 2000 Mark, für Hilfsschwestern 1800 Mark. Das Entgelt für Beköstigung wird auf 10.29 Mark, daS Mr Aerzte und männliche Almestekte der Krankenhäuser

*fi'rh um 8,50 Mark erhöht. Die Sätze Kelten such Wr Soldaten.

— Die Reufsstfetzmtg der NuterstÄtzNAgssätze« -Dir mit Wirkung vom 5. Dezember 1921 in Kraft getretene Neufestsetzung der Unterstützungssätze hat zur Folge, daß die erhöhten Sätze auch der Berechtigung von For­derungen der Produktiven Erwerbslosenfürsorge zu­grunde gelegt werden können. Nach einem Erlaß des preußischen Finanzministers sind vorgesehen an Stelle der bisherigen Sätze folgende neuen Sätze für Ortsklasse A 27, Klasse B 24,75, für Klasse C, D, E 22,50 Mark.

— Anrechnung von Krankengeld auf die Rente. Heil­behandlung auf Kosten des Reichs kann einem nicht krankenversicherten ehemaligen Heeresangehörigen vom Verforgungsamt auch dann gewährt werden, wenn glaubhaft dargetan ist, daß die Gesundheitsstörung, die eine ärztliche Behandlung notwendig macht, auf eine bisher noch nicht anerkannte Dienstbeschädignug znrück- zuführen ist. Währeick, dieser ärztlichen Behandlung, die nur besristet zu genehmigen ist, kann das Versor- gungsamt ein Krankengeld zu billigen. Wird dann spä­ter dem Beschädigten eine Rente zuerkannt, so wird bei der erstmaligen Auszahlung der Rentenqebührnine nur der Teil des Krankengeldes in Anrechnung gebracht, der bei einer Zusammenrechnung von Rente und Kranken­geld den Betrag der Bollrente nebst Kinder-, Orts- und Teuerungszulage übersteigt. Müssen jedoch zu diesem Ausgleich teilweise laufende Rentengebührnisse heran­gezogen werden, so darf der Niehrbetrag in Ausgabe bleiben.

— Die Rückerstattung von Fahrgeld für Monatskar­ten auf der Eisenbahn für die Streiktage wird nach den „L. L. N." in der Weise erfolgen, daß die-Verkehrsver­waltung für sieben oder acht Streiktage je ein Dreißigstel des Monatskarrenbetrages zurückzahlt, also bei Mo­natskarten, die 50 Mark kosten, z. B. 13,50 Mark. Wo­chenkarten, die für die Streiktage gelöst worden sind, werden verlängert oder der Betrag zurückerstattet.

— Eine Kartothek für sämtliche Kriegsverluste ist im Zentral-Nachweis für Kriegsverluste und Kriegergrä ber in Spandau eingerichtet. Es ist dort das gesamte, sehr umfanM-eiche Verlnstmaterial gesammelt und geordnet. Die Sammlung stlttzt sich auf die urschriftlichen Listen und Meldungen. Sie gibt über alle Truppen, Lazarett-. Gefangenen-, Toten intö Grabmeldungen Auskunft. Bei dem Amt sind alle Meldungen und Nachrichten zusam­mengelaufen, die mit dem persönlichen Schicksal von Heeres- unh Marineangehörigen im Zusammenhänge stehen. Auch bei noch nicht geklärten Fällen werden die nötigen Zlngaben ermittelt Die Nachweise sind von be­sonderer Bebeuttcng für die Versorgungsanfprüche.

— Schwerbeschädigte Altrentver. Das illltreutnerge- setz reiht die früheren Militärpersonen, die nach den vor 1906 geltenden Milikürversoraungsaesetzen abgefunden sind, in bestimmte Hundertsätze des neuen Reichsver- sorgungsgesetzes eiiu Da hiernach die „dauernd gänzlich Erwerbsunfähigen" alS erwerbsunfähig, die „dauernd grötzterttetlS Ernverbsunfähigen" als 70 vom Hundert in der Erwerbsfähigkeit gemindert gelten, sind sie nun­mehr als Schwerbeschädigte im Sinne des Schwerbeschä­digtengesetzes zu Hetrachtem.

— Für Kaufleute und Gewerbetreihende ist ein Urteil des Schöffengerichts Casiel von besonderem Interesse. Ein Kaufmann hatte nach 7 Uhr abends noch Kunden in seinem Laden. Ein wachhabender Polizeibeamter hatte eine Anzeige dicserhalb erstattet, und dem Kaisi- mann wurde ein Strasbefehl zuaestellt. Gegen diesen Strafbefehl hatte er Einspruch erhoben. Bei der Ver­handlung machte er geltend, er habe pünktlich um 7 Uhr abends die Eingangstür seines Ladens geschlossen und die Jalousien heruntergelasiem In dem Laden habe sich uoeü ein kleines Mädchen Befunden, das durch die hin­tere Ausgangstüre in den Laden gekommen sei, um Waren, die die Schwester am Tage eingekauft habe ab- $*««&«

in der Hand öafteäe. um aufznpassen, ob mit dem Glockenschlage 7 Uhr die Jalousien fallen, keineswegs am Platze sei. Auch dürfe nicht vergessen werden, Saß die Verordnungen deS 7 Uhr-Ladenschlusses lediglich zum Schutze der Angestellten erlassen worden seien. Das Gericht sprach den Angeklagte,! frei und betonte, daß nur der wirkliche neue Verkauf, nicht aber die Aushändigung der gekauften Waren verboten sei.

| HerSfeld I« Nnerke»«u«s der Verdienste um daS Arteger-VereinSwesen wurde vom Deutschen Kriegerbund nachstehenden Mitgliedern des Krieger- BeretnS Hersfeld daS Krieger-Bereins-Ehren- kreuz 2. Kl.verliehen:Landrata.D vonGrunelius, Kassenbote Moritz Kurz, Goldschmiedemeister Heinrich Lauser, Bierbraueretbesitzer Jean Tteinweg und Weber Christian Wolff.

$ HerSfelb. Wie wir erfahren haben, it dar bikheriie Direktor des Hessische» Ba«t«er- eins Filiale Hersfeld, Herr Schnttrurnps, in das Direktorium der Sächsischen Staatsbank, «eivzi, finge treten und an seiner Stelle Herr Direkter P r o t s ch e r zum Mttleiter der hiesige» Kiliale be­rufen worden.

8 Herssetd. Wegen Kohtcnmai.riel me6ft dir Städtische Bürgerschul e a»' einige Tage geschlossen werden.

tz Hersfeld. Im LichLicvanfpielhanje ba» giunt heute Avend die Vorführung des mit gro#« Spannung erwarteten 2. Teiles »o» „Du r za »". Die Handlung dieses Teiles ist auch für diejenige» verständlich, welche keine Gelegenheit hatten, he« ersten Teil zu sehen.

6? gaffet Die Proteste der Kasseler Bürgerschaft «*, gen die von der Oberpostdirektion kürzlich verfüg®, Schließung des Postamtes 3 am alten Markt sind voM Reichspostministerium abgelehnt worden. Oberbürae« Meister Scheidemann hat sich persönlich für die Erhalt tung des Postamtes eingesetzt. Der ReichSpostmimstag hat darauf hingewiefen, daß die Stäbe Casiel im Be», hältnis zu rhrer Größe eine Stadt ist die die meistert Postämter in Deutschland hat. — Die Hoffnung auf ew Haltung der beiden Polizeireviere 2 und 5 ist ebenfalls gering. Der Regierungspräsident hat nunmehr big Sache selbst in die Hand genommen und versucht, Berlin auf eine Erhcütung der beiden Reviere zu brin­gen. Bon behördlicher Stelle wird mitgeteilt, daß biefa Verordnung der Sparsamkeit nur der Anfang von einte wettgehenden Rückentwickelung barstellt.

^ Am Montag nahm die erste SchnmrgertchiSperwOS in Casiel ihren Anfang. Angeklagt waren zwei Jugend», liche aus Dortmund. Der 22jährige Techniker Figge unW -er gleichaltrige Hilfsschmied Schüttfort befanden sich ing Weldeckschen aus der Arbettssuche. Bei einem Dorfe AM Usseln überfielen sie einen Landwirt und beraubten ih» seiner ganzen Barschaft. Das Gericht erkannte auf »tes bezw. drei Jahre Gefängnis und Aberkennung der bü^ änlichen Ehrenrechte aut die,Dauer von fünf Jahre»

t!.u«i«u. -i.tr RreiensetiiLd auf dem Haup^dava» Hof setzt sich nach Beendigung des Eii'MbalrnerfrreikS wieder allmählich in Gang, jedoch kann der Zugvr-rketzr nur nach und nach nm entunckel», da der ganze Beirisb sozusagen eingefroren ist. Die empfindlichen elektrisches Motoce, die jede Weiche amretbeu, stecken fest. Ban de» Weichen muß erst das Eis abgekram und diese sewA mit Petroleum geschmiert werden. Auch die LigMie funktionieren nicht normal und Missen erf: aufgeeiff werden. Durch das olöglidx Berlassen der ^irmstv- ven und den scharfen Frost sind zahlreiche Schäden an den Maschinen entstanden. Der- entstanden^ Schaben ist natürlich sehr groß und kann vorerst noch »ir tarnt to- rechnet werden.

Das Maintreibeis auf dem Uniernmin vollständig gestellt, wdatz der Main zwische burg und Sx'iuerbaA zugefroreu ist Amo furt schließt sieb allmählich die Eisdecke.

Im Karnpse gegen das Verbrechertum Frankfurter Pottzelpräsidium unter der i „Beratungsstelle zum Schutze gegen Einbruch stahl" eine neue Dienststelle geschaffen, wo t schaft sachdienliche Ratschläge und Auskür wenn sie besondere Sicherungs- und Schnp- gegen Einbruch ergreifen will.

Auf dem Wege von der Echroeizer Straß Theuterviatz verlor ein hiesiger Bürger zwei stücke zu ic 20 Dollar. Der ein licbe Finder de teil Goldstücke hat sah nicht gemeldet.

— Als Wochenlöbne für Bäcker mstsieu ' iverdcn: LÄichtjüürer 6W Mark. TeigMütver Bäcker über 19 Jahre 660 Mark. musr 19

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Xu» ’<>Töi fi^i^t inf01^0-^t^n ÄAv fsivl^ teuerung nächste Wvcbe von 6.25 auf 11 i Brotkarte.

-r Aus allen Teilen des Landes wird über

«»ziehe» der Holzpreise berichtet. ES werde« zum T«K Preise bezahlt, die man als wahnsinnig bezeichne« faus. So kam bei einer Versteigerung in HepPClcheus in letz­ter Woche das Buchenscheit- und Ktnivoelholz auf 5 St# 6 Hnnl>ert Mark das Meter. Selbst das Stock'wlz e»- zielte Preise von 400—450 Mark. In Friedenszett ko­steten diese Holzarten bekanntlich 12 bis 15 Atari, das Stockbolz höchstens 5 dis 7 Mark das Meter.

— Aus der Strecke zwischen Bonames und Gschershet« wurde eine 15 Meter lauge Eiseubahnschiem.-, die qucht über den Gleisen lag, aufgefurwen. Sie mürbe recht­zeitig bemerkt und kurz vor der Duttüfahr: eineS Zu- geS entfernt Die Nachforschuno «ach den Tüte« hatt» bisher keine» ErkolL *

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Es Liegt im BLAU

Ro«g« vs« Dokt« Kehanue« F., »ar

60) «Nachdruck verboten.)

Und da kamen sie auch schon herein ernst nnd schweigend mit der Bahre, voraus der Assessor, dann der alte nnd der junge Ostler und zuletzt Forstmecuer Bürger. Auf Tannengrün des Waldes gebettet, lag bleich und still der Wildererfranzell Sich aus der sanften Unttchlingung Helenens befreiend, weitste Annamadel auf die Bahre zu, an der sie mit leisem Wimmern zusammenbrach. Ein ichiuerzligzeS Aechzen Wastels war die Antwort. Doch der junge Aelpler bist mpfer die .sühne zusamnen und schritt weiter. Und wenn auch Die Last der Bahre plötzlich so schwer und drückend nnrröe, als wollte sie ihn zn Boden niederzte- hen, er not fite ausharren, er durfte unlN loslassen. Er trirg ja ihren Bruder.

AlS die Träger die Bahre mit dem Verunglückten am Kamin niedersetzien, lmtte Lont bereits aus Kissen und Decken aus dem begueureu Rut-efofa ein lveicheS Lager hrrgierichtet, auf das man den GestürzKe« bettete. Laut schluchzend kniete Anna neben sein Bruder am Boden, und ihre warmen Tranen raunen auf seine kalte, braune Ha,cd. AlS der Wüste, sich ihr aälKtn wollte, hielt ihn Herbert sanft zurück. »ti, iventgen Stzmten war er durch Helene wn dem Zustande des Ptädchenö unterrichtet worden, und er weit es für das Beste, weint man sie jetzt nicht störte.

„Laß sie ausweinen, armer Freund, minine er sich erklärend mit leiser Stimme an hen jungen Jäger, „das allein kann ihren Zustand bessern und ihr daS klare Bewußtsein wiedergeben." Dann nanm er dem soeben eintretenden Mädcherc die Feldflasche mit Kog­nak aus den Händen und näherte sich damit den, Mr- unglückten, den eine wohltuende Ohnmacht umfangen hatte. Die lleverfübrung hatte ihn sehr geschwächt. ^Suier war es, die fest zusainuu-ngebisseneu Zähne zu öfteen, doch geluns es Herbert nach einiger Mühe, mit

Hilfe des Assessors ihm einige Tropfen des ftärfeirbeii C-etränkes einzitflößen. Die Wirkung zeigte sich sehr bald. Die Züge des Mamres belebte!! sich zusehends, ein Zittern ging durch den starken Körper, und hastig öffnete er die schweren Lider. Ein tiefer Atemzug bob seine breite Brust.

„Was wo?" flammelte er und warf verwirrte Blicke um sich.

„Ihr feil» in den besten Händen, guter Freund," sprach besänftigend der junge Arzt zu ihm. „Ihr habt lauge geschlafen, aber nun wird alles wieder gut werbeu.“

„Er lebt er ist nit tot!" Pttt Diesem freudigen Aus­ruf schnellte Attueuladei vorn Boden empor. „Franzel, Franzel, erkennst ö' mich «it, dem Annamadel?"

„Annamadel eutgeanete er matt, indem seine Hand iüMb der ihren tastete, „Annamadel, vergib mir! I hab gesündigt vor unserem Herrgott und vor den Mensch'n, und vor dir am allernreiß r. Und jetzt kommt die Bub. I leb «immer langi"

„Nein, tat" schrie das P.adchen auf, „nit, «rudern Und dann umklammerten ihr beiden Hlinde krampfhaft Neu Arm des Doktors, und sie flehte mit bebender Stimme „'s ist bM tat wahr, Herr Herr Dokta? Sie helft« ihm doch, Sie könu n ihm doch helf'»'"

„Au-eu rührenden, bittenden Blick konnte er «ich ertragen. Er sah an Mr vorbei in das flackernde Feuer * des nHinius Ach wie tarne hätte er geholfen: aber konnte er es denn, und wem. er es könnte, würden sich nach der Genesung dann nicht die Tore des Gcsäng- nisses hinter dem Mildschüyen schließen? Was war besser: Schande ober Tod?

Herbert schwieg. M wollte einerseits keine falschen Hoffnungen in dem unsitzintdigen Mädchen wecken, er wollte aber auch andererera nicht die furchtbare Wr.hr- heit enthüllen. Einige Angenbli.-. herrschte peinliche Stille. Um so erschli -Mse^ wirkte es auf die Gemü­ter aller, als wieder mut-mm und gepreßt die Stimme Kranzels durch den st'aum schallte: „Mir kaun nix'»

beii ni" Anna »rbedfe das irtiueufrmtzik Amutz mit beiden Händen. Wie sehr liebte tiefe» Mädchea iM ihren ^Aitber, - der sie ms Elcrw stützte. Dem» au» war ja nicht mehr daran zu deuEro, daß sie eiuueliate» konnte in die ehrbare Jägerei, fk — eine Geächtete, die Schivester eines ätaubschützen.

Abr-r auch bau Bruder modue« äwKiche Gesauke» wie die Sauvejier beherrschen.

„Gebt gebt mir noch einen — H----- bat er den Arzt, und als feine Bitte erf er mit festerer Stimme fort: ^Ä« der e hab i »frevelt, aber am BittzlerSwastei Denn — i hab chw tat nur die Garnfei been * er stockte, .sondern auch setu - j

„Was willst fagta Kranzeh" stieß der so laut hervor, daß er selber erfchrar. C er zum Franzel heran und rief noch etamu. .„^. .^— istA mit der AnnamaSrl?"

„WastesI hob der andere wieder an, d«h mm» iah. daß es ihm schwer wurde, „Wastek, i bad gefämoft und g stritt n bei Hiimu'l ist mein Zeug — 8 half tarta s Blust war stärker, — s Sinai!" Er machte ane kurze Pause, dann sagte er mit matter Stimme: »I hab «'wußt, daß i mein'm Annamadel S Leb'o zerstör wann i autziging in die Berg, aber auch das halt nir'm DaS aber macht mir s Sterb » so — so arg schwer, Mst i mein Schwester MS ilnglstck T - achr hab."

„Ins Unglück. <0001012" Wastels Stimme klau- muh, fast drohend.

„Wdil weil s dich tied bat und —*

„Und?" ragte der Wasiel und beugte lud tief über den Sterbende,!.

„Und du doch — nit die die Schwester vvm Wild- Wildschütz Erschöpft hielt er hme, wab- rend mit einem W blam das junge Ptodwen in die Knie brach. Aber Solltet hatte ihn verstanden.

tFortstdun« feist)