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; Es liegt im Watt

Roman von Doktor Johannes Faber.

6) l/mchdruck verboten'»

WNm Sie es wüMre«, Fräulein Helene, bleibe ich überhaupt ganz hier unten," entmgnete der Ange­griffene nnaas^rtinIhr Wille ist mir Befehl!"

roeirmann vom Sweirel bis zur Sohle," Wendete Frau Bürger dem Dokror ihren ungeteilten Beifall. Für München," fuhr sie dann in verändertem Tone irrt, »sehr passend,- cher tu Wildeck ist man das weniger gewötmt."

Hier gibt's nur Hiesel, Wallet und Hubernatzel, die Pfeifen rauchen und Tabak schnupfen," fügte Helene mit übermütigem Lachen bei.

Ja, ja," nickte der Doktor befriedet.Hier r,t alles unverfälschte Natur. Hier bar der Mensch noch seinen richtigen Wert a!S Mensch. Ich freue mich wirk­lich schon ungemein aus das freie, ungebundene Jäger- leben in den Bergen. Aber Fräulein Helene, haben Sie etwa im hohen Kriegsrat schon einen schönen Ausflug in die Umgegend beschlossen?"

Das gerade nicht," entgegnete die muge Dame,nur ' würde ich den bescheidenen Wunsch ausdrücken, wieder einmal den Wasserfall auszusuchen."

Ganz recht, den herrlichen KristaLfall am Schieß- horn," stimmte ihr der Doktor bei.

Das können wir an jedem beliebigen Tage machen," erklärte sich auch Frau Ella mit diesem Plane einver­standen,auch wenn mein Mann und der Assessor Dienst haben. Sie, lieber Freund, sind ja Freiherr.,,"

Allerdings!" erwiderte Herbert.Wollen wir gleich einen Tag dazu bestimmen, damit ich meine Jagdpläne danach einrichten kann?"

Frau Ella sann einen Augenblick nach.Heute geht es nicht, aber morgen, wenn Sie damit einverstanden sind."

Mir wird es ein Vergnügen sein," stimmte Herbert höflich bei.

Also abgemacht," rief Helene und hielt dem Doktor

ihre kleine Hand hin.Schlügen Sie ein nam echter deutscher Jägerart! So, der Vertrag ist geschlossen. Morgen schon sind sie uns verfallen!"

Mit dem Wort,verfallen' haben sie allerdings die beneidenswerte Lage, in der ich mich bald befinden werde, sehr richtig gekennzeichnet!" ging der Doktor be- reitwillig auf den von Helene angeichlageneen wWeln- den Ton ein.

Jetzt sind sie noch frei," fuhr Helene unbeirrt fort, ich rate Ihnen: genießen Sie nur noch Ihre Ferien!"

Helene hat recht," stimmte nun auch die Forftmeiste- rin den Worten ihrer Tochter bei,wir wollen Sie jetzt nicht länger zurttLhalten. Sie werden wohl zuerst zu den beiden Batzlers hinabgehen."

Dabei erhob er sich, denn das Frühstück war beendet.

Nachdem sich der Doktor von den beiden Damen ver­abschiedet hatte, begab er sich wieder auf sein Zimmer um die leichte Kleidung mit dem wetterfesten Jagd- anzug zu vertauschen.

Die Büchse geschultert, sah man ihn wenige Minuten später über den tauigen WieserWIan zum Dörfchen m- sing hinabeilen, um den beiden wackeren Bastlers seinen Morgenbesuch zu machen.

Andreas Bastler stand bereits seit mehr denn drei­ßig Jahren im Dienste der Forsimetsterei, wo er die Stelle eines Waldaufsehers und Jägers bekleidete. Er war einer jener kernigen Aelyler, aus gutem Holze ge­schnitzt, mit einem fühlenden, warmen Herzen in der Brust, und deshalb auch ein rechter Weidmann von ech­tem Schrot und Korn. In den letzten vier Jahren war sein jetzt vierundzwanzigjäHriger Sohn Sebastian in der Ausübung feines Berufes ihn- wacker an die Hand ge­gangen und hatte sich allmählich zu einem ebenso treff­sicheren Schützen und findigen Jäger entwickelt wie der Vater, sein Lehrer im Weidwerk. Das Gehalt, das der junge und alte Bastler bezogen, war für ihre Verhält­nisse nicht eben karg zu nennen: ferner verdienten beide ein gutes Stück Geld an Schußlohn, und da sie von dem zahlreich in den Bergen hausenden Raubzeug, dem sie eifrig nachsiellrent viel erbeuteten und das meiste als ihr Eigentum verwerten durften. so konnten die bescheide­

nen Leute ein sorgenfreies und angenehutes Leben füh-- rcm Andreas Bastler besaß aus der westlichen, der Forstmeisterei zügekehxten Seite des Dorfes dicht am Walde ein kleines Häuschen mit einem reicblM) großen Gemüsegarten, wo er mit seiner treuen Lebeusgefähr- tin Lenzt und seinem Wastel zufrieden seine Tage ver­brachte.

Diesem kleinen Hause, in dessen Inneren Doktor Herbert schon so manches erfolgreiche Jagdpläuchen Mit den biederen Jägern besprochen hatte, eilte jetzt der junge Arzt mit wuchtigen Schritten zu, Sümu von wei­tem erblickte er den alten Wäldler, der vor dem Hause auf der grün aMUtricherreu Bank saß und aus seiner geliebten halblangen Pfeife dichte Rauchwolken in die klare Morgenluft.emporyaffte. Vater Bastler, der das fünfzigste Lebensjahr bereits überschritten hatte, war eilte kernige Gestalt, die in ihrer abgetragenen Joppe und den kurzen ledernen Kniehosen den Eindruck eines echten WaldlerS aus den Bergen hervorrief. Die brarr- neu Knie und das verwitterte, scharfgeschnittene Gesicht des Mannes verrieten, daß Vater Bastler Wind und Wetter nicht scheute, um seinem Berufe und seiner Weiö- mannsfreude pflichtgetreu und eifrig nachzugehen.

Als er den umgen Jäger von der Forst meisteret herabkommen sah, hielt er die große braune Hand be- nÜtoCKö vor die Augen und schaute hinüber, als wolle er dort nach einem willkormneneu Stück Wild ausknähen Ah, anal!" sagte er dann und strich sich sachte über den Bereits ergrauenden stoppeligen Bollbart. Dann erhob er sich von seinem Sitze, um dem schnell Näherkommen­den einige Schrttw entaegenzugehen.

Paul schwenkte seinen Jägerhut freudig über dem Haupt.Grüß Gott, Andres," rief er dem Mamw fröh­lich entgegen

Grüß Jhna Gott, Herr Dokta," kam es im Tone unverhohlener Freude zurück, Hüb die beiden Jäger schüttelten sich kräftig die Hände.Hab ein sakrische Jreud, daß G-e wieder da herob'n sind. Hab'n den alte« Jagdanores nit vergesi'n."

(Fortsetzung folgt.)

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