Kreisingenieur' Wolfs, der Setter des ElektrizitätZamtes, berichtet noch ausführlich über die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens. Seine Zahlenangaben beweisen, daß es richtig war, den Bau und Betrieb des Werkes vom Kreise selbst zu übernehmen. Die Herstellung aller Anlagen hat sich erheblich billiger gestellt, wie die Kostenanschläge auswärtiger Firmen betragen haben. Herr Landrat von Harnack begründet dann weiter die Beschaffung eines Autos, welches für den ordnungS- «Z Argen Betrieb deS Werkes unerläßlich gewesen sei, sowie die Zahlung einer monatlichen Vergütung von IWS Mark für seine persönliche Arbeitsleistung. Der Beschluß hierüber sei s. Zt. vom KreiSausschuß einstimmig gefaßt worden. HerrLorenz Mohr drücktseine Genugtuung über den günstigen Bericht aus. Die Beschaffung eines Autos, welches während der Bauzeit unentbehrlich sei, sswie die Zahlung der Aufwandsentschädigung für Herrn Lmedrar von Harnack sei gutzuheißen. Nachdem noch Herr Wiegand-Philippsthal und Herr Schandua über
Zwecke wie die des üger-Schenklengsseld
die Autobenutzung für andere Z Mektrizitätsamtes und Herr Ri
über den baldigen Anschluß deS Landecker AmteS ge- tznwchen hatte, wurde die Aussprache über diesen Punkt geschloffen.
Bei dem Punkt „Freie Anträge" wünscht Herr Breber-Mederaula die baldige anderweite Besetzung deS
Candjägerpoftens in J^iederaula
da durch die öftere Abwesenheit des jetzigen Landjägers, Herrn Strunk, als Landtagsabgeordneter der Bezirk längere Zeit ohne genügenden Schutz sei. Herr Landrat von Harnack teilt hierzu mit, daß ihm persönlich von dem Herrn Minister die baldige Besetzung zugesagt worden sei. Inzwischen soll versucht werden, daß Mannschaften der Schupo einstweilen den Dienst dort »ersehen. Herr Heinzerling, der Leiter des Kreisfürsorge- «mtS, erstattet Bericht über die 41 im Kreise Hersfeld «Kiergebrachten Fürsorgezöglinge.
Degen
Errichtung einer KretsTparkaffe teilt Herr Landrat von Harnack mit, daß nach
dem sehr
Gutachten eines Sachverständigen der KreiS sich gut für eine Kreissparkafse eigne, ohne daß die hiesige
Bekauiitmachmge» Der Stadtbebördeu.
2. Nachtrag
nun Grtsstatut betreffend die gewerbliche Fortbildungsschule (Berufsschule) in Hersfeld.
»rdnung für das Deutsche Reich in der Fassung der Bekanntmachung vom 26. Juli 1900 (R. G. B. S. 871 ff. unb des Gesetzes über Abänderung der Gewerbeordnung vom 27. Dezember 1911 — R. G. Bl. 1912 S, 139 —), sowie der Gewerbe- und Handelslehrer-Diensteinkommen- gesetzeS vom 10. Juni 1921 (Preuß. Ges. Samml. S. 421 u. f.) wird nach Anhörung beteiligter Gewerbetreibender und Arbeiter auf Grund des Magistratsbe- schlufles vo« 25. August 1921 mit Zustimmung der Stadtverordneten-Versammlung vom l 5. November 1921 W den Stadtbezirk Hersfeld nachstehendes festgesetzt: j
§ 1.
§ 3 des Ortsstatuts vom 19. Dezember 1919 erhält s-lgende Fassung:
Gewerbliche Arbeiter (Paragraph 1) die nach diesem Statut zum Schulbesuch nicht verpflichtet sind, können, wen« der Platz ausreicht, auf ihren Wunsch zur Teilnahme am Unterricht zugelassen werden. Der Schulvorstand bestimmt über die Zulassung solcher Schüler. Diese Schüler haben ein Schulgeld von jährlich 50 Mark zu zahlen. Der Schulvorstand ist befugt, bei nachgewiesener Bedürftigkeit das Schulgeld ganz oder teilweise zu er- laßen.
335.
5 2. .
§ 4 des genannten OrtsstatutS erhält folgende Faffung: 1) Gemäß § 16 des Gewerbe- und Handelslehrer- diensteinkommengesetzes vom 10. Juni 1921 — Pr. Ges. Slg. S. 421 — haben Arbeitgeber der Ge- werbesteuerklaffe IV 30 Mk., diejenigen der Gewerbe- steuerklaffe I bis III 50 Mk. Schulbeitrag für jeden zum Schulbesuch verpflichteten Schüler jährlich zu zahlen.
B Gewerbebetriebe, die in der Regel mindestens 5 Arbeiter beschäftigen, haben für jedes angefangene Zehnt der Arbeiter den Schulbeitrag für einen Berufsschüler zu entrichten, soweit die Zahl der beschäftigten Jugendlichen unter 18 Jahren weniger als 10 vo« Hundert der Arbeiter beträgt. Stichtag hierfür ist der 1. Juni.
3) Gewerbebetriebe, die für ihre jugendlichen Arbeiter eigene fiaatlich anerkannte Werkschulen eingerichtet habe», haben die Schulbeiträge nur insoweit zu entrichten, als die Zahl der die Werkschule besuchenden Jugendlichen unter 10 vom Hundert der beschäftigten Arbeiter bleibt.
4) Der Schulbeitrag ist in halbjährlichen Raten von je 15 bezw. 25 Mk. zu zahle».
5) Für alle innerhalb eines Schulhalbjahres eintretenden oder abgehenden Schüler ist das Schulgeld in voller Ratenhbhe zu zahlen. ZahlungS- pflichtig ist derjenige Arbeitgeber, bet den Berufsschüler im laufenden Schulhalbjahr zuerst beschäftigt hat. Für die Zahlungspflicht ist weder Anmeldung noch Abmeldung entscheidend, sondern einzig und
städtische Sparkasse und die DarlehnSkassen Konkurrenz zu befürchten hätten. Der KreiSausschuß wird zur nächsten Sitzung eine Vorlage einbringen.
Hiermit wurde gegen 1 Uhr die öffentliche Sitzung des Kreistages geschlossen und eS fand noch eine vertrauliche Beratung statt.
Zu dem Bericht über die Bewilligung eines Kosten- beitrags zum
fieubau des Candkranhenbaufes möchten wir noch nachtragen, daß der zustimmende Beschluß der Hessischen Arbeitsgemeinschaft nicht einstimmig erfolgt ist.
Aus der Heimat.
§ Hersfeld. DieFolgenöes Eisenbahner- stretks machen sich in unserer hiesigen Industrie bemerkbar. Infolge Kohlenmangels sind einige Betriebe gezwungen zu schließen, leider werben noch mehrere in den nächsten Tagen folgen müssen.
§ Hersfeld. Seit gestern hat die Postverwaltung überall im Reiche auf den Hauptstrecken einen Verkehr mit Automobilen eingerichtet, so daß heute morgen die Briefträger wieder mit gefüllten Taschen ihre Bestellgänge antrdten konnten.
§ Hersfeld. Infolge des Eisenbahnerstreiks muß die Werbewoche der Deutschen VolkSPartei einstweilen verschoben werden.
§ Hersfeld Mit dem heutigen Tage beginnt der Unterricht in den hiesigen Schulen wieder früher. Bet der z. Zt. herrschenden Kälte und Kohlen- not ist diese Maßnahme eigentlich nicht recht verständlich. Im vorige» Jahre wurde der frühere Schulbeginn erst in die Mitte des Monats Februar gelegt. Für viele Eltern, bei denen durch sonstige Verhältnisse ein früheres Ausstehen nicht bedingt ist, wird dies bei den teueren Heiz- und Ltchtpreisen recht unangenehm empfunden werden. In anderen Städten ließt man noch ständig vom Einschränken des Schulunterrichts wegen Kohlenmangel.
§ Hersfeld. „Ein Tag im Weltbad Hersfeld" hatte der HerSfelder Wander-Verein seinem diesjährigen Wintervergnügen als Leitgedanke zu Grunde gelegt. In dem schön geschmückten Saale des Hotel zum Stern entwickelte sich am
allein der Umstand, ob die Verpflichtung zum Schulbesuch bestand oder nicht. Die Entscheidung darüber liegt entgültig beim Schulvorstand.
6) In besonderen Fällen ist der Magistrat nach Anhörung des »Schulvorstandes berechtigt, das Schulgeld ganz oder teilweise zu erlassen.
§ 3.
Die Bestimmungen dieses Nachtrages gelten rückwirkend vom 1. Januar 1921 ab.
Hersfeld, den 28. November 1921.
—--—der Magistrat
Wagner.
Vorstehender 2. Nachtrag wird genehmigt.
Caffel, den 31. Dezember 1921.
Namens des Bezirksausschusses
(L. S.)
Der Vorsitzende
I. V.:
P i u t t i.
*
B. A. 2907/21.
*
Wird veröffentlicht.
HerSfeld, den 31. Januar 1922.
Der Magistrat
Wagner, Bürgermeister.
Zwangsversteigerung.
Im Wege der ginam^oollftrecfung sollen am
23. MAz 1922, uotmittags 9 Wr
in RanSbach m der Lotz'schen Gastwirtschaft versteigert werden die im Grundbuche von Ransbach Band XV Blatt Nr. 108 (eingetragene Eigentümerin am 11. Januar 1922, dem Tage der Eintragung des Versteigerungsvermerkes: die Ehefrau deS Kaufmanns Friedrich Theodor Laxdsiedel, Martha geb. Lotz in RanSbach eingetragenen
Grundstücke
232
Kartenblatt 19 Parzelle ^ bebauter Hofraum instDorf, Breitenstraße, HauS Nr. 2, 3 * 44 q* groß, Nutzungswert 60 Mk. und
324
Kartenblatt 2 Parzelle Acker über den Gärten, 10 a
39 qm groß, Reinertrag 0,41 Tlr.
Die Grundstücke liegen in der Gemarkung Ransbach, sind in der Grundsteuermutterrolle Art. 335 und das erstere Grundstück auch in der Gebäudesteuerrolle Nr. 2 eingetragen.
TchevklengSfeld, den 14. Januar 1922.
Das Amtsgericht.
Trauer-Briefe liefert schnellstens u. -Karten ^ÄU.
So«nab«nd Abend ein lebhaftes Treibe», die Besucher Der Veranstaltung konnte» kaum Unterkommen. Möge dies eine gute Vorbedeutung für die diesjährige Saison unseres aufstrebende« Kurbades fein! Unter den Anwesenden konnte man typische Gestalten beobachten, die allgemeine Heiterkeit erregten. Große« Beifall fanben die mannigfachen Darbietungen der Damen und Herren des Vereins, die ganz vorzügliches leisteten. Stürmische Heiterkeit er egte u. a. der Empfang des 5000. Kurgastes, welcher gans prächtig dargestellt wurde. Allerhand Unterhaltung und Tanz hielten die Anwesenden tn bester Stimmung »i# zum frühen Morgen zusammen.
Hersfeld. (DasvorausftchtlicheFebrnar- weiter.) Die Wetterdienststelle Weilburg schreibt: Der kommende Februar wird uns wahrscheinlich noch Frostzeiten bringen, wenn auch nicht mehr mit so strengem Frost wie im Januar. Dazwischen werden Unterbrechungen von längeren Zeiten trüber Witterung mit Niederschlägen wahrscheinlich sein. Die Witterung wird also wohl recht schwankend sein, die Lustwärme im ganzen unter dem langjährige» Mittel bleiben, die Niederschläge aber eS übersteige».
Frankfurt a/M. Eine Frauenßperso» in der Kleidung einer Diakonissenschwester sammelt Gelder für das Diakonissenhaus. Wie dieses mitteilt, ist die Person eine Schwindlerin, die sich auf diese Weise ein unerlaubtes Einkommen verschaffen will. Die Polizei warnt darum vor der falschen Diakonissin. Personen die nährer Auskunft über diese Schwindlerin geben können, sollten ihre Angaben auf Zimmer 448 des Polizeipräsidiums machen.
Frankfurt. Eine außerordentliche Not an Brot und Kartoffeln macht sich mit jedem Tage im rhei»- heffischen Hinterlande empfindlicher bemerkbar. Die meisten Ortschaften sind mit Kohlen überhaupt nicht beliefert, und wenn irgendwo einige kärgliche Vorräte vorhanden sind, werden von den Händlern Phantasie- preise verlangt. Auch die Holzpreise bei den Ber- stetgerungen in der Nachbarschaft sind nahezu unerschwinglich geworden. Ein gleiches Mißverhältnis herrscht auch in der Kartoffelbelieferung. Es gibt nicht wenige Gemeinden, in D^nen die meisten Familie» überhaupt keine Kartoffeln seit Anfang Dezember mehr haben.
Die Werbewoche der Deutschen Doltspartei wird infolge des Derkehrsstreits bis auf weiteres - ■ verschoben. ■
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