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Franz Funk in Bersfeid. + Fernipredier Dr. 8.

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Mmtkcher Mnzbtger für den Kreis Hersfelo ; ^^ «E w«« ä» vdzv.

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Montag, den 12. Dezember

1921

BStrschMAgLN.

Der Dollar hat in den lebten Tagen dauernd eine ab- fchwüchende Tendenz gezeigt. Kostete er am Dienstag noch 227,02 Mark, so fiel er am Mittwoch aus 209,04, am Donnerstag auf 202,79 und am Freitag auf 188,31 Mark. Der Anlaß zu dieser RückwartsÜeweguug des Dollarkur­fes gab die für die Spekulation unsichere politische Lage: denn wenn die Verhandlungen in London auch noch in der Schwebe sind, so 'st der sie umgebende Schleier doch nicht mehr so undurchsichtig, als daß sich hinter ihm ein für die wilde Spekulation geeigneter Boden verbergen könnte. Diese Unsicherheit für die Spekulation führte da- 6U, daß zahlreiche Verkau-sausträge auf den Markt ge­worfen wurden, die den Dollarkurs mit einigen Schwan­kungen ständig niedriger brüteten. Im Zusammenhang damit gingen auch die Kurse am Effektenmarkc stark zu­rück. Am Freitag waren Kursrückgänge von J00 bis .340 Prozent zu verzeichnen. Montanwerte, Masthinen- fabrilaktien und chemische Werte gingen um 100 Prozent, Mannesmann um 140, Rheinstahl um 120, Rüttgers um 165 und Anglo-Contim-Guano sogar um 340 Prozent zu­rück. Bankaktien verloren zum Teil um 50 bis 80 Pro­zent. Valutapapiere stellten sich gleichfalls erheblich niedriger.

Die^Londoner Vesprschnnaeg zwischen Louchcnr und Sir Robert Hörne und Ralhenan scheinen-zu einem vor­läufigen bestimmten Ergebnis geführt zu haben. Ge- -naueres ist allerdings darüber ui^i Verbreiter worden. Aber die Tatsache, daß Loucheur und Sir Robert Hörne bei Lloi'd George gewesen sind und ihm über das Ergeb­nis ihrer Besprechungen Mitteilung gemacht haben und Lloyd George eine Zusammenkunft mit Briand für un­bedingt notwendig hält, zu der er Loucheur sofort dir Einladung mit nach Paris gegeben hat, läßt doch die Vermutung zn, daß wichtige Verhandlungen über die Entschädignngsfrage zwischen den beiden Prennermini- stern bevorstehen. Ueber die Nrchlnna. in der um die Vor­besprechungen bewegt haben, bestehen nur Komolnatco- nen. Es kann aber a'S wahrscheinlich angenommen wer­den, daß sich d'e euglische Regierung unter dem Enmutz her City für ein Moratorium und für kurzfristige Kre­dite an Deutschland ausgesprochen hat, während Frank­reich nach wie vor auf seinem Widerstand beharrt, worin es von Leinen unterstützt wird. Vorläufig wenigstens dürfte daher ieker Optimismus verfehlt sein. Wenn schließlich auf bet bevorstehenden Konferenz auch eine Ei­nigung zustande kommt, dann dürste es wieder auf Ko- steu Deutschlands geschehen. Daraus deuten auch die ^MW» O'WWWEtt. «w soll. Neben den Sachleistunaen soll aber die Januarrate unter allen Umständen gezahlt werden. Eine Abänderung der Zahlungsverpflichtungen, die Deutschland gestatten würde, zunächst einmal an eine durchgreifende Reorgam- saiion seiner inneren finanziellen und wi-tscoasstuhen Verhältnisse zn aehen, ist also wohl kaum zu erwartem Es wird sich, nachdem sich der gegenwärtige Pcvdus d-r Entschädigungszahlungen als uudurchfübrbar erwresen hat, lediglich darum handeln, durch eine Modifckatw der Zahlungsbedingungen weiter aus dem- deutsche» Volke hcranszupressen, was nur irgend möglich -ue eventuelle Gewährung eines Moratoriums und kurPri- stiger Kredite wäre dabei nur ein Mittel zum Z-rnzr.

Optimismus in Berlin.

^, Berlin. Die Verhandlungen, die Dr. Malter Ratm- nau in London wegen der Herbeiführung eine» P^ora- tortums für Deutschland in offiziellem Aufträge der Rcicksregieruna führt, gelten in Berliner cint .uoreieben volitischen und wirtschaftlichen Kreisen als durchaus er­folgreich und in der Form bereits für abgefdüDacn. Es Bnübeit sich darum, einen Vertrag auszuarbeiten und die erforderlichen Maßnahmen durchzusühren, die da an wnTn-fri^ schon für die nächste Zeit zu einer S-aoi- lifieruug der europäische» Währung führen werden. In den maßgebenden Finanzkreisen ist man der Aitzicht, daß ssöl d'e Mark in diesem Jahre nicht mehr bedeutend ve .=

«hi ä-"ä* Ä ton, d^uwrr nno ' -E^Emen. In Pariser cvlslnß- K??. ^F r sen ist dw Auffassnng verbreitet, daß auch ÄS die Gewährum eines Moratoriums

bercitfinden muß. _ «.««^Ä a8*e ^«mr, «ttr^f^a^miibon Die Besprechungen Rathenaus mit «ÄÄnht i im'englischen Finanzamt statt. Auch der Lonchail sanoen un < 9i l -t H^rne nahm an den

KkÄ"L" D»°^

Svni.MU « UHeien Ta« sei alles. Positive Abmachungen nheit Dienstag frühine Sitzung des Gesamtkabi- ue.ts'einber^ dieTimes" melden, mit k\Herald" meldet ans Washington, daß der Präsident der Gereinigten Stauten von llmerrla zu

daL Las WisZvade- schlesische Papiere gesucht.

der bevorstehenden Konferenz des Obersten Rates, in der über dir Moratoriumsfrage entschieden werden soll, eieen Vertreter entsenden wird. Havas bestätigt die Mel­dung, daß gegen die Erledigung der Moratoriumsrage vor der Zahlung der Januar- und Februarrate durch Deutschland von französischer und belgischer Seite der hartnäckigste Widerstand geleistet wird.

Belgien verlangt Zahlung.

«^Brüssel. (S. C.) DerSoir" meldet: Das neue belgische Kabinett hat den Alliierten eine Note zugehen lassen, in der ausgefiihrt wird, daß die belgische Regie­rung unbedingt auf den Eingang der deutschen Reva- rationszahlungen, die im Januar und Februar fällig sind, angewiesen bleibt. Alle anderen Abmachungen könne die belgische Regierung nicht anerkennen.

Rückreise Dr. Mayers nach Paris.

s^ Berlin. (B. T.) Wie dasB. T." erfährt, hat der deutsche Botschafter in Paris, Dr. Mayer, Berlin wie­der verlassen, um nach Paris zurückzukehren. Bor sei­ner Abreise hatte er noch eine längere Besprechung mit dem Reichskanzler Dr. Wirth Wer die schwebenden po­litischen Fragen, insbesondere über das Entschädigungs­problem.

Me rrnstchse BörfenkLZe.

>» Berliu. (S. C.) Obwohl der Rückgang sowohl der Effekte« als anch der Devisen an der Berliner Börse angehaltcu hat, zeigt das Publikum seine Abgabeuei- qung zu dem augenblickliches niedrigen Kursstand. Bei den Berliner Großbanken liegen größere Kaufangebote nicht vor. In den Kreisen der Berliner Großbanken ist man mit dem Urteil über die Aussichten an den Bör­sen sehr zurückhaltend, doch Über wiegt die Auffassung, daß es zu keinem Neuen großen Börsentag komme« wird. Die fortlaufendsn sich Widerspv:chenden Loudo- ner Meldungen über die Frage der Kreditanleihe und der Bewilligung emes Moratoriums lassen eine große Hofs«ima nicht zu. Mau rechnet in den Berliner Fi- kkaUzkTsiss« auch mit der allgemeine« Unsicherheit für die uächste Zeit, die weitere Schwankungeu an d^n Bör­sen- und den EffMesmäMcU znr Folge haben werden. An einen schnellen Abschluß 6er Verhandlungen in gon* ' " ' ' Kreises der Berliner Großbanken

hon glaubt iu den niemand.

Auch im Auslande steigt Sie Mark.

^ Genf. (S. C.) An der letzten Börse stieg die deutsche Mark um fünf Centimes. Auch an der Pariser Börse wurden die deutschen Aktienpapiere um 10 Prozent höher bezahlt als in der Vorwoche. Besonders waren ober-

^FMRWWNEsk'V§?^!§'im» «tftWfr wevrs«»

Sir Horns und Loucheur weilten in Chequers auf dem Landsitze Lloyd Georges und haben lym den Inhalt der Unterredung mitgeteilt, dre sie im Schatzamt überdas Wiesbadener Abkommen und das Problem der R.vara. tianszahlungcn in Gütern gehabt haben Es führte zu einer allgemeinen Prüfung der wkrtichaftlichen Weltlage. Man kam zu dem Schluß, daß ein sormellcr ReiNMigs- ansiansch zwischen dem französischen und dem ornismcn Premierminister wünschenswert sei. Da Lloyd George London angesichs der irischen Frage nicht ver'agrn kann, drückte er die Hoffnung aus, daß Briand es möglich machen könne, nach England zu kommen. Loucheur Wer- bringt Briand die Einkadnng, die noch vor Weihnachten verwirklicht werden soll.

Man kam zu dem ansiansch zwischen

Kurzfristige Anleihen.

^ Das Gutachten^der Bank von England über die Möglichkeit eines englischen Kredits und einer Anleihe an Deutschland, das dem englischen Fittauzmmistcrinm znaeaangen ist, lehnt es ab, Deutschland eine größere Anleihe zu gewähren. Es wird empfohlen, falls sich die deutsche Regierung die erforderlichen Garantien ver­schafft, Darlehen auf kurze Termine zu gewahren.

Borah für eine Revisions-Konferenz.

Wie aus Washington berichtet wird, hat Senator BorW geäußert, England, Japan, b-ranfreut) und Deutschland sollten eine Erklärung abgeben, eine Kou- ferenz zur Revision des Versailter Feiedeusvertrages abzuhalten, damit Europa leben könne.

Das Ergebms der Wafhmgtsnsr Konferem. ^Washittgtsn. (F. »SO Die Lage .wird in den Kreisen der Konferenzterluehmer als fehl ermutans angesehen. In den Kreisen der Delegierten alaubt man, daß schon in den ersten Tagen der nächsten Woche nach einer turzen Vollsitzung der AbrüitUNgMnferenz der Abschluß folgender Vereinbarung verkündet werden wird: L ein Uebereinkommen betrefterid die Ratiome. rttitfl der Kriegsflotten, 2. em Vier mach :cüb-.re > «kom- mc:?bezüglich der Angelegenheit des Stillen Ozeans und loabrscheinlich and) 3. eine formelle Erklärung der Großmächte für eine Entfestign«« der Flottenstußpunkte im Geb et des Stillen Ozeans. Am, Sonnabend tritt das japanische Kabinett in Tokio zu einer SiAma zu­sammen, in der die Entscheidung m dieser Angelegen^ Ljt fallen wird. Man nimmt in den Kreisen der Kvn- ferenztetlilehmer als sehr wahrscheinlich an, daß die Siüung des japanischen Kabinettsrates die Zustimmung Japans zu der so lange umstrittenen Festsetzung des Verhältnisses der Kriegsflotten von,8:5:8 brinaen wiA Plan rechnet auch damit, daß die Folge dieser Zustim­mung Japans die Bevollmächtigung des Führers der japanischen Delegation auf der Washingtoner Ab- rüstmigskonfercnz durch den jetzt an der Spitze Japans stehenden Prinzregenten sein wird, das Abkommen von Washington All unterzeichnen.

Sofortige bedi»g««üslofe Rückgabe Scha«tu«gs.

** Paris. (L. A.) Die chinesische Abordnung auf der Washingtoner Konferenz erklärte, wenn die Besprechung wegen einer bedingungswsen Rückgabe Schantungs nitüt bald erfolge, werde sie Washington verlassen.

§ra«kreichs Zustimmung zum Viererabkommea.

aris. lL. A.j Briand telegraphierte Viviani nach Washington, daß die französische Reqiernnq dem Vierer- abkonsmen Altstimme. Sonnabend mittag um 11 Uhr wird eine öffentliche Sitzung der Washingtoner Kon­ferenz erfolgen, auf der der Wortlaut des Viererabkonr- mens mitgeteilt werden soll. Senator Lodae wird den Text verlesen.

Krise in der Koh!enversorgung.

k* Deutschland steht vor einem ZusaumreWruch feiner Kohlenwirtschaft, wie er auch während der Kriegsjahre kaum dagewesen ist. Als die am meisten betroffene« großen Verbraucher haben die Eisenbahnen unter der au­genblicklichen Transportnot erheblich zu leiden, während es den Anschein hat, als ob es der Industrie im wesent­lichen gelungen ist, sich wenigstens einige Kohleiworräte zu sichern. Die Eisenbahndirektion Hamburg hat bereits vor einigen Tagen Maßnahmen zur Verringerung des Kohlenverbrauchs getroffen. Dort soll die Länge der ein­zelnen Personenzüge verkürzt werden. Die Eisenbahrv- direktion Cassel kündigte Zugeinschränkungen auf den Lokal- und Nebenbahnen an. Am schlimmsten scheint voll dem augenblicklich berrschenden Kohlenmangel die Eisen- bahnötrektton Hannover betroffen zu fein, die eine Ein­schränkung des gesamten Personenzug-Fahrplanes auf 25 v. H. ankündtgt. Es soll allerdings versucht werden, den Verkehr solange als irgend möglich aufrecht zu cv-j halten. An Hannover z. B. hat die Eisenbahn nur für 1% Tage noch Kohlenvorrat.

Die Autonomiefrage für OberfSlesier».

»^ Berlin. (F. G. A.) Die Berliner Blätter melden daß bei der Reichs- und bei der preußischen Regierung Erwägungen darüber schweben, ob der Vorentwllrf zur Schaffung eines oberschlesischen Bundesstaates mit Rück­sicht auf die neugeschaffenen Verhältniße zurückgefteV werben soll. Der oberMlesischen Bevölkerung war be­kanntlich vor der Abstimmung die Autonomie zugesichert worden für den Fall, daß die Mehrheit der oberfchlest- schen Bevölkerung sich für den Verbleib OberschlesienS bei Deutschland entscheiden foHte* Die Sieichsregierung wie auch die preußische Regierung werden felbftverftänik lich, wie dieD. A. Z." versichert, das gegebene Verspre­chen nicht zurücknehucen. Der Ausfall der AbstimmunA wi^auch die E-^fKefdung der Botschafterlonscreuz dürste ^" Ekn' polrtischkr Anschlag auf Danzig abzelshat.

«^DasziK. tB. 2.) Der Oberkommissar von DanziL General Haktna, war von den Regierungen PolenS und Danzigs gemäß der Danzig-polnischen Konventw« um eine Entscheidung ersucht worden über die recht­liche Stellung des Eigentnms des polnischen Fiskus im Freistaatgebiet, über die rechtliche Stellung der volW- schen Behörden und Beamten sowie über die rechtliche Stellung der polnischen Schiffe. Die Eutschcrdssg ist roeserrtlich zu Gnnstc« Danzigs ansacsallen. Die pol­nischen AnspAiche auf Exterritorialität des polnischen. Eigentums im Danziger Gebiet sowie der polnischen Schiffe im Danziger Hafen wurden abgelehnt. Alle Per fönen polnischer Staatszugehörigkeit in Danzra mi' Ausnahme der d plvmalischen Vertreter werden den Danziger Gesetzen unterworfen. Der Oberkommmon betouie bei seiner Entscheidung ausdrücklich, daß 6c Erffillung der polnischen Forderungen Danzig niö' mehr ein Freistaat hätte genannt werden können. Au > sei die freie Stadt durchaus nicht ausscbließlich im Jv teresse Polens geschassen worden. Deshalb feien die1 Forderungen abzulehnen.

Das neue OrtsklasscuLerzeichuis.

»^ Berliv. lB. T.) In einer Besprechung der Partei­führer im Reichstag wurde vereinbart, daß für die höher gestuften Orte die Auszahlung der Teuerungszuschstzge zu den Betnntengehältern noch vor Weihnachten erfolgen soll, daß aber das OrtSklassenverzeichnis nochmals den? Rcichstagsansschuß für Beamtcnangelegenhesten zur Bc ratuna zugehen soll, sodaß also die Gesetzesvorlage nich ohne Debatte verabschiedet werden kann, wie ursprüNL lich in Aussicht genommen worden war.

Die Adlchnnng de Valeras.

»^ London. sF. G A.) Obwohl Schwierigkeiten bezüz lich der Stellungnahme des Siunscinerkablurtts o«'ß< über dem englisch-irischen Abkommen vorguSzuseben n reu, wurde die Oesscutlichkeit, wie die englischen M: i>uifgen übereinstimmend berichten, von der Erklärn de Baleras, dem Vertrage nicht znznsiimmen, überral.

«Hedei vorn Tage.

^Jn der Nähe des Sniter Badestrandes ist der 18: Tonnen große Dampfer .Elisabeth Cork",mit Kohlen n England nach Rostock unterwegs, im Nebel gestrandet ^Die nenc belgische Regierung ist gebildet ward. Ministerpräsident TbeuntS bat eine Koalition zwi . Katholiken und Libenven zustande gebracht.

^ie AnSdeönung der KrankeuverstäwLttugSpflccht < 40 000 Mark ist vom ReichsmgSausschuß für soziale r gelegenheiten genehmigt worden.

In der italienischen Kammer erklär«- der e»obmbir ster, daß das Budget für das RechnungS-ahr 19»? r einem Deffzit von 10712000000 Lire abschlotz. ^iv De­fizit für das laufende Rechnungsjahr wird annähernd o MMiardcn betragen. j